Fotos: Alter Bridge / Halestorm / Mammoth WVH

0
(0)

ALTER BRIDGE haben mit „Pawns & Kings“ einmal mehr eine ganz starke Langrille in die Shops gehoben und ein solch gutes Album will natürlich auch live präsentiert werden. Dabei spricht es für die Mannen um Slash-Liebling Myles Kennedy und Gitarrengott Mark Tremonti, dass sie ein ganz starkes Paket geschnürt haben, um auf Tour zu gehen: Ein echter Van Halen (Wolfgang mit seiner Band MAMMOTH WVH) und eine der derzeit besten Livebands im Rockbereich (HALESTORM) zeigen heute im Kölner Palladium, dass es einfach mehr Spaß macht, wenn die Bands, die sich auf eine Reise begeben, auch musikalisch gut zusammenpassen und sich nicht nur eine Plattenfirma teilen.

Lzzy Hale begeistert als Support mit ihren Jungs von Halestorm. Foto: Seiffert

Die Show startet – 30 Minuten zu früh (!) als angekündigt – mit MAMMOTH WVH und auch, wenn die Bühne spärlich beleuchtet ist, erkennt man, dass Wolfie (der übrigens einmal als Tieftöner bei Tremonti eingesprungen ist – und dabei auch in Köln gespielt hat) ganz viel von Papa Eddie geerbt hat. Der Ex-Van Halen-Bassist tappt auf der Gitarre wie der viel zu früh von uns gegangene Daddy, setzt sich gleichermaßen ans Keyboard und singt dazu ganz hervorragend. Und auch, wenn die Show richtig gut ankommt, würde ich mir wünschen, dass Wolfgang für die nächste Platte etwas mehr wagt und aus dem arg beliebigen Alternative-Songwriting herauswächst. Als Opener ist er (und seine Band) dennoch erlebenswert.
Nachdem eher unterbelichteten Start ist eigentlich niemand drauf gefasst, was HALESTORM auf die Bretter werfen. Eine großartige Lichtshow und eine vor Energie nur so strotzende Band lassen einem gleich nach beim Opener „The Steeple“ vom aktuellen Album „Back from the Dead“ die Kinnlade herunterklappen. Lzzy Hale zieht alle Register, singt herausragend und wird dabei von einer bockstarken Band begleitet, die angeführt von einem absolut wie verrückt aufspielenden Bruder Arejay, beweist, dass es durchaus riskant sein kann, HALESTORM als Support zu buchen. Das Set ist kurz (beginnt übrigens wieder 30 Minuten zu früh), hat sogar ein absolut unterhaltsames Drumsolo (bei dem Arejay mit überdimensionalen Drumsticks auf die Felle eindrischt) im Programm und feuert einen Hit nach dem anderen ins Auditorium.
„Love bites“, „Rock Show“ oder „I miss the misery“ als großartiger Abschlusssong untermauern, dass die Band live einfach alles bietet. Optik, Sound, Songs, Energie.
Wie soll ALTER BRIDGE das toppen? Können Sie es toppen? Für die meisten hier in der Halle ist die Frage keine Antwort wert und in der Tat: ALTER BRIDGE starten (erneut deutlich früher als vorher angekündigt) mit „Silver Tongue“ vom aktuellen Album furios und ultra heavy in das Konzerterlebnis.
Sofort ist auch klar, wer bei der Tour die Pawns und wer die Kings sind. König Myles hat seine Goldkehle besonders geölt und König Mark ballert ein gottgleiches Riff nach dem anderen in die Ohren des Fußvolks.
Die anderen Könige in ALTER BRIDGE sind meist unbesungen, doch ohne die fabulöse Rhythmussektion, bestehend aus Basser Brian Marshall und Drummer Scott Philipps, wäre das hier nur die halbe Party.
Das gesamte Set ist überraschend „old school“ und hat mit Nummern wie „Blackbird“, „Metalingus“, „Isolation“, „Open your eyes“, „Broken Wings“ oder „In loving memory“ (in einer wunderbaren Akustikversion) ganz viel sehr alten Stoff an Bord. Und der ist ja bekanntlich (fast) immer der beste. Warum man allerdings die Chance ausgelassen hat, „Watch over you“ von „Blackbird“ (2007) zusammen mit Lzzy Hale live zu spielen, erschließt sich mir nicht. Aber das ist auch der einzige Wermutstropfen. Denn ansonsten ballern sich ALTER BRIDGE durch die Show ohne den Fans eine echte Atempause zu gönnen. Vor allem das von Tremonti gesungene „Burn it down“ kommt bestens an. Wer am nächsten Tag nicht heisern am Arbeitsplatz auftaucht, hat hier wirklich etwas falsch gemacht. Eine Chorprobe ist nichts dagegen.
Auch fürs Auge wird Einiges geboten und, wenn man dachte, dass es bei HALESTORM hell war, so ist hier die Sonnenbrille angesagt. Aber hey: Rockstar oder Roggenbrötchen?

Wir haben Fotos von:

MAMMOTH WVH

HALESTORM

ALTER BRIDGE

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Alter Bridge Setlist Palladium, Cologne, Germany 2022, Pawns & Kings

 

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Auch spannend: