First of all: toller Bandname! “Movies with heroes” machen gefälligen melodischen US-Rock und sind in Europa noch weitestgehend unbekannt. Trotzdem ist die neue CD “Nothing here is perfect” durchaus das Reinlauschen wert. Jahrelang haben sich die Helden den Allerwertesten auf endlosen Touren aufgerissen, nun scheinen sie mit dem in Eigenregie aufgenommenen Album “Nothing here is perfect” erste größere Stücke des Indie-Rock-Kuchens verspeisen zu dürfen, wenn nicht alles schief geht. Ed Rose (u.a. The Get Up Kids) hat das Werk gemixed und sorgt auch dafür, dass die CD eine Mischung aus richtig schönem Indie-Rock mit manchmal zu viel Gejammere (das Wort EMO schreibt ich nicht!), aber auch stilsicherem Ami-Arena-Rock präsentiert. Und ganz ehrlich: spannender als die wie verrückt und völlig grundlos gehypten Coldplay sind “Movies with heroes” allemal. Auf “Nothing here is perfect” stampfen sie mal mollhaftig und sehr elektronisch (“Wake up”), mal scheinen sie eine hardrockende Version der altehrwürdigen “The Cure” zu sein (“Warmer”), mal schmalzen sie erbarmungslos aus den Lautsprechern (“Miracle Drug”) – nie aber langweilen die Herren aus Lancaster/Pennsylvania. Wer gut gemachten emotionalen Indie-Rock mag, der zu keiner Zeit EMO (oh, jetzt hab ich’s ja doch geschrieben) ist, wird hier fündig.
Stil: Indie-Rock
Fazit: Starke Steilvorlage, um dem Indiedasein zu entfliehen
Master Chief, Junge für alles, Fotograbenkämpfer und Textakrobat. Herausgeber und Erfinder.