Drachensteigenlassen

So, liebe Freunde und Feinde dieser Rundbriefe,

dies wird wahrscheinlich, ziemlich sicher, vielleicht der letzte Rundbrief aus Thailand sein. Ich bin heute mit Dollarzeichen (ok, Bath-Zeichen) in den Augen durch die Strassen gejagt und suendhaft viel Geld ausgegeben. Ich bin mal gespannt, wieviel ich fuer das Uebergepaeck bezahlen muss. Also, die Chucks habe ich, fuer Nadine allerdings nur 1 Paar, die Thais mit ihren Zwergenfuessen haben ihr schon alle weggekauft. Morgen frueh entscheidet sich, ob ich noch ein paar Mupfel-Flipflops abstauben kann, ansonsten gucken wir da alle in die Roehre. Claudia, das mit dem Kleid + T-Shirt hat leider auch nicht hingehauen, waren entweder haesslich oder zu klein. Aber fuer Dich, mein liebes Schwesterherz, habe ich vier Tonnen Tigerbalm, damit Du nie mehr Kopfweh haben musst. Habe ich noch jemanden vergessen? Ich hoffe nicht. Trotzdem habe ich noch Zeit gefunden, zum Salam Luang (oder so) zu gehen, ein grosser Platz vor dem Grand Palace. Hier finden im Moment die grossen Drachenfliege-Wochen statt. Der ganze Himmel ist voller grosser und kleiner, bunter und weniger bunter, langschweifiger und breitfluegeliger Luftspielzeuge, die hauptsaechlich von Erwachsenen mit grossen Ehrgeiz oben gehalten werden. Auf der Wiese wird gepicknickt, an der einen Ecke hat ein Schau-Thaibox-Kampf stattgefunden, an einer anderen Ecke wurde ein anderer seltsamer Sport betrieben (zwei Leute, die mit Kopf und Fuss versucht haben, einen Ball in einen hochhaengenden Korb zu befoerdern) und ueberall wurden Drachen verkauft. Ich konnte da natuerlich nicht aussen vor stehen und habe – sehr zum Gaudi der Thais – auch einen kleinen Drachen (eine Schlange mit langem pinkfarbenen Schweif) erstanden und ihn sogar einigermassen erfolgreich in die Luft bekommen.
Allerdings ist meine Schlange eine unheilige Allianz mit der gelben Nachbarschlange eingegangen, so dass der kleine Junge, dem der gelbe Drachen gehoerte und ich erstmal unsere Leinen wieder auseinanderbringen mussten. Trotzdem hatte ich jede Menge Spass. Ein Stueckchen weiter, in einem kleinen Park, gleich am Fluss zu Fusse eines alten Forts, fand kurz darauf, wie jeden Tag, eine andere Volksbelustigung statt. Denn puenktlich um 18 Uhr wird hier zum oeffentlichen Aerobic geladen. Hunderte von Thais stehen erst einmal stramm, wenn die Nationalhymne abgespielt wird, dann wird kraeftig nach dem Beispiel des Lehrers Sport betrieben – ein grandioser Anblick. Hier habe ich aber nicht mitgemacht. A. war ich nicht passend gekleidet und B. ist mein Muskelkater gerade im Abklingen, da muss ich mich schliesslich noch schonen…
So, morgen abend, 20.10 Ortszeit, geht dann mein Flieger nach Dubai und es heisst entgueltig wieder Abschiednehmen von Thailand – wie immer schweren Herzens. Selbst der Himmel vergiesst Traenen ob meines Abschiedes (ok, es regnet – aber andersrum klingt es doch gleich viel weniger nass, oder?). Wer noch eine Last-Minute-Bestellung hat (aber nur noch was kleines), sollte sie mir am besten per sms zukommen lassen, ich werde schauen, ob ich noch was machen kann, obwohl inzwischen selbst der Platz in meinem zweiten Rucksack eng wird 😉 – zuviele Chucks.
Uebrigens, Tipp an alle Thailand-Reisende in spe bzw. an das beste Reisebuero der Welt: Man kann an den ATM-Maschinen ueberall in Thailand mit der ganz normalen EC-Karte cash abheben! Musste ich einmal (weil Sonntag) drauf zurueckgreifen und es hat wirklich problemlos funktioniert! Also weitersagen!
So, jetzt gehe ich mal Rucksackpacken.

Bis bald
Silke (will bleiben)

Aua, aua, aua….

Erst musste ich meinen armen Koerper in ein Schlafabteil in Form (und Groesse) eines Handschuhfachs pressen, sprich in bin im „Sleeper“ nach Bangkok gereist, dann bin ich gleich umgestiegen in den Zug nach Pak Chong, am Rande des Khao Yoi Nationalparks. Dies ist der aelteste und drittgroesste Nationalpark Thailands. Da ich ja nicht viel Zeit hatte (ich muss ja noch fuer Euch einkaufen ;-)), habe ich mich gleich am Bahnhof von einer Abgesandten einer der Guesthouses abschleppen lassen und sofort eine 1 1/2 Tages-Tour gebucht. So ging es dann gleich am Nachmittag zur Besichtigung einer kleinen Tropfsteinhoehle mit jeder Menger Fledermaeusen. Richtig klasse wurde es aber erst spaeter, als wir von einem Feld aus beobachten konnten, wie 4.000.000 Fledermaeuse (in Worten: vier Millionen, echt wahr) in einem Zug ihre Hoehle in einem Berg verliessen. Die Viecher sind zwar sehr klein, aber in solchen Mengen machen sie richtigen Laerm. Es sah wirklich irre aus. Als Abschluss wurde dann eine Fahrt durch den dunklen Nationalpark gemacht, Tiere beobachten. Damit wir ueberhaupt was sehen konnten, leuchtete eine Thai mit einer grossen Lampe durch die Gegend, und richtig, wir haben ein paar Was-auch-immer-fuer-Hirsche, ein Zibet und – obercool – eine rund 3 Meter lange Python, die sich vor uns ueber die Strasse robbte. Ich habe zum ersten Mal gesehen, wie eine so grosse Schlange sich bewegt. Sie schlaengelt ueberhaupt nicht wie man es sich vorstellt, sondern sie bewegt sich eher wie eine Schnecke vorwaerts (natuerlich nur schneller). OK, dass macht natuerlich noch keinen Muskelkater. Am naechsten Tag wurden wir jedoch auf unsere Dschungeltauglichkeit getestet. Unser Guide hat uns gnadenlos ueber Stock und Stein, Felsen hoch, Wurzeln runter, quer durch den Urwald gejagt. Und das ganze in einem Tempo, als gelte es den New York Marathon zu gewinnen. Dafuer hatten wir aber wirklich geniales Dschungelfeeling (nennt mich bitte ab sofort Indiana-Jane), haben unter einem Wasserfall gebadet, tolle Landschaften, Gibbons und Hornbills (grosse Voegel mit noch groesseren Schnaebeln, habe den deutschen Namen vergessen) gesehen, aber leider keine Elefanten. Ausserdem musste ich feststellen, dass ich definitiv nicht schwindelfrei bin. Wir waren an einem wunderbaren Aussichtspunkt, eine Felsplattform weit oben auf einem Berg, von dem aus man einen tollen Blick ueber den Dschungel hatte. Das Problem war nur, dass es am Ende der Plattform ungefaehr 200 Meter senkrecht Richtung Urwald ging. Da ist mir doch maechtig schwindelig geworden und als ein Typ aus der Gruppe (natuerlich wieder ein Mann! Angeber!) sich ganz gemuetlich an den Rand setzte, die Beine baumeln lies und ab und zu herunterguckte, bin ich fast hysterisch geworden. Beim letzten Wasserfall habe ich dann auch gememmt, als es hiess, ich muesse nur „mal eben“ ueber drei Steine springen, dann haette ich einen viel besseren Blick. Immerhin standen wir nicht am Fusse, sondern am Beginn des rund 70 Meter hohen Falls… Nicht ohne meinen Fallschirm…
Und jetzt sitze ich wieder in Bangkok und meine Beine bringen mich fast um, da hat auch eine 1 1/2-stuendige Thaimassage nur am Rande Erleichterung gebracht. Trotzdem habe ich mich bereits aufgemacht, meine Extrem-Shopping-Plaene in die Tat umzusetzen. Die Platzfrage waere schonmal geklaert, ich habe mir naemlich wirklich noch einen Rucksack gekauft, ein tolles Ding, Ihr werdet es ja sehen. Die Prognosen fuer die Muschel-Flipflops sind allerdings etwas duester, denn alle, die ich bisher entdeckt habe, waren in Zwergengroesse und ziemlich haesslich. Aber da Tatjana mir meinen Kater ja nur gegen Schuhe zurueckgibt, bleibe ich weiter am Ball. Ich hoffe nur, der zweite Rucksack reicht aus 😉 Nebenbei versuche ich noch an Thaifood in mich reinzustopfen, was reingeht, stosse dabei aber immer viel zu schnell an meine Grenzen.

Und wenn ich nicht geplatzt bin, dann komme ich auch wieder

Silke (geht essen)

Mein Gecko hatte Schnupfen…

… und meine Sommersprossen verbinden sich langsam zu geheimnisvollen Zeichen – sollte ich ein Medium fuer den Kontakt von Ausserirdischen zur Menschheit sein?

Hallo Ihr Lieben, nein, ich habe keinen Sonnenstich. Alles entspricht der Wahrheit (ok, das mit den Ausserirdischen vielleicht nicht). Mich hat es nach der letzten Mail in eine Bungalowanlage suedlich von Chumpon verschlagen, in der ich (mal wieder) fast allein unter Thais war. Hinter meiner Badezimmerwand wohnte ein riesig grosser Gecko (habe einmal versucht, ihn zu fotografiern, er ist aber eher kamerascheu), der vor allem durch naechtliches „Gecko“-Geschrei auf sich aufmerksam machte. Da die Badezimmerwand gleichzeitig die andere Seite der Schlafzimmerwand war, war ich meinem tiefen Schlaf ausgesprochen dankbar. Jedenfalls als ich die Tage auf dem Klo sass (ja, ein Sitzklo, heureka!) hoerte ich hinter eben dieser Wand laut und vernehmlich dreimal ein verschupftes „Hatschi“. Ich hoffe, er hat sich nicht bei meinem haeufigen Einsatz des Ventilators verkuehlt. Ueberhaupt begleitet mich der Ruf des Geckos schon die ganze Zeit, selbst in Bangkok wohnte einer dieser netten, Ungeziefer-vernichtenden Echsen in meinem Guesthouse. Vielleicht liegt es daran, dass ich bis heute noch keine einzige Kakerlake gesehen habe (ich bin schon fast ein bisschen enttaeuscht, aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend…

Apropos Tierwelt: Mein zweiter Schnorchelausflug (zusammen mit einem jungen Thai-Paerchen) hatte nicht nur Erinnerungen an jede Menge bunter Fische und toller Korallenbaenke zur Folge, sondern auch einen Hintern, mit dem ich jedem Pavian Konkurrenz machen kann (offensichtlich war mein T-Shirt, das ich zur Sicherheit angezogen hatte, nicht lang und die Sonnencreme nicht wasserfest genug). Daher bin ich doch sehr froh, dass ich fuer heute Abend noch einen Platz im Schlafwagen bekommen habe. Ich hoffe, das dieser genauso aussieht, wie ich ihn in Erinnerung habe. Damals, als ich von Surrat Thani nach Bangkok gefahren bin – 3. Klasse Sitzplatz, weil alles sonst ausgebuch – durfte ich durch diese Waggons ja leider nur durchlaufen. Aber die Optik war gar schnuckelig. Wenn Jack Lemmon und Tony Curtis ploetzlich ihren perueckenverkleideten Kopf durch den Vorhang gesteckt haetten – es haette mich nicht verwundert (ok, ein bisschen schon), so sehr hat mich die Szenerie an „Some like it hot“ erinnert. Von Bangkok aus moechte ich gern noch fuer zwei Tage nordwaerts (nur ein Stueckchen), in einen der zahlreichen Nationalparks, um ein wenig Dschungelluft zu schnuppern. Ich konnte mich zwar nur schweren Herzens von Strand, Meer und Haengematte losreissen (letztere kann ich ja wenigstens mit nach Hause bringen, der Rest muss leider hier bleiben), aber da ich ja leider nicht hier bleiben kann, kommt es auf den Tag mehr dann auch nicht mehr an. Und dann muss ich ja schon den Shopping-Entspurt einlegen, denn am Freitagabend sitze ich wieder im Flieger, Richtung Dubai (Wiege des beruehmten Liedes „Dubai, dubai, du“, faelschlicher Weise bekannt als „Strangers in the night“).
Uebrigens: Bei all dem Sommersprossen-Sonnenbrand-Geschwafel von meinereiner – glaubt mal ja nicht, dass ich braun bin. Habe zwar ganz nett Farbe angenommen, aber nicht mehr als andere, wenn sie dreimal auf der Sonnenbank waren. Die Thais muessten da eigentlich neidisch drauf sein. Hier schmieren sie sich sogar mit „Whitening Creme“ ein, um eine hellere Haut zu bekommen – ehrlich!
Also, seit froh, dass Ihr im kalten Deutschland sitzt und Eure weisse Haut pflegen koennt!

Alles Liebe
Silke (wartet auf den Zug)

Seitenwechsel

Sawadee ka, Ihr Lieben,

dass heisst „Guten Tag“ auf Thai, nam heisst Wasser und khao Reis. So jetzt seit auch ihr bestens geruestet fuer einen Thai-Trip. Ich schreibe Euch heute aus Chumpon, welches an der Ostkueste liegt, nachdem ich heute morgen Ko Pha Yam (Ostkueste), verlassen habe. Ko Pha Yam ist eine kleine, feine Insel bei Ranong, gleich an der Grenze zu Myanmar. Hier habe ich jetzt eine ganze Woche lang irgendwie fast gar nix gemacht – boah, war das schoen. Erstmal hat mich letzte Woche Dienstag (ich muss die ganze Zeit auf die Datumsanzeige der Uhr gucken, sonst wuerde ich das mit der Zeitrechung gar nicht mehr hinbekommen) morgens um 5 Uhr der Nachtbus aus Bangkok in das dunkle Nichts von Ranong gespuckt. Da stand klein Silke also mit gross Rucksack zwischen lauter Thais in der Nacht und niemand wollte mir irgendwelche Zimmer oder Ueberfahrten verkaufen. Nachdem ich ein bisschen dumm geguckt habe, habe ich mich auf das naechste Saengthow (fragt mich nicht, wie das geschrieben wird, das ist ein Pick-Up, dessen Ladeflaeche mit seitlichen Sitzbaenken und Decke zum Bus umfunktioniert wurde, sehr verbreitet in Thailand) geworfen – ok, dass einzige – und habe versuchshalber den Fahrer (ungefaehr 100 Jahre alt)zugetextet. Natuerlich vergeblich. Wir konnten uns dann aber auf ein gemeinsames „Ko Chang“ einigen, und so bin ich dann mit zwei Musliminen und 1200 Kilo Huehnerfutter eingestiegen. Eine Ausladeaktion spaeter (ich habe natuerlich brav mit angepackt beim Saecke werfen, man will ja einen guten Eindruck hinterlassen als Farang (=Fremder)) stand ich dann mutterseelenallein an einem winzigen Pier irgendwo im Nichts. Immerhin gab es ein paar Baenke und diverse Werbung fuer Ko Chang und Ko Pha Yam. Da das erste Boot um 8 Uhr fuhr, hatte ich als genuegend Zeit um mich zwischen den beiden Inseln zu entscheiden. Mein netter Sitznachbar aus dem Bus hatte mir seine Tuete Fruechte vermacht (inzwischen weiss ich, dass es wahrscheinlich Cashew-Fruechte waren, lecker), die habe ich also gefruehstueckt, mir irgendwann den Sonnenaufgang angesehen, sehr huebsch, und als dann die ersten Leute eintrudelten, hatte ich mich endlich fuer Ko Pha Yam entschieden. Nach zwei Stunden Fahrt durch die schoene Andamanen-See erwarteten uns am Pier schon jede Menge Motorrad-Taxis (so muss das sein!) und nervten mit Angeboten. Ich hatte mich am Pier mit einem Nuernberger unterhalten, der auf der Insel Freunde treffen wollte und habe mich – mangels besserer Idee – einfach mal dieser Wahl angeschlossen. So bin ich dann also am Ao Yah Beach in den Hornbill-Huts gelandet. Nach einer kurzen Fahrt durch einen Wald von Cashew-Baeumen und Palmen (Reihenfolge auf dem Moped: Grosser Rucksack, Fahrer, Silke mit kleinem Rucksack) oeffente sich das Gruen ploetzlich wie ein Vorhang und praesentierte einen weissen Strand mit jade-farbenen Wasser, dass in kleinen, gischtigen Wellen ans Ufer schlug. Leude, ich sach Euch – Gaensehaut!!!! Die Hornbill-Huts waren eine gute Entscheidung: sehr familiaer und lustig, mit wunderbaren Huetten. Ich hatte (wie es sein muss) die schoenste Huette am Platz: Direkt vorne, mit bestem Blick aufs Meer von meiner eigenen Veranda. Der luftige Bambusbau beherbergte nicht nur ein Kingsize-Bett, sondern auch ein Badezimmer – das sollte man fuer 150 Bath am Tag (ca. 3,20 Euro) aber auch erwarten koennen ;-)Das Wasser, leider etwas zu truebe (vom aufgeschwemmten Sand) zum Schnorcheln, hatte Badewannentemperatur, um mich herum breitete sich Pflanzen- und Tierwelt (Hunde, Katzen, Katzenbabys, Gekos, Voegel, Moskitos etc…) aus – ich war endlich zu Hause! Die naechsten Tage habe ich mich dann nur noch zum Essen, Schwimmen und Schlafen aus meiner Haengematte (super bequemes Modell aus Bangkok) bewegt und war rechtschaffend faul (ok, habe in knapp drei Tagen „Die Saeulen der Erde“, 1151 Seiten, gelesen – gilt das auch?). Am Neumond-Abend hatten die Nuernberger (einer von ihnen fuehrt die Bar am Strand) eine „Burning-Man-Party“ organisiert und aus Holz einen bestimmt 4 Meter hohen Mann gebastelt (mit Kokosnuessen als – nunja – Nuesse). Der wurde dann Abends abgefackelt, waehrend drumherum im Sand rund 30 Leute aus aller Welt sassen und Freude hatten. Ein Finne spielte die Bongos, zwei California-Boys spielten die Gitarre, die Sterne funkelten ueber uns, das Meer rauschte – Herz, was willst Du mehr (ok, da faellt mir natuerlich das ein oder andere ein *g*). Und damit war dieser grandiose Abend noch nicht zu Ende. Bei Neumond gibt es naemlich ein ganz besonderes Phaenomen im Meer: Wenn Du dann nachts schwimmen gehst (was wir natuerlich getan haben), fluoresziert das Plankton (oder was auch immer) und jede Bewegung, die Du unter Wasser machst, hat einen hell leuchtenden Schweif zur Folge. (Vergesst „The Beach“ – in echt ist es Milliardenmal besser!) Zu beschreiben ist das kaum, man muss es einfach einmal erlebt haben. Wir waren alle total beseelt, vor allem die Nuernberger Jungs, die noch stundenlang erzaehlten, das sie mit ihren – aeh – „Pillemaennern“ (O-Ton eines rund 30jaehrigen) Lichter ins Wasser gemalt haben. Da konnte ich natuerlich nicht mithalten – ich fands aber trotzdem wunderschoen. Trotzdem hat mich jetzt wieder die Reiselust gepackt und nun will ich einmal sehen, was das Wasser auf der anderen Seite Thailands macht. Und da ich mich momentan an der fast engsten Stelle des Landes befinde, ist das eben auch kein Problem. Jetzt schwanke ich noch ein wenig, ob ich nach Ko Tao uebersetzen soll (ist aber ziemlich voll + ziemlich teuer, dafuer toll zum schnorcheln), oder einen der Straende in der Umgebung erkunde. Mein Gott, ist Urlaub anstrengend 😉 Ich hoffe, Ihr habt alle die boesen K-Tage gut ueberstanden (ich habe eine Gedenksekunde fuer Euch eingelegt, als ich mit ein paar Leuten vorgestern an einem Traumstrand schnorcheln war) und Ihr waermt mir Deutschland schon mal ein wenig an. Ich habe hier 37 Grad und das gefaellt mir sehr gut, aber leider bleiben mir ja nur noch zehn Tage (boah, nur nicht dran denken).

Apropos: Liebste Reisebuero-Ulrike, muss ich eigentlich bei Emirates auch mein Ticket bestaetigen, ich hatte gelesen, dass das nicht noetig sei, stimmt das?

So, jetzt ueberlege ich noch ein wenig und esse dabei lecker scharf Thai-Food.

Bis die Tage

Silke

Es geht weiter

Sehr verehrte Damen und Herren, wertes Publikum,

ich habe mich jetzt endlich dazu durchgerungen, heute Abend nach Ranong durchzustarten und von dort aus nach Ko Chang ueberzusetzen. Ich bitte um Applaus, ich habe eine Entscheidung getroffen… Der Ort und die Insel liegen an der Grenze zu Myanmar (frueher Birma und auch Burma, sucht Euch was aus) und soll noch schoen ruhig und frei von Pauschaltouristen sein. Ranong hat zudem beruehmte heisse Quellen – als wenn man das in Thailand braucht. Allerdings mit ziemlicher Sicherheit auch frei von Internet-Cafes, so dass dies wahrscheinlich die letzte Mail fuer laengere Zeit sein wird (Dabei gewoehne ich mich gerade an die verkehrt liegenden Schriftzeichen. Eine Verluste habe ich auch schon zu beklagen: Zum einen, wirklich aergerlich, habe ich meine Sonnenbrille, die jetzt irgendwo im World Trade Center herumliegt, verloren und zum anderen diverse Haare an Augenbrauen und unter den Armen. Mein heutiges Schoenheitsprogramm (Wimpern + Augenbrauen faerben, Mani- + Pedikuere, Achsel-Enthaarung und Augenbrauen zupfen) hat mich zusammen ca. 15 Euro gekostet und mich gelehrt, dass man Schmerzen erleiden muss, um Schoenheit zu erlangen. Dies war meine erste (und wahrscheinlich letzte) Heisswachserfahrung – AUA! Aber eigentlich wars schoen. Zeitweise wuselten 4 Thai-Frauen um mich herum und waren nur mit meiner Pflege beschaeftigt – so muss das sein…
Irgendwie ist mein Rucksack bereits jetzt geschrumpft – liegt bestimmt am Wetter. Jedenfalls passen meine Sachen gar nicht mehr alle rein, obwohl ich doch fast gar nichts gekauft habe *wunder*.
Da ich hier einen Laden gefunden habe, der mir Negative auch auf CD brennt, bekommt Ihr anbei ein Bild von mir beim Lemon-Shake trinken auf dem Weekend-Market. Mehr als eins traue ich mich nicht, ich weiss nicht, wie langsam der Rechner hier ist (er laedt sich jedenfalls jetzt schon einen Wolf. Ich
versuche, immer mal einer mehr oder weniger vertrauenswuerdigen Person die Kamera in die Hand zu druecken, damit es auch ab und zu ein Beiweis-Foto gibt, dass ich wirklich hier war 😉
So, irgendwie bin ich heute schreibfaul. Ich hoffe, in Ranong gibt es noch Internet, dann melden ich mich nochmal.

Sawadee kaa

Silke

Eine Frau namens Silke brennt

So, Ihr Lieben daheim,
habe eben meine erste Thaimassage genossen und beim Essen in die erste Chillischote (rot) gebissen – ausversehen, versteht sich. Jetzt brenne ich so vor mich hin und bevor also gleich mein Magen explodiert, schreibe ich Euch lieber noch eben, diesmal (fast) ohne Jetlag und fast allein (die Anzahl meiner Ichs, die neben mir herlaufen, haben sich beinah auf Normalmass reduziert (fuer Dirk: ich weiss, dass bei mass ein sz hingehoert – gibt es hier aber nicht, dafuer haette ich ein paar lustige Thaizeichen zu bieten (koennt ihr aber nicht sehen wegen falscher Sprache und so(soll man eigentlich so viele Klammern setzten (ist doch egal)))).
Ihr merkt, mir geht es gut. Habe mich wunderbar aklimatisiert und fange schon an zu frieren, wenn ich in die Naehe einer Klimaanlage komme. Heute war ich – mit dem oeffentlichen Bus, ganz allein (aber die Thais passen wieder auf mich auf) – auf dem „Weekend-Market“. Das ist ein riesiger Gebrauchsguetermarkt (also irgendwie alles ausser Obst, Gemuese und so) auf zirka 7 Trillionen Quadratmetern – die Abmessung koennt ihr mir glauben, ich habe alles abgelaufen. Leider (zum Glueck fuer mein Buget) waren da so viele tolle Sachen, dass ich bis auf drei Koppelguertel (Stueck ne Mark) und ein paar Bandanas (kleine Tuecher fuer auf den Kopf fuer gegen die Sonne) gar nichts gekauft habe. Schliesslich muss ich meinen Rucksack auch noch ne Weile mit mir rumschleppen. Also werde ich beim naechsten Mal auf alle Faelle sonntags oder montags zurueckfliegen – und dann gnade mir Buddah… Nichts desdo trotz bin ich natuerlich froehlich dabei das Geld unter die Leute zu bringen: Die ein oder andere unter Euch kann sich schon freuen – zwei Mitbringsel habe ich schon. Apropos: Nadine, maile mir bitten nochmal Deine Schuhgroesse (vor allem in dieser daemlichen US-Norm, war das 4 oder so?) Tati: Muschel-Flipflops kann ich Dir wahrscheinlich mitbringen – soll ich die nehmen, die mir passen (was in Thai-Massstaeben XL ist! Bloedes Kleinfussvolk, bloedes). Ansonsten nehme ich gerne noch Bestellungen entgegen (solange sie legal und durchfuerbar sind (also keine Thaimasseusen Christian (jetzt faengt das schon wieder an mit den Klammern (ja!)))

So sehr ich Bangkok auch liebe, es draengt mich jetzt doch sehr nach Sonne, Strand und Schnorcheln gehen. Nur weiss ich leider immer noch nicht so genau, wohin (jaja, die Entschlussfreudigkeit der Waage). Aber ich bin sicher, mir faellt da noch was ein. Also werde ich mir gleich noch eine Haengematte kaufen und dann steht der Reise an den Strand eigentlich nix mehr im Wege (ausser des nicht vorhandenen Ziels – muss dieses Land auch soviele Straende haben?)

Gruesse von dem Abenteuerspielplatz Bangkoks, der Khao San Road…

Silke

Silke hat’s warm

Hallo Ihr Lieben in Kuehlschrank-Deutschland,wir haben jetzt 16.35 Uhr Ortszeit Bangkok und ich kaempfe mit der Tastatur. Im Ausland ist eben alles anders als bei uns – auch die Belegung der Tasten… Aber was erzaehl ich – ICH BIN WIEDER DA!!!!!!! Nach ca. 3000000 Stunden Flug, Emirates ist wirklich klasse, bin ich wieder da, wo ich hingehoere: Mitten in Bangkok zwischen lauter hirnlosen Travelern auf der Khao San Road. Nach der ganzen Zeitverschiebung und dem fehlenden Schlaf (und der Tatsache, dass ich bin) habe ich ungefaehr den IQ von ungekochtem Reis und bekomme mein debiles Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Viel hat sich hier nicht geaendert, selbst die Preise sind fast gleich geblieben. Zwar ist hier und da gebaut worden, aber ansonsten haette ich auch gestern erst dagewesen sein koennen. Immer noch laufen die schwarzgebrannten CDs auf voller Lautstaerke, gammeln die gleichen Traveller in den gleichen Videokneipen (ok, dafuer laufen aber neue Filme *g*) und sind die Buergersteige bis auf den letzten Millimeter vollgestellt mit Klamotten-, Schmuck-, und anderen Staenden. Der Papaya-Shake kostet immer noch 20 Bath, das Internet 1 Bath die Minute und es gibt immer noch fuerchterlich viele Inder, die mich unbedingt neu einkeiden wollen „very cheap, very good“.

Nachdem ich doch recht malade in Duesseldorf die Reise angetreten habe, bin ich schon jetzt dabei, mich zu regenieren. Wenn mich nicht der Jetlag uebermannt, werden ich mich gleich dann noch dem Shopping-Rausch hingeben. So, ich merke, ich schreibe im Wahn und nur Unsinn. Ich melde mich wieder, wenn ich richtig angekommen + ausgeschlafen bin.

Tschuuuueeeeesssssss

Silke (hat’s warm)