Aqua faba rulez!

Ich habe vor einiger Zeit von den eiweißähnlichen Fähigkeiten von Kirchererbsenwasser gehört (gilted wohl auch für Bohnenwasser). Das etwas schleimige Zeugs, das ich bisher immer achtlos in den Ausguss gegossen habe, wenn ich eine Dose Kichererbsen geöffnet habe, ist nämlich in Wahrheit ein echt cooler – und veganer – Ersatz für alles mögliche! Googlet mal Aqua Faba, unter diesem Begriff hat sich die Flüssigkeit inzwischen einen Namen gemacht. Gebt ein wenig Weinsteinbackpulver hinzu (geht glaube ich auch ohne, steht aber in den meisten Rezepten drin), haltet euren Küchenmixer rein und quirlt los, ganz wie beim Eischnee machen. Und wirklich: innerhalb kürzester Zeit habt ihr eine Masse, die (jedenfalls bei mir) nicht ganz so fest wie Eischnee ist, aber auf jedenfalls fast.
Vor einiger Zeit habe ich noch etwas Zucker und flüssige Schokolade untergehoben, dass ganze in den Kühlschrank gestellt und hatte eine sauleckere Mousse au Chocolat! Testesser, denen ich nicht verraten hatte, woraus die Mousse bestand, waren begeistert, auch nachdem ich das Geheimnis gelüftet hatte.
Seitdem gieße ich die Flüssigkeit immer in einen extra Behälter, um sie weiterzuverwenden. Angeblich kann man sie auch einfrieren, das habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Heute habe ich dann, weil das Kichererbsenwasser schon ein paar Tage im Kühlschrank stand, kurzerhand Kokosmakronen gebacken (die Kokosflocken waren nämlich auch schon was älter). Ein wirkliches Rezept habe ich nicht, ich habe einfach das Aqua Faba mit Weinstein aufgeschlagen, habe ganz viel Puderzucker reingegeben, bis es ordentlich süß geschmeckt hat, noch etwas Johannisbrotkernmehl (hatte ich irgendwo gelesen) und dann ein Paket Kokosflocken untergehoben. Das Ganze habe ich dann mit zwei Teelöffeln auf Backoblaten auf Backpackpapier gepackt und bei 180 Grad Umluft ungefähr 45 Minuten gebacken.
Und was soll ich sagen: LECKER!!!!

Ich war auch mal Märchentante …

Der Drache Waldemar beim Versteckspielen.

Da habe ich doch gerade in den Untiefen meiner alten Festplatte das Märchen gefunden, dass ich vor 10 Jahren für Lena geschrieben habe. Über Prinzessin Lena, die allen Lebewesen ins Herz gucken konnte und dem Drachen Waldemar, der ihr Freund wurde. Ich hab sogar dafür gezeichnet – auch wenn das nicht wirklich meine Kernkompetenz ist (was auch die Frage beantwortet, ob das Bild im Beitrag von Lena ist: Nein.). Aber das Märchen finde ich immer noch hübsch.  Ich hab hier mal den Anfang des Märchens reinkopiert. Das Bild zeigt übrigens Waldemar beim Versteckenspielen …

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Held des Tages …

… ach was, des Jahres! Das ist definitiv der beste aller Marcs, der mir gerade alle meine alten Blogartikel in meinen neuen Blog gewuppt hat. Und glaubt mir, das war gar nicht so einfach! Ich freu mich wie Bolle, dass ich jetzt wieder in alten Erinnerungen kramen kann, von denen ich dachte, sie seien längst im digitalen Orbit verschollen. Zwar fehlen die ein oder anderen Bilder (die meisten sollte ich aber noch auf dem Rechner haben, vielleicht lade ich die noch hoch), aber auch die alten Kommentare sind wieder da, das finde ich wirklich fein. Wer mag, kann jetzt also hemmungslos in meinen alten Reiseberichten und Gedanken kramen!

Und ich werde mich jetzt erstmal wieder ins WordPress einlesen, da hat sich ja doch das ein oder andere getan. Aber im Backend fühle ich mich immer noch sehr Zuhause …

Sky – zum Himmel schreiender Dilettantismus …

Mit groß angelegten Werbeaktionen für Sky Ticket versucht der Pay-TV-Sender die Serienjunkies von Netflix & Co abzuwerben.  Doch die Aktion scheint einigermaßen nach hinten loszugehen. Zum einen, weil das Portal im Vergleich zu Netflix, Amazon Prime und den anderen sehr userunfreundlich aufgebaut ist, zum anderen, weil es gerade offenbar massive Abrechnungsprobleme gibt. Zahlreiche User beschweren sich auf Facebook und Twitter darüber, dass Ihnen der Beitrag für September (9,99 Euro) abgebucht worden, obwohl das Ticket frühzeitig gekündigt wurde. Und ja: auch ich gehöre dazu … Mal sehen, wie schnell ich mein Geld zurück bekomme.
Einen ausführlicheren Vergleich von Sky Ticket, Netflix und Amazon Prime schreibe ich demnächst (wenn ich den Blog hier endlich in den Griff bekommen habe …)

 

UPDATE: Sky Ticket hat sich auf seiner FB-Seite zu der Panne geäußert: „Hallo Silke, tut mir leid, wir hatten leider ein technisches Problem. Deshalb wurden einigen Kunden noch Geld abgebucht, obwohl sie bereits gekündigt hatten. Das Geld erstatten wir selbstverständlich zurück. Alle weiteren Infos findest du hier: http://bit.ly/2gBwpLA ~Rebecca“

Friederike Kempner zum Frühling

Gerade gefunden, schlappgelacht und hier für Euch, von der unbeschreiblichen Friederike Kempner (1836-1904):

 

„Also doch…?

 

Wenn der holde Frühling lenzt,

wenn man sich mit Veilchen kränzt,

wenn man sich mit frohem Muth

Schnittlauch in das Rührei thut,

kreisen durch des Menschen Säfte

neue, ungeahnte Kräfte.

Jegliche Verstopfung weicht,

alle Herzen werden leicht

und das meine fragt sich still,

„ob mich dies’ Jahr einer will?“

 

Die gute Damen ist wegen ihrer unfreiwilligen Komik zu zweifelhaftem Ruhm gekommen und gilt als „Das Genie der unfreiwilligen Komik“. Ich fühle mich der Dame sehr verbunden. 😉

(von meinem alten Facebook-Account mal rüberkopiert und zeitlich einsortiert, damit die Lücke nicht so groß ist 😉 )

Kuttner kommt – und ihr hoffentlich auch!

Ich möchte hier jetzt endlich einmal die Lanze für Jürgen Kuttner brechen! Der Mann tritt schon seit längerem in unregelmäßigen Abständen im Ringlokschuppen in Mülheim mit seinen „Videoschnipsel-Vorträgen“ auf und hat meiner Meinung nach bisher viel zu wenig Resonanz bekommen. In seiner Heimatstadt Berlin hat er mit diesem Programm aus moderierten TV-Ausschnitten (so will ich es jetzt einmal vereinfachen) bereits seit langem Kult-Status und füllt dort sogar die Volksbühne (war es die Volksbühne? Ich glaube schon….). Das Konzept ist eigentlich denkbar einfach: Kuttner erklärt erst in epischer Breite, was er gleich zeigen wird, weswegen er es zeigt und was das Besondere an dem jeweiligen Ausschnitt ist. Dabei schweift er ab, philosophiert, frotzelt – und das so genial, dass das Filmchen fast zur Nebensache gerät.
Die Ausschnitte sind natürlich bei jedem Auftritt andere – bis auf den letzten Schnipsel, der immer der selbe ist und auch immer zum Thema des Abends passt.

Also: Am Freitag, 18. Januar, ist Kuttner wieder im Schuppen (www.ringlokschuppen.de) und ich hoffe, ihr werdet alle zahlreich erscheinen!!!!

Und wer schon einmal ein Appetitthäppchen möchte:

 

Update:
Ich hab in meinem Archiv gerade noch einen Artikel gefunden, den ich 2007 für die WAZ über Kuttners Videoschnippselvorträge geschrieben habe. Hier ist er für euch:

Ein Brühwürfel-Abend ohne fliegende BHs

Jürgen Kuttner macht aus Mülheimern Weltverbesserer

„Sieben oder acht Vorschläge die Welt zu verbessern“ hatte Jürgen Kuttner im Gepäck, als er am Freitag im Ringlokschuppen zum inzwischen siebten Mal einen seiner legendären „Videoschnipsel-Vorträge“ veranstaltete. In seiner Heimatstadt Berlin ist Kuttner mit dieser Mischung aus bissiger Medienkritik, fröhlicher Anarchie und ironisch-intelligenter Besserwisserei bereits Kultstatus erlangt – jeden Monat füllt er dort die Volksbühne. In Mülheim fand sein Vortrag zwar auch vor fast ausverkauftem Haus statt – allerdings gab es auch nur knapp 100 Plätze. Wie immer bei Kuttner werden die Zuschauer erst einmal mit einer Endlosschleife gequält. Erst dann erscheint Kuttner, klein und quirlig, am Mikrofon und erklärt den Sinn dieser Schleife. Sie würde den Abend quasi schon enthalten, „so brühwürfelmäßig“. Und er verspricht, dass jetzt alle Ebenen der Weltverbesserungsmöglichkeiten abgearbeitet würden. „Gestern war ich im Ringlokschuppen, heute bin ich Weltverbesserer geworden“, sollen die Zuschauer sagen können, das sei seine Intention. Die acht kurzen Ausschnitte erklärt er dem Publikum zuerst, bevor er sie zeigt. Und er erklärt sie ausführlich, mit einem scharfen Blick für Details und Zusammenhänge, sinniert über die zweite Kommastelle bei den Prozentangaben der DDR-Wahlen, freut sich an der Methode  „Aus Scheiße Trillerpfeifen machen“, erinnert  an den Kabarettisten Wolfgang Neuss, der sagte

„Heute mache ich mir mal kein Abendbrot, heute mache ich mir mal Gedanken“ und philosophiert über die Tatsache, dass die Zukunft, über die in der Vergangenheit diskutiert wurde, in der Gegenwart schon wieder Vergangenheit ist (bevor er einen Ausschnitt zeigte, in dem Jugendliche Anfang der 70er Jahre über die Welt im Jahr 2000 diskutieren).

Krönender Abschluss war der letzte Videoschnipsel, der bei jeder Kuttner-Veranstaltung immer derselbe ist: Der Wahlkampf-Song der Grünen „Sonne statt Reagan“ mit Joseph Beuys am Mikrofon. Da viele Zuschauer zum ersten Mal da waren, gab es die die volle detailreiche Erklärung. Zum Glück – denn der eigentliche Spaß sind die ausschweifenden Erklärungen Jürgen Kuttners.  Dieser erklärte nach dem langanhaltenden Applaus, er „habe den Beifall zur Kenntnis genommen“ und es sei ja auch ein „okayer Abend“ gewesen, aber ein wenig enttäuscht sei er ja schon, dass nicht ein einziger BH auf die Bühne geflogen sei. Am 11. Mai gibt es die Chance, diese Scharte auszuwetzen, denn dann erklärt Kuttner im Ringlokschuppen wieder die Welt, diesmal unter dem Motto „Das Glück ist ein warmes Gewehr“.