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Samstag Dezember 16, 2017
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Rock in den Ruinen: Treffen der Generationen

Im Jahr 2011 war Rock in den Ruinen zum ersten Mal auf dem Gelände des alten Stahlwerks in Hörde, dem Landschaftskeil Süd Phoenix West zu Gast. Das Festival der eher härteren Klänge wurde mit den Jahren einfach zu groß für das alte Syburg-Gelände. Wolf aus Schweden, Clawfinger und New Model Army waren die drei letzten Bands des Abends und die Stimmung war bestens. Als Wolf die Bühne betreten ist es zwar noch hell, das stört aber ganz offensichtlich keinen der knapp 10.000 Metal-Fans, die sich vor der Bühne eingefunden haben, die direkt vor dem alten, verwitterten Hochofen aufgebaut ist – und die Jungs auf der Bühne schon ´mal gar nicht! Die Schweden bringen die Masse vom ersten Lied an in Wallung und überzeugen mit harten, klaren Klängen, die aber eben auch noch das notwendige Maß an Melodie erkennen lassen, um nicht nur stumpfes Geschrei zu sein. Viel Interaktion mit dem Publikum, nette Geschichten zwischendurch – und richtig gute Musik. Das einer der Jungs an geeigneter Stelle ein BVB-Trikot unter seinem T-Shirt offenbart, ist der Stimmung auch nicht gerade abträglich. Ohne Zugabe kommen die Gäste aus dem Hohen Norden nicht weg. Als es schließlich doch so weit ist, geht es keineswegs zurück in die ferne Heimat, sondern in eine Kneipe in der Innenstadt, wo sich die Metaller als nette, höfliche, ansprechbare und gesellige Jungs präsentieren. Die Trauer über das Ende der Wölfe auf der Bühne ist nur kurz. Clawfinger-Frontmann Zak Tell rast wie ein Derwisch von links nach rechts, klettert fünf, sechs Meter in die Aufbauten, um dort zu singen, wirft sich in bester Stagediving-Manier in die Menge und lässt so keine Frage offen, warum er kein Gramm Fett am Körper zu haben scheint. Die Jungs lassen keinen Klassiker aus, Tausende singen mit und auch Clawfinger werden nicht gehen gelassen, ohne ein paar Stücke drauf gelegt zu haben. Headliner New Model Army, den es schon gab, als die meisten der Besucher dieses Festivals noch nicht auf der Welt waren (Bandgründung im Jahr ´80), hat es im Anschluss nicht leicht, an die Energieleistungen ihrer Vorgänger anzuknüpfen. Vielleicht spielen sie deshalb den Einen ihrer beiden Hits, 51st State direkt als zweiten Song. Der Rest ist warten auf Vagabonds, das kurz vor Schluss dann auch kommt. Allein für Wolf und Clawfinger hat sich Rock in den Ruinen gelohnt. Im nächsten Jahr wird es eine Neuauflage des Festivals geben, dass von ehrenamtlichen Helfern der Hörder Jusos und des SPD-Stadtbezirks Hörde organisiert wird. Vormerken! Foto: Wolf (Alexander Waldhelm)
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