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Samstag April 21, 2018
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The Cabin in the Woods

 

Seit 2009 schlummert "The Cabin in the Woods" schon in den Schneideräumen, eigentlich ein Zeichen für echte Zelluloid-Verschwendung. Nun kommt der abgefahrene Streifen von Drew Goddard (Lost)  in die deutschen Kinos und schafft etwas, was nicht viele Filme von sich behaupten können: nach dem Abspann sitzt der Kinogänger recht fassungslos mit einem "Was zum Teufel war denn das?" auf den Lippen in seinem Sitz, den er 95 Minuten lang vor Gruselaction festgeklammert, vor Lachen zum Beben gebracht und vor Überraschung wippen gelassen hat. Da man nicht zu viel verraten sollte, nur das zur Handlung: In bester Teenie-Horror-Manier wollen fünf Jugendliche in einer einsamen Hütte Urlaub machen. Natürlich geschieht alles, was man schon in unzähligen Schockern gesehen hat, doch "The Cabin in the Wood" macht das Klischee zur Überraschungswaffe. Die jungen Leute werden nämlich in einem Anflug von "Truman-Showismus" von Wissenschaftlern in einer Schaltzentrale kontrolliert, manipuliert und schließlich in die Arme von allerlei Horrorfilm-Archetypen getrieben. Mehr wird hier nicht verraten. Der Film ist von vorne bis hinten durchdacht und nie beliebig, ein wilder Genremix, der nicht einmal vor griechischer Pseudo-Mythologie Halt macht, was die eineinhalb Stunden im Kino für Fans etwas anderer Kost zum wahren Vergnügen reifen lässt. Dass "The Cabin in the Woods" von vornherein mit offenen Karten spielt, in dem man sofort um die Manipulation der Darsteller weiß, macht ihn nur umso unvorhersehbarer. Lange hat uns kein Gruselfetzen mehr so begeistert. Am Ende hätte man die ein oder andere Minuten weglassen können, doch man kann es dem Regisseur verzeihen, dass er so einen Mordsspaß nicht zu stark beschneiden wollte. "The Cabin in the Woods" wird ein Kultfilm werden und ich sehe schon die Klone vom Himmel fallen. Hoffentlich bleiben aber die schlechten davon im Giftschrank versteckt, der (zu Unrecht) einst auch „The Cabin in the Woods" beherbergte.

 

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