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Donnerstag April 26, 2018
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Kindsköpfe (Grown Ups)

Männer sind anders. Wer hätte das gedacht. Ohne Sinn für Romantik und Melancholie, ohne Fotoalbum, Tagebuch und Briefesammlung schaffen sie es doch spielerisch, die Uhr des Lebens spontan um ein paar Jahrzehnte zurück zu drehen, um einfach mal wieder der unbekümmerte Junge von Damals zu sein. US-Faxenmacher Adam Richard Sandler (Lenny Feder), mit 44 gerad im besten MC-Alter (Mittlebenskrise), scheint genau darauf Böcke gehabt zu haben und rief gleich mal ein paar Freunde an: Kevin James (Eric Lamonsoff), Chris Rock (Kurt McKenzie), David Spade (Marcus Higgins) und Rob Schneider (Rob Hillard) nämlich. Die fünf "Kindsköpfe" machten sich ein paar alberne Tage am See, so richtig mit Furzen, Steineflitschen und Stockbrot überm Lagerfeuer. Und - wen wird es überraschen - Sandler Produktion Happy Madison und Filmverleih Columbia Pictures präsentieren in diesem Sommer quasi ein "Best of". Leider bereitet der Spaß von Regisseur Dennis Dugan dem Zuschauer nicht so viel Vergnügen, wie wenigstens den Protagonisten. Die spielen im Film fünf unterschiedliche Klischee-Charaktere (Stoff für mehr, aber leider zu oberflächlich), welche die gemeinsame Vergangenheit eint: Die einzige Basketball-Meisterschaft unter Coach Buzzer (Blake Clark). Dessen Versterben führt die alten Sportskameraden wieder zusammen. Nach der Trauerfeier verbleibt der Trupp samt Familienclan - inklusive der attraktiven Salma Hayek Pinault (Roxanne Chase-Feder) - in einem Ferienhäuschen am See. Und dort zeigen sie nicht nur ihren Kindern, wie schön die Zeit ohne Handy und Spielekonsole war, sondern graben auch ihre eigenen Wurzeln und echte Werte aus. Das geht leider nicht ohne eine große Portion Kitsch und noch mehr pubertäres Gebärden. Wären der ein oder andere NEUE Witz oder mehr amüsante Situationskomik dabei rumgekommen, ich könnte das klapprige Reunion-Story-Gerüst verzeihen. So bleibt leider nur ein wahres Urteil: Flach. Ganz flach. Jedenfalls, wenn das Prädikat "lustig" statt etwa "rührselig" dran klebt. Denn Humor zu beruhigen, impliziert nicht automatisch, auch Tiefe zu schaffen. Bitte also zukünftig keine Fließband-Produktionen mehr, Happy Sandler. Auch, wenn Streifen mit guten Freunden, wenig Schauplätzen und noch weniger filmerischen Mitteln, dafür aber publikumsziehenden Namen, die Kasse gewiss trotzdem klingeln lassen. 560.000 Besucher am Startwochenende sprechen eine eindeutige Sprache.
Komödie, USA 2010, 102 Minuten


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