rrrlogo

 

Oldschool journalism with modern attitude - since 2005

Montag November 20, 2017
Home  //  REPORTS  //  INTERVIEWS  //  "Metal hat Power und ist geil" Interview mit Kosta Zafiriou (PC69)

"Metal hat Power und ist geil" Interview mit Kosta Zafiriou (PC69)

Wir sprachen mit Pink Cream 69-Schlagzeuger Kosta Zafiriou über die neue CD (HIER gibt es die Kritik), Metal im Aufwind und ungewöhnliche Tourerlebnisse.

RNR-Reporter: Mit eurer neuen CD beweist Ihr auch nach 20 Jahren, dass PC69 immer  noch ein gewichtiges Wörtchen im deutschen Metal mitreden können. Wer 20 Jahre dabei und on the road ist hat eine Menge gesehen. Wie hat sich die Hardrockszene in Deutschland verändert im Laufe der Zeit?

kostaKosta Zafiriou (Foto): "Als wir angefangen haben, war Hardrock eine absolute Mainstream Musikrichtung. Jede große Plattenfirma hat die nächsten Scorpions oder Bon Jovis gesucht, die Hallen bei den etablierten Acts waren voll und die Musikindustrie hat enorme Umsätze erzielt. Heute leidet die gesamte Industrie an illegalen Downloads und Kopien der Musik, zusätzlich ist unsere Musikrichtung zum Underground mutiert und findet nur im kleinen Rahmen in einer geschlossenen Szene  statt. Wobei man allerdings Metal und Hardrock trennen muss. Metal war damals, als wir angefangen haben, nicht so groß wie Hardrock, hat sich aber relativ gut halten können und steht heute deutlich besser da als der Hardrock."

Besonders gut gefällt mir die leicht veränderte und gitarrenlastigere Ausrichtung Eurer neuen CD. Kam das eher zufällig durch den Neuzugang Uwe Reitenauer zustande oder habt Ihr schon länger geplant weniger Keys und mehr Gitarren zu verwenden?

"Nein, konkret geplant war es nicht in der Form, da wir immer für den Song arbeiten und im Vorfeld keinen Generalplan beschließen. Mit Sicherheit jedoch hatte jeder unsere veränderte Konstellation im Hinterkopf als wir am Album gearbeitet haben, so dass vieles automatisch auf zweite Gitarre ausgelegt wurde, was in der Vergangenheit den Einsatz von Keyboards erfordert hätte."
 
 
Ihr seid jetzt bei Frontier Records, einem anerkannten Melodic-Rock-Label. Wie unterscheidet sich die Arbeit mit dem Label von früheren Engagements?

"Die Jungs bei Frontiers sind wirklich ambitioniert was die Musik angeht: Man merkt, dass es Fans dieses Musikstils und der Band sind, dass sie wissen wovon sie reden und dass sie Bock haben dafür zu arbeiten. Wir fühlen uns deutlich weniger als Produkt im direkten Vergleich mit der Arbeitsweise anderer Labels. Parallel dazu haben wir uns einen Vorteil davon erhofft, dass sie eine gesunde Infrastruktur, Vertriebs und Promotionnetz speziell  auf Hardrock gemünzt aufgebaut haben, da ja fast alle anderen Labels Metal-lastiger sind."  

Was haltet Ihr vom neuen Metalboom, bei dem Bands wie Trivium oder Bullet for my Valentine dem Genre eine Auffrischung und viele junge Fans zugefügt haben? Warum ist der Metal einfach nicht totzukriegen?

"Finde ich sehr gut, den weltweiten Impuls hatte ich allerdings schon vor etwa fünf bis sieben Jahren von Bands wie Edguy erwartet, leider ist er ausgeblieben.  Dass es jetzt von den oben genannten Bands ausgeht ist auch völlig okay,  wobei mir persönlich Bullet for my Valentine besser gefallen.  Metal ist ein Extrem in der Musiklandschaft und wird dadurch, dass er sich eklatant von anderen Musikstilen unterscheidet immer seine Fans und dadurch eine Daseinsberechtigung haben. Oder, um es weniger analytisch auszudrücken: Weil er power hat und geil ist!"
 
 
Ihr habt viel getourt in den letzten 20 Jahren. Was war das kurioseste oder beängstigendeste, was Ihr je während eines Gigs erlebt haben. Oder,  was war die seltsamstes Location?

"Während eines Gigs wird einem oft mulmig, wenn man sich die Verkabelung an der Decke anschaut, da kommt einem schon ab und zu Great White (Brandkatastrophe in einem US-Club - die red) in den Sinn...die vielen Reisen sind natürlich auch nicht ungefährlich, gehören aber dazu. Ich fliege sehr gerne weil es schnell geht und auch sicher ist.  Wenn du aber nachts im Winter bei minus 20 Grad  aus der Koje des Nightliners schaust und dich auf einer beschissenen Serpentinenstraße in den  Karpaten oder in Finnland bewegst, wird es dir schon manchmal anders und du wünscht dir nur, morgen gesund aufzuwachen...  Das skurrilste Venue war für mich das Limelight in New York: Eine Kirche, in der Rockkonzerte stattfinden ist schon etwas bizarr, wie ich finde..." 

Wo siehst du Pink Cream 60 in zehn Jahren?

"Als wir angefangen haben, hätte ich niemals gedacht, dass wir 20 Jahre 
machen  würden. Jetzt, im weisen Alter sozusagen :) sage ich: Wenn wir weiterhin Bock drauf haben, gemeinsam Musik zu machen und uns weiterhin persönlich gut verstehen, sehe ich Pink Cream 69 in zehn Jahren dort, wo sie hingehören: Auf der Bühne!"
 
Wenn du ein Charakter der Simpsons wärest, wer wärst du? Und warum?

 
"Schwer zu sagen, ich schaue die Simpsons eigentlich fast nie. Ich habe aber  vor Jahren eine Sendung gesehen, in der Homer für March, seine Frau, zum  Geburtstag eine Bowlingkugel mit "Homer Simpson" Gravur gekauft hat und ihr mit den Worten übergeben hat: Wenn du sie nicht möchtest, ich würde sie  schon nehmen....fand ich ziemlich cool!"

Das ist Kosta Zafiriou:


pc69band

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder gut in Form: Pink Cream 69.

Share on Facebook

Konzert-Tipps

Translate