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Montag November 20, 2017
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"Ich war sprachlos" - Interview mit Frank Turner

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Frank Turner ist ein umtriebiger Typ. Heute London, morgen Texas, dazwischen ein eigenes Festival in Camden. Eine Best of-CD kommt in Kürze raus, ein neuer Song ist bereits veröffentlicht. Trotzdem hat der 35-Jährige sich die Zeit genommen, mit dem ROCKNROLL REPORTER zu quatschen.

 

Frank, lass uns zuerst über Tattoos sprechen: Ich habe in letzter Zeit viele Frank Turner-Fan-Tattoos gesehen. Einige gut, einige wirklich schlecht. Wie fühlst du dich dabei, wenn jemand deine Worte auf der Haut trägt?

 

Frank Turner: Als das anfing, war ich ziemlich sprachlos und fand es etwas unbehaglich. Nach einer Weile überlegte ich es mir und dachte, dass ich selbst eine Menge Band- / Musik-Tinte trage, daher kann ich den Impuls sicher verstehen. Ich sehe mich nicht in der gleichen Liga wie die Leute, die ich auf meine Haut geritzt habe. Ich denke, es ist einfach ein wundervolles Kompliment.


Bereust du irgendwelche deiner Tätowierungen? Wenn ja, welche?


Nein. Ich denke, dass das das Bereuen von Tattoos Zeitverschwendung ist, es an der Idee vorbeigeht. Sie (Tattoos) markieren eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort im Leben.


Und welches Tattoo ist dein Favorit und warum?


Es ist schwer, nur das eine auszuwählen. Wenn ich mich für eines entscheiden müsste, wäre es wahrscheinlich die 13, die ich an meinem Finger habe. Das wurde am Freitag, 13. April 2012 von meinem guten Freund Matt Hunt gemacht, nachdem ich in der Wembley Arena gespielt hatte. Es ist eine traditionelle Tätowierung. Dazu hat es eine Kerbe in der Tinte von einer Mongol Horde-Bühnenverletzung, was eigentlich eigentlich ziemlich cool ist.


Das viertägige Lost Evenings-Festival in London war in diesem Jahr ein voller Erfolg und wird 2018 wieder aufgelegt. Kannst du uns etwas über die Idee erzählen, die hinter dem Festival steckt?


Ich wollte mein eigenes Festival haben, aber auch nichts kopieren - so etwas wie die "Beautiful Days" oder die Flogging Molly-Kreuzfahrt beispielsweise. Das Roundhouse in Camden ist ein wunderschöner, historischer Veranstaltungsort, und alles ist am Ende besser geworden, als man es erwarten konnte. Also machen wir es wieder! Offensichtlich wird auf eine Art dabei das gefeiert, was ich halt so tue, aber ich möchte auch, dass man es als einen Weg sieht, viele großartige Bands auf die Bühne zu bringen. Dazu gibt es viele Panels und Diskussionsbeiträge, was sehr wichtig ist.


Du veröffentlichst in Kürze eine Best of-CD mit überarbeiteten Songs und einem ganz neuen Track. Wann können wir eine "normale" neue CD erwarten?


Wenn sie fertig ist. Im Frühjahr hoffentlich. Ich bin nächste Woche wieder im Studio in Texas, um die Aufnahmen zu beenden.


Wirkt sich der Zustand der Welt mit Gestalten wie Trump auf deine Songtexte aus?


Der Zustand der Welt hat mich als Songwriter bei dem neuen Material definitiv in einer Art beeinflusst, wie es länger nicht der Fall gewesen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob es so direkt wirkt, als schriebe ich über bestimmte politische Ereignisse und Probleme, aber die Platte ist dieses Mal deutlich mehr nach außen gerichtet. Das ist eine hübsche Veränderung. Du wirst sehen, was ich meine, wenn sie herauskommt.

 

Zum Abschluss: Was war deine bisherige Lieblingsplatte in diesem Jahr?

 

"Normal" von Homeless Gospel Choir.

 

Frank, wir danken für das Gespräch.

 

 

Zur Person:

 

Frank Turner wurde  am 28. Dezember 1981 in Muharraq, Bahrain, geboren, ist in Winchester, England, aufgewachsen. 2001 stieß er als Sänger zur Punkband Million Dead, mit der er zwei Studioalben und mehrere Singles/EPs veröffentlichte. Seit dem Ende der Band im Jahr 2005 ist Turner solo als Singer-Songwriter unterwegs. Am 27. Juli 2012 trat er mit seiner Band bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 im Olympiastadion London vor 80.000 Zuschauern und einem weltweiten TV-Publikum auf. Ein Nebenprojekt von Frank Turner nennt sich "Möngöl Hörde" - eine Hardcore-Punk-Band bestehend aus Matt Nasir (Gitarre) und Ben Dawson (Schlagzeug). Seit dem Erscheinen des gleichnamigen Studioalbums 2014 tritt die Formation hin und wieder live auf.

 

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