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Montag November 20, 2017
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"Genesis brauchten mich." Interview mit Ray Wilson



[[Ray Wilson]] wurde bekannt als Sänger der Gruppe "Stiltskin", die mit "Inside" einen Riesenhit aufweisen konnten, der in erster Linie durch seine Partizipation in einem Levis-Werbespot zu Weltruhm kam. Nach einem kurzen Gastspiel als Genesis-Sänger konzentrierte sich Wilson auf seine Solokarriere, die er mehr oder minder unplugged bestritt. Nun hat er "Stiltskin" reanimiert und mit "She" eine neue CD am Start. Wir baten den sympathischen Sänger zum Interview.

Hi, Ray. Ist es wahr, dass du das Angebot von "[[Stiltskin]]" vor Jahren angenommen hast, weil du finanzielle Prrobleme hattest, die noch aus der Zeit von
"Guaranteed Pure", deiner ersten Band aus Edinburgh, stammten?
Erzähl uns ein wenig von eurer Anfangszeit!

"Ja. Ich kam 1994 zu Stiltskin, als ich auf eine Anzeige im Melody Maker antwortete. Peter Lawlor, der Gitarrist, sucht nach einem Sänger. Als wir uns trafen sang ich ein paar Tracks mit ihm ein und begann dann direkt an dem Album zu arbeiten. Irgendwann haben wir aber bemerkt, dass wir nicht besonders gut miteinander klarkamen und deshalb gingen beschlossen wir aufzuhören und getrennte Wege zu gehen."

Jetzt bist du zurück mit dem Bandnamen "Stiltskin", aber du bist der einzige, der vom Original-Line-up übrig geblieben ist. Was ist mit den anderen geschehen und warum hast du dich entschlossen "Stiltskin" zu reanimieren?

"Die originale Band hatte zwei Bassisten und zwei Drummer und war wirklich eher ein Projekt von mir und Peter Lawlor. Ich beschloss ein neues Album zu machen, als ich mit den musikalischen Ideen des Produzenten Peter Hoff konfrontiert wurde. Er arbeitete mit dem Gitarristen Uwe Metzler auf einigen Playbacks und als ich die Bänder gehört habe, war ich wie weggeblasen vom Sound und den tollen Ideen. Das war der Moment, in dem ich entschied, die neue Stiltskin-CD zu machen. Ich fand, dass es wichtig war, dem Projekt einen Namen zu geben, den die Leute erkennen und mit dem sie Rockmusik verbinden, nicht den Akkustiksound meiner Solokarriere. Ich lud übrigens auch Irvin Duguid ein, der die Hammondorgel und die Keyboards auf der amerikanischen Edition der ersten CD gespielt hat. Er war damals auch in der Tourband."

Ihr seid damals sehr schnell durch die Levis-Werbung bekannt geworden, die euren Song "Inside" verwendet hat. Wie kam dieser Kontakt zustand?

"Levis sprach Peter Lawlor an, ob er Ideen für ihre Werbung hätte. Peter hat damals schon jahrelang für die Werbebranche geschrieben. Er präsentierte ihnen 'Inside' und sie liebten es. Es war das erste Mal, dass sie einen neuen Originalsong benutzten, anstatt alter Klassiker."

Was können wir nun von dem neuen "Stiltskin"-Album erwarten? Gibt es einen stilistischen Unterschied, der aus deinen vielen Akkustik-Gigs resultiert?

"Es ist einfach eine tolle Rock-Scheibe mit fetten Gitarrenriffs und vielen Melodien. Ich bin ein großer Fan der 70er-Jahre-Rockmusik und dieses Album fühlt sich sehr retro an. Der Hauptunterschied zwischen diesem Album und meinen Solowerken ist, dass ich gar nicht so viel Musik schreiben musste. Texte und Melodien - das war's! Uwe und Scott Spence schleppten mit Peter Hoff die gesamte Musik an, was den großen Unterschied zu meinen Solo-CDs ausmacht. In meinen Augen ist das die beste CD, die ich jemals gemacht habe."

Du wirst auch wieder durch Europa touren. Gibt es da Länder, in denen du lieber bist bist, als in anderen? Bekommst du eigentlich etwas mit von den Städten, in denen du gerade bist?

"Jedes Land ist anders. Ich habe oft in Deutschland gespielt und habe eine enge Beziehung zum deutschen Publikum. Sie lieben einfach ihre Musik. Auch Italien ist sehr leidenschaftlich, genauso wie die südamerikanischen Länder. Ich bin glücklich, egal, wo ich gerade auf Tour bin. Das ist einfach mein Leben!"

Ray, viele Leute denken, dass das von dir eingesungene [[Genesis]]-Album "Calling all stations" eines der besten Genesis-Alben seit langer Zeit war. Hast du dich eigentlich wie ein echtes Bandmitglied gefühlt oder warst du da eher ein Angestellter?

"Ich fühlte mich wie ein richtiges Bandmitglied, ja. Wenn du ein Sänger in einer Band bist, kontrollierst du die Band auf eine bestimmte Weise und es geht kein Weg an dir vorbei. Klar, sie hatten aus geschäftlicher Sicht die Kontrolle, aber, wenn wir raus auf die Bühne gingen, brauchten sie mich, um die Sache richtig hinzubekommen. Sie wussten das und es war ein Vegrnügen mit Mike (Rutherford - red) und Tony (Banks - red) zu arbeiten."

Stehst du denn noch in Verbindung mit Ihnen?

"Nicht wirklich. Von Zeit zu Zeit sehe ich sie mal, aber das ist schon alles."

Wir danken für das Gespräch!

Zur CD-Kritik von SHE geht es HIER

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