rrrlogo

 

Oldschool journalism with modern attitude - since 2005

Montag November 20, 2017
Home  //  REPORTS  //  INTERVIEWS  //  "Helsinki wird unterschätzt": Samu Haber im Interview

"Helsinki wird unterschätzt": Samu Haber im Interview

sunrise

 

Samu Haber (2.v.r.) und seine Band Sunrise Avenue.

Press photos Unholy Ground: Photos by Olaf Heine

 

Finnland ist Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Im Interview gewährt Sunrise Avenue-Sänger Samu Haber Einblicke über seine Lesegewohnheiten.

 

Welche Bedeutung hat die finnische Literatur für dich? Nimmt die finnische Literatur Einfluss auf deine Arbeit als Songwriter?

Samu: Natürlich bin ich mit finnischer Literatur aufgewachsen, aber heute lese ich mehr internationale Literatur, Biografien zum Beispiel. Meine Songs schreibe ich in Englisch und manchmal finde ich eher Zugang zur Story, wenn das Buch international ist.

 

Ist Lesen wichtig für dich und hast du überhaupt noch die Zeit dafür? Welches literarische Genre magst du am meisten?

Samu: Eigentlich habe ich viel Zeit zum Lesen, z.B. im Flugzeug, im Tourbus oder im Hotelzimmer. Ich lese wirklich sehr viel. Ein gutes Buch eignet sich wesentlich besser zum Entspannen als ein Film oder eine Fernsehserie. Ein Bildschirm macht dich passiv, während dich ein Buch in seine imaginäre Welt mitnimmt.

 

Wer ist dein Lieblingsautor und welches war das letzte Buch, das du gelesen hast?

Samu: Ich habe nicht wirklich einen Lieblingsautor, das hängt vom Buch ab. Meine letzten drei Bücher waren die „Steve Jobs Biografie“ von Walter Isaacson, „Flucht aus Lager 14“ – die Geschichte eines jungen Mannes, der in einem Gefängnislager in Nordkorea geboren wurde, und „Ich bin Zlatan Ibrahimovic“ – die Autobiografie des schwedischen Fußballspielers. Ich liebe es, wenn die Geschichten wirklich passiert sind. Das macht das Leseerlebnis intensiver.

 

Welches finnische Buch oder welchen finnischen Autor würdest du unseren Lesern empfehlen?

Samu: Ich mag Sofi Oksanen. Ihre Bücher setzen sich in der Regel mit der finnischen und nordeuropäischen Geschichte auseinander. Das hilft, eine Verbindung mit dem Buch zu bekommen. Sie ist darüber hinaus eine sehr coole Person.

 

 

“Finnland. Cool.” lautet das Motto der Ehrengastpräsentation Finnlands. Abgesehen von den niedrigen Temperaturen im Winter, was ist für dich typisch Finnland-Cool?

Samu: Finnland ist Deutschland eigentlich sehr ähnlich. In beiden Ländern zahlen die Menschen ihre Steuern und befolgen die Gesetze. Ich mag insgesamt die saubere, ökologische, nordische Lebensart. Der Begriff “Coolness” umschreibt die nordischen Länder sehr gut.

 

72 Stunden in Finnland. Welches sind die coolsten Orte, die man sehen muss?

Samu: Helsinki ist eine sehr schöne Stadt, die bislang leider etwas unterschätzt wird. Ich würde sie an einem Tag anschauen und vor allem die tollen Restaurants sowie eine paar coole Designshops besuchen. Dann ist da noch die erstaunliche Natur Finnlands. Das muss man sich vorstellen. Finnland ist genauso groß wie Deutschland. Mit dem Unterschied, dass hier nur 5,6 Millionen Menschen wohnen. Wir haben mehr als 100.000 Süßwasserseen. Um die fantastische Natur zu erfahren, würde ich wahrscheinlich unser Sommerhaus besuchen. Das liegt nur eine Stunde von Helsinki entfernt. Man kann Wasser direkt aus dem See trinken und morgens Hasen und Rehe von der Terrasse aus beobachten. Außerdem würde ich mir auf alle Fälle ein paar Rock-Konzerte in Helsinki anschauen. Die Bands von hier sind erstaunlich!

Share on Facebook

Konzert-Tipps

Translate