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Freitag November 24, 2017
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Michael Koser: Der letzte Detektiv

Wenn es um weitsichtige, ja geradezu prophetische Science Fiction-Autoren geht, ist meistens die Rede von Isaac Asimov oder Gene Roddenberry. Der deutsche Schriftsteller [[Michael Koser]] (Foto) wird dabei immer übersehen, dabei haben auch seine Geschichten um den letzten Detektiv Jonas voraussehende Visionen transportiert. Michael Koser ist Autor von weit über 150 Hörspielen. Allein seine bekannteste Serie  „Die Denkmaschine“ brachte es auf 79 Folgen. Schon 1984 schickte Koser bei RIAS Berlin die erste Folge seiner Sciencie Fiction-Serie "Der letzte Detektiv" über den Äther. Er siedelte die 40 seit 1984 entstandenen Folgen seiner Serie in den Jahren 2009 bis 2015 an. Jetzt werden diese Kleinode der deutschen Science Fiction-Literatur nach und nach vom Hörverlag reaktiviert. Bisher auf dem Martk sind die ersten beiden Folgen "Testmarkt" und "Safari" und beim Durchhören dieser beiden Episoden ist man erst einmal platt. Kosers Währung in den Vereinigten Staaten von Europa im Jahr 2009 nennt sich Euros, deren Untereinheit Cent! 1984 hießen die Planspiele um eine gemeinsame europäische Währung aber noch [[Ecu]], wahrhaft prophetisch also. Koser vermutete noch mehr: die rasante Zunahme von Terrorismus, Wirtschaftskriminalität, Umweltverschmutzung, Ausbeutung der Unterschicht und Ressourcen-Knappheit bis hin zu einer apokalyptischen Schreckensvision.

Doch davon ab bietet Koser einen witzigen Detektiv, der gefangen ist im Film Noir des 20. Jahrhundert, und als letzter Detektiv in Europa mit einem urigen Computerassistenten (Sam) aufregende Fälle löst. Jonas, der keinen Nachnamen besitzt, pflegt die Eigenschaften seiner klassischen Vorbilder: Ehrenhaftigkeit. Sturheit. Unverschämtheit. Witz. Ein bisschen Sentimentalität.  Jonas umgibt viel technisches Gerät. Amüsant sind Kosers Vorstellungen davon. Es ist die Zeit von [[Star Wars]] und Commodore 64. Kommunikation findet per Bildtelefon statt, und Jonas wird von Sam, einem intelligenten, sprechenden Taschencomputer, auf Schritt und Tritt begleitet. Mal informiert Sam hilfreich, mal lässt er schnoddrig seine Kommentare ab oder gibt einfach nur puren Nonsens von sich. Die humorvollen, verschrobenen Dialoge sind Programm! Einen Handy-Boom erahnte Michael Koser allerdings nicht. Sonst müsste Jonas nicht in Testmarkt (Folge 1) händeringend nach einer Telefonzelle suchen.

Die technische Umsetzung ist immer noch "up to date", besonders charmant wirkt mittlerweile die Musik, die von keinem geringeren als [[Frank Duval]], seines Zeichens Komponist zahlreicher Film- und TV-Soundtracks (Derrick, Tatort), stammt. 

Fazit: Absolut hörenswert! Zugreifen!

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