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Freitag November 24, 2017
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Review: Born to run - Bruce Springsteen

61YFE60J0YL. AA300 Endlich ist sie da - die langerwartete Biographie einer der größten Ikonen der US-amerikanischen Rockmusik: Bruce Springsteen hat mit "Born to run" sein Leben niedergeschrieben und das genau so erledigt, wie er seinen Job erledigt: Akkurat, mitreißend und in Überlänge. Wie eines seiner vierstündigen Konzerte kommt "Born to run" auf seinen 670 (!) Seiten (oder mehr als 17 Hörbuchstunden) daher. Sprachlich orientiert sich der Meister des Ostküstenrocks ebenfalls an seiner Kunst: Lyrisch und mit geballter Sprachpower legt Springsteen verbale Brände, löscht sie mit Engelszungen und nutzt (manchmal zu gewollte) Metaphern für das, was sein Leben ist. Inhaltlich ist "Born to run" hochspannend (vor allem für nicht ganz so eingefleischte Fans), denn es geht auch reichlich ans Eingemachte. Wenn der "Boss" etwa über das zerrüttete aber doch liebevolle Verhältnis zu seinem Vater erzählt oder seine Depressionen ausbreitet, die vor allem nach den Mega-Konzerten seiner Karriere ans Tageslicht krochen, weiß man spätestens, dass man es hier mit einem hochpersönlichen Buch und nicht nur einer weiteren Musiker-Biographie zu tun hat. Eine große Rolle spielt natürlich auch seine Heimatstadt in New Jersey, eine Stadt, "die mich nie verlassen würde", wie Springsteen liebevoll ausführt. 

Die Hörbuchfassung hat natürlich all das, aber auch ein großes Problem: den Sprecher. Statt auf einen professionellen Hörbuchsprecher zu setzen, wurde hier die Musikerkarte gezogen und Tomte-Musikant Thees Uhlmann verpflichtet. Der aber macht diesen Job leider maximal ausreichend und verleidetet einem schnell diese tolle Biographie. Uhlmann hat nur eine Sprachvariante, gibt immer Gas, liest gehetzt, mit übertriebenem Pathos und verschluckt Silben noch und nöcher. Kurzum: Er tut dem Buch nicht gut. Wäre dies eine reine Buchbesprechung würde "Born to run" 6 von 6 Gitarren bekommen. 

 

Fazit: Tolle Biographie. Die Audiobookfassung verleidet Thees Uhlmann allerdings dem Zuhörer. Es spricht für das Buch, dass man dennoch weiterhören möchte.

 

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