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Freitag November 24, 2017
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PS4-Review: Wolfenstein - the new Order

wolfenstein-the-new-order-ps4- Was wäre wenn? Diese Fragestellung ist Ausgangspunkt der Story des neuen Wolfenstein-Ablegers "The new Order". Angelehnt an ein Szenario etwa aus Robert Harris' Vaterland haben die Nazis den Krieg gewonnen, London besetzt.

 

Halt!! So wäre es, wenn Wolfenstein nicht wieder einmal in Deutschland aufs Lächerlichste verändert worden wäre. Aus Nazis wird "das Regime", naturgemäß verzichtet man wieder auf allerlei nationalsozialistische Symbole, was die Atmosphäre der ordentlichen Ballerbude komplett den Bach runter gehen lässt. Bei all der Aufregung um Hakenkreuze und Hitler-Nennungen darf gesplattert werden, was das Zeug hält.

An der Gewaltdarstellung wurde nichts verändert. Im nachfolgenden Video werden die Unterschiede der Version schön herausgearbeitet. Die deutsche Rechtsprechung ist natürlich die Keule, mit der hier geschwungen wird. Nationalsozialistische Symbole sind verboten, der Führergruß ebenfalls. Was ein Computerspiel, also ein interaktiver Film, von einem "richtigen" Film unterscheidet, bleibt aber weiter unklar.

 

 

 

Spielerisch macht Wolfenstein eine Menge richtig, ohne aber zu brillieren. Die Level sind schlauchartig, man kommt fast auf eine falsche Fährte, dennoch hat man einige Stunden vor allem durch die packende Hintergrundstory Spaß. Widerstandkämpfer und Hauptdarsteller B. J. Blazkowicz lag jahrelang im Koma und wacht 1960 auf. Die Welt ist von Nazis, oh tschuldigung, vom Regime beherrscht. Blondie muss dann den Widerstand von Grund auf neu aufbauen, um schließlich den Ober-Nazi, ähh, Ober-Regimist General Totenkopf zu besiegen. Die Grafik auf der PS4 ist super, aber es bleibt Luft nach oben, der Sound ist leider ebenfalls zensiert. Dialoge wurden verändert, das Wort Nazi fällt natürlich nicht einmal. Manchmal meinten es die Entwickler zu gut, wollten etwas Abwechslung in den recht stromlinienförmigen Shooter bringen. Das äußert sich dann durch öde "Missionen" im Versteck der Rebellen á la "Bringe den Lötkolben von A nach B" etc. Hübsch sind die Goodies, die ab und an zu finden sind. So gibt es zahlreiche Schallplatten zu entdecken (und danach abspielbar). Da gibt es beispielsweise die "Käfer", eine ehemals britische Band (Beatles), die nur noch auf deutsch singen darf. Sehr witzig und erschreckend zu gleich.

 

Fazit: Guter Shooter, der durch die deutsche Lokalisation komplett an Atmosphäre verliert und deshalb nur 3 von 6 statt 5 von 6 bekommt

 

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