rrrlogo

 

Oldschool journalism with modern attitude - since 2005

Dienstag November 21, 2017
Home  //  REPORTS  //  DIGITAL  //  GAMES  //  Test: Saints Row 4

Test: Saints Row 4

Saints-Row-4-box-artIch gebe zu, ich konnte der Saints Row-Reihe bislang nicht viel abgewinnen, erschien sie mir doch wie der hässliche kleine Bruder von GTA mit kruden Storylines. Saints Row 4 aber ist so durchgeknallt und so konsequent bekloppt, dass man das hässliche schwarze Entlein der Open World-Familie einfach in die Arme schließen muss, um es zu knuddeln - und danach in virtuellem Blut sudelnd laut lachen zu müssen bis das Rippenfell bebt.

Unser Held, der Anführer der Saints Row-Homies, ist plötzlich der Präsident der mächtigsten Nation des Planeten. Nanu? Was ist passiert? Ganz einfach: Die USA hat ihren Hang dazu, seltsame Typen zu Staatschefs zu machen, auch in der Virtualität fortgeführt und der ehemalige Gangführer (und Weltenretter) schlendert somit in der Eingangsszene salopp zur Pressekonferenz, beendet per Dekret den Tod durch Krebs und - wird danach von Aliens angegriffen.

Klingt wirr, wahnsinnig und bescheuert? Das war nur der Anfang. In der Folgezeit katapultieren die Aliens den muskelbepackten Helden in eine virtuelle Welt - erst sind es die heilen 50er (in denen man dennoch allerhand Blut vergießen darf), dann die aus Saints Row 3 bekannte Spielwelt, der Stadt Steelport Sehr klug von den Herstellern, denn so konnte ein Teil der gebauten Level recycelt werden. Bis wir aus dieser Simualtion ausbrechen können, fließt eine Menge Blut, werden Tonnen von Autokarossen zerlegt und harmlose Fußgänger aus Versehen geplättet. Dazwischen bekommen wir Superkräfte, fliegen durch den Weltraum und und und.

Besonders witzig sind die häufigen Anspielungen auf Sci-Fi-Klassiker, Dumpf-Blockbuster oder Spiele-Hits (Mass Effect). Die verrückten Ideen ziehen sich durch das ganze Game, so dass man nach 15 bis 20 Stunden Spielzeit Denkwürdiges wie ein Blowjob mit einem Roboter nicht so schnell verdrängen kann. Das alles macht eine Menge Spaß, selbst, wenn die Grafik nahe am Augenkrebniveau knuspert, die KI strunzdumm und die Steuerung der Fahrzeuge nicht das Gelbe vom Ei ist. Die Gewaltdarstellung ist massiv - roter sieht man sonst nur in einer Blutbank. Unterm Strich bleibt ein technisch schwaches Spiel mit krudem Humor. 

Share on Facebook

Konzert-Tipps

Translate