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Montag November 20, 2017
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Tony Iommi: Iron Man

ironman2„Ich hatte Bill schon öfter angezündet, aber einmal geriet alles außer Kontrolle. Während er sich vor Schmerzen schreiend auf dem Studioboden wälzte, lachte ich mich schlapp. Doch das Schreien hörte nicht auf. Langsam begriff ich den Ernst der Lage – unser Drummer verbrannte bei lebendigem Leib.“
 
So eine Passage klingt nach genau dem Buch, auf das immer alle Rockfans warten: Aber nein, ein echtes Skandalbuch erwartet den Leser von Tony Iommis Biografie "Iron Man" nicht. Dafür ist der Meister der düsteren Riffs, der Erschaffer zahlreicher Black Sabbath-Epen nicht der Typ. Klar, auch in "Iron Man" gibt es einen Einblick in die verrückten und wilden 60er und 70er Jahre, doch meist bekommt man von Iommi den Eindruck, dass dieser ein eher ruhiger und besonnener Zeitgenosse (ganz im Gegensatz zu Sabbath-Sänger Ozzy) ist. Black Sabbath-Fans bekommen zudem nicht viel Neues geboten. Die Geschichte von seinen verlorenen Fingerkuppen, zahlreiche On-the-Road-Erlebniss und Entstehungsgeschichten weltbekannter Black Sabbath-Alben - all das gehört natürlich in diese Biografie, ist aber weitestgehend bereits sehr gut dokumentiert. Hinzu kommt, dass das Buch eher für den Schnellleser geschrieben ist. Sprachlich geht es recht mau zu, weshalb man das Buch in Windeseile wieder ins Regal schubsen kann. An einer Stelle stockt man jedoch dennoch, nämlich bei der Schilderung von Ronnie James Dios Tod. Das geht unter die Haut und versöhnt mit dem ansonsten eher zur Fastfood-Literatur gehörenden Werk. Einige Schwarz-Weiß-Fotos runden das 380 Seiten starke Buch ab, welches durch die Wichtigkeit des Autors in der Hardrockszene am Ende dann natürlich trotzdem in jeden Haushalt gehört. 
 
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ISBN: 978-3-85445-383-3
Umfang: 384 Seiten, mit zahlreichen Fotos
Format: 16 x 24 cm
Beschaffenheit: Hardcover

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