Stephen King: Wahn

„Wahn“ von Stephen King besitzt alle Tugenden des Horror-Altmeister, der sich mit diesem (Hör-) Buch keineswegs zahnlos präsentiert.
Edgar Freemantle wird bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt und verliert seinen rechten Arm. Er hat große Schmerzen und zieht sich auf eine Florida-Insel zurück, wo er sich aus therapeutischen Gründen der Malerei widmet. Von der Insel scheint eine unheimliche Macht auszugehen: Dinge, die Freemantle malt, erscheinen in der Wirklichkeit, was er ausradiert, verschwindet auch Menschen. King kommt sehr langsam auf den Punkt, was ein Markenzeichen seiner Schreibe ist und bei King-Fans immer schon für Kontroversen gesorgt hat. Im Unterschied zu vielen früheren Werken geht er dieses Mal subtiler zu Werke, setzt auf atmosphärischen Horror. Dabei erinnern einige Elemente der Geschichte immer wieder an „Shining“, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.
Erzählen kann der US-Amerikaner schließlich immer noch wie kein Zweiter seines Genres. Die 1520 Minuten starke Hörbuchfassung wird von David Nathan eindrucksvoll und eindringlich gelesen.
Nathan gibt dem Ich-Erzähler eine Silhouette ohne das Kopfkino beim Hörer zu schließen. Unterm Strich ist „Wahn“ einer der besten Kings seit langer Zeit.

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