Review: Red Dragon Cartel

reddragon"Red Dragon Cartel" - das klingt erst mal nach dem neuesten Jet Li-Streifen. In der Tat verbirgt sich aber hinter dieser neuen Band Ozzys Ex-Saitenwirbler Jake E. Lee. Der war eine Weile weg vom Fenster, hat nun aber wieder Spaß an hochqualitativem Hardrock gefunden. "Red Dragon Cartel" sind dem Vernehmen nach eine "echte" Band, bestehend aus Jake E. Lee (Guitars), Ronnie Mancuso (Bass), D.J Smith (Vocals) und Jonas Fairley (Drums).

Die großen Name sucht man neben Lee vergeblich, vielleicht ist das auch ein Grund, warum er das Debüt-Album mit lauter Gaststars vollgestopft hat. Das Ergebnis ist aber ziemlich überzeugend, weshalb man Jake das nicht übel nehmen kann. Mit zwei furiosen Nummern geht es los: Auf "Deceiever" und "Shout it out" zündet das Kartell so ziemlich alle Kerzen an. Gerade auf diesen Songs erinnert die Band ein wenig an Mötley Crüe mit John Corabi. Als Gast hat hier Cheap Trick-Schreihals Robin Zander das Mikro angeschlossen.

Mit "Feeder" und "Fall from the sky" wird es ruhiger und qualitativ etwas schwächer, bevor das "Red Dragon Cartel" mit dem ollen Paul Di'Anno (Ex-Iron Maiden) auf "Wasted" stark an "Rage" erinnert. Den Vogel schießt "Big Mouth" mit Gastsängerin Maria Brink ab. Sie schreit, singt, ächzt sich durch die Nummer, dass es eine wahre Wonne ist. Der beste Song des Albums!

Auf "Slave" darf sie noch mal ran und auch das überzeugt, bevor mit "War Machine" (mit Sass Jordan) ein veritables Medley aus den besten Black Sabbath-Riffs abgefeuert wird. Jake E. Lee selber beweist mit sehr stilvollen Soli, dass er das Gitarrespielen nicht als Selbstzweck versteht, sondern stets songdienlich einsetzt. 

Abgeschlossen wird dieses sehr runde Werk mit einer Piano-Nummer (!) - ein toller Schachzug, denn bis dahin haben "Red Dragon Cartel" bereits alle Register des Hardrocks beeindruckend gezogen. 

Fazit: Klasse Debüt-Album! Abwechslungsreich und spannend.

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