Fotos: Kiss / David Garibaldi

Nach der Farewell-Tour 2000/2001 sagen Kiss nun einmal wieder (endgültig?) Good-Bye. Die Rockmonster um Gene Simmons und Paul Stanley machten dabei auch im mit 20.0000 Kiss-Maniacs gut gefülltem Essener Stadion Halt. Wo ansonsten unterklassiger Fußball zelebriert wird, feierten die Amis erstklassiken Stadionrock mit nicht immer echten Stimmakrobatiken. Sänger Paul Stanley hat schon bessere Zeiten gesehen, doch unter den Fans war die Playback-Debatte im Vorfeld kein Thema. "Madonna hätte auch besser Hilfe vom Band gehabt beim ESC", sagt etwa der 63-Jährige Karsten Kortes. aus Detmold. "Ist doch völlig egal, ob nicht alles live ist. Die Show ist geil und wir feiern die Band und 40 Jahre Kiss. Basta!"

Die New Yorker rockten sich durch fast 40 Jahre Bandgeschichte und ließen auch eher mäßige Songs ihrer neueren Alben ("Say yeah") nicht aus. Die Showeffekte sind ohnehin seit Jahrzehnten Standards und atemberaubend. So spuckt Bassist Simmons Blut ("God of Thunder"), reist Paul Stanley per Kabel ins Publikum und schießt (Gründungsmitglied) Ace Frehley-Lookalike Tommy Thayer wie der echte Spaceman Raketen aus seiner Gitarre. Klar, dass auch Eris Singer an den Drums kultiviert, was Peter Criss seinerzeit in den 70ern mit der Band erfunden hat: ein zum Himmel schießendes Drumpodest. Am Ende einer tollen Show mit musikalischen Schwächen bleibt der einzige negative Beigeschmack, dass Simmons und Stanley es versäumt haben, zum Abschluss alle ehemaligen (lebenden) Mitglieder in den Abschied mit einzubeziehen. Ach ja, im "Vorprogramm" malte Action-Painter David Garibaldi. Klingt komisch, war aber so. Und war auch ziemlich cool.

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KISS

DAVID GARIBALDI

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