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Mittwoch Mai 23, 2018
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PS4-Review: Alien Isolation

Alien-Isolation-boxartWir schreiben das Jahr 1979 und Ridley Scott dreht einen (wenn nicht den besten) Sci-Fi-Film aller Zeiten: "Alien - das unheimliche Wesen aus dem All" hat auch heute noch so eine schauderhafte Kraft, dass einem die Spucke wegbleibt. Immer und immer wieder versuchte sich die Spieleindustrie an diesem Stoff, immer und immer wieder kam Mäßiges oder gar Schrott  ("Aliens: Colonial Marines") dabei heraus. Nun macht "Alien - Isolation" vieles (nicht alles) deutlich besser und ist für Liebhaber der Filme (speziell des ersten) ein absolutes Muss.

Wir spielen die Tochter von Ripley und machen uns auf die Suche nach der ewig verschollenen Mutter. Der Clou: Alle Locations atmen den Flair des Originalfilms, inklusive hübschen 8-Bit-Computersystemen und einem Schiff, das der sagenumwobenen Nostromo sehr ähnlich ist. Sprich: Näher dran am Original, ohne dessen Geschichte erzählen zu wollen, geht es kaum. Alles, was die Vorlage so genial und beunruhigend gemacht hat, ist dabei: Der Motion-Sensor, der laut piepend die Anwesenheit einer Person (oder schlimmer: eines Alien) signalisiert, die Cryo-Kammern, der Flammenwerfer und - TUSCH - das schaurigste Wesen der Filmgeschichte: der Xenomorph. So jagt man durch die riesige Sevastopol-Station auf der Suche nach Hinweisen und bemerkt schnell, dass man selber der Gejagte ist.

Die Grundregeln sind einfach: Wer rennt ... verliert! Wer das Alien sieht und sich nicht leise verkrümmelt ... verliert. Anders als im Film gibt es keine Möglichkeit, das Wesen zu besiegen. Klingt frustrierend, macht aber den ganz besonderen Charme des Spiels aus. Ego-Shooter-Ballermänner werden verzweifeln. Dazu kommt: Das Alien ist nicht geskriptet, sprich es taucht immer mal woanders auf, vorgefertigte Szenen sind sehr selten.

Das Spiel ist der wahre Horror und nicht selten bemerkt man, wie man vor dem Fernseher selber den Atem anhält. Etwa, wenn man sich in einem Spind versteckt und der Xenomorph auf der Suche davor hertigert. Das Spiel ist gnadenlos und bockschwer, die Speicherpunkte rar gesäht, aber das macht es für mich zu einem echten Survival-Horror - im besten Sinne. "Alien - Isolation" ist nichts für Anfänger. 

Kommen wir zur Technik, denn die ist nicht ganz einwandfrei: Grafisch ist "Alien - Isolation" eher nicht Next-Gen-würdig, doch da ohnehin alles auf 80er Jahre getrimmt ist, stört das nicht so sehr. Ärgerlicher sind da schon die nicht lippensynchronen Dialoge und die eher mäßigen deutschen Sprecher. Auf der PS3 kommt es zudem zu einigen Rucklern. Schön ist, dass die Signaltöne des Motiontrackers am Controller-Lautsprecher erklingen. Nerven tut das Crafting-System, mit dem man etwa seine Medkits selber basteln muss, aber irgendwie passt das wie die Faust aufs Auge, denn dieses Game schenkt dem Spieler einfach rein gar nichts. In den Bonusmissionen kann man die Originalcrew der Nostromo "spielen", für Fans klasse, ansonsten bringen diese Extra-Spielchen keinen großen Mehrwert.

 

Fazit: Ein Muss für Alien-Fans und ein gandenlos, bockschweres Spiel ums Überleben.

 

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PS4-Review: NHL 15

nhlManchmal muss man sich fragen, was in Softwarefirmen so vorgeht. Da ist die NHL-Reihe von EA Sports wirklich seit Jahren ein absolutes Qualitätsprodukt und dann bringt die Company in diesem Herbst mit NHL 15 ein im Gameplay immer noch überragendes Spiel heraus, bei dem aber mehr als die Hälfte der Features des Vorjahres fehlt. Klingt komisch, ist aber so: Einfach nur ein Play-Off spielen? Nicht mehr möglich. Eigene Ligen erstellen? Fehlanzeige. Erst einmal in Ruhe auf dem Eis trainieren? Gestrichen! Eine Karriere kann man auch nicht mehr in einer Minor League. Immerhin wurde der Play-Off-Modus jetzt per Patch nachgeliefert, weitere Dinge sollen kommen. Ganz klar: NHL ist nicht fertig geworden zum Release. Das ist peinlich und eine enorme Schande, denn ist man einmal auf dem Eis, ist alles bestens und gewohnt grandios: Stimmung, Gameplay, Atmosphäre - eine glatte 1.

Dass man ohne einen Ligamodus (NHL kann man natürlich spielen) aber ein deutsches Team etwa ausschließlich bei einem Freundschaftsmatch benutzen kann, ist sehr schwach.

Gestrichen wurde auch das Winterclassic unter freiem Himmel und die 3-Star-Bewertungen nach einer Partie (die jetzt mit dem Patch aber wieder hinzukamen).

 

Fazit: Jetzt noch ein Offenbarungseid - wenn die fehlenden Features gepatcht sind, ist NHL ein 5-Punkte-Spiel 

 

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PS4-Review: Fifa15

91FqGmqIdkL. SL1500 Das ewige Duell der Fußball-Simulatoren Fifa von Ea Sports und Pro Evolution Soccer von Konami fällt in diesem Jahr zumindest zum Start der Bundesliga-Saison aus. Konami hat es nicht geschafft, sein Next-Gen-Debüt in die Läden zu bekommen und so muss ein Vergleich mit Fifa 15 bis zum 11.11. (kein Scherz) warten. Fast zwei Monate hat EA Sports dadurch die Chance bekommen, Käufer zu generieren, die eigentlich PESler sind, aber keine Lust haben bis zum Release Hockey zu spielen.

Was bietet Fifa 15? Erneut ist die Präsentation ausgezeichnet. Die Premier League ist durch einen Exklusivvertrag komplett "rund" - Fangesänge, alle Stadien sind vorhanden (bei den ebenfalls lizensierten Bundesligaclubs sind beispielsweise nur wenige Originalspielstätten im Paket) - das macht mächtig Spaß. Hübsch: Die Rasenflächen werden durch Grätschen in Mitleidenschaft gezogen. Weniger toll: der Ballphysik ist eine Furche im Rasen egal, es hat keine Auswirkung aufs Rollverhalten der Kugel. Schade.

Entscheidend ist natürlich auf dem Platz und hier geht EA Sports den Weg von Fifa 14 weiter, welches das erste wirkliche Produkt der Softwareschmiede war, welches an PES-Thron kratzen konnte in Sachen Realismus und Simulationsgehalt. Schaltet man alle Spielhilfen ab, ist die Freiheit am Ball fast grenzenlos. Die Animationen wurden verbessert, wodurch Ballan- und Mitnahmen leichter geworden sind, das Zweikampfverhalten wurde hingegen erschwert, so dass der Fokus eindeutig auf einem fröhlichen Offensivspiel liegt. Neu hinzugekommen sind zwei taktische Einstellungen. Die "totale Offensive" packt die Brechstange aus und rangiert noch hinter "sehr offensiv", lässt aber dadurch natürlich Konter entstehen. Auf der anderen Seite gibt es den "Abwehrriegel". Insgesamt ist bei der 15er Version die Taktikeinstellung leicht aufgebohrt worden, so dass man den Spielern nun noch mehr individuelle Anweisungen geben kann. Wie bei Konami vor einigen Jahren eingeführt, kann man nun auch einen Spieler bei Standards anwählen. Doch EA Sports hat auch einige schlimme Patzer begangen:

Die Torhüter halten mit den Standardwerten (50) ALLES! Oder lassen sich einfachste Kullerbälle reinlegen. "Tweakt" man den Wert auf 25/30 herunter wird es realistischer. Die Art einer Verletzung sieht man nur noch im Turniermodus (den es zum Glück wieder gibt), im Freundschaftsspiel wird geschwiegen, was der Kicker hat (in Fifa 14 war es nicht so). Die Spielanlage von Fifa verführt dazu ausschließlich durch die Mitte zu kommen, was etwas monoton ist auf Dauer. Was ich noch ärgert? Wieso kann ich einstellen, dass Handspiel geahndet wird, wenn es defakto aus dem Spiel genommen wurde? In mehr als 50 Spielen ist nicht einmal ein Handspiel gepfiffen worden, in Fifa 14 gab es das immer wieder einmal. Das das sogenannte Momentum (die K.I. dreht Spiele kurz vor Schluss) aus Fifa 13 zurück ist, kann ich aber nicht bestätigen, obwohl es viele Berichte darüber gibt. 

Unterm Strich steht ein Lizenzmonster mit vielen vielen geilen Ideen, einigen Bugs und erneut zu reißbrettmäßigem Spielverlauf. Das Problem wird beim Vergleich mit PES auch in diesem Jahr wieder sein, dass beide Spiele ihre Momente haben und zusammen das perfekte Fußball-Game sein würden. 

 

Fazit: Gut, aber nicht perfekt - was wird Konami da entgegensetzen?

 

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PS4-Review: Destiny

destinyDer Hype war enorm: Destiny sollte die eierlegende Wollmilchsau für die Next-Gen-Konsolen werden. Epische Story, tolle Kämpfe, eine Art World of Warcraft im Outer Space. Die Demo ernüchterte schon ein wenig und das vorliegende komplette Spiel macht genau da weiter. Fangen wir mit der Charakterwahl an - oder besser vergessen wir die verschiedenen Spezies einfach, denn im Gameplay unterscheiden sie sich fast gar nicht. Grafisch sieht alles sehr hübsch aus, ist man aber einmal auf einem Planeten gelandet, fehlen Details und die Steppe lädt zum Gähnen ein. Das Gameplay läuft weitestgehend immer gleich ab: Man landet auf einem Planeten und schlägt sich durch offene Weite oder schlauchartige Gänge. Immer wieder warten sehr starke Gegner auf einen. Allerdings ist die K.I. stark und gleichzeitig strunzdumm. 

Die fehlende Intelligenz machen die Kämpfer durch starke Waffen wett, sehr unschön. Ebenfalls indiskutabel: Ab einem bestimmten Abstand schießt die K.I. einfach nicht mehr zurück oder sucht nach dem Spieler. Sie vergessen einfach, dass es da gerade einen Angriff gab. Zudem erfolgt der Respawn der Gegner immer an der gleichen Stelle - wie 1993 in Doom. Open World ist hier auch nur ein Schlagwort. So richtig darf man den Pfad der Mission nicht verlassen.

Sehr knackig sind die Endgegner. Doch auch diese sind nach dem immer gleichen Muster zu besiegen: Schießen - Deckung einnehmen - Schießen etc pp. Auch der Mulitplayer-Part (und Destiny ist ja eigentlich ein Spiel fürs gemeinsame Onlinezocken) überzeugt wenig, macht aber mehr Spaß als die schwache und viel zu kurze Solomission. Immerhin ist Destiny ein solider Shooter, der einige wenige Stunden gefallen kann. Mehr nicht! 

 

Fazit: Großer Hype, wenig dahinter

 

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Review: Die Sims 4

sims4Nach gut fünf Jahren hat EA den Nachfolger der Sims 3 auf den Markt gebracht. Eingefleischte Fans stürzen sich selbstredend auf alles Neue aus dem EA-Haushalt, wenn es mit Sims zu tun hat und das tun wir natürlich ebenfalls. Gelockt wird mit klügeren Sims, echten Emotionen, verrückten Storys. Na dann mal schauen was das neue Spiel uns bringt! Aktiviert wird das Spiel über die Online Plattform Origin, einmal installiert läuft es aber dann auch offline.

Gestartet wird mit dem Erstellen eines neuen Sims oder einer ganzen Sims Familie, ganz nach Belieben. Eine Neuigkeit erwartet uns direkt hier: die Sims kennen jetzt auch Genetik! Ein Kind sieht seinen Eltern nun ähnlich, so wird es direkt etwas realistischer. Wer möchte kann sämtliche Details seines Sims manuell einstellen, von der Krümmung der Augenbrauen angefangen bis zur Breite des Brustkorbes. Sehr schön! Nette Spielerei ist auch, dass man die Gangart des Sims einstellen kann. Wir Sims-Fans stehen auf so was! Jetzt aber los, endlich spielen.

Uns stehen zwei Städte zur Auswahl. Wir können entscheiden, ob wir im grünen Willow Creak oder lieber im sandigen Oasis Springs unser Lager aufschlagen möchten. Besuchen können wir während des Spiels beide Orte. Dieses geschieht über die Reise-Option. Über eine kurze Ladesequenz gelangen wir dann an unser Wunschziel. Laden muss das Spiel leider auch, wenn wir nur unsere Nachbarn besuchen wollen. Zwar können wir in unserem Block die Straße auf und ab flanieren und so auch mit den vielen Sims, die dort entlang schlendern, in Kontakt treten, wenn wir aber ein Häuschen besuchen wollen muss erst (kurz) geladen werden. Was ist denn jetzt aber mit den hochgelobten Emotionen? Die sind da und sie sind nicht wenig.

Je nach Merkmalen unseres Sims können ihn diverse Sachen völlig aus der Fassung bringen oder ihn sehr gütlich stimmen. Gut erkennbar ist dies an der sehr aussagekräftigen Gestik und Mimik unseres Sims aber auch an dem kleinen Sims-Icon im unteren Rand. Schön ist, dass unsere Sims nun multitaskingfähig sind. Ja, sogar die Männer können das! Endlich kann der Sim während des Essens auch telefonieren, das reale Leben rückt näher! Praktisch kann das beim Anbändeln mit einem ausgewählten Sims sein. So kann ein Date erfolgreicher verlaufen, weil die Teilnehmer ihren Bedürfnissen nachgehen aber weiterhin mit dem potentiellen Liebesobjekt interagieren können. Leider fehlen ein paar Features, die uns durch Sims 3 sehr vertraut waren. Einige kann man verschmerzen, aber ein paar sind doch erheblich! Wie konnte z.B. auf eine Spülmaschine verzichtet werden? Ok, vielleicht nicht der dramatischste Einschnitt, aber wir saßen doch kopfschüttelnd vor dem Monitor. Gravierender ist die Änderung, dass eine komplette Altersstufe entfallen ist. Dass unsere Babies nun einfach in der Wiege liegen und dort auch bleiben ist schlecht, dass dann aber die nächste Stufe, das Kleinkindalter (das ja für die weitere Entwicklung so prägend ist) komplett entfällt und die Kids direkt eingeschult werden, ist ein No-Go. Auch im Baumodus fehlen ein paar hübsche Details. Unsere Sims 3 sind ja gerne nach einem stressigen Arbeitstag in den hauseigenen Pool gesprungen, um ein paar Runden zu entspannen. In Sims 4 leider nicht mehr möglich, da es keinen Pool-Tool gibt. Auch können wir uns nicht mehr in den Keller zurückziehen, den können wir nämlich auch nicht bauen. Ärgerlich ärgerlich... Wie stehts denn generell mit dem Baumodus? Der ist toll! Wir haben jetzt auch die Möglichkeiten komplette Zimmer anzubauen oder wie gewohnt alles selber zu machen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und so macht das Bauen Spaß.

Und wie ist nun unser Fazit? Sims 4 macht Spaß zu spielen, noch viel mehr, wenn man den Vorgänger ausblendet. Es gibt ein paar Dinge, die uns stören und die schade sind. Das regelmäßige Ärgernis bei den Sims-Nachfolgern ist ja, dass der Vorgänger dann ab sofort hinfällig wird. Wenn der Nachfolger entsprechend reizvoll ist, vergisst man den aber sehr schnell. Ob uns das bei Sims 4 auch gelingt wird die Zeit und vermutlich die nachfolgenden Updates und Addons zeigen. Für Sims-Fans trotzdem natürlich ein Muss mit der verbundenden Hoffnung, dass der endgültige Kick noch kommt.

 

Fazit: Viel Licht aber auch enige ziemlich dunkle Schatten 

 

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PS4-Review: Madden 15

919RmURO-fL. SL1500 “Perfection is not attainable. But if we chase perfection, we can catch excellence", sagte der legendäre Green Bay Packers-Coach Vince Lombardi einst und EA Sports hat im vergangenen Jahr mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut. Es war ein verlorenes Jahr, zu schwach war die Umsetzung, zu viele spielerische Probleme gab es (vor allem im Passspiel). Mit Madden 15 soll nun alles besser werden. Deshalb wurde das Spiel umgekrempelt, nicht revolutionär aber doch so stark, dass die Defense nun deutlich verstärkt (manchmal deutlich zu stark) agiert. Was da an Interceptions abgefangen wird, geht manchmal aber auch zu weit.

Dennoch: Madden 15 spielt sich fluffiger und schnell gehen einem selbst als Nicht-Fachmann dieser amerikanischsten aller Sportarten Spielzüge in Fleisch und Blut über. Besonders gut: Es werden nicht nur solche vorgeschlagen, sondern es wird sogar erklärt, warum welcher Spielzug gut in der jeweiligen Situation sein kann. Das erleichtert den Einstieg enorm. Typisch EA und typisch gut sind die Online-Features von Madden 15. Die neue Community-Engine ruft die Daten aus Millionen von Online-Spielen ab und liefert so zahlreiche Spielzüge für jede Situation. Klasse Idee.

Problematisch sind ab und an die Passempfänger, da hier die K.I. gerne einmal einen kompletten Gehirnausfall simuliert. Passt man genau in ihren Lauf ist alles super, weicht das Ei etwas ab, sind sie oft hilflos und schauen nur verdutzt. Da muss EA noch mal ran.

Grafisch ist alles tutti.

Die Spieler hauchen kalten Atem bei Winterspielen, die Wettereffekte sind spitze, die Karambolagen ausgezeichnet inszeniert. Warum die Kommentatoren aber hier virtuelle Männchen sind, statt wie bei Fifa 15 etwa, Videoaufnahmen der echten Sprecher, erschließt sich mir nicht. Überhaupt wiederholen sich die beiden viel zu oft, so dass der erste Griff ins Menü zur Option "Ausschalten" führen könnte. Ebenfalls neu sind zahlreiche Kamerapositionen und hier schafft es EA Sports in der Tat dem schon angestaubten Madden neue Blickwinkel zu verpassen. 

 

Fazit: Starke Rückkehr des Football-Opas

 

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Review: Kamikaze Kings - Master or Slave

master or slaveSelbsternannte Ponrocker sind sie, die Kamikaze Kings aus Berlin. Eine Band, die in ebenso knappen wie fantasievollen wie an der Peinlichkeitsgrenze schlawienernden Outfits auf der Bühne ziemlich die Sau raus lässt (Fotos HIER). Die mit ihrem Debüt-Album vor zwei Jahren einen durchaus erfolgsversprechenden Start in der Metalszene hingelegt hat, und nun mit "Master or Slave" Rillenrundling Nummer zwei in die Ohrmuscheln transplantiert. Gleich vorweg: Die Scheibe ist überaus gelungen.

Auf dem Album finden sich so einige echte Gassenhauer, wobei der Gesangsstil von Fronthirsch Elmo weiterhin gewöhnungsbedürftig bleibt. Lemmy schimmert da stets durch, aber Lemmy ist Lemmy. Elmo kann aber auch clean singen, wie er auf der CD mehrfach beweist und das gar nicht schlecht.

Mehr Porn ist natürlich das schmutzige Timbre, auf das man sich aber recht schnell eingestellt hat. Es geht schmissig los mit "I rule the night" und schon beim ersten Song wird die Marschrichtung ausgegeben: Klassischer Metal mit allen Einflüssen, die ein Headbanger so gern erblickt. Gekonnt durchleben die Kamikaze Kings auf dem Album viele Epochen des Heavy Metals und verweben Versatzstücke von Bands wie Judas Priest, Metallica und gern auch AC/DC zu einem gelungenen Potpourri mit eisernem Nachgeschmack. 

Ich bin kein Freund davon, eine Band zu verteufeln, nur weil man ihre Einflüsse oder Songideen deutlich heraushört, vielmehr macht es bei den Kamikaze Kings enormen Spaß, die Versatzstücke eines Songs bestimmter Idole zuzuordnen, denn am Ende bleibt die Band eigenständig genug, um doch noch neue, kleine Fußnoten dem großen Buch des Heavy Metals hinzuzufügen.

Nein, nicht alle Nummer zünden ("Backdoor Philosophy" etwa), doch Tracks wie "Midnight Killer", das grandiose "Hungry like a wolf" oder der Knaller "Devil's Rodeo" (um nicht einmal alle Treffer zu nennen) sind richtig richtig stark und so stecken die Kamikaze Kings bereits etwas mehr als nur einen Fuß in die Tür der deutschen Metalelite.  

Vor allem in Sachen ohrwurmfreundlichen Hymnenrefrains hat die Gruppe enorm zugelegt, ohne aber die notwendige Härte vermissen zu lassen. Die Scheibe ist so gut, dass die Band ruhig demnächst ohne bekloppte Kostüme auf die Bühne gehen dürfte, wenn es nach mir geht. Die lenken nämlich nur von der Musik ab und das haben die Kamikaze Kings nicht (mehr) nötig.

 

Fazit: Bockstarker Zweitling mit hoher Hymnendichte

 

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Review: Surgeon Simulator (PS4)

 

Endlich gibt es bei den RocknRoll Reporter mal echte Doktorspielchen. Nein, nicht, was Ihr Schweinchen jetzt denkt, sondern wir verlieren heute einige Worte über die PS4-Fassung des "Surgeon Simulator". Spiel angeworfen und schon findet man sich am Schreibtisch eines Arztes wieder. Hier sollte man zu Beginn auch einige Zeit damit verschwenden, die absolut hanebüchene Steuerung zu erlernen. Die ist schwammig ohne Ende und außerdem habt Ihr als Arzt nur eine Hand! Klingt skurril und das ist es auch, aber eben auch genau die Funpotenz im Game.

Wie man mit zwei Fingerchen eine Säge schnappen muss, um damit einen Brustkorb aufzusägen ... sagenhaft.

Kein Wunder, dass man ständig irgendwelche Dinge (Flaschen, Stifte, Telefonhörer) durch die Gegend wirf und diese nicht selten auch in einem offenen Patienten landet. Hat man die Steuerung einigermaßen verinnerlicht, geht es an die erste OP. Die ist sogleich eine Herz-Transplantation. Achtung: Wer meint, er müsse sorgfältig vorgehen, irrt. Brustkorb einhämmern (oder sägen), das alte Herz rausgeschnitten und ein neues reingeworfen. Schon hat man seine erste OP erfolgreich abgeschlossen. Klingt einfach, ist aber durch das Steuerungsproblem hammerhart. Nicht selten zerstückelt man irgendwelche Organe "aus Versehen", nicht selten verliert der Patient so viel Blut, dass er nicht überlebt. Im Laufe des Spiels wird es immer schwieriger und auch kurioser. Eine Alien-Autopsie ist da natürlich ebenfalls im Spielumfang. Alles in allem ist das ziemlich lustig. Die Grafik ist zweckmäßig und ganz niedlich, von einer Simulation ist das Ganze (zum Glück) meilenweit entfernt. Spaß macht es dennoch enorm, wenn auch nicht all zu lange.

 

Fazit: Schönes trashiges OP-Game für Zwischendurch mit bockschwerer Steuerung

 

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Review: Drone - Drone

Drone Drone CoverDrone gibt es schon seit zehn Jahren und waren mir persönlich immer etwas zu rumpelig. Mit der neuen, selbstbetitelten CD wird der norddeutsche Vierer viele Fans hinzugewinnen, aber sicher auch einige Anhänger der extrem harten Gangart abschrecken. So häufig wie nie verweben Drone nun Klargesang mit Death Metal-Vocals und in meinen Ohren klappt das bis auf wenige Ausnahmen hervorragend.

So variabel wie hier klangen Drone noch nie. Mit "Guilt" geht es bereits vielversprechend los, "Hammered, Fucked And Boozed" ist dann schnell ein erster Höhepunkt. Überhaupt ist die Band bei Tracks wie diesem (und dem grandiosen "Rock'n'Rollercoaster" am allerstärksten. Hier vermischen sie räudigen Rock 'n' Roll im Motorhead-Stil mit leichten Death Metal-Breitseiten, eine in dieser Konsequenz geniale Idee, eigenständig und im Songwriting überzeugend.

Nicht alle Experimente gehen auf: So ist die Schmalznummer „Hung And Over“ ein kläglicher Versuch an Stone Sour'sche Balladen anzuknüpfen, was ohne das Charisma eines Corey Taylour aber misslingt. Zudem ist der Text an Klischeehaftigkeit nicht zu überbieten.

Besser macht es da der Bonustrack "Life of Riley", akustisch und dennoch gehaltvoll. Stark ist zudem "How we suffer", auch, wenn ich den Reim von "suffer" auf "another" durchaus gewagt finde. Bei "Into the darkness" gröhlt noch Cripper-Frontfrau Britta Görtz mit, das Ergebnis ist ein ziemlich guter Song mit zu wenig stimmlichen Reibepunkten. Wer ist wer? Für mich ist "Drone" die beste Drone-Scheibe, Hardcorefans werden aber sicher ein wenig verschreckt sein.

 

Fazit: Prima CD mit leichten Schwächen

 

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Review: ZZ Top - Live in Montreux (BluRay)

71WPDBmUoDL. SL1200  1Wenn eine Band seit 1969 (!) in der gleichen Besetzung durch die Welt tourt, eine Scheibe nach der anderen aufnimmt, ohne sich groß zu verbiegen oder zu verändern, dabei aber stets hohe Qualität aufweisen kann, ist das mehr als erstaunlich: Die Geschichte von ZZ Top hat einen, nein zwei, lange Bärte und ist doch immer wieder erfrischend. 2013 trat die Band um Gitarrist Billy Gibbons beim Montreux-Jazz-Festival auf und die vorliegende BluRay beweist eindrucksvoll, dass der staubige Texas-Bluesrock des Trios in jedem Winkel der Erde bestens funktioniert. 

Mit Hits wie „La Grange”, „Gimme All Your Lovin’”, „Pincushion”, „Sharp Dressed Man”, „Waitin’ For The Bus”, „Legs”, „Tube Snake Boogie”, „Tush” und zahlreichen weiteren Klassikern zeigt sich die Band in absoluter Topform. Genauso verhält es sich mit der Aufnahme. Der Ton ist erstklassig und die Bildqualität exzellent. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, mittendrin statt nur dabei zu sein. ZZ Top feuer aus allen Rohren, präsentieren eine wunderbare Retrospektive aus allen Schaffenszeiten - angefangen von Tracks der Frühwerke wie "Tres Hombres" über die 80er-Megahits von "Eliminator" bis hin zu neuem Material. Als besonderes Bonbon gibt es zudem eine Hommage an Claude Nobs, seines Zeichens Gründer des Montreux-Festivals. Da stoßen Mike Flanigin an der Hammond Orgel und Van Wilks an der Gitarre zur Band. Das Bonusmaterial bietet ein paar wenig spektakuläre Interviews mit Gitarrist Billy Gibbons und Bassist Dusty Hill.

 

Fazit: Texas fürs Wohnzimmer - ZZ Top begeistern

 

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Titelliste:
1. Got Me Under Pressure
2. Waitin’ For The Bus
3. Jesus Just Left Chicago
4. Gimme All Your Lovin’
5. Pincushion
6. I Gotsta Get Paid
7. Flyin’ High
8. Kiko
9. I Loved The Woman
10. Foxey Lady
11. My Head’s In Mississippi
12. Chartreuse
13. Sharp Dressed Man
14. Legs
15. Tube Snake Boogie
16. La Grange
17. Tush

PS4-Review: Watchdogs

71YvEUo0JYL. SL1141 Da ist er ja nun endlich, der langersehnte GTA-Killer für die PS4: Watch Dogs war nicht mit geringem Hype erwartet worden und verschlägt nach ewiger Verzögerung den Spieler in ein von Hackern beherrschtes Chicago. Aber ist Watch Dogs wirklich besser als GTA V? Nein! Das Spiel ist grandios, mit enormem Umfang versehen und bietet einige richtig coole Spielideen, doch am Thron des Open-World-Gottes kratzt Ubisoft damit keineswegs.

Nicht falsch verstehen: Watch Dogs ist das beste bisherige Spiel der neuen Konsolengeneration, doch nicht alles ist hier Gold, was glänzt. Kurz zur Story: Wir sind Aiden Pearce, ein Hacker und Ex-Gangster, dessen kriminelle Vergangenheit zu einer blutigen Familientragödie führte. Nun ist man also auf der Jagd nach den Leuten, die der Familie Leid zugefügt haben, und hat die Möglichkeit, jeden in seinem Umfeld zu überwachen und zu hacken, indem Pearce alles manipuliert, was mit dem Netzwerk der Stadt verbunden ist. Ob Überwachungskameras, Handyhacks, Ampelkontrolle, Brücken- und S-Bahn-Manipulation - (fast) alles ist möglich.

Die Storyline ist mehr als üppig, 40 Stunden kann man alleine damit beschäftigt sein. Die offene Welt ist eher halboffen. So gibt es nur sehr wenige Gebäude, die man betreten kann, dies zum Beispiel war in GTA deutlich besser. Auch kann man sein erhacktes Geld nicht wirklich schön unter die Leute bringen. Autos klaut man oder bestellt sie an einen Standort, Häuser kaufen ist ebenfalls nicht möglich, die Freizeitaktivitäten sind sehr eingeschränkt. Mal einen trinken gehen oder einen digitalen Trip einwerfen - das war's schon und ist in der Regel nur ein kurzer und nicht so häufig wiederholbarer Spaß. Hier hat GTA ganz klar die Nase vorn. Die Steuerung von Watch Dogs ist am Anfang etwas störrisch, weil die Tastenbelegung nicht immer den eingebürgerten Regeln entspricht.

Mit X etwa duckt man sich und sucht Deckung. Gerannt wird mit R2. Nach einigen Stunden stellt das aber kein großes Problem mehr dar. Auch ist die Fahrphysik nichts, womit man von Seiten Ubisofts prahlen sollte. Wenn man den Vergleich mit GTA aber gar nicht anstellt, bekommt man mit Watch Dogs ein großartiges, lang fesselndes Spiel (in der Storyline). Hat man die Geschichte allerdings einmal durchgespielt, reizt das Game nicht mehr zum langen Aufenthalt in Chicago. Die Grafik ist gut, aber Next Gen sieht für mich noch etwas anders aus. Doch springt mal ins Wasser, hier reizt die Engine anscheinend alles aus. Die Wasserdarstellung ist absolut überragend.

 

Fazit: Bestes PS4-Game bisher, aber nicht der GTA-Killer

 

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Review: The Who - Quadrophenia live in London (BluRay)

71P9bC5n8JL. SL1024 Die Tour "Quadrophenia and More" kulminierte am 8. Juli 2013 in der Wembley Arena in London. Die Legenden von "The Who" spielten dort eines ihrer ambitioniertesten Werke von 1973 am Stück und die BluRay des Konzerterlebnisses liegt mir hier vor. Dass The Who live immer eine "Bank" sind, weiß der geneigte Musikfan ohnehin, dass die Band aber im hohen Alter eine solche Leistung wie hier abrufen kann, ist bewundernswert. Insofern haben wir es hier nicht mit dem Zeugnis einer alternden Gruppe zu tun, die ewiggestrig ihre Hits runterreißt, sondern vielmehr mit einer energetisch herausragenden Formation um einen gutklassig singenden Frontmann Roger Daltrey und einen fasziniert aufspielenden Gitarristen Pete Townsend.

Die gesamte "Quadrophenia" wurde auf der Tour gespielt, von der ersten bis zur letzten Note und mit allem, was dieses Klasse-Album ausmacht. Etwa dem grandiosen Solo der längst verstorbenen Basslegende John Entwistle oder der lustigen Gesangseinlage des noch länger unter der Erde liegenden Drummers Keith Moon. Beide wurde mittels moderner Technik bei den Songs "5:15" und "Bell Boy" quasi auf die Bühne katapultiert.

Nicht nur für die Fans ist das ein ergreifender Moment, auch die Reaktionen von Daltrey und Co beweisen, wie viel Spaß sie immer noch haben, "mit" ihren alten Weggefährten zu zocken. 

Zusätzlich zu Quadrophenia präsentiert die Band Klassiker wie “Pinball Wizard“, "Who Are You", “You Better You Bet”, “Baba O’Riley”, “Won’t Get Fooled Again” und “Tea & Theatre” von dem 2006 erschienenen Album Endless Wire. Die Bildqualität ist überragend, der Ton auch bestens und die Bühnenshow einfach nur umwerfend. Vor allem, die immer wieder eingespielten historischen Filmschnipsel, die teils geschichtliche Begebenheiten wie den zweiten Weltkrieg, teils die unglaublich jungen Mitglieder der Band präsentieren, verfeinern einen ganz feinen Auftritt. Das Ganze gibt es natürlich auch auf DVD und Audio-CD.

 

Fazit: Besser geht es nicht - ergreifender auch nicht

 

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Live-Fotos von The Who gibt es HIER!

 

 

Review: Möngöl Hörde - Möngöl Hörde

mongol-horde-album-cover-artworkDas hier ist für Euch, Ihr Pop-Radio hörenden Hausfrauen, die Ihr Euch unseren Frank Turner einverleiben wollt. Ihr, die "Worse things happen at sea" nicht kennt, sondern nur die vereinzelt poppigen Radio-Songs wie "Recovery" verehrt und den Typen einfach sooo süß findet. Ihr, die nicht verstehen werdet, dass aus Turner nie Schmalz Jovi oder Rockverräter Bryan Adams werden wird. Diese CD ist für Euch, ein Schlag in Euer Gesicht, der Beweis, dass nicht jeder Musiker von Balladen verdorben werden kann. Das Debüt von Möngöl Hörde mit Frank Turner als Shouter, Screamer, Rotzer und Frontgrunzer beweist, dass er seine Wurzeln (Million Dead) nicht vergessen hat, sie nicht verleugnen will, sie weiter ausschweifen lassen möchte. Der Beweis, dass Mainstream reich aber nicht glücklich machen kann. Diese CD ist aggressiv, sie ist verstörend und abgefahren. Irgendwo zwischen Rumpel-Punk, Hardcore und genialen Rage against the Machine- Hooklines angesiedelt, reißen Möngöl Hörde auf 13 Songs Wunden auf und streuen Salz hinein. "Weighed And Found Wanting", "My Judas", "How The Communists Ruined Christmas" oder "Make Way" - um nur die Glanzlichter einer gänzlich strahlenden Atombombe zu nennen - verströmen eine derart positiv-radikale Aggressivität, dass man sich kaum vorstellen mag, in welch Inferno ein Live-Auftritt dieser Band ausarten kann. Frank Turner (Gesang) aka Renrut, Ben Dawson (Schlagzeug) aka Awesome und Matt Nasir (Gitarre) aka Nadir zerstören auf ihrem Erstlingswerk alles, was den Anschein an Angepasstheit signalisiert. Danke! 

Die Band bleibt dabei betont minimalistisch, ein Konzept, welches auch ihre schmale Webseite untermauert: “Mongol Horde is more than a band. Mongol Horde is a movement. Mongol Horde is an invasion. That’s not actually true. Mongol Horde is a band. We don’t really want to talk about it. Listen to the music. Enjoy it, or don’t. Stop fucking asking questions.” Dem ist dann auch einfach nichts mehr hinzuzufügen (außer vielleicht, dass ich sehr hoffe, dass ich meine Eingangs-Hasspredigt nicht irgendwann bereuen muss. Frank, stay hard, true as steel!).

 

Fazit: Verstörend aggressiver Soundtrack zur Übernahme der Weltherrschaft

 

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PS4-Review: Wolfenstein - the new Order

wolfenstein-the-new-order-ps4- Was wäre wenn? Diese Fragestellung ist Ausgangspunkt der Story des neuen Wolfenstein-Ablegers "The new Order". Angelehnt an ein Szenario etwa aus Robert Harris' Vaterland haben die Nazis den Krieg gewonnen, London besetzt.

 

Halt!! So wäre es, wenn Wolfenstein nicht wieder einmal in Deutschland aufs Lächerlichste verändert worden wäre. Aus Nazis wird "das Regime", naturgemäß verzichtet man wieder auf allerlei nationalsozialistische Symbole, was die Atmosphäre der ordentlichen Ballerbude komplett den Bach runter gehen lässt. Bei all der Aufregung um Hakenkreuze und Hitler-Nennungen darf gesplattert werden, was das Zeug hält.

An der Gewaltdarstellung wurde nichts verändert. Im nachfolgenden Video werden die Unterschiede der Version schön herausgearbeitet. Die deutsche Rechtsprechung ist natürlich die Keule, mit der hier geschwungen wird. Nationalsozialistische Symbole sind verboten, der Führergruß ebenfalls. Was ein Computerspiel, also ein interaktiver Film, von einem "richtigen" Film unterscheidet, bleibt aber weiter unklar.

 

 

 

Spielerisch macht Wolfenstein eine Menge richtig, ohne aber zu brillieren. Die Level sind schlauchartig, man kommt fast auf eine falsche Fährte, dennoch hat man einige Stunden vor allem durch die packende Hintergrundstory Spaß. Widerstandkämpfer und Hauptdarsteller B. J. Blazkowicz lag jahrelang im Koma und wacht 1960 auf. Die Welt ist von Nazis, oh tschuldigung, vom Regime beherrscht. Blondie muss dann den Widerstand von Grund auf neu aufbauen, um schließlich den Ober-Nazi, ähh, Ober-Regimist General Totenkopf zu besiegen. Die Grafik auf der PS4 ist super, aber es bleibt Luft nach oben, der Sound ist leider ebenfalls zensiert. Dialoge wurden verändert, das Wort Nazi fällt natürlich nicht einmal. Manchmal meinten es die Entwickler zu gut, wollten etwas Abwechslung in den recht stromlinienförmigen Shooter bringen. Das äußert sich dann durch öde "Missionen" im Versteck der Rebellen á la "Bringe den Lötkolben von A nach B" etc. Hübsch sind die Goodies, die ab und an zu finden sind. So gibt es zahlreiche Schallplatten zu entdecken (und danach abspielbar). Da gibt es beispielsweise die "Käfer", eine ehemals britische Band (Beatles), die nur noch auf deutsch singen darf. Sehr witzig und erschreckend zu gleich.

 

Fazit: Guter Shooter, der durch die deutsche Lokalisation komplett an Atmosphäre verliert und deshalb nur 3 von 6 statt 5 von 6 bekommt

 

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Review: Arch Enemy - War Eternal

archenemywareternalcdArch Enemy, die dritte Reinkarnation ist da und selten hat ein Sängerwechsel harmonischer und entspannter stattgefunden als der von Angela Gossow zu Alissa White-Gluz (Ex-The Agonist). Dazu löste bereits 2012 Gitarrist Nick Cordle Leadklampfer Michael Amotts jüngeren Bruder Christopher ab und nun kann auf "War Eternal" also das neue Line-up bestaunt werden. Mit Alissa kommt eine technisch hochbegabte Sängerin zu Arch Enemy, die bei The Agonist bewiesen hat, dass sie neben hasserfüllten Death Metal-Growls auch wunderschöne cleane Melodien trällern kann.

Das sorgte im Vorfeld bei den Die Hard-Arch Enemy-Fans für reichlich Sorgenfalten, doch die kann ich glatt bügeln: Alissa singt nicht ein einziges Mal clean. Alles beim Alten also? Mitnichten, denn "War Eternal" unterscheidet sich schon in einigen Punkten deutlich von den Werken mit der grandiosen Frontsau Angela Gossow. Michael Amotts ist zweifelsohne einer der genialsten modernen Gitarristen, hat zuckersüße Melodien genauso drauf wie kompromisslose Akkordwände und virtuose Soli. Während die CD mit "Never forgive never forget" nach einer Instrumental-Prelude in F-Moll und den Singles "War Eternal" und "As the pages burn" losballert als gäbe es keinen Morgen und sich gar nicht so sehr von den "alten" Arch Enemy unterscheidet, bemerkt man im anschließenden Verlauf der CD eine kleine aber feine Änderung im Grundton. Alissa grunzt technisch auf höchstem Niveau und genau das macht die Vocalpassagen eingängiger und weniger aggressiv als noch bei Angela, die keine große Technikerin ist, durch ihre rauhere Gangart aber echte Hassbrocken verspieh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alissa White-Gluz macht es hervorragend und ist eine würdige Nachfolgerin von Angela, der Grundton wird durch sie aber eingängiger. Das kann man mögen oder nicht. Mir gefällt es, macht es Arch Enemy doch leichter zugänglich. Zwischen seinen brillanten Sololäufen verliert sich zudem Mastermind Michael Amott ab und an in etwas sehr cheesige Gefilde und packt zuviel Zucker auf seine Melodien (etwa im Mittelteil des ansonsten hervorragenden "Time is Black)". Mit "No more regrets" ist gar ein echter Ausfall unter den 13 Tracks.

Der Mitgröhlrefrain zerstört hier den guten Aufbau des Songs und ist am Rande der Peinlichkeit. Soviel aber zu den kritischen Tönen von "War Eternal". "You will know my Name" klingt wie eine Art Dream Theater mit Eiern, ein Track wie "On and on" ist schlichtweg fantastisch und wird im späteren Verlauf gar noch von "Avalanche" mit seinem hymnenhaften Charakter und fantastischem Soloteil getoppt. Am Ende steht ein mollschwangeres Instrumentalstück ("Not long for this world") und rundet nicht die beste, aber dennoch eine sehr sehr gute Arch Enemy-Scheibe ab. 

 

Fazit: Arch Enemy 3.0 - ein wenig, aber nicht alles anders und weiter bockstark

 

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Review: Dio - Live in London

dio2Dio-Liveaufnahmen kann man eigentlich ja nie genug haben. Die neueste ist "Live in London" und wurde am 12. Dezember 1993 im Londoner Hammersmith Apollo aufgezeichnet. Bislang war dieses Konzert unveröffentlicht, die Qualität der Performance der Band um den formidablen Metal-Zwerg ist sicher nicht der Grund dafür gewesen.

Für Dio-Fans ist es eine besondere Show, weil es das leicht gefloppte (aber dennoch spannende) "Strange Highway"-Album featured. Mit Vinny Appice an den Fellen, Jeff Bilson am Bass und Tracy G an den sechs Saiten wird hier das Scheinwerferlicht auf eine nicht so häufig in Erscheinung getretene Bandformation gedreht.

Auch die Songauswahl ist etwas Besonderes, werden doch Klassiker mit (damals) neuen Dio-Songs gemischt, die der Gute nicht so häufig danach mehr gespielt hat ("Evilution"). Die Bildqualität ist in Ordnung, mehr nicht, deutlich kein HD (worauf aber auch hingewiesen wird), das Format leider nur 4:3. Dafür kann der Ton überzeugen.

 

 

Das Tracklisting:
01 Stand Up And Shout
02 Strange Highways
03 Don't Talk To Strangers
04 Evilution
05 Pain
06 The Mob Rules
07 Children Of The Sea
08 Holy Diver
09 Heaven And Hell
10 Man On The Silver Mountain
11 Drum Solo
12 Heaven And Hell (reprise)
13 Jesus, Mary & The Holy Ghost
14 Hollywood Black
15 The Last In Line
16 Rainbow In The Dark
17 We Rock
18 Here's To You

 

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PS4-Review: InFamous Second Son

91JQQYRvxL. SL1500 Exklusiv für die PS4 erscheint Infamous Second Son und setzt wie auch schon die Teile davor auf eine frei begehbare Welt. So richtig Open-World ist das Game hingegen nicht, da es kaum Sinn macht, sich außerhalb der Storyline zu bewegen. Diese hingegen ist kurz und knapp umrissen: Der 24-Jährige Delsin Rowe ist in einem Vorort von Seattle aufgewachsen, wo sein bedeutungsvolles Schicksal eher zufällig in sein Leben tritt: Nachdem er einige Leute aus einem brennenden Buswrack gerettet hat, bemerkt er, dass er die Fähigkeit besitzt, Rauch zu manipulieren, ihn zu bewegen oder sich sogar in ihn zu verwandeln. Das macht ihn zu einem "Bioterroristen" und das Abenteuer geht los. 

Sieben Jahre sind seit der letzten Episode mit Cole MacGrath vergangen und die Welt hat sich deutlich verändert. Jeder Bürger, der nur die geringsten Anzeichen von übernatürlichen Kräften zeigt wird als „Bio-Terrorist“ abgestempelt und sofort dem Department of Unified Protection (DUP) überstellt. Einer Regierungseinrichtung, die sicherstellen soll, dass sich die katastrophalen Ereignisse von Empire City und New Marais niemals wiederholen. So findet sich auch Delsin Rowe, der Autoritäten gegenüber noch nie sehr viel Respekt gezeigt hat, bald in den Fängen der DUP wieder. Infamous Second Son setzt auf die Möglichkeiten, die der neue PS4-Controller bietet: Toouchscreen und Bewegungsensoren werden optimal genutzt, die Steuerung ist das Highlight des Spiels. Die Moves und Spezialfähigkeiten von Delsin gehen dem Spieler schon bald in Fleisch und Blut über.

Die Grafik dagegen ist gut, aber noch nicht das, was man sich unter "NextGen" vorstellt. Da ist noch viel Platz nach Oben. Spielerisch gibt es gleich zu Beginn die Möglichkeit, sich für die gute oder die böse Seite zu entscheiden - Star Wars lässt grüßen. Die Wahl verändert den Spielablauf, so dass ein zweites Durchspielen des Games durchaus Spaß macht. Auch Infamous-Neueinsteiger ist Second Son geeignet, da die Vorgeschichte eigentlich nichts zur Sache tut.

 

Fazit: Das erste "Must Have" für die PS4

 

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Review: Rocksmith 2014 (PS3)

rocksmith-2014-edition-ps3Als geübte und erfahrene Gitarristen habe ich ja schon einiges an der PS3 probiert. Dummes Rumgegklicke auf der Plastikklampfe bei GuitarHero oder Rockstar zum Beispiel. Rocksmith von Ubisoft hat da ein anderes und weitaus interessanteres Konzept - wenn auch nicht für Leute, die keine Gitarre in den eigenen vier Wänden rumstehen haben. Mittels eines USB-Klinkenkabels wird die eigene Gitarre mit der Station verbunden und dann kann es auch schon losgehen. Rocksmith 2014 ist der neuste Streich und in vielen Punkten gegenüber dem innovativen Vorgänger verbessert worden. Doch, kann man so wirklich Gitarre lernen? Und macht es auch als erfahrener Gitarrist Spaß?

Nein, einen Gitarrenlehrer ersetzt das virtuelle Geklimper nicht, dafür sorgt schon die (für Gitarristen) recht seltsame Ansicht. Ist man es nämlich gewohnt Tabulaturen so zu lesen, dass Töne auf der dicken E-Saite unten auf dem Blatt angezeigt werden, hat Ubisoft sich dafür entschieden, uns eine Sichtweise zu spendieren als würde man durch einen transparenten Gitarrenhals von hinten durchschauen. Die dicke/tiefe E-Saite ist also oben! Das irritiert echte Gitarristen für einige Stunden und sorgt für viel Ärger am Anfang. Hat man sich aber einmal eingegrooved und akzeptiert, dass es sich hier eben doch "nur" um ein Spiel handelt, fluppt es immer besser. Kurzum: Gitarristen können auch ihren Spaß an Rocksmith haben. 

Über 50 Hits der unterschiedlichsten Genres stehen im Spiel zur Auswahl, darunter Alternative Rock, Heavy Metal, Classic Rock und mehr. Lieblings-Songs werden Schritt für Schritt und Note für Note erlernt, gestützt durch eingestreute Übungen. Die Auswahl ist natürlich Geschmacksache, kann aber mittels Euroeinsatz erweitert werden. 

Prima sind die viele verschiedenen Spielchen und Übungsoptionen. Der Riff-Repeater etwa erlaubt es, Lektionen, Schwierigkeitsgrad und Tempo anzupassen. Wunderbar schräg ist die Guitarcade. Dort gibt es elf Retro-Minigames, mit denen man neue Techniken spielerisch erlernen kann. 

Besonders wichtig im Vergleich zum Vorgänger: die technische Seite! Hier wurde nahezu alles optimiert und angefallene Kritikpunkte konnten fast gänzlich ausgelöscht werden. Ein Problem gibt es immer noch auf verschiedenen Fernsehern. Da kommt der Ton leicht zeitversetzt, was ein gescheites Spielen nicht möglich macht. Deshalb liegt Rocksmith 2014 eine Anleitung bei, wie man diese Probleme beheben kann. Die Ideallösung ist den optischen Ausgang der PS3 mit aktiven Boxen zu verbinden. 

Fazit: Der Gitarrenlehrer darf seinen Job behalten und sogar selber einmal mitspielen. Spaß werden sowohl Schüler als auch Profis an den sechs (oder vier Bass-) Saiten haben.

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Die Tracklist:
Aerosmith - Walk This Way
Alice Cooper - No More Mr. Nice Guy
Alice In Chains - Stone
Arctic Monkeys - R U Mine?
Avenged Sevenfold - Bat Country
Bob Dylan - Knockin' On Heaven's Door
Boston - Peace Of Mind
Bush - Machinehead
B'z - ultra soul
Def Leppard - Pour Some Sugar On Me (2012)
Deftones - My Own Summer (Shove It)
EarlyRise - Wasteland
Fang Island - Chompers
Foo Fighters - Everlong
Gold Motel - Brand New Kind Of Blue
Green Day - X-Kid
Iron Maiden - The Trooper
Jack White - Sixteen Saltines
JAWS - Stay In
Joe Satriani - Satch Boogie
Kiss - Rock And Roll All Nite
La Sera - Love That's Gone
Magic Wands - Black Magic
Mastodon - Blood and Thunder
Minus The Bear - Cold Company
Monster Truck - Sweet Mountain River
Muse - Knights Of Cydonia
Nirvana - Heart Shaped Box
Oasis - Don't Look Back In Anger
Pantera - Cemetery Gates
Paramore - Now
PAWS - Sore Tummy
Queen - We Are The Champions
Radiohead - Paranoid Android
Ramones - Blitzkrieg Bop
Ratt - Round And Round
Red Fang - Wires
R.E.M. - Losing My Religion
Rise Against - Savior
Rush - The Spirit Of Radio
Screaming Females - Rotten Apple
Slayer - War Ensemble
Splashh - All I Wanna Do
System Of A Down - Hypnotize
Tak Matsumoto - GO FURTHER
The Dear Hunter - Stuck On A Wire Out On A Fence
The Kinks - You Really Got Me
The Police - Every Breath You Take
The Rolling Stones - Paint It Black
The Shins - For A Fool
The Smashing Pumpkins - The Chimera
The Who - My Generation
Tom Petty And The Heartbreakers - Mary Jane's Last Dance
Weezer - Say It Ain't So
White Zombie - Thunder Kiss '65

 

PS4-Review: Call of Duty - Ghosts

Call-Of-Duty-Ghosts-Cover-237x300Dass immer so Rivalenkämpfe im Spielesektor entstehen müssen: Die Call of Duty (COD)-Serie kämpft stets gegen Battlefield - so auch zum Start der PS4 (unseren Battlefield-Test lest Ihr HIER). Mit COD - Ghosts kommt die neue Ballerorgie von Activison auf allen relevanten Plattformen heraus, so auch mit aufgehübschter Grafik für Next-Gen-Freaks. Geboten wird Gewohntes.

Die Story ist gut, hat keine großen Logiklöcher und dauert nicht allzu lange. Der Multiplayer-Teil glänzt wieder durch viel Variationen, einzig und allein das Leveldesign der Maps ist gähnend langweilig. Wenn man sich da mal an Maps zu Unreal-Zeiten erinnert, glaubt man, dass früher vielleicht doch vieles besser war. Die Grafik allerdings nicht, denn COD sieht fantastisch aus, das Spieldesign mit allerlei zerstörbarem Inventar der virtuellen Welten ist toll und eine kleine Neuheit gibt es dann doch: ein Hund! Ja, richtig gelesen! Riley ist in einer Mission sogar steuerbar und zudem der einzige Charakter, der einem irgendwie etwas gibt emotional. Denn die Marines in der Story, die gegen das aufstrebende Lateinamerika für die USA antreten, sind so blass wie ein vergilbtes Lanzerheftchen. 

COD: Ghosts ist ein solider Kracher, der langsam etwas Innovation vertragen könnte (wie auch Battlefield). Vielleicht ist das auch ein Grund für die deutlich schwächeren Verkaufszahlen gegenüber dem Vorgänger.

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Review: Batman Arkham Origins

batmanarkorBatsy ist zurück! Der dunkle Ritter darf erneut durch Gothams Straßen segeln, doch dieses Mal ist vieles (zum Glück nicht alles) anders: Warner versetzt den Spieler in Arkham Origins in ein Prequel zu den bereites erschienenen Games. Batman ist noch jung, etwas unerfahren und nicht ganz der kühle Stratege der Vorgänger.

Technisch und spielerisch ist kaum einer Veränderung vorgenommen worden. Grafisch pfeift die kurz vor der Rente stehende PS3 anscheinend aus dem letzten Loch, da ist kaum noch Verbesserung möglich. Deshalb sieht Arkham Origins genauso aus wie der Vorgänger, doch damit kann man gut leben. Gotham ist jetzt noch größer geworden, passenderweise wurde dem guten alten Batman eine Schnellreisefunktion spendiert, So muss man nicht stundenlang durch die - zugegeben imposanten - Häuserschluchten schwingen.

Durch einen enormen Schneesturm sind fast alle Einwohner Gothams übrigens in den heimischen vier Wänden eingesperrt. Diese Erklärung wird zumindest benutzt, um außer Ganoven nicht noch andere, "normale" Menschen simulieren zu müssen. Schade eigentlich, aber für solch eine Rechenleistung ist die PS3 anscheinend nicht mehr ausreichend (oder hat die Programmierzeit bei Warner nicht gereicht).

Immerhin: Ab und an aufpoppende Polizeifunksprüche ermöglichen fernab der Hauptstory schnelle Hilfe bei Überfällen auf der Straße. Die Handlung des Spiels findet vor dem Aufstieg der gefährlichsten Schurken und Mörder von Gotham City statt. Es geht um einen noch jungen, unerfahrenen und unkultivierten Batman, der einen entscheidenden Moment in seiner frühen Karriere als Verbrechensbekämpfer erlebt, der seinen Werdegang zum Dunklen Ritter bestimmen wird. Im Laufe der Handlung tauchen Zeugen auf und wichtige Beziehungen werden geknüpft.

Das Gameplay ist unverändert, die Tastenbelegungen hat man sofort wieder intus. Hübsch: Man kann durch die Bathöhle streifen. Da gibt es zwar nicht viel zu erkunden, für die Stimmung ist das aber dennoch klasse. Apropos: Sensationell ist erneut die deutsche Synchronisation. Alle Filmsprecher sind an Bord und mehr Batman-Atmosphäre ist in der Tat einfach nicht möglich. Filmreif sind auch die gerenderten Zwischensequenzen. Ebenfalls top: Soundtrack und der CS-artige Detektivmodus. Die Spielzeit ist locker mit allen Herausforderungen jenseits der 20-Stunden-Grenze anzusiedeln, was heutzutage mehr die positive Ausnahme denn die Regel darstellt. 

Es gibt aber auch echten Schatten, passend zum dunklen Ritter. Konnte man in den Vorgängern noch fast an jedes Gebäude seinen Haken anbringen und rumschwingen, so sind diese Ankerpunkte deutlich spärlicher geworden. Das nervt, denn richtig freies Schwingen ist nicht wirklich möglich. Dass man nur per Dauerfeuer auf der X-Tast rennen kann, ist in allen Teilen bisher ein Riesenmanko gewesen und auch da wurde nichts geändert. Schwach. Die Kämpfe mit Massen von Kriminellen sind deutlich härter, auch, weil das Ausweichen-Manöver nicht mehr gescheit funktioniert.

Das ist alles aber Meckern auf hohem Niveau, Batsy rettet Gotham und macht auch als Jungspund eine Menge Spaß. Hat man das Game durch, kann die PS4 und ein Neuanfang in Sachen dunkler Ritter gerne kommen.