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Freitag Februar 23, 2018
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Review: Roger Waters - The Wall

91kqIRIBXBL. SL1500 Schon wieder ein Mitschnitt von "The Wall"? Mittlerweile kann man sich eine kleine Sammlung aus Varianten des epochalen Pink Floyd-Werkes in den Schrank stellen. Dennoch ist diese BluRay ganz anders: Roger Waters "The Wall" ist viel mehr als ein reiner Konzertfilm. Die Scheibe kombiniert auf ziemlich raffinierte und unterhaltsame Art Konzertaufnahmen mit dokumentarischen Versatzstücken. Während natürlich auch die starke Show in exzellenter Ton- und Bildqualität auf die Mattscheibe flackert, gibt es eine Art "Rahmenhandlung", zumeist biographischer Natur.

Hier geht um Spurensuche, denn Waters verschlägt es darin etwa nach Italien und Frankreich, um eine kleine Zeitreise zu den Orten zu unternehmen, an denen seine Vorfahren den Weltkriegen zum Opfer fielen. Die Sorge, dass die genialen Songs von "The Wall" dieser Story nachstehen müssen, ist unbegründet.

Alle Tracks werden komplett ausgespielt, die Schnitte und Überbelndungen sind exzellent und stören nur selten das Live-Erlebnis.

Insgesamt ist "The Wall" ein herausragendes Film- und Musikerlebnis. Die Höchstpunktzahl wäre erreicht worden, wenn das Konzert auch noch einzeln, also am Stück ohne die Doku-Schnippsel, anwählbar gewesen wäre.

 

Fazit: Starker Doku-Live-Mashup 

 

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Review: Star Wars Battlefront (PS4)

81LFs9qVbZL. SL1500 Star Wars - ein Name voller Faszination. Die Reihe punktet auf fast allen Feldern, nun soll mit Star Wars Battleground auch die Konsole (zurück-) erobert werden. Die Erwartungshaltung war dementsprechend gewaltig. Und genau daran zerbricht am Ende ein Spiel, das voller atmosphärischer Höhepunkte steckt. Wenn man in einer Eishöhle auf Hoth das unheilvolle Stampfen eines AT-AT spürt, macht man sich als Gamer fast in die Hose. Der Sound stimmt, die Grafik ist genial - und dennoch schafft es Star Wars Battlefront nicht mehr als nur ein Pausenfüller zwischen spielerischen Granaten wie Fallout 4 oder The Witcher 3 zu sein. Was ist das Problem? In erster Linie handelt es sich bei Star Wars Battlefront um einen reinen Multiplayertitel. Eine echte Single-Player-Kampagne gibt es nicht, lediglich einige Trainingsmissionen gegen schwache KI-Gegner können absolviert werden. Das war vorher bekannt und wäre auch nicht allzu tragisch, wenn denn der Multiplayerteil rundum gelungen wäre. Ist er aber nicht. Die Maps sind schwach und langweilen vom ersten Moment an. Dass man bei einem Vollpreistitel noch einen Seasonpass (rund 50 Euro!) kaufen soll, um Zugriff auf mehr Areale zu bekommen, ist schlichtweg lächerlich und unverschämt. 

Dazu gibt es spielerische Probleme: Die Maps sind lieblos (allein grafisch bombastisch) gestaltet, von Taktik muss man gar nicht erst reden, denn im Prinzip ist dies hier ein wildes Umhergeballere ohne Sinn und Verstand. Hätte dieses Spiel nicht das Star Wars-Label auf der Stirn kleben, wäre es sicher kein Topseller geworden (das es trotz der enorm schlechten Bewertungen ist). 

Das Schlimmste ist, wie verschenkt hier das riesige Potential des Franchise aber auch der genialen Grafikengine und der tollen Sounduntermalung ist. Das hätte ein richtiges Feuerwerk werden können, so ist Star Wars Battlefront lediglich eine Fehlzündung.

 

Fazit: Tolle Grafik, super Sound, mega Atmosphäre - aber wo ist das Spiel?

 

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Review: Fallout 4 (PS4)

81QYIG9wfL. SL1500 Was Bethesda anfasst, ist fast immer episch. Fallout 3 ist eines meiner Alltime-Favourites und wurde danach noch von Skyrim übertroffen. Insofern waren die Erwartungen bei Eintreffen des Musters von Fallout 4 nahe zu unermesslich hoch. Die ersten Minuten sind dann auch wie ein Deja-Vu: Fallout 3-Freaks fühlen sich sofort in die Zeit zurückversetzt, die Magie des postapokalyptischen Ödlandes mit einer großen Menge 50er Jahre-Charme ist sofort wieder da. Die große Freiheit zu tun, was immer man auch will, ist zu Beginn etwas überfordernd, wird dann aber zu einer der Stärken des Games. Sobald man aus Vault 111 herausschreitet, ist man allein. Idealerweise führt der erste Weg zurück in das Heimatdorf Sanctuary. Nun gilt es eine Menge Abenteuer zu bestehen, Freunde zu finden, Feinde zu töten, Bündnisse zu schmieden, Häuser zu bauen. Alles getragen vom sensationellem Flair des Spiels. 

Fallout-Neulinge könnten die etwas zähe Menüführung bemängeln. Es gibt zu lange Wege bis man an eine Option im sagenumwobenen Pip-Boy gelangt. Das wirkt ein wenig altbacken. Auch die Grafik ist nicht auf dem neusten Stand der Technik, sondern lediglich eine leichte Weiterentwicklung des PS3-Skyrim-Grafik. Das ist enttäuschend - zu Beginn. Steckt man erst einmal knietief in den Missionen, passiert etwas, was bei Fallout 3 schon eingetreten ist: Sucht. Plötzlich ist die Grafik egal und auch die vorhandenen technischen Probleme (etwa zahlreiche Clippingfehler) treten in den Hintergrund. Mindestens 100 Stunden - wahrscheinlich sogar deutlich mehr, wird man investieren können, bis Fallout langweilt. Die Kämpfe sind zum Teil sehr fordernd, selbst auf der leichtesten Stufe. Hat man aber einmal zarte Bande mit einem Supermutanten geknüpft, folgt er einem durch das Ödland. Und "Strong", so sein werter Name, räumt ordentlich was weg (Foto unten). Nur eine Sache nervt wirklich gewaltig: Um an die Karte zu kommen, muss man immer durch die Tiefen des Pip-Boys. Ansonsten: Das Spiel des Jahres!

 

Fazit: Grandioses Spiel mit einigen wenigen technischen Unzulänglichkeiten

 

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Review: Need for Speed (PS4)

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Need for Speed war einmal der Spiel gewordene feuchte Traum der Gamepad/Lenkrad-Akrobaten. Seit einigen Jahren dümpelt EA's Straßenflitzer in der Belanglosigkeitsgarage herum. Mit diesem Reboot soll alles viel besser werden. In Ventura Bay gilt es den Cops ein Schnippchen zu schlagen, sich mit seinen "Homies" Rennen über schick designte Straßen zu liefern und eine Story zu absolvieren. Genau diese hat man aber in maximal 15 Stunden beendet und dann gibt es leider nicht mehr viel zu tun in Ventura Bay. In der arg klischeebehafteten Clique ist der Spieler der neue, heiße Fahrer und muss versuchen, sich einen Namen zu machen.

Um dies zu schaffen, darf - und das ist sehr erfreulich - umfangreich an den Autos rumgeschraubt werden. Natürlich geschieht dies eher auf einem spielerischen Niveau, denn im Simulationsmodus, doch es macht Spaß und die Auswirkungen der verschiedenen Einstellungen sind auf der virtuellen Straße durchaus spürbar.

Dennoch hat Need for Speed Probleme. Massive Probleme. Wäre da einmal die Entscheidung von EA, ausschließlich Nachtfahrten anzubieten. So schick die grafischen Effekte bei regennasser dunkler Straße umgesetzt sind, auf Dauer ist es eintönig, niemals das Tageslicht zu erspähen und in den Sonnenuntergang zu brausen. Nerven tut auch, dass eine dauerhafte Internetverbindung vorausgesetzt wird, alles läuft in Echtzeit, eine Pausentaste sucht man vergeblich.

Die Anzahl an Autos ist überschaubar aber durchaus ausreichend (siehe Liste unten), dabei darf nicht jedes Vehikel beliebig modifiziert werden. Aber, wer will schon einen Ferrari mit Aufklebern zupappen?  

Die Story ist wirklich völlig überflüssig und hemmt eigentlich eher den Spielfluss (Zwischensequenzen sind mal wieder nicht wegklickbar), denn der Spaß am Rasen ist ein Stück weit zurück bei Need for Speed. Unterm Strich bleiben aber zu viele verpasste Chancen. Wenn wir den Reboot als Start in eine Ära sehen wollen, muss da noch eine ganze Menge mehr kommen.Die PC-Fassung erscheint im Frühjahr 2016.

 

 

 

Fazit: NFS bleibt auch nach dem Reboot ein Leichtgewicht mit toller Grafik

 

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Die Autoliste: 

 

BMW M3 E46
BMW M3 Evolution II E30
BMW M4
Dodge SRT Viper
Ford Focus RS
Ford Mustang
Ford Mustang GT
Honda S2000
Lamborghini Aventador LP 700-4
Lamborghini Diablo SV
Lamborghini Huracán LP 610-4
Lotus Exige S
Mazda MX-5 1996
Mazda RX7 Spirit R
Mercedes-AMG GT
Mitsubishi Lancer Evolution MR
Nissan 180sx Type X
Nissan Fairlady 240ZG
Nissan GT-R Premium
Nissan Silvia Spec-R
Nissan Skyline GT-R KPGC10
Nissan Skyline GT-R V-Spec 1999
Porsche 911 Carrera RSR 2.8
Porsche 911 Carrera S (991)
Porsche 911 GT3 RS
Subaru BRZ Premium
Subaru Impreza WRX STI
Toyota Supra SZ-R

Review: NBA Live 16 (PS4)

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Nach dem das letzte Jahr für EA Sports in Sachen Basketball ein absolut verlorenes war, kehrt die NBA Live-Serie nun gestärkt zurück: Grafisch und in Präsentationsfragenist EA dem großen Konkurrenten von 2K bereits fast enteilt, doch spielerisch ist der Weg zum NBA-Titel noch weit. Dabei muss das Leichtgewichtige von NBA Live 16 nicht schlecht sein. Während ich beim immer noch überragenden NBA2k16 manchmal als Basketball-Laie ob der Simulationslastigkeit des Titel verzweifle, ist NBA Live 16 ein Spiel für Zwischendurch, für Gelegenheitsspieler. Ein wenig geht EA hier den Weg früherer Fifa-Titel. Die Zugänglichkeit ist König, die Profis rümpfen die Nase. Bei Fifa hat man es über die Jahre aber immerhin hinbekommen, vor allem durch die große optionale Einstellbarkeit (Spielhilfen etc), dass sich die aktuelle Generation deutlich mehr nach Fußball anfühlt und in vielen Sachen sogar dem Fan-Liebling PES überlegen ist (realistischere Regelauslegung zB). Leider ist es auch mit den Fernsehkommentatoren (Jeff van Gundy und Jalen Rose) wie bei Fifa: Einmal, maximal zweimal gehört, dann ausgeschaltet. Zu belanglos und nicht immer passend labern die beiden daher. 

Auch hier - wieder eine Parallele zur Fifa-Serie - gibt es mittlerweile einen unterhaltsamen Ultimate Team-Modus, das könnte in Zukunft ein großer Trumpf dieser Reihe werden. Das Erstellen eigener Spieler macht EA-typisch großen Spaß, leider kann man keine komplett eigenen Mannschaften erstellen.  

 

 

Fazit: EA Sports ist auf dem richtigen Weg - zur Spitze ist es aber noch weit

 

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Review: Fifa 16 (PS4)

817hRspJkEL. SL1500 Der "Krieg" zwischen PESlern und Fifa-Freaks tobt in jedem Jahr. Beide beanspruchen absoluten Realismus für "ihr" Spiel, das bietet aber natürlich keines der beiden. Konami versaut seit einigen Jahren regelmäßig Entscheidendes: In diesem Jahr gibt es beispielsweise nahezu keine Fouls der KI, dazu werden brutalste Todesgrätschen vom Schiri nicht oder in Ausnahmefällen mit Gelb geahndet. Jedes (!) PES 16-Spiel artet in eine üble Treterei aus. Da kann die Ballphysik noch so super sein, es ist schlichtweg ein Graus.

Auch Fifa 16 macht wie immer nicht alles richtig, dennoch sehe ich EA Sports hier vorne. Einigen sanften Verbesserungen zu Fifa 15 (Torhüterstellungsspiel etwa) stehen drastischere Änderungen in der Spielanlage gegenüber. So sind die Matches nun deutlich Mittelfeldlastiger, was realistischer ist. Dadurch werden die Spiele etwas langsamer, die Grundgeschwindigkeit ist wie bei PES aber immer noch viel zu hoch. Da gilt es, das Tempo auf "Langsam" in den Optionen zu drosseln. Auch Sololäufe der Topstars klappen noch viel zu häufig. Im Gegensatz zu Konami lässt EA es aber zu, dass man tief in den Eingeweiden des Spiels alle Werte eigenständig ändern kann. Senkt man hier beispielsweise Sprint und Spielgeschwindigkeit (und levelt die übermenschlichen Goalies herunter) wird Fifa 16 zu einem Spiel, wie es realistischer in der Reihe noch nie war.

Dribbelkids werden Fifa 16 auf manuell gestellt hassen, doch die sind ohnehin nur ein nervtötender Faktor im Onlinespiel. Ach die Verteidigung wurde verändert und ist so schwer aber auch so effektiv wie nie zuvor. Um die Agilität und Bewegungen echter Profis abzubilden, gibt es jetzt die sogenannte Defensive Agility. Die Verteidiger machen die Räume eng und können schnelle Richtungswechsel vollziehen, um am Gegner dranzubleiben.Dazu kommt die grandiose Präsentation (jetzt auch mit echtem Bundesligaflair), Freistoßspray, Torkamera in Deutschland und England, dazu Lizenzen, Lizenzen, Lizenzen und den überaus beliebten Ultimate Team-Modus. Erstmals übernimmt der langjährige PES-Sprecher Wolff-Christoph Fuss die Rolle des Haupt-Kommentators und hat an seiner Seite Frank Buschmann. Wie gehabt:

Nach zwei bis fünf Partien nerven die beiden, auch, wenn bei Ausstellen des Kommentars einige nette Infos (etwa über die Live-Spielstatistik) des Duos über Bord gehen. Online ist soweit alles in Ordnung, meist laufen die Server stabil, lediglich scheint die KI gerade bei Online-Spielen deutlich dümmer zu agieren, Die Grafik ist solide, unterscheidet sich jedoch wenig vom Vorgängern. Zumindest hier hat PES mittlerweile die Nase deutlich vorn.

 

Fazit: Das realistischste Fifa seit langem - mit gewohnt kleinen Macken

 

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Fifa kaufen? HIER entlang!

Review: NHL 16 (PS4)

81dhyTwCgWL. SL1500 Der Sprung in die nächste (Konsolen-) Generation scheint nicht ganz ohne, bedenkt man, wie vermurkst EA Sports NHL 15 war (Review). Mit der aktuellen Auflage musste dann dementsprechend Wiedergutmachung betrieben werden. Gestrichene Features kommen nun zum Glück zurück, das Gameplay war auch 2014 überragend, jedoch krankte das Spiel an Mangelerscheinungen in Sachen Spielmodi (die dann zum Teil per Patch nachgeliefert wurden). Jetzt schafft es EA die verärgerten Fans der Reihe zu versöhnen. Optisch und atmosphärisch wurde das ohnehin grandiose Drumherum eines NHL-Spiels noch einmal aufgebohrt und wir sehen bei NHL 16 in der Tat das schönste Spiel der Reihe. Aus der Kategorie "überflüssig, aber so coooooool" gibt es in diesem Jahr wachsende Playoff-Bärte und blöd guckende Maskottchen. Ich mag diesen Quatsch am Rande. Apropos Quatsch: Die Kämpfe zwischen den Spielern sind noch etwas packender geworden und machen mehr Laune denn je. 

Auch das Spielgefühl wurde überarbeitet: Die Animationen sind nun deutlich flüssiger als noch im Vorjahr. Dazu gibt es einige neue Probleme, wie unrealistische Backhandtore. Ärgerlich: Die Winterchallenge ist wieder weg, dabei hat doch gerade das Spiel im Freien besonders gebockt. Doch das ist schon ein Meckern auf hohem Niveau. "Be a pro", Playoff-Modus, Saison-Modus (auch in anderen Ligen als der NHL) - die Features sind zurück und das ist gut so. NHL 16 ist nicht perfekt, aber EA hat auf die Spieler gehört. 

 

Fazit: NHL ist zurück. Fast perfektes Eishockey-Spiel

 

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Review: Madden NFL 16 (PS4)

madden16EA Sports hat den Bogen wieder raus: Nachdem 2013 mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut wurde, steigerte sich das Franchise 2014 wieder. Nun liegt mit Madden16 das womöglich beste Football-Game aller Zeiten in der PS4. Zwar können auch Football-Noobs durchaus Spaß am Spiel haben, doch das Gameplay wird vor allem den Madden-Veteranen gefallen.

Der Realismus wurde deutlich nach oben geschraubt, von wegen nur ein paar Tasten drücken und das Ei kommt beim Wide Receiver an. No, no, no! Will man als Quarterback den Ball gescheit passen, sind schon einige Skills gefragt. High, Low, LOB, Touch oder Bullet - alles ist möglich und auch das Fangen ist fordernder geworden. Das ist neben einigen neuen Spieloptionen wie dem Champion Draft (Fantasy-Team aus NFL-Superstars und Legenden erstellen) das Pfund, mit dem Madden NFL 16 in diesem Jahr wuchern kann. Das alles geschah ohne die Spielbarkeit einzuschränken.

Damit Neulinge nicht in die Röhre schauen bietet der Skill-Trainer über 60 Tutorials und Drills an und führt so Madden-Babys in das Spiel ein und bringt einem die verschiedenen taktischen Pass- und Laufwege näher. Dazu kommt der beliebte Gauntlet-Modus mit Boss Battles, Extra Life Challenges und Möglichkeiten in einem Einzelspiel Level auf- oder abzusteigen. 

Grafisch ist wie immer alles vom Feinsten: Die Spieler hauchen kalten Atem bei Winterspielen, die Wettereffekte sind hübsch, die Karambolagen brutal schön. Die Pre-Game Animationen sind nun fast wie bei den ESPN-Übertragungen. Allein in Sachen Fankultur hat NFL seit jeher ein Problem. Warum sehe ich keine Maskottchen zum Beispiel? Aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau, Madden NFL 16 ist das beste Madden seit ... ja seit mindestens mehr als einem Jahrzehnt. Vielleicht sogar das beste Football-Spiel aller Zeiten.

 

Fazit: Volle Punktzahl für eine echte Football-Simulation

 

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Review: Iron Maiden - The Book of Souls

Book of Souls Iron MaidenDoppel-CD, 92 Minuten? Feuchter Traum? Nein, die neue Maiden ist so lang und wurde bereits vor der Bekanntgabe der Krebserkrankung von Frontsirene Bruce Dickinson fertiggestellt. Nun, da er scheinbar genesen ist, darf der Rundling in die Shops gestellt werden. Zuvor gab es bereits eine große Ankündigung, dass die Band mit einem neuen Jumbo-Jet mit Kapitän Bruce am Knüppel die Welt bereisen und bespielen wird. Die Vorfreude auf "The Book of Souls" konnte deshalb nicht größer sein, doch können Maiden über mehr als eineinhalb Stunden glänzen? 

Der Opener "If eternity should fail" macht schon einmal einen exzellenten Eindruck, ist untypisch für das erste Stück einer Iron Maiden-Scheibe. Eher im Midtempo verwurzelt grooven sich die Jungfrauen mit einem großartig singenden Dickinson durch fast neun Minuten. Alle Trademarks der Band sind da, orientalische Harmonien versüßen den Mittelteil und der Refrain ist ein absoluter Ohrwurm, der spätestens nach dem zweiten Mal zündet. Jetzt hauen die Briten die Single "Speed of Light" raus und die folgt dem Maidenschen Album-Schema seit 2000, welches besagt, dass die Single schnell und einfach zu sein hat. Kein "Run to the Hills", aber auch weit entfernt von einem schlechten Song. Danach geht es kurz bergab: "The great unknown" wird auch nach fünfmaligen Hörens nicht zur Übernummer. 

Dafür hauen Harris und Co anschließend mit "The Red and the Black" eine starke Nummer in die Rillen, bei deren Wohohoho-Teil man die Massen in den ausverkauften Stadien der Welt mitsingen zu hören vermag. Hat man sich erst einmal an die konsequent durchgesetzte Strophen-Gesangslinie gewöhnt (hier singt Bruce quasi analog zum Gitarrenlick), hält der 13-Minüter von Gitarrenduellen bis geilem Refrain eine ganze Menge zum Entdecken bereit. 

"When the River Runs deep" startet mit einem Lick, das auch auf "Seventh Son" sich hätte entladen können, bevor der Song richtig Fahrt aufnimmt und sich so zu einem der schnellsten Tracks der CD entwickelt (nicht ohne eine Maiden-typische Halftime Bridge natürlich).

Der Titeltrack ist mit seinen zehn Minuten fast zu kurz, scheint "The Book of Souls" doch hell und schön in der Herbstsonne der Maiden-Karriere. Klar, das Intro ist direkt stark an "The Talisman" vom letzten Album "The Final Frontier" angelehnt, doch danach zeigen unsere Lieblings-Jungfrauen, was sie im hohen Alter songwriterisch noch so auf dem Kasten haben. Wieder hören wir orientalische Skalen über langsam groovenden Rhythmen, haben einen Hauch "Powerslave" im Ohr und sind beeindruckt von Dickinsons Interpretation. Im letzten Drittel gibt die Band Gas und schafft es auch hier, dass 10.30 Minuten einem nicht zu lang vorkommen.

CD zwei startet mit "Death or Glory" in Gedenken an Kriegsnummern wie "Aces High" furios, kann einen tollen Refrain vorweisen, das Rennen gegen Trooper und Co aber naturgemäß nicht gewinnen. "Shadows of the Valley" ist eine Füllernummer, schade.

Besser macht es "Tears of a clown". Starker Refrain, die Vibes des Midtempo-Rockers erinnern an Dickinson-Werke wie "River of no Return" oder "Coming Home", der Soloteil ist einer der besten und mitreißendsten des gesamten Albums. Mit "The Man of Sorrows" holen Iron Maiden noch einmal Luft in Form einer hübschen Ballade, bevor der Höhepunkt des Albums einem die Kinnlade aufstehen lässt.

"Empire of the Clouds" ist ein absolutes Epos, das jeden Cent der CD alleine Wert ist. Die (wahre) Geschichte um das Luftschiff R101, einem Monster von Zeppelin, in den die ganze Titanic gepasst hätte (!) und das 1930 in Flammen aufging, ist echtes Prog-Material, ohne dass man je vergessen kann, welche Band hier spielt. Der ungewöhnliche Klavierbeginn und das später einsetzende Orchester täuschen nicht darüber hinweg, dass alle Maiden-Trademarks in den 18 Minuten ausführlich zum Tragen kommen. Wir reden hier von einem Song, den weniger vertrackte Dream Theater (mit besserem Sänger) oder frühe Marillion (mit dickeren Eiern) zusammen geschrieben haben hätten können. Wir reden hier von einem absoluten Brillanten in Maidens Karriere, der so manch schwächeren Track auf "The Book of Souls" vergessen lässt. 

 

Fazit: Drei Songs weniger und die Höchstpunktzahl wäre vorstellbar gewesen

 

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Review: Frank Turner - Positive songs for negative people

317003a-empFrank Turner steckt in der Klemme. Soll er weiter den verzweifelten Poeten geben wie bei mitreißenden und körperlich weh tuenden Songs a la "Worse things happen at sea" oder trällert er mehr harmlose Erwachsenen-Radio-Fetzen im Stil seiner eher künstlerisch durchwachsenen aber enorm erfolgreichen letzten Scheibe "Tape deck heart"?
Mit "Positive Songs for negative people" kultiviert der Brite eher letzteres, verändert dabei die Instrumentierung der Tracks im Härtegrad, so dass er in einem Bandcontext während seiner Solokarriere noch nie so krachend klang. Mehr Springsteen, weniger Turner könnte man sagen, denn während die Melodien (immer eine seiner großen Stärken) zu lieblich und beliebig daher kommen, verdeckt die wuchtige Produktion so manche songwriterische Perle. Mit dem ersten Song zündet Frank eine akustische Nebelkerze, denn danach verändert sich die Stimmung der CD enorm. "Get better" ist nett aber Turner-Stangenware, wohingegen der nachfolgende Song "The next storm" zeigt, dass Frank auch mit vollster Band mitreißen kann. Vor allem der Halftime-Part in der letzten Minute ist episch.

Danach wird es arg gleichförmig auf der Langrille und Frank turnt in Jagdgründen zwischen dem Hooters (Demons) und eben Springsteen ("Glorious you") herum. Der Aufbau der Songs ist oft zu ähnlich, als dass man vor Freude vom Stuhl hüpfen möchte. Und dennoch: oft ergreift einen das Gefühl, dass es die enorme Wucht des Bandspiels ist, die die Songs nicht scheinen lässt. Zu guter Letzt packt Tuner mit "Song for Josh" einen eben jener akustischen Tracks aus, die die Welt für eine Sekunde still stehen lässt. Überragend.
Hört man sich nun die Deluxeversion von "Positive Songs for negative people" an, die bis auf letztgenannten Track alle Songs des Albums noch einmal als Unpluggedfassung enthält, in der Frank alles auspackt, wofür wir, die nicht im musikalischen Mainstream schwimmen, ihn so lieben, ist man zumindest etwas versöhnt. Jeder Song mit Ausnahme von "The next storm" ist in der Akustikversion besser, die Melodien rauher, die Intensität mitreißend, die Linien klarer, die Kanten schärfer und definierter. Das Songwriting scheint wie die Morgensonne. Diese "CD" bekäme 4,5 von 6 bei mir, für das "eigentliche" Werk gelten die Worte, die Frank in Get Better singt: We can get better because we are not dead yet

 

Fazit: zu viel Springsteen, zu wenig Turner

 

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Review: Lego Jurassic World

91R6iqrrPpL. SL1500 Ich gebe es zu: Ich war von den Lego-Spielen bisher immer fasziniert - genau 15 Minuten lang. Dann habe ich fast alle Spiele nicht mehr angerührt. Der erste Witz des Bauens und der lustigen Zwischensequenzen war stets schnell verflogen. Bei Lego Jurassic World liegt der Fall auf einmal aber ganz anders. Wo ich diese Zeilen in Stein meißele, habe ich bereits zwei der vier Filme durchgespielt und bin wirklich begeistert von dem Game. Das liegt einerseits natürlich an den Filmen (wobei 1 spitze, 2 und 3 mäßig waren und 4 noch beäugt werden müsste), andererseits aber auch an der dichteren Atmosphäre und den gestiegenen Spielideen. So kann man zum Beispiel endlich die Fahrzeuge wirklich steuern und muss nicht nur auf einen Knopf drücken. 

Mit den epischen Geschichten von Jurassic Park, Vergessene Welt: Jurassic Park und Jurassic Park III sowie dem aktuellen Blockbuster Jurassic World ist dieses Lego-Game schon ziemlich cool. Das in der LEGO-Form neu erschaffene und mit tollem Humor erzählte Abenteuer lässt unvergessliche Szenen und Actionsequenzen der Filme auferstehen, führt die Fans spielerisch durch viele Schlüsselmomente und gibt die Gelegenheit, die weitläufigen Gegenden von Isla Nublar und Isla Sorna zu erkunden.

Dazu gibt es die echten Synchronsprecher und die Möglichkeit, die Dinos selber zu steuern (etwa um Barrieren zu durchstoßen). Unkomplizierte Action und endlich wieder mehr Humor (Batman war wirklich deutlich zu lahmarschig und unlustig) machen Lego Jurassic Park zum echten Fun-Knüller auf der PS4. Was stört? Die Zwischensequenzen sind sehr lang und nicht immer abzubrechen. Dazu kommen einige Unzulänglichkeiten in der Steuerung, die oftmals problematisch ist, wenn es um knifflige Balanceakte etwa geht. 

 

Fazit: Das bisher beste Lego-Spiel

 

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Review: Dark Souls 2 - Scholar of the First Sin

51smafFKcILFett, fetter, Dark Souls II: Was "from Software" anpackt, geht selten schief und so kann auch die erweiterte Fassung von Dark Souls II namens "Scholar of the first sin" in Gänze überzeugen. Wo andere bei solchen Editionen lediglich die Grafik aufbohren und einige DLCs beilegen, haut man hier sogar veränderte Inhaltsstrukturen raus und macht so das Game zu einem Wiederspieler für Dark Souls II-Veteranen. Neue Gegner, neue NPCs, alte Gegner an neuen Positionen, deutlich stärkere Grafik (gespielt wird jetzt mit 1080p und 60fps)  - Dark Souls II wird hier zu fetten Gesamtpaket, das kaum Wünsche übrig lässt. An Bord sind alle bisherigen DLCs "Crown of the Sunken King", "Crown of the Old Iron King" und "Crown of the ivory King".  

Fast alles glänzt gülden, lediglich der noch einmal erhöhte Schwierigkeitsgrad haut einen aus den Socken. Das Spiel war ohnehin schon bockschwer, aber wir sind hier auch nicht auf einem Kindergeburtstag. Dark Souls war nie ein Feierabendzock, da muss man Zeit investieren und 100 Stunden sind schnell gefüllt.

In Zeiten der kurzen Popcorn-Kino-Games ist diese Eigenschaft aber ein einziger Pluspunkt. Noch einmal ein Wirt zur Grafik: Der PS3-Ursprung ist trotz der deutlichen Aufbesserungen nicht zu verleugen, wer Bloodborn gespielt hat, wird einigermaßen ernüchtert sein. Spielerisch und atmosphärisch ist "Dark Souls II: Scholar of the first sin" aber über absolut jeden Zweifel erhaben. Für Neueinsteiger in die DS-Welt ist es empfehlenswert und für "Wiedergänger" zudem ebenfalls - toller Spagat. 

 

Fazit: Geniales und bockschweres HD-Update 

 

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Lenhardts Spielejahr 1984

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Heinrich Lenhardt ist Spielefans vor allem durch seine jahrelange Arbeit als Spieletester bei verschiedenen Game-Magazinen ein Begriff. Heute arbeitet er von Vancouver aus als freier Journalist und Korrespondent für diverse Print- und Online-Medien. Seine persönliche Webseite findet man unter www.lenhardt.net.

In seinem nur als EBook erhältlichem Werk "Mein Spielejahr 1984" betrachtet der Fachmann 50 der besten Games des Jahres 1984. Warum 1984? Das hat nichts mit Orwell zu tun, doch ist 1984 ein Schlüsseljahr für die Compterspieleindustrie und nicht wenige der in diesen zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen gelten bis heute als absolut legendär. Lenhardt weiß um diese Tatsache und lässt das Jahr mit Spielen wie "Summer Games", "Elite", "Impossible Mission" oder "Kings Quest" Revue passieren. Jeder der 50 Zockerleckerbissen hat ein eigenes Kapitel, wird kurz beschrieben und mit einigen historischen Fakten bedacht. Der Duktus des Buches ist dabei ein sehr persönlicher, nicht selten erfährt man eine Menge über den Autor. Dies macht das EBook sehr charmant und für Computer- (oder Konsolen-) Freaks hochinteressant. Im Idealfall hat man einige der Games selber gespielt, dann öffnet sich die Gamer-Schatzkiste vollends und aus ihr verströmt der leicht muffige, aber wunderbar nostalgische Duft der 80er Jahre. 

 

Fazit: Wunderbare Zeitreise in eine goldene Ära der Spieleindustrie

 

 

 

 

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Update: Locations, die den Pott rocken!

Seien wir mal ehrlich, nicht in jeden Club, in jede Halle, zu jedem Open Air-Gelände geht man gleich gern, egal, wer da spielt. Sowohl als Fan, als auch aus Fotografensicht hat jeder so seine persönlichen Favoriten. Hier sind unsere persönlichen Top-Locations im Ruhrpott, die unbedingt rocken! Los geht's!

Turock, Viehofer Platz 3, 45127 Essen

Das Turock ist eine geniale Metaldisco, aber eben auch eine formidable Konzerthütte. Selbst Zwerge können problemlos einen Platz finden, um die Bühne zu sehen (Treppe, Empore) und auch für Fotografen ist es trotz meistens fehlenden Bühnengrabens entweder mit Körpereinsatz in der ersten Reihe oder aber entspannt auf der Treppe möglich, gute Fotos zu fabrizieren. Die ganz Großen des Genres finden sich hier nicht ein, dafür aber oft grandiose Pakete (etwa Bullet, Grand Magus gemeinsam). Für Front Row-Fanatics ist es nicht besonders schwer in die erste Reihe zu gelangen! Da es fast nie einen Bühnengraben gibt, ist man ganz besonders nah dran. Und nach dem Gig ist dann auch meist noch Disco. Der Sound ist fast immer gut! Rundum empfehlenswert, wenn es auch nicht immer eine wahre Wonne ist, einen Parkplatz zu finden.

Turock 


 FZW Dortmund, Ritterstraße 20, 44137 Dortmund

Das alte FZW war ein Jugendheim, nicht mehr und nicht weniger. Das neue ist eine tolle, große, gut klingende, 1300 Zuschauer fassende Halle mit Empore und Bar am Foyer und noch einer Bar im Innenbereich. Selbst, wenn das FZW ausverkauft ist, muss man an den äußeren Bereichen keine Platzangst bekommen. Auch hier wird gern gefeiert - nach Konzerten. In das neue FZW wurde quasi das alte integriert - ein Mini-Club für die ganz intimen Momente und die Zeitreise für Ur-Dortmunder. Hier spielen weniger zugkräftige Bands und das Licht ist aus Fotografensicht nicht das gelbe (meist eher das rote) vom Ei. Immerhin: Auch hier gibt es eine Bar! Parken ist rund um das FZW relativ einfach und problemlos.Wer Wert auf die erste Reihe legt; hat hier gute Chancen. Hier kann man es meistens mit nicht all zu viel Mühe und Wartezeit vor dem Einlass schaffen, in erste Reihe kommen (Ausnahmen bestätigen die Regel zB Frank Turner). 

FZW 


Ruhrcongress Bochum, Stadionring 20, 44791 Bochum

Irgendwie seltsam ist der Bochumer Ruhrcongress. 2003 eröffnet und mit einer wahnwitzigen Kapazität von 5000 Zuschauern ausgestatt, ist er zumindest im Rock und Metalbereich selten rappelvoll. Hübsch geht auch anders, aber dennoch spricht vieles dafür, dass man sich in dem Klotz wohlfühlen kann. Da wäre einmal das üppige Ambiente mit riesigem Foyer, Empore und Rauch-Außenbereich. Selbst, wenn diese Location sehr gut gefüllt ist, kann man meist an den Randbereichen gut stehen und sehen. Zum anderen ist da diese Currywurst: unwiderstehlich! Die erste Reihe ist breit aber der Graben recht üppig. Das mit dem Parken ist hingegen so eine Sache. Irgendwie bekommt man hart suchend immer etwas Kostenloses, so, dass man nicht auf das Starlight-Express-Parkhaus ausweichen muss, doch entspannt geht anders. Auch der Sound ist nicht an allen Stellen ideal, wenn auch meist mehr als akzeptabel.

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 Schloss Broich Mülheim, Am Schloss Broich 28, 45479 Mülheim an der Ruhr

Malerisch, einfach malerisch. Wie im Märchen ... blabla schwätz. Das Schloss Broich in Mülheim ist so kitschig, dass es schon wieder genial ist. 883 erobern die Wikinger Duisburg und richten dort ein Winterlager ein. Wahrscheinlich deshalb lässt der ostfränkische Herzog Heinrich im Winter 883/884 in Broich ein befestigtes Militärlager aufbauen - der Ursprung des Schloss Broich. So atemberaubend die Geschichte, so sensationell ist das Ambiente, welches vor allem bei Mittelalterfestivals wie Castle Rock oder Burgfolk prima zur Geltung kommt. Die erste Reihe ist meist pickepacke voll und fordernd. Sehen kann man meistens ganz ordentlich, da der "Innenraum" leicht ansteigend ist. Mittendrin lädt ein großer Baum sogar zum Unterstellen ein. Traumhaft!

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 Zeche Bochum, Prinz-Regent-Straße 50-60, 44795 Bochum

Die Zeche Bochum ist ein echter Klassiker (1981 eröffnet). So werden heutzutage kaum noch Clubs für Live-Musik gebaut. Eine lange Theke an der Seite, die immer schwer zugänglich ist, wenn es bei Konzerten voll ist, dafür eine amphitheaterartige Sitzfläche im Hintergrund und eine Empore, auf deren Treppe es stets zu voll ist. Sound und Sicht ist fast immer prima, Licht gibt es genug und im Kneipenbereich außerhalb der eigentlichen Konzerthalle wird das Geschehen auf der Bühne meist auf einen Fernseher übertragen. Auch hier wird häufig auf einen Bühnengraben verzichtet, so dass Front Row-Surfer hautnah dabei sind. Parkplätze gibt es wie Sand am Meer (großer Ascheplatz hinter der Zeche). 

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Matrix Bochum, Hauptstraße 200, 44892 Bochum

Die Matrix in Bochum ist sehr speziell: Wenn sie rappelvoll ist, erinnert sie an einen aufgeheizten Pizzaofen und macht das Vorankommen innerhalb der Menschenmassen äußerst schwierig. Auch hier gibt es eine seitliche Bar, was bei ausverkauftem Haus nicht immer Spaß macht. Dafür gibt es aber im hinteren Bereich manchmal ebenfalls einen Ausschank und im angrenzenden Raum dann eine richtige Kneipe. Erholung muss sein. Sound und Licht sind meistens gut, kleine Menschen haben leider etwas Sichtschwierigkeiten, da es keine wirklichen Erhöhungen gibt. Das Vorkommen in die erste Reihe ist oft nur durch frühes Erscheinen möglich. Ist ein Konzert nicht komplett ausverkauft, verwandelt sich der Schmelztiegel in eine äußerst charmante, leicht zu handhabende Halle. Da das Programm der Matrix meist aber hochklassig ist, wird fast immer kräftig in der Masse geschwitzt. Discobetrieb ist auch hier obligatorisch. Parken klappt fast immer, es hilft der große Platz eines Supermarktes direkt vor dem Eingang. Vorsicht vor dessen Parkgarage: Die schließt früh! Bei ganz großen Events weicht das Team der Rockpalast GmbH gerne in den Ruhrcongress oder auch in die Oberhausener Turbinenhalle aus.

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Turbinenhalle Oberhausen, Im Lipperfeld 23, 46047 Oberhausen

Die eigentliche Turbinenhalle wurde schon 1909 errichtet, gerockt wird dort aber erst seit einigen Jahren. Hier ist echte Industriekultur zu finden. Rohe Wände, Stahl und Eisen trifft häufig auf Metal und Hardrock. Die Halle ist riesig, trotzdem gerne richtig voll. Das Licht ist sehr gut, die Sicht meistens auch. Wenn die Halle komplett ausverkauft ist, tut man gut daran, sich nicht vom Platz zu bewegen, will man diesen behalten. Es gibt einen vorgelagerten Schankbereich, in der Halle selber ist ebenfalls der ein oder andere Schluck Bier zu bekommen. In die erste Reihe zu kommen ist nicht sehr fordernd, die Halle sehr breit - demnach gaaaanz viel erste Reihe! Der Sound ist nicht immer optimal, was konstruktionsbedingt erscheint. Parken ist hier ein Traum, der riesige Ascheplatz hat immer noch eine Lücke übrig - leider ist er seit einer Weile kostenpflichtig!

 

Seit geraumer Zeit gibt es zwei Turbinenhallen. Klingt komisch, ist aber so. Halle 2 ist etwa 3/4 so groß wie Halle 1 und deutlich hübscher und gemütlicher. Besonders Bombe: füllt eine Band nicht die riesige Halle 1 kann nun ganz prima verlegt werden und die Stimmung bleibt gleich geil. Gut gemacht!

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Amphitheater Gelsenkirchen, Grothusstr. 201, 45883 Gelsenkirchen

Im Nordsternpark in Gelsenkirchen befindet sich das superduperste Open-Air-Gelände des Ruhrgebiets. Leider finden bis auf das RockHard-Festival und das Blackfield nur wenige wirklich packende Veranstaltungen aus RocknRoll-Reporter-Sicht dort statt. Mit etwa 7000 Zuschauern ein eher kleines Open-Air-Gelände, schafft es das Amphitheater vor allem zu Pfingsten ein wohliges Heim für kopfschüttelnde Horden zu werden. Der Sound ist granatenstark, eine perfekte Location ohne Probleme. Außerhalb des Theaters kann man das Gelände mit Gastro zupflastern. Wer in die erste Reihe will und dort auch zu bleiben beliebt, braucht Stehvermögen und sollte früh ins Rund strömen. Für gescheite Parkplätze muss man etwas zu weit laufen und bei schlechtem Wetter gibt es nahezu keine Möglichkeit, sich unterzustellen. Trotzdem: Hier sollten viel mehr Rockfestivals stattfinden!

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Freak Show, Grendplatz 2a, 45276 Essen 45276 Essen 

 

Die Freak-Show in Essen ist was ganz Besonderes: Sie sieht famos aus, ist grandios gestaltet, das Interieur ist so viel Metal, wie es nur geht. Dazu sind die "Bartender" Ela und Benny mehr RocknRoll als die meisten Kneipiers im Pott. Fotografisch ist es oft schwierig. Die "Bühne" ist eine Höhle innerhalb des Kellerclubs und Licht ist spärlich vorhanden. Dennoch gibt es kaum jemanden, der aus diesem Laden rausgeht und keinen Spaß hatte. Die vielen seltsamen Themenabenden sind übrigens immer einen Besuch wert! 

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Außer Konkurrenz:

 

Freilichtbühne Loreley, Auf der Loreley, 56346 St. Goarshausen

Wooooooooooooooooow! Das ist der Eindruck, den man beim ersten mal bei einem Festival auf/an der Loreley hat. Eine unfassbare Kulisse, ein tolles und riesengroßes Amphietheater, reichlich Platz zum Campen, Flanieren, Parken, Schlafen, Poppen und Pinkeln. Seit 1976 werden auf der Loreley-Freilichtbühne auch Rock- und Popkonzerte veranstaltet. Das erste Rockkonzert gaben am 3. Juli 1976 Genesis. Aus Fotografensicht ist der enorme "Fotograben" ein feuchter Traum, der seinesgleichen sucht. Und, wenn die Musik einmal nervt, bewegt man sich einfach auf die Aussichtsterrasse und genießt den wahnwitzigen Blick über den Rhein.

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Review: Soto - Inside the vertigo

SOTO Inside-The-Vertigo coverJeff Scott Soto ist ein Ausnahmesänger. Was der Typ schon alles veredelt hat (Malmsteen, Axel Rudi Pell - um nur zwei zu nennen), unglaublich Mit „Soto“ haut er eine Art Bandprojekt in die Kerbe und „Inside the Vertigo“ ist das erste Ergebnis. Mit dieser Band wolle er Dampf ablassen, erzählt der Vokalakrobat und in der Tat liefert er hier ein dichtes Album mit knallendem Hardrock an. Neben den üblichen spektakulären Gesangleistungen überzeugt vor allem Lead-Gitarrist Jorge Salat mit einigen unwiderstehlichen High Energy-Soli. Weiter zur Band gehören BJ (keys, git), David Z. (bass) und Edu Cominato (drums).
Das Album sprüht nur so vor hochklassigen Hardrock-Songs: Nach dem Start mit „Final Say“, „The Fall“, „Wrath“ und „Break“ ist man erst einmal sprachlos und fragt sich, ob man hier das Hardrock-Album des Jahres auf den Ohren hat. Die Band steht derart auf dem Gaspedal, dass es die wahre Wonne ist. Während es zu Beginn recht klassisch rockt, wird es im mittleren Drittel sphärischer und Soto lassen die Songs mehr atmen, was einen leichten Druckabfall zufolge hat („Inside the Vertigo).

Das Songwriting bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau und beweist die Vielseitigkeit der Band. Die obligatorische Ballade, die bei Jeff immer mal gern leicht „cheesy“ ausfällt, darf natürlich nicht fehlen und „When I’m older“ kommt mir auch schon schnell aus den Ohren heraus. Zum Glück wird im weiteren Verlauf heftig gerockt, die Singqualität von Tracks wie „Trance“ oder „Fall to pieces“ kommt aber nicht mehr ganz an den sensationellen Start des Albums heran.

 

Fazit: Bockstarke Energieleistung mit ganz wenigen Kritikpunkten

 

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Review: Dragon Age - Inquisition

91X8W3KNuCL. SL1500 Da ist er also nun endlich, der Skyrim-Killer für die PS4. Oder? Dragon Age: Inquisition füllt das Machtvakuum auf der Next-Gen-Konsole mächtig aus, solange die Elder Scrolls-Reihe nicht auf Sonys Spielkonsole Einzu hält, so viel ist klar. Riesige Landstriche, eine epische Story - DA könnte nicht offensichtlicher versuchen in Skyrims Fußstapfen zu treten. Dies gelingt mal mehr, mal weniger gut. 

Die Story klingt wie abgekupfert: Ein verheerendes Ereignis stürzt die Welt von Thedas ins Chaos. Drachen verdunkeln den Himmel und werfen einen Schatten auf Länder am Rande des Chaos. Magier entfesseln einen vernichtenden Krieg gegen die Templer, um sich von ihrer Unterdrückung zu befreien. Nationen erheben sich gegeneinander. Es liegt beim und seinen Verbündeten, die Ordnung wiederherzustellen, indem man die Inquisition anführt und die Kräfte des Chaos zur Strecke bringt. Kling wie schon mal gehört und ist es auch, aber, was ist schon neu in der Spielewelt. Grafisch ist DA ok bis gut, für Next Gen würde ich dennoch mehr erwarten, vor allem "nebenbei".  Während in Skyrim die Dynamik der Gegend einem den Atem raubt, passiert in DA nicht annähernd so viel nebenbei, ist die Landschaft nicht so interaktiv wie beim großen Vorbild. Der Umfang des Spiels ist ziemlich gigantisch (wie es auch bei Skyrim der Fall ist), die hochgelobten 50 Stunden Hauptquest werden aber keinesfalls erreicht. Eher 25 bis 30. Dass man trotzdem einen langen Urlaub braucht, dafür sorgen die Nebenmissionen. DA ist vollgestopft mit solchen und da kommt man dann locker auf 100/120 Stunden Spielzeit. 

Hübsch ist die Möglichkeit echte Schlachtpläne anzulegen, in dem man das Spiel "einfriert" und die Karte von oben betrachtet, sich und seine Gefährten postiert. Das hat ein wenig Strategiespaß zufolge und hebt sich wohltuend von anderen Games des Genre ab. 

Was stört? Ich habe eher ein Bauchgefühl, welches mich mit dem Spiel nicht so recht warm werden lässt. Es ist wie mit einer tollen Lederjacke: Man hat da dieses grandiose Stück Kleidung im Schrank und obwohl es schon leicht durchgewetzt ist, trägt es sich doch irgendwie besser als die als Ersatz angeschaffte sehr hochwertige Kunstlederjacke. Eine Reise nach Himmelsrand nimmt mich sofort wieder ein, schlägt mich trotz der altbackenen PS3-Technik in den Bann, Dragon Age Inquisition ist ein toller Klon, den ich aber in einem Jahr nicht mehr anrühren werde. Wer diese Ansprüche nicht an ein episches Rollenspiel hat, kann mit DA rein gar nichts verkehrt machen.

 

Fazit: Nicht der Skyrim-Killer aber ein tolles Rollenspiel

 

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Review: Randal's Monday

PackshotUm es mit den Boomtown Rats zu sagen „I don't like mondays“. Unser egozentrischer Held des neuen Geek-Adventure aus dem Hause Daedalic kann dieses vermutlich voll unterschreiben. Ist er doch verflucht, einen wirklich nicht ganz so geglückten Montag immer und immer wieder zu erleben, bis er seine begangenen Fehler wieder ausgebügelt hat.
Ähnlichkeiten mit dem bekannten Murmeltierfilm sind nicht zufällig und gewollt, und auch andere alte Schätzchen kommen wieder in Erinnerung. So auch ein ganz besonderer Schatz, dreht sich doch alles in diesem Adventure um den Verlobungsring des besten Freundes unseres kleptomanischen Heldens. Es ist aber auch zu verlockend, diesen an sich zu nehmen und am Besten in einem runtergekommenen Pfandhaus zu verticken. Schade nur, dass damit das Drama seinen Lauf nimmt. Jetzt hat Randal zwar eine Menge Geld in der Tasche, muss aber auch immer und immer wieder diesen schrecklichen Montag erneut erleben an dem sein bester Freund sich auf interessante Weisen in den Freitod begibt. Dann mal los, den Ring wieder besorgen.

Angereichert ist das Spiel von diversen Zitaten und Anspielungen an die gute alte Zeit. Das fängt schon beim fast vergessenen Kopierschutz an. Wer erinnert sich nicht an die Drehscheibe, mit der man einen Code aussuchen musste um das Spiel endlich starten zu können? (ICH  -  Doc Rock).  Daedalic hat keine Kosten und Mühen gescheut und auch eine solche Drehscheibe als Kopierschutz dazugelegt. Aber auch im Spiel gibt es genug Anspielungen auf alte Filme und Spiele. Manche sind recht witzig verpackt, andere kommen etwas plump daher und man fragt sich, ob man auf Teufel komm raus wirklich alles einsetzen wollte.

Praktisch ist die eingebaute Lösungshilfe und unter uns: diese braucht man auch tatsächlich ein paar mal da die Rätsel leider nicht sehr logisch daher kommen. Auch mit viel „um die Ecke denken“ ist es auch für eingefleischte Adventurespieler schwierig zu vermuten, was der Entwickler von uns eigentlich will. Da kann der neue spanische Indie-Entwickler aus dem Nexus Game Studio noch ein wenig dran arbeiten.

Wenn wir Spiele aus dem Hause Daedalic bekommen sind wir natürlich verwöhnt und vergleichen sofort mit den tollen Adventures die uns vorab aufgetischt wurden. An dieses hohe Niveau kommt Randal's Monday leider nicht heran. Es sind zwar leichte Ähnlichkeiten zwischen den Hauptcharakteren aus dem Spiel „Deponia“ vorhanden aber der hervorgehobene schwarze Humor hat uns in Abenteuern wie „Edna bricht aus“ oder „Harveys blaue Augen“ deutlich besser gefallen.

Nichtsdestotrotz ist die Idee des Spiels wirklich gut, es ist auch nicht langweilig dieses zu spielen, allein die Rätsel bringen einen manchmal zur Verzweiflung weil man mit Logik nicht wirklich weiter kommt.

 

Fazit: Für Leute die sich gerne an die guten alten Zeiten zurückerinnern ein gutes Spiel, Lösung bereit halten!

 

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PS4-Review: Alien Isolation

Alien-Isolation-boxartWir schreiben das Jahr 1979 und Ridley Scott dreht einen (wenn nicht den besten) Sci-Fi-Film aller Zeiten: "Alien - das unheimliche Wesen aus dem All" hat auch heute noch so eine schauderhafte Kraft, dass einem die Spucke wegbleibt. Immer und immer wieder versuchte sich die Spieleindustrie an diesem Stoff, immer und immer wieder kam Mäßiges oder gar Schrott  ("Aliens: Colonial Marines") dabei heraus. Nun macht "Alien - Isolation" vieles (nicht alles) deutlich besser und ist für Liebhaber der Filme (speziell des ersten) ein absolutes Muss.

Wir spielen die Tochter von Ripley und machen uns auf die Suche nach der ewig verschollenen Mutter. Der Clou: Alle Locations atmen den Flair des Originalfilms, inklusive hübschen 8-Bit-Computersystemen und einem Schiff, das der sagenumwobenen Nostromo sehr ähnlich ist. Sprich: Näher dran am Original, ohne dessen Geschichte erzählen zu wollen, geht es kaum. Alles, was die Vorlage so genial und beunruhigend gemacht hat, ist dabei: Der Motion-Sensor, der laut piepend die Anwesenheit einer Person (oder schlimmer: eines Alien) signalisiert, die Cryo-Kammern, der Flammenwerfer und - TUSCH - das schaurigste Wesen der Filmgeschichte: der Xenomorph. So jagt man durch die riesige Sevastopol-Station auf der Suche nach Hinweisen und bemerkt schnell, dass man selber der Gejagte ist.

Die Grundregeln sind einfach: Wer rennt ... verliert! Wer das Alien sieht und sich nicht leise verkrümmelt ... verliert. Anders als im Film gibt es keine Möglichkeit, das Wesen zu besiegen. Klingt frustrierend, macht aber den ganz besonderen Charme des Spiels aus. Ego-Shooter-Ballermänner werden verzweifeln. Dazu kommt: Das Alien ist nicht geskriptet, sprich es taucht immer mal woanders auf, vorgefertigte Szenen sind sehr selten.

Das Spiel ist der wahre Horror und nicht selten bemerkt man, wie man vor dem Fernseher selber den Atem anhält. Etwa, wenn man sich in einem Spind versteckt und der Xenomorph auf der Suche davor hertigert. Das Spiel ist gnadenlos und bockschwer, die Speicherpunkte rar gesäht, aber das macht es für mich zu einem echten Survival-Horror - im besten Sinne. "Alien - Isolation" ist nichts für Anfänger. 

Kommen wir zur Technik, denn die ist nicht ganz einwandfrei: Grafisch ist "Alien - Isolation" eher nicht Next-Gen-würdig, doch da ohnehin alles auf 80er Jahre getrimmt ist, stört das nicht so sehr. Ärgerlicher sind da schon die nicht lippensynchronen Dialoge und die eher mäßigen deutschen Sprecher. Auf der PS3 kommt es zudem zu einigen Rucklern. Schön ist, dass die Signaltöne des Motiontrackers am Controller-Lautsprecher erklingen. Nerven tut das Crafting-System, mit dem man etwa seine Medkits selber basteln muss, aber irgendwie passt das wie die Faust aufs Auge, denn dieses Game schenkt dem Spieler einfach rein gar nichts. In den Bonusmissionen kann man die Originalcrew der Nostromo "spielen", für Fans klasse, ansonsten bringen diese Extra-Spielchen keinen großen Mehrwert.

 

Fazit: Ein Muss für Alien-Fans und ein gandenlos, bockschweres Spiel ums Überleben.

 

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PS4-Review: NHL 15

nhlManchmal muss man sich fragen, was in Softwarefirmen so vorgeht. Da ist die NHL-Reihe von EA Sports wirklich seit Jahren ein absolutes Qualitätsprodukt und dann bringt die Company in diesem Herbst mit NHL 15 ein im Gameplay immer noch überragendes Spiel heraus, bei dem aber mehr als die Hälfte der Features des Vorjahres fehlt. Klingt komisch, ist aber so: Einfach nur ein Play-Off spielen? Nicht mehr möglich. Eigene Ligen erstellen? Fehlanzeige. Erst einmal in Ruhe auf dem Eis trainieren? Gestrichen! Eine Karriere kann man auch nicht mehr in einer Minor League. Immerhin wurde der Play-Off-Modus jetzt per Patch nachgeliefert, weitere Dinge sollen kommen. Ganz klar: NHL ist nicht fertig geworden zum Release. Das ist peinlich und eine enorme Schande, denn ist man einmal auf dem Eis, ist alles bestens und gewohnt grandios: Stimmung, Gameplay, Atmosphäre - eine glatte 1.

Dass man ohne einen Ligamodus (NHL kann man natürlich spielen) aber ein deutsches Team etwa ausschließlich bei einem Freundschaftsmatch benutzen kann, ist sehr schwach.

Gestrichen wurde auch das Winterclassic unter freiem Himmel und die 3-Star-Bewertungen nach einer Partie (die jetzt mit dem Patch aber wieder hinzukamen).

 

Fazit: Jetzt noch ein Offenbarungseid - wenn die fehlenden Features gepatcht sind, ist NHL ein 5-Punkte-Spiel 

 

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PS4-Review: Fifa15

91FqGmqIdkL. SL1500 Das ewige Duell der Fußball-Simulatoren Fifa von Ea Sports und Pro Evolution Soccer von Konami fällt in diesem Jahr zumindest zum Start der Bundesliga-Saison aus. Konami hat es nicht geschafft, sein Next-Gen-Debüt in die Läden zu bekommen und so muss ein Vergleich mit Fifa 15 bis zum 11.11. (kein Scherz) warten. Fast zwei Monate hat EA Sports dadurch die Chance bekommen, Käufer zu generieren, die eigentlich PESler sind, aber keine Lust haben bis zum Release Hockey zu spielen.

Was bietet Fifa 15? Erneut ist die Präsentation ausgezeichnet. Die Premier League ist durch einen Exklusivvertrag komplett "rund" - Fangesänge, alle Stadien sind vorhanden (bei den ebenfalls lizensierten Bundesligaclubs sind beispielsweise nur wenige Originalspielstätten im Paket) - das macht mächtig Spaß. Hübsch: Die Rasenflächen werden durch Grätschen in Mitleidenschaft gezogen. Weniger toll: der Ballphysik ist eine Furche im Rasen egal, es hat keine Auswirkung aufs Rollverhalten der Kugel. Schade.

Entscheidend ist natürlich auf dem Platz und hier geht EA Sports den Weg von Fifa 14 weiter, welches das erste wirkliche Produkt der Softwareschmiede war, welches an PES-Thron kratzen konnte in Sachen Realismus und Simulationsgehalt. Schaltet man alle Spielhilfen ab, ist die Freiheit am Ball fast grenzenlos. Die Animationen wurden verbessert, wodurch Ballan- und Mitnahmen leichter geworden sind, das Zweikampfverhalten wurde hingegen erschwert, so dass der Fokus eindeutig auf einem fröhlichen Offensivspiel liegt. Neu hinzugekommen sind zwei taktische Einstellungen. Die "totale Offensive" packt die Brechstange aus und rangiert noch hinter "sehr offensiv", lässt aber dadurch natürlich Konter entstehen. Auf der anderen Seite gibt es den "Abwehrriegel". Insgesamt ist bei der 15er Version die Taktikeinstellung leicht aufgebohrt worden, so dass man den Spielern nun noch mehr individuelle Anweisungen geben kann. Wie bei Konami vor einigen Jahren eingeführt, kann man nun auch einen Spieler bei Standards anwählen. Doch EA Sports hat auch einige schlimme Patzer begangen:

Die Torhüter halten mit den Standardwerten (50) ALLES! Oder lassen sich einfachste Kullerbälle reinlegen. "Tweakt" man den Wert auf 25/30 herunter wird es realistischer. Die Art einer Verletzung sieht man nur noch im Turniermodus (den es zum Glück wieder gibt), im Freundschaftsspiel wird geschwiegen, was der Kicker hat (in Fifa 14 war es nicht so). Die Spielanlage von Fifa verführt dazu ausschließlich durch die Mitte zu kommen, was etwas monoton ist auf Dauer. Was ich noch ärgert? Wieso kann ich einstellen, dass Handspiel geahndet wird, wenn es defakto aus dem Spiel genommen wurde? In mehr als 50 Spielen ist nicht einmal ein Handspiel gepfiffen worden, in Fifa 14 gab es das immer wieder einmal. Das das sogenannte Momentum (die K.I. dreht Spiele kurz vor Schluss) aus Fifa 13 zurück ist, kann ich aber nicht bestätigen, obwohl es viele Berichte darüber gibt. 

Unterm Strich steht ein Lizenzmonster mit vielen vielen geilen Ideen, einigen Bugs und erneut zu reißbrettmäßigem Spielverlauf. Das Problem wird beim Vergleich mit PES auch in diesem Jahr wieder sein, dass beide Spiele ihre Momente haben und zusammen das perfekte Fußball-Game sein würden. 

 

Fazit: Gut, aber nicht perfekt - was wird Konami da entgegensetzen?

 

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