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Mittwoch Mai 23, 2018
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Doc 'n' Roll - 14.08.15

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Jahaaaaa, morgen ist der Sommer vorbei. Endlich. Ick freu mir, alles über 20 Grad ist ja eine Zumutung. Kein Wunder, dass jetzt die ganzen Gamesknaller anrennen, doch auch neben dem Mainstream-Blockbuster-Quatsch finden sich wundervolle Indie-Games. "Life is strange" ist so eines und der Autor dieser Zeilen ist ganz verknallt in die 18-Jährige Max, die er in "Life is strange" - einem Episoden-Adventure für schmales Geld - selber spielen muss.

Klingt komisch, ist aber so. Wenn man sich als Kerl erst einmal darauf eingelassen hat, dass man an einer fiktiven Highschool ein Mädchen spielt, erwartet einen ein unglaublich geniales, liebevoll erzähltes Spiel. Max Caulfield ist in der Kleinstadt Arcadia Bay im US-Bundesstaat Oregon aufgewachsen.

Vor fünf Jahren zogen ihre Eltern mit ihr nach Seattle, dabei verlor sie den Kontakt zu ihrer damals besten Freundin namens Chloe; nun ist sie alleine zurückgekehrt, um an der renommierten Blackwell Academy Fotografie zu studieren. Ein zu diesem Zeitpunkt wichtiges Gesprächsthema an der Lehranstalt ist das spurlose Verschwinden der Studentin Rachel Amber.Max stellt schnell fest, dass sie durch bestimmte Gesten die Zeit ein Stück zurückdrehen kann.

Das macht das Spiel wirklich grandios, dazu die tollen Charakterzeichnungen und die wirklich epische Geschichte. Das sollte verfilmt werden. Wowser...

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Sagt mal, werden wir alle immer paranoider? Als ich Montag in meiner Eigenschaft als Redakteur einer Lokalzeitung über den Wochenmarkt schlenderte, um ein Foto vom geschäftigen Treiben in der City zu machen, wurde ich nach gefühlt sechs Sekunden angesprochen. 

Warum ich denn hier fotografieren würde. Der Ton meines Gegenübers war gar nicht mal so freundlich, sondern äußerst fordernd und ich insistierte schnell darauf, dass ich Journalist sei. Ein Reflex, denn eigentlich ist das gar nicht nötig, handelte es sich doch hier um einen öffentlichen, barrierefreien Raum.

Ich werfe das dem guten Mann gar nicht vor, zeigt es doch nur, wie sensibel (und übervorsichtig) wir durch Facebook und Co geworden sind und somit auch den Tod der Straßenfotografie forcieren.

 

Doch kommen wir zum richtigen Kopfschüttelevent der Woche: Das war nämlich in der Tat das Gastspiel der Todesengel im überraschenderweise nicht komplett vollem Turock. Ich habe eigentlich für Death Angel nie was übrig gehabt, doch das war eine Abrissbirne erster Kajüte. Ein Headbanging-Parfoceritt der Extraklasse. Bilder habe ich auch mitgebracht. HIER gucken!  

 

Enttäuscht hat mich mein alter "Buddy" Frank Turner: Dessen neue CD ist derartig aufgeblasen, dass ich sie nur so semi finde. Die Idee, alle Songs noch einmal in einer Wandergitarrenfassung mitzuliefern hingegen, ist ziemlich geil und typisch Frank. Mir hätten diese Versionen gereicht, denn sie sind den Bandsongs in allen Belangen überlegen. Mein Review gibt es HIER! Und die neue Maiden-Single? Etwas bieder im Songwriting, Klasse-Lick im Pre-Chorus, zufriedenstellend, nicht bombig. Aber das ist deren erste Single nie. Abwarten. Up the Irons!

Erstaunlicher Fakt der Woche: Atreyu spielen in der Zeche Carl!

Ich hab mehrfach nachgeschaut, es sind DIE Atreyu, diese grandiose, mal richtig bekannte Band. Da wäre hingehen Pflicht, wäre... denn zeitgleich spielt Paradise Lost auf dem Turock Open Air. Was ein Ärgernis. Wer doch lieber zu Atreyu gehen will, HIER gibt es Paradise Lost-Fotos von 2014. 

So, jetzt muss ich los. Fußballbier für heute Abend kaufen, denn es geht schon wieder los. Der Ball rollt und die Erwähnung der Bundesliga an dieser Stelle ist eine famose Evolution vom Spiel als Girlie in "Life is strange" zum echten Mann, der das runde Leder liebt....

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 07.08.15

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Euer Lieblings-Mudfighter ist wieder da: Wacken überlebt, paar gute Schüsse hinbekommen und sogar in Rekordzeit um 7 Uhr morgens am Sonntag zurück in die Heimat gecruised. Als das Festival in den letzten Zügen und ich im Hotel lag, sah ich aus 40 Kilometern am Horizont das Licht des Heavy Metal - und habe die Kamera gezückt und ein famoses Bildchen herbei gezaubert (unten). Musikalisch haben mich vor allem Bands überzeugt, die mich nicht als treuen Fan haben: Savatage waren super und ich höre nun sogar einige der Scheiben (nur die mit Zakk Stevens am Gesang) rauf und runter und Rob Zombie war auch grandios. Dessen Musik werde ich mir aber aus der Konserve nicht antun. Live ist er aber sehr sehenswert (auch wegen Gitarrist John 5). Zu den gesammelten Wacken-Werken geht es HIER!

Dann ging es am Mittwoch noch zur völlig überlaufenen Gamescom. Selbst an den Presse/Fachtagen ist das derart voll, dass man sich fragt, warum man sich das immer wieder antut.Vielleicht mache ich nächstes Jahr dann wirklich endlich eine Pause.

 

Apropos Pause: Die Mücken können langsam mal die Fliege machen. Warum sind wir Menschen eigentlich so versessen auf Insekten? Spiderman, neulich ist auch noch Ant Man im Kino angelaufen (übrigens klasse) , Bud Spencer spielte einmal „Sie nannten ihn Mücke“ (obwohl er eher elefantöses Volumen aufweist) und kleine Kinder werden gerne mal als Flöhe bezeichnet. 

Gut, unter der Lupe betrachtet, sind die meisten Insekten auch ziemlich beeindruckend, weil sie so völlig anders sind als wir. Als lebten Aliens mitten unter uns.
Nachdem gestern Nacht aber ein summendes Etwas einen Angriff auf meinen dringend benötigten Schönheitsschlaf (und meine - bis dahin - makellose Haut) geflogen ist, bin ich jetzt nicht nur müde, sondern auch mit vielen juckenden Einstichen versehen. Und dennoch weiter gruselig fasziniert: Was hätte dieser Blutsauger mit mir angestellt, wenn er nicht nur stecknadelkopfgroß gewesen wäre... ? 

 

Der Festival-Sommer neigt sich jetzt ja schon fast dem Ende entgegen, am Wochenende "schlabber" ich Olgas Rock und genieße die Stille. Naja, nicht ganz. Von meinem Haus aus kann man die Musik richtig gut hören. Aber Fotos dürft Ihr nicht erwarten, ich mach kurze Pause ... bevor es am Dienstag zu Death Angel geht. Im Turock! Apropos: Das Turock Open Air ab dem 21. August dürfte dann auch wirklich das letzte Open Air (für mich) in diesem Sommer sein. Der (Hallen-) Herbst wird schließlich heiß genug. Was genau gespielt wird, steht in unserem mehr als üppigen Gig-Guide (HIER). 

 

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Doc 'n' Roll - 31.07.15

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Näää, watt war das los am vergangenen Samstach: Die Wetteronkels hatten einen Sturm, ja einen Orkan angekündigt und so ein bisken Wind macht neuerdings alle panisch, selbst wenn es gar nicht weht. Juicy Beats wurde ganz abgesagt, das Schwarzen-Festival Amphi in Köln in die Halle verlegt, beim Nord wurde eine Hälfte des Samstags im Turock gespielt, die andere Hälfte nach Entwarnung wieder Outdoor und beim Bierfest von Sabaton wurden wir einfach alle nur nass. 

Viel Wind um nichts könnte man sagen, aber man kann die Veranstalter gut verstehen. Risiko will keiner eingehen.

Warum es dann doch nicht so windig war, wie prognostiziert, muss man mal die Wetterfrösche fragen. Ich glaube langsam, dass die großen Bock an immer schlimmeren Prognosen haben - oder sie machen sich einfach nur vor Angst in die Hose, dass sie wieder nicht rechtzeitig und richtig warnen könnten. Kachelmann, wo bist du, wenn wir dich so dringend brauchen?

 

PictureApropos Wetter: In Wacken ist immer Wetter, oft gleich mehrere an einem Tag. "Rain or shine" ist nicht zufällig das Motto des schnuckeligen Megamonsterfestivals. Ich turne da gerade durch den unglaublichen Schlamm, wenn Ihr diese Zeilen lest und freue mich heute auf Queensryche (die wollten sich am Mittwoch im Turock in Essen nicht fotografieren lassen. Arme Irre! Black Label Society, Dream Theater, Opeth, Armored Saint und die Anni (hilator).

Die ganz große Nummer fehlt meines Erachtens in diesem Jahr, aber zumindest der heutige Tag macht Line-up-mäßig ne Menge Freude. Fotos von gestern solltet Ihr hier auch schon gesichtet haben, wenn ich nicht übermüdet eingeschlafen bin...

 

Sabaton lungern hier auch wieder rum. Die habe ich ja - wie oben erwähnt - schon im Amphitheater zu Gelsenkürschen ihre Salven in den Regenhimmel feuern sehen (Fotos). Man kann sie scheiße finden (ich zum Beispiel), doch, was sie machen, machen sie großartig. Powerwolf wollten sich an dem Tag leider nicht fotografieren lassen. Die Bühne sei nicht komplett aufgebaut gewesen...

Dafür gab es wieder einen hübschen Panzer als Drumpodest (Foto unten). Das sieht ja immer wieder bombastisch aus. Wissen muss man natürlich, dass Kiss das schon 1982 (!) gemacht haben. Der Tank sah da zwar nicht so toll aus wie bei den kriegerischen Schweden, aber die Idee ist zumindest daher (wobei ich ziemlich sicher bin, dass Gene Simmons die seinerseits auch irgendwo geklaut hat. Der Gute ist ja gerne "inspiriert" von solchen Dingen und übernimmt die dann für die Shows der  Maskenvögel. 

 

Eins meiner Photopferdchen (Foto mit PH, der Aliteration wegen bitte ich Sie, sich nicht aufzuregen) war am Sonntag noch bei den US-Iren von Flogging Molly. Watt da abging, krass. Die sind einfach immer wieder ihr Eintrittsgeld wert. Auch davon kann ich Euch zu einer Galerie schicken. Schaut mal HIER vorbei. 

That's it for today. Thanx for reading.

 

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yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 24.07.15

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Aloha, meine Internetjunkies. In dieser Woche habe ich meine allererste Listeningsession überhaupt mitgemacht, eine sehr private zudem. Durch das Studium etlicher Musikzeitschriften wusste ich natürlich vorher schon, wie so etwas abläuft. Gespannt war ich dennoch wie ein Flitzebogen. Listening-Sessions sind nämlich oftmals sehr heikel. Der Künstler will sein neues Baby vorstellen und naturgemäß kein negatives Feedback erfahren, während der Journalist eine CD zum ersten Mal überhaupt hört und freundlich, aber bestimmt ein fundiertes PictureErsturteil raushauen möchte. Ich habe schon von Kollegen gehört, denen beim Hören vor Ort der sprichwörtliche Kitt aus der Brille gefallen ist, weil das vorgespielte Zeugs so mies war, dann die Contenance behalten konnte, im Artikel aber rausgeledert hat. Bei Marco Wriedt (Foto) von 21 Octayne war das zum Glück nicht nötig, denn die neue CD (V.Ö. 25.9.) ist ne gute Sache geworden. Darüberhinaus ist das Fachsimpeln mit Marco einfach ein Genuss und artet gern im wilden Surfen durch die Musikwelt der letzten 40 Jahre aus. 

Das war also ein Top-Termin. Ein echtes Ärgernis bleibt Apples Streaming-Desaster. Meine Kritik (und Abkehr von Apple Music) habe ich ja HIER schon beschrieben, nun hat der Blogger Jim Dalrymple, der auf Loopinsight regelmäßig aus dem Apple-Universum berichtet und als echter Insider (und Apple-Vertrauter) gilt, den Finger noch weiter in die Wunde gelegt und mir aus dem Herzen gesprochen: Apple Music ist ein Desaster. Der Kollege berichtet dazu noch über Schlimmeres: Nämlich, dass (angeblich) selbst bei Apple niemand wüsste, wie man das Schiff wieder in ruhige Gewässer bekommt. 

 

At some point, enough is enough. That time has come for me Apple Music is just too much of a hassle to be bothered with. Nobody I’ve spoken at Apple or outside the company has any idea how to fix it, so the chances of a positive outcome seem slim to none - Jim Dalrymple

 

Doch regen wir uns nicht weiter über die Obstindustrie auf. Regen wir uns lieber über das Internet im Allgemeinen auf. Diese Woche dachte ich urplötzlich einfach so: "DAS ist nicht mehr mein Internet." Gründe? Es gibt so viele verschiedene. Auch, wenn man da nicht hinsurfen soll: Lest mal allein die Userkommentare unter einem Blöd-Zeitungsartikel. Ich garantiere, spätestens der dritte Kommentar greift einen der vorigen Kommentatoren unsachlich und unflätig an. Arme, minderbemittelte und geistig degenerierte Menschen tummeln sich mittlerweile so verstärkt in Foren und Kommentarfunktionen, dass einem Angst und Bange werden kann.

Die Schwachmaten, die unter einer Facebookmeldung ("Syrer findet 1000 Euro und ein Sparbuch und bringt es zur Polizei") Kommentare wie "Ja, klar, wir werden nur noch verarscht", "Märchen aus 1001 Nacht" oder "Lügenpresse" verzapfen, kotzen mich an. Ich gehöre übrigens lieber zur vermeintlichen Lügenpresse als dass ich ein Faschist bin. Ganz ehrlich? Wäre es nicht schön, wenn man das Internet erst nach einer vorigen Unbedenklichkeitsprüfung freischalten lassen könnte?

Und wo ich gerade in Rage bin: Bin ich der einzige Mensch, der sich ein Internetvideo nicht weiter anguckt, wenn vor dem Start ein Werbeblock kommt? Neulich geschehen bei Spiegel-Online: Ich klicke aufs Video, die Meldung "in 20 Sekunden geht es los" erscheint im Werbeblock und ich verlasse die Seite. DAS ist nicht mein Internet. 

Kommen wir aber wieder zu was Nettem: Das NORD OPEN AIR ist ab Freitagmittag in vollem Gange und da solltet Ihr mal alle gefälligst aufschlagen - auch die, die morgen "Noch ein Bier, noch ein Bier" bei Sabaton in Gelsenkirchen schreien werden. Zwei solche Festivals zeitgleich in unmittelbarer Nähe stattfinden zu lassen, ist nichts anderes als eine Katastrophe. Für Fotos werde ich wohl hin und her fahren, denn das Line-up beim NORD OPEN AIR ist am Samstag ebenfalls bockstark. 

 

Zu guter Letzt will ich Euch noch unseren immer weiter wachsenden Gig-Guide (HIER) ans Herz lesen. Da sind mittlerweile mehr als 170 Konzerttipps für den Rest des Jahres vorhanden - und es werden immer mehr.

 

 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 17.07.15

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For those about to rock - I salute you! War irgendwer nicht bei AC/DC am Sonntag in der SCH**** Arena? War irgendwer nicht begeistert? Facebook ist voll mit Angus und Co, ich habe Leute getroffen, die ich seit Jahren nicht gesehen habe, der Fotograben war riesig, die Bühne bombastisch, die Show auch super, nur diese bekackte Knappenkarte nervt so dermaßen in der Turnhalle. Boah. Ich kaufe keine Karte, um ein Bier zu trinken! Immerhin haben die Gerstensaftschlepper im Innenraum auch Bares genommen.

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Neben meinen Bilder habe ich dann auch noch einen schnieken Konzertbericht geschrieben, der im Gelsenkirchener Stadtspiegel am Mittwoch eine ganze halbe Seite (klingt komisch, ist aber so) eingenommen hat (Foto - Klick zum vergrößern). Saustark war auch Vintage Trouble als Vorband, die in grandioser James Brown-Manier den Soul aus den gehörnten AC/DC-Maniacs rockten. Wer die letzte Tage blind und taub war... HIER geht es zu den AC/DC-Fotos! 

Gestern habe ich dann einen Berg bestiegen. Dieses Mal nicht in Joggingkluft, sondern mit Fotorucksack. Schaut Euch die Fotos vom Dong Open Air HIER an! Da hab ich mich dann an Kai Hansen rangeschmissen und für die Gamma Ray verehrende Kollegin ein Autogramm eingeheimst. Ich will ja mal nicht so sein... (Foto unten rechts)

Mega-Fail hingegen am Montag: Beim Durchschauen meiner diesjährigen Fotobibliothek (rund 800 GB bis dato) entdeckte ich, dass ich meine Def Leppard-Bilder aus Köln eben nicht mehr entdeckte. Ich hab die damals mobil vor Ort auf das Macbook gespielt und offenbar gelöscht, bevor ich sie in die Bibliothek übertragen konnte. Weg ist Weg, auch ein Datenrettungstool konnte nicht helfen. Immerhin hat das RockHard vier meiner Bilder abgedruckt und diese sind noch in Originalgröße vorhanden, während ich den Rest nur noch in Webauflösung und mit Wasserzeichen besitze. Shit happens...

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Noch etwas Fotografisches: Seit letzter Woche ist der vermeintliche Photoshop-Killer für den Mac, Affinity Photo, für schmale 39,99 Euro auf dem Markt. Ich hab es gewagt und zugeschlagen. Die ersten Stunden mit Affinity Photo machen durchaus viel Spaß, wurde Photoshop doch schon ziemlich gut geklont - ohne aber auf eigene Schwerpunkte zu verzichten. Der Funktionsumfang ist einer Profisoftware absolut würdig. CMYK-Modus, Ebendarstellung, Öffnen von PSD-Dokumenten und vieles mehr. Dazu überzeugt die unglaubliche Bearbeitungsgeschwindigkeit des Programms. Wer sich nicht dem Cloud-Diktat von Adobe unterwerfen will, wer Abo-Modell grauenhaft findet, sollte einen Blick riskieren. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei den immer geringeren Budgets von Medienschaffenden über kurz oder lang Affinity Photo zur Nummer eins werden könnte.

20 Jahre alt wird übrigens die MP3 in diesen Tagen und sie passt ausgezeichnet zum Zeitgeist - immer noch. Schließlich wird die Musik komprimiert, in ein enges Format gezwängt und verliert dadurch an Soundqualität. Das ist wunderbar übertragbar auf viele Strömungen heutzutage. Nehmt mal die Nachrichten: Komprimiert und kurz, damit die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen voll ausgenutzt werden kann. Die ist nämlich - einer aktuellen Studie zufolge - mittlerweile geringer als beim Goldfisch. Sie sank in der Zeit von 2000 bis 2013 von zwölf auf acht Sekunden. Goldy kann neun Sekunden aufpassen. Wenn Ihr also an diese Stelle der Kolumne also angelangt, seid Ihr ganz weit vorne. Ich könnte wetten, Ihr hört Musik noch auf CD oder gar Vinyl ...

 

Keep on rocking 

   

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 10.07.15

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Tja, das war's jetzt für mich (vorerst) mit Apple Music: Nach einer knappen Woche Testphase habe ich das ganze Ding deaktiviert. Ganz schlimm, was Apple sich da geleistet hat. Allein, dass auf dem eigenen Telefon nicht zwischen eigener Musik und gestreamter Unterschieden werden kann, ist eine Katastrophe. Dann die beschriebenen Probleme der Vorwoche (siehe HIER)... das hat für mich das Aus bedeutet und ich setze weiter auf Spotify, wenn es denn Stream sein muss. Heute will ich Euch einmal eine unserer Verlosungen ans Herz legen: "Orange is the new black" ist eine fantastisch witzige Frauenknast-Serie, deren erste Staffel bei den üblichen Verdächtigen wie Netflix zu finden ist. Wir verlosen die Bluray der zweiten Staffel. Mitmachen kann man HIER.

Ach, etwas Neues aus dem Wahnsinn rund um Fotopass und Co kann ich Euch auch berichten: In dieser Woche habe ich von einem großen, sehr großen Festival eine Ablehnung für einen Grabenpass bekommen, weil in der Vorankündigung das gewählte Foto nicht geil genug gewesen sei (!!). Im O-Ton hieß es: "Das hätte ja von jedem anderen Festival auch sein können." Das ist eine ziemliche Unverschämtheit, greift damit ein Veranstalter doch direkt in redaktionelle Belange ein. Es wird immer irrer, das kann ich Euch sagen.

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Als zweite Begründung wurde geliefert, dass es ja auch keinen Nachbericht vom letzten Jahr online gegeben hätte (was nachweislich falsch ist, also gar nicht erst richtig recherchiert wurde). Kopfschütteln ist im Heavy Metal ja Gang und Gebe und hier kann man wirklich nur ungläubig mit selbigem schütteln. Wie geschmeidig man als Veranstalter aber auch sein kann, zeigt in jedem Jahr das Castle Rock-Festival in Mülheim. Auch dieses Mal war es ein wunderschönes Event in tollem Ambiente (bei Bullenhitze). Und auch, wenn ich die "Schwarzen" gar nicht mal so lieb hab (musikalisch), gehe ich immer wieder gerne hin. Ein paar Fotos haben wir HIER für Euch. Ich schüttele am Sonntag besser nicht den Kopf, sonst bekommt Ihr lauter unscharfe AC/DC-Fotos aus Gelsenkirchen und das wollen wir ja nicht. Mit Bands wie Metallica, Kiss und AC/DC ist die erste Jahreshälfte fotografisch hübsch fett gewesen. Damit habe ich die Erzfeinde meiner Schulhofzeit in diesem Jahr fotografiert. Damals (ja, ist lange her) gab es entweder Kiss ODER AC/DC! Ich war immer im Team Kiss, mittlerweile mag ich beide und finde die Australier um Angus Young ehrlicher im Auftreten als Paul Stanley und Gene Simmons mit ihren Mietmusikern Viel Größeres an Bands kann in diesem Jahr also kaum noch kommen. Apropos: Lieber Eddie Van Halen, kommen Sie doch mal lecker bei uns bei, die Kerbe fehlt mir im Fotografenbettgestell nämlich noch...

 

 Keep on rocking 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 03.07.15

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The Heat is on (Glenn Frey) ... it's on the streets... oder in Eurer Dachgeschosswohnung, sogar in manchen Kellern und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Samstag wird der Höhepunkt der Woche - nachdem wir uns vorher durch schlappe 35 Grad schleppen durften. Danke Annelie... So heißt das "Hoch", was für mich ein Tief ist. Klar, dass die Gute aus Frankreich kommt. Ich würde ja ins Freibad gehen, fotografiere aber eine Hochzeit. Anzug und 39 Grad, das passt so gut zusammen wie Meerrettich und Speise­eis. 

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Für alle anderen: Geht doch einmal einige Stunden in den Supermarkt oder besucht eine Tankstelle, wenn Ihr Abkühlung benötigt. Die sind meist besonders gut klimatisiert.

 Klar, dass dort auch geshoppt werden muss. Nur aufhalten geht natürlich nicht, dafür muss man Verständnis haben. Abkühlen und die Wirtschaft unterstützen - das klingt nach einer guten Kombination. Kino ist bei den Temperaturen auch immer eine gute Variante. Ich war in Jurassic World und fühlte mich ordentlich unterhalten. Warum der Streifen aber gegen Jurassic Park dennoch nicht anstinken kann, verrate ich Euch HIER! Abends kann man dann noch ab in den Biergarten und alle sind glücklich - außer die bemitleidenswerten Menschen im Anzug.

Doch jetzt zur Musik: Am Dienstag startete Apple das mit Spannung erwartete Streamingangebot "Apple Music". Integriert in die Musik-App der Apfel-Geräte und mit einer außergewöhnlichen Idee, nämlich den Radiosendern, die mit hochkarätigen DJs gespickt sind und eine etwas andere Berieselung als die herkömmlichen Sender anbieten sollen. Handgewählt und nicht computergeneriert soll deren Programm sein. Was erst einmal nicht so spektakulär klingt, könnte - bei Erfolg - eine Trendwende herbeiführen. Zurück zur Selektion statt der Massenware Musik. Doch warten wir es erst einmal ab, im Endeffekt will Apple vor allem eins: Unser Geld. Zur technischen Seite ist zu sagen, dass Apple Music noch sehr fehlerbehaftet ist. Auf dem Iphone 6 lassen sich nicht lokal gepeicherte Titel nicht in eine Playlist packen, auf anderen Geräten (etwa Iphone 5, Ipad) hingegen schon. Manchmal hilft das Umschalten des Knopfes "Musik Offline anzeigen", manchmal nicht. Dazu kommt, dass die Designer wieder zu viel am weißen Pulver geschnüffelt haben, fanden sie die Idee doch toll, dass die Coverdarstellung bis in den oberen Bereich des Bildschirms geht und somit - je nach Coverdesign und Farbe - die Uhr und alle anderen relevanten Details nicht mehr lesbar sind (siehe Foto). Für eine Firma, die sich so auf Design versessen ist, ist das ziemlich mäßig. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man als Iphone 6-Nutzer sagen: Finger weg von AppleMusic!  Denn viel schlimmer: Hat man das Angebot  einmal wieder deaktiviert (was ich tat, um zu checken, ob sich nach einem Neustart die Playlist-Problematik ändert), sind alle Playlists kaputt, weil die zuvor lokal gespeicherten Songs (die man nicht besitzt, sondern aus dem Apple-Streaming hat) komplett aus den Playlists gelöscht wurden. Auch auf anderen Devices sind die dann weg und eine zuvor liebevoll erstellte Playlist, ist im Arsch. Und noch viel schlimmer: Es gibt immer mehr Berichte davon, dass die Integration der Apple Music Cloud die heimische, oft über Jahre liebevoll gepflegte, Itunes-Mediathek komplett zerschießt, so dass nur das hoffentlich erstellte Backup hilft... 

Um das ganze Ding mal auf Herz und Nieren zu prüfen, habe ich für Euch eine Playlist erstellt mit einer Auswahl an Bands, die ich in den ersten sechs Monaten des Jahres fotografiert habe. Die ist aber leider aus oben genannten Gründen nicht mehr vollständig. Apple-Jünger klicken HIER!

 

Eine bemerkenswerte Aktion ist beim kleinen Schwarzen unter den Festivals geplant: Castle Rock-Chef Michael Bohnes installiert für das Fest im Schloss Broich ab heute eine frei zugängliche Wasserstelle, damit alle frisch bleiben. Weil sich so ein kleines Festival aber auch über die Getränkeeinnahmen finanziert, sollte Ihr neben dem Wasser aber auch am Bier naschen. Aber das ist ja Ehrensache, oder?

Zu guter Letzt will ich Euch noch unseren immer weiter wachsenden Gig-Guide (HIER) ans Herz lesen. Da sind mittlerweile mehr als 100 Konzerttipps für den Rest des Jahres vorhanden - und es werden immer mehr.

 

Das war's für heute, schwitzt nicht so viel

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 26.07.15

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Ola, also diese Woche war ja watt los. Da kommt das neue Rock Hard am Mittwoch in den Handel und es sind 33 Bilder (einige Ausschnitte auf dem Foto unten - draufklicken!) von mir abgedruckt!! Also nicht von mir, sondern von mir gemacht, alles andere wäre etwas viel. Das war schon ziemlich cool. Prong, Rock im Revier mit Kiss und Co, Def Leppard und natürlich das Rock Hard Festival habe ich dort dokumentiert. Ich habe mir dann aber nur kurz auf die Schulter geklopft, denn ich musste weiter an anderen Fotos arbeiten. Ein erotisches Shooting wollte beendet werden (also die Bildbearbeitung davon). Auch das hat mal wieder eine Menge Spaß gemacht und mein kleines Heimstudio wächst langsam.

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In der Woche habe ich eines meiner "Pferdchen" rausschwärmen lassen, um Evergrey in der Matrix abzulichten. Und wie schnell wir sind, war da wieder einmal zu sehen: Die Gute hetzte nach den drei Songs der Hauptband von Bochum nach Essen zu ihrem Rechner, bearbeitete die Bilder und lud sie hoch, schwang sich in den Bus und war kurz vor Schluss des Konzerts wieder in Bochum. Mehr Einsatz geht nicht. Aber so sind wir RocknRoll-Reporter. 

Ich selber war natürlich auch on the road und habe am Sonntag Thunder in der Zeche beben sehen. Was eine fantastische Live-Band, aber das waren sie schon immer. Ich habe die Gruppe vor ... ähhh... etwa 666 Jahren als Vorband für Extreme in der altehrwürdigen Grugahalle gesehen. Schon da haben sie dem Hauptact fast die Show gestohlen.

Jetzt - viele Jahre und erheblichen Haarausfall später - liefern die Briten immer noch überragend ab. Verlassen kann man sich auch immer auf ihre handverlesenen Vorbands: Dieses Mal war Colour of Noise um Little Angels-Gitarrist John Bruce Dickinson (der heißt wirklich so) dabei und konnte absolut überzeugen. Auch hier schließt sich ein Kreis, denn die Little Angels habe ich nur wenige Monate vor dem Extrem/Thunder-Gig ebenfalls in der Essener Grugahalle im Vorprogramm von Van Halen gesehen - und auch sie boten eine geniale Aufwärmshow für Sammy Hagar und die Van Halen-Brothers. Fotos vom Thunder-Gig habe ich HIER für Euch.

In der vergangenen Woche habe ich von einem nachweislich schreibbegabten Kollegen ein schönes Feedback bekommen, in dem er meinen "Blog" hier abbonierte, weil "es ja schön ist, wenn ein Fotograf etwas Gescheites zu sagen hat." Ich habe ihn dann erst einmal aufklären müssen, dass ich ja eigentlich ein fotografierender Schreiber bin und nicht anders herum, aber gefreut habe ich mich dennoch.

Dann will ich mal Werbung für etwas machen, was schon ziemlich dreist und bekloppt aber dann auch irgendwie liebenswürdig ist. Das alternative Model und "british wannabe" Momo Indigo (Foto unten) braucht dringend ein Tattoo von ihrem Lieblingskünstler in London. 

Und da so etwas nicht billig ist (inklusive Reisekosten) und sie sich gerade selbstständig macht, somit jeden Cent benötigt, hat sie sich getraut, eine Indiegogo-Fundraising-Aktion auf die Beine zu stellen. Da ich selber schon einmal darüber nachgedacht habe, für ein besonderes Fotoprojekt so etwas machen zu können (und mich bisher nie getraut habe), habe ich als erster Unterstützer einfach mal einen kleinen Betrag gestiftet. Ich verstehe, wenn man so etwas albern findet, wer es aber nicht tut, sollte einfach einmal HIER gucken (und mitmachen!). Wie gesagt, man kann das dreist finden, sollte aber vielleicht als zweiten Gedanken diesen haben: wir sind alle hier, um uns unsere Träume zu erfüllen. Und für die meisten Träume haben wir bestimmte Gründe (auch Momo hat die). Und wie schön fänden wir es, wenn uns jemand bei der Erfüllung unserer Träume helfen würde? 

 

 

Bis nächste Woche ...

momo

 

 

 

 

 

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 19.06.15

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"Lieber Pressevertreter, Deinem Akkreditierungsantrag für das 26. Wacken Open Air wurde stattgegeben. Du erhältst in den nächsten Tagen Deine Akkreditierungsunterlagen per E-Mail." Die Email am Donnerstag roch schon ganz gut, heißen tut das für Wacken, wo mehrere tausend (!) Journalisten akkreditiert werden, erst einmal nicht viel, zumindest sagt das nichts über einen Fotopass für die Hauptbühnen aus.

Da muss dann oft noch zäh nachverhandelt werden, letztlich sind die Kollegen vom W:O:A aber stets sehr kooperativ. Das Hotel ist immerhin schon seit dem 5. August 2014 gebucht (mit Stornomöglichkeit natürlich) und auch, wenn das Line-up eher mau ist, sabbert jeder Metalfan zumindest dem Auftritt von Savatage entgegen. Ich bin gespannt, ob es weiterhin die 2014 geänderten Routen für Fotografen gibt, die einen zwangen, unendliche Wege zu gehen und dadurch viel zu wenig Bands fotografieren zu können. Kritik gab es massig, es wird spannend zu sehen sein, ob diese gefruchtet hat. Wer sich einige Impressionen von 2014 geben will, schaut schnell (oder langsam und genüsslich) HIER!

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Was gab es noch Erzählungswertes aus der verrückten Welt des Musik-Business' in dieser Woche? Auf jeden Fall, dass mehr als 30 (!) Fans (Verrückte? Verstrahlte? Millionäre?) zum 300-Dollar-Meet & Greet mit Kiss-Legende Ace Frehley vor dessen Show in Bochum wollten. Dafür gab es ein Händeschütteln, Fotos, einige Unterschriften. Ich verstehe Heldenverehrung durchaus, doch diese bezahlten Meet & Greets werden mir immer ein Rätsel bleiben. Da greift man tief in die Tasche dafür, dass jemand, den man verehrt, von einem (kurze) Notiz nimmt. Das kann jeder machen, aber da bin ich raus.

Ganz ehrlich? Für Ace und Konsorten (das machen mittlerweile ja fast alle Größen) sind das doch nur Cashcows, oder? Hätte ich als Rockstar Respekt vor jemandem, der mir 300 Dollar gibt, damit ich ihm die Hand schüttele? Eher im Gegenteil. Bands nachzureisen, um alle Shows zu sehen, ok. Da ist außer der enormen monetären Beanspruchung nichts gegen zu sagen, aber das geht mir einfach zu weit.

Ich habe enttäuschte Menschen aus dem Ace-M&G kommen sehen, weil der Gute auf einmal viel weniger Zeit hatte als vorgesehen (weil das Konzert um kurz vor 22 Uhr immer noch nicht angefangen hatte und die Vorband sogar aufgrund des Musikers verspäteter Ankunft - wie in Hamburg - aufgefordert wurde, mehr Songs als geplant zu spielen). 

Klar verstehe ich, dass in Zeiten der einbrechenden Gewinne durch Musikverkäufe, ein anderes Feld aufgetan werden muss, um zu "überleben". Komischerweise machen das aber auch meist nur die Bands, die ohnehin so viel Kohle scheffeln, dass sie darauf nicht angewiesen wären.

Im Falle Kiss habe ich eine besonders schöne Anekdote gehört: Jemand, der sich ein Meet & Greet gekauft hat, brachte eine Paul Stanley-Gitarre von Ibanez mit und wollte diese unterschrieben haben. Das Sternenkindchen Paule hat das aber nicht gemacht, weil es nicht zum "Deal" gehörte. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus - und letztlich sind wir Fans doch genau das: Kunden. 

Das Konzert von Ace Frehley war dann dennoch gut und zumindest die Leistung des dick gewordenen einzig wahren Kiss-Gitarristen und seiner Band zauberte bei allen Anwesenden ein Lächeln auf die verschwitzten Gesichter. Fotos gibt es HIER!

Am Sonntag geht es dann wieder in die Bochumer Zeche, wenn die alten Recken von Thunder aufspielen. Wer die noch nicht live gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen.

 

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 12.06.15

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Es ist Freitag, die Sonne knallt und ich verabschiede Euch ins Wochenende, meine kleinen Facebook-Suchtis. Ich hab in dieser Woche eine Entziehungskur versucht. Am Dienstag habe ich Facebook kurzerhand deaktiviert, völlig. Das hat zur Folge, dass auf einmal auch alle meine Kommentare in igrendwelchen Threads weg sind. Ein Umstand, der manche Diskussion etwas... saudumm aussehen lässt, aber egal (Sorry Janine :D ). Der erste Tag war hart. Die Facefuck-App auf dem Iphone wurde immer wieder angetoucht, aber ich kam dann nicht weiter, weil ein erneutes Einloggen FB wieder aktiviert hätte. Dennoch: Der Klickzwang war da. Erste Nachfragen, was los sei, haben mich angerührt, aber gezeigt, dass es auch ein Leben außerhalb unseres geliebten und gehassten Netzwerkes gibt. Whatsapp zum Beispiel... Nein, natürlich nicht besser, aber weniger zeitraubend, weniger aufregend.

Gern auch Threema oder ein anderes Messenger. Tag zwei stellte sich die erste Erleichterung ein, eine Art Gefühl der Befreiung. Klar, den RocknRoll Reporter gibt es weiterhin auf Facebook. Traurig aber wahr: Ohne FB ist heutzutage kaum gescheites Arbeiten im Medienbereich möglich. Ich persönlich komme aber gerade ganz gut klar, ohne jeden Scheiß kommentieren zu müssen (ich bin da sehr undiszipliniert und kann kaum an mich halten, schlimm). Und auch viele meiner "Freunde" können sicher auch eine Doc-Auszeit gebrauchen auf FB.

Ärgerlich: Ich kann mein Spotify nicht nutzen. Ich werde den Account mal abmelden müssen und einen Non-Facebook-Account erstellen. Andererseits warte ich vielleicht einfach bis zum 30. Juni. Dann startet der Apple-Streamingdienst (mit drei kostenlosen Monaten) und davon verspreche ich mir schon eine Menge, soll doch der gesamte Itunes-Katalog dort verfügbar sein. Picture

Ob meine Facebook-Abstinenz bis dahin anhält? Wer kann es sagen? Ich nicht, Time will tell. 

Fototechnisch war die Woche ebenfalls Pause angesagt (klingt nach nem erbärmlichen Leben, oder?), doch am kommenden Montag geht es weiter. Der 15. Juni ist für mich ein ganz besonderer Tag: Ace Frehley in der Zeche Bochum! Nach der Kiss-Knipsung neulich passt das wie die Faust aufs Auge und Ace ist nach wie vorher ein großer gitarristischer Einfluss für mich, ja eigentlich war er der Grund, warum ich überhaupt Gitarre spielen wollte (und jeglichen Versuchungen widerstanden habe, ein Technikmonster wie Steve Vai werden zu wollen - obwohl ich auch den sehr schätze).

Konzertfotos gab es in dieser Woche natürlich dennoch hier: RocknRoll-Reporterin Janine fuhr in die Biene Maja-Stadt und lichtete die grusel-schlimme Lightshow der Thrashikonen von Testament ab. Fotos davon gibt es HIER!

Ach und dann war da ja noch Rock am "Ring". Nachdem ich im letzten Jahr am Nürburgring im Graben stand (Foto), habe ich dieses Mal bewusst gar nicht erst angefragt und auch, wenn Bands wie Beatstakes oder Slipknot durchaus meinem Rockgusto entsprechen, finde ich eine Veranstaltung, auf der sich solche Heroen mit Leichtmatrosen wie dem Knöpfendrücker Kalkbrenner die Bühnen teilen, überflüssig. Wer übrigens Wacken als Musik-Ballermann sieht, war anscheinend noch nie bei Rock am Ring. Liebes RaR, wir werden keine Freunde mehr fürchte ich.

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 05.06.15

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Heyho, I wish you all a nice Bridgeday. Nein, das ist sicher kein propperes Englisch, but I am noch in the Eindruck from the Rock im Revier. Da musste ich viel ausländisch plaudern, mal went it good, mal bad. Verstanden hat mich am Ende aber sowohl --- tadddaaaa TUSCH: ROB METALGOTT HALFORD, als auch Accept-Schreihals Mark Tornillo (und deren ganzes Gefolge, als da wären: Tourmanager, Priestmanagerin, unbekannter Guitartech im Hintergrund etc pp).

Womit ich hier jetzt megamäßig auf die Kacke hauen kann, hat mich enorme Nerven gekostet.

Die Story goes so: Ich sollte für das Rock Hard in die heiligen Dressing-Room-Hallen des Metalgottes vordringen, um diesen bei seinem Gesprächstermin mit Mark von Accept (fürs nächste Heft) abzulichten.

Reichlich Managementstress rund um den richtigen Termin ging dem zuvor, dazu verspätete sich auch noch der Auftritt von Accept und der Zeitplan war im Hintern. Trotzdem hat es geklappt und nachdem mich Accept-Tourmanager Rikk in die Höhle des Löwen führte, traf ich auf den vor sich hinträllernden und bestens gelaunten Priester des harten Metals.Rob Halford war so höflich, wie ich es vermutet hatte, so freundlich wie nur irgendwas und auch Mark Tornillo mächtig cool drauf (10 Minuten nach seinem Auftritt wohlgemerkt!).Im nächsten Rock Hard gibt es dann die Bilder zu bestaunen, also mal reingucken. 

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Anfang des Jahres habe ich leichtsinnigerweise mal gesagt, dass ich, wenn ich 2015 Metallica, Kiss und AC/DC fotografieren würde, die Karriere als Konzertknipser eigentlich an den Nagel hängen müsste, schließlich könne da kaum noch etwas kommen. Klar, die Stones wären noch super (aber eher unwahrscheinlich) und auch Slipknot finde ich aus optischen Gründen reizvoll, aber für mich ist das oben genannte Trio schon mehr wert. Solange George Harrison und John Lennon noch tot sind, kommen die Beatles schließlich auch nicht in Frage.

Nun könnte es im Juli soweit sein - AC/DC in Gelsenkirchen und ich im Graben. Was dann? Die Antwort ist eindeutig: "Weitermachen! Immer Weitermachen!" (Olli Kahn) Warum? Weil es neben den Großkopferten der Branche genügend Motive gibt, die es wert sind, von mir fotografiert zu werden.

Denkt zum Beispiel an das grandiose Airbourne-Foto (rechts). Und auch noch eine Nummer kleiner ist Konzertfotokunst möglich - oder vielleicht gerade da mehr als bei Kiss und Co. Denn: Die Bedingungen bei Festivals sind fotografisch nicht ideal. Die Bühnen zum Beispiel sind enorm hoch, dadurch wird der Winkel sehr schlecht, oftmals hat man lediglich Musiker ohne Unterleib im Fokus. Kunst geht anders.

Umso mehr ärgere ich mich dann diesbezüglich über die "Fans", die hochwertige Kameras in die Konzerthalle schmuggeln, dadurch Fotos aus einem besseren Winkel machen können und zudem auch noch Motive bekommen, die die Profis durch die 3 Song-Limitierung nicht bekommen (wie zum Beispiel Halford auf dem Motorrad). Wenn diese Leute dann die Fotos auch noch auf ihren ganz und gar unkommerziellen Webseiten ("Erik Mustermann Photography") veröffentlichen, ist das Dasein eines Konzertfotografen eigentlich überflüssig. Zurück zu Rock im Revier: Dafür, dass es mega-kurzfristig war, die Verlegung nach Gelsenkirchen zu planen und zu promoten, kann man mit der Veranstaltung durchaus zufrieden sein. Klar, die Hütte war nicht voll und auch der ein oder andere Weg zu weit, doch unterm Strich wurde hier richtig gute Arbeit geleistet.

Auch am Ende dieser Woche bin ich jedenfalls noch begeistert davon, wie eine Band wie Kiss zum Beispiel alle Fotografen perfekt bedient hat - und das waren eine Menge im Fotograben.

 

Jeder hat wirklich jedes Motiv bekommen können und die einzige Herausforderung bestand darin, nicht die Speicherkarte vollzuballern. Großer Sport! Wagemutig, wie ich war, habe ich sogar das Fisheye mit in den Graben geschleppt (was bei Locations dieser Größe eigentlich Unsinn darstellt) und wurde mit einem Gruppenfoto belohnt, auf dem sogar Drummer Eric Singer zu sehen ist. Kurzum: Doc Rock glücklich as fuck. Am 15. Juni fotografiere ich dann noch Ur-Kiss-Gründungsmitglied Ace Frehley. Vielleicht sollte ich ihn zum Gruppenfoto montieren. Kiss - the selfmade Reunion.

 

Ich schwebe dann mal ins Wochenende. RocknRoll all Nite and party every day und so, you know?

   

 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 29.05.15

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ROCK im Revier! Ab heute und mit Metallica und Kiss in der Turnhalle auf Sch**** (den Namen kann ich leider nicht ausschreiben). Ich bin sehr gespannt. Was wurde im Vorfeld gemunkelt.... Metallica hätten noch gar keinen Vertrag unterschrieben, die Arena wird halbleer, zelten will da sicher keiner etc pp.Ich glaube, dass es ein Mega-Wochenende für den Pott wird. Klar, eine Rock am Ring-Ballermannstimmung ist nicht zu erwarten, ein echtes Open-Air-Festival ist schon etwas anderes.

Aber fürs Ruhrgebiet ist das ein dolle Nummer. 

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Das zeigt auch, dass die Tagestickets weg wie warme Semmel gehen. Mal eben Kiss für 65 Euro (mit Accept, Judas Priest und viele mehr im Gepäck) - das ist ein guter Preis.

Man darf also gespannt sein. Lediglich, dass die Presselounge im La Ola-Club auf Sch**** sein wird, klingt absurd :D Keine Akzeptanzprobleme hat ein anderes Festival in Gelsenkirchen. Das Rock Hard lockte am Wochenende wieder Tausende ins Amphitheater, das Wetter, die Stimmung und die Bands waren mehr als großartig. Ich war vor und hinter den Kulissen dabei und muss sagen, dass ich kaum ein besseres Festival bisher erlebt habe. Beeindruckt hat mich der Old-School-Gig von Michael Schenker. Wer seinen Auftritt mit Doctor Doctor von U.F.O. beginnt (und dann später Rock you like a Hurricane von den Scorps nachschieben kann), macht rein gar nichts verkehrt.

Mein Festivalhighlight waren aber die umwerfenden Avatarium. Doom trifft glasklaren Frauengesang, sensationell. Venom hingegen waren.... kultig. Kultig sagt man ja immer, wenn etwas schlimm war, man aber den Wert der Performance bzw den Wert, diese Band doch noch mal gesehen zu haben, schätzen will. Wenn sich Cronos in sein rosa Tüt-Tüt wirft, ist das schon so skurril wie gruselig. Oder eben "kultig".

Bilder des genialen Wochenende hat Kollegin Missty für den RocknRoll-Reporter HIER eingefangen. Meine Lichtbilder erscheinen dann unter anderem im Rock Hard des nächsten Monats. Immer wieder beeindruckend ist bei so einem Festival übrigens das Farbenspielchen mit den Bändchen. Welche Farbe bedeutet was, wer muss wen reinlassen und wen nicht.

Spannend (aufs linke  Foto klicken zum vergrößern). In diesem Zusammenhang muss man der besten Secu der westlichen Hemisphäre, den Jungs von CCS Security, ein großes Kompliment aussprechen. Freundlich, kompetente, bestimmt, immer zu Scherzen aufgelegt. Die Typen sind bombe.  

Bevor der ganze Rock im Revier-Zirkus in die Stadt kam, war ich am Donnerstag bei Def Leppard in K*** (wieder so eine Stadt, deren Name mir unaussprechlich scheint). Großes Kino, ganz großes Kino. Bilder davon gibt es HIER!. Eigentlich wollte ich mir da ja ein Shirt der Band kaufen, so oft sieht man sie ja nicht in unseren Gefilden. Da die aber allesamt hässlich waren, entschied ich mit endlich für ein Black Star Riders-Leibchen (die waren Vorgruppe). Ärgerlich: Beim Rock Hard am Sonntag wäre das gleiche Shirt 10 Euro (!) günstiger gewesen. Aber hier durften Ricky Warwick und Co den tauben Leoparden wohl nicht die Preise versalzen.

Nun aber Daumen drücken, dass das mit Kiss und dem Fotopass am Sonntag so klappt (bei den ganz Großen weiß man ja nie, was sie kurz vor ner Show noch reitet) und entschuldigt die kurze Kolumne. Sooooo busy.....

 

 

Keep on rocking 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 22.05.15

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Yppiiiiiii, heute ist Rock Hard Festival. Es ist das schönste Festival (für mich) im ganzen Jahr, weil es so schnuckelig ist. In diesem Jahr bin ich, wenn Ihr diese Zeilen lest, in den letzten Vorbereitungen, da ich für die Kollegen des Rock Hard als offizieller Festivalknipser gebucht wurde. Die Wetterprognosen sind super, nicht zu heiß, wenig Tropfen, und ich habe in den letzten beiden Tagen akribisch überlegt, was denn so in den Fotorucksack (und die Klamottentasche) muss. Eine alte Fotografenregeln besagt "all the gear all the time", was nichts anderes bedeutet, als dass man sich IMMER ärgert, wenn man irgendetwas aus Bequemlichkeit nicht mitgenommen hat. Deshalb setze ich auf eine Brennweitenrange von 8 bis 400 Milimeter, da sollte für jeden etwas dabei sein. Ansonsten gehört Sonnenmilch in jede Festivaltasche, egal, wie die Wetterprognose lautet. Bei Festivals sind Sprays zu bevorzugen, es sei denn man legt es dringend darauf an, den Rücken von einer schönen Frau (oder Mann, Hund, Katze, Maus) eingerieben zu bekommen.

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Was braucht man noch für ein Open Air-Spektakel? Eine Kappe ist immer zu empfehlen und vor allem sind Regenklamotten wichtig, zumindest in unserer Gegend. Als Fotograf kommen zu den üblichen Dingen noch zahlreiche andere, scheinbar tonnenschwere Goodies hinzu. Ein Notladegerät, drei Trillionen Speicherkarten, Akkus ohne Ende und und und. Dennoch soll das Ganze - trotz der vielen Arbeit - maximal Spaß bereiten. Wer mich also ab heute auf dem Gelände erblickt, darf mich gern zu einem Bier einladen, ist aber bitte nicht knatschig, wenn ich wenig Zeit habe. Bei Amazon gibt es übrigens ne eigene Seite für den Festivalsommer. Zubehör, Outfits und vieles mehr gibt es da zu sehen. Wer sich inspirieren lassen will (kaufen kann man ja auch woanders dann), klickt einfach mal HIER!

Die beste Metalnachricht der Woche war sicherlich, dass Iron Maiden-Schrei-Beutel Bruce Dickinson (Foto)  den Krebs besiegt hat und wir uns noch in diesem Jahr auf eine neue Maiden-Platte freuen dürfen.Hoffen wir, dass er uns noch viele Jahre erhalten bleibt. Während Bruce von mir aus immer weiter singen darf, sollte David Lee Roth besser schweigen (weiterleben natürlich gern). Zumindest das mit dem Singen klappt einfach so gar nicht mehr und alle Live-Clips, die derzeit von einer hervorragend eingespielten Van Halen-Truppe kursieren, lassen einen in die Fremdschämecke stellen, wenn es um den "Gesang" geht. Roth trifft nix, keinen Ton, vergisst die Texte, benimmt sich wie ein Clown.

Es ist - gerade für einen Van Halen-Fan wie mich - die totale Peinlichkeit. 

Während Van Halen mit Nachfolge-Sänger Sammy Hagar gerne mal den ein oder anderen Live-Track auf eine Kompilation setzte oder mit "Right here, right now" ein ziemlich überzeugendes Tourdokument ablieferte, wusste Mastermind Eddie wohl, dass Davids Gekrächze den Fans außerhalb des Erlebnisses eines Konzerts nur schwer zuzumuten ist. Warum er von dieser durchaus richtigen Sichtweise abgerückt ist, weiß ich nicht, doch ich kann Euch sagen, dass alles, was ich bisher gehört habe, absolut katastrophal ist. 

Zu guter Letzt will ich Euch noch davon überzeugen, dass Rundfunkgebühren nicht ausschließlich das Böse sein müssen und ein Zappen in die sogenannten Spartenkanäle von ARD und ZDF durchaus lohnend sein kann. Da haue ich mir Samstagabend fast drei Stunden das absolut geniale Sci-Fi-Epos "Interstellar" um die Ohren, um dann völlig euphorisiert ins Bett gegen zu wollen, und bleibe beim schnellen "was gibt es denn sonst noch zum Einschlafen-Zappping" bei ZDF Info (heißt das so?) hängen. Da läuft Iron Maiden's "En Vivo", ein starkes Livedokument aus Chile. Danach? Alice Cooper in Wacken (wo ich mich sogar im Fotograben entdecken konnte) und danach? Motorhead! Bumm! Nacht gelaufen, schließlich folgte noch ein Teil der sensationellen Metal-Doku "Metal Evolution". Die Rundfunkgebühren haben sich zumindest für diesen Monat gelohnt. 

 

Bis gleich auffem Gelände...

 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 15.05.15

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Aloha from Hawaii… so hieß einmal eine Elvis-Platte. Ich bin leider nicht auf Hawaii, trage aber Dauerurlaub im Herzen. Wobei nun ja die stressigen Wochenenden beginnen. Nächste Woche rollt Pfingsten an und Euer RockRoll Reporter ist der offizielle Festival-Fotograf fürs Rock Hard Magazin beim Rock Hard Festival. Coole Sache, oder? Klar, dass es hier auch Bilder des Metallspektakels aus Gelsenkirchen zu sehen gibt.

Und die Woche danach? Rock im Revier mit Metallica, Kiss und Konsortien. Klingt nach Spaß, mal sehen, wie viel Spaß man in der Sch**** Turnhalle haben kann. Aber das ist noch etwas Zukunftsmusik.

Am Freitagmorgen verhagelte mir dann die Todesnachricht von B.B. King den Tag. Auch, wenn es sich angedeutet hat, verlieren wir hier doch einen der einflussreichsten und sympathischsten Musiker des Planeten. Ich hatte Glück, ihn vor einigen Jahren in Düsseldorf fotografieren zu dürfen. Schaut einmal HIER entlang. Picture

In der verstrichenen Woche hatte ich das Vergnügen als eines von drei Jurymitgliedern beim ersten Bandausscheid zum Campus RuhrComer-Festival mitentscheiden zu dürfen. Beim 17. Newcomer-Festival für studentische Bands fand der erste Bandcontest in der Altstadtschmiede in Recklinghausen statt. Aus den Bands Frostitudes, Give us Animal Names, Euphoric Intoxication und Apathetic Dinosaurs (was für Bandnamen!) musste ein Finalist gefunden werden.

Am Ende siegten die Surf-Punker von Frostitudes, wenngleich ich (und der Rest der Jury) Euphoric Intoxication als Sieger gesehen hatten. Nach Auszählung der Zuschauervoten, die zu 50 Prozent mit in die Wertung flossen, verschob sich das Ergebnis aber dann doch noch um einen Prozentpunkt und die Punker siegten - auch, weil sie enorm viele Fans mitgebracht hatten. Das nenne ich mal Demokratie…

 

Eine spannende Erfahrung war es auf jeden Fall, mit der eine Menge Verantwortung einherging. Einige Fotos des Abends seht Ihr übrigens HIER!
Kurz vor dem Vatertag hatte ich übrigens einmal wieder eine fixe Idee. Ich wollte den Einzelhandel unterstützen und juckelte in den Mediamarkt, ein Playstation-Spiel zu erwerben, um mich am freien Tag viereckig zu spielen. Es muss ja nicht immer Amazon sein, man kann ja mal… Außerdem war es schlichtweg zu spät für die Amazon-Bestellung. Also, nix wie hin. Im Einzelhandel bekommt man ja immer alles sofort. Direkt an der "Ladentheke". Sensationell. Ich kam mir wie ein Pionier vor, die Wege unserer Väter und Vaterspäter beschreitend, in einen Laden zu gehen, mit Menschen zu sprechen und echtem Geld zu bezahlen! Kurzum: Das Spiel war ausverkauft, der Verkäufer sauer, dass ich es kurz vor Feierabend wagte ihn anzusprechen und mein Tank anschließend leer.Noch im Mediamarkt habe ich dann online per Smartphone bestellt. Well done, Einzelhandel. 

Ob ich davon so traumatisiert war, dass ich nachts noch im Schlaf fabulierte, ich sei als Gitarrist mit einer Countryband auf Welttour gegangen, kann ich nicht sagen. Ich denke, aber eher, dass es am exzessiven Genuss der teils tollen, teils zu kitschigen Serie „Nashville“ (z.B. auf Netflix, NICHT im Einzelhandel beziehen!) liegt. Auch, wenn es Country ist, wird hier ein hübsches Bild der Musikszene gezeichnet. Liebe, Intrigen und lauter Musik inklusive, denn Ihr wisst ja: Love is a burning thing.

 

So long... 

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 08.05.15

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Da isser wieder, Euer Doc. Rund eine Woche nach dem Prong-Konzert im Turock habe ich immer noch die Hasskappe auf. Diese Band, die ich immer schon völlig überbewertet fand (was natürlich latte ist, weil die Fans in Essen steil gingen), hat mich nachhaltig verärgert. Thema Licht... ne, gab kaum Licht (siehe Foto links), Bühnenshow auch nicht. Meine Verwunderung, dass in einer Triobesetzung die Bühnenmitte frei bleibt, wich schnell dem Entsetzen, dass dies gemacht wurde, um die Fans von da stagediven zu lassen. Das ist durchaus ok, wenn man aber mit anschauen musste, wie brutal zum Teil die Besucher von den Roadies (!) ins Publikum geschleudert wurden, ist Konsternation alles, was bleibt. Zumindest ich brauche so einen Unsinn nicht, und auch der Dauerlärm, den Gitarrist Tommy Victor in den Spielpausen fabrizierte, war einfach nur zum Kotzen.

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Keiner verstand seine Ansagen, viele Fans haben sich die Ohren zugehalten. Wenn er Rückkopplungen als Kunstform ansieht, sollte der Gute mal besser ein paar alte Jimi Hendrix-CDs hören oder sich die exzellente "Arc" von Neil Young zu Gemüte führen.

 

Aber es gab auch positive Überraschungen musikalischer Art in dieser Woche: Paul Di' Anno, Ex-Maiden, hat mich schon desöfteren zum Lästern animiert. Das Leben im Ewig-Gestrigen, die immer wieder neuen Song-Versionen seiner einzigen Hochphase (1980 und 1981 !! ), das live dezent am Ton Vorbeiträllern... Paule machte - auch aufgrund seiner katastrophalen körperlichen Verfassung - in letzter Zeit selten eine Figur. Jetzt haut er aber mit seiner Maiden-Coverband im Rücken einen raus, dass die Hütte wackelt.

Die "Architects of Chaoz" sind eine echte Band geworden, mit Di' Anno als Frontmann, und das Debütalbum ist exzellent. Lest mein Review dazu HIER! Ich hoffe, er kann live die gute Verfassung bestätigen, zu Bestaunen auf dem Rock Hard Festival an Pfingsten. 

  

Schnell aber noch mal die Hasskappe auf: Freunde... ich habe nichts gegen Emails oder Computer, ja nicht einmal etwas gegen Biker. Die englische Sprache ist bei uns allgegenwärtig, gerade im Musikbereich, doch muss ich fast jeden Tag einen elektronischen Brief mit dem Betreff „Save the date“ bekommen, wenn mich jemand zu einer Veranstaltung einlädt?

Das ist weder „hip“, noch besonders „cool“, nicht einmal kreativ. Noch schlimmer ist es, wenn aus dem Englischen irreführend eingedeutscht wird. „Sinn machen“ vom englischen „make sense“ beispielsweise. Klar, die Deutschen sind ja echte Macher. Nur bei uns kann sogar Sinn gefertigt werden. Dabei haben wir alle Möglichkeiten, Sinn zu stiften, Sinnvolles zu sagen, Sinn zu erkennen oder gar den Sinn zu suchen. Stattdessen wird er jetzt solange „gemacht“ bis diese falsche Wendung vom Duden als richtiges Deutsch eingestuft wird. Ich schicke Euch dann eine Mail, wenn das Ereignis bevorsteht. Betreff: Save the date!

 

 

Live long and prosper

 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 01.05.15

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Boah, langes Wochenende! Jetzt bekommt Ihr den DocnRoll sogar schon an einem Feiertag zugestellt, frei Haus. Ist aber ja auch der Tag der Arbeit heute und da arbeite ich gerne für Euch als Zeilenschinder. Die Woche brachte neben dem höchst erfreulichen Aus der Bayern im DFB-Pokal am gleichen Tag das Gastspiel von Kyle Gass im Essener Turock. Kyle ist eine Hälfte von Tenacious D und hat mit seiner Band, KGB, ein richtig tolles Album in den Äther geworfen. Auch live konnte die Formation das Niveau bestätigen und ließen das Turock beben. Nur die Hollywoodartige Megaverspätung hätte Kyle sich mal besser gespart. Das kann Axl Rose deutlich besser. Fotos gibt es natürlich auch und zwar HIER!

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Apropos Turock: Ist Euch schon aufgefallen, dass da neuerdings ein SuperdupergroßesoriginalMotorhead-Bühnenutensil hängt? Turock-Chef Peter hat sich hier selbst übertroffen, das Ding ist so geil, dass man es eigentlich unbedingt selber haben will. Zum Klauen ist das Ding aber (zum Glück) zu groß, schwer und mächtig.

 

Peter, du bist ein Metalgott!

 

Hansi Kürsch ist für viele auch ein (kleiner) Metalgott und das Blind Guardian-Konzert (Fotos) war ja auch ganz knorke (selbst, wenn man die Band - wie ich - eher überbewertet finde), aber sein Werbeagenturchef-Hemd war dann eher wenig metallisch. Haben wir schon besser gesehen... nicht allerdings beim ostdeutschen Mikrofonkollegen von Heaven Shall burn. Auch bei Marcus Bischoff (links) denke ich - ohne die Musik zu hören - eher an Autoverkäufer denn an Metalgott. 

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Zu guter Letzt noch etwas aus der Kategorie "Klein und fein": Während die Bombastfestivals wie Rock im Revier und Wacken nicht jedermanns Sache sind, ist ein Metal-Musikantenstadl auf einer Halde etwas Besonderes und bietet dazu ein gutes Line-up. Die Rede ist vom Dong Open Air. Das geht vom 16. bis 18. Juli in seine 15. Runde.

Als Hauptact werden Carcass über die Bühne fegen, aber auch Gamma Ray, Fiddler's Green, Kissin' Dynamite und der Rest des bunten Treibens sollten die Halde mächtig erzittern lassen. Als Location ist "Mount Moshmore" ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Im vergangenen Jahr war es tropisch heiß, der Aufstieg zum Gipfel des Heavy Metal eine echte Herausforderung. Doch wie sagt man in Wacken? Come rain or shine...

 

Die Posse der Woche leistete sich Debauchery-Grunzkopf Thomas Gurrath, der einen absurden Rechtsstreit in Gang bringen wollte. Seine gar nicht mal so gute Zweitband Blood God (also er)  ist böse auf die irische Pagan Metal-Band Cruachan, weil deren aktuelles Album (welches seit vier Monaten bereits im Handel ist) "BLOOD FOR THE BLOOD GOD" den für den deutschen Markt geschützten Begriff "Blood God" enthält. Ex-Lehrer Gurrath drohte daraufhin mit Klage und ließ sich dann doch auf den Kompromiss ein, dass die noch vorhandenen Bestände der Scheibe weiterverkauft werden dürfen, danach aber zumindest in Deutschland Schluss ist. Eigentlich schade, denn ich hätte gerne einen Prozess gesehen und würde prognostizieren, dass Gurrath diesen haushoch verloren hätte. Lediglich die Tatsache, dass das Label von Cruachan ein deutsches ist, schafft hier eine gewisse Problematik (die sich aber sicherlich vor Gericht nicht wirklich ausgewirkt hätte). Wenn man seinen Bandnamen schützt, habe ich vollstes Verständnis, wenn man einee Band höflich verbietet, diesen ebenfalls als Bandnamen zu verwenden. Wer das allerdings auf Songtitel oder Albentitel ausweiten will, macht sich lächerlich. Zumal das mythologische Konzept des Blutgottes von Gurrath natürlich ebenfalls "geklaut" wurde (1). Zum Abschluss möchte ich einen kurzen Auszug eines Songtextes in Eure Äuglein reiben:

 

 

From their holes and caverns deep
Ten million Orc and Goblin feet
With hungry hearts and sharpened knives
They come to take your worthless lives

The Call To Arms:
"Blood for the Blood God!" 

 

Das stammt aus dem Sabbat-Song von 1987 (!) "Blood for the Bloodgod" und wurde als Flexidisc im Games Workshop Magazin "White Dwarf" beigelegt. Die Lyrics standen dazu im Heft und basieren auf das Games Workshop Rollenspiel "Warhammer" Eventuell schreibe ich den Jungs vom Games Workshop ja mal ... Wer jetzt trotzdem noch Bock auf Gegrunze und Gemetzel hat, darf sich natürlich gerne unsere Fotos von Debauchery anschauen. Hier entlang (aber bitte nur leise "Blood God" flüstern beim Angucken).

  

 

 

 

Keep on rocking 

 

  

yoursdocrock

 

 

 

Doc 'n' Roll - 24.04.15

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Na, Ihr völlig tadellosen Menschen, schon das Wochenende angegrillt? Das sei Euch hiermit offiziell erlaubt. Es gibt den Darfschein vom RocknRoll-Reporter. Darfschein - ein Wort, das nach 80er Schulhof angenehm müffelt. Ein Facebook-Quatsch von mir hat diese Woche für eine Menge Likes und Kommentare gesorgt. Da spielte ich mich als Retter des deutschen Wortgutes auf, weil ich "Schlawiner" benutzt hatte. Schwupps kamen immer weitere schöne Worte in diesem Sinne hinzu, es war ein Heidenspaß. "Words are my business and business is good" proletiere ich gerne rum und habe dabei natürlich den Megadeth-Albumtitel "Killing is my business and..." im Hinterkopf. 

Manchmal ist mein Geschäft aber auch das Fotografieren und so schlug es mich für den Veranstalter am Sonntag in die Philipshalle (nein, ich werde privat - und das hier ist ja so privat wie irgendetwas - niemals MitsuMitusiEletricDingens sagen) zu einem abgefahrenen Event. The Legend of Zelda - Symphony of the Godesses war mit Nerdfaktor 11 von 10 ausgestattet und ein Riesenspaß. Hübsch verkleidete Prinzessinnen, pickelige Jungs mit Handheldkonsolen, die das Game zockten, während das riesige Orchestra sich unter einer Leinwand mit Spielszenen ordentlich einen abfiedelte - kurzum: es war ein Erlebnis, selbst, wenn man zum Arbeiten vor Ort war. Schaut Euch ruhig mal eine allzu üppige Auswahl meiner Fotos an. Hier entlang!

Erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, in der Plattencover sexuell moralisch verwerflich sein durften? Mir kommen dabei vornehmlich zwei in den Sinn: "Virginkiller" (unten) von den Scorpions (damals - 1976 - noch eine echte Hardrockband) und "Appetite for destruction" von Guns 'n' Roses von 1987. Ein Cover wie "Virginkiller" jedenfalls würde sich heute niemand mehr trauen, in dem Fall sicher zurecht. 

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Das Originalcover des Albums zeigt das Foto eines nackten zehnjährigen Mädchen, dessen Genitalien durch eine gesprungene Glasscheibe verdeckt werden. Das FBI hat dieses Cover übrigens mittlerweile als nicht pornografisch eingestuft. Verstehen die durchgeknallten Anzugträger der Weltpolizei mehr von Kunst als andere? (Mehr zum umstrittenen Cover gibt es HIER)

Auch das Cover "Appetite for Destruction" des Künstlers Robert Wiliams aus dem Jahre 1978 sorgte für Aufsehen, da dort eine geschändet Frau (allerdings gezeichnet) zu sehen war. Die Diskussion, wie weit Kunst gehen darf und soll, ist also auch in unserer geliebten Rockmusik (oder gerade da) stets allgegenwärtig (gewesen?).

Gewesen? Warum? Weil ich provokante, ja auch geschmacklose Cover mir heute nicht mehr vorstellen kann, dazu ist die Gleichschaltung in allen Genres, ja die Marktmacht, zu weit fortgeschritten.

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, ob man ein Cover wie das von Guns 'n' Roses fotografisch nachstellen oder die Geschichte bildlich weiter erzählen dürfte.

Während für mich die "Virginkiller"-Darstellung deutlich zu weit geht (sogar schon als Jugendlicher im Plattenladen), sehe ich im "Appetite"-Cover (unten rechts) doch eine künstlerische Linie, wie sie heute etwa von Autoren wie Frank Miller oder Jeffrey Thomas vertreten wird. Es ist "over the top" und erzählt eine Geschichte, die jeder in seinem Kopf vollenden soll, während die bloße Darstellung des nackten Mädchens künstlerisch wenig zu sagen hat. Damit Ihr mich nicht falsch versteht: Dies ist kein Plädoyer für sinnlose Geschmacklosigkeiten, doch es hat ein Geist unsere Gesellschaft ergriffen, der es nicht ausschließlich gut mit uns meint. Nicht einmal mehr Provokationen erlauben sich die Künstler (vornehmlich in der Musikbranche), um ihr

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en Markt nicht zu verschrecken, dabei war das doch seit jeher deren ureigenstes Betätigungsfeld und hat ihnen so manche Relevanz verliehen.Übertriebene politische Korrektheit ist das Krebsgeschwür der modernen Gesellschaft. Die Problematik: Deren Mitglieder sind deutlich stumpfer geworden und viele denken nicht mehr um die Ecke, erkennen so den Sinn einer Provokation gar nicht mehr, sondern fühlen sich einfach nur "auf den Schlips" getreten. Das wiederum ist der Grund, warum die Künstler mindestens einen Gang zurück geschaltet haben. Traut Euch mehr, Künstler! Denkt mehr, Konsumenten! 

 

Warum Ihr in der letzten Zeit so viel bedetungsschwangeres pseudophilosophisches Gewäsch von mir ertragen müsste? Ach, leckt mich doch einfach, die Phase geht auch wieder vorüber. Jemand, der das auch gut kann, ist übrigens Frank Turner. Und, wenn Ihr nur etwas für den Typen übrig habt, solltet Ihr dessen Buch (HIER) lesen. Gut geschrieben und voller Einblicke in Franks Songs und sein Leben. Lesenswert.

Vom Folk zu bisken mehr RocknRoll: Dienstag geht Ihr mal schön alle zum Kyle. Kyle Gass, kongenialer Partner von Jack Black bei Tenacious D, kommt mit KGB ins Turock. Deren Debütalbum (HIER) rotiert in Form von einsen und nullen seit Tagen in meinem Ei-Fone. Wer es härter braucht, lässt es sich morgen von Blind Guardian in der Philipshalle besorgen. Und nächste Woche wird es dann hier wieder etwas beschwingter, ich schwör'...

 

 

In diesem Sinne: Rock on

 

  

 

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 17.04.15

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Kennt Ihr das Gefühl, wenn man am Freitag den Eindruck hat, dass sich in dieser Woche einfach alles geändert hat? Meistens ist das ja nicht so, aber das Gefühl gibt es doch immer mal wieder. Und die Medien verstärken das mittlerweile derart, dass man sich einmal schütteln muss, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. 

Da verkündet ein Fußballtrainer, dass er bei seinem Verein aufhören wird und die Betroffenheit und der Rummel kommt beinahe der einer Todesmeldung gleich. Die gab es nämlich auch noch in dieser Woche: Der Blechtrommelmann ist in die ewigen Jagdgründe gegangen, im Gegensatz zu Jürgen Klopp hat er keine Chance, bei einem neuen Verein anzuheuern (jedenfalls nicht nach meinem Kenntnisstand). Und mit Percy Sledge ist dann auch mal wieder ein Musiker abgetreten. When a man loves a woman und so. Ihr wisst schon.

Nachdem die Bildzeitung scheinbar vorerst alles an Würde aus den Absturzopfern der Germanwings-Maschine herausgequetscht hat, sind die Schlagzeilen endlich wieder nur noch Balla-Balla. HSV, BVB, Bayern-Schlappe, ach ja dieser Schriftsteller, aber der war ja auch schon alt und auch noch in der SS (was für die Bildzeitung und deren Leserschaft eigentlich meist kein Problem darstellt), Newtopia-Fake, Griechenhass - das Pseudojournalistenblatt mit den vier Buchstaben hat sich wieder auf seine ureigensten Themenfelder besonnen: Brot, Spiele, Titten und Hetze. Was das mit RocknRoll zu tun hat? Nichts, doch es hält uns davon ab zu rocken und zu rollen, da der Stumpfsinn, der dort verbreitet wird, ja nicht vor unseren Haustüren Halt macht. Die Welt ist voller Idioten, Misanthropie kann man oft kaum jemandem verdenken.

Wenn das am Freitag das Fazit der Woche ist ...

muss man gegensteuern!

Unbedingt, denn: Das Leben ist meist viel zu tuffig und super, um es mit dummen Menschen, Hass und Dunkelheit (außer die königliche Dunkelheit von Black Sabbath natürlich) zu verbringen. Da kommt nämlich doch wieder der RocknRoll ins Spiel: Rausgehen, rocken und rollen bis die Welt sich wieder so dreht, dass der Rhythmus Euch mitreißt und wieder in die richtige Umlaufbahn katapultiert. Wohin? Naja, seid mal nicht so schwer von Begriff. HIER findet Ihr einige Tipps, was das Wochenende bringen kann.

Oder ab in den Park, Musik auffe Ohren, Bierchen inne Tasche, Freunde im Gepäck. Von mir aus natürlich auch Fußball-Bundesliga und auch ärgern, wenn verloren wurde, aber immer dran denken: Es ist nur ein Spiel, auch, wenn es Zeitungen gibt, die Euch etwas anderes vormachen wollen. Zum Abschluss noch die gute Nachricht: Viele Discounter verkaufen in diesen Tagen (wohl wegen der Germanwings-Berichterstattung) deutlich weniger Blöd-Zeitungen als je zuvor. Und weil das hier einmal eine Kolumne ohne das Thema Fotografie ist, nehmt zumindest dies:

 

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In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 10.04.15

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Tach Welt, die DocnRoll-Woche erstreckt sich ja bekanntlich von Freitag bis Freitag und dementsprechend habe ich heute unter anderem von einer Band zu berichten, die seit vergangenen Samstag in der RocknRoll-Reporter Hall of Shame an erster Stelle steht. Ich mache den ganzen Konzertfotoquatsch jetzt seit mehr als zehn Jahren und habe bislang nie die Erfahrung machen müssen, dass meine Bilder nicht veröffentlichenswert sind. Irgendetwas ist selbst bei den widrigsten Bedingungen immer rauszuholen, dafür haben sich meine Skills und die Kameratechnik einfach zu sehr evolutioniert in den letzten Jahren. Was die Band Jex Thoth (ich hätte es bei diesem Namen einfach wissen müssen) um Sängerin Jessica Toth (die Dame, von der ich leider nicht weiß, wie sie aussieht, fand es offenbar besonders originell, dass ihr Nachname an die ägyptischen Gottheit Thoth erinnert) da als zweite Vorband von dreien in der Turbinenhalle abriss, ist schwer begreiflich. Dichter Nebel, dazu als einige der wenigen Lichtquellen angezündete Zigaretten (ist da nicht Rauchverbot in der Halle? Könnte man eventuell klagen) und Kerzen sowie etwas rotes Licht, was durch den Nebel jedoch keine Erhellung brachte - die gute Jessica ist schon eine sehr spirituelle Person. Fotos (bis auf das unten) will ich von dem Scheiß nicht veröffentlichen, auf einigen - in schwarz-weiß umgewandelten - Bildern erkennt man sogar wenige Umrisse, doch sowas möchte ich mir und den Lesern nicht zumuten. 

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Nach den drei Songs im Graben habe ich mir das lauthalse Lamentieren der Ollen auf der Bühne von der Ferne weiter angesehen und muss sagen, dass ich als zahlender Fan mein Geld zurück verlangt hätte. Es war schlichtweg gar nichts zu sehen. Das ist nicht (Ok-) Kult, das ist einfach Mumpitz. Wie man es richtig macht, zeigten danach die überaus grandiosen Truckfighter und die gewohnt formidablen Blues Pills. Es gab Licht und gute Musik. Schaut Euch an, was an diesem Abend Spaß gemacht hat (HIER)!

Ansonsten habe ich diese Woche eine sehr aufregende Erfahrung gemacht: Ich wurde interviewt. ICH. Ich, der sonst selber Leute befragt.

Das Ganze war für ein spannendes Buchprojekt und sehr interessant, aber auch anstrengend. Schließlich habe ich fast zwei Stunden wie ein Wasserfall (wirres?) Zeugs geredet. Ich bin gespannt, was ich gesagt habe letztlich. Immerhin konnte ich meine Rede an die Rock-Nation von der vorigen Woche (HIER) noch etwas unterfüttern. Ich habe viel Resonanz auf das Pamphlet bekommen, manche fanden, dass es ein alter Hut war, manche freuten sich, dass das Dilemma einmal ausführlich aus- und angesprochen wurde. Was geht am Wochenende? Geht doch mal ins Turock: Da spielt heute Xandria. Oder Ihr traut Euch zur Australian Pink Floyd Show in die Arena Oberhausen, wenn es Euch nach feingeistiger Musik einer (zugegeben guten) Coverband lechzt. Aber, was Ihr auch immer macht: Geht raus und unterstützt die Clubs in der Region. 

 

 

In diesem Sinne: Rock on

  

 

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doc 'n' Roll - Der digitale Orkan 03.04.15

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Ich bin ein Internetjunkie, ein Technikfreak, ein 21st Century Digital Boy. Ich bin deshalb schuldig. Kein Stück besser als die meisten von Euch. Ich laufe sehenden Auges in das Zentrum des Orkans, nur bringt dieser eher keinen Neubeginn nachdem er alles Dagewesene zerstört hat. Denn den Fortschritt kann man nicht aufhalten, selbst wenn er ein Rückschritt ist. 

 

Die digitale Evolution hat nicht wie erhofft zu Professionalisierungen der Branchen geführt sondern meist zur Banalisierung. Jeder meint er sei ein Fotograf, nur weil er ein Foto mit einer Digitalkamera machen kann, dabei aber von Bildkomposition keine Ahnung hat. Das gleiche in der Musik. 50 Prozent der Rockbands sind im besten Fall irrelevant, meist eine traurige Bagatelle. Ohne günstige Homestudiotechnik gebe es die ganzen überflüssigen Veröffentlichungen nicht, wäre die Szene gesünder, weil es weniger hungrige Mäuler zu stopfen gebe. 

 

Wir haben 100 Bücher auf unserem Kindle und lesen nicht eins. Wir wissen nicht, mit welchem wir beginnen sollen. 

 

Jeder glaubt heute, er sei ein Journalist, nur weil er weiß, wie man einen Blog mit Worten füllt. Oder zumindest ein Medienkritiker, wenn es sprachlich nicht reicht.

 

Das höchste Gut des Journalismus wird fast nicht mehr angewandt: Selektion. Alles wird erst einmal raus geblasen, oft ungeprüft. Auch hier gibt es eine Parallele zur Musik. Wer nicht mehr selektieren muss, weil er beispielsweise unendlich viel kostenlose Studiozeit hat, veröffentlicht niemals nur seine absolute Toparbeit, sondern immer auch Füllmaterial. Insofern hat uns immer günstiger werdende Technik ärmer und nicht reicher werden lassen.

 

Die enorme Masse an Veröffentlichungen verhindert, dass neue Idole und Speerspitzen geboren werden, die länger als drei bis fünf Jahre die Stadien füllen. Sie verhindert aber auch, dass Rohdiamanten aus einer bestimmten Sphäre hervorsteigen können. Klar passiert das immer wieder, viele tolle Bands krauchen aber in einer dicken Ursuppe herum, ohne reele Chance irgendwann das nächste Level zu erreichen bis es dann irgendwann "Game over" heißt. 

 

Vor allem im Rock und Metal hat das Gigantensterben längst begonnen - im originären Sinn des Wortes. Wer füllt die Hallen, wenn die Stones weg sind? Ac/Dc, Judas Priest, Iron Maiden oder Metallica? Die Halbwertzeit von Musik ist so gering geworden, dass sich Bands solche Stati kaum noch erarbeiten können. 

 

Das Dilemma an dem Dilemma: die Entwicklung ist nicht zu stoppen. Zumindest weiß ich nicht, wie das gehen kann. Ich steh inmitten des binären Orkans und warte auf den Untergang. Ich bin ein Junkie, ich kann nicht anders.  

 

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock