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Montag Juni 25, 2018
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Review: The Ritchie Blackmore Story

Ritchie-Blackmore-Story-Of-DVD-cover-hr-800x1133Gerade rechtzeitig zur Ankündigung Ritchie Blackmores, zumindest für einige Konzerte seine Rainbow-Songs im Rockgewand wiederzuebeleben, kommt eine umfangreiche Dokumentation über Ritchies Leben. Die Ritchie-Blackmore-Doku "The Ritchie Blackmore Story" erscheint als DVD, Blu-ray, 2DVD/2CD-Edition und digital via Eagle Rock Entertainment. In rund 134 Minuten wird dem Zuschauer das Leben und der Einfluss des Ur-Deep Purple-Gitarristen näher gebracht. Neben Interviews mit Ritchie selbst kommen  Zeitgenossen und frühere Bandkollegen wie Brian May, Glenn Hughes, Joe Lynn Turner, Steve Vai, Joe Satriani, Gene Simmone, Lars Ulrich, Ian Anderson, David Coverdale und viele weitere zu Wort. In der Deluxe-Edition sind außerdem die "Live in Tokyo"-DVD/CDs vom RAINBOW-Konzert 1984 enthalten. Die Doku ist hervorragend, jedoch muss einem klar sein, dass sie weitestgehend in nur einer Ecke des Rings spielt. So kann Ritchie herzhaft über Ian Gillan und andere Erzfeinde lästern, die kommen leider nicht zu Wort. Dennoch sind die zwei Stunden sehr aufschlussreich. Sie verdeutlichen, wie genial der Gitarrist war, aber eben auch, dass er charakterlich arg gestört ist. Es gibt massig Videoclips unter anderem von „Smoke On The Water”, „Highway Star”, „Since You’ve Been Gone”, „Wring That Neck”, „Space Truckin’”, „All Night Long”, „Long Live Rock‘n’Roll”, „Hush”, „Black Night”, „Child In Time”, „Mistreated”, „Burn”, „Man On The Silver Mountain”, „I Surrender”, „Perfect Strangers”, „Play Minstrel Play”, „Renaissance Faire” oder „Fires At Midnight”.Das Bonusmaterial umfasst mehr als 40 Minuten weiterer Interviews mit Ritchie Blackmore und seinen Gefährten, so dass diese Doku trotz der rechte einseitgen Erzählstruktur jeder Rockfan gesehen haben sollte.

 

Fazit: Einseitiges, aber sehenswertes Portrait eines genialen Musikers und gestörten Charakters

 

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Review: I'm the man / Scott Ian

DownloadZugegeben, ich bin kein Fan von übersetzten Musikerbiographien und habe Scott Ian's "I'm the man -The Story of that Guy from Anthrax" bereits vor dem deutschen Musterexemplar aus dem Verlag Nicole Schmenk schon im Original gelesen. Und so war ich skeptisch, als ich das schön aufgemachte Hardcover aus der Post holte und zum ersten Mal aufschlug. "Die Geschichte dieses Typen von Anthrax" ist dann der deutsche Untertitel und der klingt weniger cool als im englischen Original, aber geschenkt. Denn im Laufe des Buches hat mich die Übersetzung vollends überzeugen können. Die Story selber ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben: Anthrax-Gründer Ian haut Anekdoten ohne Ende raus, erzählt, wie er mit Gene Simmons oder Lemmy die verrücktesten Sachen gemacht hat und sogar, dass Lars Ulrich fast bei Metallica herausgeflogen wäre (manchmal werden Träume leider nicht wahr). Auch Slipknot-Schrumpfkopf Corey Taylor ist dabei. Und wäre fast sogar Anthrax-Sänger geworden. Aber eben nur fast (manchmal werden Träume leider nicht wahr - Part II). Dafür schreit Belladonna wieder für die Milzbrandmusiker. Dazu erfährt man natürlich auch eine ganze Menge über Scott selber, seine Beziehung zu Meat Loaf-Tochter Pearl und die Anthrax-Karriere sowieso. Einige tolle, alte und ungesehene Fotos (Scott Ian trifft Madonna u.a. !)  ergänzen den 300-Seiten-Brocken. Ist das Buch in der deutschen Fassung also komplett empfehlenswert? Ich würde so gerne heftig den Kopf nicken, wäre da nicht ein entscheidendes Details, welches den Kauf der Originalversion unablässlich macht (wenn man die Sprache gut genug versteht): Die grandiose Story "Schöner Kötzen mit Kilmister" (Ihr ahnt, worum es geht: Lemmy säuft Scott kaputt) ist eigentlich mit einem tollen Comic illustriert. In der deutschen Fassung muss auf diesen leider verzichtet werden. Immerhin wird die Story dadurch nicht weniger genial. Als Buch ist "I'm the Man" jedoch eine der besten und authentischsten Musikerbiographien der letzten Jahre.

 

Fazit: Tolle deutsche Fassung mit einem kleinen Schönheitsfehler

 

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Review: Need for Speed (PS4)

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Need for Speed war einmal der Spiel gewordene feuchte Traum der Gamepad/Lenkrad-Akrobaten. Seit einigen Jahren dümpelt EA's Straßenflitzer in der Belanglosigkeitsgarage herum. Mit diesem Reboot soll alles viel besser werden. In Ventura Bay gilt es den Cops ein Schnippchen zu schlagen, sich mit seinen "Homies" Rennen über schick designte Straßen zu liefern und eine Story zu absolvieren. Genau diese hat man aber in maximal 15 Stunden beendet und dann gibt es leider nicht mehr viel zu tun in Ventura Bay. In der arg klischeebehafteten Clique ist der Spieler der neue, heiße Fahrer und muss versuchen, sich einen Namen zu machen.

Um dies zu schaffen, darf - und das ist sehr erfreulich - umfangreich an den Autos rumgeschraubt werden. Natürlich geschieht dies eher auf einem spielerischen Niveau, denn im Simulationsmodus, doch es macht Spaß und die Auswirkungen der verschiedenen Einstellungen sind auf der virtuellen Straße durchaus spürbar.

Dennoch hat Need for Speed Probleme. Massive Probleme. Wäre da einmal die Entscheidung von EA, ausschließlich Nachtfahrten anzubieten. So schick die grafischen Effekte bei regennasser dunkler Straße umgesetzt sind, auf Dauer ist es eintönig, niemals das Tageslicht zu erspähen und in den Sonnenuntergang zu brausen. Nerven tut auch, dass eine dauerhafte Internetverbindung vorausgesetzt wird, alles läuft in Echtzeit, eine Pausentaste sucht man vergeblich.

Die Anzahl an Autos ist überschaubar aber durchaus ausreichend (siehe Liste unten), dabei darf nicht jedes Vehikel beliebig modifiziert werden. Aber, wer will schon einen Ferrari mit Aufklebern zupappen?  

Die Story ist wirklich völlig überflüssig und hemmt eigentlich eher den Spielfluss (Zwischensequenzen sind mal wieder nicht wegklickbar), denn der Spaß am Rasen ist ein Stück weit zurück bei Need for Speed. Unterm Strich bleiben aber zu viele verpasste Chancen. Wenn wir den Reboot als Start in eine Ära sehen wollen, muss da noch eine ganze Menge mehr kommen.Die PC-Fassung erscheint im Frühjahr 2016.

 

 

 

Fazit: NFS bleibt auch nach dem Reboot ein Leichtgewicht mit toller Grafik

 

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Die Autoliste: 

 

BMW M3 E46
BMW M3 Evolution II E30
BMW M4
Dodge SRT Viper
Ford Focus RS
Ford Mustang
Ford Mustang GT
Honda S2000
Lamborghini Aventador LP 700-4
Lamborghini Diablo SV
Lamborghini Huracán LP 610-4
Lotus Exige S
Mazda MX-5 1996
Mazda RX7 Spirit R
Mercedes-AMG GT
Mitsubishi Lancer Evolution MR
Nissan 180sx Type X
Nissan Fairlady 240ZG
Nissan GT-R Premium
Nissan Silvia Spec-R
Nissan Skyline GT-R KPGC10
Nissan Skyline GT-R V-Spec 1999
Porsche 911 Carrera RSR 2.8
Porsche 911 Carrera S (991)
Porsche 911 GT3 RS
Subaru BRZ Premium
Subaru Impreza WRX STI
Toyota Supra SZ-R

Review: NBA Live 16 (PS4)

nba16

Nach dem das letzte Jahr für EA Sports in Sachen Basketball ein absolut verlorenes war, kehrt die NBA Live-Serie nun gestärkt zurück: Grafisch und in Präsentationsfragenist EA dem großen Konkurrenten von 2K bereits fast enteilt, doch spielerisch ist der Weg zum NBA-Titel noch weit. Dabei muss das Leichtgewichtige von NBA Live 16 nicht schlecht sein. Während ich beim immer noch überragenden NBA2k16 manchmal als Basketball-Laie ob der Simulationslastigkeit des Titel verzweifle, ist NBA Live 16 ein Spiel für Zwischendurch, für Gelegenheitsspieler. Ein wenig geht EA hier den Weg früherer Fifa-Titel. Die Zugänglichkeit ist König, die Profis rümpfen die Nase. Bei Fifa hat man es über die Jahre aber immerhin hinbekommen, vor allem durch die große optionale Einstellbarkeit (Spielhilfen etc), dass sich die aktuelle Generation deutlich mehr nach Fußball anfühlt und in vielen Sachen sogar dem Fan-Liebling PES überlegen ist (realistischere Regelauslegung zB). Leider ist es auch mit den Fernsehkommentatoren (Jeff van Gundy und Jalen Rose) wie bei Fifa: Einmal, maximal zweimal gehört, dann ausgeschaltet. Zu belanglos und nicht immer passend labern die beiden daher. 

Auch hier - wieder eine Parallele zur Fifa-Serie - gibt es mittlerweile einen unterhaltsamen Ultimate Team-Modus, das könnte in Zukunft ein großer Trumpf dieser Reihe werden. Das Erstellen eigener Spieler macht EA-typisch großen Spaß, leider kann man keine komplett eigenen Mannschaften erstellen.  

 

 

Fazit: EA Sports ist auf dem richtigen Weg - zur Spitze ist es aber noch weit

 

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Review: Verschwörung / David Lagercrantz

51WKDshBRL. AA300 Das Geschrei war riesengroß, als klar wurde, dass David Lagercrantz die Millenium-Serie des verstorbenen Stieg Larsson weiterführen würde. Skandal, Blaspehmie - vor allem Fans von Larsson waren entrüstet. Die Problematik erschließt sich mir erst einmal nicht, andere Serien werden auch weitergeführt (James Bond als Beispiel) ohne, dass der Originalautor noch lebt. Insofern bin ich als begeisterter Leser der Millenium-Reihe recht unvorbelastet an dieses von Dietmar Bär exzellent gelesenes Hörbuch herangegangen. Gerade zu Beginn fesselt die Fortsetzungsgeschichte der Geschicke von Hackergenie Lisbeth Salander und Ausnahmejournalist Mikael Blomkvist wie zu besten Larsson-Zeiten. Klar Lagercrantz schreibt anders, deutlich aufgeregter, weniger chaotisch, weniger anarchistisch als Stieg Larsson, dennoch schafft er es, dass das Schweden des Autors lebt und bebt und sogleich Lust auf einen Besuch der Hauptstadt macht. Die Charaktere zeichnet der 53-Jährige im Stile seines Vorgängers, setzt aber häufig auf Repetitionen, ein schlechter Kniff meines Erachtens. Kaum jemand, der nicht ohnehin die drei Ur-Bände verschlungen hat, wird sich ohne Vorkenntnisse an der Verschwörung versuchen. Die Geschichte nimmt recht schnell Fahrt auf, hat einige schöne Wendungen und einen interessanten Plot bis... ja, bis die Zwillingsschwester Salanders auftaucht. Die böse Zwillingsschwester versteht sich. Ab hier bricht die komplette Story in sich zusammen, das letzte Drittel ist eine absolute Qual und höchst unglaubwürdig. Zudem scheint es so, als hätte Lagercrantz plötzlich unter Zeitdruck gestanden, denn was vorher langsam und bedächtig erzählt wurde, rennt nun hastig zu einem ziemlich schlechten Ende, das - Achtung Spoiler - ein Romanze von Lisbeth und Mikael nicht ausschließt. Konsalik lässt grüßen. Bis zum letzten Drittel ist Verschwörung ein gutes Buch und macht Laune, danach entwickelt es sich zu einer Katastrophe.

 

Fazit: Völlig unnötige, hanebüchene Fortsetzung, deren Hörbuchfassung hervorragend gelesen ist

 

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Review: Assassin's Creed - Syndicate (PS4)

91irVBCxYaL. SL1500 Die Assassin's Creed-Reihe erfreut sich größter Beliebtheit in der Spielergemeinde. Nach dem mäßigen Vorgänger "Unity" hat Ubisoft mit Sydicate nun auch wieder zu alter Stärke gefunden. Grund dafür ist eine pulsierende Stadt und ein aufregendes Zeitalter. 

Syndicate spielt im London des Jahres 1868, die industrielle Revolution ist in vollem Gange und der Spieler muss dieses Mal mit zwei Assassinen die Stadt unter seine Kontrolle bringen, um den Machteinfluss der Templer zu beschneiden. Dank der Chancen, die diese neue Ära bietet, strömen die Menschen nach England, um dabei zu sein, wenn die industrielle Revolution die Welt verändert. Als Assassine Jacob Frye und dessen Zwillingsschwester Evie geht es durch ein akkurat nachgebildetes London. 

Grafisch ist AC Syndicate wirklich aufregend und bombastisch.Qualmende Kamine, umherstreunende Bettler, Details en masse - London ist das bisher gelungenste Szenario von Assassin's Creed. Stark: Auch in diesem Spiel tauchen immer wieder "reale" historische Persönlichkeiten (etwa Darwin oder Marx) auf und versorgen den Gamer mit Sidequests. Im Open World-Style kann man sich dieses Mal sogar Kutschen "leihen" und die gestohlenen Wagen für Verfolgungsjagden benutzen. Klingt super, ist es zu großen Teilen auch, dennoch gibt es auch bei Syndicate Kritikpunkte. Die Steuerung ist wie gehabt hakelig.

Dazu kommt, dass die Kamera nicht immer mitkommt, wenn man sich rasant von einem Dach zum nächsten bewegt. Spielt man auf Deutsch, hat man einen Mischmasch aus deutschen Dialogen und englischem Originalton der palavernden Bürger auf der Straße. Das ist unschön, aber erträglich. Weniger erträglich: Die KI ist strunzdumm. Bringen Sie einen Wachmann um, können Sie ihn meistens ruhig auf der Straße liegen lassen.

Seine Kumpel schlagen keinen Alarm. Gerade nach einer KI-Offenbarung wie in Metal Gear Solid V Phantom Pain ist dies schmerzhaft. Nach dem Bug-Desaster um Unity ist Syndicate aber der Schritt in die richtige Richtung, London ein wunderbarer Ort, um zu morden und durch die Gassen zu streifen. Hoffen wir auf einen Patch, der die gröbsten Macken beseitigt.

 

Fazit: Bestes Setting der Reihe, leider wieder nicht fehlerfrei 

 

 

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Review: Fifa 16 (PS4)

817hRspJkEL. SL1500 Der "Krieg" zwischen PESlern und Fifa-Freaks tobt in jedem Jahr. Beide beanspruchen absoluten Realismus für "ihr" Spiel, das bietet aber natürlich keines der beiden. Konami versaut seit einigen Jahren regelmäßig Entscheidendes: In diesem Jahr gibt es beispielsweise nahezu keine Fouls der KI, dazu werden brutalste Todesgrätschen vom Schiri nicht oder in Ausnahmefällen mit Gelb geahndet. Jedes (!) PES 16-Spiel artet in eine üble Treterei aus. Da kann die Ballphysik noch so super sein, es ist schlichtweg ein Graus.

Auch Fifa 16 macht wie immer nicht alles richtig, dennoch sehe ich EA Sports hier vorne. Einigen sanften Verbesserungen zu Fifa 15 (Torhüterstellungsspiel etwa) stehen drastischere Änderungen in der Spielanlage gegenüber. So sind die Matches nun deutlich Mittelfeldlastiger, was realistischer ist. Dadurch werden die Spiele etwas langsamer, die Grundgeschwindigkeit ist wie bei PES aber immer noch viel zu hoch. Da gilt es, das Tempo auf "Langsam" in den Optionen zu drosseln. Auch Sololäufe der Topstars klappen noch viel zu häufig. Im Gegensatz zu Konami lässt EA es aber zu, dass man tief in den Eingeweiden des Spiels alle Werte eigenständig ändern kann. Senkt man hier beispielsweise Sprint und Spielgeschwindigkeit (und levelt die übermenschlichen Goalies herunter) wird Fifa 16 zu einem Spiel, wie es realistischer in der Reihe noch nie war.

Dribbelkids werden Fifa 16 auf manuell gestellt hassen, doch die sind ohnehin nur ein nervtötender Faktor im Onlinespiel. Ach die Verteidigung wurde verändert und ist so schwer aber auch so effektiv wie nie zuvor. Um die Agilität und Bewegungen echter Profis abzubilden, gibt es jetzt die sogenannte Defensive Agility. Die Verteidiger machen die Räume eng und können schnelle Richtungswechsel vollziehen, um am Gegner dranzubleiben.Dazu kommt die grandiose Präsentation (jetzt auch mit echtem Bundesligaflair), Freistoßspray, Torkamera in Deutschland und England, dazu Lizenzen, Lizenzen, Lizenzen und den überaus beliebten Ultimate Team-Modus. Erstmals übernimmt der langjährige PES-Sprecher Wolff-Christoph Fuss die Rolle des Haupt-Kommentators und hat an seiner Seite Frank Buschmann. Wie gehabt:

Nach zwei bis fünf Partien nerven die beiden, auch, wenn bei Ausstellen des Kommentars einige nette Infos (etwa über die Live-Spielstatistik) des Duos über Bord gehen. Online ist soweit alles in Ordnung, meist laufen die Server stabil, lediglich scheint die KI gerade bei Online-Spielen deutlich dümmer zu agieren, Die Grafik ist solide, unterscheidet sich jedoch wenig vom Vorgängern. Zumindest hier hat PES mittlerweile die Nase deutlich vorn.

 

Fazit: Das realistischste Fifa seit langem - mit gewohnt kleinen Macken

 

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Review: Remedie - Sorrowful Angels

Sorrowful-Angels-Remedie-300x300Schon seit 1999 treiben sich die Griechen von Sorrowful Angels auf den Bühnen der Welt rum, zwischen 2013 und 2014 tourten sie gar als Supportband und gleichzeitig Backingkombo von Ex-Maiden Schreihals Paul Di'Anno durch Europa. Mit "Remedie" meißelt das Athen-Quartett allerdings erst das dritte Album in die Rillen. 

Die Wikipedia faselt gewohnt stilunsicher etwas von Gothic-Metal, wenn es um die Musikrichtung der Band um Sänger und Gitarrist Dionisis Christodoulatos geht. Das ist natürlich Unsinn. Auf "Remedie" hören wir klassischen Metal mit leichten (sehr leichten) Prog-Einflüssen und einer etwas stärkeren Powermetal-Schlagseite. Düster geht anders. Dionisis Christodoulatos ist übrigens das dienstälteste aktive Mitglied - und das, obwohl er erst 2008 zur Band stieß. Vom Original-Lineup gibt es nur noch Spuren im heißen griechischen Szenesand. Da ging es auch erst richtig los bei den traurigen Engeln. 

Der Vierer schafft es auf "Remedie" recht gekonnt, sich zwischen Dream Theater  ("Leap of Faith", "Shatterbox") und Paradise Lost ("Against The dying") zu platzieren. Technisches Niveau ist massig vorhanden, manchmal fehlt etwas Dreck und die Band klingt zu klinisch ("Immaculate Disguise"). Das Songwriting reicht nicht an die oben genannten Speerspitzen heran, doch einige Tracks machen   durchaus Spaß, so dass unterm Strich ein leicht überdurchschnittlicher Gesamteindruck bleibt. Für mehr fehlt einfach die Relevanz im Songwriting, auch wenn die CD mit mehrmaligem Hören noch leicht anwächst.

 

Fazit: ordentliches Metal-Handwerk aus Athen

 

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Review: Der Marsianer (Hörbuch)

768 2751 161443 xlDas Buch "Der Marsianer" von Andy Weir hat seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 eine große Menge Staub aufgewirbelt. Die Geschichtes eines "Schiffbrüchigen" auf dem Mars ist in der Sci-Fi-Welt so gut angekommen, dass Regie-Großmeister Ridley Scott den Stoff (leider mit dem langweiligen Matt Damon in der Hauptrolle) verfilmt hat und nun in die Kinos hievt. Warum man ausgerechnet den Schauspieler auf das Cover der Hörbuchfassung packen musste... Marketing ist was ganz Schlimmes.
Die Story ist schnell erzählt: NASA-Astronaut Mark Watney ist eines von sechs Mitgliedern von Ares 3, der dritten bemannten Marsmission. Als sie am sechsten Tag auf der Oberfläche aufgrund eines heftigen Staubsturms gezwungen sind, die Mission abzubrechen, wird Watney während der Evakuierung von einer Antenne durchbohrt, die dabei den Computer seines Schutzanzuges zerstört, der seine Biodaten überträgt.

Daraufhin wird er von den Teammitgliedern für tot gehalten und sie verlassen den Mars ohne ihn. Er überlebt jedoch und seine Verletzungen erweisen sich als relativ gering, aber da durch den Sturm alle Kommunikationssysteme zerstört wurden, muss sich Watney, der der Botaniker und Ingenieur der Mission ist, ohne eine Möglichkeit der Kommunikation mit der Erde auf seine wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten verlassen, um zu überleben. Die lebenswichtigen Systeme wie der Oxygenator, der Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid produziert, der Atmosphäreregler, der für eine gesunde Luftzusammensetzung sorgt und der Wasseraufbereiter, der aus gebrauchtem wieder sauberes Wasser herstellt und somit einen Kreislauf erzeugt, sind noch vollkommen intakt. Über all seine Tätigkeiten führt er ein Logbuch, falls sein Leichnam von zukünftigen Archäologen entdeckt werden würde.

Wir haben es hier also mit einer Art Robins Crusoe im Weltall zu tun. So weit, so unspektakulär, doch Weir schafft es trotz (oder wegen?) langen Technik-Monologen eine gespannte Atmosphäre aufzubauen (also auch wie Daniel Defoe es tut). 

Das bei Random House erschienene Hörbuch wird gelesen von Richard Barenberg, der es nicht immer schafft, die Faszination des der Buchvorlage aufrecht zu erhalten,doch über weite Strecken dem "Ton" des Romans gerecht wird. Die Lockerheit Watneys transportiert Barenberg sehr gut, manchmal ist er mir aber einfach auch zu unaufgeregt. Die mehr als zwölf Stunden dauernde Hörbuchfassung ist ungekürzt und durchaus empfehlenswert.

 

Fazit: Gute Hörbuchfassung eines tollen Romans

 

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Review: NHL 16 (PS4)

81dhyTwCgWL. SL1500 Der Sprung in die nächste (Konsolen-) Generation scheint nicht ganz ohne, bedenkt man, wie vermurkst EA Sports NHL 15 war (Review). Mit der aktuellen Auflage musste dann dementsprechend Wiedergutmachung betrieben werden. Gestrichene Features kommen nun zum Glück zurück, das Gameplay war auch 2014 überragend, jedoch krankte das Spiel an Mangelerscheinungen in Sachen Spielmodi (die dann zum Teil per Patch nachgeliefert wurden). Jetzt schafft es EA die verärgerten Fans der Reihe zu versöhnen. Optisch und atmosphärisch wurde das ohnehin grandiose Drumherum eines NHL-Spiels noch einmal aufgebohrt und wir sehen bei NHL 16 in der Tat das schönste Spiel der Reihe. Aus der Kategorie "überflüssig, aber so coooooool" gibt es in diesem Jahr wachsende Playoff-Bärte und blöd guckende Maskottchen. Ich mag diesen Quatsch am Rande. Apropos Quatsch: Die Kämpfe zwischen den Spielern sind noch etwas packender geworden und machen mehr Laune denn je. 

Auch das Spielgefühl wurde überarbeitet: Die Animationen sind nun deutlich flüssiger als noch im Vorjahr. Dazu gibt es einige neue Probleme, wie unrealistische Backhandtore. Ärgerlich: Die Winterchallenge ist wieder weg, dabei hat doch gerade das Spiel im Freien besonders gebockt. Doch das ist schon ein Meckern auf hohem Niveau. "Be a pro", Playoff-Modus, Saison-Modus (auch in anderen Ligen als der NHL) - die Features sind zurück und das ist gut so. NHL 16 ist nicht perfekt, aber EA hat auf die Spieler gehört. 

 

Fazit: NHL ist zurück. Fast perfektes Eishockey-Spiel

 

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Review: Metal Gear Solid V - The Phantom Pain

81GKtcYkqiL. SL1500 Scheiß die Wand an, ist das schön hier. Luise Koschinsky alias Hans Werner Olm hätte seine wahre Freude an der ungezügelten Landschaft Afghanistans in den 80er Jahren. Hierhin verschlägt es den Spieler nämlich in der 80 Millionen Dollar-Produktion "Metal Gear Solid V - The Phantom Pain". Und wie immer bei Spielen der MGS-Reihe haut Konami derart auf die Kacke (um im verbalen Fäkalbereich zu bleiben), dass es spritzt. 

Die Ereignisse des Games spielen neun Jahre nach MGSV: Ground Zeroes und dem Fall von Mother Base. Snake, auch bekannt als Big Boss, erwacht aus einem neun Jahre währenden Koma. Die Story des Spiels setzt im Jahr 1984 an: Der Kalte Krieg ist noch immer Kulisse, und eine globalen Krise zeichnet sich am Horizont ab. Getrieben von dem Wunsch nach Rache, führt Snakes Reise ihn in eine Welt, in der er eine schattenhafte Gruppe namens XOF verfolgt. So weit so unspektakulär. 

Was Konami aus dieser vergleichsweise schnöden Storyline macht, ist hingegen Weltklasse und Anwärter für den Titel "Spiel des Jahres". 

Die wirklich atemberaubende Kulisse in Afghanistan mit Sandstürmen, Flora und Fauna im Open-World-Anstrich ist neben der absoluten spielerischen Freiheit derart großartig, dass ich das zeitgleich bei mir eingetrudelte (und ebenfalls gute) Mad Max-Spiel erst einmal links liegen lassen musste.

Wie man in MGSV vorgeht, bleibt einem gänzlich selbst überlassen. Schleicht man sich an Außenposten heran, um diese geräuschlos auszuschalten, bevor es in die großen Forts geht? Oder legt man sich mit dem Scharfschützengewehr in weiter Ferne auf die Lauer und räumt mit ganz viel Geduld und Zeit einen Russen - denn das sind die meisten Gegner - nach dem anderen aus dem Weg? Auch den Rambo kann man geben, doch meistens endet eine solche Vorgehensweise mit dem schnellen Tod, selbst, wenn man zur Luftunterstützung einen Kampfhubschrauber anfordert (der dann gerne einmal abgeschossen wird).

Stirbt man mehrfach hintereinander, bietet das Spiel die Möglichkeit, die sogenannte Hühnerhaube aufzusetzen. Sieht dämlich aus, bietet aber den Vorteil, dass man selbst dann nicht entdeckt wird, wenn man im Sichtfeld des Gegners steht. Das gilt allerdings nur dreimal.

Neben den Einsätzen gilt es die neue Mother Base aus- und aufzurüsten, Einheiten zu formieren, die Söldnereinsätze erledigen, um neues Geld für weitere Entwicklungen heranzuschaffen. Etwa die Begleiter D-Horse, D-Dog oder D-Walker. Sie helfen Snake in der rauhen Wüste auch bei der noch so schwersten Mission. Waffen können und sollten natürlich auch weiterentwickelt werden.

So sind manche Missionen ohne Raketenwerfer schwer zu bestehen, weshalb man hier ein Auge auf die Entwicklung dieses werfen muss. Auch etliche optische Modfikationen (der Helikopter zum Beispiel) sind möglich. Dazu kommt die unglaublich starke künstliche Intelligenz. 

Findet eine Patrouille einen von mir ausgeschalteten Soldaten, leitet sie sofort die Suchaktion nach mir ein. Noch härter wird es, wenn man einen Großalarm auslöst. Dann ballern die Gegner mit Mörsern, Raketen und MGs auf Snake ein, dass es hektisch wird. Auch mit Scharfschützen muss gerechnet werden, später kommen Helis und Tanks dazu. Die Jagd nach den Gegnern und die Jagd der Gegner nach mir ist immer ein nervenzerfetzendes Katz und Maus-Spiel. Sensationell und genial.

Audiovisuell ist MGSV eines der besten Spieler der noch jungen PS4-Generation. Die Steuerung ist intuitiv und es gibt nichts, aber auch gar nicht zu meckern. Höchstnote!

 

Fazit: Beste KI aller Zeiten - grandiose Möglichkeiten

 

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Review: Keyboard für Dummies

514wihs7xQL. SX365 BO1204203200 Gebt es zu, Ihr kleinen Metalmattenschwinger, Ihr wolltet doch heimlich schon  immer einmal das epische Keyboard-Motiv aus "The Final Countdown" spielen können - und sei es nur für Omas 80. Geburtstag. Nicht unbedingt an Haarspray-Fetischisten richtet sich ein neues Kapitel der Dummie-Reihe. "Keyboard für Dummies" bringt auf die gewohnt heitere und einfache Weise dem Leser das Patschen auf den weißen und schwarzen Tasten näher, erläutert Grundsätzliches und kommt mit vielen einfachen Übungen daher. Als Nicht-Tastendrücker weiß ich jetzt endlich, wie ich das C auf einem Klavier finde, somit hat sich die Lektüre bereits gelohnt (wer lacht, kriegt gescheuert!).

Davon ab geht es in den Tiefen des Buches dann aber doch mehr ans Eingemachte und - erschreckend - kommt die Rede aufs Notenlesen. Wer dachte, er würde ohne das zu einem Jordan Rudess werden, sollte die Finger von diesem Instrument lassen.

Autor Jerry Kovarsky schafft es aber, dem Leser die Angst zu nehmen, beginnend bei den notwendigen musiktheoretischen Grundlagen. Dazu lernt man wie die richtigen Einstellungen vorzunehmen sind, welche Sounds, Effekte, Rhythmen, Begleitungen und weiteren technischen Features aus dem Plastikklavier herauszulocken sind. Unnötig finde ich alle Kapitel, in denen man etwa erfährt, welche Keyboard-Typen es gibt, welches das richtige für den Leser sein kännte und wie man das pflegen muss. Das ist nur Füllmaterial fürs Buch. Auf der beiliegenden CD gibt es dann noch zahlreiche Hörbeispiele zum Anhören und Nachspielen. 

Für einen ersten Einblick in die Materie ist das Buch gut geeignet, will man darüber hinaus den Weg zum nächsten Chopin bestreiten, muss auf jeden Fall ein Lehrer her. Für den finalen Countdown reicht das Dummie-Buch aber schon einmal. Tädätädä, Tädätätätä....

 

Fazit: Netter Einstieg in die Welt der Tasten

 

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Review: Madden NFL 16 (PS4)

madden16EA Sports hat den Bogen wieder raus: Nachdem 2013 mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut wurde, steigerte sich das Franchise 2014 wieder. Nun liegt mit Madden16 das womöglich beste Football-Game aller Zeiten in der PS4. Zwar können auch Football-Noobs durchaus Spaß am Spiel haben, doch das Gameplay wird vor allem den Madden-Veteranen gefallen.

Der Realismus wurde deutlich nach oben geschraubt, von wegen nur ein paar Tasten drücken und das Ei kommt beim Wide Receiver an. No, no, no! Will man als Quarterback den Ball gescheit passen, sind schon einige Skills gefragt. High, Low, LOB, Touch oder Bullet - alles ist möglich und auch das Fangen ist fordernder geworden. Das ist neben einigen neuen Spieloptionen wie dem Champion Draft (Fantasy-Team aus NFL-Superstars und Legenden erstellen) das Pfund, mit dem Madden NFL 16 in diesem Jahr wuchern kann. Das alles geschah ohne die Spielbarkeit einzuschränken.

Damit Neulinge nicht in die Röhre schauen bietet der Skill-Trainer über 60 Tutorials und Drills an und führt so Madden-Babys in das Spiel ein und bringt einem die verschiedenen taktischen Pass- und Laufwege näher. Dazu kommt der beliebte Gauntlet-Modus mit Boss Battles, Extra Life Challenges und Möglichkeiten in einem Einzelspiel Level auf- oder abzusteigen. 

Grafisch ist wie immer alles vom Feinsten: Die Spieler hauchen kalten Atem bei Winterspielen, die Wettereffekte sind hübsch, die Karambolagen brutal schön. Die Pre-Game Animationen sind nun fast wie bei den ESPN-Übertragungen. Allein in Sachen Fankultur hat NFL seit jeher ein Problem. Warum sehe ich keine Maskottchen zum Beispiel? Aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau, Madden NFL 16 ist das beste Madden seit ... ja seit mindestens mehr als einem Jahrzehnt. Vielleicht sogar das beste Football-Spiel aller Zeiten.

 

Fazit: Volle Punktzahl für eine echte Football-Simulation

 

6von6

Review: 21 Octayne - 2.0

PictureEine alte Musikerweisheit besagt, dass man für die erste Scheibe ein Leben lang Zeit hat, während man die zweite in nur einem Jahr fabrizieren muss. Gemeint ist, dass man für ein Debüt seit Ewigkeiten Songs schreibt, während der Nachfolger dessen dann in Eile zusammengeschustert werden muss und dennoch hohe Qualität haben sollte. Auch 21 Octayne haben bis auf einen Song komplett neu komponiert um mit "2.0" der schon beträchtlichen Fangemeinde einen fetten Brocken hinzuwerfen. Das Follow-up zum Debüt (Review hier) übertrifft dieses sogar in einigen Punkten. Los geht es mit "Devil in Disguise", ein fetter Uptempo-Rocker im Stil von Slash mit Myles Kennedy, Breaks sind das Steckenpferd der Band und gleich bei der Startnummer wird dies überdeutlich. Klasse Nummer!

Mit "Take me back" zeigen 21Octayne den perfekten Spagat. Musiker werden es lieben und, wenn der Refrain so mitreißend ist, auch der nicht musizierende Partner begeistert. Während der Refrain ins Radio gehört, ist der Rest ruppiger. Eine Ballade fürs Radio darf auch nicht fehlen. "When you go" mixt Alter Bridge mit 80er Jahre AOR und im Gesamtkontext der CD eher ein Leichtgewicht. Der Tonartwechsel, der den letzten Refrain scheinbar erhöht, ist trotz der leichten Klammerbluesaffinität des Tracks aber ein Leckerbissen.

Weiter geht die wilde Fahrt mit "Love is just a heartbreak away". Der bockstarke „Wohoho“- Refrain und die immer wieder eingestreuten Halftime-Parts machen diese Nummer zu einer Art Vorbild für geschmackvolles Songwriting. Danach wird es wild. "Take me away" lotet die Extreme von 21 Octayne perfekt aus. Ein knallhartes Riffing im Intro, garniert mit großem Mittelteil plus Refrain im Alter Bridge-Stil (etwas sperrig und deshalb spannend) wird gekrönt durch ein wahnwitzges Iron Maiden meets Dream Theater-Spektakel plus äußerst aufregendem Gitarrensolo. Das ist definitiv ein Musikersong, hier gibt es soviel zu entdecken, ganz ganz stark. 

Bei „Lost“ schaltet die Band dann wieder einen Gang runter. Ein chilliger Beginn im Toto-Stil, der Rest ist Radiomusik. Nicht schlecht aber wenig spektakulär. "The Circle" ist der bassigste Song der Scheibe. Nach einem fetten Riff wahwaht sich Andrew Lauer durch die Strophe, bekommt später auch noch ein aufwendig inszenierte Bass-Bridge zum Solo hin. Hagen singt formidabel, Marco fidelt erstklassig. Super Song! "Date with myself"  ist der einzige Song, der nicht komplett neu geschrieben wurde, sondern noch ein Fragment der Debüt-CD ist. Zu tun haben wir es hier mit einem echten Bluespattern, dessen Grundgerüst zu einem starken, eingängigen Ohrwurm-Refrain führt, in dem auf einzigartige Weise das Bluesschema verworfen, dann wieder aufgenommen wird. Spannend. Toll, was Alex hier macht. Während alle gemächlich rumbluesen, spielt er einige aberwitzige Fills auf dem Schlagzeug.

Der spaßige Mittelteil lässt kurz den Blues vergessen bis Marco solotechnisch richtig einen abdrückt. Beim anschließenden "Fly with me" wiegt man sich zuerst in Sicherheit bis ein wahres Metal-Lick in auf dem Album noch nicht gehörter Härte über den Hörer hereinbricht. Der vielschichtige und variantenreiche Track überrascht mit ruhiger Strophe in treibendem Groove, einem echten FusionSoloteil und einem Metal-Refrain. Für den Schluss hat sich die Gruppe dann etwas ganz Besonderes aufgehoben: "Tale of a broken child" geht rund zehn Minutenund ist ein echtes Epos, irgendwo zwischen Genesis und Dream Theater. Einem wirklich genialen Intro (Vinylkratzen, Lowfi-Gesang, der auf etwas überraschender Weise in enorme Surroundweite übergeht) folgt eine Stairway to Heaven-Reminiszenz.

Die dann einsetzende Melodie kommt übrigens immer wieder in einigen Songs vor und bildet eine Klammer. Einem Soundgewitter folgen echte Soloparts aller Musiker der ganz alten Progrockschule. Das sehr ruhig beginnende Gitarrensolo steigert sich scheinbar ins Unermessliche, ist so mitreißend wie der alles überragende Gesang von Hagen Grohe. Nach rund zehn Minuten manifestiert sich ein Wort im Kopfhörer (bitte unbedingt benutzen): Ein Meisterwerk und der beste 21 Octayne-Song beider CDs. Bitte mehr davon. 

 

Fazit: Enorm aufregender und abwechslungsreicher Zweitling mit grandiosem Epos zum Abschluss

 

5von6

Review: Iron Maiden - The Book of Souls

Book of Souls Iron MaidenDoppel-CD, 92 Minuten? Feuchter Traum? Nein, die neue Maiden ist so lang und wurde bereits vor der Bekanntgabe der Krebserkrankung von Frontsirene Bruce Dickinson fertiggestellt. Nun, da er scheinbar genesen ist, darf der Rundling in die Shops gestellt werden. Zuvor gab es bereits eine große Ankündigung, dass die Band mit einem neuen Jumbo-Jet mit Kapitän Bruce am Knüppel die Welt bereisen und bespielen wird. Die Vorfreude auf "The Book of Souls" konnte deshalb nicht größer sein, doch können Maiden über mehr als eineinhalb Stunden glänzen? 

Der Opener "If eternity should fail" macht schon einmal einen exzellenten Eindruck, ist untypisch für das erste Stück einer Iron Maiden-Scheibe. Eher im Midtempo verwurzelt grooven sich die Jungfrauen mit einem großartig singenden Dickinson durch fast neun Minuten. Alle Trademarks der Band sind da, orientalische Harmonien versüßen den Mittelteil und der Refrain ist ein absoluter Ohrwurm, der spätestens nach dem zweiten Mal zündet. Jetzt hauen die Briten die Single "Speed of Light" raus und die folgt dem Maidenschen Album-Schema seit 2000, welches besagt, dass die Single schnell und einfach zu sein hat. Kein "Run to the Hills", aber auch weit entfernt von einem schlechten Song. Danach geht es kurz bergab: "The great unknown" wird auch nach fünfmaligen Hörens nicht zur Übernummer. 

Dafür hauen Harris und Co anschließend mit "The Red and the Black" eine starke Nummer in die Rillen, bei deren Wohohoho-Teil man die Massen in den ausverkauften Stadien der Welt mitsingen zu hören vermag. Hat man sich erst einmal an die konsequent durchgesetzte Strophen-Gesangslinie gewöhnt (hier singt Bruce quasi analog zum Gitarrenlick), hält der 13-Minüter von Gitarrenduellen bis geilem Refrain eine ganze Menge zum Entdecken bereit. 

"When the River Runs deep" startet mit einem Lick, das auch auf "Seventh Son" sich hätte entladen können, bevor der Song richtig Fahrt aufnimmt und sich so zu einem der schnellsten Tracks der CD entwickelt (nicht ohne eine Maiden-typische Halftime Bridge natürlich).

Der Titeltrack ist mit seinen zehn Minuten fast zu kurz, scheint "The Book of Souls" doch hell und schön in der Herbstsonne der Maiden-Karriere. Klar, das Intro ist direkt stark an "The Talisman" vom letzten Album "The Final Frontier" angelehnt, doch danach zeigen unsere Lieblings-Jungfrauen, was sie im hohen Alter songwriterisch noch so auf dem Kasten haben. Wieder hören wir orientalische Skalen über langsam groovenden Rhythmen, haben einen Hauch "Powerslave" im Ohr und sind beeindruckt von Dickinsons Interpretation. Im letzten Drittel gibt die Band Gas und schafft es auch hier, dass 10.30 Minuten einem nicht zu lang vorkommen.

CD zwei startet mit "Death or Glory" in Gedenken an Kriegsnummern wie "Aces High" furios, kann einen tollen Refrain vorweisen, das Rennen gegen Trooper und Co aber naturgemäß nicht gewinnen. "Shadows of the Valley" ist eine Füllernummer, schade.

Besser macht es "Tears of a clown". Starker Refrain, die Vibes des Midtempo-Rockers erinnern an Dickinson-Werke wie "River of no Return" oder "Coming Home", der Soloteil ist einer der besten und mitreißendsten des gesamten Albums. Mit "The Man of Sorrows" holen Iron Maiden noch einmal Luft in Form einer hübschen Ballade, bevor der Höhepunkt des Albums einem die Kinnlade aufstehen lässt.

"Empire of the Clouds" ist ein absolutes Epos, das jeden Cent der CD alleine Wert ist. Die (wahre) Geschichte um das Luftschiff R101, einem Monster von Zeppelin, in den die ganze Titanic gepasst hätte (!) und das 1930 in Flammen aufging, ist echtes Prog-Material, ohne dass man je vergessen kann, welche Band hier spielt. Der ungewöhnliche Klavierbeginn und das später einsetzende Orchester täuschen nicht darüber hinweg, dass alle Maiden-Trademarks in den 18 Minuten ausführlich zum Tragen kommen. Wir reden hier von einem Song, den weniger vertrackte Dream Theater (mit besserem Sänger) oder frühe Marillion (mit dickeren Eiern) zusammen geschrieben haben hätten können. Wir reden hier von einem absoluten Brillanten in Maidens Karriere, der so manch schwächeren Track auf "The Book of Souls" vergessen lässt. 

 

Fazit: Drei Songs weniger und die Höchstpunktzahl wäre vorstellbar gewesen

 

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Listening-Session mit 21 Octayne

MarcoW

Listening-Sessions sind oftmals sehr heikel. Der Künstler will sein neues Baby vorstellen und naturgemäß kein negatives Feedback erfahren, während der Journalist eine CD zum ersten Mal überhaupt hört und freundlich aber bestimmt ein fundiertes Ersturteil raushauen möchte. Mit Marco Wriedt (Foto) von 21Octayne kann so eine Session schon mal im wilden Fachsimpeln um Gott und die Gitarrenwelt ausarten.
Der Gitarrist ermöglichte es den RocknRoll Reportern nämlich in diesen Tagen, mit als erstes Medium überhaupt, den Nachfolger der überaus erfolgreichen Debüt-Scheibe „Into the Open“ (REVIEW) zu Ohren zu bekommen. Die Spannung war also durchaus vorhanden, haben wir die erste CD doch mit einer Topbewertung ausgestattet. Kann die Nachfolgerille an „Into the Open“ anknüpfen? Und wie wird „2.0“ klingen? Zwei Durchläufe der rund 45 Minuten langen Scheibe später weicht die Spannung der Erleichterung und das Fachsimpeln kann beginnen.
Natürlich kann man auf dieser Grundlage noch keine zu 100 Prozent fundierte Wertung vornehmen, doch eines kann man: Die 21Octayne-Fans mit enormer Vorfreude ausstatten, denn da kommt etwas Großes auf uns zu. „Wir wollten nicht auf Nummer sicher gehen“, sagt Marco im Gespräch mit dem RocknRoll Reporter, „sondern die Extreme der ersten CD weiter ausloten.“ Was er damit meint? Der Spagat zwischen virtuoser Musikermusik und absoluten Ohrwurmrefrains im großen amerikanischen Stil soll zwar weiter Grundsportart bei der zu einem Trio geschrumpften Formation (Andrew Lauer hat kürzlich 21Octayne verlassen und wird erst einmal nur temporär ersetzt) sein, doch man könne sich noch weiter strecken und die Grenzen ausloten. Das macht „2.0“ zu einer deutlich anderen Platte als das Debüt, die jedoch noch sämtliche Trademarks der Gruppe aufweist. Doch es gibt signifikante Unterschiede: Der Sound der Platte ist so transparent, dass man jede Nuance des zumeist beeindruckenden Zusammenspiels der Musiker durch die Kopfhörer oder Boxen fliegen hört. Ein Grund dafür ist auch das veränderte Equipment bei Marco Wriedt. „Mit dem neuen Engl-Amp und den Music Man-Gitarren bin ich jetzt variabler, benutze viel öfter verschiedene Tonabnehmerkombinationen.“ Ein Fakt, der seinem ohnehin herausragenden Spiel enorm zugute kommt.

Die Bassarbeit von Andrew Lauer ist darüber hinaus extrem vielseitig und ein echtes Pfund, während Drummer Alex Landenburg die vielleicht beste Arbeit seiner Karriere abgeliefert hat. Was der auf den Songs abzieht, ohne jemals die Musikalität der Technik unterzuordnen, ist sensationell. Die Klammer für all diese Virtuosität an den Saiten und Fellen ist Hagen Grohe, der zwischen Steven Tyler und Rob Halford einfach alles drauf hat.

 

 

Doch kommen wir zu den einzelnen Songs:

 

2.0-Frontcover FINAL

 


Devil in Disguise
Mit einem fetten Uptempo-Rocker eröffnen 21Octayne das Album, erinnern dabei schnell an Slash mit Myles Kennedy, bevor im öffnenden Refrain der Rock ‚n‘ Roll Einzug hält. Breaks sind das Steckenpferd der Band und gleich bei der Startnummer wird dies überdeutlich. Klasse Nummer!

Take me back
Hagen dominiert diesen Song durch den großen Refrain. Hier zeigen 21Octayne den perfekten (oben beschriebenen) Spagat. Musiker werden es lieben und, wenn der Refrain so mitreißend ist, auch der nicht musizierende Partner begeistert. Während der Refrain ins Radio gehört, ist der Rest ruppiger. Sowas würde ICH gerne im Radio hören. Man wird ja mal träumen dürfen...

When you go
Ah, die Radionummer. Ganz eindeutig auf Airplay schielt die Ballade, die Alter Bridge mit 80er Jahre AOR vermengt. Mit knapp drei Minuten wurde auch das Radiozeitmaß eingehalten, der Tonartwechsel, der den letzten Refrain scheinbar erhöht, ist trotz der leichten Klammerbluesaffinität des Tracks ein Leckerbissen.

Love is just a heartbreak away
Zurück ins Midtempo-Land geht es bei diesem Track, der in seiner ruhigen Strophe Marcos Gitarre majestätisch schimmern lässt. Der bockstarke „Wohoho“- Refrain (Hagen hat scheinbar einfach alles drauf) und die immer wieder eingestreuten Halftime-Parts machen diese Nummer zu einer Art Vorbild für geschmackvolles Songwriting.

Take me away
Jetzt wird es wild und es zeigt sich, was Marco Wriedt mit dem „Ausloten der Extreme“ meint. „Take me away“ lässt den Hörer nach einem Durchlauf mit offenem Mund stehen, der Kopf schwirrt, denn was 21Octayne hier aufführen, ist schon aller aller erste Sahne: Ein knallhartes Riffing im Intro, garniert mit großem Mittelteil plus Refrain im Alter Bridge-Stil (etwas sperrig und deshalb spannend) wird gekrönt durch ein wahnwitzges Iron Maiden meets Dream Theater-Spektakel plus äußerst aufregendem Gitarrensolo. Das ist definitiv ein Musikersong, hier gibt es soviel zu entdecken, ganz ganz stark. Vielleicht der beste Song des Albums.

Lost
„Lost“ wäre meines Erachtens eine sehr gute Singleauskopplung, beginnt chillig, an Toto erinnernd, während dann der Refrain und die bluesige Gitarrenarbeit eine runde Sache bilden. Eine Schmusenummer, die sogar Jungs mögen werden.

The Circle
Das ist wohl der bassigste Song der Scheibe. Nach einem fetten Riff wahwaht sich Andrew Lauer durch die Strophe, bekommt später auch noch ein aufwendig inszenierte Bass-Bridge zum Solo hin. Wenn Gott unter der Dusche singt, würde er wie Hagen singen, denkt sich der Rezensent schnell, bevor die Nummer auch schon vorbei ist.

Date with myself
Jetzt wird es traditionell, ja richtig bluesig. „Date with myself“ ist der einzige Song, der nicht komplett neu geschrieben wurde, sondern noch ein Fragment der Debüt-CD ist. „Hagen hat den wieder ins Spiel gebracht und wir haben ein wenig dran rumgedoktert bis er auf die Platte passte“, sagt Marco. Zu tun haben wir es hier mit einem echten Bluespattern, dessen Grundgerüst zu einem starken, eingängigen Ohrwurm-Refrain führt, in dem auf einzigartige Weise das Bluesschema verworfen, dann wieder aufgenommen wird. Spannend. Toll, was Alex hier macht. Während alle gemächlich rumbluesen, spielt er einige aberwitzige Fills auf dem Schlagzeug. Der spaßige Mittelteil lässt kurz den Blues vergessen bis Marco solotechnisch richtig einen abdrückt. Abgefahren.

Fly with me
Hier zeigt die Band klare Kante: Nämlich, dass es keine Kante gibt. Nach einem unaufgeregten Intro wiegt man sich in Sicherheit bis ein wahres Metal-Lick in auf dem Album noch nicht gehörter Härte über den Hörer hereinbricht. Der vielschichtige und variantenreiche Track überrascht mit ruhiger Strophe in treibendem Groove, einem echten FusionSoloteil und einem Metal-Refrain.

Tale of a broken child
Kommen wir zum letzten Song von „2.0“. Rund zehn Minuten haben 21Octayne jetzt noch einmal, um mich zu überraschen und sie tun es tatsächlich. „Tale of a broken child“ ist ein echtes Epos, irgendwo zwischen Genesis (!) und Dream Theater. Einem wirklich genialen Intro (Vinylkratzen, Lowfi-Gesang, der auf etwas überraschender Weise in enorme Surroundweite übergeht) folgt eine Stairway to Heaven-Reminiszenz. Moment mal… Diese Melodie habe ich heute schon einmal gehört und in der Tat (klärt mich Marco später auf) ist die Melodie ein durchgängiges Element, welches in mehreren Songs auftaucht (unter anderem auch am Ende dieser CD - dann gepfiffen, aber keine Angst, Klaus Meine ist nicht in Sicht). Einem Soundgewitter folgen echte Soloparts aller Musiker, ganz alte Progrockschule. Das sehr ruhig beginnende Gitarrensolo steigert sich scheinbar ins Unermessliche, ist so mitreißend wie der alles überragende Gesang von Hagen Grohe. Nach rund zehn Minuten manifestiert sich ein Wort in meinem Kopf: Masterpiece.

Klar, eine Bewertung der ganzen Scheibe lasse ich hier weg, glaube jedoch, dass jeder 21 Octayne-Fan auf seine Kosten kommen wird, wenn am 25. September „2.0“ erscheint (in drei verschiedenen Varianten übrigens), obgleich der Zugang sperriger sein könnte. Doch darüber hinaus sollten neue Fans hinzukommen, denn eines ist sicher: So wie 21Octayne klingt in Deutschland keine andere Band auch nur annähernd.

 

 

21Octayne Pressefoto2015 03

Review: At dawn they sleep / Christian Krumm

at-dawn-they-sleep-roman-coverIrgendwie vermisse ich die Zeiten, in denen man als Metal-Hörer entsetzt angeschaut wurde. Metal ist Mainstream geworden, Motorhead und Iron Maiden Shirts verkaufen sich bei H&M wie geschnittenes Brot und kaum ein Dokumentarfilmer mehr, der nicht schon einmal irgendwas mit lauter Musik gedreht hat. Kurzum: Metal ist gesellschaftsfähig geworden. Christian Krumm hat davon ab aber immer gerne den Blick auf den Rand, die Szene, den Untergrund gerichtet. In "Kumpels in Kutten" (Kurz-Review HIER) etwa zeichnet er ein liebevolles Bild des Metals im Ruhrpott. Mit "At dawn they sleep" hat er sich an ein anderen literarisches Genre ausgesucht: den Roman.

Der Titel ist natürlich von Slayer geliehen. Was mich vor der Lektüre des Buches gewundert hat:Im Internet finden sich fast ausschließlich nichtssagende Promotexte zu "At dawn they sleep", in denen man nicht einmal Ansätze der Geschichte erfährt. Da fragt man sich natürlich gleich, wie sich so ein Roman verkaufen soll. Verdient hätte es Krumms (Roman-) Erstling nämlich durchaus.

Es geht um den Autor Alioscha, der vom Metal unbefleckt ist und einen Bericht über ein Metal-Konzert schreibt. Das ist quasi die Initialzündung, in die Szene reinzugleiten. Er trennt sich von seiner Freundin und findet eine Metalbraut (Maria), die ihm den Weg in die Szene ebnet und dort mehr oder weniger begleitet. Dort trifft er auf die Band "Dawn of Devastation", die er fortan schreibend begleitet.Er erlebt Höhen und Tiefen, Liebe und Streit innerhalb der Band ("Almost Famous" ick hör dir trapsen). Viel mehr verrate ich dann aber doch nicht an dieser Stelle. Es ist auch eine Menge los in "At dawn they sleep". Manchmal zu viel. Es gibt wahnsinnig viele Nebenplots und Charaktäre, die mal mehr, mal weniger schön ausgeleuchtet werden. Rein vom schriftstellerische Aspekt macht Krumm einen guten Job, schreibt flüssig aber nicht unterfordernd.

"At dawn they sleep" ist mitnichten ein Metalroman, eher ein Liebesroman, der zufällig im Metalgenre spielt, ein Roman über Beziehungswirrwarr, Freundschaften und Veränderungen, ein Roman, der es aber nicht schafft, die ganzen Klischees des Metal auszulassen, ob sie nun wahr sind oder nicht.

Letztlich trägt Christian Krumm in seinem Buch auch zur Schau, das Metal etwas ganz Besonderes ist, eine Musik, die über allen anderen zu ragen vermag, die Emotionen vermittelt, wie keine andere Musikrichtung. Hier möchte man den Autor in den Arm nehmen und brüderlich ins Ohr flüstern: Es wäre so schön, wenn das noch so wäre (man siehe meine Einleitung oben). Zum Roman gibt es übrigens einen Soundtrack, für den 22 Bands jeweils einen ihrer eigenen Songs zur Verfügung gestellt haben (etwa Darkness, Crossplane, The Very End, Gloryful oder Path Of Golconda). 

 

Fazit: Netter Pausenschmaus im Metalgewand

 

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Review: Frank Turner - Positive songs for negative people

317003a-empFrank Turner steckt in der Klemme. Soll er weiter den verzweifelten Poeten geben wie bei mitreißenden und körperlich weh tuenden Songs a la "Worse things happen at sea" oder trällert er mehr harmlose Erwachsenen-Radio-Fetzen im Stil seiner eher künstlerisch durchwachsenen aber enorm erfolgreichen letzten Scheibe "Tape deck heart"?
Mit "Positive Songs for negative people" kultiviert der Brite eher letzteres, verändert dabei die Instrumentierung der Tracks im Härtegrad, so dass er in einem Bandcontext während seiner Solokarriere noch nie so krachend klang. Mehr Springsteen, weniger Turner könnte man sagen, denn während die Melodien (immer eine seiner großen Stärken) zu lieblich und beliebig daher kommen, verdeckt die wuchtige Produktion so manche songwriterische Perle. Mit dem ersten Song zündet Frank eine akustische Nebelkerze, denn danach verändert sich die Stimmung der CD enorm. "Get better" ist nett aber Turner-Stangenware, wohingegen der nachfolgende Song "The next storm" zeigt, dass Frank auch mit vollster Band mitreißen kann. Vor allem der Halftime-Part in der letzten Minute ist episch.

Danach wird es arg gleichförmig auf der Langrille und Frank turnt in Jagdgründen zwischen dem Hooters (Demons) und eben Springsteen ("Glorious you") herum. Der Aufbau der Songs ist oft zu ähnlich, als dass man vor Freude vom Stuhl hüpfen möchte. Und dennoch: oft ergreift einen das Gefühl, dass es die enorme Wucht des Bandspiels ist, die die Songs nicht scheinen lässt. Zu guter Letzt packt Tuner mit "Song for Josh" einen eben jener akustischen Tracks aus, die die Welt für eine Sekunde still stehen lässt. Überragend.
Hört man sich nun die Deluxeversion von "Positive Songs for negative people" an, die bis auf letztgenannten Track alle Songs des Albums noch einmal als Unpluggedfassung enthält, in der Frank alles auspackt, wofür wir, die nicht im musikalischen Mainstream schwimmen, ihn so lieben, ist man zumindest etwas versöhnt. Jeder Song mit Ausnahme von "The next storm" ist in der Akustikversion besser, die Melodien rauher, die Intensität mitreißend, die Linien klarer, die Kanten schärfer und definierter. Das Songwriting scheint wie die Morgensonne. Diese "CD" bekäme 4,5 von 6 bei mir, für das "eigentliche" Werk gelten die Worte, die Frank in Get Better singt: We can get better because we are not dead yet

 

Fazit: zu viel Springsteen, zu wenig Turner

 

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Review: Rory McIIroy PGA Tour

81jvz-GUuGL. SL1500 Der Tiger ist erlegt: Nachdem das Golf-Franchise von EA Sports jahrelang Tiger Woods als Partner aufweisen konnte, ist auch in diesem Segment sein Stern untergegangen. Deshalb hat sich EA nun Rory McIllroy geschnappt, um die nächste Konsolengeneration auch auf dem feinen Grün gescheit starten zu können.

Mit der Golfserie ist das ja so eine Sache: es gibt schlichtweg seit Jahren keine Alternative, wenn man gepflegt golfen will. Das Game nutzt als erstes Sportspiel die Frostbite 3-Engine, wodurch die Plätze vollständig gerendert werden und die oft nervige Wartezeit wegfällt. Das ist eine große Erleichterung und grafisch ist Rorys Golferlebnis auch wirklich top.

Neu ist auch das Schnellrunden-Feature. In diesem Modus müssen die Spieler nicht mehr sämtliche 18 Löcher eines Turniertags spielen, sondern es wird für jede Turnierrunde eine Loch-Auswahl bereitgestellt. Die Spieler steigen an jedem Turniertag an einem bestimmten Punkt der Runde ins Spiel ein. Die simulierten Löcher basieren auf den Werten und den Werteboni der Golfer. So weit, so spannend. Kurse gibt es nur zwölf, das war schon einmal deutlich mehr. Hier soll im Laufe des Jahres nachgebessert werden.

Wer mehr braucht, greift zum Konkurrenzspiel "The Golf Club" (PSN-Download). Das Erstellen eines eigenen Golfers ist ebenfalls eingeschränkt worden, die auswählbaren Details wurden heruntergeschraubt. Der Karrieremodus ist lieblos, zudem erhält nur hier der selbst erstellte Golfer Erfahrungspunkte. Das ist schwach. Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad etwas heruntergeschraubt worden zu den Tiger Woods-Spielen. Dafür ist es nicht mehr wirklich möglich, dass Green zu "lesen", so dass so mancher Putt ein Zufallsprodukt ist.

Was fehlt noch: Wettereffekte etwa. Bei Rory McIllroy scheint immer die Sonne. Langweilig. Trotzdem macht das Spiel eine Weile Laune, doch in dem derzeitigen Zustand, hat EA Sports ein Vollpreis-Produkt mit zu wenig Inhalt auf den Markt geworden, ähnlich wie beim letzten NHL, das nach und nach um Optionen bereichert wurde. Ich spiele weiter "The Golf Club" - trotz der schlechteren Grafik.

 

Fazit: Viel Schatten, wenig Sonne

 

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Review: This War of Mine

81DeXuojP3L. SL1500 Kriegsspiel gibt es wie Sand am Meer. Die meisten meinen von sich selbst, dass sie Anti-Kriegsspiele sind, doch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Zeigt ein Spiel wie Call of Duty die Schrecken des Krieges? Sicherlich, aber schreckt das ab, wenn man gleichzeitig diese Schrecken herbeiführen muss, um zu überleben - und dies auch noch einen Heidenspaß macht? Die polnischen 11 bit Studios gehen ein ganz anderen Weg und haben mit "This War of mine" (TWOM) ein ganz außergewöhnliches Stück Software aus Einsen und Nullen gezimmert.

Der Schrecken des Krieges, ja hier ist er allgegenwärtig. TWOM ist nicht schön, nicht 3D, doch es ist packend. Das Spiel ist eine 1a-Überlebenssimulation, in der man eine kleine Gruppe von Menschen (mal drei mal vier Personen) kontrolliert, die versucht, in den Kriegswirren und der völlig zerstörten Stadt zu überleben. Es gilt bis zum Ende des Krieges auszuhalten, der kann nach 25 Tagen eintreten, aber auch erst nach 45. Brutale Plünderer, lauernde Scharfschützen, der Mangel an Nahrung und Medizin sorgen für echten Nervenkitzel, die "Gefühle" der Protagonisten (etwa, wenn sie aus Hunger entscheiden müssen, ein Seniorenpaar in dessen Haus zu überfallen) machen sich gerne mal selbstständig, der Lebenswillen der Kriegs-Sims versagt. Da sind Gespräche untereinander hilfreich, doch nicht immer sind Aufmunterungen erfolgreich.

Der typische Spielablauf von TWOM sieht vor, dass man tagsüber allerlei Dinge erledigt, etwa Betten zimmert, einen Ofen baut, Alkohol brennt (gut zum Tauschen) oder einfach nur schläft, weil man nachts raus zum Plündern oder das Haus vor Übergriffen bewachen muss. 11 bit Studios wissen, wovon sie sprechen: Einer der Entwickler hat selbst als Kind die dreijährige Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995 erleben müssen und versucht auf diesem Weg auch, das Geschehene zu verarbeiten. Der ausgefallene Grafikstil untermalt die düstere und drückende Stimmung und sorgt für ein außergewöhnliches Spielerlebnis. Bei jedem Start erwarten Dich eine zufällig neu generierte Welt und zahlreiche, unbekannte Charaktere. Die Herangehensweise an das Thema Krieg ist so außergewöhnlich wie packend. Die jetzt erschienene Ipad-Version (Trailer unten) steht der Mac/PC-Fassung in nichts nach und besticht durch eine kluge Konvertierung. Perfekt!

 

Ein echtes Anti-Kriegsspiel - toll und beklemmend

 

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