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Montag Juni 25, 2018
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Review: Soul on Fire - Leben und Musik von Peter Steele

TONPetrus Thomas Ratajczyk hätte es gemocht, dieses Buch, das die Odyssee eines Lebens, gelebt in beinahe shakespearischer Dramaturgie, skizziert. Als Pete Steele hat Petrus Thomas mit einem Schlachtschiff von einer Band fremde Länder erobert, Emotionen gebündelt, Lebensinhalte für tausende Fans gestiftet. Type O Negative waren eine ganze besondere Formation, deren Einfluss vor allem in den Herzen der Hörer bei ihrer ganzen Düsternis nicht zu unterschätzen war und ist. Im Verlag Nicole Schmenk ist nun "Soul on Fire" von Jeff Wagner in der deutschen Variante (hervorragend übersetzt von Andreas Schiffmann) erschienen und das Buch ist die längst überfällige Biographie des 2010 an den Folgen eines gerissenen Aortenaneurysmas verstorbenen Bassisten und Sängers. Auf mehr als 300 Seiten wird die bisweilen kritisch betrachtete Karriere von Steele ausführlich behandelt, mit sehenswerten Fotos garniert und die Wichtigkeit des Bass-Hünen, der 1995 sogar das Cover des Playgirl zierte (hier wird mit dem Mythos aufgeräumt, dass Steele der Erste war, der mit erigiertem Penis auf den Seiten des Magazins abgebildet wurde - in der Tat war dieses Tabu bereits 1980 gebrochen worden), zelebriert und seziert. 

Wagner beschreibt Steele schonungslos: Vom Mann mit Visionen zum Drogenwrack, das mit nichts und wieder nichts zufrieden sein konnte, und wieder zurück - der New Yorker war eine schillernde Persönlichkeit in allen Extremen."Soul on fire" ist leicht und flockig zu lesen, so dass einem lediglich das tragische Ende schwer im Magen liegen könnte.

Das Buch endet natürlich - wie sollte es anders sein - mit dem tragischen Tod des Idols einer ganzen Metalgeneration. 2005 versetzte Steele bereits einige Fans in Angst und Schrecken, als die Startseite der Website von Type O Negative einen Grabstein mit der Aufschrift Peter Steele 1962–2005 zeigte, nur fünf Jahre später war das aufgrund des zügellosen Drogenmissbrauchs nie Undenkbare zu einem dann doch undenkbaren Zeitpunkt (Steele war seit neun Monaten clean und trocken) eingetreten: Petrus Thomas Ratajczyk starb im Alter von gerade einmal 48 Jahren: A dying God-man full of pain (aus "Christian Woman").

 

Fazit: Würdige Lebensgeschichte eines umstrittenen Musiker 

 

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Review: Dishonored 2 (PS4)

dish22012 war Dishonored, das Schleich und Attentatsspiel der französischen Softwareschmieder Arkane Studios ein echter Überraschungserfolg. Doch das ist vier Jahre her. Können die Franzosen mit dem Nachfolger nun an den Erstschlag anknüpfen? Dishonored 2 spielt 15 Jahren nach dem Vorgänger. Die einstige Thronerbin Emily Kaldwin wurde um ihr Privilieg, Kaiserin zu werden, betrogen und will nun Rache. Dabei hilft der junge Frau Ziehvater und Leibwächter Corvo Attano. Interessant: Man kann selber entscheiden, mit welchen Charakter man spielen möchte. Dabei spielen sich beide völlig unterschiedlich, was der Langzeitmotivation zugute kommt. Einen Koop-Modus gibt es hingegen nicht, würde dem Schleichspielprinzip aber auch entgegenwirken. 

Corvo spielt sich fast wie in Dishonored 1. Er kann die Wächter schleichend aber auch im furiosen Kampf bewältigen. Emily ist da eine ganz andere Nummer: Wer hier nicht schleicht und heimlich zu Werke geht, wird zwangsläufig häufig scheitern. Die Grafik wurde deutlich aufgebohrt, die Welt sieht wirklich sehr hübsch aus, wenngleich aktuelle Top-Titel wie Uncharted eindeutig die Nase vorn haben. Die Gegner agieren sehr indifferent. Mal strunzdumm, suchen sie in anderen Momente intelligent die ganze Gegend ab und machen es dem Spieler deutlich schwerer, sich zu verstecken, als noch im Vorgänger. Die Stadt Karnaca ist nun deutlich detaillierter und hat mehr zu bieten. 

Die Atmosphäre der Stadt ist sagenhaft, die Charaktere bleiben leider oft blass, genauso blass wie eher müde Story. Dennoch: Nach einigen ersten Stunden (in denen Dishonored 2 ein wenig zäh daher plätschert) wird das Spiel immer besser, das Leveldesign ausgeklügelter und übertrifft sogar das tolle Debütgame. Was nervt? Leider die Steuerung, die bewusst im 1st Person-Stil angesiedelt ist. Nicht immer ist die Bewegung am Gamepad so geschmeidig, dass man auch wirklich von einer Dachrinne zu nächsten hüpft, sondern wie ein Stein in die Gasse darunter plumpst. 

 

Fazit: Wie Dishonored 1 - nur noch besser. Problematisch bleibt die Steuerung.

 

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Review: WWE 2K17 (PS4)

91QYEqXY2uL. SL1500 Ich kenne den Muskelprotz auf dem Cover dieses Spiels (Brock Lesnar) nicht und ich schaue auch unter gar keinen Umständen irgendwelche Wrestling-Shows. Kurzum: Ich bin nicht die Zielgruppe für WWE 2K17. Deshalb sind für mich viele der Kritikpunkte, die durch die asozialen Medien geistern, nicht greifbar und auch nicht relevant. Rhyno? Harlem Heat? Die fehlen und alle meckern darüber. Das sei, als würde Ronaldo bei Fifa 17 nicht mitspielen, sagt der Kollege und ich verstehe, denke aber: Bei Pro Evolution Soccer fehlen seit Jahren fast alle echten Spieler. Trotzdem ist es ein Hit und wird hochgelobt. Äpfel und Birnen - sagt er.

Kommen wir zu dem, was ich objektiv beurteilen kann und möchte: WWE 2K17 macht einen Heidenspaß. Bevor ich nach einem kurzen Einstiegskampf mich ins Getümmel stürze, editiere ich zwei Stunden lang und erschaffe eigene Wrestler aus den tausenden von Möglichkeiten, baue eine eigene Arena, kreiere eigene Einlauf-Choreos - Wahnsinn. Die Möglichkeiten sind hier fast unbegrenzt und wären da nicht die langen Lade- und Wartezeiten würde das Ganze noch viel mehr bocken. Nachdem ich dann endlich den enormen Doctor Rübezahl (2,15 Meter, 156 Kilogramm) in den Ring geworfen habe, bekommt der Koloss von dem winzigen Enzo Amore so böse die Fresse poliert, dass ich am Realismus des Spiels zweifle. Äh, Realismus... Wrestling? Vergessen wir das also. Die Spielmechanik macht es einem nicht immer leicht, auch mit übermächtigen Superstars leicht zu gewinnen. Andererseits macht das aber auch den Reiz der Kämpfe aus: Es geht immer hin und her und besonders geil: Endlich kann ich im Publikum weiter raufen. Der Karrieremodus wurde aufgeborht und ich kann mit der Promo-Engine Fehden eröffnen und Allianzen schmieden. Die Spielmodi sind erneut sehr üppig, da ist vom 1vs1 bis zum 30 Leute hauen sich auf die Fresse alles dabei. Mir reicht es. Grafisch ist alles tacko (es wurde ein deutlicher Sprung zu den eher schlechten Darstellungen der Vorjahre gemacht), der Soundtrack wummert sehr abwechslungsreich zwischen Black Sabbath und irgendeinem Rap-Gedudel durch die Lautsprecher, und unterm Strich komme ich als Nicht-Fachmann auf meine Kosten und habe eine Menge Spaß an WWE 2K17. 

 

Fazit: Viel Spaß für Gelegenheits-Wrestler

 

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Review: Santana IV - Live at the House of Blues Las Vegas

santaDas Schöne an Musik? Alter spielt oftmals absolut keine Rolle. Dies wird immer wieder eindrucksvoll bewiesen und auch der Livemitschnitt von Carlos Santana "Santana IV - Live at the House of Blues Las Vegas" ist hier keine Ausnahme. Am 21. März 2016, einige Wochen vor Veröffentlichung des neuen und aktuellen Albums "Santana IV", betrat das klassische Santana Line-up die Bühne vom House Of Blues in Las Vegas. Im Rahmen dieser Show spielten sie Tracks vom neuen Album sowie viele Klassiker der ersten drei Santana Alben, an die das neue Album "Santana IV" als Nachfolger angelehnt ist.Dies war eine von Fans lange ersehnte Reunion, die in dieser Konstellation seit den 70er Jahren weder zusammen auf der Bühne stand, noch zusammen ein Album aufgenommen hat. Viele der Musiker haben schon das legednäre Woodstoc-Festival Ende der 60er gemeinsam bestritten. Mehr Legende geht einfach nicht. 

Das Lineup begeistert nicht nur auf dem Papier durch die reinen Namen: Gregg Rolie, Carlos Santana, der geniale Neal Schon, Benny Rietveld, Michael Shrieve, Michael Carabello, Karl Perazzo und als Gast Ronald Isley - der feuchte Traum aller Santana-isten wird hier wahr. Und die alten Haudegen spielen sich dermaßen den Arsch ab, dass für exakt 151 Minuten sämtliche grauen Haare verschwinden, die Band einen Tunnel in der Zeit öffnet und wir auf einmal wieder alle Hippies sein dürfen. Gespielt werden natürlich Klassiker aber auch neue Songs, die sich nahtlos einfügen. Die Bildqualität auf der BluRay ist exzellent, der Ton großartig und der Mitschnitt vermittelt einen Eindruck, wie atemberaubend ein Besuch des Konzerts gewesen sein muss. Voll Punktzahl!

Die Tracklist:  

01. Soul Sacrifice
02. Jingo
03. Evil Ways
04. Everybodys Everything
05. Shake It
06. Anywhere You Want To Go
07. Medley: Choo Choo / All Aboard
08. Samba Pa Ti
09. Medley: Batuka / No One To Depend On
10. Leave Me Alone
11. Sueño
12. Caminando
13. Medley: Blues Magic / Echizo
14. Come As You Are
15. Yambu
16. Medley: Black Magic Woman / Gypsy Queen / Third Stone From The Sun / Oye Como Va / I Feel The Earth Move
17. Medley: Love Makes The World Go Round / Shout / Them Changes (w/ Ronald Isley)
18. Freedom In Your Mind (w/ Ronald Isley)
19. Toussaint LOverture

 

Fazit: Toller Mitschnitt alter Haudegen

 

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Review: Purple Rising - Made in Purple

cover 1Purple Rising sind eine Coverband, die die Musik von Deep Purple auf Original-Instrumenten, ganz im Stil der Seventies präsentieren. Dafür werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Die Hammonorgel ist von 1955, die Leslies von 1964!

Die Idee zur Gründung einer Deep-Purple-Tribute-Band hatten Stefan Deißler, Thomas Hasenau und Christian Saal bereits 1996 in Frankfurt. 

Mit "Made in Purple" liegt nun eine Live-CD vor, die in der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg mitgeschnitten wurde. Bereits das Cover macht Lust auf Purple, ein sehr geschmackvolles Design wurde hier angewandt. Alexx Stahl (voc), Dominik Stotzem (bass), Reik Muhs (git), Andreas König (keys) und Stefan Deissler (drums) zocken sich auf "Made in Purple" durch zehn Klassiker von Blackmore und Co, beweisen dabei, dass sie den Geist der Originale bestens aufgesogen haben und spielen die Songs authentisch im Stil der Klassiker. Hardcore-Purple-Fans könnten monieren, dass Alexx Stahl einen etwas zu deutlichen Metal-Touch den Songs hinzufügt und damit zu weit weg von Gillan oder Dio (Rainbow wird mit "Temple of the King"  und "Difficult to cure" gehuldigt) ist, doch in der Tat macht Stahl einen ausgezeichneten Job.

Kracher wie "Burn", "Stormbringer" und natürlich das unverwüstliche "Smoke on the Water" werden stilvoll und filigran in die Rillen geschossen. Besonders die Bandbreite macht den Reiz der Band aus. Blackmore-Songs aus den unterschiedlichen Perioden an einem Abend zu hören ist einfach etwas Besonderes. Musikalisch ist also alles in bester Ordnung, die Band spielt tight und klingt so authentisch wie möglich, wenn man eben nicht selber Blackmore, Gillan und Co ist. Besonders beeindruckend ist natürlich Blackmores Meisterwerk "Child in time", das hier in voller Länge von knapp 15 Minuten zelebriert wird (siehe Video unten).

Was Purple Rising auf "Made in Purple" abreißen, übersteigt zudem in Gänze Blackmores Rainbow-Reunion (Fotos HIER) in diesem Jahr. Authentischer klingt der Chef nicht einmal selber. Die CD ist HIER erhältlich.

 

Fazit: Fast besser als das Original 

 

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Review: Elder Scrolls Skyrim (PS4)

skyrElder Scrolls: Skyrim ist vielleicht das beste Spiel, das es jemals gab. Skyrim ist ein echtes Epos - von der schieren Größe der Spielwelt, über die Vielfalt der Aufgaben und dem Reichtum der Geschichte bis hin zu den actionreichen Kämpfen! Bethesda hat das beste Spiel aus der Elder Scrolls-Serie gebastelt.Auf der PS3 sorgte Skyrim für hunderte Stunden Spielpaß. Nun wurde das Spiel für die nächste Konsolengeneration neu aufgelegt. Neu bezieht sich dabei vor allem auf die Grafik. Die wurde deutlich aufgebohrt, ein Top-Grafik-Titel der PS4 ist es freilich nicht geworden, da war die Engine schon zu verstaubt. Dennoch: Wasser und Wettereffekte wurden derart aufgehübscht, dass man wie schon bei der PS3-Version einfach eimal minutenlang die Nordlichter beobachten möchte (siehe Foto unten). Die Story wurde nicht verändert, doch auch, wer diese bereits durch hatte, es gibt so viele Nebenquests, dass man getrost noch einmal von vorne beginnen mag. Beeindruckend ist bei Skyrim weiter, dass quasi alles möglich ist.

Einige Beispiel? Zaubertränke herstellen, Heiraten, Reisen, Kämpfen, zum Werwolf oder Vampir werden, sich als Dieb betätigen, Schwerter oder Rüstungen schmieden und und und. Dazu gibt es eine so dermaßen große Fülle an Missionen, dass das Spiel sicher für weit über 150 Stunden nicht langweilig wird. Die Kämpfe sind zu Beginn etwas zäh, vereinfachen sich aber mit gestiegener Charakterstufe deutlich, auch, wenn sie selbst dann noch kein Zuckerschlecken ist. Hier wird geschwitzt. Da ich einer dieser Menschen bin, die die Musik fast immer ausstellen, sagt die Tatsache, dass ich sie bei Skyrim für unverzichtbar für die Atmosphäre halte, bereits alles über deren Qualität aus. Was gibt es zu meckern?

Nicht viel: Die 3D-Weltkarte ist sehr hübsch anzuschauen, aber nicht immer leicht zu steuern. Desweiteren ist die eigentliche sehr gute Synchronisation von zu vielen Wiederholungen geprägt. Die Übersetzung fällt etwas sehr streng aus. Warum Riverwood unbedingt sklavisch übersetzt Flußwald heißen muss, entzieht sich meinem Verständnis. Die PS4-Fassung hat alle erhältlichen Erweiterungen an Bord und kann zudem auf die Mod-Unterstützung der PC-Freaks bauen. Erstmal aus der PS4 ist es möglich ein Spiel mit Mods zu bereichern. Volle Punktzahl

 

Fazit: Skyrim  ist und bleibt genial

 

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skywa

Review: Titanfall 2 (PS4)

81A82C07dqL. SL1500 Titanfall, die Zweite: Nachdem im ersten Teil nahezu keine Singleplayer-Kampagne existierte (es waren eher aneinander gereihte Multiplayer-Parts mit Bots) und so das Spielerlebnis komplett verwässert wurde, macht Respawn Entertainment es zwei Jahre später viel besser. Wieder sind wir ein Tita-Pilot (eine Art Mech-Gigant) und wieder können wir diesen mechanischen Gesellen auch verlassen, um im Shooter-Stil durch die Gegend zu rennen. Apropos Gegend: Die Grafik beim zweiten Fall der Titanen ist grandios, absolut State of the Art und beeindruckt mit authentischen Pflanzen und glitzernden Wassereffekten. Stark. Auch spielerisch geht Titanfall 2 gut von der Hand. Lediglich die Walljumps des Piloten sind etwas tricky, doch mit etwas Übung läuft's - im wahrsten Sinne des Wortes. Kommt man einmal nicht weiter, gibt es eine Art Geist, der einem den richtigen Weg weist. Sehr schön. Der blitzsaubere Single-Player-Teil macht eine Menge Spaß, hat eine plausible Story (in der der Titan allerdings charaktervoller ist als der Mensch) und ist ein Volltreffer. Online geht es wie schon im ersten Teil ebenfalls mächtig ab. Das Online-Spiel hat zudem den Vorteil, dass man es hier nicht mit der leicht bräsigen KI zu tun hat. Die meisten Gegner sind nichts anderes als Kanonenfutter. lediglich die Kämpfe Titan vs. Titan sind deutlich anspruchsvoller und sorgen für schweißtreibende Aktionen.

Unterm Strich ist Titanfall 2 ein Volltreffer, zudem eines der derzeit grafisch beeindruckendsten Games auf dem Markt.

 

Fazit: Volltreffer mit wunderschöner Grafik und scheppernden Mech-Fights

 

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Batman: The Telltale Series (PS4)

81hgHuf2HL. SL1500 Telltale haben über die vergangenen Jahre eine ziemlich eigene Art erschaffen, ein Spiel zu "erzählen". Sei es "The Walking Dead" oder "Game of Thrones" - im Mittelpunkt stehen Dialoge und Entscheidungen, die der Spieler zu treffen hat und die zum Teil die Story beträchtlich verändert. Action-Sequenzen beschränken sich auf "schnell Dreieck drücken, nach den Steuerknüppel hochreissen" etc. Das ist auch bei Batman: The Telltale Series nicht anders und funktioniert wieder ausgesprochen gut, fokussiert es doch auf das Wichtige: die Handlung. Die ist nämlich durchaus explosiv und eine ist eine völlig neue Interpretation der ikonischen Batman-Geschichte. Mal ist man Bruce Wayne, mal "The Batman". Ein atmosphärisches Superhelden-Drama wird hier geboten und beleuchtet einige unglaubliche Details. Etwa, ob der Vater von Bruce Wayne, Thomas, gar nicht der Strahlemann war, für den ihn ganz Gotham immer gehalten hat. Wer immer schon einmal erleben wollte, wie der Pinguin Wayne Enterprise übernimmt, muss hier einfach zugreifen. Das Spiel ist in fünf Episoden aufgeteilt, die einzeln zu erwerben sind. Teil eins gibt es sogar gerade gratis! Das Spiel ist hervorragend, die Grafik im Comicstil, lediglich einige Animationen sind ziemlich bescheiden. So laufen alle Charaktere, als hätten sie einen Hüftschaden. Schlimm. Ansonsten gibt es aber nix zu meckern! Zuschlagen, Ihr Batsy da draußen.

 

Fazit: Tolles Storytelling im Batman-Style

 

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Review: Robert Pehrsson's Humbucker - Long Way To The Light

robsAls der Schwede Robert Pehrsson nach Gastspielen bei Bands wie Runemagick, Thunder Express, Death Breath, Dundertåget, Imperial State Electric, Slingblade und Dagger 2013 seine eigene Band ins Studio schleppte, um das Debüt von Robert Pehrsson's Humbucker einzuzimmern, erschuf er eine magische musikalische Zeitreise und eines der wärmsten und bestklingendsten Alben der letzten zehn Jahre. 

Besonders beeindruckte die luftige Produktion der CD, die eine wahre Wohltat in den Ohren war. Weit weg von überproduzierten Werken vieler anderer neuer Bands, wo es nur um fetter, härter, lauter zu gehen scheint, war Robert Pehrsson's Humbucker als echter Ohrgasmus zu bezeichnen. Das alles wäre natürlich nichts ohne großartige Songs und auch hier punktete der Gitarrist auf ganzer Linie.

Kein Wunder, dass er sich gut drei Jahre Zeit ließ, um ein Nachfolgewerk einzuspielen. Mit "Long way to the light" liegt das nun vor und es hat sich wenig geändert, was in diesem Fall ein Glücksfall ist. Erneut klingt die Scheibe so herrlich analog, mehr Old-School geht gar nicht. Musikalisch beschreitet Robert zum Glück ebenfalls kein Neuland. Zwischen Thin Lizzy-Twingitarren, Ace Frehley-Solo-Reminiszenzen (etwa in "Traveling through the dark") und klassischem Ami-Rock der späten 70er und frühen 80er Jahren bewegen sich Pehrsson's Humbucker gekonnt und geschmacksicher. 

Das Album beinhaltet acht brandneue Stücke sowie eine Neubearbeitung des bereits von der Single her bekannten und sehr dem Thin Lizzy-Geist atmenden “The Hollow Of A Rising Tone”. Ein würdiger und (nur wenig schwächerer) Nachfolger für eine der tollsten Debüt-CDs seit sehr langer Zeit. Die hatte in Sachen Songwriting noch einige Glanzlichter mehr zu bieten und ist dementsprechend leicht besser zu bewerten (6 von 6 HIER).

 

Fazit: Toll klingender Classic-Rock mit starken Songs

 

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Review: Mötley Crüe - The End

theenedMötley Crüe ist am Ende. Ganz hochoffiziell und selbst herbeigeführt. Die Abschiedstour füllte vor allem in den USA (in Düsseldorf - Fotos HIER - hätte es voller sein können) noch einmal die großen Hallen. Die letzte Show im Staples Center in Los Angeles wurde natürlich mitgeschnitten und läuft an einem einzigen Tag in den deutschen Kinos. Wer das verpasst, kann zur BluRay greifen. Die bietet ein ziemlich fettes Optik-Spektakel: Die Bildqualität ist herausragend, der Sound sehr gut und über die Songs der Crüe braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Es ist alles dabei, was die Fans hören wollen: “Kickstart My Heart”, “Girls, Girls, Girls”, “Home Sweet Home”, “Dr. Feelgood” -  die "Saints of Los Angeles" ziehen alle Register. Die Show selber ist ein Bombastbrummer der Extraklasse.

Nikki Sixx ballert mit seinem Flammenwerfer durch die Halle, Vince Neil schiebt den immer stattlicher werdenden Bauch quer über die Bühne und singt ganz passabel. Das hat man schon viel schlechter gehört. Mick Mars ist krankheitsbedingt reglos wie eh und je, haut dabei aber furiose Sololicks aus den Fingern, während Tommy Lee sich als Höhepunkt der Show mit dem Rollercoaster in die Luft begibt, dort aber auf der Hälfte stecken bleibt. Das Ding gab ausgerechnet bei dieser letzten Show den Geist auf. Wie passend. "The End" ist ein ziemlich beeindruckendes Live-Dokument einer Band, die fernab vom Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit noch einmal alles gibt und damit punkten kann. Und, wenn wir ehrlich sind, ist es ohnehin ein Wunder, dass die Skandaltruppe bis heute überlebt hat. Wer "The Dirt" gelesen hat, weiß, was gemeint ist. 

Das große Finale der Show bildet  “Kickstart My Heart”, bei der Nikki Sixx und Vince Neil auf gigantischen Hebebühnenkonstruktionen über das Publikum "fliegen", bevor mit  “Home Sweet Home” auf einer kleinen, zweiten Bühne inmitten der Fans die Lichter ausgehen. Ein würdiger Abschluss. Als Extras gibt es einige Interviews, die leider ziemlich weichgespült in den Aussagen sind, dazu erzählt Nikki über die Entstehung seines Flammenwerfers, während wir Tommys Drum-Rig bestaunen können. Das ist alles nicht üppig, mehr wäre hier mehr gewesen.

Untertitel gibt es keine, für eine internationale Produktion mit Interview-Anteilen ist das ungewöhnlich und, auch, wenn man die Jungs gut versteht, wäre das sicherlich ein überschaubar zu leistender Mehrwert gewesen. Die Spielzeit der Scheibe beträgt 153 Minuten.

 

Fazit: Würdiger Abschluss, dem ein wenig Mehrwert gut getan hätte

 

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Die Tracklist:

 

Girls, Girls, Girls
Wild Side
Primal Scream
Same Ol' Situation (S.O.S.)
Don't Go Away Mad (Just Go Away)
Smokin' in the Boys' Room
Looks That Kill
Mutherfucker of the Year
Anarchy in the U.K.
In the Beginning
Shout at the Devil
Louder Than Hell
O Fortuna
Drum Solo
Guitar Solo
Saints of Los Angeles
Live Wire
T.N.T. (Terror 'N Tinseltown)
Dr. Feelgood
Kickstart My Heart

 

Encore:
Home Sweet Home

Review: Mafia 3 (PS4)

81iz1c16feL. SL1500 Einmal auf links gedreht hat das Entwicklerstudio Hangar 13 die Mafia-Reihe mit Mafia 3. Waren wir in den ersten beiden Teilen noch überzeugte old-schoolige und vor allem italienische Mafiosi, ist nun alles ganz anders und wir trachten den europäischen Einwanderern nach dem Leben und übernehmen ihre Geschäfte. Wir, das ist der farbige Vietnam-Veteram Lincoln Clay, der in der fiktiven Stadt New Bordeaux (eindeutig New Orleans), Ende der 60er Jahre sich neben harten Geschäften auch mit einer ganzen Menge Rassismus beschäftigen muss. Nach Jahren des Kampfes in Vietnam kennt Lincoln Clay die Wahrheit: Familie ist nicht das, wo man hineingeboren wird, sondern das, wofür man stirbt. Wieder zu Hause in New Bordeaux will Lincoln seiner kriminellen Vergangenheit entfliehen. Doch als seine Ersatzfamilie, die schwarzen Gangster, von der italienischen Mafia verraten und ausgelöscht wird, gründet Lincoln auf der Asche der Vergangenheit eine neue Familie und schlägt eine Schneise der Rache und Vergeltung durch die Reihen der Verantwortlichen. 

Die Mafia-Reihe hatte immer schon etwas von GTA, nur mit dem spannenden Mafia-Setting. Das ändert sich auch mit Teil 3 nicht. Die Story wird famos erzählt, kann aber nicht von einigen Gameplay-Problemen ablenken.

Die Grafik ist eher unterdurchschnittlich und die KI leider strunzdumm. Ein Beispiel? Will man an einen Mafia-Boss muss man auf dessen Gelände stets eine wirklich große Anzahl an Beschützern ausschalten. Hat man einen angelockt (ein kurzer Pfiff reicht) und diesen um die Ecke gebracht, kommt irgendwann der nächste. Fast nie kommen zwei, drei, um zu sehen, was los ist. So kann man mit etwas Geduld und ohne große Ballerei ein Areal säubern, bevor man zum Boss schleicht. Schwach. Dennoch macht Mafia in vielen Momenten durchaus Spaß. Etwa dann, wenn es tief in die US-Amerikanische Geschichte geht, die Passanten über die üblichen Rassenprobleme der damaligen (und leider auch heutigen) Zeit reden, wenn das Radio 60er-Klassiker spielt, man mit den coolen Autos dieser Zeit durch die hübsch gestaltete Stadt braust. Die Auftragsarten wiederholen sich leider relativ schnell, GTA ist hier wesentlich abwechslungsreicher. Auch die Interaktion mit Passanten oder der Polizei ist mäßig. So kann man bequem mit einer Leiche auf dem Rücken durch die Straßen laufen ohne, dass jemand Alarm schlägt. Klaut man ein Auto hingegen, hängt sich sofort ein besorgter Bürger ans Telefon. Unterm Strich haben wir hier ein Spiel, dass durch seine Erzählstruktur (immer wieder werden die Zwischensequenzen mit Flashbacks aufgelocktert, in denen Agenten von heute erzählen, wie es damals in den 60ern gelaufen) überragt, dem aber die Spielmechanik den ein oder anderen Strich durch die Rechnung macht.

 

Fazit: Tolle Story, Gameplay so lala, Grafik auf PS3-Niveau (!)

 

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Review: Perzonal War - Inside The New Time Chaoz

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Bereits seit 20 Jahren ist die Trash-Metal-Band Perzonal War aus Troisdorf im deutschen Metal Untergrund am Werkeln. Aus diesem feierlichen Anlass hat die Band, um die Gründungsmitglieder Matthias Zimmer (Gitarre und Gesang) und Martin Buchwalter (Schlagzeug), mit „Inside The New Time Chaoz“ ein 20th-Anniversay Album vorgelegt. Die Scheibe, die insgesamt 11 Songs zählt, ist eine Mischung aus den ersten beiden Alben der Band. Fünf Lieder entstammen der ersten Platte „The Inside“. Die zweite Hälfte präsentiert sechs Tracks ihrer zweiten CD „Newtimechaoz“, das im Jahr 2000 erschien. Beide Alben sind schon lange ausverkauft, so entschloss sich das Quartett die beiden Scheiben im aktuellen Line-Up erneut aufleben zu lassen. Die alten Songs wurden neu aufgenommen, anders arrangiert und teils geändert. Das Wesen der Original-Stücke bleibt dabei erhalten. Fans der ersten Stunde wird es freuen, dass die ehemaligen Bandmitglieder Frank Buchwalter, Sascha Kerschens und Sven Krautkrämer ebenfalls mit von der Partie sind. Wie schon beim Original, weiß man beim ersten Song, woran man ist. „The Inside“ offenbart Trash-Metal vom Feinsten, gepaart mit melodischem Gesang. Weiter geht es mit D.O.P. Ähnlichkeiten zu Metallica können hier nicht geleugnet werden. Die Gitarrensoli des dritten Tracks, „Good & Evil“, bleiben besonders in Erinnerung, bevor es mit „Hornet“ weiter geht. Das Musikstück ballert anfangs ganz ordentlich, besticht aber auch mit langsameren Zügen. „Putrefaction Of Mind“ ist ein genialer Midtempo der ebenfalls mit schnelleren und ruhigen Passgen, vor allem aber mit einem tollen Refrain glänzt. Beim ersten Song des jüngeren Albums „Newtimebitch“ erinnert der Gesang abermals an Metallicas James Hetfield. Die wiederholenden Parallelen zu Metallica sind keineswegs schlecht, nerven aber an manchen Stellen etwas arg. Das Songwriting ist klassisch, doch nicht langweilig. Mit „Area Black“ folgt eine recht düstere Nummer, die jedoch die Vielfalt der Band hörbar macht. Spätestens bei „Mother Darkness“ ist die Stimmung aber wieder oben auf. 

 

 

Fazit: Gelungenes Revival der alten Songs

 

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Review: Lemmy

Als der Gottvater des harten Rocks, der Inbegriff des Rock'n'Roll-Lifestyle im Dezember 2015 verstarb, war die Musikwelt geschockt und sie ist es noch. Lemmy, der sollte doch unsterblich sein, uns alle überleben. Immerhin gibt es zahlreiche Dokumente (unter anderem auch unsere vielen Live-Fotos von Motorhead, z.B einen Monat vor seinem Tod HIER, HIER im Jahr 2014 oder HIER im Jahr 2010), die Lemmy dann doch unsterblich gemacht haben. Die Doku "Lemmy" ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir Lemmy auch posthum am Leben halten. Schon die Gründung der heute weltberühmten Speed-Metal-Formation Motörhead geschah aus reinem Trotz: "Motörhead" war der Name des letzten Songs, den Lemmy für die Space-Rocker von Hawkwind schrieb, bevor die ihn wegen seines Speedkonsums aus der Band schmissen. Nicht dass seine ehemaligen Band-Kollegen keine Drogen nahmen, aber die waren Lemmy zufolge bei seinen Ex-Space-Rock-Kollegen eher "organischer Natur" – diese Details präsentiert die grandiose Doku „Lemmy“. Lemmy blieb bei Speed und wurde mit Motörhead zu einem Vorreiter des Speed-Metal. Er selbst lehnte die Zuordnung zum Metal jedoch Zeit seines Lebens ab und bezeichnete die Musik von Motörhead schlicht als "Rock'n'Roll".

"Lemmy" präsentiert einen ritterlichen Rocker. Lemmy lebte nicht nur exzessiv, sondern hatte insbesondere auch seinen eigenen Kopf. Lemmy Kilmister war nie verheiratet. So lehnte er, nachdem seine Freundin Susann Bennett - die große Liebe seines Lebens - im Alter von 19 Jahren an einer Überdosis Heroin starb, trotz seines unverhohlenen eigenen Drogenkonsums zeit seines Lebens Heroin ab und kritisierte scharf das Versagen der Regierungen bei der effektiven Kontrolle dieser Killer-Droge. Überhaupt war Lemmy - ganz entgegen seinem Image als ausgekochter Rock'n'Roller - Frauen gegenüber ausgesprochen höflich und zuvorkommend. So bemerkt Corey Parks, die Bassistin der Nashville Pussy, im Film seufzend, dass Lemmy "ein so ehrbarer und großzügiger Mensch" sei.

 

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In "Lemmy" kommen darüber hinaus zahlreiche Musikerkollegen und weitere Bewunderer des "Godfather of Heavy Metal" zu Worte. Zu diesen gehören neben sämtlichen Bandmitgliedern von Metallica, ebenfalls Scott Ian von Anthrax, Slash von Guns N' Roses, Alice Cooper, Henry Rollins, Ozzy Osbourne und viele, viele mehr. Der Film erzählt auf höchst unterhaltsame Weise die spannende Lebensgeschichte des unangepassten Briten, der sich niemals und von niemanden hat verbiegen lassen und der stattdessen immer seinen ganz eigenen Weg gegangen ist. Lemmy ist für viele Menschen weit über die Heavy Szene hinaus ein inspirierendes Vorbild dafür, wie man trotz des möglichen Geschreis um einen herum, völlig ohne Kompromisse sein eigenes Ding machen kann.

Alle Fans von Lemmy und jene, die es vielleicht jetzt noch werden wollen oder sich einfach ein Bild dieses spannenden Menschen machen wollen, können die Dokumentation Lemmy aktuell auf Maxdome sehen. 

Review: Fifa 17 (PS4)

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Alle Jahre wieder bringt EA Sports einen neuen Ableger der verkaufsstärksten Fußball-Simulation Fifa heraus. Alle Jahre wieder gehen die Meinungen von "völlig unrealistisch" bis "das beste Fußball-Spiel aller Zeiten" weit auseinander. Was ist nun Fifa 17? Nachdem ich jahrelang der PES-Reihe von Konami die Stange gehalten habe, bevor sie einige Next Gen-Versionen der eigentlich tollen Serie total verkackt haben, spiele ich seit zwei Jahren Fifa - und leide unter vielen negativen Aspekten des Spiels, die aber fast allesamt händisch zu beheben sind. Kommt Fifa aus der Box, ist es kein gutes Spiel. So ist es auch bei Fifa 17. Es ist zu schnell, die Schüsse zu gewaltig, die Pässe zu schnell, die Torhüter viel zu gut, die KI insgesamt zu fehlerfrei, die Verletzungsanfällig zu gering, das Handspiel (welches es bei PES übrigens immer noch nicht gibt) ausgeschaltet. Aber EA Sports hat im Gegensatz zu Konami dem Spieler die Freiheit gelassen, durch ein sehr sensitives Slider-Menü fast alle Aspekte des Gameplays zu beeinflussen. Seit Jahren zum Beispiel stellen wir die Torhüterstärke von den Standard 50 (bis 100 geht das) auf 25 oder 30 herunter. Auch die Passgeschwindigkeit wird reguliert (verlangsamt) und die gesamte Spielgeschwindigkeit (wie auch bei PES möglich) heruntergestellt. Hat man diese Eingriffe erst einmal gemacht, wurde fast jedes Fifa der letzten Jahre zu einem sehr guten Fußballspiel. So auch Fifa 17. 

Zum Spiel: Mit "The Journey" hat sich EA Sports abseits der "normalen" Spielerei etwas sehr cooles ausgedacht (was es freilich auch schon bei 2K zuvor gab): Erstmals kann man auf und neben dem Rasen erleben, was es heißt, ein junger Fußballprofi zu sein und in die Rolle des Premier League-Nachwuchsstars Alex Hunter schlüpfen. Das Ganze findet zwar leider nur in der Premier League statt, aber aufgrund der aufwendig gerenderten Zwischensequenzen ist das auch nachvollziehbar. Eine "Wahlliga" wäre einfach nicht drin gewesen, will man diesen Standard des Geschichte erzählens halten. 

In "The Journey" wird Alex Hunters Premier League-Karriere von der Leistung auf dem Platz und den Entscheidungen abseits des Rasens beeinflusst. Im gesamten Spielverlauf muss man wichtige Entscheidungen treffen, die die bevorstehenden Ereignisse und die Reaktionen der anderen Charaktere verändern. Das macht ziemlich viel Spaß (vor allem, wenn man es aus der Spielerperspektive zockt) und ist wirklich gelungen, auch, wenn sich die ewigen Trainingssessions etwas ziehen. Lieder endet die "Journey" gefühlt mittendrin. Nach dem Sieg im FA-Cup bekommt man Alex Hunter als Sammelkarte für das FIFA Ultimate Team, mit 75 ist sein Wert aber eher schwach und allenfalls zum Anfang einer Saison gut. Was viel schlimmer ist: Man hätte soviel Potenzial gehabt in dieser Story und lässt sie einfach enden. Schwach. Warum darf ich nicht das erste Länderspiel mit Alex Hunter zocken? 

Das eigentlich Spiel wuchert wie immer mit Original-Teams, Trikots, Stadien, Sounds und und und. Die neue Frostbite-Engige sorgt für bisher nur etwas hübschere Grafik, dafür wurde das Standard-System komplett überarbeitet. Freistöße und Elfer sind nun deutlich anders zu bewältigen. Auch hat man den Eindruck, dass die Mitspieler (die KI) nun besser schaltet und sich klüger anbietet. Die immer wieder aufkeimende Diskussion um das "Momentum" des Spiels, eine Art geskriptete Spielentscheidung, kann ich auch in diesem Jahr nicht nachvollziehen. Fifa 17 ist rundum gelungen und hat wegen des Gesamtpakets ganz knapp die Nase vor PES 17.

 

Fazit: Gelungenes Fußballspiel mit toller Story-Idee, die leider endet, wenn der Spaß beginnt

 

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Review: F1 2016 (PS4)

91dxX2erw0L. SL1500 Wem die echte Formel 1 mittlerweile zu langweilig geworden ist, aber doch nicht auf die im Prinzip grandiose Racing-Serie verzichten will, kann in diesem Jahr einfach zur Konsole greifen. Warum? Weil F1 2016 vielleicht das beste F1-Rennspiel der letzten zehn Jahre geworden ist. Nach vielen Jahren des Dahinsiechens hat Codemasters nun eine absolut runde und technisch herausragende Simulation geschaffen.Die Geschichte der Formel 1-Rennsimulationen auf den diversen Plattformen ist lang, manchmal steinig. Seitdem 1996 "Grand Prix 2" von Spiele-Legende Geoff Crammond auf den Markt kam, mussten sich im Prinzip alle Games danach an diesem Meilenstein messen. Danach kam lange nichts vergleichbares. Mehr Simulation ging nicht und das sucht auch heute noch seinesgleichen. Immer wieder gab es gescheiterte Versucher anderer Publisher, immer wieder aber auch echte Hits wie F1 Racing Simulation (Ubisoft) oder das grandiose auf der 1967er Saison basierende Grand Prix Legends von Papyrus Design. Codemasters kam dann 2010 auf den Plan und nicht alle Spiele haben seit dem in Gänze überzeugen können - bis heute: F1 2016 hat alles, was man von einer Formel 1-Simulation verlangen kann. Es beinhaltet den vollständigen Rennkalender der Saison 2016 mit allen offiziellen Strecken, Fahrern und Teams inklusive Safety Car und dem Hockenheimring. Mit der aktuellsten Ergänzung des Rennkalenders, Baku in Aserbaidschan, ist die Saison bereits um den schnellsten Straßenkurs aller Zeiten reicher. Zusätzlich feiert das brandneue Haas F1-Team sein Debüt und ergänzt die Formel 1 somit erstmals seit drei Jahrzehnten wieder um ein F1-Team unter rein US-amerikanischer Führung. Neu ist die Einführung eines manuellen Rennstarts. Der Spieler muss die Kupplung drücken und die richtige Drehzahl beibehalten, während er auf das Startsignal wartet. Eine kleine aber feine Änderungen, die dem Titel enormen Flair-Zugewinn verschafft. Online darf natürlich ebenfalls gefightet werden:

Bis zu 22 Fahrer können da am Start stehen. Der Speed kommt sehr gut rüber und dank der komplett anpassbaren Steuerung und den Fahrhilfen, kann auch jeder Driver mal eine Runde drehen ohne gleich an irgendeiner Bande zu zerschellen. 

Wer wissen will, wie schwierig es ist, einen Formel 1-Boliden zu steuern, stellt alles auf manuell und staunt dann nicht schlecht. Ohne Lenkrad ist dieser Modus kaum zu beherrschen. Einige Minuspunkte gibt es dennoch: Die Kommentatoren nerven und die Sprüche passen nicht immer, wiederholen sich zudem häufig. Auch die Gesichtsanimationen der 22 "echten" Fahrer sind mäßig. Das geht deutlich besser, wie beispielsweise EA Games bei Fifa und CO beweist.

Dennoch: F1 2016 ist rundum gelungen und macht der Langeweile der echten Formel 1 den Garaus.

 

Fazit: Das beste F1-Spiel seit Jahren

 

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Review: NHL 17 (PS4)

91kZyaSiN3L. SL1500 EA Sports ist bekannt für eine Politik der kleinen Schritte: Auch NHL 17 macht da keine Ausnahme und verbessert das ohnehin schon ziemlich starke NHL 16 in nur wenigen Punkten. Viel ist nach der guten Auflage des letzten Jahres aber auch nicht zu machen gewesen (im Gegensatz zum Sprung vom grottigen 15 auf 16). Die Grafik wurde wieder verschönert und ist immer noch beeindruckend. Da spritzt das Eis, reflektieren die Visiere der Helme, hüpfen die Maskottchen der NHL-Clubs vor Freude oder Ärger - kurzum: NHL 17 ist sehr stimmungsvoll und sieht stark aus. Man möchte sich da gar nicht ausmalen, was die Frostbyte-Engine, die in diesem Jahr erstmal bei Fifa 17 eingesetzt wird, dem Spiel noch Gutes tun kann. 

Zum Gameplay: NHL 17 ist zugänglicher als es 16 war, ohne dabei aber zu einem einfachen Arcade-Sporttitel zu werden. Erfahrene Hockeyspieler werden sofort klar kommen und Neulinge nicht überfordert, was auch an der "selbstlernenden" KI liegt, die sich am Spielstil des Users ausrichtet. Das Spiel ist einen Hauch langsamer geworden, was dem Gameplay gut tut, auch, wenn es ein Stück Realismus entfernt. 

Zum ersten Mal kann man in NHL 17 auch die Eishockey-WM spielen - alle Teams sind dafür natürlich lizensiert. Es wurde Zeit, dass dieser Modus Einzug hält. Auch aktuelle Regeländerungen sind enthalten: So wird die Overtime wie neuerdings in der NHL mit 3 gegen 3 gespielt. 

Ob Fantasy Draft mit einem Team voller Stars in Draft Champions, den Franchise-Modus , HUT oder den Be a Pro-Modus - die Spieloptionen sind so üppig wie nie. Dabei kann man in diesem Jahr wirklich alles editieren, sich sogar eine Arena nach seinem Gusto gestalten. Es gibt einfach nichts zu meckern - außer vielleicht, dass die Ingame-Musik nicht zum Hockey-Sport passt. Pop und HipHop dürfen gerne beim Basketball bleiben - beim harten Sport muss harte Musik her. 

 

Fazit: Nahezu perfekte Eishockey-Simulation

 

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Review: WoW - Legion

Legion coverGute zwei Wochen ist sie nun alt, die aktuelle Erweiterung zu Blizzards Erfolgs-MMO World of Warcraft. Das gute Stück trägt den Namen "Legion" und bringt die Helden auf die Verheerten Inseln, um dort die Brennende Legion aufzuhalten. Jede Klasse beginnt die Reise damit, eine sogenannte Artefaktwaffe zu suchen. Das sind keine Geringeren als die epischsten Waffen, die die Spielwelt je zu bieten hatte. Thralls Schicksalshammer oder der Aschenbringer sind nur zwei von insgesamt 36 verschiedenen Artefakten, die in dieser Erweiterung eine Art Talentbaum darstellen. Um sie zu bekommen, wird man zu Beginn erst einmal in alte Zonen geschickt, die storytechnisch mit den Waffen verwoben sind. Todesritter holen sich Splitter der Waffe des Lichkönigs aus Eiskrone, als Paladin durfte ich in Tirisfal auf die Suche gehen. Einfach toll! Fürs Questen, beim Erlegen von Gegnern aller Art oder in Schatztruhen, überall bekommt man dann Artefaktmacht, die dazu genutzt wird, die Waffe zu leveln, was einem ermöglicht, verschiedene aktive und passive Boni freizuschalten.

Als eines der großen Features gibt es wieder eine neue Klasse im Spiel, den Dämonenjäger. Dieser verfügt über eine Schadens- und eine Tankspezialisierung und zeichnet sich durch seine große Mobilität aus - Stichwort Doppelsprung, Stichwort Flügel.
Das Ganze findet wie gesagt auf den Verheerten Inseln statt, die durch die Dämoneninvasion auf Azeroth zum Vorschein kamen. Die Inseln teilen sich in fünf Zonen auf, bei denen die Designer sich wirklich übertroffen haben: das von elfischen Ruinen durchzogene Azsuna, das druidisch angehauchte Val'Sharah, der Hochberg mit seinem alpinen Setting und das an die nordische Sage angelehnte Sturmheim stellen dabei die Zonen dar, in denen die Spieler das neue Höchstlevel erreichen sollen. Die Reihenfolge dabei ist jedem Spieler selbst überlassen, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Spieles skaliert die Welt mit dem Level der Figur, d.h. Gegner werden stärker, aber auch die Belohnungen, die man für die Erfüllung seiner Quests erhält. Hat man dann Level 110 erreicht, schaltet sich Suramar frei, eine Zone mit einer großen Stadt, die von den mysteriösen "Verdorrten" bewohnt wird. Die Quests werden dabei diesmal von Einblendungen und vielen Zwischensequenzen untermauert, die die Atmosphäre zu einem Erlebnis verdichten, das in WoW zuletzt gefehlt hat.

Zudem hat jede Zone eine Instanz, die am Ende der jeweiligen Zone die Story abschließt. Drei weiter Instanzen, die man später freischaltet, erweitern das Repertoire, stellen aber nicht länger die einzige Quelle für bessere Ausrüstung nach dem leveln dar.

Hatte man in Warlords of Draenor (dem Legion-Vorgänger) noch das Gefühl, auf dem Maximallevel nicht mehr genügend zu tun zu haben, so geht in Legion der Spaß nämlich jetzt erst los: es gibt sogenannte Weltquests, die der Spieler für verschiedene Fraktionen erledigen soll. Hat man für bestimmte, vorgegebene Fraktionen vier davon erledigt, bekommt man einen netten Bonus. So hat man immer genügend Aufgaben, die es zu erledigen gibt.

Hier liegt aber auch der bisher einzige Kritikpunkt, denn neben den Weltquests gibt es noch für jede Klasse eine Questreihe, die die Story vorantreibt, die Berufe haben jeweils auch eine. Zudem will die eigene Ordenshalle (quasi ein Treffpunkt für alle Mitglieder der eigenen Klasse) ausgebaut werden, ebenfalls mit eigener Questreihe. Man kann also leicht den Überblick verlieren und möchte ja auch nicht die wichtigen Sachen zuletzt machen. Und bisher sind die Schlachtzüge ja noch nicht mal freigeschaltet.

Alles in allem hat Blizzard aber einen brillianten Job gemacht. Die Erweiterung ist zudem ohne die Warlords-Probleme gestartet, als hunderte Spieler darauf warteten, dass NPCs erschienen oder Servercrashes an der Tagesordnung waren. Selten waren zuletzt die Server so voll wie derzeit, auch in meiner Gilde sind regelmäßig mehr als 30 Spieler online und erfreuen sich an den neuen Inhalten. Wenn es nun gelingt, das tolle Feeling und die positive Stimmung in der doch eher kritischen Community über die gesamte Erweiterung aufrecht zu halten, dürften eine Menge ehemaliger Spieler zum Spiel zurückfinden.

 

Fazit: Prima Erweiterung - Legion könnte Spieler zurückgewinnen

 

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Review: Madden 17 (PS4)

919SbgYdjML. SL1500 Was EA Sports in den vergangenen Jahren mit der Madden-Reihe veranstaltet, ist ein Paradebeispiel dafür, wie jährliche "Updates" einer Spieleserie auch aussehen können. Während sich man sich im Hause EA bei Fifa oder NHL nur sehr behutsam an Veränderungen und Verbesserungen herantraut, schraubt man seit 2014 beim Football immer weiter und weiter. Nachdem 2013 mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut wurde, steigerte sich das Franchise 2014 wieder.

Madden 16 habe ich letztes Jahr schon als das "beste Football-Game aller Zeiten" tituliert und was soll ich sagen: EA Sports hat mit Madden 17 das Ganze noch deutlich getoppt.

Nie spielte sich Madden realistischer. Es kommt längst nicht mehr jeder Pass an, es gibt viele Interceptions, die Grafik... oh die Grafik ist die Kirsche auf der Torte. Unglaublich realistisch sieht das Ganze mittlerweile aus. Besonders schön: War das Punkten per Lauf in Madden 16 noch sehr schwer, ist dies mittlerweile etwas vereinfacht worden. Die taktischen Optionen sind vielfältig wie immer, für Football-Anfänger artet das Ganze dann allerdings schnell in Konfusion aus. Dennoch gibt es viele Tutorials. die den Einstieg recht schnell verschaffen.

Einige "Neuheiten" gibt es auch: So sind die special Teams zurück. Die Fähigkeit, den Kicker auf Eis zu legen, bringt neue Herausforderungen für Field Goals mit sich,  waghalsige Aktionen, wie Trick Play und Blocked Kicks sind nur einen Klick entfernt. Spielmodi wie Ultimate Team und Draft Champions runden das beste Football-Spiel aller Zeiten ab. So jetzt habe ich es doch noch einmal gesagt!

 

Fazit: Grandios, grandioser - Madden 17

 

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Review: Kill your Friends (Hörbuch)

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"Da stellt sich möglicherweise die Frage, was für Musik ich eigentlich mag? Unglaublich, aber danach wird man tatsächlich von Zeit zu Zeit gefragt.[...] Einem Major A&R diese Frage zu stellen, ist, als würde man einen Arbitragehändler fragen, welche Waren er mag. Oder zu einem Investmentbanker sagen: »Hey, welches ist deine Lieblingswährung?« Ich habe einen recht breit gefächerten musikalischen Geschmack. »Eklektisch«, wie spastische Musikersagen, wenn sie in Interviews clever klingen wollen"

 

Da sind wir mittendrin in "Kill your Friends" von John Niven. Der Roman wagt einen zutiefst verstörenden Blickt hinter die Kulissen der Musikindustrie im England der späten 90er Jahre. Steven Stelfox arbeitet als A&R-Manager für eine große Plattenfirma in London. Um Erfolg zu haben, schreckt er vor nichts zurück. Er lügt, betrügt, beleidigt und schleppt sich, unterstützt von jeder Menge legaler und illegaler Drogen, gerade so durch den Tag. Eigentlich interessiert ihn Musik überhaupt nicht. Das einzige, was im Kampf gegen die Langeweile zählt, sind schnelle Hits und Anerkennung. Jahrelang mogelt er sich in allseits tolerierter, exzessiver Freibier-und-Drogen-für-alle-Philosophie durch den Arbeitsalltag. Doch im Zeitalter von Blair droht sich eine neue Arbeitsmoral durchzusetzen, die auf Integrität, Effizienz und vor allem harter Arbeit beruht. Steven belächelt zunächst die neue Order. Doch als er merkt, dass seine Stellung innerhalb der Firma gefährdet ist, gerät er zunehmend unter Erfolgsdruck und greift zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. Eiskalt ermordet er einen seiner Kollegen und Konkurrenten. Aber das ist erst der Anfang, der Beginn einer perversen Orgie der Zerstörung, die ihn in immer tiefere Abgründe stürzt.

"Kill your Friends" ist eine Art "American Psycho" für Musikfans.

Das Buch ist längst ein Klassiker, mittlerweile ok (nicht mehr) verfilmt, eine Hörbuchfassung gab es vor dieser auch bereits. Gelesen wurde das Buch damals von niemand Geringerem als Ärzte-Drummer Bela B. - soweit... so schlecht.

Denn, um es deutlich zu sagen: Es ist schön, diesen Roman aus dem Mund eine Profis zu hören. Die Bela-Fassung war ziemlich schnoddrig gelesen und somit völlig verhunzt. Gerd Köster macht das für Random House Deutschland aber nun deutlich besser, trägt die haarsträubende Geschichte des A&R-Typen wie im hysterischen Fieberwahn vor, zieht alle Register.

Das Buch selber ist nichts für schwache Nerven, an vielen Stellen ekelhaft überdreht und dadurch packend. Wenn nur ein Fünftel der Dinge, die hier erzählt werden, im Musikbusiness passieren, sollte man nie wieder eine Platte kaufen. Tun wir natürlich dennoch, denn Sex & Drugs & RocknRoll... 

 

Fazit: Krasse Lesung eines krassen Buches

 

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Review: Colour of Noise- Colour of Noise

23474390416 afec2abb2b nDie halbe Stunde im Vorprogramm von Thunder im Herbst waren für Colour of Noise ein wichtiger Schritt in den Fokus der Rockfans. Die Classicrock-Band aus Brigthon fegte beeindruckend über die Bühne und machte so ihren knackigen Bluesrock mehr als schmackhaft. Das Debütalbum "Colour of Noise" wurde per Crowdfunding finanziert und ist mittlerweile erhältlich. Man hätte vielleicht noch etwas mehr Geld sammeln sollen, um sich ein vernünftiges Cover designen zu lassen. Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so ein gruseliges Artwork gesehen.

Dabei sind die Mitglieder  beileibe keine Unbekannten. Matt Mitchell singt bei Furyon und Bruce John Dickinson beispielsweise hat mit den legendären Little Angels schon eine hübsche Karriere hingelegt. Auf zehn Tracks beweisen die Briten, dass sie den 60er und 70er Bluesrock mit der Muttermilch aufgesogen haben. Immer wieder blitzen auch Led Zeppelin auf (etwa beim Motiv von "Can you hear me"), was ja nie eine schlechte Referenz sein kann.

Zwischen traditionellen Bluesklängen (zum Beispiel beim im Riffing an ZZ Top erinnernden "Medicine Man") wird es nur selten deutlich härter als es etwas bei Thunder zugeht, insofern war dieses Tourpackage die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ohrwürmer können hier und da ebenfalls der Band entfleuchen: "Drive it like you stole it" (tolles Gitarrensolo!) oder "You only call me" (mit leichter Aerosmith-Schlagseite) sind starke Songs, während nicht alle Werke des Albums derart zünden (eher lahm: "Can't take it with you").

Die Scheibe endet mit "Great day for Rock & Roll" und der Tag, an dem "Colour of Noise" entschieden gemeinsame Sache zu machen, könnte sich in der Tat als toller Tag für unsere Lieblingsmusik erweisen. 

 

Fazit: Gutes Debüt mit Luft nach oben

 

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