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Montag Juni 25, 2018
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Review: World on Fire - Slash feat. Myles Kennedy

cdcover 26091683Der Mann, der einmal Axl W. Rose war, müsste sich doch eigentlich an jedem sonnigen Tag in seinem Post-Guns 'n' Roses-Leben fragen, was genau schief gegangen ist, dass die einstmals größte Hardrockband der Welt zu einer One-Man-Freakshow verkommen ist. Vor allem, wenn er immer wieder hören könnte (ich bezweifle, ob er es tut), dass sein ehemaliger Mitstreiter Slash eine Bombe nach der anderen raushaut und mit Alter Bridge-Sänger Myles Kennedy dafür einen kongenialen Partner gefunden hat.

"World on Fire" heißt der neueste Streich der "Band", die umständlich unter "Slash feat. Myles Kennedy and the Conspirators" firmiert und der toppt sogar noch den gutklassigen Vorgänger.

Auf 17 (!) Songs feuert der Les Paul-Fanatiker Slash eine Riffsalve nach der anderen ab, beweist, dass er ein enormes Gespür für mitreißende Melodien hat und findet in Myles Kennedy einen Sänger, der alle Höhen und Tiefen kennt und singen kann. "World on Fire" hat die Qualität, die "Chinese Democracy" hätte haben müssen, um der zur Lachnummer gewordenen "Band" Guns 'n' Roses eine große Rückkehr zu bescheren. Doch so ist es sogar besser, weil Kennedy der geilere Sänger und der sympathischere Typ ist. Mit Songs wie "Stone Blind", "Dirty Girl" oder "Automatic Overdrive" (um nur einen geilen Dreier zu nennen) zeigt Slash, dass er jederzeit in der Lage ist, den Hardrock der 90er ins jeweils aktuelle Jahrzehnt zu befördern. Gutes Songwriting wird nie alt. Mit 77 Minuten ist die CD so lang, dass es zwar wenige Füller gibt, die aber immer noch eine gute Qualität aufweisen ("The Unholy", "Bent to fly"). Mit "Safari Inn" liegt zudem ein ziemliches amtliches Instrumental vor. Toppt Slash damit irgendein Material, das er mit Axl zusammen geschrieben hat (von der unsäglichen Spaghetti-Platte mal abgesehen)? Nein, natürlich nicht, denn die Chemie zwischen Axl und Slash in Sachen Songwriting war einmalig, nahe Plant/Page für eine eine kurze Zeit. Schafft Slash damit eine formidable Scheibe, die nicht an seine Klassiker heranreicht? Uneingeschränkt JA!

 

Fazit: Slash feuert aus allen Rohren.

 

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PS4-Review: Madden 15

919RmURO-fL. SL1500 “Perfection is not attainable. But if we chase perfection, we can catch excellence", sagte der legendäre Green Bay Packers-Coach Vince Lombardi einst und EA Sports hat im vergangenen Jahr mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut. Es war ein verlorenes Jahr, zu schwach war die Umsetzung, zu viele spielerische Probleme gab es (vor allem im Passspiel). Mit Madden 15 soll nun alles besser werden. Deshalb wurde das Spiel umgekrempelt, nicht revolutionär aber doch so stark, dass die Defense nun deutlich verstärkt (manchmal deutlich zu stark) agiert. Was da an Interceptions abgefangen wird, geht manchmal aber auch zu weit.

Dennoch: Madden 15 spielt sich fluffiger und schnell gehen einem selbst als Nicht-Fachmann dieser amerikanischsten aller Sportarten Spielzüge in Fleisch und Blut über. Besonders gut: Es werden nicht nur solche vorgeschlagen, sondern es wird sogar erklärt, warum welcher Spielzug gut in der jeweiligen Situation sein kann. Das erleichtert den Einstieg enorm. Typisch EA und typisch gut sind die Online-Features von Madden 15. Die neue Community-Engine ruft die Daten aus Millionen von Online-Spielen ab und liefert so zahlreiche Spielzüge für jede Situation. Klasse Idee.

Problematisch sind ab und an die Passempfänger, da hier die K.I. gerne einmal einen kompletten Gehirnausfall simuliert. Passt man genau in ihren Lauf ist alles super, weicht das Ei etwas ab, sind sie oft hilflos und schauen nur verdutzt. Da muss EA noch mal ran.

Grafisch ist alles tutti.

Die Spieler hauchen kalten Atem bei Winterspielen, die Wettereffekte sind spitze, die Karambolagen ausgezeichnet inszeniert. Warum die Kommentatoren aber hier virtuelle Männchen sind, statt wie bei Fifa 15 etwa, Videoaufnahmen der echten Sprecher, erschließt sich mir nicht. Überhaupt wiederholen sich die beiden viel zu oft, so dass der erste Griff ins Menü zur Option "Ausschalten" führen könnte. Ebenfalls neu sind zahlreiche Kamerapositionen und hier schafft es EA Sports in der Tat dem schon angestaubten Madden neue Blickwinkel zu verpassen. 

 

Fazit: Starke Rückkehr des Football-Opas

 

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Review: Kamikaze Kings - Master or Slave

master or slaveSelbsternannte Ponrocker sind sie, die Kamikaze Kings aus Berlin. Eine Band, die in ebenso knappen wie fantasievollen wie an der Peinlichkeitsgrenze schlawienernden Outfits auf der Bühne ziemlich die Sau raus lässt (Fotos HIER). Die mit ihrem Debüt-Album vor zwei Jahren einen durchaus erfolgsversprechenden Start in der Metalszene hingelegt hat, und nun mit "Master or Slave" Rillenrundling Nummer zwei in die Ohrmuscheln transplantiert. Gleich vorweg: Die Scheibe ist überaus gelungen.

Auf dem Album finden sich so einige echte Gassenhauer, wobei der Gesangsstil von Fronthirsch Elmo weiterhin gewöhnungsbedürftig bleibt. Lemmy schimmert da stets durch, aber Lemmy ist Lemmy. Elmo kann aber auch clean singen, wie er auf der CD mehrfach beweist und das gar nicht schlecht.

Mehr Porn ist natürlich das schmutzige Timbre, auf das man sich aber recht schnell eingestellt hat. Es geht schmissig los mit "I rule the night" und schon beim ersten Song wird die Marschrichtung ausgegeben: Klassischer Metal mit allen Einflüssen, die ein Headbanger so gern erblickt. Gekonnt durchleben die Kamikaze Kings auf dem Album viele Epochen des Heavy Metals und verweben Versatzstücke von Bands wie Judas Priest, Metallica und gern auch AC/DC zu einem gelungenen Potpourri mit eisernem Nachgeschmack. 

Ich bin kein Freund davon, eine Band zu verteufeln, nur weil man ihre Einflüsse oder Songideen deutlich heraushört, vielmehr macht es bei den Kamikaze Kings enormen Spaß, die Versatzstücke eines Songs bestimmter Idole zuzuordnen, denn am Ende bleibt die Band eigenständig genug, um doch noch neue, kleine Fußnoten dem großen Buch des Heavy Metals hinzuzufügen.

Nein, nicht alle Nummer zünden ("Backdoor Philosophy" etwa), doch Tracks wie "Midnight Killer", das grandiose "Hungry like a wolf" oder der Knaller "Devil's Rodeo" (um nicht einmal alle Treffer zu nennen) sind richtig richtig stark und so stecken die Kamikaze Kings bereits etwas mehr als nur einen Fuß in die Tür der deutschen Metalelite.  

Vor allem in Sachen ohrwurmfreundlichen Hymnenrefrains hat die Gruppe enorm zugelegt, ohne aber die notwendige Härte vermissen zu lassen. Die Scheibe ist so gut, dass die Band ruhig demnächst ohne bekloppte Kostüme auf die Bühne gehen dürfte, wenn es nach mir geht. Die lenken nämlich nur von der Musik ab und das haben die Kamikaze Kings nicht (mehr) nötig.

 

Fazit: Bockstarker Zweitling mit hoher Hymnendichte

 

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Review: Surgeon Simulator (PS4)

 

Endlich gibt es bei den RocknRoll Reporter mal echte Doktorspielchen. Nein, nicht, was Ihr Schweinchen jetzt denkt, sondern wir verlieren heute einige Worte über die PS4-Fassung des "Surgeon Simulator". Spiel angeworfen und schon findet man sich am Schreibtisch eines Arztes wieder. Hier sollte man zu Beginn auch einige Zeit damit verschwenden, die absolut hanebüchene Steuerung zu erlernen. Die ist schwammig ohne Ende und außerdem habt Ihr als Arzt nur eine Hand! Klingt skurril und das ist es auch, aber eben auch genau die Funpotenz im Game.

Wie man mit zwei Fingerchen eine Säge schnappen muss, um damit einen Brustkorb aufzusägen ... sagenhaft.

Kein Wunder, dass man ständig irgendwelche Dinge (Flaschen, Stifte, Telefonhörer) durch die Gegend wirf und diese nicht selten auch in einem offenen Patienten landet. Hat man die Steuerung einigermaßen verinnerlicht, geht es an die erste OP. Die ist sogleich eine Herz-Transplantation. Achtung: Wer meint, er müsse sorgfältig vorgehen, irrt. Brustkorb einhämmern (oder sägen), das alte Herz rausgeschnitten und ein neues reingeworfen. Schon hat man seine erste OP erfolgreich abgeschlossen. Klingt einfach, ist aber durch das Steuerungsproblem hammerhart. Nicht selten zerstückelt man irgendwelche Organe "aus Versehen", nicht selten verliert der Patient so viel Blut, dass er nicht überlebt. Im Laufe des Spiels wird es immer schwieriger und auch kurioser. Eine Alien-Autopsie ist da natürlich ebenfalls im Spielumfang. Alles in allem ist das ziemlich lustig. Die Grafik ist zweckmäßig und ganz niedlich, von einer Simulation ist das Ganze (zum Glück) meilenweit entfernt. Spaß macht es dennoch enorm, wenn auch nicht all zu lange.

 

Fazit: Schönes trashiges OP-Game für Zwischendurch mit bockschwerer Steuerung

 

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Review: Drone - Drone

Drone Drone CoverDrone gibt es schon seit zehn Jahren und waren mir persönlich immer etwas zu rumpelig. Mit der neuen, selbstbetitelten CD wird der norddeutsche Vierer viele Fans hinzugewinnen, aber sicher auch einige Anhänger der extrem harten Gangart abschrecken. So häufig wie nie verweben Drone nun Klargesang mit Death Metal-Vocals und in meinen Ohren klappt das bis auf wenige Ausnahmen hervorragend.

So variabel wie hier klangen Drone noch nie. Mit "Guilt" geht es bereits vielversprechend los, "Hammered, Fucked And Boozed" ist dann schnell ein erster Höhepunkt. Überhaupt ist die Band bei Tracks wie diesem (und dem grandiosen "Rock'n'Rollercoaster" am allerstärksten. Hier vermischen sie räudigen Rock 'n' Roll im Motorhead-Stil mit leichten Death Metal-Breitseiten, eine in dieser Konsequenz geniale Idee, eigenständig und im Songwriting überzeugend.

Nicht alle Experimente gehen auf: So ist die Schmalznummer „Hung And Over“ ein kläglicher Versuch an Stone Sour'sche Balladen anzuknüpfen, was ohne das Charisma eines Corey Taylour aber misslingt. Zudem ist der Text an Klischeehaftigkeit nicht zu überbieten.

Besser macht es da der Bonustrack "Life of Riley", akustisch und dennoch gehaltvoll. Stark ist zudem "How we suffer", auch, wenn ich den Reim von "suffer" auf "another" durchaus gewagt finde. Bei "Into the darkness" gröhlt noch Cripper-Frontfrau Britta Görtz mit, das Ergebnis ist ein ziemlich guter Song mit zu wenig stimmlichen Reibepunkten. Wer ist wer? Für mich ist "Drone" die beste Drone-Scheibe, Hardcorefans werden aber sicher ein wenig verschreckt sein.

 

Fazit: Prima CD mit leichten Schwächen

 

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Review: Ace Frehley - Space Invader

ace-frehley-space-invader-insideAce Frehley ist Gott! Punkt! Aber auch Gott hat seine schwachen Tage. Ace hatte davon eine ganze Menge, dafür aber auch veranlasst, dass rund 64664664664663465 (Schätzung) junge Menschen das Gitarrespielen angefangen haben. Ace hat mit Kiss die Welt verändert und obwohl sein technisches Spiel gegenüber den großen genialen Technikern wie Vai, Hendrix, VanHalen ordentlich abstinkt, ist er ein Weltklasse-Songwriter und spielt eben genau so, dass man vor dem Radio denkt: Boah, wie geil, das versuche ich auch. Bei Vai kommt man nur schwerlich auf diese Idee, will man nicht vor dem ersten öffentlichen Auftritt seines Lebens sechs Jahre acht Stunden am Tag üben.

Gott hat also eine neue CD auf den Markt geworfen, die hat ein klassisches Kiss-Artwork (von Ken Kelly) und heißt passend zum Space-Ace-Image "Space Invader". Vorbei die Zeit, in der man ewig auf neues Material von Frehley warten musste, nach "Anomaly" erscheint "Space Invader" in einem vertretbaren Wartezeitraum von... ok vergessen wir das. "Anomaly" ist dann doch von 2009, für Ace sind fünf Jahre aber ein Klacks. Zwischen dem sehr guten "Trouble Walkin"-Album und "Anomaly" lagen etwa zwei ganze Jahrzehnte. 

Mit dem Titeltrack startet die Scheibe und Ace klingt frisch, seine Sounds knackig wie gehabt, seine Soli ziemlich gut. Diese gute Verfassung zeigte er schon auf den Solotouren vor einiger Zeit. So fit habe ich Ace noch nie gesehen. Ace ist Ace and he told us so, deshalb sind wieder manche Dinge an der Peinlichkeitsgrenze ("Immortal pleasures" etwa). Deshalb ist sein Gesang fast immer eher schwach, aber das muss man halt so hinnehmen, so ist und war er halt immer. Hate it or love it (aber sei nie kritiklos, auch nicht bei deinen Helden!)!

Warum man "Boys" auf "Toys" (im ordentlichen Song "Toys") reimen muss, weiß ich auch nicht. Das ist läppisch. Ace' Gesangslinien sind zum Teil infantil. Da sollte er einfach mal jemand anderen ran lassen, um Linien zu verfassen, denn dann kommt der Gesang sofort besser rüber.

Das ist viel Kritik, aber ich bin auch ein großer Verehrer. Kommen wir zu den guten Seiten der Medaille: "Into the Vortex" ist ein starker Song, "Past the Milky Way" ("I'm running out of oxygen but I still got my guitar... Klasse!) der Höhepunkt der CD.

Überhaupt ist das Spielen mit dem Space-Ace-Klischee eine tolle Idee. Das hat er immer mal wieder gemacht ("Remember me" auf "Trouble Walkin' zB), aber in dieser Konsequenz ist es beeindruckend gelungen.

"Gimme a feelin'" wurde vorab veröffentlicht und macht für mich einen ebenfalls starken Eindruck, während ich mit der Coverversion des eigentlich tollen "The Joker" nix anfangen kann, aber hier scheiden sich die Geister stark. Was ich verhunzt finde, lieben manche Kiss-Fans.

"I wanna hold you" nervt durch die erwähnten schlechten Gesangslinien und ist verschenkt, weil die Gitarrenarbeit hier grandios ist und an Kiss-Klassiker erinnert. "What every Girl wants" könnte auch auf dem 78er Solo-Debüt gestanden haben, was natürlich ein Gütesiegel ist. "Reckless" hat was von einer "Frehley's Comet"-Nummer, stellt aber keinen Höhepunkt da, während das obligatorische Instrumental zum Schluss "Starship" etwas langatmig (und langweilig) beginnt, sich über Mittelteil und Ende aber zu einem der herausragenden Stücke der CD mausert und ein würdiger Nachfolger der "Fractured"-Reihe ist. "Space Invader" ist am Ende des Tages auf jeden Fall ein ordentliches Album mit einigen echten Höhepunkten und rangiert für mich vor dem letzten Output von Paul Stanley, Gene Simmons  und den zwei angeschlossenen Mietmusikern. 

 

Fazit: Ace-Fans müssen es lieben, trotz aller Kritikpunkte

 

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Review: Deadlock - The Re-Arrival

deadlock-the-re-arrival-cover-300x300-230-230Warum die deutsche Band Deadlock nicht längst so groß ist wie etwa Arch Enemy erschließt sich mir immer noch nicht. Eine Formation mit Grunzer und weiblichem Klargesang - das klingt ja erst einmal nicht allzu aufregend, doch Deadlock haben in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung vom reinen Hassbrocken zu technisch ausgfeilten Klasse-Metalcorern mit teilweisen kitschigen Popanleihen durchlaufen. Letzteres macht es den Fans der ersten Stunde nicht leicht, weiter bei der Stange zu bleiben, skizziert aber die Vielseitigkeit der Band um Klarsängerin Sabine Scherer und Screamer John Gahlert bestens.

Auch in Sachen Besetzung gab es (leider?) stete Entwicklungen. Vom Gründungstrio ist einzig und allein noch Gitarrist Sebastian Reichl übrig geblieben, Shouter Johannes Prem ging 2011 (Bassist Gahlert übernahm ab da) und Drummer Tobias Graf wurde nun, 2014, durch Werner Riedl ersetzt.

Diese Rundumerneuerung und der Ablauf der Kontrakts mit ihrer Plattenfirma brachten Deadlock auf die Idee, eine etwas andere "Best of" in die Rillen zu pressen. "The Re-Arrival" ("The Arrival" ist der Name des Debüts aus dem Jahr 2002) präsentiert Songs der letzten zwölf Jahre in zum Teil neuem Gewand, anders gemischt, "Awakened by the sirens" wurde komplett neu aufgenommen, "Code of  Honor" präsentiert dazu Marcus Bischoff von "Heaven shall burn" als Gast. Es gibt auch Songs wie "To where the skies are blue", die sich kaum (oder gar nicht) vom Original unterscheiden. Im letzteren Fall wüsste ich ohnehin nicht, was man besser hätte machen können.

Auf der CD gibt es zudem gleich drei neue Songs. die mit Riedl an der Schießbude eingespielt wurden und die einen Blick in die mögliche Zukunft der Band weisen. Was ein Problem sein könnte, denn während "The Arsenic River" klasse und klassisch Deadlock ist, können sich an "An Ocean's Monument" und "A new era" die Geister erneut scheiden. Vor allem letzterer Song verzichtet weitestgehend auf den genialen Kontrast im "Schöne und das Biest"-Stil und kommt etwas beliebig daher, während "An Ocean's Monument" bis zum poppigen Schlusspart überzeugen kann. 

Zu dieser CD gibt es eine weitere, die mit Demos und unveröffentlichten Aufnahmen ein Muss für Fans, für andere Hörer aber verzichtbar ist. 

 

Fazit: Das Beste und noch viel mehr - Deadlock-Fans können sich im Himmel wähnen

 

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Live-Fotos von Deadlock haben wir HIER und HIER!

Die CD-Kritik zur letzten Scheibe, The Arsonist, finden Ihr HIER!

Review: Seether -

Seether---Isolate-And-Medicate---Artwork

Zugegeben, was die Diskographie der Band SEETHER angeht, bin ich nicht besonders firm, aber dafür kann ich ziemlich unvoreingenommen an das neue Album „Isolate and medicate“ herangehen. Ein Gedanke, der sich ziemlich schnell aufdrängt ist, dass Seether auf dieser Platte klingen wie ein Hybrid aus Nickelback und Linkin Park. Wobei die Ähnlichkeiten mit erstgenannter Truppe wesentlich stärker ausgeprägt sind. Ist das nun ein gutes Zeichen? Wir werden sehen.

Der Eröffnungstitel „See You At The Bottom“ kommt noch recht düster daher und knallt dank der tiefergestimmten Gitarren und schnörkellosen Riffs ganz ordentlich. Hat man bei den Gesangsharmonien schon Chad Kroeger vor Augen, geht es bei „Same Damn Life“ dann endlich komplett auf der Nickelback-Schiene weiter. Ein extrem eingängiger Song, der vor allem laut gespielt richtig geil kommt, ein potentieller Hit für das Rockradio. So, wenn hatte ich noch als Referenz genannt? Ah, ja - Linkin Park - die fallen mir sofort beim dritten Track des Albums ein. Die Strukturen und das Arrangement des Songs zwingen einfach, diesen Vergleich zu ziehen. Allerdings gefällt mir „Words As Weapons“ deutlich besser als die letzten Radioreleases von Linkin Park. Kein Wunder, dass dies auch die erste Singleauskopplung der Platte ist. Lied Nummer vier heißt wieder Kehrtwendung zu Nickelback. „My Disaster“ hätte auf jedem ihrer Alben draufgepasst, ohne dass es irgendjemanden auffallen würde. Ein ebenfalls extrem eingängiger Song, aber irgendwie scheint mir da sowohl die Band, als auch Starproduzent Brendan O`Brien stark auf den kommerziellen Erfolg der vermeintlichen Vorbilder zu schielen. Hmmmmmhhh… Im Prinzip geht es so weiter.

Die Ausnahmen bilden, zumindest teilweise, die krachige Halbballade Crash, die etwas spacig daherkommt und „Suffer it all“, die das härteste Riffing der Platte bietet und sogar mit richtigen Screams daherkommt. „Isolate and medicate“ ist eine Platte, mit der ich irgendwie nicht so richtig warm werde. Vielleicht aber total zu Unrecht, denn die einzelnen Songs sind toll ausgefeilt, ohne zu viele Schnörkel zu haben, direkt auf den Punkt, wahnsinnig melodiös und voller eingängiger Harmonien. Aber die Ähnlichkeit zu den aufgeführten Bands ist mir einfach zu präsent. Zumindest ich schaffe es nicht, meinen Schädel abzustellen und nicht permanent Vergleiche zu ziehen.

 

Fazit:Fans von Nickelback werden ehrfürchtig niederknien. Alle anderen werden ein schönes Rockalbum erleben, dass man super nebenbei hören kann, ohne dass es nervt.

 

Review: ZZ Top - Live in Montreux (BluRay)

71WPDBmUoDL. SL1200  1Wenn eine Band seit 1969 (!) in der gleichen Besetzung durch die Welt tourt, eine Scheibe nach der anderen aufnimmt, ohne sich groß zu verbiegen oder zu verändern, dabei aber stets hohe Qualität aufweisen kann, ist das mehr als erstaunlich: Die Geschichte von ZZ Top hat einen, nein zwei, lange Bärte und ist doch immer wieder erfrischend. 2013 trat die Band um Gitarrist Billy Gibbons beim Montreux-Jazz-Festival auf und die vorliegende BluRay beweist eindrucksvoll, dass der staubige Texas-Bluesrock des Trios in jedem Winkel der Erde bestens funktioniert. 

Mit Hits wie „La Grange”, „Gimme All Your Lovin’”, „Pincushion”, „Sharp Dressed Man”, „Waitin’ For The Bus”, „Legs”, „Tube Snake Boogie”, „Tush” und zahlreichen weiteren Klassikern zeigt sich die Band in absoluter Topform. Genauso verhält es sich mit der Aufnahme. Der Ton ist erstklassig und die Bildqualität exzellent. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, mittendrin statt nur dabei zu sein. ZZ Top feuer aus allen Rohren, präsentieren eine wunderbare Retrospektive aus allen Schaffenszeiten - angefangen von Tracks der Frühwerke wie "Tres Hombres" über die 80er-Megahits von "Eliminator" bis hin zu neuem Material. Als besonderes Bonbon gibt es zudem eine Hommage an Claude Nobs, seines Zeichens Gründer des Montreux-Festivals. Da stoßen Mike Flanigin an der Hammond Orgel und Van Wilks an der Gitarre zur Band. Das Bonusmaterial bietet ein paar wenig spektakuläre Interviews mit Gitarrist Billy Gibbons und Bassist Dusty Hill.

 

Fazit: Texas fürs Wohnzimmer - ZZ Top begeistern

 

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Titelliste:
1. Got Me Under Pressure
2. Waitin’ For The Bus
3. Jesus Just Left Chicago
4. Gimme All Your Lovin’
5. Pincushion
6. I Gotsta Get Paid
7. Flyin’ High
8. Kiko
9. I Loved The Woman
10. Foxey Lady
11. My Head’s In Mississippi
12. Chartreuse
13. Sharp Dressed Man
14. Legs
15. Tube Snake Boogie
16. La Grange
17. Tush

Review: Peter Gabriel - Back to Front (BluRay)

814ba6qb6L. SL1500 Peter Gabriel ist für spektakuläre Live-Darbietungen bekannt. Umso aufgeregter wurden die Fans, als der Meister ankündigte, mit der originalen Tourband seines Meilensteines "So" in die Konzerthäuser zu kommen. Die RocknRoll-Reporter waren damals in Köln dabei, Fotos gibt es HIER! 

Nun liegt das Londoner Gastspiel dieser Tour auf BluRay und DVD vor. Der Schwerpunkt der Show liegt auch hier auf den Songs von „So”, doch es sind eine Reihe weiterer ebenfalls vertreten. Stücke wie „Sledgehammer”, „Solsbury Hill”, „Don’t Give Up”, „Shock The Monkey”, „Big Time”, „Digging In The Dirt”, „Mercy Street”, „No Self Control”, „In Your Eyes” oder „Biko” zeigen Peter Gabriel auf dem Zenit seines Schaffens.

Älter ist er geworden, seine Stimme hat jedoch nichts an Kraft verloren, sorgt mit jedem Ton dafür, dass der Zuschauer in den Bann dieses Mannes gezogen wird.

Dazu kommt seine sensationelle Band mit Cracks wie Manu Katché, David Sancious, Tony Levin oder David Rhodes, die durch die innovative Lichtshow stets perfekt beleuchtet werden. Dazu kommt Bonusmaterial, welches Einblicke in die Entstehung der Show gewährt. Bild und Ton sind dem Anlass angemessen vorzüglich und vermitteln einen perfekten Eindruck, wie mitreißend diese Tour war. Die Deluxe Edition von „Back To Front - Live In London“ kommt im großformatigen Mediabook (ca. 30 x 30 cm) und enthält neben der Konzert-DVD eine Bonus-DVD, auf der die Kono-Version von ""Back To Front"" enthalten ist. Die beiden Bonus-CDs enthalten das komplette Konzert als Audio-Version. Außerdem gibt es ein 60-seitiges Booklet. Das nennt man mal Vollbedienung.

 

Fazit: Beeindruckend und mitreißend

 

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Die Tracklist liest sich wie folgt:

01. Daddy Long Legs
02. Come Talk To Me
03. Shock The Monkey
04. Family Snapshot
05. Digging In The Dirt
06. Secret World
07. The Family And The Fishing Net
08. No Self Control
09. Solsbury Hill
10. Show Yourself
11. Red Rain
12. Sledgehammer
13. Don’t Give Up
14. That Voice Again
15. Mercy Street
16. Big Time
17. We Do What We’re Told (Milgram’s 37)
18. This Is The Picture (Excellent Birds)
19. In Your Eyes
20. The Tower That Ate People
21. Biko

Classics: Passion and Warfare / Steve Vai

SteveVaiPassionAndWarfare

 

vinyl-record-iconAls Steve Vai im Herbst 1990 sein Meisterwerk „Passion and Warfare“ in die Läden brachte, hob er das Gitarrenspiel dieser Zeit auf ein neues, bis heute unerreichtes Niveau. Zogen die Plattenfirmen damals angestachelt vom Mike Varneys Shredder-Erfolgsscheiben einen sogenannten Gitarrenhelden nach dem nächsten aus dem Hut, von denen jeder schneller als der vorige sein musste, verlieh Steve Vai nach harten Lehrjahren bei Frank Zappa als zweiter oder dritter Gitarrist sowie zwei grandiosen Band-Scheiben mit Ex-VanHalen-Sänger David Lee Roth (und Billy Sheehan und Gregg Bissonette) dem Genre eine neue Würde.

Vai konnte so schnell, so sensationell sein wie all die Marty Friedmanns (um einen der besseren Shredder zu nennen) oder Joey Tafollas (um einen der schlechteren Saitenzwirbler zu erwähnen), war aber nicht so eindimensional.

Der New Yorker zieht auf „Passion and Warfare“ alle Register seines Könnens, seien es schwere Rhythmusmonster ("Erotic Nightmares"), pathetische Hymnen („Liberty") oder schlichtweg das beste Gitarrenrock-Instrumental aller Zeiten ("For the love of God"), Vai hat alles drauf und scheut sich nicht, es zu zeigen. 

Als Konzeptalbum ist "Passion and Warfare" nicht konzipiert, es funktioniert aber fast so: Die Hymne zum Start, danach der schnelle Rocker, ein lasziver Groover mit "The Animal", später das Epos mit "The Riddle", dann die Übernummer "For the Love of God", der wilde Jugendtraum eines durchdrehenden Nachwuchsgitarristen in der Schule ("The Audience ist listening"), die Popnummer "I would love to", eine Mega-Ballade ("Blue Powder“), der Punker "Greasy Kids Stuff" und die Hendrix-Verbeugung „Sisters“, in der Steve Vai mehr aussagt als Eric Johnson in seiner gesamten Karriere. Dazwischen gibt es immer mal wieder Skurriles wie "Alien Water Kiss", "Ballerina 12/24" oder das Synthie-Experiment „Love Secrets“ zum Abschluss. 

Wahnwitzig schnelle Läufe, Arpeggios from Hell, Tapping- und Tremolo-Extasen sowie unglaublich schöne Melodien und aggressive Grooves - „Passion and Warfare“ hat alles. Dazu kommt, dass Vai - gewohnt von Mentor Zappa - sich nur mit den Besten umgibt. Stu Hamm am Bass ist etwa so eine Koryphäe. Sein Solo in „Blue Powder“ gehört zu den besten seiner Art. Komponiert von Vai in einer Art Zeppelins „Whole lotta love“-SoloPendant für den Tieftöner. 

Die Scheibe eignet sich als Lehrstück, wie man - trotz des Fehlens von Gesang - Musikalität, Melodien, Technik und Experimente in einem niemals nervtötenden köstlichen Eintopf servieren kann. 

„Passion and Warfen“ löste damals die bestverkaufteste Instrumental-Platte, Jeff Becks Guitar Shop, in Sachen Nachfrage ab.

Die Scheibe verkaufte sich so gut, dass David Coverdale gezwungen war, bei Vais Gastspiel mit Whitesnake einen überlangen Solospot (mit "For the Love of God") in seine Live-Shows einzubauen - für Hardcore-Fans der Band war das allerdings viel zu viel, während Vai-Jünger nur deshalb zu den Whitesnake-Shows pilgerten.

So gut wie auf „Passion and Warfare“ war Vai in Gänze nie mehr, wenngleich er mit der anschließenden Band-CD „Sex and Religion“ mit einem blutjungen und hyperaktiven Devin Townsend am Mikro den Nährboden für so manche Metalcore-Strömung legte, aber das ist eine andere Geschichte...

 

 

 

PS4-Review: Watchdogs

71YvEUo0JYL. SL1141 Da ist er ja nun endlich, der langersehnte GTA-Killer für die PS4: Watch Dogs war nicht mit geringem Hype erwartet worden und verschlägt nach ewiger Verzögerung den Spieler in ein von Hackern beherrschtes Chicago. Aber ist Watch Dogs wirklich besser als GTA V? Nein! Das Spiel ist grandios, mit enormem Umfang versehen und bietet einige richtig coole Spielideen, doch am Thron des Open-World-Gottes kratzt Ubisoft damit keineswegs.

Nicht falsch verstehen: Watch Dogs ist das beste bisherige Spiel der neuen Konsolengeneration, doch nicht alles ist hier Gold, was glänzt. Kurz zur Story: Wir sind Aiden Pearce, ein Hacker und Ex-Gangster, dessen kriminelle Vergangenheit zu einer blutigen Familientragödie führte. Nun ist man also auf der Jagd nach den Leuten, die der Familie Leid zugefügt haben, und hat die Möglichkeit, jeden in seinem Umfeld zu überwachen und zu hacken, indem Pearce alles manipuliert, was mit dem Netzwerk der Stadt verbunden ist. Ob Überwachungskameras, Handyhacks, Ampelkontrolle, Brücken- und S-Bahn-Manipulation - (fast) alles ist möglich.

Die Storyline ist mehr als üppig, 40 Stunden kann man alleine damit beschäftigt sein. Die offene Welt ist eher halboffen. So gibt es nur sehr wenige Gebäude, die man betreten kann, dies zum Beispiel war in GTA deutlich besser. Auch kann man sein erhacktes Geld nicht wirklich schön unter die Leute bringen. Autos klaut man oder bestellt sie an einen Standort, Häuser kaufen ist ebenfalls nicht möglich, die Freizeitaktivitäten sind sehr eingeschränkt. Mal einen trinken gehen oder einen digitalen Trip einwerfen - das war's schon und ist in der Regel nur ein kurzer und nicht so häufig wiederholbarer Spaß. Hier hat GTA ganz klar die Nase vorn. Die Steuerung von Watch Dogs ist am Anfang etwas störrisch, weil die Tastenbelegung nicht immer den eingebürgerten Regeln entspricht.

Mit X etwa duckt man sich und sucht Deckung. Gerannt wird mit R2. Nach einigen Stunden stellt das aber kein großes Problem mehr dar. Auch ist die Fahrphysik nichts, womit man von Seiten Ubisofts prahlen sollte. Wenn man den Vergleich mit GTA aber gar nicht anstellt, bekommt man mit Watch Dogs ein großartiges, lang fesselndes Spiel (in der Storyline). Hat man die Geschichte allerdings einmal durchgespielt, reizt das Game nicht mehr zum langen Aufenthalt in Chicago. Die Grafik ist gut, aber Next Gen sieht für mich noch etwas anders aus. Doch springt mal ins Wasser, hier reizt die Engine anscheinend alles aus. Die Wasserdarstellung ist absolut überragend.

 

Fazit: Bestes PS4-Game bisher, aber nicht der GTA-Killer

 

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Review: The Who - Quadrophenia live in London (BluRay)

71P9bC5n8JL. SL1024 Die Tour "Quadrophenia and More" kulminierte am 8. Juli 2013 in der Wembley Arena in London. Die Legenden von "The Who" spielten dort eines ihrer ambitioniertesten Werke von 1973 am Stück und die BluRay des Konzerterlebnisses liegt mir hier vor. Dass The Who live immer eine "Bank" sind, weiß der geneigte Musikfan ohnehin, dass die Band aber im hohen Alter eine solche Leistung wie hier abrufen kann, ist bewundernswert. Insofern haben wir es hier nicht mit dem Zeugnis einer alternden Gruppe zu tun, die ewiggestrig ihre Hits runterreißt, sondern vielmehr mit einer energetisch herausragenden Formation um einen gutklassig singenden Frontmann Roger Daltrey und einen fasziniert aufspielenden Gitarristen Pete Townsend.

Die gesamte "Quadrophenia" wurde auf der Tour gespielt, von der ersten bis zur letzten Note und mit allem, was dieses Klasse-Album ausmacht. Etwa dem grandiosen Solo der längst verstorbenen Basslegende John Entwistle oder der lustigen Gesangseinlage des noch länger unter der Erde liegenden Drummers Keith Moon. Beide wurde mittels moderner Technik bei den Songs "5:15" und "Bell Boy" quasi auf die Bühne katapultiert.

Nicht nur für die Fans ist das ein ergreifender Moment, auch die Reaktionen von Daltrey und Co beweisen, wie viel Spaß sie immer noch haben, "mit" ihren alten Weggefährten zu zocken. 

Zusätzlich zu Quadrophenia präsentiert die Band Klassiker wie “Pinball Wizard“, "Who Are You", “You Better You Bet”, “Baba O’Riley”, “Won’t Get Fooled Again” und “Tea & Theatre” von dem 2006 erschienenen Album Endless Wire. Die Bildqualität ist überragend, der Ton auch bestens und die Bühnenshow einfach nur umwerfend. Vor allem, die immer wieder eingespielten historischen Filmschnipsel, die teils geschichtliche Begebenheiten wie den zweiten Weltkrieg, teils die unglaublich jungen Mitglieder der Band präsentieren, verfeinern einen ganz feinen Auftritt. Das Ganze gibt es natürlich auch auf DVD und Audio-CD.

 

Fazit: Besser geht es nicht - ergreifender auch nicht

 

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Live-Fotos von The Who gibt es HIER!

 

 

Review: Möngöl Hörde - Möngöl Hörde

mongol-horde-album-cover-artworkDas hier ist für Euch, Ihr Pop-Radio hörenden Hausfrauen, die Ihr Euch unseren Frank Turner einverleiben wollt. Ihr, die "Worse things happen at sea" nicht kennt, sondern nur die vereinzelt poppigen Radio-Songs wie "Recovery" verehrt und den Typen einfach sooo süß findet. Ihr, die nicht verstehen werdet, dass aus Turner nie Schmalz Jovi oder Rockverräter Bryan Adams werden wird. Diese CD ist für Euch, ein Schlag in Euer Gesicht, der Beweis, dass nicht jeder Musiker von Balladen verdorben werden kann. Das Debüt von Möngöl Hörde mit Frank Turner als Shouter, Screamer, Rotzer und Frontgrunzer beweist, dass er seine Wurzeln (Million Dead) nicht vergessen hat, sie nicht verleugnen will, sie weiter ausschweifen lassen möchte. Der Beweis, dass Mainstream reich aber nicht glücklich machen kann. Diese CD ist aggressiv, sie ist verstörend und abgefahren. Irgendwo zwischen Rumpel-Punk, Hardcore und genialen Rage against the Machine- Hooklines angesiedelt, reißen Möngöl Hörde auf 13 Songs Wunden auf und streuen Salz hinein. "Weighed And Found Wanting", "My Judas", "How The Communists Ruined Christmas" oder "Make Way" - um nur die Glanzlichter einer gänzlich strahlenden Atombombe zu nennen - verströmen eine derart positiv-radikale Aggressivität, dass man sich kaum vorstellen mag, in welch Inferno ein Live-Auftritt dieser Band ausarten kann. Frank Turner (Gesang) aka Renrut, Ben Dawson (Schlagzeug) aka Awesome und Matt Nasir (Gitarre) aka Nadir zerstören auf ihrem Erstlingswerk alles, was den Anschein an Angepasstheit signalisiert. Danke! 

Die Band bleibt dabei betont minimalistisch, ein Konzept, welches auch ihre schmale Webseite untermauert: “Mongol Horde is more than a band. Mongol Horde is a movement. Mongol Horde is an invasion. That’s not actually true. Mongol Horde is a band. We don’t really want to talk about it. Listen to the music. Enjoy it, or don’t. Stop fucking asking questions.” Dem ist dann auch einfach nichts mehr hinzuzufügen (außer vielleicht, dass ich sehr hoffe, dass ich meine Eingangs-Hasspredigt nicht irgendwann bereuen muss. Frank, stay hard, true as steel!).

 

Fazit: Verstörend aggressiver Soundtrack zur Übernahme der Weltherrschaft

 

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Review: The Winery Dogs - Unleashed in Japan

81E1BC1VEaL. SL1418 Schaut man sich das Logo der Winery Dogs an, könnte man glauben, es handele sich um die Jack Wolfskin-Hausband. Dabei haben die Langhaardackel meist nur Unterhemden an. Kein Wunder, sind Richie Kotzen, Billy Sheehan und Mike Portnoy doch für schweißtreibende Liveauftritte bekannt. Da wären schicke Windbreaker nur Fehl am Platz und zudem soviel Rock 'n' Roll wie Klaus Meines Baskenmütze. Wie geil die Band live ist, will sie auf „Unleashed In Japan“ in Konservenform beweisen, das klappt leider nur bedingt. Zu wenig kommt rüber, die energetischen Liveperformances des Trios sind live und in Farbe ein echter Hammer, die CD klingt jedoch zu steril. Die spielerischen Qualitäten der drei lustigen Musikanten sind hingegen über jeden Zweifel erhaben. Richie singt wie Gott, Billy zupft einen flotten Darm (gern auch mal in atemberaubender Geschwindigkeit) und Mike ... Nun ja, er stört nicht groß. Sein Spiel ist perfekt, mitreißend jedoch nicht. Portnoy ist ein begnadeter Techniker, keine Frage. Groove ist aber nicht nur Technik. Für Fans ist die Live-CD trotzdem spannend, wenngleich sie im Bundle mit dem Debüt-Album kommt (die man dann im Zweifel schon hat). Mit "Stand" hat sich sogar der Poison-Schmachtfetzen ins Live-Programm der Wauzis geschlichen - und klingt mit Richie am Mikro eine Klasse besser. Zur musikalischen Qualität der eigenen Songs zitiere ich mal meine eigene Kritik des Albums:

 

Dies ist Richies "Thang" (in Anlehnung an den gleichnamigen Poison-Song), was den einzigen möglichen Kritikpunkt an der CD manifestieren lässt: Braucht Richie die anderen beiden eigentlich? Die Antwort ist ein klares Jein! Billy Sheehan ist unverkennbar, sein pumpender leicht angezerrter Bass mit wahnwitzig tanzenden Melodielinien, versehen im fetten Fundament seines Yamaha-Tieftöners, macht mächtig Spaß und sorgt für freudige musikalische Orgasmen beim Zuhörer. Wenn ein Gitarrist beim Gitarrensolo plötzlich das Interesse an Richie Kotzen verliert, dann kann das nur passieren, weil Billy Sheehan "unter" dem Solo die Show stiehlt. Portnoy hingegen spielt solide und überraschend unprätentiös. Positiver könnte man sagen "songdienlich", doch dafür braucht man den Drumwizard nicht. Über allem schwebt Kotzens wahnsinnige Stimme, seine grandiosen Blueslicks, die mit mächtigen Legato-Speedläufen getränkt sind, und ein Songwriting, welches sich sehr eng an Kotzens Solo-Schaffen orientiert. 

 

Fazit: Zu sterile Live-CD einer tollen Band.

 

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Live-Fotos von der Band gibt es HIER!

PS4-Review: Wolfenstein - the new Order

wolfenstein-the-new-order-ps4- Was wäre wenn? Diese Fragestellung ist Ausgangspunkt der Story des neuen Wolfenstein-Ablegers "The new Order". Angelehnt an ein Szenario etwa aus Robert Harris' Vaterland haben die Nazis den Krieg gewonnen, London besetzt.

 

Halt!! So wäre es, wenn Wolfenstein nicht wieder einmal in Deutschland aufs Lächerlichste verändert worden wäre. Aus Nazis wird "das Regime", naturgemäß verzichtet man wieder auf allerlei nationalsozialistische Symbole, was die Atmosphäre der ordentlichen Ballerbude komplett den Bach runter gehen lässt. Bei all der Aufregung um Hakenkreuze und Hitler-Nennungen darf gesplattert werden, was das Zeug hält.

An der Gewaltdarstellung wurde nichts verändert. Im nachfolgenden Video werden die Unterschiede der Version schön herausgearbeitet. Die deutsche Rechtsprechung ist natürlich die Keule, mit der hier geschwungen wird. Nationalsozialistische Symbole sind verboten, der Führergruß ebenfalls. Was ein Computerspiel, also ein interaktiver Film, von einem "richtigen" Film unterscheidet, bleibt aber weiter unklar.

 

 

 

Spielerisch macht Wolfenstein eine Menge richtig, ohne aber zu brillieren. Die Level sind schlauchartig, man kommt fast auf eine falsche Fährte, dennoch hat man einige Stunden vor allem durch die packende Hintergrundstory Spaß. Widerstandkämpfer und Hauptdarsteller B. J. Blazkowicz lag jahrelang im Koma und wacht 1960 auf. Die Welt ist von Nazis, oh tschuldigung, vom Regime beherrscht. Blondie muss dann den Widerstand von Grund auf neu aufbauen, um schließlich den Ober-Nazi, ähh, Ober-Regimist General Totenkopf zu besiegen. Die Grafik auf der PS4 ist super, aber es bleibt Luft nach oben, der Sound ist leider ebenfalls zensiert. Dialoge wurden verändert, das Wort Nazi fällt natürlich nicht einmal. Manchmal meinten es die Entwickler zu gut, wollten etwas Abwechslung in den recht stromlinienförmigen Shooter bringen. Das äußert sich dann durch öde "Missionen" im Versteck der Rebellen á la "Bringe den Lötkolben von A nach B" etc. Hübsch sind die Goodies, die ab und an zu finden sind. So gibt es zahlreiche Schallplatten zu entdecken (und danach abspielbar). Da gibt es beispielsweise die "Käfer", eine ehemals britische Band (Beatles), die nur noch auf deutsch singen darf. Sehr witzig und erschreckend zu gleich.

 

Fazit: Guter Shooter, der durch die deutsche Lokalisation komplett an Atmosphäre verliert und deshalb nur 3 von 6 statt 5 von 6 bekommt

 

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Review: Night Ranger - High Road

nightranger-highroadDas letzte Night Ranger Album, das ich kenne heißt „Man In Motion“ und stammt aus dem Jahr 1988. Obwohl ich die Platte wirklich mag, habe ich die Gruppe komplett aus den Augen verloren. Also gut, hören wir mal, was die Band mir ein Vierteljahrhundert später mit „High Road“ anbietet.

Der erste Eindruck sagt mir, dass sich im Prinzip gar nicht viel verändert hat. Night Ranger scheinen immer noch großen Wert auf eine glasklare, aber nicht sterile Produktion und unheimlich melodiöse Hooklines zu legen. Die Stimme von Jack Blades, den einige vielleicht von den Damn Yankees kennen, hat in der Zwischenzeit nicht gelitten und Brad Gillis ist einfach eine Macht an der Gitarre, für mich einer der komplettesten Hardrock-Saitenflitzer überhaupt.

Nach dem ersten Durchgang empfand ich das Album als wirklich gelungen, aber nicht unbedingt packend. Tja, wie falsch man so manchmal liegen kann. Im Laufe des Tages hatte ich nämlich ständig die Refrains und Riffs aller möglichen Songs von „High Road“ im Ohr - und die sind auch nicht mehr aus den Gehörgängen herauszubekommen. Also, noch einmal gehört und noch einmal und noch einmal…

Während der Opener, der auch der Titeltrack ist, zwar schon fast poppig daherkommt, fordert er aber dennoch förmlich dazu auf, sich ins Auto zu setzen und mit heruntergekurbelten Fensterscheiben die Landstrasse entlang zu düsen. Bei „Knock Knock Never Stop“ darf man das Gaspedal sogar noch ein wenig weiter herunterdrücken. Ein Uptempo-Rocker mit einem Mitgröhlchorus, der einen Glauben macht, dass die späten 80er nie vorbeigegangen sind.
Singen muss man auch beim dritten Titel, der sehr lässig groovt und mit seinem „Hey Yeah“-Refrain nahtlos an den Vorgänger anknüpft. Ein schönes Fender Rhodes Intro eröffnet dann die dramatische Ballade „Don`t Live Here Anymore“ – die quillt fast über vor Pathos, wirkt aber trotzdem authentisch und niemals platt und peinlich. Der Song steigert sich permanent und gipfelt nach einem kleinen Hammond-Solo und einer Bridge in einem furiosen Gitarren-Climax. Wow!
Doubleleads und wieder mal einem unglaublich eingängigen Refrain bietet „I`m Coming Home“. Mein persönliches Highlight ist dann der nächste Song. „X Generation“ nimmt unser Auto von der Landstrasse direkt auf die Autobahn ohne Tempolimit. Was habe ich diese Art von Musik doch vermisst, ohne es jemals zu ahnen?
Der wunderbare Lovesong „Only For You Only“ lässt einen einfach dahinschmelzen.
So geht es bis zum Ende des Albums weiter. Kurz erwähnen möchte ich noch das Stück „Brothers“, welches sich von einem recht unscheinbaren, wenn auch etwas beatlesquem Lied, zum Ende hin zu einem grandiosem Boogierock-Finale steigert (Quireboys lassen grüßen). Der Abschluss wird von dem sogenannten Bonustrack „LA No Name“ gebildet, einem Instrumentalstück, auf dem Gillis zeigt, was er auf der Akustikgitarre alles so anstellen kann – schon ziemlich beeindruckend.

Ich habe lange überlegt, ob und wenn ja, wo ich einen Punkt Abzug geben kann. Sorry, da ist nichts – diese Platte ist perfekt! Pflichtkauf für alle, die AOR, 80`s Hard- oder Glamrock mögen. Ohne große Umschweife: Höchstwertung!

 

Fazit: Eine perfekte Scheibe

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Review: Uriah Heep - The Outsider

cover 163271642014 rManche Bands sind einfach nicht kaputtzukriegen. Uriah Heep legen mit „The Outsider“ ihr 24. Studioalbum vor. Auch wenn die ganz großen Klassiker schon einige Zeit zurückliegen, ist die Band immer noch sehr aktiv und eben nicht nur als Revivaltruppe unterwegs. „The Outsider“ ist bereits der vierte Longplayer innerhalb der letzten sechs Jahre und der erste nach dem Tod des langjährigen Bassisten Trevor Bolder. Wohin der Hase läuft ist sofort klar. Ein sägender Hammondakkord leitet „Speed Of Sound“, den Eröffnungssong ein. Dieser gehört für mich zweifelsohne zu den besten Songs, die Heep je aufgenommen haben - eingängig, treibend und voller Spielfreude.

Der zweite Track tarnt sich als Ballade, doch nach dem circa einminütigen Piano/Gesang-Intro, wird aus „One Minute“ ein echter Rockstampfer. Den nehmen sie hoffentlich in ihr Liveprogramm auf. Bernie Shaw ist immer noch eine Bank. Der Mann hat einfache eine unglaubliche Stimme und bei Mick Box, dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied scheint das Motto zu lauten: Mit 66 Jahren fängt das Leben an. Sein Spiel ist unheimlich dynamisch und wirkt frisch. Hört man sein Solo bei „The Law“ würde man nicht vermuten, dass der Mann das Rentenalter schon locker erreicht hat. Aprospros „The Law“, hier kommen auch die ganz typischen Heep-Trademarks an das Tageslicht. Schöne und in epischer Breite werden hier die Aaaaaaahhhhsss zelebriert.
Bei „The Outsider“ wird die Geschwindigkeit richtig angezogen und die Doublebass läuft auf Hochtouren. Eine echte Hardrockperle ist auch „Looking At You“, ein Song, der es locker mit allen Hits aus den 70ern aufnehmen kann, Classicrock-Radiostationen aufgemerkt! Überhaupt gibt es bei den 11 Songs und einer Spielzeit von 51 Minuten nicht einen einzigen Ausfall. Das tolle Covermotiv stammt übrigens von dem polnischen Surrealisten Igor Morski, der oft und gerne als der neue Dali gehandelt wird.

Ein durchweg gelungenes und rundes Album, einer der besten Outputs von Uriah Heep überhaupt. Wer zeitlosen harten Rock liebt, darf hier mit gutem Gewissen zugreifen

 

Fazit: Rundum gelungen

 

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Review: Arch Enemy - War Eternal

archenemywareternalcdArch Enemy, die dritte Reinkarnation ist da und selten hat ein Sängerwechsel harmonischer und entspannter stattgefunden als der von Angela Gossow zu Alissa White-Gluz (Ex-The Agonist). Dazu löste bereits 2012 Gitarrist Nick Cordle Leadklampfer Michael Amotts jüngeren Bruder Christopher ab und nun kann auf "War Eternal" also das neue Line-up bestaunt werden. Mit Alissa kommt eine technisch hochbegabte Sängerin zu Arch Enemy, die bei The Agonist bewiesen hat, dass sie neben hasserfüllten Death Metal-Growls auch wunderschöne cleane Melodien trällern kann.

Das sorgte im Vorfeld bei den Die Hard-Arch Enemy-Fans für reichlich Sorgenfalten, doch die kann ich glatt bügeln: Alissa singt nicht ein einziges Mal clean. Alles beim Alten also? Mitnichten, denn "War Eternal" unterscheidet sich schon in einigen Punkten deutlich von den Werken mit der grandiosen Frontsau Angela Gossow. Michael Amotts ist zweifelsohne einer der genialsten modernen Gitarristen, hat zuckersüße Melodien genauso drauf wie kompromisslose Akkordwände und virtuose Soli. Während die CD mit "Never forgive never forget" nach einer Instrumental-Prelude in F-Moll und den Singles "War Eternal" und "As the pages burn" losballert als gäbe es keinen Morgen und sich gar nicht so sehr von den "alten" Arch Enemy unterscheidet, bemerkt man im anschließenden Verlauf der CD eine kleine aber feine Änderung im Grundton. Alissa grunzt technisch auf höchstem Niveau und genau das macht die Vocalpassagen eingängiger und weniger aggressiv als noch bei Angela, die keine große Technikerin ist, durch ihre rauhere Gangart aber echte Hassbrocken verspieh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alissa White-Gluz macht es hervorragend und ist eine würdige Nachfolgerin von Angela, der Grundton wird durch sie aber eingängiger. Das kann man mögen oder nicht. Mir gefällt es, macht es Arch Enemy doch leichter zugänglich. Zwischen seinen brillanten Sololäufen verliert sich zudem Mastermind Michael Amott ab und an in etwas sehr cheesige Gefilde und packt zuviel Zucker auf seine Melodien (etwa im Mittelteil des ansonsten hervorragenden "Time is Black)". Mit "No more regrets" ist gar ein echter Ausfall unter den 13 Tracks.

Der Mitgröhlrefrain zerstört hier den guten Aufbau des Songs und ist am Rande der Peinlichkeit. Soviel aber zu den kritischen Tönen von "War Eternal". "You will know my Name" klingt wie eine Art Dream Theater mit Eiern, ein Track wie "On and on" ist schlichtweg fantastisch und wird im späteren Verlauf gar noch von "Avalanche" mit seinem hymnenhaften Charakter und fantastischem Soloteil getoppt. Am Ende steht ein mollschwangeres Instrumentalstück ("Not long for this world") und rundet nicht die beste, aber dennoch eine sehr sehr gute Arch Enemy-Scheibe ab. 

 

Fazit: Arch Enemy 3.0 - ein wenig, aber nicht alles anders und weiter bockstark

 

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Review: Super Duper Alice Cooper

41bsLycD-8LSind wir mal ehrlich: Super Duper Alice Cooper ist ein grauenhafter Titel für eine filmische Biographie des Shockrock-Großmeisters. Von diesem Fehlgriff aber einmal abgesehen hat Banger Films erneut ganze Arbeit geleistet. Nach Filmen wie „Iron Maiden: Flight 666” und „Rush: Beyond The Lighted Stage” erzählen Scott MacFadyen und Sam Dunn die spannende (und wohl bereits sehr bekannte) Geschichte, wie aus dem Pfarrerssohn Vincent Furnier der Meister Alice Cooper wurde.

Wer Banger Films kennt, weiß, dass er hier eine Vollbedienung erwarten kann. Filmerisch musste man sich vor allem für die Anfangsjahre etwas einfallen lassen, da fast alle Dokumente lediglich in Bild- und nicht in Filmform vorliegen. Gerade die Slideshow der Fotos von damals wurde auf geniale Art und Weise gelöst.

Durch Freistellungen und Montagen wirken die Dokumente nahezu dreidimensional, ein kluger Schachzug, um aus der Not, kein filmerisches Material zu haben, ein Tugend, nämlich die kunstvolle Umsetzung der Standbilder, zu machen. Der Werdegang Coopers samt ausgiebiger Drogensucht sollte allen Musikfans bekannt sein, dennoch wirken die 132 Minuten des Films nicht langatmig oder langweilig. 

Sämtliche Höhepunkte der Karriere werden beleuchtet und durch Beiträge einiger der größten Musikikonen wie Iggy Pop, Elton John, John Lydon, Bernie Taupin, Dee Snider und natürlich auch Alice selbst in Szene gesetzt. Das Bonusmaterial umfasst gelöschte Szene und Interviews mit Alice Cooper von „Metal Evolution."

 

Fazit: Banger Films und Alice Cooper - genial!

 

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