rrrlogo

 

Oldschool journalism with modern attitude - since 2005

Montag Juni 25, 2018
Home

237 items tagged "Review"

Ergebnisse 121 - 140 von 237

Review: LOUD! Die Geschichte der Rockmusik

145833doc1391805966784 Seiten dick ist das leider nur als Ebook erhältliche Kompendium (14,99 Euro) der Rockgeschichte "Loud!" von Corinne Ullrich. Die Geschichte der Rockmusik von 1950 bis 2010 wird in dem mächtig umfangreichen Buch thematisiert. Von den Anfängen rund um Elvis und Co bis Lady Gaga und Arcade Fire werden die Strömungen, Bewegungen, Katastrophen und Errungenschaft der Rockmusik in den letzten 60 Jahren aufgeschlüsselt. Wie man an Namen wie Lady Gaga merkt, ist der Begriff "Rockmusik" weit gefasst, eine meines Erachtens richtige Herangehensweise.
Einflüsse von Bands wie Queen beispielsweise kamen auch immer wieder durch deren Kollaborationen mit anderen Stilen und Künstlern aus anderen Genres zustande. Corinne Ullrich macht auf den 760 Seiten einiges richtig und hat stilistisch einen interessanten Plauderton gefunden, der den Leser bestens unterhält, der aber auch niemals zu platt rüberkommt.

Die Abhandlung nach Jahrzehnten ist sinnvoll und die immer wieder eingeschobenen Kapitel (etwa Hardrock und Heavy Metal in Deutschland) lockern die Struktur des Buches deutlich auf. Besonders schön: Ullrich hat den Duktus des Werkes so gestalten können, dass Querlesen gefördert wird, der Leser sich nie verlassen fühlt, wenn er die in Kapiteln manifestieren Wege von "Loud!" verlassen möchte. Neben allgemeinen Übersichten über ein Jahrzehnt, kommen speziellere Themen (z.B. "Technische Entwicklungen") nicht zu kurz und schaffen es so, dass dieser wirklich dicke Wälzer abwechslungsreich bleibt.

Leider gibt es immer wieder einige gravierende sachliche Fehler. Dass sich Kiss beispielsweise für das Album "Unmasked" demaskierten, ist schlichtweg falsch (es war "Lick it up") und auch die zeitliche Einordnung der Demaskierung ist völlig daneben, wird doch anschließend "The Elder" und "Creatures of The Night" angeführt, welche beide in der Tat aber zur Maskenzeit der Band zählen.

Auch der Satz, dass Mötley Crüe 1983 ihren Durchbruch mit dem zweiten Album "Shout at The Devil" und der Single "Smokin in The boys room" hatten, irritiert: der genannte Song befindet sich nicht auf diesem Album, sondern auf "Theatre of Pain". Sind solche Fehler verzeihlich bei einer derartigen Mammutaufgabe? Ich bin unschlüssig, schließlich fallen mir sicher viele andere gar nicht auf, etwa in Feldern, in denen ich selber nicht so bewandert bin (50er Jahre z.B.). Dass auch gerade das "Resümee " genannte letzte Kapitel so kurz ausfällt ist schade und ich hoffe zudem, dass der Abschlusssatz des Buches ein Wortspiel sein soll und kein Druckfehler (Long Life Rock 'n' Roll) ist. Denn das Leben (Life) des Rock 'n' Roll ist wirklich lang und dieses Genre wird ewig leben (live).

Das Buch gibt es unter anderem HIER!

 

Fazit: Mammutwerk ohne große neuen Erkenntnisse, leicht und locker zu lesen - leider mit einigen gravierenden Fehlern

 

Picture

Review: Soto - Inside the vertigo

SOTO Inside-The-Vertigo coverJeff Scott Soto ist ein Ausnahmesänger. Was der Typ schon alles veredelt hat (Malmsteen, Axel Rudi Pell - um nur zwei zu nennen), unglaublich Mit „Soto“ haut er eine Art Bandprojekt in die Kerbe und „Inside the Vertigo“ ist das erste Ergebnis. Mit dieser Band wolle er Dampf ablassen, erzählt der Vokalakrobat und in der Tat liefert er hier ein dichtes Album mit knallendem Hardrock an. Neben den üblichen spektakulären Gesangleistungen überzeugt vor allem Lead-Gitarrist Jorge Salat mit einigen unwiderstehlichen High Energy-Soli. Weiter zur Band gehören BJ (keys, git), David Z. (bass) und Edu Cominato (drums).
Das Album sprüht nur so vor hochklassigen Hardrock-Songs: Nach dem Start mit „Final Say“, „The Fall“, „Wrath“ und „Break“ ist man erst einmal sprachlos und fragt sich, ob man hier das Hardrock-Album des Jahres auf den Ohren hat. Die Band steht derart auf dem Gaspedal, dass es die wahre Wonne ist. Während es zu Beginn recht klassisch rockt, wird es im mittleren Drittel sphärischer und Soto lassen die Songs mehr atmen, was einen leichten Druckabfall zufolge hat („Inside the Vertigo).

Das Songwriting bleibt aber auf einem sehr hohen Niveau und beweist die Vielseitigkeit der Band. Die obligatorische Ballade, die bei Jeff immer mal gern leicht „cheesy“ ausfällt, darf natürlich nicht fehlen und „When I’m older“ kommt mir auch schon schnell aus den Ohren heraus. Zum Glück wird im weiteren Verlauf heftig gerockt, die Singqualität von Tracks wie „Trance“ oder „Fall to pieces“ kommt aber nicht mehr ganz an den sensationellen Start des Albums heran.

 

Fazit: Bockstarke Energieleistung mit ganz wenigen Kritikpunkten

 

Picture

 

 

Review: AC/DC - Rock or Bust

ac dc rock or bust 01 b6851bc917Das ist sie nun, die neue AC/DC-Scheibe, ein Werk, dem viele Kritiker eine Bedeutung wie "Back in Black" zukommen lassen möchten. Damals war das der Befreiungsschlag nach Bon Scotts Tod, AC/DC wurde keine große Zukunft mit dem neuen Sänger prognostiziert. Was dann geschah, ist Musikgeschichte. Nun also Malcolm Young, Angus' kongenialer Partner an der Gitarre. Eine schwere Demenzerkrankung lässt seine Beteiligung am Schlachtschiff aus Australien nicht mehr zu. Warum dann noch eine CD machen? Zumal auch Groovemachine Phil Rudd fehlt. Warum? Darum!

Weil Stevie Young, ein Jungspund mit seinen 58 Jahren, Malcolms Gitarrespiel derart verinnerlicht hat, dass es Spaß macht die Rhytmusgranaten auf "Rock or Bust" zu hören. Weil Angus und Sänger Brian Jones in Topform sind, weil das Songwriting endlich wieder auf höchstem Niveau ist. "Rock or Bust" schlägt den lahmen Vorgänger "Black Ice" um Längen, auch, weil AC/DC das machen, was sie am besten können: AC/DC sein! Ok, das machen sie immer, mal mehr und mal weniger gelungen, aber der Titeltrack zum Beispiel gehört auf eine AC/DC-Best of, wenn es die Band wirklich irgendwann nicht mehr gibt. Dazu kommen einige ziemliche Granaten, die uns wissen lassen: "Noch geben wir Airbourne nicht den Titel der neuen AC/DC ab!"

Es sind diese unwiderstehlichen Momente, die nur diese Australier abfeuern können, die "Rock or Bust" trotz der knapp 35 Minuten zu einem Dauerbrenner macht. Das immer wieder eingeschleuste Repeating-Riff von "Play Ball" etwa oder die grandiose Groove-Figur im Abschlusssong "Emission Control". Dazu haben Angus und Co endlich einmal wieder verstärkt Led Zeppelin gehört ("Rock the House", "Baptism by fire") und ihren Backkatalog nach den schärfsten Momente abgesucht, um einige neue Groovemonster frankensteinartig zu erschaffen. "Got some Rock & Roll Thunder" ist so eine Nummer, die nur AC/DC schreiben können. 

 

Eine neue ACDC-Scheibe zu hören, ist wie der Besuch bei einem ganz alten Bekannten. Man fühlt sich sofort wohl und auf die Frage, was es Neues gebe, erhält man keine weltbewegenderen Informationen. Am Ende fährt man betrunken und glücklich nach Hause, beseelt davon, dass das Universum ab und an im Gleichgewicht schaukelt.

 

Picture

 

 

Review: Dragon Age - Inquisition

91X8W3KNuCL. SL1500 Da ist er also nun endlich, der Skyrim-Killer für die PS4. Oder? Dragon Age: Inquisition füllt das Machtvakuum auf der Next-Gen-Konsole mächtig aus, solange die Elder Scrolls-Reihe nicht auf Sonys Spielkonsole Einzu hält, so viel ist klar. Riesige Landstriche, eine epische Story - DA könnte nicht offensichtlicher versuchen in Skyrims Fußstapfen zu treten. Dies gelingt mal mehr, mal weniger gut. 

Die Story klingt wie abgekupfert: Ein verheerendes Ereignis stürzt die Welt von Thedas ins Chaos. Drachen verdunkeln den Himmel und werfen einen Schatten auf Länder am Rande des Chaos. Magier entfesseln einen vernichtenden Krieg gegen die Templer, um sich von ihrer Unterdrückung zu befreien. Nationen erheben sich gegeneinander. Es liegt beim und seinen Verbündeten, die Ordnung wiederherzustellen, indem man die Inquisition anführt und die Kräfte des Chaos zur Strecke bringt. Kling wie schon mal gehört und ist es auch, aber, was ist schon neu in der Spielewelt. Grafisch ist DA ok bis gut, für Next Gen würde ich dennoch mehr erwarten, vor allem "nebenbei".  Während in Skyrim die Dynamik der Gegend einem den Atem raubt, passiert in DA nicht annähernd so viel nebenbei, ist die Landschaft nicht so interaktiv wie beim großen Vorbild. Der Umfang des Spiels ist ziemlich gigantisch (wie es auch bei Skyrim der Fall ist), die hochgelobten 50 Stunden Hauptquest werden aber keinesfalls erreicht. Eher 25 bis 30. Dass man trotzdem einen langen Urlaub braucht, dafür sorgen die Nebenmissionen. DA ist vollgestopft mit solchen und da kommt man dann locker auf 100/120 Stunden Spielzeit. 

Hübsch ist die Möglichkeit echte Schlachtpläne anzulegen, in dem man das Spiel "einfriert" und die Karte von oben betrachtet, sich und seine Gefährten postiert. Das hat ein wenig Strategiespaß zufolge und hebt sich wohltuend von anderen Games des Genre ab. 

Was stört? Ich habe eher ein Bauchgefühl, welches mich mit dem Spiel nicht so recht warm werden lässt. Es ist wie mit einer tollen Lederjacke: Man hat da dieses grandiose Stück Kleidung im Schrank und obwohl es schon leicht durchgewetzt ist, trägt es sich doch irgendwie besser als die als Ersatz angeschaffte sehr hochwertige Kunstlederjacke. Eine Reise nach Himmelsrand nimmt mich sofort wieder ein, schlägt mich trotz der altbackenen PS3-Technik in den Bann, Dragon Age Inquisition ist ein toller Klon, den ich aber in einem Jahr nicht mehr anrühren werde. Wer diese Ansprüche nicht an ein episches Rollenspiel hat, kann mit DA rein gar nichts verkehrt machen.

 

Fazit: Nicht der Skyrim-Killer aber ein tolles Rollenspiel

 

Picture 

Review: Randal's Monday

PackshotUm es mit den Boomtown Rats zu sagen „I don't like mondays“. Unser egozentrischer Held des neuen Geek-Adventure aus dem Hause Daedalic kann dieses vermutlich voll unterschreiben. Ist er doch verflucht, einen wirklich nicht ganz so geglückten Montag immer und immer wieder zu erleben, bis er seine begangenen Fehler wieder ausgebügelt hat.
Ähnlichkeiten mit dem bekannten Murmeltierfilm sind nicht zufällig und gewollt, und auch andere alte Schätzchen kommen wieder in Erinnerung. So auch ein ganz besonderer Schatz, dreht sich doch alles in diesem Adventure um den Verlobungsring des besten Freundes unseres kleptomanischen Heldens. Es ist aber auch zu verlockend, diesen an sich zu nehmen und am Besten in einem runtergekommenen Pfandhaus zu verticken. Schade nur, dass damit das Drama seinen Lauf nimmt. Jetzt hat Randal zwar eine Menge Geld in der Tasche, muss aber auch immer und immer wieder diesen schrecklichen Montag erneut erleben an dem sein bester Freund sich auf interessante Weisen in den Freitod begibt. Dann mal los, den Ring wieder besorgen.

Angereichert ist das Spiel von diversen Zitaten und Anspielungen an die gute alte Zeit. Das fängt schon beim fast vergessenen Kopierschutz an. Wer erinnert sich nicht an die Drehscheibe, mit der man einen Code aussuchen musste um das Spiel endlich starten zu können? (ICH  -  Doc Rock).  Daedalic hat keine Kosten und Mühen gescheut und auch eine solche Drehscheibe als Kopierschutz dazugelegt. Aber auch im Spiel gibt es genug Anspielungen auf alte Filme und Spiele. Manche sind recht witzig verpackt, andere kommen etwas plump daher und man fragt sich, ob man auf Teufel komm raus wirklich alles einsetzen wollte.

Praktisch ist die eingebaute Lösungshilfe und unter uns: diese braucht man auch tatsächlich ein paar mal da die Rätsel leider nicht sehr logisch daher kommen. Auch mit viel „um die Ecke denken“ ist es auch für eingefleischte Adventurespieler schwierig zu vermuten, was der Entwickler von uns eigentlich will. Da kann der neue spanische Indie-Entwickler aus dem Nexus Game Studio noch ein wenig dran arbeiten.

Wenn wir Spiele aus dem Hause Daedalic bekommen sind wir natürlich verwöhnt und vergleichen sofort mit den tollen Adventures die uns vorab aufgetischt wurden. An dieses hohe Niveau kommt Randal's Monday leider nicht heran. Es sind zwar leichte Ähnlichkeiten zwischen den Hauptcharakteren aus dem Spiel „Deponia“ vorhanden aber der hervorgehobene schwarze Humor hat uns in Abenteuern wie „Edna bricht aus“ oder „Harveys blaue Augen“ deutlich besser gefallen.

Nichtsdestotrotz ist die Idee des Spiels wirklich gut, es ist auch nicht langweilig dieses zu spielen, allein die Rätsel bringen einen manchmal zur Verzweiflung weil man mit Logik nicht wirklich weiter kommt.

 

Fazit: Für Leute die sich gerne an die guten alten Zeiten zurückerinnern ein gutes Spiel, Lösung bereit halten!

 

Picture

 

Review: Tony Bacon - The Guitar Collection

910oKrZA37LTony Bacon ist ein renommierter Autor, der sich vornehmlich mit Gitarristen und Gitarrenmodellen beschäftigt. Das fette Hardcover "The Guitar Collection" stellt auf 180 Seiten in Deutsch und Englisch gleich beides vor - die einflussreichsten Gitarristen unserer Zeit und deren Sechssaitigen. Aufgeteilt in drei Abteilungen - Flattop, Hollowbody, Solidbody - kommt geschichtliches nicht zu kurz und werden überdies mehr die Gitarrentypen und ihre Besonderheiten in den Vordergrund gestellt, statt den Playern ein größeres Feld einzuräumen.

Das ist aber kein Problem, da die Klampfer im Buch ohnehin nahezu jeder Musikfan und jeder Musiker sowieso kennt. Nicht immer ist die Wahl der Gitarre schlüssig. Nehmen wir Steve Vai als Beispiel: DIE Steve Vai-Gitarre ist sicherlich das Blumenmustermodell der Ibanez Jem (oder seit mehr als zehn Jahren die strahlend weiße Jem), nicht aber das dargestellte Green Meanie-Modell. Auch wird Eddie Van Halens berühmte Frankenstrat sträflich ignoriert, statt dessen sieht man (s)eine erste Charvel. Doch das ist schon nerdiges Meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt bekommt man hier ein sehr wertiges Nachschlagewerk, welches sogar noch mit einer 10 Inch-Schallplatte daherkommt, die eine All-Starband in vier Versionen "Smoke on the Water" trällern lässt. Garniert wird das Buch durch großflächige und exzellente Livefotos einiger Künstler, welche den Preis von 49,99 Euro letztlich rechtfertigen.

 

Fazit: Toll gestaltetes Nachschlagewerk für Musiker und Musikliebhaber

 

Picture

Review: Harem Scarem - 13

haremNachdem Harem Scarem mit dem eher unnötigen Re-Recording ihrer meines Erachtens besten Scheibe "Mood Swings" 2013 zurückgekehrt sind, liegt nun endlich eine richtig neue CD vor. Schlicht "13" betitelt transportiert das 13. Werk der Melodiekönige um den Ausnahmesänger Harry Hess alle Trademarks, die die Band berühmt gemacht haben, und die vor allem von den Fans abgöttisch geliebt werden. Klasse Gitarrenriffs, mitreißende Melodien und starkes Songwriting - Harem Scarem feuern auf "13" aus allen Rohren.

Bereits der Opener "Garden of Eden" weist den Weg - und dieser führt mehr oder minder ins Melodic-Rock-Paradies. Jungfrauen warten hier zwar nicht, doch nach dem Genuss der zehn Tracks ist zumindest das Ohr befriedigt. Bei aller Genialität haben Harem Scarem immer mal wieder einige nicht ganz so mitreißende Schmachtfetzen im Repertoire. Dies hält sich auf "13" aber in engen Grenzen. "The Midnight Hour" ist da eine kleine Ausnahme und schmalzt schon sehr, ein echter Ausfall ist dies dann aber doch nicht. Dafür rockt die Scheibe überhaupt ganz gut. Klasse etwa das treibende Riffing von "Early Warning Signs" oder "Troubled Times". Hier stimmt die Symbiose aus Melodie und Rock dermaßen, dass man sich nur freuen kann, Harem Scarem wieder auf der Landkarte des Rocks vorfinden zu können.

 

Fazit: Starke Rückkehr der Melodiekönige

 

Picture

Review: PES 2015

PictureNachdem Fifa in diesem Jahr deutlich eher in die Läden kam als PES (Test HIER), zieht Konami nun endlich nach. Nachdem etwas verkorksten 2014er PES, welches zudem nicht für die neuen Konsolen portiert wurde, wollen die Japaner nun alles besser machen. Wie immer sind die Lizenzen spärlich, aus der Bundesliga lediglich Bayern, Schalke und Leverkusen am Start. Das ist unschön, hat aber in der Vergangenheit nicht weiter gestört, weil die üppige Community der PES-Fans stets eigene Option Files ins Spiel eingebaut hat, wodurch auch ohne Lizenzen die "echten" Teams ins Game eingebaut werden konnten. Wie es diesbezüglich auf der PS4 in diesem Jahr aussieht, ist noch völlig unklar, so erlaubt es Sony bekanntlich immer noch nicht, dass man etwas auf die Konsole drauf spielen kann. Abwarten also.

Zum Spiel: Das alte PES-Flair ist gleich bei Anpfiff wieder da, die Ballphysik ist einen Tacken besser als bei Fifa und die Spieler steuern sich sehr griffig. Alles gut also? Nein! Nix gut. Fangen wir mal an: Die Schiedsrichter sind eine Totalkatastrophe. Entweder gibt es sehr schnell gelb und rot oder es gibt selbst bei brutalsten Fouls in Serie gar nichts. Der digitale Schiri zeigt Vorteil an, bestraft aber selten ein solches Vorgehen. Immer wieder ist es uns gelungen, den Gegner mit Todesgrätschen unbestraft niederzustrecken (siehe Video unten). Das Spiel sieht bei entsprechender Spielweise aus wie eine Rugbypartie. Eine Katastrophe. Schlimm sind solche Fouls jedoch nicht, denn es gibt defakto keine Verletzungen. In 25 Partien musste einmal ein Spieler ausgewechselt werden, weil er angeschlagen war. Apropos Fouls: Die KI foult nicht! Niemals. In den 25 Partien gab es ausschließlich "Fouls", die Abseitsstellungen waren. In 25 Partien gab es nicht ein richtiges unfaires Einsteigen, welches geahndet wurde. 

Dazu kommt, dass ein großer Teil des Spiels geskriptet scheint. Schüsse aus 20/25 Metern landen gerne einmal an der Latte. Nicht schlimm? Doch, denn ein Spiel mit 6-8 Lattenknallern ist nicht realistisch. Momentum lässt grüßen!

Geskriptet sind weitere Dinge, die nicht so gravierend sind: So ist die Animation der Tornetze immer die gleiche. Konami hat es einmal wieder geschafft aus einem eigentlich guten Ansatz eine Katastrophe zu machen. Als PES-Fan der ersten Stunde bin ich schockiert, wie weit Fifa rangekommen ist. Auch hier gibt es Dinge, die schlecht sind, doch EA Sports merzt jedes Jahr mehr davon aus. Insgesamt gibt es bei PES 2015 nur 14 Stadien. Die spielt man bei Tag oder bei Nacht, eine weitere Differenzierung ist nicht möglich. Auch habe ich bisher noch keine "ziehenden" Wolken bemerkt, wie vorher großspurig angekündigt. Entscheidend ist auf dem Platz, aber da ärgere ich mich mehr als ich Spaß habe. Immerhin kann ich die Länge des Grases einstellen. Noch ein Wort zur Grafik: Die Spieler sehen sehr realistisch aus, die Zuschauer könnten besser sein. Wie immer hat Konami ein Problem mit der Soundkulisse, da ist bei Fifa einfach alles fetter und realer. Die Kommentatoren scheinen hingegen sogar noch schlechter geworden zu sein. Beispiel? Ein Foul 5 (!) Meter vor dem Strafraum und Wolf Fuß meint: "Ohh, das könnte Elfmeter geben". Noch eins? Spielminute 86 und es wird geplappert: "Es sind nur noch wenige Minuten, vielleicht sogar nur noch Sekunden bis zum Abpfiff." Der erste Griff im Spiel geht also zum Off-Schalter. Noch was? Ja! Auf manchen Konsolen (nicht auf allen getesteten) ruckelt es unfassbar. Dieses Problem gab es auch bei Fifa schon bei einigen PS4-System, konnte durch ein Update dann behoben werden. Zu den neuen Live-Update-Feature kann ich hier noch nichts final sagen, da die Server noch nicht online waren, insofern halte ich mich auch mit einer Online-Bewertung zurück. Die Features des Spiels - mit "MyClub" ist auch eine Ultimate Team-Klon am Start - sind üppig und sehr gut, die Turniermöglichkeiten auch bestens, umso ärgerlicher sind die oben beschriebenen Problem. Meine letzte Hoffnung ist ein ordentlicher Patch, bis dahin spiele ich Fifa.

 

Fazit: Spielerisch einen Tacken besser als Fifa - aufgrund eklatanter Mängel aber doch ein Griff ins Klo.

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HIER geht es zu einer PES-Verlosung!

 

Review: The Evil Within (PS4)

evilSurvival-Horror ist momentan groß angesagt. Nach dem sehr starken Alien Isolation (Test HIER) kommt "The Evil Within" und lädt ebenfalls zum Gruseln ein. Der Japaner Shinji Mikami lieferte vor The Evil Within mit Resident Evil und Resident Evil 4 zwei echte Klassiker in Sachen Horror und kann mit seinem neusten Streich durchaus an diese Games anknüpfen. Die Story ist recht konventionell. Der Spieler ist der Polizist Sebastian Castellanos und alles beginnt in einer Nervenheilanstalt, Dort gilt es Morde zu untersuchen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Immer wieder schweift das Spiel komplett ab. Seien es abstruse Traumsequenzen oder eingebildete Situation des Hauptcharakters - in einer dritten Person-Sicht gilt es vor Zombies zu fliehen, sich vor brutalen Schlächtern zu verstecken oder gemeinen Fallen zu entgehen. "The Evil Within" ist ein echter Killer und das in mehrfacher Hinsicht. Das Game ist ein Zeitmörder, denn immer und immer wieder ertappt man sich dabei, dass man "nur noch bis zum nächsten Checkpoint" denkt. Das Spiel ist aber auch ein Nerventöter, denn Zusammenzucken und Erschrecken ist hier die Regeln. Wahnsinning, wie intensiv die Szenen sind. Was weniger gefällt, ist die Steuerung. Nicht immer ist es besonders elegant, wie man den Protagonisten lenken muss, vor allem in Sprintsequenzen sieht man oft nicht richitg, was vor einem liegt. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen, leider liegt nur auf der PC-Fassung auch die englische Sprachausgabe vor. Sowas wünsche ich mir eigentlich auch auf der Playstation. Die Grafik ist im übrigen nicht wirklich Next Gen, da geht noch viel mehr. Zudem bricht die Framerate ab und an ein. Was "The Evil Within" zudem nicht an die oben genannten Klassiker rankommen lässt, sind auch die sehr einfachen Rätsel. Das ist alles etwas dürftig. Immerhin: Die Atmosphäre stimmt.

 

Fazit: Dichter Survival-Horror vom Meister - aber kein Meilenstein

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Review: Stever - Idiot Savant

IDIOT SAVANT COVEREs ist modern, allerlei Zeugs durch Crowdfunding möglich zu machen. Auch die kanadische Musikerin Karen Stever hat diese Chance genutzt, um fernab von störenden Labels und Promomaschinen ihre neue CD zu finanzieren. Das Ziel war schnell erreicht und die Dame konnte loslegen.

Mit "Idiot Savant" liegt das spannende Projekt nun den RocknRoll-Reportern vor. "Idiot Savant" ist ein Konzeptalbum, welches in den 30er Jahren angesiedelt ist und handelt von einer musikalischen Inselbegabung.

Die Story soll ein Buch begleiten, an welchem Karen arbeitet. Musikalisch könnte man "Idiot Savant" in die Schublade progressiver Orchestral-Rock packen, wären da nicht immer wieder genau diese Strukturen aufbrechenden Songs mit Gypsy-Jazz-Piano ("Full Length Mirror") oder klassisch angehauchten Gitarrenpassagen ("Crushing Copper"). "Idiot Savant" ist ein enorm dichtes Werk, welches sich schwerlich auf einzelne Songs reduzieren lässt, weil die Gesamtheit der Musik die Schönheit des Projektes ausmacht.

Immer wieder blitzen Queen-eske Gesangsharmonien auf, laufen harte Gitarrenlinien von einem Ohr zum anderen, ohne den Kopf schnell wieder zu verlassen. Gesanglich ist Karen Stever überaus überzeugend, klingt immer wieder gern wie eine ausgeflipptere Version von Kate Bush.

Vor allem der Eröffnungstrack (um doch einmal auf einzelne Songs einzugehen) "Green" ist ein strahlender Diamant, der die Story zwar grandios eröffnet, damit aber das Problem schafft, dass sich alle anderen Lieder an diesem Übersong messen lassen müssen.

Mit "Juggernaut" und "Jacquerie" finden sich aber zwei Knaller von ähnlicher Qualität. Der Rest der CD ist allerdings ebenfalls hochklassig, manche Songs sind mir persönlich oft zu ähnlich aufgebaut, doch das ist ein Meckern auf hohen Niveau. Immer wieder werde ich an Dream Theaters Meisterwerk "Scenes from a memory" erinnert, weniger ob der musikalischen Ausrichtung - Stever ist in vielen Songs weniger heavy - als der spannenden Atmosphäre, die die Geschichte entfacht. Am Ende steht für Karen Stever über aller Musik immer die Aussage, dass man den inneren Spielplatz nie verlassen darf, immer ein Stück Kind bleiben muss, um sich nicht zu verlieren, um einzigartig zu bleiben.

 

Fazit: Faszinierendes Konzeptalbum einer hervorragenden Sängerin

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

Mehr zum Projekt gibt es HIER!

Review: F1 2014 (PS3)

71THfkhJGzL. SL1039 Die Geschichte der Formel 1-Rennsimulationen auf den diversen Plattformen ist lang, manchmal steinig. Seitdem 1996 "Grand Prix 2" von Spiele-Legende Geoff Crammond auf den Markt kam, mussten sich im Prinzip alle Games danach an diesem Meilenstein messen. Danach kam lange nichts vergleichbares. Ich kann mich erinnern, wie wir nächtelang an Setups geschraubt haben, um jede Millisekunde aus einer Strecke rauszuquetschen. Mehr Simulation ging nicht und das sucht auch heute noch seinesgleichen. Immer wieder gab es gescheiterte Versucher anderer Publisher, immer wieder aber auch echte Hits wie F1 Racing Simulation (Ubisoft) oder das grandiose auf der 1967er Saison basierende Grand Prix Legends von Papyrus Design. Bis 2010 gab es dann ein echtes Loch - die Spiele konnten nicht überzeugen. Dann kam Codemasters. Das F1 2010 war das erste richtig gute Rennspiel seit langer Zeit, die Firma erfuhr sich die Pole Position, die sie bis heute inne hat. Nun liegt un die PS3-Fassung von F1 2014 vor und die macht konsequent weiter, wo man 2013 aufgehört hat. Tolle Grafik, super Sound, Spieloptionen en masse, authentische Rennen und Boliden. Alle Regeländerungen sind eingepflegt, was allein schon ein Grund für ein "Update" auf 2014 ist. Auch einsam ist man im Cockpit nicht: Der 2-Spieler-Split-Screen oder das gut funktionierende Online-Modell machen mächtig Laune. Schön: man muss im Karrieremodus keine ganze Saison wählen, sondern kann auch eine verkürzte aussuchen. Nicht schön: Die Karriere endet nach fünf Jahren.

Das Potential wird dennoch nicht immer ausgeschöpft. So vermisse ich einen umfangreichen Classic-Modus. Den gab es ja bereits bei Codemasters in dieser Serie und ich vermisse den alten Nürburgring und die stylischen 70er Racer. Desweiteren frage ich mich, warum es keine Podiumsfeierlichkeiten mehr gibt. Auch wurde das Fahrverhalten mehr in Richtung Arcade geschubst, wohl, um Einsteigern das Handling zu erleichtern. Ein "Beinhart"-Modus wird jedoch von vielen F1-Fans absolut gewünscht. Alles in allem bekommt man aber eine mehr als solide F1-Simulation, die jedoch ihren Weg (noch) nicht auf die PS4 gefunden hat. Hier erwarte ich aufgrund der "Auszeit" (und der damit verbundenen längeren Entwicklungsmöglichkeit) für F1 2015 einen Quantensprung. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Fazit: Solide bis gutklassige F1-Simulation mit kleinen Schwächen

 

Picture

Eric Clapton: Planes, Trains and Eric

Eric-Clapton-Planes--Trains-And-Eric-Mid-And-Far-East-Tour-2014-Rock-Blu-rayEric Clapton is god - hieß es in den 70ern und ohne Zweifel ist der Brite der einflussreichste E-Blues-Gitarrist der letzten 40 Jahre. Die neue BluRay „Planes, Trains And Eric” hat eine schöne Idee fernab der üblichen Konzertmitschnitte zu bieten.

Dabei entstand das Ganze aus der Notsituation heraus, dass Clapton 2014 aufgrund seines Bandscheibenvorfalls  nur einige wenige Konzerte spielen wollte, größtenteils Konzerte die während der 2013er Tournee (Fotos vom Köln-Konzert 2013 gibt es HIER!) durch die Krankheit ausgefallen sind.

Während seiner Fernost-Tournee spielte er im Nippon Budōkan dazu seinen 200. Auftritts in Japan - auch das wird im Film thematisiert und Eric sagt: "I've been playing here for 40 years... before some of you were born. It's the best place I've ever played. Thank you for having me." 

Das Kamerateam folgt Eric Clapton und seiner Band während ihrer 2014er Welttournee durch Länder in Asien und im Mittleren Osten, hat 13 komplette Songs wie „Layla”, „Wonderful Tonight”, „Cocaine”, „Tears In Heaven”, „I Shot The Sherriff” oder „Crossroads” in Petto, immer wieder "unterbrochen" von Interviews mit dem Meister persönlich, aber auch mit seinen nicht minder illustren Mitmusikern (Bassgenie Nathan East z.B.).

Auch gibt es Soundcheck-Momente und Eindrücke vom Leben "on the road". Das Konzept geht auf, "Planes, Trains And Eric" ist ein munterer und überaus unterhaltsamer Musikspielfilm, der sowohl in Sachen Sound als auch in der Bildqualität keine Wünsche übrig lässt. 

 

Fazit: Toller Konzertfilm des einflussreichsten E-Bluesgitarristen der letzten 40 Jahre

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tracklist:

 

Tell The Truth
Pretending
Crossroads
Driftin'
I Shot the Sheriff
Little Queen of Spades
Layla
Wonderful Tonight
Key To the Highway
Before You Accuse Me
Tears in Heaven
Cocaine
Hoochie Coochie Man
High Time We Went, Abspann (Nur Audio)

 

Pro&Contra: Knights of Badassdom

 

knights-of-badassdom-poster article

Doc Rock gibt CONTRA!

 

Es hätte alles so schön werden können: mit der Horrorkomödie Knights of Badassdom hat Regisseur Joe Lynch einen wunderhübschen Ansatz zum Thema Live Action Roleplay (kurz LARP) in die Runde geworfen. Dass der Film nicht wirklich in den Kinos präsent war, sondern direkt auf Scheibe gebrannt wurde, muss nicht unbedingt ein schlechtes Vorzeichen sein, ist es aber meist. So auch hier: Was Joe Lynch aus einer wirklich tollen Idee und einer ebenso guten Darstellerriege (u.a. Game of Thrones-Star Peter Dinklage) macht, ist eine Schande. Die erste halbe Stunde des Films (der nur 89 Minuten lang ist) macht dabei durchaus Spaß, stellt es doch die etwas nerdigen Rollenspieler in den Mittelpunkt. Die sind aber nur der Rahmen für eine absolut langweilige Slasherorgie, die durch eine dünne Story und sehr sehr schlechte Special Effects einfach nur beschämend ist. Das Problem ist die "Idee", dass die Rollenspieler "echte" Magie entfachen und durch ein mysteriöses Buch (gähn) einen weiblichen Dämon heraufbeschwören. Eine nette Komödie rund um das Thema "LARP" hätte wirklich was gehabt, doch diese trashige Vermischung ist sinnlos, weil nicht unterhaltsam (und ich bin ein großer Fan von Trash-Streifen). Die kurze Verweildauer von Dinklage auf dem Bildschirm ist zudem echte Verschwendung. Auch werde ich den Gedanken nicht los, dass der Regisseur nicht verstanden hat, welches schauspielerische Potential hier vorhanden ist. Der Film ist unrealistisch und das ist natürlich gut so. Aber völlig hanebüchen ist dann doch, dass es vor Ort des LARP vor schönen Frauen nur so wimmelt. Da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken (lasst mir bitte meine Vorurteile!). 

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

Guybrush Threepwood sagt PRO!  

 

Zugegeben, die Vorfreude auf die LARP/Horror-Kömodie Knights of Badassdom war groß und wurde durch den Umstand dass die Teaser für den Film schon jahrelang durchs Internet geistern weiter angefacht. Die Produktion für den Streifen ist 2010 angelaufen und zwischendurch wurde es so still um den Film von Regisseur Joe Lynch, dass eine Fertigstellung des Projektes eher unwahrscheinlich erschien.. Die Zutaten für den Film könnten aus einem Rezeptbuch für LARPs und klassische (Trash) Horrorfilme stammen: Ein unzerstörbares, magisches Buch (aus dem Internet!), eine Gruppe (Sozial-)Versager, fiese Rowdies, ein echt penetranter Spielleiter und ein wirklich fieser Dämon. Als kleines Bonbon für Fantasyfans konnte man auch Game of Thrones-Star Peter Dinklage in den Film einbinden, leider kommt seine Rolle in dem Splatter-Spektakel allerdings viel zu kurz. Die Story ist erschreckend einfach: Eine Gruppe trotteliger LARPer beschwört versehentlich einen Succubus und  muss mit dem Problem nun irgendwie fertig werden, bevor der Succubus sich fröhlich durch die komplette Gruppe metzelt. Mit diesem Hintergrundwissen darf man sich also auf eine wunderbar trashige Komödie mit leichten Abstrichen freuen. Peter Dinklage als Zwergenkrieger Hung wird relativ schnell verheizt, was ziemlich schade ist und so manchen Fan enttäuschen wird. Einigen der Special Effects hätte ein größeres Budget gut getan und auch der LARP-Aspekt kommt bis auf die obligatorische Endschlacht, welche in einem Splatterfest endet, eher zu kurz. Auch herrscht bei KoB also eine gewisse Orientierungslosigkeit, ob es sich nun um einen absichtlich trashigen Streifen handelt, oder ob der Joe Lynch eigentlich einen A-Movie im Sinn hatte, aber nur ein B-Movie zustande gebracht hat. Lässt man sich trotz der Abstriche auf den Film ein erwartet einen ein teilweise zum Schreien komisches Spektakel, was unter anderem auch Jimmi Simpson in der großartig gespielten Rolle des penetranten Spielleiters Ronny zu verdanken ist. Nichtsdestotrotz erwartet einen ein kurzweiliger, unterhaltsamer Film der zwar deutlich Potential verschenkt,  aber dennoch das einige Herzen von Horrortrashfans schneller schlagen lassen wird.

 

Picture

 

 

 

PS4-Review: Alien Isolation

Alien-Isolation-boxartWir schreiben das Jahr 1979 und Ridley Scott dreht einen (wenn nicht den besten) Sci-Fi-Film aller Zeiten: "Alien - das unheimliche Wesen aus dem All" hat auch heute noch so eine schauderhafte Kraft, dass einem die Spucke wegbleibt. Immer und immer wieder versuchte sich die Spieleindustrie an diesem Stoff, immer und immer wieder kam Mäßiges oder gar Schrott  ("Aliens: Colonial Marines") dabei heraus. Nun macht "Alien - Isolation" vieles (nicht alles) deutlich besser und ist für Liebhaber der Filme (speziell des ersten) ein absolutes Muss.

Wir spielen die Tochter von Ripley und machen uns auf die Suche nach der ewig verschollenen Mutter. Der Clou: Alle Locations atmen den Flair des Originalfilms, inklusive hübschen 8-Bit-Computersystemen und einem Schiff, das der sagenumwobenen Nostromo sehr ähnlich ist. Sprich: Näher dran am Original, ohne dessen Geschichte erzählen zu wollen, geht es kaum. Alles, was die Vorlage so genial und beunruhigend gemacht hat, ist dabei: Der Motion-Sensor, der laut piepend die Anwesenheit einer Person (oder schlimmer: eines Alien) signalisiert, die Cryo-Kammern, der Flammenwerfer und - TUSCH - das schaurigste Wesen der Filmgeschichte: der Xenomorph. So jagt man durch die riesige Sevastopol-Station auf der Suche nach Hinweisen und bemerkt schnell, dass man selber der Gejagte ist.

Die Grundregeln sind einfach: Wer rennt ... verliert! Wer das Alien sieht und sich nicht leise verkrümmelt ... verliert. Anders als im Film gibt es keine Möglichkeit, das Wesen zu besiegen. Klingt frustrierend, macht aber den ganz besonderen Charme des Spiels aus. Ego-Shooter-Ballermänner werden verzweifeln. Dazu kommt: Das Alien ist nicht geskriptet, sprich es taucht immer mal woanders auf, vorgefertigte Szenen sind sehr selten.

Das Spiel ist der wahre Horror und nicht selten bemerkt man, wie man vor dem Fernseher selber den Atem anhält. Etwa, wenn man sich in einem Spind versteckt und der Xenomorph auf der Suche davor hertigert. Das Spiel ist gnadenlos und bockschwer, die Speicherpunkte rar gesäht, aber das macht es für mich zu einem echten Survival-Horror - im besten Sinne. "Alien - Isolation" ist nichts für Anfänger. 

Kommen wir zur Technik, denn die ist nicht ganz einwandfrei: Grafisch ist "Alien - Isolation" eher nicht Next-Gen-würdig, doch da ohnehin alles auf 80er Jahre getrimmt ist, stört das nicht so sehr. Ärgerlicher sind da schon die nicht lippensynchronen Dialoge und die eher mäßigen deutschen Sprecher. Auf der PS3 kommt es zudem zu einigen Rucklern. Schön ist, dass die Signaltöne des Motiontrackers am Controller-Lautsprecher erklingen. Nerven tut das Crafting-System, mit dem man etwa seine Medkits selber basteln muss, aber irgendwie passt das wie die Faust aufs Auge, denn dieses Game schenkt dem Spieler einfach rein gar nichts. In den Bonusmissionen kann man die Originalcrew der Nostromo "spielen", für Fans klasse, ansonsten bringen diese Extra-Spielchen keinen großen Mehrwert.

 

Fazit: Ein Muss für Alien-Fans und ein gandenlos, bockschweres Spiel ums Überleben.

 

Picture

Monty Python: Live (mostly)

Monty-Python-Monty-Python-Live-mostly-One-Down-Five-To-Go-Blu-rayDie Wiedervereinigung des Monty Python-Teams - zum ersten Mal seit 30 Jahren - war in diesem Jahr der erwartet humoristische Orgasmus. Bereits die ARTE-Übertragung hat mich aus den Schuhen kippen lassen, nun liegt das BluRay-Dokument der aller letzten Show vom 20. Juli im Kondoner "The Oz". Und, was soll ich sagen: Dieses Scheibchen, von denen jeder deutsche Spaßhampel sich einige Kilo abschneiden sollte, gehört in jede Sammlung.

"One down five to go" als Untertitel des Werks (in Anlehnung an den leider verstorbenen Graham Chapman) beweist bereits, mit welch schwarzem Humor die Briten weiter voranschreiten. 

John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin plus Carol Cleveland präsentiere viele ihrer klassischen Sketche sowie ihre beliebtesten Songs. Die Show beinhaltete zudem Filmausschnitte aus Monty Python’s Flying Circus, dazu Terry Gilliams legendäre Animationen, Tanzperformances eines zwanzigköpfigen Ensembles und ein fantastisches Orchester. Das Bonusmaterial beinhaltet unter anderem Höhepunkte der zehn Shows im Juli 2014 sowie Einblicke hinter den Kulissen der Reunion im November 2013. Die Bildquliatät ist sehr gut, der Ton macht ebenfalls etwas her. 160 Minuten Spaß sind garantiert. Das Ganze gibt es auch als Deluxe-DVD-Edition und ist untertitelt. 

 

Fazit: Wer diese Scheibe nicht hat, versteht keinen Spaß

 

Picture

PS4-Review: Driveclub

driveclDriveclub sollte DER Launchtitel der neuen Konsolengeneration bei Sony werden. Der Überknaller, dann wurde es verschoben. Nun liegt dem RocknRoll-Reporter endlich das "fertige" Produkt vor und nach drei Tagen ist der Eindruck recht desaströs. Ja, die Grafik ist gut, manchmal grandios. Das hängt stark an der Rennstrecke. Durch Norwegen zu heizen ist wirklich richtig geil. Das Auge fährt mit, leider sind nicht alle Orte so sehenswert, dennoch ist das "Outfit" des Spiels durchaus hübsch und erstaunlich detailliert.

Neben den Strecken passiert eine ganze Menge. So fliegen Ballons rum, Wildgänse verschwinden am Horizont, Papierschnipsel wehen durch die Luft - das macht Laune und erinnert an einen ganz alten Racer. "Bleifuß" (Screamer im Original) hat solche Gimmicks schon 1995 (!) auf den PC gezaubert. Bei Driveclub stehen sogar animierte Zuschauer an den Rändern der Strecken, leider sind diese strunzdumm und winken immer noch fröhlich, wenn man mit 200 km/h auf sie zu rast - anstatt weg zu springen. Doch das sind wirklich nur Nebenkriegsschauplätze. Die wirklich relevante Mängelliste ist derart überladen, dass Driveclub in dieser Form keinen RRR-Tüv-Stempel bekommt.

Beispiele? Da wären zum einen die fehlenden Replays. Ein Racer mit so einer tollen Grafik bietet mir nicht die Möglichkeit mein Rennen (oder Teile davon) erneut zu sehen? Schwach und indiskutabel. Noch schlimmer ist die K.I., denn die rast aggressiv von hinten in einen rein, wodurch nicht sie die Strafpunkte bekommt, sondern der Spieler. Aua...

Das Fahrverhalten der Autos divergiert leicht, je nach Modell. Insgesamt ist Driveclub aber nur ein solider Arcaderenner. Von Simulation keine Spur. Der Offlinemodus ist in sehr wenigen Stunden durchgespielt, dann müsste man Online weiter Spaß haben können. Müsste? Ja, denn in den letzten drei Tagen ist es nicht einmal gelungen eine Verbindung mit den Servern herzustellen (nicht einmal um 3 Uhr nachts) - das Netz ist voller Klagen darüber. Ein Online-Racer ohne Onlinefunktion, der Super-GAU. Klar, dass kann noch nachgeliefert werden, bisher ist das Spiel jedoch vor allem deshalb keinen Cent wert. Und es gibt zahlreiche weitere Problem: So werden derzeit keine Lenkräder von Logitech unterstützt und und und.

Wenige Minuten Spaß kann man mit Driveclub durchaus haben, wenn man den Arcade-Aspekt verschmerzen kann, doch als Ex-Launchtitel ist das einfach viel zu wenig.

 

Fazit: Im derzeitigen Zustand sollten PS4-Piloten besser die Finger vom Lenkrad lassen

 

Picture

 

PS4-Review: NHL 15

nhlManchmal muss man sich fragen, was in Softwarefirmen so vorgeht. Da ist die NHL-Reihe von EA Sports wirklich seit Jahren ein absolutes Qualitätsprodukt und dann bringt die Company in diesem Herbst mit NHL 15 ein im Gameplay immer noch überragendes Spiel heraus, bei dem aber mehr als die Hälfte der Features des Vorjahres fehlt. Klingt komisch, ist aber so: Einfach nur ein Play-Off spielen? Nicht mehr möglich. Eigene Ligen erstellen? Fehlanzeige. Erst einmal in Ruhe auf dem Eis trainieren? Gestrichen! Eine Karriere kann man auch nicht mehr in einer Minor League. Immerhin wurde der Play-Off-Modus jetzt per Patch nachgeliefert, weitere Dinge sollen kommen. Ganz klar: NHL ist nicht fertig geworden zum Release. Das ist peinlich und eine enorme Schande, denn ist man einmal auf dem Eis, ist alles bestens und gewohnt grandios: Stimmung, Gameplay, Atmosphäre - eine glatte 1.

Dass man ohne einen Ligamodus (NHL kann man natürlich spielen) aber ein deutsches Team etwa ausschließlich bei einem Freundschaftsmatch benutzen kann, ist sehr schwach.

Gestrichen wurde auch das Winterclassic unter freiem Himmel und die 3-Star-Bewertungen nach einer Partie (die jetzt mit dem Patch aber wieder hinzukamen).

 

Fazit: Jetzt noch ein Offenbarungseid - wenn die fehlenden Features gepatcht sind, ist NHL ein 5-Punkte-Spiel 

 

Picture

PS4-Review: Fifa15

91FqGmqIdkL. SL1500 Das ewige Duell der Fußball-Simulatoren Fifa von Ea Sports und Pro Evolution Soccer von Konami fällt in diesem Jahr zumindest zum Start der Bundesliga-Saison aus. Konami hat es nicht geschafft, sein Next-Gen-Debüt in die Läden zu bekommen und so muss ein Vergleich mit Fifa 15 bis zum 11.11. (kein Scherz) warten. Fast zwei Monate hat EA Sports dadurch die Chance bekommen, Käufer zu generieren, die eigentlich PESler sind, aber keine Lust haben bis zum Release Hockey zu spielen.

Was bietet Fifa 15? Erneut ist die Präsentation ausgezeichnet. Die Premier League ist durch einen Exklusivvertrag komplett "rund" - Fangesänge, alle Stadien sind vorhanden (bei den ebenfalls lizensierten Bundesligaclubs sind beispielsweise nur wenige Originalspielstätten im Paket) - das macht mächtig Spaß. Hübsch: Die Rasenflächen werden durch Grätschen in Mitleidenschaft gezogen. Weniger toll: der Ballphysik ist eine Furche im Rasen egal, es hat keine Auswirkung aufs Rollverhalten der Kugel. Schade.

Entscheidend ist natürlich auf dem Platz und hier geht EA Sports den Weg von Fifa 14 weiter, welches das erste wirkliche Produkt der Softwareschmiede war, welches an PES-Thron kratzen konnte in Sachen Realismus und Simulationsgehalt. Schaltet man alle Spielhilfen ab, ist die Freiheit am Ball fast grenzenlos. Die Animationen wurden verbessert, wodurch Ballan- und Mitnahmen leichter geworden sind, das Zweikampfverhalten wurde hingegen erschwert, so dass der Fokus eindeutig auf einem fröhlichen Offensivspiel liegt. Neu hinzugekommen sind zwei taktische Einstellungen. Die "totale Offensive" packt die Brechstange aus und rangiert noch hinter "sehr offensiv", lässt aber dadurch natürlich Konter entstehen. Auf der anderen Seite gibt es den "Abwehrriegel". Insgesamt ist bei der 15er Version die Taktikeinstellung leicht aufgebohrt worden, so dass man den Spielern nun noch mehr individuelle Anweisungen geben kann. Wie bei Konami vor einigen Jahren eingeführt, kann man nun auch einen Spieler bei Standards anwählen. Doch EA Sports hat auch einige schlimme Patzer begangen:

Die Torhüter halten mit den Standardwerten (50) ALLES! Oder lassen sich einfachste Kullerbälle reinlegen. "Tweakt" man den Wert auf 25/30 herunter wird es realistischer. Die Art einer Verletzung sieht man nur noch im Turniermodus (den es zum Glück wieder gibt), im Freundschaftsspiel wird geschwiegen, was der Kicker hat (in Fifa 14 war es nicht so). Die Spielanlage von Fifa verführt dazu ausschließlich durch die Mitte zu kommen, was etwas monoton ist auf Dauer. Was ich noch ärgert? Wieso kann ich einstellen, dass Handspiel geahndet wird, wenn es defakto aus dem Spiel genommen wurde? In mehr als 50 Spielen ist nicht einmal ein Handspiel gepfiffen worden, in Fifa 14 gab es das immer wieder einmal. Das das sogenannte Momentum (die K.I. dreht Spiele kurz vor Schluss) aus Fifa 13 zurück ist, kann ich aber nicht bestätigen, obwohl es viele Berichte darüber gibt. 

Unterm Strich steht ein Lizenzmonster mit vielen vielen geilen Ideen, einigen Bugs und erneut zu reißbrettmäßigem Spielverlauf. Das Problem wird beim Vergleich mit PES auch in diesem Jahr wieder sein, dass beide Spiele ihre Momente haben und zusammen das perfekte Fußball-Game sein würden. 

 

Fazit: Gut, aber nicht perfekt - was wird Konami da entgegensetzen?

 

Picture

 

PS4-Review: Destiny

destinyDer Hype war enorm: Destiny sollte die eierlegende Wollmilchsau für die Next-Gen-Konsolen werden. Epische Story, tolle Kämpfe, eine Art World of Warcraft im Outer Space. Die Demo ernüchterte schon ein wenig und das vorliegende komplette Spiel macht genau da weiter. Fangen wir mit der Charakterwahl an - oder besser vergessen wir die verschiedenen Spezies einfach, denn im Gameplay unterscheiden sie sich fast gar nicht. Grafisch sieht alles sehr hübsch aus, ist man aber einmal auf einem Planeten gelandet, fehlen Details und die Steppe lädt zum Gähnen ein. Das Gameplay läuft weitestgehend immer gleich ab: Man landet auf einem Planeten und schlägt sich durch offene Weite oder schlauchartige Gänge. Immer wieder warten sehr starke Gegner auf einen. Allerdings ist die K.I. stark und gleichzeitig strunzdumm. 

Die fehlende Intelligenz machen die Kämpfer durch starke Waffen wett, sehr unschön. Ebenfalls indiskutabel: Ab einem bestimmten Abstand schießt die K.I. einfach nicht mehr zurück oder sucht nach dem Spieler. Sie vergessen einfach, dass es da gerade einen Angriff gab. Zudem erfolgt der Respawn der Gegner immer an der gleichen Stelle - wie 1993 in Doom. Open World ist hier auch nur ein Schlagwort. So richtig darf man den Pfad der Mission nicht verlassen.

Sehr knackig sind die Endgegner. Doch auch diese sind nach dem immer gleichen Muster zu besiegen: Schießen - Deckung einnehmen - Schießen etc pp. Auch der Mulitplayer-Part (und Destiny ist ja eigentlich ein Spiel fürs gemeinsame Onlinezocken) überzeugt wenig, macht aber mehr Spaß als die schwache und viel zu kurze Solomission. Immerhin ist Destiny ein solider Shooter, der einige wenige Stunden gefallen kann. Mehr nicht! 

 

Fazit: Großer Hype, wenig dahinter

 

Picture

 

Review: Die Sims 4

sims4Nach gut fünf Jahren hat EA den Nachfolger der Sims 3 auf den Markt gebracht. Eingefleischte Fans stürzen sich selbstredend auf alles Neue aus dem EA-Haushalt, wenn es mit Sims zu tun hat und das tun wir natürlich ebenfalls. Gelockt wird mit klügeren Sims, echten Emotionen, verrückten Storys. Na dann mal schauen was das neue Spiel uns bringt! Aktiviert wird das Spiel über die Online Plattform Origin, einmal installiert läuft es aber dann auch offline.

Gestartet wird mit dem Erstellen eines neuen Sims oder einer ganzen Sims Familie, ganz nach Belieben. Eine Neuigkeit erwartet uns direkt hier: die Sims kennen jetzt auch Genetik! Ein Kind sieht seinen Eltern nun ähnlich, so wird es direkt etwas realistischer. Wer möchte kann sämtliche Details seines Sims manuell einstellen, von der Krümmung der Augenbrauen angefangen bis zur Breite des Brustkorbes. Sehr schön! Nette Spielerei ist auch, dass man die Gangart des Sims einstellen kann. Wir Sims-Fans stehen auf so was! Jetzt aber los, endlich spielen.

Uns stehen zwei Städte zur Auswahl. Wir können entscheiden, ob wir im grünen Willow Creak oder lieber im sandigen Oasis Springs unser Lager aufschlagen möchten. Besuchen können wir während des Spiels beide Orte. Dieses geschieht über die Reise-Option. Über eine kurze Ladesequenz gelangen wir dann an unser Wunschziel. Laden muss das Spiel leider auch, wenn wir nur unsere Nachbarn besuchen wollen. Zwar können wir in unserem Block die Straße auf und ab flanieren und so auch mit den vielen Sims, die dort entlang schlendern, in Kontakt treten, wenn wir aber ein Häuschen besuchen wollen muss erst (kurz) geladen werden. Was ist denn jetzt aber mit den hochgelobten Emotionen? Die sind da und sie sind nicht wenig.

Je nach Merkmalen unseres Sims können ihn diverse Sachen völlig aus der Fassung bringen oder ihn sehr gütlich stimmen. Gut erkennbar ist dies an der sehr aussagekräftigen Gestik und Mimik unseres Sims aber auch an dem kleinen Sims-Icon im unteren Rand. Schön ist, dass unsere Sims nun multitaskingfähig sind. Ja, sogar die Männer können das! Endlich kann der Sim während des Essens auch telefonieren, das reale Leben rückt näher! Praktisch kann das beim Anbändeln mit einem ausgewählten Sims sein. So kann ein Date erfolgreicher verlaufen, weil die Teilnehmer ihren Bedürfnissen nachgehen aber weiterhin mit dem potentiellen Liebesobjekt interagieren können. Leider fehlen ein paar Features, die uns durch Sims 3 sehr vertraut waren. Einige kann man verschmerzen, aber ein paar sind doch erheblich! Wie konnte z.B. auf eine Spülmaschine verzichtet werden? Ok, vielleicht nicht der dramatischste Einschnitt, aber wir saßen doch kopfschüttelnd vor dem Monitor. Gravierender ist die Änderung, dass eine komplette Altersstufe entfallen ist. Dass unsere Babies nun einfach in der Wiege liegen und dort auch bleiben ist schlecht, dass dann aber die nächste Stufe, das Kleinkindalter (das ja für die weitere Entwicklung so prägend ist) komplett entfällt und die Kids direkt eingeschult werden, ist ein No-Go. Auch im Baumodus fehlen ein paar hübsche Details. Unsere Sims 3 sind ja gerne nach einem stressigen Arbeitstag in den hauseigenen Pool gesprungen, um ein paar Runden zu entspannen. In Sims 4 leider nicht mehr möglich, da es keinen Pool-Tool gibt. Auch können wir uns nicht mehr in den Keller zurückziehen, den können wir nämlich auch nicht bauen. Ärgerlich ärgerlich... Wie stehts denn generell mit dem Baumodus? Der ist toll! Wir haben jetzt auch die Möglichkeiten komplette Zimmer anzubauen oder wie gewohnt alles selber zu machen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und so macht das Bauen Spaß.

Und wie ist nun unser Fazit? Sims 4 macht Spaß zu spielen, noch viel mehr, wenn man den Vorgänger ausblendet. Es gibt ein paar Dinge, die uns stören und die schade sind. Das regelmäßige Ärgernis bei den Sims-Nachfolgern ist ja, dass der Vorgänger dann ab sofort hinfällig wird. Wenn der Nachfolger entsprechend reizvoll ist, vergisst man den aber sehr schnell. Ob uns das bei Sims 4 auch gelingt wird die Zeit und vermutlich die nachfolgenden Updates und Addons zeigen. Für Sims-Fans trotzdem natürlich ein Muss mit der verbundenden Hoffnung, dass der endgültige Kick noch kommt.

 

Fazit: Viel Licht aber auch enige ziemlich dunkle Schatten 

 

j3-5von6