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Montag Juni 25, 2018
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Review: Jen Majura

0889211583782Jen Majura ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Musiker: Die Dame sieht scharf aus (Fotos), singt überragend (u.a. Backings bei Rage), spielt virtuos Gitarre (z.B. bei Knorkator) und zupft nen flotten Bass (bei Equilibrium). Mit ihrer einfach "Jen Majura" betitelten Solo-CD beweist sie darüber hinaus, dass auch in Sachen Songwriting alles im grünen Bereich ist. Zwischen funkigen Rhythmusparts ("And then you call", "You kill my appetite"), die oft irgendwo zwischen T.M. Stevens und Stevie Salas anzusiedeln sind, und auf die Zwölf-Licks ("Live in Hell") hat Jen das Gespür für Hooklines und schöne Refrains ("Expect the unexpected") und außerordentlich geschmackvolle Solo-Arbeit an der Sechssaitigen. Gerade die Soli schaffen den Spagat zwischen Technikfrickelei und singenden Melodien immer wieder, eine mittlerweile äußerst seltene Kunstform. 

Gegeizt wird auf "Jen Majura" auch nicht mit Gastbeiträgen. So hören wir Knorkators Stumpen, genießen 21 Octayne-Klampfer Marco Wriedt genauso wie Refuge's Manni Schmidt auf den zwölf Tracks, die man vielleicht als modern angefunkten Classicrock bezeichnen könnte. Zum Ende der Scheibe zündet nicht mehr jeder Track so prima wie in den Anfangsrillen und mit "Hide from the World" ist dann auch ein kleinerer Ausfall unter den zwölf Songs, die allesamt aus Jens eigener Feder stammen. Wenn Jen aber "I'm a long live life for Rock'n'Roll, I'm a hard rock girl with a rocking goal" singt, spürt man die Leidenschaft und Kraft, die sie in ihre Solo-CD gesetzt hat, nur zu deutlich. 

 

Fazit: Klasse Solo-Scheibe eines exzellenten Hard Rock Girls

 

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ACHTUNG: Die RocknRoll-Reporter
verlosen 3x "Jen Majura" (die CD, nicht die Dame!). 

 

Wer gewinnen will, schreibt bis Sonntag, 26. Juli 2015, eine Email mit der Betreffzeile "JEN!!"

Unsere Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hinweis: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam geschützt. Wir benötigen Eure komplette Adresse und, ganz wichtig, ein bis zwei nette Sätze, warum Ihr den Preis gewinnen wollt. Dieser Zusatz ist Bedingung für die Teilnahme. Mehrfach-Einsendungen und Einsendungen von Gewinnspiel-Robotern werden sofort ausgeschlossen. Unter allen richtigen Einsendungen werden die Preise ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Wer kein Glück hat, kauft sich das schöne Teil einfach und zwar HIER!

Verlosung: Jen Majura

0889211583782Jen Majura ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Musiker: Die Dame sieht scharf aus (Fotos), singt überragend (u.a. Backings bei Rage), spielt virtuos Gitarre (z.B. bei Knorkator) und zupft nen flotten Bass (bei Equilibrium). Mit ihrer einfach "Jen Majura" betitelten Solo-CD beweist sie darüber hinaus, dass auch in Sachen Songwriting alles im grünen Bereich ist. Zum Review der CD geht es HIER!

 

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Review: Batman - Arkham Knight

81KIk40R9sL. SL1500 Batrman: Arkham Knight ist bis zum heutigen Zeitpunkt das beste Argument für Konsolen und gegen den PC als Spielekiste. Während die PC-Version derzeit sogar aus dem Handel genommen werden musste aufgrund der Unspielbarkeit der Fassung, läuft der dunkle Ritter auf der PS4 wie geschmiert. "Works like a charm" sagen die Engländer und zauberhaft ist das Finale der Batman-Saga in der Tat. Im explosiven Endspiel der Arkham-Serie stellt sich Batman der ultimativen Bedrohung Gothams.

Denn Scarecrow kehrt mit einer beeindruckenden Bande an Superschurken zurück, unter anderem dem Pinguin, Two-Face und Harley Quinn, um den Dunklen Ritter endgültig zu vernichten. Während die Grafik gegenüber den Vorgängern naturgemäß für die neue Konsolengeneration aufgebohrt wurde und richtig begeistern kann (seht Euch mal die Regentropfen an, die auf Batsys Cape fallen), wurde an der Spielmechanik so gut wie nichts verändert. Und das ist gut so, denn die ist richtig ausgereift.

Lediglich die Batarang-Fernsteuerung ist sehr speziell. Veteranen können aber sofort einsteigen .Etwas richtig Neues gibt es aber dennoch: Batman: Arkham Knight präsentiert Rocksteadys eigene Variante des Batmobils, welches erstmalig im Franchise auch gefahren werden kann (und entgegen vieler Meinungen im Netz wirklich sehr gut zu steuern ist). Viele Strecken legt man deshalb nun im "Auto" (mehr ein Panzer) zurück, was durch die enorme Größe Gothams eher ein Segen als ein Fluch ist.

Apropos Gotham: Unglaublich liebevoll gestaltet ist fast jede Straßenecke der dunklen Stadt, so dass man auch ohne die Story überhaupt spielen zu "müssen", stundenlang durch die Gassen "schlendern" kann.

Über die Story werde ich hier nichts weiter verraten - nur so viel: Der Joker ist ein steter Weggefährte von Batsy, der natürlich wieder mit der Original-Synchrostimme aus den Filmen, dem famosen David Nathan, ausgestattet ist. Insgesamt ist die deutsche Lokalisation top und setzt diesem Spiel die Krone auf.

 

Fazit: Würdiger Abschluss der Arkham-Saga

 

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Review: Lego Jurassic World

91R6iqrrPpL. SL1500 Ich gebe es zu: Ich war von den Lego-Spielen bisher immer fasziniert - genau 15 Minuten lang. Dann habe ich fast alle Spiele nicht mehr angerührt. Der erste Witz des Bauens und der lustigen Zwischensequenzen war stets schnell verflogen. Bei Lego Jurassic World liegt der Fall auf einmal aber ganz anders. Wo ich diese Zeilen in Stein meißele, habe ich bereits zwei der vier Filme durchgespielt und bin wirklich begeistert von dem Game. Das liegt einerseits natürlich an den Filmen (wobei 1 spitze, 2 und 3 mäßig waren und 4 noch beäugt werden müsste), andererseits aber auch an der dichteren Atmosphäre und den gestiegenen Spielideen. So kann man zum Beispiel endlich die Fahrzeuge wirklich steuern und muss nicht nur auf einen Knopf drücken. 

Mit den epischen Geschichten von Jurassic Park, Vergessene Welt: Jurassic Park und Jurassic Park III sowie dem aktuellen Blockbuster Jurassic World ist dieses Lego-Game schon ziemlich cool. Das in der LEGO-Form neu erschaffene und mit tollem Humor erzählte Abenteuer lässt unvergessliche Szenen und Actionsequenzen der Filme auferstehen, führt die Fans spielerisch durch viele Schlüsselmomente und gibt die Gelegenheit, die weitläufigen Gegenden von Isla Nublar und Isla Sorna zu erkunden.

Dazu gibt es die echten Synchronsprecher und die Möglichkeit, die Dinos selber zu steuern (etwa um Barrieren zu durchstoßen). Unkomplizierte Action und endlich wieder mehr Humor (Batman war wirklich deutlich zu lahmarschig und unlustig) machen Lego Jurassic Park zum echten Fun-Knüller auf der PS4. Was stört? Die Zwischensequenzen sind sehr lang und nicht immer abzubrechen. Dazu kommen einige Unzulänglichkeiten in der Steuerung, die oftmals problematisch ist, wenn es um knifflige Balanceakte etwa geht. 

 

Fazit: Das bisher beste Lego-Spiel

 

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Review: Night Flight Orchestra - Skyline Whispers

Night-Flight-Orchestra--Skyline-Whispers-01-300x300Night Flight Orchestra ist die Classic-Rock Band von Björn Strid (Soilwork) und Sharlee D' Angelo (Arch Enemy). Nach dem superben Debüt schneiden sich die Nachtschwärmer mit "Skyline Whispers" einen Nachfolger aus den Rippen, der der ersten Scheibe nur in wenigen Aspekten nachsteht und eine der besten Platten des Jahres 2015 sein wird. Verrückt ist es natürlich völlig, dass man mit dieser Art der Musik in diesem Jahrzehnt überhaupt Erfolg haben kann. 

Denn Night Flight Orchestra klingen wie Ende der 70er, Anfang der 80er gute (moderate) Rockmusik geklungen hat und Strid hat das Rezept des Classic Rock derartig zu seiner Leibspeise verkocht, dass es eine wahre Wonne ist. Mit "Sail on" setzen die Schweden einen beeindruckenden Kurs gleich zu Beginn. Hooklines, Instrumentierung, Dynamik - das Night Flight Orchestra wäre in einer perfekten Welt Headliner eines jeden Rockfestivals (und würden dafür sorgen, dass Soilwork das Nebenprojekt von Björn Strid wäre und nicht anders herum).

Um die Musik des "Orchesters" zu verstehen, muss man nicht den echten Classic Rock zu seiner Hochzeit live erlebt haben, helfen kann das aber ungemein. Besonders angenehm: Während sich das Gros der in der Classic Rock-Welle involvierten Bands auf Urväter wie Led Zeppelin beruft, haben Strid und Co deutlich feinere Züge als Referenzen vorzuweisen.

Ein wenig Kansas, etwas REO Speedwagon oder auch mal einen Hauch Journey - die Reise, die auf "Skyline Whispers" perfekt fortgesetzt wird, führt weg von den komplett ausgetretenen Pfaden des Retro-Booms.

Mit "Living fot the Nighttime", "Lade Jade" (umwerfender Refrain), dem mitreißenden "Demon Princess" oder "All the Ladies" zeigen Night Flight Orchestra, was sie am besten können: eine Zeit der Musik zelebrieren, die nach Vinyl riecht, die nach unbeschwerten nächtlichen Autofahrten auf leeren sommerlichen Highways schreit. Ab und an wird es experimenteller als auf dem Debüt, etwa bei "The Heather Reports" oder "Spanish Ghosts", was "Skyline Whispers" sperriger als den Erstschlag macht. Schnell öffnet sich aber auch diese Schatztruhe wie von selbst und lässt besagte Songs wie Diamanten im Sonnenlicht funkeln. Was stinkt? "Stiletto" ist zu cheesy, mehr Mitt-80er als alles andere. Dazu erscheint mir das Instrumental "Owaranai Palisades" überflüssig, doch das ist Meckern auf ganz hohem Niveau.

 

Fazit: Mitreißende Fortsetzung des Nachtflugs in die 70er

 

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Die Tracklist: 

01. Sail On
02. Living For The Nighttime
03. Stiletto
04. Owaranai Palisades
05. Lady Jade
06. I Ain’t Old, I Ain’t Young
07. All the Ladies
08. Spanish Ghosts
09. Demon Princess
10. Skyline Whispers
11. Roads Less Traveled
12. The Heather Reports
13. Floridian Eyes (exclusive digipak bonus track)

 

 

Review: Slash Live at the Roxy

slashroxyGitarren-Pudel Slash hat mit seinem Partner in Crime, Myles Kennedy (Alter Bridge), bereits eine ganze Reihe an Live-Auftritten auf den Markt geworfen. Mit "Live at the Roxy" schafft es der Ex-Guns 'n' Roses-Klampfer aber einmal mehr einen beeindruckenden Rundling in die DVD/BluRay-Player der Musikfans zu katapultieren. Am 25. September 2014, direkt nach der Veröffentlichung des Albums „World On Fire” (Review HIER), betrat Slash zusammen mit Myles Kennedy & The Conspirators die Bühne des legendären Roxy Theatre am Sunset Strip in West Hollywood.

Hier wurde mehr als einmal Rockgeschichte geschrieben. 1973 eröffnete der Rock-Club am Sunset Stri. Bob Marley, David Bowie, Elton John, Whitney Houston, Aretha Franklin, Bette Midler, Prince, Stevie Wonder, Michel Polnareff, Frank Zappa und viele andere begeisterten in dem relativ kleinen Club ihre Fans, Springsteen startete gar seine Karriere dort. Die Enge des Ladens ist ein wesentlicher Punkt dafür, warum dieses Live-Dokument so gelungen ist.

Slash und Myles feuern eine Salve nach der anderen in die schwitzende Meute, der Schweiß trieft selbst vor der Glotze, so intensiv ist die Show, das Erlebnis im Roxy. Näher ran - ohne hinzufahren - kommt man wohl erst einmal nicht. „Back From Cali”, „World On Fire”, „Sweet Child O’ Mine”, „Anastasia”, „Paradise City”, „Slither” oder „Nightrain” - Slash haut alles raus, was er hat und Myles lässt Axl Rose bei den Gunners-Klassikern mehr als alt aussehen. Das Bonusmaterial umfasst zusätzlich vier Tracks („Stone Blind”, „You’re Crazy”, „Wicked Stone” und „30 Years To Life”). Interview und etwas Hintergrund zum Roxy wären aber noch toll gewesen. 

 

Fazit: Intimes Konzerterlebnis der Extraklasse

 

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Review: Project Cars (Xbox)

81MM1Zp1W0L. SL1500 Was lange währt und so... Project Cars wurde immer und immer wieder verschoben, dabei sollte das Game doch der heilige Gral der Rennsimulationen auf der Konsole werden. Nun ist es dann aber endlich doch soweit und der Racer kommt aus der Garage. Aber ist der Hype, der im Vorfeld veranstaltet wurde, gerechtfertigt? Bei Driveclub war schließlich auch viel Lärm um fast nix. Konsolenpiloten lechzen schon seit langem nach einer echter Simulation. Games wie Driveclub oder Need for Speed waren aber eher Arcadeflitzer mit schöner Grafik. Project Cars ist da anders.

Ob Formel 1-Bolide oder alter Mercedes aus den 70ern - jedes Auto fährt sich komplett anders, manche besser, manche schlechter. Während man mit dem F1-Renner oftmals die erste Kurve nicht übersteht, fahren sich andere Autos gemütlicher. Dabei ist PC NICHT die beinharte Simulation geworden, sondern eher ein Mittelding aus Spaßbeetle und Simulationscorvette. Das aber ist eine sehr gute Mixtur und ein gelungener Mittelweg. Toll: Alle Strecken und Autos sind von Beginn an freigeschaltet, man muss nicht irgendwelche unsinnigen Rennen gewinnen, nur um die alte Nordschleife des Nürburgrings fahren zu dürfen. Grafisch ist das Game überragend. Am Liebsten würde man nur bei Regen fahren, so fantastisch sieht das aus jeder Perspektive aus. Leider sind dann viele Autos bockschwer zu handhaben. Die Einstellungsoptionen überfordern zu Beginn den Spieler etwas. Beißt man sich aber etwas in die leider sehr drögen Menüs, findet man schnell "seine" Einstellung.

Jede Kamera ist individuell anpassbar, die Fahrhilfen können ebenfalls ausführlich konfiguriert werden, dazu kommt endlich mal wieder sensibles Auto-Setup-Gefummel. Wenn man etwa die Traktionskontrolle hochschrauben muss, weil ein schlimmer Platzregen das Rennen beherrscht und dann deshalb gut zurecht kommt, ist das schon ein emotionaler Höhepunkt. Oder dem Untersteuern des Wagen mit der Veränderung des Bremsdrucks zuvor kommt...

Jetzt zum Wetter: Es gibt einmal ALLES: Nebel, starker Nebel, leichter Regen, starker Regen, Gewitter, Sturm, Sturm mit Regen - dazu kann man sich auch für jedes Rennen seine eigenen Konditionen basteln. So kann es im ersten Drittel regnen, dann abtrocknen und diesig werden. Der Sound ist fett, die Karriere stimmig, wenn auch etwas spröde. Nicht alles ist super: So fehlen Boxencrews (sollen per Patch kommen) und auch das Online-Matchmaking ist sperrig. Das Schadensmodell ist selbst auf "voll" immer noch recht gutmütig und die Wagen halten (zu) viel aus. Ansonsten würde ich mir eine Analyse nach einem Rennen wünschen. Wo habe ich die Bremsen zu sehr gequält, wo Kurven verpatzt? Das alles ist aber ein Jammern auf allerhöchstem Niveau, denn Project Cars ist der neue Champion unter den Rennspielen der neuen Generation.

 

Fazit: Project Cars springt direkt aufs Siegertreppchen

 

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Review: Bloodborne (PS4)

81S5V49zZFL. SL1500 Bloodborne liegt gerade eine Minute in der bereits vor Vorfreude feucht sabbernden Playstation, da stirbt der Spieler bereits den ersten Tod. Es ist der erste von sicher mehreren Hunderten. Bloodborne ist ein Alptraum, Bloodborne ist der pure Frust, Bloodborne ist nichts für Hobbyspieler, Bloodborne ist einseitig und eintönig, Bloodborne ist fabulös und vielschichtig, Bloodborne ist DIE langerwartete Killerapplikation auf der Playstation 4. Wer die Dark Souls-Spiele von "from software" kennt, weiß, was einen erwartet: Das schwerstmögliche Spiel auf dem Markt, das frustrierendste Gamererlebnis überhaupt, aber - und das ist dann wirklich lohnenswert: die größtmögliche Befriedigung, wenn man den Stunden zuvor noch für unbesiegbar gehaltenen Boss zur Strecke gebracht hat. Dass der Schwierigkeitsgrad nicht anpassbar ist, passt wie die Faust aufs Auge. Das hier ist Hardcore!

 

Die Story ist mysteriös wie wirr gleichermaßen: Ich bin ein Reisender in einer verfluchten Stadt (Yharnam). Es ist ein gottverlassener Ort, der von einer schrecklichen, alles verzehrenden Seuche heimgesucht wurde, voller grauenhafter Kreaturen wie Ghouls, Zombiehunde, Riesen, Jäger und Todesraben. 

Wer es gewohnt ist im Duke Nukem-Stil draufloszupoltern, wird bei Bloodborne chancenlos sein. Es gilt die Angriffsmuster der Gegner zu verstehen, doch bevor man eine Chance hat, muss man seinen Charakter immer und immer wieder hochleveln, die Waffen verstärken, damit man zu einer der wenigen Speicherpunkte gelangen kann. Das Muster ist wie folgt: Jeder erlegte Gegner bringt sogenannte Blutechos, hat man davon genug, kann man sie zum Leveln benutzen oder notwendige Goodies wie Molotow-Cocktails oder heilende Blutphiolen erstehen. Das Tückische: Stirbt man, sind alle bis dato erlangten Blutechos verloren. Erst, wenn man in den Traum des Jägers, eine Art sicherer Hafen für den Spieler, eingekehrt ist, sind die Echos anwendbar. Geht man dann zurück in die gruselige Welt von Bloodborne stehen alle (!) Gegner wieder an den gleichen Stellen wie zuvor. Auch, wenn man sie vorher schon erledigt hatte. Das klingt ziemlich langweilig und in der Tat ist dies der einzige Kritikpunkt, den ich habe. Warum hätte man nicht eine Zufallsroutine erstellen können, die die Gegner zumindest neu platziert (im Wissen, dass das Spiel dann natürlich noch schwerer geworden wäre)? 

Bloodborne ist unerbittlich, es ist grausam, es frisst Stunden wie Homer Simpson Donuts und ist eindeutig nicht jedermanns Sache, doch in vielen Belangen das bisher beste Spiel, welches für die PS4 komponiert wurde.

Die Grafik ist absolut grandios, brutzelnde Feuer, dichte Nebelschwaden, dazu eine komplett zerstörte gotische Stadt und schaurig aussehende Gegner (bis auf die lustigen Ghouls mit ihren Bettlaken auf dem Kopf), was hier geboten wird, ist bislang einzigartig auf dieser Konsole. Unten gibt es ein Mini-Video zur Grafik.

Dazu kommt eine beeindruckende Soundkulisse. Wenn plötzlich die Turmuhr schlägt, während man durch die Gassen schleicht, ist der Herzkasper nicht sehr weit entfernt. Die Steuerung ist solide und geht recht schnell in Fleisch und Blut über. 

 

Fazit: Bloodborne ist unerbittlich und grausam, es frisst Stunden wie Homer Simpson Donuts. Es ist frustrierend brillant.

 

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Review: Architects of Chaoz - The League of Shadows

1596275 01Paul Di' Anno war unzweifelhaft ein wichtiges Rädchen im Iron Maiden-Getriebe, sang er doch die ersten beiden Scheiben ein, bevor er durch den deutlich charismatischeren und technisch brillanten Bruce Dickinson ersetzt wurde. Der Rest ist Geschichte. Pauls Geschichte seitdem ist schnell erzählt: Nach einigen Versuchen, auf eigenen musikalischen Beinen zu stehen, hat er sich mehr und mehr auf die Vergangenheit gestürzt und seit Jahrzehnten vornehmlich die alten Maiden-Klassiker aufgeführt und immer und immer wieder aufgenommen. Live hat der Gute immer noch eine solide Fanbasis, wobei seine gesanglichen Leistungen zwischen katastrophal und recht ordentlich rangierten. Nun kommt etwas überraschend ein echtes Lebenszeichen von Di' Anno, eines, das beweist, wie relevant er noch sein kann, wenn er denn die richtigen Leute um sich schart und die Maiden-Schiene verlässt.

Architects of Chaoz heißt die neue Di' Anno-Band und das sind eigentlich die "Phantomz", seine Live-Backingband für die ganzen Maiden-Shows. Da aber konzeptionell endlich etwas Neues gemacht wird, ist die Umbennung durchaus vernünftig. Wie klingt "The League of Shadows" denn nun? Paul singt sich souverän durch einen ganzen Haufen (von der Band komponierter) erstklassiker Songs, die stilistisch natürlich die Wurzeln des Frontmanns nicht verleugnen. Eine Prise Iron Maiden, ein Schuss Judas Priest, manchmal etwas Helloween, eine Spur Doublebass-Attacke im Powermetal-Stil, schon haben die Chaos-Architekten eine großartige -Metal-Wumme rausgehauen.

Dabei klingen sie authentisch, aber natürlich etwas moderner. Die eigentliche Überraschung ist der sehr gute und ziemlich variable Gesang des NWOBHM-Urgesteins. In den harten Songs wie "Hosemen" erinnert er manchmal an Rage-Mastermind Peavy Wagner, während in den ruhigen Passagen von "Switched off" beispielsweise ebenfalls auf ganzer Linie überzeugt.

So gut habe ich ihn seit Jahren nicht singen hören, hoffen wir einmal, dass er das live auch so hinbekommt. Der Track "Architects of Chaoz" kommt mit orientalischen Skalen daher und hat sogar ein leichtes Bruce Dickinson-Solo-Feeling in den Gesangslinien. Immer wieder beweist Di' Anno mit seiner Band, dass auch Einflüsse nach 1985 zum Sound der Architects of Chaoz gehören (etwa beim Nevermore-artigen Refrain von "When murder comes to town") und der Sänger immer noch hin und wieder das Gespür für ganz große Refrains ("Rejected") hat. Lediglich das leicht einfallslose Deep Purple-Cover von "Soldier of Fortune" hätte Paule sich sparen können. Das singt Coverdale nun wirklich runde vier Klassen besser.

 

Fazit: Di' Anno überzeugt auf ganzer Linie - starkes Debüt

 

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Review: Frank Turner - The Road beneath my feet

ftbookTo the east, to the east, the road beneath my feet. To the west, to the west, I haven’t got there yet.

To the north, to the north, never to be caught. To the south, to the south, my time is running out

 

... heißt es im Frank Turner-Song "The road". Seine Zeit läuft aber hoffentlich noch lange nicht ab, hat er sich doch vom Post-Hardcore-Rabauken bei "Million Dead" zum mitreißenden Solo-Act an der Akustikgitarre (der sich zum Glück auf kein Genre festlegen mag - siehe HIER) entwickelt. Turners Lyrics gehören zu den besten. Nicht weil sie immer sehr tiefschürfend und hintergründig sind, sondern er die Gabe hat, seine Gefühle und Erlebnisse auf den Zuhörer zu projizieren. Nicht selten fängt einem der Gedanke, dass der Engländer mit der Klampfe doch genau das singt, was man selbst so oft und zu oft erlebt hat.

Nun schreibt er auch noch und macht im Vorwort seines Buches "The Road beneath my Feet" sofort klar, dass er - obwohl eine echte Leseratte - sich das nie hätte träumen lassen.

Und, wie Frank Turner so ist, macht er auch das hier anders als Genrekollegen. Diese Autobiographie beschreitet nicht den klassischen Weg, sondern nimmt den Leser mit auf Tour. Franks Tour. Anhand von zahllosen Konzerten lässt er tief blicken. In sein Leben nämlich, sein Songwriting, manchmal in seine Seele. Das Buch beginnt mit dem letzten "Million Dead"-Gig im The Joiners Arms in Southampton 2005 und endet (zumindest dieses Buch) im McEwan Ballroom in Calgary/Kanada 2012.

Dazwischen liegt die Reise eines sensiblen Musikers, die nach den durchaus bemerkenswerten Erfolgen im Post-Hardcorebereich, steinig aber doch zielstrebig zu einem der wichtigsten englischen Folkmusiker (wenngleich das Genre zu eng für Turner scheint) führt. 

Frank Turner legt erfreulich wenig wert auf die üblichen Sex & Drugs & Rock 'n' Roll-Lobhudeleien und gibt sich immer selbstkritisch, räumt schlimme Drogennächte ein, berichtet von grandiosen Partys und Erlebnissen in der ganzen Welt.

Was auf eigene Faust per Zug durch Europa von Clubgig zu Clubgig beginnt, kulminiert irgendwann in der Wembley-Arena. Spannend sind vor allem die Anfänge, die wirklich viel über Frank Turner verraten.

Alle wichtigen Songs spielen eine Rolle, schließlich plaudert Frank leicht und locker über den Schaffungsprozess, dem oft mit dem Lied eng verbundene Ort und seinen eigenen Seelenzustand. Das Buch ist auch auf englisch recht leicht zu lesen, wirkt aber dennoch nie platt.

Für Frank Turner-Fans, die nicht bereits wirklich jede Nuance aus seinem Gesamtwerk herausgepresst haben (von diesen Menschen gibt es mittlerweile erstaunlich viele), die wissen wollen, was es mit der "Nambucca-Show" aus "The Ballad of me and my friends" auf sich hat, die sich schon immer einmal gefragt haben, über wen "Dan's Song" handelt, für die ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Wer eine klassische Biographie erwartet, sollte die Finger von "The Road beneath my Feet" lassen. Im Song "The Road" heißt es weiter: 

 

To the heart, to the heart there's no time for you to waste
You wont find your precious answers now by staying in one place

 

... und genau darüber handelt dieses Buch. Kaufen!

 

 

Fazit: Mit Frank Turner auf Tour - spannend und locker zu lesen

 

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Mehr zu Frank Turner haben wir HIER (Shuffle with...) und HIER (Interview)! Fotos gibt es HIER!

Review: Dark Souls 2 - Scholar of the First Sin

51smafFKcILFett, fetter, Dark Souls II: Was "from Software" anpackt, geht selten schief und so kann auch die erweiterte Fassung von Dark Souls II namens "Scholar of the first sin" in Gänze überzeugen. Wo andere bei solchen Editionen lediglich die Grafik aufbohren und einige DLCs beilegen, haut man hier sogar veränderte Inhaltsstrukturen raus und macht so das Game zu einem Wiederspieler für Dark Souls II-Veteranen. Neue Gegner, neue NPCs, alte Gegner an neuen Positionen, deutlich stärkere Grafik (gespielt wird jetzt mit 1080p und 60fps)  - Dark Souls II wird hier zu fetten Gesamtpaket, das kaum Wünsche übrig lässt. An Bord sind alle bisherigen DLCs "Crown of the Sunken King", "Crown of the Old Iron King" und "Crown of the ivory King".  

Fast alles glänzt gülden, lediglich der noch einmal erhöhte Schwierigkeitsgrad haut einen aus den Socken. Das Spiel war ohnehin schon bockschwer, aber wir sind hier auch nicht auf einem Kindergeburtstag. Dark Souls war nie ein Feierabendzock, da muss man Zeit investieren und 100 Stunden sind schnell gefüllt.

In Zeiten der kurzen Popcorn-Kino-Games ist diese Eigenschaft aber ein einziger Pluspunkt. Noch einmal ein Wirt zur Grafik: Der PS3-Ursprung ist trotz der deutlichen Aufbesserungen nicht zu verleugen, wer Bloodborn gespielt hat, wird einigermaßen ernüchtert sein. Spielerisch und atmosphärisch ist "Dark Souls II: Scholar of the first sin" aber über absolut jeden Zweifel erhaben. Für Neueinsteiger in die DS-Welt ist es empfehlenswert und für "Wiedergänger" zudem ebenfalls - toller Spagat. 

 

Fazit: Geniales und bockschweres HD-Update 

 

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Review: Bonfire - Glörious

11001875 621940481279822 4850248832906021369 nEin wenig hat es sich bei Bonfire seit Jahren angedeutet, dass die Gräben zwischen Claus Lessmann und Mastermind Hans Ziller immer größer wurden. Als Ziller aber im Herbst ankündigte, dass Lessmann nicht mehr der Sänger der Band ist, war es dennoch überraschend. Bonfire ohne Lessmann? Geht das? Das aktuelle Album soll dies beweisen.

Die Deutschtümelei Lessmanns konnte einem seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge sein, die Vertonung der deutschen Nationalhymne von Bonfire war da nicht einmal das i-Tüpfelchen, durch zumindest unglückliche Aussagen in Bezug auf das Judentum (Quelle) rückte er sich selbst an den rechten Rand. Insofern kann es auch ein Befreiungsschlag sein, wenn Ziller jetzt mit dem Ex-Accept-Schreihals David Reece das Werk "Glörious" (ja das hat wirklich diesen bescheuerten Pseudo-Evil-Ö-Pünktchen-Namen) aus der Taufe hebt.

Funktioniert Bonfire mit Reece? Die Band klingt immer noch nach Bonfire, auch, wenn man den Eindruck hat, dass die Ecken und Kanten geschärft werden konnten, der Schmalz (den es immer gab) hingegen ein wenig entschärft wurde. Reece singt wirklich formidabel und passt hervorragend zu Volldampfsongs wie "Nothin' at all", "Free Wind Desperado" (einer der besten Songs des Albums) oder "Supernatural Disguise". Die Ohrwurmrefrains in bester 80er Tradition gibt es natürlich auch wieder. "Shooting Star" ist so einer, "American Nights" ebenfalls.  Apropos 80er: Wieso man diese Keyboardsounds immer noch benutzen muss ("Glörious"), wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Der Titelsong ist ohnehin etwas zu seicht geraten. Ausfälle gibt es auch: "With a little help from my friends"? Muss das sein? Joe Cocker rotiert im Grab, ist die Version doch schlichtweg grauenhaft. "Fallin outta love" braucht auch kein Schwein. Dieser Song ist der leider immer noch nicht ausgestorbenen Gattung "Powerballad". Unterm Strich steht ein gutes Debüt für einen guten Sänger mit einigen Abzügen in der B-Note.

 

Fazit: Prima Lebenszeichen mit tollem Sänger - leider nicht makellos

 

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Bonfire auf Tour:

 

06.05. GER – Burglengenfeld / VAZ –Pfarrhaus
07.05 GER – Speyer / Halle 101
08.05. GER – Nürnberg / Cult
09.05. GER – Reutlingen / Eishalle
15.05. GER – Ingolstadt / Eventhalle
16.05. GER – Memmingen / Kaminwerk
04.07. Greece – Chania Rock Festival
18.07. CZ – Tarock Festival
31.07. GER – Günzburg Open Air
23.10. GER – Flensburg / ROXY
24.10. GER – Lübeck / Hafenschuppen 6
13.11. GER – Siegburg / KUBANA Club
14.11. GER – Geiselwind / Strohofer-Eventhall
21.11. GER – Löffingen-Unadingen / Bürgerhalle
12.12. GER – Bochum / Matrix

Review: Van Halen - Tokyo Dome in Concert

A1ksgsTNyxL. SL1500 Es ist vollbracht: Diese vorliegenden 25 Tracks von "Tokyo Dome in Concert" sind in der Tat die ersten offiziellen Liveaufnahmen von Van Halen mit Ursprungsfrontmann David Lee Roth. Nun war Diamond Dave niemals der begnadetste Sänger auf Erden, was sicher auch ein Grund für fehlende Liveaufnahmen auf Tonträgern ist. Während Van Halen mit Nachfolge-Sänger Sammy Hagar gerne mal den ein oder anderen Live-Track auf eine Kompilation setzte oder mit "Right here, right now" ein ziemlich überzeugendes Tourdokument ablieferte, wusste Mastermind Eddie wohl, dass Davids Gekrächze den Fans außerhalb des Erlebnisses eines Konzerts nur schwer zuzumuten ist.

Warum er von dieser durchaus richtigen Sichtweise abgerückt ist, weiß ich nicht, doch ich kann Euch sagen, dass diese CD richtig wehtut. Eddie klingt nämlich ziemlich grandios, feuert ein Tappingsolo nach dem anderen ab, rockt recht roh und heavy über die zwei Scheiben und gibt sein Allerbestes, während der Einsatz des "Gesangs" in fast allen Songs den Hörgenuss komplett versaut. David Lee Roth trifft nicht nur selten die Töne, er hat sich auch einen schlimmen Sprechgesang angewöhnt, der schnodderich und unmotiviert rüberkommt. Ohne Bilder (denn ein echt genialer Frontmann ist er immer noch) ist das Ganze kaum zu ertragen. Dieser Mann ist reif für die Rente! 

Dazu kommen einige kleine Spitzfindigkeiten, die bei Van Halen-Fans durchaus schwer wiegen können: Die Backroundgesänge sind ordentlich, aber sie sind nicht brillant. Zumindest fehlt hier Ex-Bassist Michael Anthony enorm. Aber der ist ja wie Hagar in Ungnade gefallen. Eddies Sohnemann Wolfgang ist spielerisch sicher nicht deutlich schlechter als sein Vorgänger, stimmlich aber hat Anthony nahezu jeden Van Halen-Song veredelt. 

Geboten werden neben Klassikern wie "You really got me" oder "Unchained" zwei Tracks von der letzten Van Halen-Scheibe. Warum man mit "China Town" gerade einen der schwächsten ausgewählt hat, bleibt schleierhaft. Mit "Eruption" in Überlänge gibt es dann zumindest auch das obligatorische Eddie-Solo - ohne Gesang. Danke!

 

Fazit: Überflüssig und qualitativ höchst fragwürdig - trotz eines Eddies on fire 

 

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Review: Zombie Army Trilogy (PS4)

51bU7Bbhm7L. SL500 SS100 Wenn Hitler sein letztes Ass im Ärmel zückt... muss das einfach schief gehen. In Zombi Army Trilogy lässt der verrückte Diktator als letzte Waffe eine Zombiearmee auf den Spieler los. Klingt bescheuert, macht aber in der Tat eine ganze Weile eine Menge Spaß. Dieser Shooter ist von den Machern der Sniper Elite-Reihe.

Wird dabei stets Wert auf planendes Vorgehen und überlegtes Handeln gelegt, wird hier der Spieß umgedreht. Horden von Zombies gilt es wegzuballern. Alle Episoden sind von Beginn an freigeschaltet, die beiden älteren Teile wurde ins neue Grafikkorsett gequetscht und machen dabei eine recht gute Figur. Während die "Story" oben bereits komplett beschrieben wurde, ist vor allem der Multiplayer-Part ein großer Spaß, gilt es doch hier kooperativ den Untoten den Garaus zu machen. Im Singeplayer-Modus bockt das Game eine gute Stunde, dann bekommt man erste Ermüdungserscheinungen.

Dass es eher um anspruchsloses Shooten geht, beweist auch die Tatsache, dass alle Waffen von Beginn an verfügbar sind - ein eher unübliches Detail in einem Ego-Shooter. Hübsch: Durch den Lautsprecher des PS4-Controllers gibt es immer wieder recht gruselige Soundeffekte. Überhaupt ist der Sound äußerst gelungen, die deutsche Lokalisation hingegen eher nicht. Da wird ein Safehouse schon mal zum Tresorraum, was natürlich Unsinn ist.

 

Fazit: Guter Funshooter - vor allem im Multiplayermodus

 

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Review: Battle Beast - Unholy Saviour

81aCZVxzFFL. SL1417 Nein, über das Cover der neuen Battle Beast-Scheibe "Unholy Saviour" möchte ich nicht lästern. Dieses Artwork steht schließlich für sich selbst und ist wirklich der kleinste Makel am aktuellen Album der Finnen um Frontfrau Noora Louhimo. Wenn ein Keyboarder so geschmacklich abscheuliche Sounds für seine Band auswählt, wie Janne Björkroth, dann ist das Ende des Metal nahe. Das Keyboard klingt durchweg nach Dieter Bohlens Tatortproduktionen der 80er Jahre und penetriert nahezu jeden Song. Nahezu - weil es dann zwischen dem ganzen schlimmen Ballermetal eben doch die ein oder andere Perle gibt. Das sind dann fast immer die Songs, wo es ins Uptempo geht und die gute Gitarrenarbeit die Keyboards so gut es geht in den Hintergrund treten lässt. Mit "I want the world...and everything in it", "Madness" sowie "Speed and danger" befinden sich unter den ersten sechs Songs gleich drei richtig starke, doch danach wird es gruselig. Nehmen wir einmal "Touch in the night". Dieser Fetzen ist dem leider immer noch nicht verschiedenen Genre der Powerballade zuzurechnen und "überzeugt" mit 80er Jahre Drumcomputer-Samples und einer Belanglosigkeit, die ihresgleichen sucht. Noora macht hier einen auf Samantha Fox, das längst verblasste Lichtlein, das in den 80ern neben barbusigen Fotos auch einen Song wie "Touch me" verbrochen hat. Immerhin steht die Britin auch für das 1986 erschienene Computerspiel "Samantha Fox Strip Poker", das Monochrom-Fotos der Guten enthielt, aber das nur nebenbei. Von einer, der sich auszog das Singen zu lernen, zurück zu einer Gruppe, die sich im Einheitsbrei aktueller Metalproduktionen wiederfindet. Alles ist glatt poliert, die Drums klingen synthetisch, die Gitarren hingegen sehr gut, der Gesang ist stark und höchst variabel. Leider ist bis auf die erwähnten drei Songs und mit Abstrichen noch "Far Far away" (mit leicht geklautem Two Minutes to Midnight"-Riff) und die kurze Prelude "The Black Swordsman" (die zum absolut überflüssigen Instrumentalverbrechen "Hero's Quest" überleitet) viel Fremdschämen angesagt.

 

Fazit: Drei großartige Songs machen keine gute Platte

 

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Review: Black Star Riders - The Killer Instinct

blackstarriderskillercdcoverDas Konzept, welches die Black Star Riders verfolgen, passt prima in unsere Zeit, die die Unsterblichkeit zu erringen, als höchstes Gut feiert. Die Black Star Riders waren mal Thin Lizzy, natürlich ohne Legende Phil Lynott, und führen nun unter einem neuen Namen mit neuen Songs genau diese Linie von Phil weiter, in dem sie Songs komponieren, die die Marke (sagt man heute leider so) Thin Lizzy  weiter führen.

Das Konzept, den Namen zu ändern, weil sie neue Songs veröffentlichen wollen, wäre meines Erachtens nicht nötig gewesen, denn schon das Debüt hat so sehr nach Thin Lizzy gerochen, dass es eine wahre Wonne war. Mit "The Killer Instinct" wird nicht am Konzept gerüttelt und das ist prima. Denn der Zweitschlag atmet den Hauch von Lynott und Dublin, wie es nicht schöner sein könnte. Der Opener der CD könnte in der Tat von Phil Lynott geschrieben worden sein und ein viel größeres Lob kann eine Band nicht bekommen. Mit "Bullet Blues" aber zeigen die Mannen um den absolut echtesten Thin Lizzy-Gitarristen Scott Gorham und den wirklich grandios authentischen Sänger Ricky Warwick (kennt noch jemand The Almighty?), dass sie auch etwas Neues zum Gesamtwerk beitragen können.

Eine Prise Led Zeppelin schwingt hier mit (wie auch bei "Sex, Guns & Gasoline"), das Timbre Warwicks macht aber auch diese Nummer einzigartig und Lizzy-like. Insgesamt wird der irische Thin Lizzy-Pfad jedoch selten verlassen. "Soldierstown", "Charlie, I gotta go" oder "Finest Hour" versetzen einen unverzüglich an den Liffey, die Temple Bar in der Nähe. Insgesamt ist das Zweitwerk dichter, die hochklassigen Refrains des Debüts fehlen manchmal etwas. Überflüssig finde ich zudem die Ballade "Blindside". Das können andere besser, das konnte Thin Lizzy viel besser.

 

Fazit: Phil Lynott wäre stolz, denn hier lebt der Geist des Iren für immer weiter

 

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Lenhardts Spielejahr 1984

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Heinrich Lenhardt ist Spielefans vor allem durch seine jahrelange Arbeit als Spieletester bei verschiedenen Game-Magazinen ein Begriff. Heute arbeitet er von Vancouver aus als freier Journalist und Korrespondent für diverse Print- und Online-Medien. Seine persönliche Webseite findet man unter www.lenhardt.net.

In seinem nur als EBook erhältlichem Werk "Mein Spielejahr 1984" betrachtet der Fachmann 50 der besten Games des Jahres 1984. Warum 1984? Das hat nichts mit Orwell zu tun, doch ist 1984 ein Schlüsseljahr für die Compterspieleindustrie und nicht wenige der in diesen zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen gelten bis heute als absolut legendär. Lenhardt weiß um diese Tatsache und lässt das Jahr mit Spielen wie "Summer Games", "Elite", "Impossible Mission" oder "Kings Quest" Revue passieren. Jeder der 50 Zockerleckerbissen hat ein eigenes Kapitel, wird kurz beschrieben und mit einigen historischen Fakten bedacht. Der Duktus des Buches ist dabei ein sehr persönlicher, nicht selten erfährt man eine Menge über den Autor. Dies macht das EBook sehr charmant und für Computer- (oder Konsolen-) Freaks hochinteressant. Im Idealfall hat man einige der Games selber gespielt, dann öffnet sich die Gamer-Schatzkiste vollends und aus ihr verströmt der leicht muffige, aber wunderbar nostalgische Duft der 80er Jahre. 

 

Fazit: Wunderbare Zeitreise in eine goldene Ära der Spieleindustrie

 

 

 

 

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Classics: The Number of the Beast / Iron Maiden

Iron Maiden - The Number Of The Beast

Wir schreiben das Jahr 1982 und die Metalwelt trauert, dass die gerade so richtig durchstartende englische Band Iron Maiden ihren Sänger Paul DiAnno rausgeworfen hat. Das hätte was werden können mit den eisernen Jungfrauen ist der Tenor, aber wie soll man den Frontrotzer ersetzen, der ein ganz gewisses Extra mit in in die Gruppe brachte, nämlich die dreckige Punk-Attitüde?
Zwar verfliegt bereits im Plattenladen erste Skepsis, als man das absolut grandiose Cover von "The Number of The Beast", der ersten Scheibe ohne DiAnno, betrachtet und nach Hause zum Schallplattenspieler trägt, doch kann dieser Bruce Dickinson was? Samson sind damals zumindest mir kein Begriff, deshalb bleibt das mulmige Gefühl.
Die Nadel setzt auf das Vinyl auf und es erklingen 29 Sekunden, wie man sie schon damals mit Iron Maiden und ihren unvergleichlichen Sound assoziiert. Als der Gesang einsetzt passiert etwas ganz Besonderes: Bruce Dickinson macht innerhalb von 3:20 Minuten klar, dass er die Band auf eine ganz neue Ebene hebt, dass DiAnno nur den Platzhalter spielte, der - zwar wichtig für den Start war - die Entwicklung der Engländer zu DEM Inbegriff von Metal aber niemals hätte mitmachen können. Mit Dickinson sind Iron Maiden komplett, die beste Band der Welt. "The Number of The Beast" feuert Klassiker um Klassiker in die Gehörmuscheln, nicht zuletzt sorgt der Titeltrack für feuchte Metallerträume und ist bei jedem Konzert, in jeder Metaldisco der Welt ein liebgewonnener Gast.
Doch auf dieser Scheibe finden sich allesamt Goldstücke: "Children of the Damned, "The Prisoner", ""22 Acacia Avenue" (als Fortsetzung von "Charlotte the Harlot"), "Run to the Hills, das unterbewertete "Gangland" - die Qualität des Songwritings ist oberste Klasse. Dickinsons fabulöser Gesang strahlt mit der Sonne um die Wette. "Total eclipse" ist im Nachhinein der einzige durchschnittliche Song, ein Grund, warum er 1982 zum Glück den Weg auf die Platte nicht fand. Die Wahrheit war freilich eine andere: für die damaligen Vinylspezifikationen wäre "The Number of The Beast" zu lang gewesen. Heute ist der Song mit auf der CD, stinkt aber leicht ab gegen die anderen acht Tracks.
Doch nicht nur die erstklassigen Musiker sind verantwortlich für einen absoluten Meilenstein des Heavy Metals: Martin Birch, der schon Deep Purple und andere Konsorten produziert hat, sorgt dafür, dass diese Platte 33 Jahre später immer noch fett und megatight klingt. Wenn man bedenkt, wie andere Metalproduktionen der 80er heute rüberkommen, ist auch hier nur ein Wort gerechtfertigt: Weltklasse!
Zurück zu damals: als das Monster-Epos "Hallowed be Thy Name" die Scheibe ausklingen lässt, bin ich den Tränen nah und ahne, dass mit diesem Sänger nur der Himmel die Grenze für Iron Maiden sein wird. Und selbst den beherrschen die Mannen um Steve Harris mit ihrem eigenen Flugzeug mittlerweile.

 

Fazit: Der Inbegriff des Heavy Metals

 

 

Review: Thunder - Wonder Days

81gqRXgprzL. SL1428 Thunder waren für mich früher so etwas wie die Ersatzdroge zu den im Haarspraynebel verschwundenen Whitesnake. Als David Coverdale sein bluesiges Timbre verleugnet hat, um in immer höheren Spähren trällern zu wollen, kamen mir Thunder mit Danny Bowes gerade recht.

Bei Thunder roch niemals etwas nach Spandex aus L.A., hatte man Single Malt statt Jack Daniels im Sinn. Nach sechs Jahren gibt es nun endlich ein Lebenszeichen der Band, die bis auf die öfter mal vakante Stelle am Bass auch personell eine Konstante sind. "Wonder Days" heißt das gute Stück, aber ist es auch ein Wunderwerk? 

Klug, wie die Briten sind, haben sie mit dem Titelstück den besten Track der CD ganz nach vorne gestellt und können den Hörer so schon ziemlich fesseln. Bowes leidenschaftlicher Trip in die Vergangenheit, in die Zeit, in der er die Gitarre entdeckte, um die Mädels zu beeindrucken, ist ein wundervoller Retrozug, der alle Trademarks der Band in den Wagons beherbergt: beeindruckende Gesangslinien, perfekte Rhythmusarbeit, mitreißende Solospots. Hier schwingt auch eine Menge Led Zeppelin im Groove mit. Ein solch starker Song birgt aber auch Gefahren an dieser ersten Stelle. Und auch Thunder erreichen diesen Track im Laufe der gesamten Spielzeit qualitativ nicht mehr, sammeln aber fleißig Pluspunkte für die Monsterballade "Broken", die beweist, dass nicht jeder Schmalz ungenießbar sein muss. Folkige Elemente ("The Rain"), gar Maideneskes Galoppieren im spannenden "The Prophet" oder wieder einmal Led Zeppelin in "Chasing Shadows" zeigen die Band in Bestform. Dazu kommt mit "When the music played" ein episches Werk, das in seiner Vielschichtigkeit in Thunders Karriere ein Ebenbild schwerlich findet.

Warum gebe ich nicht die Bestnote? Der Grund sind einige Füller: "Resurrection Day" klingt nach den schlimmen Verbrechen eines Bryan Adams nachdem dieser den Rock 'n' Roll verraten hat (so nach "Reckless" etwa), "Serpentine"  ist ein belangloser Blueser und "I love the weekend" ein frustrierender Chuck Berry-Spaß-Song, der die CD nicht stimmig beschließt.

 

Fazit: Starkes Comeback mit einigen (wenigen) Längen

 

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Review: Lande / Holter - Swing of Death

dracIch gestehe, ich habe eine Schwäche für Konzeptalben und Rock-Opern. Auch Jorn Lande halte ich für einen außergewöhnlichen Sänger, der aber leider in den letzten fünf Jahren so unendlich viele CDs veröffentlicht hat, ohne auch nur ansatzweise sein Potential auszunutzen. Handwerklich immer alles perfekt, Gesang überragend, Songs? Genau, keine (oder kaum brauchbare).

Der neueste Versuch hat mich dennoch schon bei der ersten Pressemitteilung angefixt: Mit dem Wig Wam-Gitarristen Trond Holter intoniert er eine Rock-Oper um Graf Vlad the III, Prinz der Wallachei, besser bekannt als Vlad, der Pfähler, später berühmt als Dracula (durch Bram Stokers Story).

Nun liegt das Gesamtwerk vor und ich bin gelinde gesagt recht begeistert. Die Handlung befasst sich mit den inneren Kämpfen des Grafen, hat historische Hinweise genauso wie welche an die literarische Horrorgeschichte Stokers, die den Vampirmythos so richtig in Schwung brachte (und nein, liebe Kinder: Twilight-Schrott hat mit diesem Mythos so rein gar nichts zu tun!). Jorn singt den Grafen und hat eine enorm starke weibliche Mitdarstellerin im Boot: Die Norwegerin Lena Fløitmoen interpretiert die Rollen von Mina und Lucy. Vor allem in den Duetten scheint diese CD enorm. 
Die Zusammenarbeit mit Trond Holter, der mit Jorn alle Songs geschrieben hat, scheint dem Sänger geholfen zu haben. Das Songwriting ist deutlich besser als auf seinen letzten Werken und die musikalische (leichte) Neuausrichtung (hier etwas Meat Loaf, da etwas Queen, immer aber hart rockend) macht "Swing of Death" zu einem ersten Jahreshöhepunkt für mich. Es gibt sogar Pläne, die Rock-Oper in die Theater zu bringen (leider nur in Norwegen). Noch lieber hätte ich aber eine Tour mit dem ganzen Zeugs. Die ersten zwei Songs ("Hands of God", "Walking on water") weisen den Weg und sind bockstark. "Swing of Death" ist arg musicallastig geraten, doch das gehört auch irgendwie dazu. Weitere Anspieltipps sind das mitreißende Duett "Save me" und der Rocker "Queen of the Dead". Insgesamt ist das gesamte Album hervorragend inszeniert, die Gitarrenparts sind äußerst variabel. Mal blitzen metallische Folk-Elemente durch (für "Walking on Water" scheint der gute Trond Holter sehr genau "Bloods of Emeralds" von Gary Moore gelauscht zu haben), mal wird auf das Gaspedal gedrückt und werden technische Kabinettstücke heruntergefiedelt. Insgesamt also eine komplett runde Sache, bei der das Instrumentalstück ein wenig zu beliebig wirkt und nur Zeit klaut, in der ich lieber noch einmal einen Song mit Lena Fløitmoen gehört hätte.

 

Fazit: Tolle Rock-Oper rund um unser aller Lieblingsvampir

 

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