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Montag Dezember 18, 2017
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Review: Die Sims 4 (PS4)

81kz-XfzTGL. SL1500 Mein alter Ego schläft im Clownskostüm und fängt an zu heulen, wenn die Frau vom Cateringservice beim ersten Date doch lieber auf der Couch statt mit ihm im kuscheligen Bett nächtigt... willkommen in der wunderbaren Welt der Sims. Es mutet grotesk an, dass dieser Titel so viele Jahre auf PC oder Mac Zuhause war und eine Konsolenumsetzung bis ins Jahr 2017 gedauert hat. Die ist nun da und das alte Sims-Feeling stellt sich sofort wieder ein. Warum räumt der Depp seinen Essensteller nicht selber weg? Das stinkt doch nach zwei Tagen.

Oft sind sie störrisch, die Sims, doch es gibt auch wundervolle Momente: Etwa, wenn er sich selbstständig einen Job sucht. Ob Schriftsteller oder Astronaut, hier ist wieder fast alles möglich. Was man bei den Sims alles anstellen kann, haben wir hier auf ROCKNROLL-REPORTER ja schon lang und breit erzählt (z.B. HIER oder HIER oder HIER). Wichtiger: Wie gut ist es für die Konsole umgesetzt? Und da muss man sagen, dass man die Bedenken, die wohl beim Entwickler jahrelang gegen eine Konsolenveröffentlichungen geherrscht haben, nachvollziehen kann. 

Die Steuerung mittels Gamepad ist im besten Fall gewöhnungsbedürftig. Viel zu oft "flitscht" der Cursor an die falsche Stelle, zu häufig verliert man den Überblick beim wilden Kameraschwenk oder Zoom. Was schade ist, denn das Spiel hat auch im Jahr 2017 rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt (auch, wenn Sims 3 das deutlich bessere Spiel war). 

Es könnte alles gut sein. Man kann natürlich sein Traumhaus bauen, perfekt nach Feng Shui einrichten, doch die starre Steuerung macht einem oft einen Strich durch die Rechnung, so dass am Ende der Griff zum PC lockt. Wie schon bei Cities XXL zeigt sich, dass ein Gamepad für solche Simulationen schlichtweg nicht geeignet ist. Wer es dennoch wagen will, bekommt von uns ein wenig Startgeld:

Um in der PS4- und Xbox One-Version von Die Sims 4 cheaten zu können, muss man erst eine bestimmte Tastenkombination eingeben: Auf der PS4 ist das R1 + R2 + L1 + L2 und auf der Xbox One LB + LT + RB + RT. Dann öffnet sich das Cheatfenster, dort gibt man "testingcheats on" (ohne Anführungsstriche) ein. Dadurch werden alle Cheats freigegeben. Anschließend kann es losgehen:

 

Help - Übersicht über alle Cheats
kaching - 1.000 Simoleons 
rosebud - 1.000 Simoleons 
motherlode - 50.000 Simoleons 
FreeRealEstate on - Alle Immobilien kostenlos
FreeRealEstate off - Alle Immobilien kosten ihren ursprünglichen Preis

 

Fazit: Gutes Spiel - schlechte Steuerung

 

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Review: Star Wars Battlefront II

0d0e2ea29db8f83a445427d9e40cdee5Schon vor dem Spielstart sorgte Star Wars Battlefront II für mächtig böses Blut: Harsche Kritik der Fans an Lootboxen und Echtgeld-Mikrotransaktionen bestimmten die Presse. Das ist erst einmal nichts Neues, neu hingegen ist die Reaktion des Entwicklers.  Dice hat sich entschieden, das ganze System vorerst ins All zu katapultieren, sprich zu streichen. Pünktlich zum offiziellen Launch des Spiels am 17. November gibt es keine Möglichkeit mehr, im Spiel echtes Geld für Ingame-Währung auszugeben. Leider wird das nicht dauerhaft der Fall sein: Die Mikrotransaktionen sollen reaktiviert werden, wenn das Balance im Spiel stimmt. 

Doch kommen wir zum Review: Nach dem schön anzusehenden ersten Teil, der Einzelspieler genau fünf Minuten fesseln konnte (es fehlte eine Single-Player-Kampagne), gibt es nun endlich einen Solo-Teil. Der ist sogar sehr cool: Endlich erhält man mal Einblick in die Gefühlswelt der Kämpfer des Imperiums. Der Spieler ist Iden Versio, eine Elite-Kämpferin der dunklen Seite. Die gibt es "wirklich", sprich: wir haben es hier mit Kanon zu tun. Zu Beginn des Spiels sitzt die sensationell aufregend animierte Iden in einer Zelle der Rebellen. Mit Hilfe ihres kleinen Rucksack-Druiden (den der Spieler zum Start steuert) entkommt die Gute. Ob man mit Iden schleicht und im besten Imperiums-Style hinterrücks agiert oder Ramboesk mit dem Kopf, äh, Blaster durch die Wand will - alles ist möglich. Die Kampagne lässt den Spieler auf Endor den Todesstern explodieren sehen. Allein das ist atemberaubend. Im Verlaufe der viel zu kurzen Single-Player-Kampagne (maximal fünf Stunden dauert das Spektakel) verlässt man leider zu häufig den Körper der Kämpferin - und wird beispielsweise zu Han Solo oder Luke Skywalker und spielt aus deren Sicht weiter. Leider? Wenn man mit den Helden spielen kann? Ja, leider! Denn: Die Story um Iden Versio könnte wirklich richtig spannend sein, wenn man sich auf diesen Charakter konzentriert hätte. So bleibt sie nur eine Nebenrolle. Spielerisch ist alles töfte, die Feuergefechte erscheinen etwas simpel, machen aber Spaß. Die Sternenkarten, mit denen man im Vorgänger bestimmte Kampfeigenschaften freischalten konnte, gibt es jetzt auch im Single-Player - sind aber Unfug. Man kann immer nur einige wenige gleichzeitig aktivieren, was komplett unlogisch ist. Entweder hat eine Person eine bestimmte Fähigkeit oder nicht. So muss man sich vor einer Mission entscheiden, ob man beispielsweise toll mit Handgranaten umgehen kann oder Energiestöße verteilen will. Das ist so, als würde man Lionel Messi sagen, er müsse sich vor dem Spiel entscheiden, ob er im anstehenden Match gut dribbeln oder schnell laufen will. Mumpitz also.

Zur Präsentation: Wow - wow - Oberwow! Grafisch ist SWB II absolut traumhaft, die Soundkulisse generös und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. 

Neben der Kampagne gibt es auch für Einzelspieler den Arcade-Modus. Das sind kurze Einsätze ohne Handlung im Körper von Luke, Han, Darth Vader oder Leia. Das Ganze fühlt sich an wie Multiplayer ohne Freunde. Der echte Multiplayer macht dann doch durchaus etwas Spaß. Es gibt riesige Karten, man kann Tie-Fighters, X-Wings und den Falken fliegen. Wer Teil eins kennt, weiß aber auch schon genau, was ihn erwartet. 

Das Fazit ist dann dochein trauriges: Die tolle Kampagne zeigt, dass das Potential für ein großes echtes Single-Player-Star Wars-Spiel da ist und das auch überreif ist. In dieser Form hat man fünf Stunden durchaus Spaß als Einzelspieler, das Gefühl, dass hier Großes verpasst wurde, schwebt aber stets über den Konsolenkämpfer wie der X-Wing über dem Sumpf auf Dagobah.

 

Fazit: Verschenktes Solo-Potential, sensationelle Grafik, handelsüblicher Multiplayerpart

 

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Q&D: KW46

quickd

Black Sabbath – The End

 

Ende, Aus, Micky Mouse: Das letzte Dokument (sicher nicht wirklich) der hundert Jahre alten Karriere von Ozzy und Co kann man nun livehaftig hören und es klingt auch durchaus ordentlich. Braucht man nicht, kann man aber als Abschluss (der es hoffentlich ist) in den Schrank stellen. Achtung: So was ähnliches kommt gaaaanz sicher 2018/2019 nach dem Abschluss der Ozzy-Solo-Karriere...  5/6

 

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Operation Mindcrime - The new reality

Diese CD ist der dritte Teil einer Trilogie, bei denen die erste zwei Teile bis auf sehr wenige Songs so schlecht und peinlich waren, dass man schon Angst vor der Play-Taste hat. Ganz so schlimm wird es dann aber doch nicht, lediglich uninspiriert. Große Stimme, wenig dahinter (in Sachen Songwriting). Der Split von Geoff Tate und Queensryche war eine echte Lose-Lose-Situation. Beide verlieren sich im langweiligen Mittelmaß. 3/6

 

Iron Maiden – The Book Of Souls

 

Wie viele Maiden-Live-CDs sind relevant und wichtig für den eigenen Plattenschrank? Eine (Live after Death), maximal zwei (Rock in Rio). Trotzdem gibt es mittlerweile mehr Live-Scheiben als bei anderen Bands Studio-Alben. Maiden-Fans greifen also hier wieder zu (wegen der neuen Songs - und der üblichen hervorragenden Performance) und warten immer noch sehnsüchtig auf ein Live-Album der "A Matter of Life and Death"-Tour... 5/6

 

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Cavalera Conspiracy – Psychosis

 

Huch, das hat mich kalt erwischt. Ein gutes Album aus dem Hause Cavalera? Überraschend. Der Rundling kommt einem klassischen Sepultura-Album nah, sehr nah. Wer also auf diese Art der Lärmindoktrination steht, greift besser zu. 5/6

 

Pretty Boy Floyd - Public Enemies

 

Hallo Mötley Crüe, wir vermissen Euch. Pretty Boy Floyd tun das auch und hauen deshalb ein Tribute-Album in die Regale. Ach ne, das sind ja ihre eigenen Songs. Huch, auch Poison haben sie im Programm. Aber im Ernst: Das Ding macht durchaus Spaß und belastet nicht die Ozonschicht - auch, wenn es so klingt. 5/6

 

Tarja - From Spirits and Ghosts (score For A dark Christmas)

 

Ein Weihnachtsalbum von Tarja? Ich glaub, ich muss kotzen. Es soll gaaanz besonders sein, "dark". Mal ehrlich, wer soll diesen Scheiß hören? Für Weihnachtsfans sind die klassischen Songs kaputt arrangiert,  Weihnachtsgegner hören auch keine Tim Burton-Style-Xmas-Tracks. Da hilft auch das tolle Orchester bei „Oh Tannenbaum“ nix mehr. Der Horror der Weihnacht hat aber endlich eine Stimme: Tarja. Ein Punkt für Originalität und Produktion. 1/6

 

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Review: Sog / Yrsa Sigurdardóttir

61JQ0fnB7yL. AA300 Hart, härter, Isländer: Was Yrsa Sigurdardóttir im zweiten Band rund um Kommissar Huldar hoffentlich nur aus den Fingern gesaugt hat, ist starker Tobak - und damit beste Unterhaltung: Der frisch degradierte Kommissar Huldar hatte keinen guten Start bei seiner Zusammenarbeit mit der Kinderpsychologin Freyja. Eigentlich liebt er sie, aber bekommt das nicht so richtig rübergebracht. Dennoch zieht er sie bei den aktuellen Ermittlungen wieder zurate: In Reykjavik wird nach zehn Jahren eine in einen Grundstein eingemauerte Zeitkapsel mit Briefen von damaligen Schülern gehoben. Unter den Briefen findet sich auch eine Nachricht, die akribisch die Initialen zukünftiger Mordopfer auflistet. Als kurz darauf zwei Hände gefunden werden, die ihren Besitzern bei lebendigem Leib abgetrennt wurden, ist klar, dass diese Nachricht aus der Zeitkapsel tödlich ernst zu nehmen ist. Es entfaltet sich ein schockierender Fall, der einmal wieder mehr zeigt, dass in Island die ganz Harten leben. Ganz gleich, ob Bösewicht oder Bulle - es geht rau zu auf der kalten Insel. Autorin Yrsa Sigurdardóttir nimmt sich neben der bloßen Polizeiarbeit viel Zeit für ihre Protagonisten. Klar, dass "Sog" auf den ersten Band aufbaut, dennoch ist das Buch auch ohne Vorkenntnisse gelungen. 

Gelesen wird "Sog" von Dietmar Wunder, dem Synchronstimme von James Bond-Darsteller Daniel Craig. Wunders harte Timbre passt hervorragend zum eiskalten Verbrechen, so dass hier keine Wünsche übrig bleiben. 

 

der Hörverlag ISBN: 9783844527131

 

Fazit: Toller, brutaler, kalter Krimi aus Island - stark gelesen

 

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Review: L.A. Noire (PS4)

81UBxaNZRNL. SL1500 Es gibt immer noch eine Regel im Spiele-Buisiness: Rockstar enttäuscht nie! Max Payne? Check! Red Dead Redemption? Check! GTA? Double-Check! Ja, sogar die etwas verwegeneren Titel wie Canis Canem oder Tischtennis (!) konnten vollends überzeugen. So natürlich auch L.A. Noire im Jahre 2011. Ursprünglich als Exklusivtitel für die PlayStation 3 angekündigt, erschien das Spiel auch für Xbox 360 und PC - es wurde etwa fünf Millionen Mal verkauft. Jetzt sind Remake-Versionen für PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erschienen und damals wie heute gilt: Es ist toll! 

Korruption, Drogen, Polizeieinsätze - das alles im stilprägenden 40er Jahre Film Noire-Design, einfach stark. Mitten im Nachkriegs-Boom der Goldenen Ära Hollywoods findet sich der LAPD-Detective Cole Phelps ineiner Stadt wieder, deren Erfolg ihr zum Verhängnis wird. Korruption ist allgegenwärtig, der Drogenhandel explodiert und die Mordrate ist höher als je zuvor. Auf seinem Weg nach oben auf der Karriereleiter und bestrebt, das Richtige zu tun, muss Phelps die wahren Hintergründe einer Reihe von Brandstiftungen, finsteren Machenschaften und brutalen Morden aufdecken und sich der Unterwelt von Los Angeles und sogar Mitgliedern seiner eigenen Abteilung stellen, um ein Geheimnis aufzudecken, das die Stadt in ihrem verdorbenen Kern erschüttern könnte.

Klar, dass Spiel hat schon einige Tage auf dem Buckel, weshalb Steuerung und Handhabung manchmal etwas altbacken rüber kommen. Autos steuern sich beispielsweise in einem GTA heute deutlich fluffiger als bei L.A. Noire. Grafisch wurde mächtig aufgemotzt. Mit einer Auflösung von 1080p für PlayStation 4 und in 4K für PlayStation 4 Pro sieht das Game recht ansprechend aus. Vergessen darf man aber auch nicht, dass der Titel sechs Jahre alt ist. Wunder verbringt Rockstar hier nicht. Enthalten sind das komplette ursprüngliche Spiel und alle zusätzlichen herunterladbaren Inhalte sowie neue Sammelobjekte und freischaltbare Detective-Anzüge mit einigen neuen (nicht allzu aufregenden) Spezialfähigkeiten.

Spielerisch gibt es einige feine Änderungen. So wurde das Verhörsystem vereinfacht. War man im Ur-Titel sich bei einem Verdächtigen nicht sicher, wählte man schnell "Anzweifeln". Der "Erfolg": Detektiv Phelps schrie das Gegenüber oft einfach nur noch an, worauf dieser nicht mehr vernehmungsbereit war. Jetzt werden die Optionen "Guter Cop", "Böser Cop" und "Beschuldigen" angezeigt, wenn man einen Verdächtigen in die Enge treiben will. Das macht die Wahl der Reaktionen deutlich einfacher für den Spieler. 

Abzüge gibt es wegen der hakeligen Spurensuche. Zwar vibriert der Controller in Spurennähe schnell wie Blöde, bis man die störrische Steuerung aber auf das Beweismittel fokussiert hat, vergeht einige Zeit. Gespielt wird übrigens in Englisch, es gibt aber natürlich Untertitel. Die hindern aber manchmal daran, bei den Verhören die Mimik der Angeklagten zu beobachten. Dafür sind die Dialoge der Detectives grandios und erzeugen einen wirklich überzeugenden Film Noire-Streifen.

 

Fazit: Immer noch gut - trotz einiger weniger (bekannter) Mängel

 

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Q&D: KW45

quickd

Shakra – Snakes & Ladders

 

Die Schweizer Hardrocker klingen ja alle immer ziemlich ähnlich. Shakra haben mit Mark Fox aber einen Ausnahmesänger in ihren Reihen und der veredelt so manche Langrille mit seiner charismatischen Stimme. So auch "Snakes & Ladders", das sich zu den besten Alben der Band gesellt. 5/6

 

Pink Cream 69 – Headstrong

 

Vier Jahre ist es schon wieder her seitdem Pink Cream 69 ihre letzte LP auf den Markt geworfen haben. Mit "Headstrong" präsentiert sich die Band um Sänger David Readman nun in Bestform. Gut abgehangener deutscher Hardrock mit erstklassigem Gesang wird hier feilgeboten. Readman funktioniert mit dieser Band scheinbar am besten, denn vor zwei Wochen habe ich ihn noch kritisiert. 5/6

 

 

Honeymoon Disease - Part human, mostly beast

 

Vom dämlichen Albumtitel macht der Schweden-Vierer auf Album Nummer zwei wieder vieles richtig. Rotziger Schweden-Retrorock mit zum Teil tollen Melodien. Ab und an wird es etwas seicht („Night by Night“), doch unterm Strich ist hier eine deutliche Entwicklung zum Debüt festzustelle. Gutes Ding. 5/6

 

 

Sweet & Lynch – Unified

 

Stryper-Sänger Michael Sweet und Gitarrist George Lynch (Dokken, Lynch Mob) haben sich schon bei ihrem Debütalbum der Belanglosigkeit schuldig gemacht. Diesen Weg gehen die beiden nun konsequent weiter und liefern mit "Unified" einen der größten Stinker des Jahres ab. Gut gemachte Langeweile bleibt langweilig. 2/6

 

Destruction – Thrash Anthems II

 

Der zweite Teil der Destruction-Neueinspielungen wurde per Crowdfunding realisiert und wie schon beim ersten Teil macht die Scheibe einen schlanken Fuß. Klassiker mit besserem Sound, Hymnen in Thrash ohne die Ruppigkeit abzugeben war das Ziel. Hat geklappt. Gutes Ding. 5/6

 

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Evanescence – Synthesis

 

Und noch einmal alter Wein in neuen Schläuchen: Evanescence präsentieren auf "Synthesis" alte Songs in anderem Gewand. Orchestral, eletrisch und pompös erscheinen Songs wie "My heart is broken" oder der Hit "Bring me to life" deutlich stimmiger als in den Originalfassungen. Harte Gitarren bleiben im Schrank, mit "Hi-Lo" und "Imperfection" gibt es auch zwei neue Songs. 4/6

 

The Erkonauts – I Shall Forgive

 

Habe ich oben gesagt, dass alle Schweizer Hardrocker gleich klingen? Ich Idiot... The Erkonauts klingen... wie niemand anderes. Irgendwo im Progmetal angesiedelt, ist die Band so punkig, dass mir die Spucke wegbleibt. Dazwischen tönt etwas verhaltener Metalcore. Sänger Ales Campanelli klingt wahnwitzig flexibel, ganz tolles Album, was man nur lieben oder hassen kann. 6/6

 

Witchery – I Am Legion

 

Wann genau nimmt Bassist Sharlee D’Angelo (Arch Enemy, Spiritual Beggars) eigentlich die Zeit, um ein Album nach dem anderen einzuhämmern? Bei Witchery ist er jetzt auch noch an Bord und hilft, den Hassbrocken des Jahres zu liefern. Ein Problem hat das Album dennoch: Es kommt einfach nicht an "In His Infernal Majesty's Service" vom Vorjahr ran. Gefallen kann aber die neue Herangehensweise, die nun auch Midtempo-Gekotze zu lässt. 4/6

 

Shipwrecks – Shipwrecks

 

Nach alldem Lärm beende ich die Rubrik mit einem wunderschönen Postrock-Album: Shipwrecks aus Köln machen einen auf Long Distance Calling und das so gut, dass hier die Höchstnote fällig ist. Wunderbar melancholisch und mit der ein oder anderen harten Kante ausstaffiert.  6/6 

 

Review: Need for Speed Payback

81xSdSneoL. SL1500 Need for Speed war einmal der Spiel gewordene feuchte Traum der Gamepad/Lenkrad-Akrobaten. Seit einigen Jahren dümpelt EAs Straßenflitzer in der Belanglosigkeitsgarage herum. Mit dem Reboot sollte vor zwei Jahren alles viel besser werden, wurde es aber nicht. Der nächste Versuch heißt Need for Speed- Payback und ist eine Mischung aus dem Golden Oldie "Burnout Paradise" und den Fast and Furious-Filmen. 

Die Einzelspieler-Kampagne erzählt filmreif die Story des ehemaligen Streetracers Tyler Morgan. Nachdem er verraten und ins Exil getrieben wurde, ist die Zeit gekommen, Rache zu nehmen. Tyler muss seine Crew wieder aufbauen, ein aussichtsloses Rennen gewinnen und das "House" zu Fall bringen - jenes Kartell, das die Casinos, Kriminellen und Cops der Stadt kontrolliert. Klingt, gut, sieht auch gut aus, ja fährt sich sogar (arcadig) gut, doch irgendwie springt der Funke nicht so richtig rüber. Das könnte an den langweiligen Arealen liegen. Zwar Open World, kicken die Strecken jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich, sondern sind eher leb- und lieblos. Bis auf wenige Ausnahmen? Ja, denn einige der Missionen sind bombastisch. Die Hauptmissionen sind  spaßig, sehen gut aus, auch, wenn sie nicht sonderlich fordernd sind, viele Nebenmissionen sind eher stiefmütterlich programmiert worden. Die Rückkehr von Verfolgungsjagden mit der Polizei ist ein guter Schritt, die Cops scheinen aber alles andere als gute Autofahrer zu sein. Man entkommt ihnen schlichtweg zu einfach. Das bringt uns zum Balancing des Spiels: Es ist schlecht! Gleich zu Beginn ist es bei einem Street-Sprintrennen fast unmöglich, den Gegner zu überholen. Andere Rennen sind hingegen so lächerlich einfach, dass die Gummiband-KI extrem auffällt. 

Tuning darf auch betrieben werden. Mithilfe von sogenannten Speedcards können die Autos aufgerüstet werden. Wirkt krude, ist auch krude. Ebenfalls bedenklich: Auch bei NFS Payback wird nicht auf kostenpflichtige Lootboxes verzichtet. Ein Trend, der die Spieleindustrie hinrichten wird, wenn dem kein Einhalt (Spiele nicht kaufen!) geboten wird, da bin ich ganz sicher. 

Kurzum: Der feuchte Traum ist abgetrocknet und klebrig geworden.

 

Fazit: Die Rennspiel-Enttäuschung des Jahres

 

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Q&D: KW44

quickd

 

Vandenberg’s Moonkings – MK II

 

Der fliegende Holländer ist zurück und nach dem guten Debüt der neuen Band von Ex-Whitesnake Guitarslinger Adrian Vandenberg macht MK II nicht viel anders als der Erstschlag. Gut abgehangene stark Whitesnake-inspirierte Mucke mit einem guten Sänger und einem tollen Gitarristen. David Coverdale macht schon lange nichts Besseres mehr. 5/6

 

Tyler Bryant & The Shakedown – Tyler Bryant & The Shakedown

 

Auf einmal war der bluesige Rocker Tyler auf den Bühnen der Welt, durfte AC/DC und Aerosmith supporten. Zu Recht? Die CD gibt nicht wirklich Aufschluss darüber, warum die Band sich einem so großen Publikum vorstellen durfte. Scheiße ist anders, aufregend aber auch. Reißbrettartiges Songwriting, ordentlicher Gesang. Das war's! Ich würd's nicht kaufen. 3/6

 

Moonspell – 1755

 

Die neue Moonspell-Scheibe erinnert an die eigene Jugendzeit, als man englische Fantasietexte mitgesungen hat - weil man gar kein Englisch konnte. Moonspell besingen auf 1755 das Lissaboner Erdbeben aus dem gleichen Jahr  und zwar auf: Portugiesisch! Mitgröhlen entfällt also weitestgehend. Ansonsten ist alles töfte und in bester Moonspell-Tradition. Fans der Band greifen zu, alle anderen gehen erst in den VHS-Kurs Portugiesisch. 5/6

 

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Annihilator – For The Demented

 

Was ein geiler Brocken! Aber: Jeff Waters singt wieder selber. Das kostet dem grandiosen Riffgewitter einen wichtigen Punkt in der Endabrechnung, denn er ist einfach kein guter Vokalist. Was schade  ist, denn "For the Demented" ist eine der besten CDs im mittlerweile 16 Rundlinge starkem Portfolio des Thrash-Meisters. Wer Hetfield für einen guten Sänger hält, kann aber auch hier bedenkenlos zugreifen. 5/6

 

Kansas – Leftoverture Live & Beyond

 

Und noch ein Live-Album, was direkter klingt, als wir es von solchen Alben in den letzten Jahren gewohnt sind. Scheint also ein Trend. Kansas geben sich auf dem Album keine Blöße und begeistern mit frickeligem Handwerk der Extraklasse. Kann man so machen, braucht man es? Nächster Tipp! 5/6

 

Bryan Adams – Ultimate

 

Woran merkt man, dass Weihnachten anrauscht? Jeder Depp schmeißt eine Best of auf den Markt. Bryan Adams macht das sehr regelmäßig, das kann ihn aber auch nicht mehr retten. Der Kanadier hat den Rock 'n' Roll verraten (Verschissen seit dem Robin Hoof-Scheiß! Da hat der einstmals herausragende Rocker scheinbar gemerkt, dass beschissene Hausfrauenballaden mehr Kohle bringen als ehrlicher Rock 'n' Roll). Mit "Please stay" steuert er seinen ikonischen Songs der Best of ("Run to you", "Heat of the Night", "Summer of 69") ein absolut abscheuliches neues Machwerk der Extra-Schmalzklasse bei. Die guten Songs sind gut, die Platte kriegt trotzdem 0/6.

 

Cannibal Corpse – Red Before Black

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Geschmackvolles Cover wie immer, geschmacklose Musik - also auch wie immer. Und doch ist die neue CC ein wenig fetter geworden. Vielleicht hat man zugelegt, um im Verlauf der Scheibe fein säuberlich den vollgefressenen Korpus zu häuten. Ist Euch zu eklig? Dann ist diese Platte nix für Euch. Solltet Ihr hingegen Gefallen an einem musikalischen Amoklauf haben, ist das Euer Soundtrack. Alle Trademarks der Band sind da, kann man mögen oder nicht (ich mag's nicht), gut gemacht ist es allemal. 5/6

 

Beast In Black – Berserker

 

Klarer Fall von: Könnte richtig geil sein, wenn... es denn nicht so fürchterlich produziert wäre. Beast in Black ist die neue Band um den ehemaligen Battle Beast-Gitarristen und Songwriter Anton Kabanen. Die Mucke hat alles: Versatzstücke von Priest, WASP oder Helloween, mitreißende Soli - und absolut inakzeptable Keyboard-Sounds und so manch peinlichen Powermetal-Ausfall ("Blind and frozen"). Sänger Yannis Papadopoulos hingegen ist grandios. 3/6

 

Polaris – The Mortal Coil

 

Kurz? Und dirty? Gibt es, weil ich keine Lust habe nach dem Hören dieses Mülls auch noch Zeit fürs Tippen aufzuwenden: Doofmanns-Metalcore, der nichts hat, was nicht andere in dem Genre schon deutlich besser gemacht haben. Ein echter Kotzbrocken. 1/6

 

Vuur - In this moment we a free Cities

 

Man kann Anneke Van Giersbergen einfach nur mögen. Und deshalb ist es schön, dass sie wieder etwas progressiver zu Werke geht. Mit Vuur wird es endlich wieder deutlich härter, das wird "The Gathering"-Fans freuen. Und in der Tat ist Anneke hier ein sehr dichtes, nicht sofort knackbares Album gelungen. 5/6

 

Blues Pills – Lady In Gold – Live In Paris

Live sind unser aller Lieblingspillen einfach am Besten. Das wissen sie selber und deshalb gibt es ein ums andere Mal auch aus der Konserve was Livehaftiges. Die neue CD klingt schön roh und das Publikum ist richtig laut abgemischt. Das Gefühl "Mittendrin statt nur dabei" ist allgegenwärtig. Gutes Ding. 5/6

 

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T-RackS 5: Toller tönen

tr-landing-page 5.0Bereits seit 1999 präsentiert IK Multimedia so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Mastering: Die Software T-RackS bietet hervorragende Möglichkeiten, seinen Mix zu finalisieren und großartig klingen zu lassen.

Nachdem eine ganze Weile nichts Neues kam, wurde nun runderneuert: IK Multimedia hat dem T-RackS 5 Paket vier komplett neue Modulen verpasst, was die Anzahl der Plug-in-Module auf 38 ansteigen lässt. Die neuen vier sind dabei völlig überzeugend.

So gibt es einen Master Match, der anhand von drei vorzugebenden Referenz-Tracks den Stil des Mixes auf den eigenen Song überträgt. Das klappt ziemlich gut. Beeindrucken kann auch das ONE-Modul. Hierbei handelt es sich um eine ausgezeichnete All-in-one Lösung für das das eigene Master. 

Die weitteren Neuzugänge sind Dyna-Mu und Equal. Der variable Mu Kompressor/Limiter Dyna-Mu hat laut Hersteller einen subtilen, aber wiedererkennbaren Effekt auf das Signal. Dank seiner Wandler und der emulierten Röhren soll er sich besonders zum verdichten beziehungsweise dem sogenannten „verkleben“ eines Mixes eignen. EQual ist ein digitaler, parametrischer Equalizer mit zehn Bändern, der einen besonders transparenten Klang bieten soll. Darüber hinaus verfügt er über eine skalierbare Vollbild-Bedienoberfläche sowie eine Auswahl charakteristischer Filterkurven, die den Sound britischer und amerikanischer Analog-Equalizer nachahmen sollen.

IK Multimedia T-RackS 5 ist ab sofort erhältlich, die Preise sind recht happig und starten bei 179 Euro für die Basisausstattung T-RackS 5, das Komplettpaket Deluxe kostet ganze 357 Euro, bietet dafür aber auch von klassischen SSL-EQ-Emulationen über Kompressoren bis hin zu Metering-Module alle Tools, die man für ein professionelles Mastering benötigt. Die Software ist sowohl im Plug-In-Modus üblicher DAWs als auch Standalone nutzbar. IK Multimedia hat zudem einen T-RackS 5 Custom Shop im Angebot, mit dem man auch einzelne Module erwerben kann. 

 

Fazit: Tolle Runderneuerung - nicht ganz billig

 

 

 

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Review: Wolfenstein 2 - The new Colossus (PS4)

81rBOjbJ3yL. SL1500 Ne, was haben wir alle wie die Irren Castle Wolfenstein und später Wolfenstein 3D (HIER findet Ihr ein komplettes Playthrough)  gespielt. Als Jugendlicher war der Kick natürlich, dass man böse Nazis und am Ende den alten Adolf um die Ecke bringen konnte. Verrucht und verboten, toll. Das Reboot von Wolfenstein vor einigen Jahren (HIER) wurde dann natürlich megazensiert in Deutschland veröffentlicht. Während man in jedem Schrottfilm aus der Grabbelecke Hakenkreuze und Naziuniformen ohne Ende sehen darf, ist das in deutschen Computerspielen weiterhin verboten. Schwachsinn, spricht es doch der Branche ab, Kunst zu produzieren. So muss auch Wolfenstein II: The New Colossus ohne ein stimmiges Ambiente in Deutschland auskommen, die Nazis sind schlichtweg das Regime. Braucht ein Spiel Nazisymbole, um gut zu sein? Nein! Könnte die Atmosphäre besser sein, wenn die deutsche Fassung (die übrigens ansonsten nicht geschnitten ist, sprich: Blut, Blut, Blut  und noch mehr Blut ist kein Problem) wirklich authentisch wäre? Auf jeden Fall, weshalb ich hier per se einen Punkt abziehe (bei den UK/US-Fassungen diesen dann einfach drauf rechnen!). Zum Spiel: Wolfenstein 2 führt die Spieler in das vom Regime kontrollierte Amerika, um die mutigsten Anführer des zerschlagenen Widerstands zu vereinen und sich gemeinsam den Faschisten entgegenzustellen. Die Spieler müssen alle Register ziehen, um ikonische amerikanische Schauplätze wie die Kleinstadt Roswell in New Mexico, das unter Quarantäne stehende New Orleans und das durch eine nukleare Explosion verwüstete Manhattan den Amerikanern zurückzugeben. Wer das vorige Abenteuer gespielt hat, weiß Bescheid: In der Rolle von B.J. „Terror-Billy“ Blazkowicz müssen die Spieler eine zusammengewürfelte Gruppe von Widerstandskämpfern vereinen, um das Regime ein für alle Mal aus Amerika zu vertreiben. Grafisch ist Wolfenstein 2 bombastisch, spielerisch bockschwer (selbst auf den einfachen Leveln) und inszenatorisch eine echte Wucht. An Ideen mangelt es ebenfalls nicht. So ruckelt man im ersten Level im Rollstuhl sitzend durch das Level und meuchelt einen Nazi nach dem anderen. Der Humor kommt übrigens auch niemals zu kurz, trotz der ganzen Brutalität. Stark. Die Waffen sind wahnwitzig: Mit dem Laserkraftwerk, einer vielseitigen Hochleistungs-Laserwaffe, pulverisiert man die Gegner zu Asche, mit dem Dieselkraftwerk hingegen werden ganze Gegnergruppen ins Nirwana gejagt. Unterm Strich bleibt an grandioser Ego-Shooter, der kaum ein Auge trocken lässt. Schade, dass Computerspiele immer noch nicht als Kunstform akzeptiert werden.

 

Fazit: Toller Ego-Shooter, der in der deutschen Fassung unter atmosphärischen Störungen leidet. 

 

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81SGi-FO-zL. SL1500

Q&D: KW43

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Sons of Apollo - Psaychotic Symphony

 

Die Supergroup um die Ex-Dream Theater-  Musikanten Derek Sherinian und Mike Portnoy (Foto unten) machen mit Gesangseule Jeff Scott Soto, Gitarrist Bumbelefoot Thal und Allesspieler Billy Sheehan genau das, was man erwarten kann: 1A Dream Theater-Musik. Und das so gut, dass man lange überlegen muss, wann Dream Theater selber eine solche Scheibe eingezimmert hat. Top!  5/6

PictureThe Professionals - What in the World

 

Astrein, geiler Asipunk(rock) von Ex-Pistols Drummer Paul Cook. Vielleicht die Punk-Überraschung der Saison, gespickt mit zahlreichen Gaststars wie Marco Pironni (Adam & The Ants), Billy Duffy (The Cult), Duff McKagan (Guns ‘n’ Roses), Phil Collen (Def Leppard) und - TUSCH: Steve Jones. Starkes Ding. Kaufen und rumpogen wie bekloppt. 5/6

 

Doro - Für immer

 

Metalqueen Doro goes Schlager? Not quiet aber schon ein bisken. Auf ihrem rein deutschen Album "Für immer" gibt es Altbekanntes aber auch Neues wie die David Bowie Nummer "Helden" (Heroes). Kann man machen, muss aber auch nicht, deshalb: Verzichtbar. 3/6

 

Europe - Walk the Earth

 

Solide bis gut, aber auch ein wenig langweilig und deutlich schlechter als der Vorgänger. Technisch ist bei der Truppe um Joey Tempest (Foto unten) natürlich alles tippitoppi. 4/6

 

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The White Buffalo - Darkest Darks, Lightest Lights

 

Irgendwie Country, irgendwie Folk und  Singer-Songwriter, irgendwie... scheiße geil. Mehr Wumms als auf seinen alten Scheiben, deshalb aber keinen Deut schlechter. Geheimtipp! 5/6

 

Wucan - Reap the storm

 

Gerade begann ich sie zu lieben, da kommt die neue Scheibe raus ... und zeigt erstaunliche Defizite in Sachen Songwriting und sogar Vokalakrobatik. Immer gehetzt, zu bemüht, nie mehr cool. Verkacktes Album, wen man den Vorgänger liebt (auch, wenn Euch alle anderen Medien was anderes erzählen wollen). 3/6

 

Märvel - At the Sunshine Factory

 

So schwedisch, dass es spritzt sind Märvel auch auf dem neuen Album. Nach der Göttergabe "Hadal Zone Express" von 2015 vielleicht das beste Album - ganz im Stil von klassischen Kiss oder Cheap Trick. Tolle Scheibe. 5/6

 

Marilyn Manson - Heaven Upside Down

 

Jo, Marilyn M. halt. Klingt wie immer, nur nicht so gut. Eher etwas für den Gothic-Kindergeburtstag. 1/6

 

Pearl Jam - Let's play two

 

Zwei ausverkaufte Abende im Chicagoer Wrigley Field. Diese Stimme wird nie alt, diese Songs beleuchten wie Millionen von Glühwürmchen jede dunkle Nacht. Weltklasse. 6/6

 

Ten Years After - A sting in the tail

 

Ich bin ja kein Freund von Bands, die nach dem Tod des Bandleaders weiter machen, doch die neue Version von Ten Years After mit Marcus Bonfanti an Gitarre und Gesang macht einen richtig schlanken Fuß. Gut abgehangener Bluesrock mit genügend Edge, um Alvin Lees Fehlen verschmerzen zu können. 5/6

 

Pendulum of Fortune - Searching For The God Inside

 

David Readman (Pink Cream 69, ex-Voodoo Circle), Gitarrist Vladimir Shevyakov (Vital Science, Trust X), Bassist Franky R. (Shortino, Lancelot) sowie Bodo Schopf (Eloy, McAuley/Michael Schenker Group) sind Pendulum of Fortune und die Scheibe groovt und doomed ziemlich cool durch die Lautsprecher. Ein wenig Sabbath, etwas Zeppelin, bisken Scorpions - fertig ist eine richtig gute Platte. Lediglich Readman nervt über nach fünf Songs etwas. 4/6

 

 

 

 

 

Angezockt: The Evil Within 2 (PS4)

The Evil Within 2 ps4 frontcover-01 1496837647Fortsetzungen sind nicht nur in Hollywood Gang und Gebe, die Spielebranche übertrifft die Filmemacher in dieser Beziehung um ein Vielfaches. The Evil Within hat uns damals nicht recht begeistern können, trotzdem schauen wir uns den Nachfolger natürlich an. Und, die gute Kunde: der zweite Teil ist wesentlich besser als sein Vorgänger. Der Spieler ist natürlich wieder Detective Sebastian Castellanos. Und der hat alles verloren, auch seine geliebte Tochter Lily. Doch als Mobius (eine Organisation, die sich vor der Öffentlichkeit verbirgt und aus den Schatten heraus die Ereignisse manipuliert) ihm die Gelegenheit bietet, seine verloren geglaubte Tochter zu retten, muss er sich mit dieser mysteriösen Organisation, die sein altes Leben zerstört hat, zusammentun. Einmal mehr muss Sebastian in eine ihrer schrecklichen Schöpfungen hinabsteigen: In der verstörenden Welt der Kleinstadt Union ist sein Verstand seine mächtigste Waffe gegen die lauernden Schrecken – und Erlösung ist nur tief im Inneren des sogenannten STEM (eine Maschine, die den Verstand seiner Nutzer zu einer alternativen Welt verwebt) zu finden. So weit, so wenig begeisternd, weil durchaus konfus. Den ersten Teil zu kennen, kann helfen, letztlich ist aber das Spiel auch ohne diese Vorkenntnisse vernünftig spielbar. Was man wissen muss? Der Detective bekommt also eine zweite Chance, seine verloren geglaubte Tochter zu retten. In der Albtraumwelt muss er dafür gegen Zombies und andere seltsame Kreaturen antreten, die lauern nämlich hinter jeder Ecke dieser bizarren Welt. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei sehr variierend. Mal erledigt man große, schwere Gegner recht einfach, um eine Häuserecke weiter keine Chance im offenen Kampf gegen einen schlurfenden Zombie zu haben. Balance ist das Stichwort -  und die ist scheinbar nicht ideal in diesem Spiel. Grafisch ist so weit alles tutti, vor allem die Hauptperson ist sehr detailliert dargestellt. Andere Charaktere hingegen sehen oft ausgewaschen aus. Eine Anpassung an die PSPro wird es nicht geben, schade. Die Handlung mit der abgerissenen Kleinstadt erinnert an Silent Hill, aber das muss ja kein Nachteil sein. 

Die Steuerung ist wie schon im ersten Teil ein Problem, da durch die Kameraposition (leicht hinter der Schulter der Spielfiguren postiert) nicht immer eine gute Übersicht gegeben ist. Um in einem Raum etwas schnell zu erkennen, muss man sich so immer um die ganze eigene Achse drehen. Das geht besser und macht keinen Spaß.

Atmosphärisch ist das Spiel aber dann wieder richtig gelungen. Gruselsounds aus dem Controller, genügend Schreckmomente, immer wieder undurchsichtige Zwischenspiele, The Evil Within 2 könnte mit einer guten Steuerung ein Top-Spiel sein. So bleibt es wie auch schon Teil 1 ordentlicher Durchschnitt. Der Story-Trailer unten klärt Euch vielleicht etwas auf, was die Handlung angeht.

 

Fazit: Ordentlicher Grusel mit Steuerungsproblemen

 

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Review: Project Cars 2

project-cars-2 6003094Der Herbst meint es dieses Jahr gut mit Gamepad-Rennfahrern und so fährt in diesen Wochen neben den Konsolen-Boliden 'GT Sport' und 'Forza 7' auch 'Project Cars 2' von der Boxengasse auf die Rennstrecke. Nach dem Überraschungserfolg im letzten Jahr versprach Entwickler Slightly Mad Studios auf die Community zu hören und die Kritikpunkte konsequent anzugehen. Sehr schade ist allerdings, dass dies an vielen Stellen nicht wirklich gelungen ist und so der Eindruck einige tiefe Kratzer im Lack erhält. Insgesamt wirkt das Spiel etwas polierter im Vergleich zum Vorgänger. Das fällt beim Menu und dem immer noch etwas spröden Karrieremodus auf. Grafisch braucht sich das Spiel hinter den Branchenriesen nicht zu verstecken. Die abwechslungsreichen Kurse sahen auf der PS4 Pro gut aus und wirkten mit den dynamischen Wettereffekten sehr lebendig und real. Überhaupt gibt es immens viele Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten - von den Fahrhilfen über die Steuerung und vielem mehr. Und genau dort erleidet Project Cars leider einen kompletten Motorschaden. Es gelingt kaum, sowohl auf 'Werkseinstellungen' noch über individualisiertes Fahrverhalten unter Zuschaltung von Fahrhilfen ein halbwegs realistisches Fahrverhalten hinzubekommen. Die über 170 Fahrzeuge, die ab Start alle freigeschaltet sind (ein motivierendes Freischalten des Fuhrparks wie bei GT und Forza entfällt leider), steuern sich mit dem Gamepad so merkwürdig, dass es selten gelingt, unfallfrei eine Runde zu beenden. Manchmal bricht der Wagen auf einer Geraden ohne Grund einfach aus oder eine Kurve wird zu einer unkontrollierbaren Rutschpartie auf Seifenlauge. Der Anspruch, ein möglichst realistisches Fahrverhalten abzubilden, scheitert hier krachend. Dazu kommt, dass sich die KI-Gegner verhalten wie Verkehrsrowdies auf Koks und den Spieler desöfteren ungestraft von der Strecke schießen. Das sorgt für Frust hinter dem virtuellen Lenkrad. Damit nicht genug: Das Geschwindigkeitsgefühl ist auch eher dürftig, so dass eine Fahrt mit 300 km/h in einem Ferrari wie ein Sonntagsauflug im Opel Kadett auf einer bundesdeutschen Landstraße wirkt. Wie es besser geht zeigen derzeit Forza 7 und GT Sport, die beide ein zugängliches Fahrverhalten mit toller Optik kombinieren, so dass Project Cars 2 von diesen beiden derzeit nur die Rücklichter sieht.

 

Fazit: Totalschaden mit schöner Grafik

 

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Review: Fifa 18 vs PES 2018

81jDVG9z4rL. SL1500 81cgeVPX1FL. SL1500 Battle Royal: Im Jahr 2017 haben wir es mit den wohl beiden besten Fußballspielen aller Zeiten auf der Konsole zu tun. Umso schwieriger fällt die Wahl: Fifa 18 oder PES 2018? In jedem Jahr schwören die Fanboy, dass PES die deutlich realistischere Ballphysik hat, während das gegnerische Lager über Konami nur lacht, weil die es trotz eines guten Fundaments nicht hin bekommen, kleine und dennoch schwerwiegende Ärgernisse hinweg zu programmieren. Und nein: Die Ballphysik ist bei beiden Games nicht realistisch, bei PES gibt es genauso Ping-Pong-Ballaktionen wie bei Fifa. Trotzdem hat PES im Handling leicht die Nase vorn, längst aber nicht mehr so weit wie noch vor einigen Jahre.

Schauen wir einmal unter die Haube der beiden Soccer-Boliden: Fifa 18 hat sich im Gegensatz zum Vorjahr scheinbar wenig verändert, denkt man. Zieht man aber erst einmal die virtuellen Fußballschuhe (sprich Gamepads) an, merkt man, dass an der Spielmechanik eine Menge gemacht wurde. Das Spiel ist deutlich langsamer geworden (aber immer noch zu schnell, weshalb wir die Einstellung "langsam" empfehlen). Dies hat Fifa mit PES gemein: Auch Konami setzt auf deutlich reduzierte Geschwindigkeit. Auch hier ist jedoch eine Stufe langsamer noch besser. In der PES-Fangemeinde herrscht fast Einigkeit, dass das neue Spiel weniger dynamisch und zu langsam ist, was ein guter Beweis dafür ist, dass all das Gerede um Realismus eben nur das ist: Unsinniges Gerede. So schnell wie beide Spiele aus der Kiste kommen, so wenig ist eine Realismusdebatte haltbar. Es sind Konsolenspiele. Wer Realismus will, sollte sich in einem Fußballverein anmelden.

Das Verteidigen ist schwieriger geworden bei Fifa von EA Sports, das Dribbeln aber auch. Klingt komisch, ist aber so. Insgesamt wurde zudem den Superstars die scharfe Klinge genommen, sprich: ein Sprint mit Ronaldo von Torlinie zu Torlinie ist kaum möglich - zum Glück. Grafisch ist Fifa einen Tacken schwächer als PES, auch, wenn die geölten Hochglanz-Gesichter bei Konamis Kick-Sproß nicht Jedermanns Sache sein dürfte. In Sachen Atmosphäre ist Fifa jedoch unschlagbar, das muss PES sich weiterhin schämen. Das Thema Lizenzen ist ein altbekanntes Problem für Konami, zumindest auf PC und PS4 aber dank Community-Option Files kein Hindernis mehr.

Dennoch: Fifa 18 hat das ganz dicke Ding, sogar die dritte Bundesliga. Dazu kommt bei EA Sports Hunters Journey, die Fortsetzung des Storymodus vom Vorjahr. Hier ärgert uns EA aber: War die Hunter-Story 2016 noch rein englisch, ist sie nun synchronisiert. Und das führt zu so schlimmen Spaß-Killern wie, wenn Alex Hunter (Engländer) in Rio Ferdinands (Engländer) TV-Sendung deutsch spricht, während Rio englisch palavert. Ich kann verstehen, dass die echten Stimmen von Ronaldo und Co (zahlreiche Gaststars sind Teil der Story) nicht synchronisiert werden sollten, dieser Bruch zwischen den Sprachen ist aber grausam. Ansonsten macht die Story wieder viel Spaß, ist etwas langatmig, und Hunter mutiert immer mehr zum Söldner (was aber spielerisch sinnvoll ist, denn vier Jahre im gleichen Club wäre einfach langweilig). 

Bei PES gibt es so Spielchen nicht, Konami legt wie immer das Hauptaugenmerk auf das Spiel - und verkackt an entscheidenden Stellen - zumindest für Single Player. Die KI foult wie schon im Vorjahr nahezu gar nicht. So viel zum Thema "das realistischste Fußballspiel". Ebenso unrealistisch: Obwohl man Verletzungen ein und ausstellen kann, verletzt sich in 99 Prozent aller Spiele niemals ein Kicker. So etwas regt mich zumindest ziemlich auf und sorgt dafür, dass ich das Spiel offline im Single-Modus nicht mehr anrühre.

Fifa 18 ist aus der Box nicht der bessere Kick, aber EA sorgt dank der Slider-Mechanik dafür, dass fast sämtliche Aspekte des Gameplays anpassbar sind (etwa Schussstärke oder Verletzungshäufigkeit). Wer hier sanft runter regelt, bekommt das beste Fußballspiel des Jahres 2017. Wer sich für die Slider-Einstellungen interessiert, sollte HIER einmal stöbern. Das macht glücklich. Verbessert wurde das Flanken bei Fifa (bei PES hat es immer schon besser funktioniert), so dass mittlerweile Flanken auch gefährlich werden. 

Doch auch PES hat schöne Dinge zu bieten (wenn man nicht im Single Player-Modus spielt): Der neue 3vs3-Modus ist Spitze und enorm motivierend (wenn man denn mal Online-Spieler findet, die nicht nur den Alleinikov machen). 

Was beide Spiele vereint: Die Kommentatoren (bei Fifa Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss, bei PES Hansi Küpper und Marco Hagemann) sind einfach grauenhaft. Ständig Wiederholungen, häufig nicht zum Spielgeschehen passende Sprüche, überhitztes Sprecher-Ego - dieser Schrott hat bei beiden Herstellern Tradition. 

Am Ende schlägt das per Slidereinstellungen getunte Fifa 18 PES 2018. Sollte sich Konami mal zu einem ähnlichen System entscheiden, wird es spannend. Beide Games gehören aber dennoch zur Krone der Fußball-Spiele, von Simulationen will ich hier bei beiden nicht reden.

 

Fazit: Getuntes Fifa 18 schlägt PES 2018

 

Beide Spiele erhalten :

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Review: NHL 18 (PS4)

917t2S7NaYL. SX522 Same procedure than last year? EA Sports wird ja oft vorgeworfen mit jährlichen Update Kohle scheffeln zu wollen. Was bringt also NHL 18, was NHL 17 nicht auch schon in Petto hatte? Wir haben uns aufs Glatteis begeben. 

In der Tat gibt es in Sachen Spielfreundlichkeit keinerlei Rutschgefahr, denn NHL 18 spielt sich weitestgehend wie sein Vorgänger. Einige kleinere Änderungen wie ein neuer Offensiv-Stil, in dem man auch Kunstschüsse (etwa durch die Beine) ausführen kann oder eine verbesserte Sticksteuerung sind wirklich kleinste Details. Verschlimmbessert wurde der Poke-Check, der jetzt viel zu mächtig ist. NHL 17 war schon ein nahezu perfektes Sportspiel. Dass man nur mit neuen Kadern nicht durchkommt, wissen aber auch die EA Sports-Leute und so haben sie einen neuen Modus in das Game integriert, der wirklich alleine das Geld fürs "Update" wert ist: NHL Threes heißt das gute Stück und mehr Spaß als bei diesem megaschnellen, arcadigen 3 gegen 3 auf kleiner Eisfläche hat man lange nicht mehr bei einem Sportspiel gehabt. Megaschnell, kaum Unterbrechungen, dazu die Chance bei einer Tour durchs Land die (auf dem Eis spielbaren !) Maskottchen der anderen Teams abzugreifen - Threes ist der Megahammer. Dieser Modus ist der sichere Tod für alle Arcade-Hocheyspiele im Playstation Store, denn besser geht es nicht. Online oder offline, im Koop-Modus oder gegeneinander - alles ist möglich. Und da wir gerade einmal beim flotten Dreier sind: Auch in der harten Simulation ist ein solcher nun möglich.Dank der  NHL 3-gegen-3 Overtime ist es nun endlich machbar, in der EA SPORTS Hockey League  3-gegen-3-Spiele absolvieren, um auf dem Eis mehr Platz für spektakuläre Spielzüge zu haben. 

Dazu gibt es neue Arenen und ein neuer Expansion Draft, bei dem man sein eigenes 32. NHL-Team starten kann. Ösis freuen sich über eine neue Liga, ihre eigene nämlich. Mehr geht nicht und obwohl spielerisch kaum zu verbessern, ist NHL 18 jeden Cent wert.

 

Fazit: Das beste Sportspiel ist in diesem Jahr vor allem durch NHL Threes ein noch größer Kracher

 

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Review: Tell 'Em All - James Hetfield: Die Biografie

tellemNun liegt es also vor, das erste Buch, das die Geschichte von James Hetfield als treibende Kraft des Bay-Area-Thras und Metallica dokumentieren soll. Overamstel bringt die Biografie in Deutschland über die Brockhaus Verlagsauslieferung und das Forum Independent Sales Team auf den Markt. Die Biografie ist nicht von offiziell, sprich von Hetfield selber geschrieben. 

Mark Eglinton, der Hetfield 1986 zum ersten Mal in Edinburgh getroffen hat, versucht mit "Tell 'em All" (im englischen übrigens deutlich cooler als "So let it be written" betitelt) ein tieferes Verständnis für James' Rolle im kreativen Erschaffungsprozess seiner Band zu vermitteln. Echte Fans werden bis auf wenige Ausnahmen (etwa die O-Töne von Schulfreund und frühem Mitspieler Hugh Tanner, der zum ersten Mal seit 30 Jahren für das Buch einem Interview einwilligte) nicht allzu viel aufregend Neues erfahren, bekommen aber eine recht detaillierte Abhandlung über die Karriere der Band geliefert. 

Das Problem der "Biografie" ist, dass sie von einer sehr weit außenstehenden Position verfasst worden ist. Eglinton lässt zwar eine Menge andere Musiker zu Wort kommen (etwa Chuck Billy oder Kreators Mille Petrozza: "„Ich liebe seine Lyrics auf ... And Justice For All. Es ist mein Lieblingsalbum von ihnen, und James’ Texte haben einen sehr cleveren und kritischen Unterton.“), doch es handelt sich insgesamt eher um ein Werk, dass dem Schaffen der Band Metallica akribisch folgt, immer wieder die Einflüsse Hetfields dokumentiert, aber als Biografie eines der bedeutendsten Musikers des Metal deutlich zu kurz greift. 

Nahezu nichts in "Tell 'em all" ist neu für alte Hasen, dennoch ist das Buch gut und kurzweilig geschrieben. Die Hard-Fans werden müde lächeln, hinter die Kulissen wird nur sehr selten geblickt. Für alle anderen ist "Tell 'em all" ein netter Zeitvertreib ohne, dass man große Tiefe erwarten kann.

 

Fazit: Nix für Hardcore-Fans - für alle anderen eine nette Thrash-Geschichtsstunde

 

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Review: Arrested Denial - Frei.Tal

a2337336433 16Denk ich an Hamburg in der Nacht... ist mir um den Punk in Deutschland nicht Bange. Arrested Denial kommen aus der Hansestadt und zelebrieren hübschen Punkrock mit Ska und Oi-Einlagen. Seit 2009 drischt die Band schon in die Saiten und hat nun mit "Frei.Tal" ihr bereits drittes Album eingezimmert. Kurz vor Veröffentlichung der neuen Platte waren Arrested Denial im Juni 2017 auf zweiwöchiger Tour in China unterwegs. Unter anderem spielten die Hamburger in Peking, Shanghai und Hongkong. 

Nach englischsprachigen ersten Scheiben wird nun komplett - nein nicht chinesisch - deutsch gesungen. Geboten wird melodischer Punkrock mit oftmals sehr eingängigen Refrains ("Ich hab beschlossen Euch zu hassen"), der den einmal angebrachten Vergleich von Sammy Amara (Broilers) mit Rancid nicht immer untermauert. Arrested Denial gehen meist doch deutlich ruppiger an die Sache ran. Dazu statten sie ihre Songs mit textlich erfreulich klaren Botschaften aus ("Nationalisten aller Länder" mit Ulf von Rantanplan). Freunde der Broilers und Rancid finden hier dennoch ein räudigeres Beiprogramm zur ihren Lieblingsbands, müssen dafür hinnehmen, dass der Gesang nicht immer unfallfrei und deutlich rauher daherkommt ("Heimathafen"). Stilistisch wildern die Hamburger in einigen Gefilden ohne sich aber an Trends anzubiedern. Das Songwriting kann über weite Strecken gefallen, balladeskere Nummern wie "Bis hier, bis heute" sind aber nicht Arrested Denials großes Ding. 

Unterm Strich bleibt ein kurzweiliges Album, das - sehr frei nach Frank Zappe - beweist: Punk is not dead - it only smells funny. *

 

Rein hören kann man HIER! Wem's gefällt, kauft es aber auch bitte!

 

Fazit: Kurzweilig und über weite Strecken überzeugendes Punkrockalbum

 

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Review: Madden NFL 18

81WBtB0voL. SL1500 Was EA Sports in den vergangenen Jahren mit der Madden-Reihe auf die Beine stellt, ist ein Top-Beispiel dafür, wie jährliche "Updates" einer Spieleserie auch aussehen können. Während sich man sich im Hause EA bei Fifa oder NHL nur sehr behutsam an Veränderungen und Verbesserungen herantraut, schraubt man seit 2014 beim Football immer weiter und weiter. Madden NFL 18 ist der aktuelle Spross des Hauses und alles andere als ein laut aufgestöhntes "WOW" wäre keine angemessene Reaktion auf diese Version.

Perfekt sind Spiele nie und so war auch Madden 17 im Vorjahr Klasse aber weiter verbesserungswürdig (wie es auch Madden 18 ist). Doch EA Sports weiß das und haut jedes Jahr richtig einen raus. 

Dank der Frostbite-Engine macht Madden NFL 18 grafisch einen große Hüpfer vorne. Nein, "ultra-fotorealistisch" ist das Spiel immer noch nicht, auch, wenn die Presseinfos uns das so verkaufen sollen, doch Madden 18 ist schon verdammt nah dran. Wichtig ist aber ohne, wie es sich spielt und hier gibt es einige signifikante Veränderungen. Ein Beispiel? Zum allerersten Mal darf man hinpassen, wo man will. Sprich: Man muss nicht mehr zwingend auf den frei stehenden Wide Receiver werfen.

Das erhöht die Handlungsfreiheit und steigert den Realitätsgrad, bringt aber auch mit sich, dass man ganz schön viel üben muss. Spielt man nämlich unpräzise ist ein Turnover unausweichlich. Und davon gibt es in Madden NFL 18 deutlich mehr als in den Vorjahren. 

Mit "Play Now Live" kann man die interessanteste Partie der Woche dank Live-Updates mit den aktuellen Aufstellungen, individuellen Kommentaren und den neuesten Statistiken von NFL.com nachzocken, eine schöne Idee. Insgesamt wurde vor allem an der Spielbalance gearbeitet, so dass einige zu gewinnversprechende Spielzüge harmloser gemacht wurde oder die Defensive von KI-gesteuerten Teams sich verbessert hat. schwankt nicht mehr so stark. 

Was gibt es noch Neues? Wie schon bei Fifa 17 hat EA Sports einen Storymodus namen "Longshot" integriert und dieser kann durchaus überzeugen. Zwar ist die Geschichte ein wenig oberflächlich, doch Spaß macht das zu kurze Spielchen dennoch. Der Spieler übernehmt ihr die Rolle des jungen Quarterbacks Devin Wade, der es nach einem Schicksalsschlag über eine Casting-Show in die NFL schaffen möchte. Etwa vier Stunden dauert das Spiel, ein Hollywood-Star (Mahershala Ali) spielt die Hauptrolle. Klasse!

 

Fazit: Das beste Football-Spiel aller Zeiten!

 

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Review: The Source / Ayreon

ayreon-the-source-180062Das ist mal eine Oper: Arjen Lucassens Projekt Ayreon kann mit dem neuem Album “The Source“ alte und neue Progfans auf ganzer Linie zu überzeugen. Das war nicht immer so: Zwar hat das musikalische Genie aus dem Nachbarland Holland schon so einige sensationelle Alben abgeliefert (vor allem "The Human Equation" von 2004 ragt hier heraus), doch in den letzten Jahren wurde es zunehmend "verkopft". Das ist für Prog-Fans per se kein Hindernis, doch Werke wie "The Theory of Everything" und vor allem  "01011001" konnten zwar viele gute Kritiken einheimsen, konnten aber nicht in Gänze begeistern. Das ändert sich nun wieder. Für Ayreon- typisch hat Lucassen mit James LaBrie (Dream Theater), Simone Simons (Epica), Floor Jansen (Nightwish), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Tobias Sammet (Edguy, Avantasia), Paul Gilbert (Mr. Big) oder Russell Allen (Symphony X) das "Who is Who" der Metal-Szene aufgetischt, um wieder ins Genre Science-Fiction zurückzureisen. "The Source" ist quasi das Prequel zu "01011001" und erzählt von den Ursprüngen der Alien-Rasse "Forever" und beschreibt den Kampf der Menschen auf dem Planeten Alpha und die Flucht auf den Planeten Y. Wie üblich bei Ayreon porträtieren die vielen verschiedenen Sänger die handelnden Personen der Geschichte. Musikalisch ist der Mix der höchst variablen Sängergilde ein wahrer Genuss. Zwischen Metal, Classic-Rock, Folk und Pop wird hier agiert, was die Songstrukturen aufregend, aber dennoch nicht zu komplex macht. Im Gegenteil: So viele schöne Melodien wie auf "The Source" hat Arjen lange nicht mehr gezaubert. Das kulminiert in manchmal zu süßlichen Refrains ("Condemned to live").

Da es aber die Mischung macht, bietet "The Source" einfach alles: Harte Riffs, große Melodien, wahnwitzige Gitarrenarbeit und verpackt das Ganze in eine stimmige Story. Das ist wohl das am stärksten Gitarren orientierte Ayreon-Album aller Zeiten. Richtig stark sind natürlich die Gesangsleistungen. Kürschs charakteristischer Gesang dringt manchmal zu aufdringlich durch die Boxen (und verlässt den Blind Guardian-Pfad viel zu wenig), doch auch hier ist der Kontrast zwischen den Stimmen (die fast immer aufeinandertreffen) der Clou und lassen "The Source" unverkennbar nach der Arbeit eines Arjen Lucassen klingen. Wenn Sammet stimmlich auf den überragenden Russell Allen trifft, ist das schon eine kuriose und spannende Sache. Klingt die ganze Sache dann ab und zu auch noch nach Queen (oder Devin Townsend), ist garantiert Mike Mills (Toehider) als Betriebssystem TH 1 am Werk. Fantastisch. 

Nervig: Viel zu viele der Songs sind vorab veröffentlicht worden (etwa als erster Track "The Day That The World Breaks Down" mit rund 13 Minuten und allen Sängern an Bord). Gerade bei einem Konzeptalbum ist das armselig, auch, wenn es vielleicht zeitgemäß erscheint. Aus diesem Grund verbieten sich eigentlich auch Anspieltipps. Eigentlich... Wer die ganze Komplexität der Scheibe verstehen will, sollte in "The Day That The World Breaks Down" (bitte auf den grandiosen Russel Allen ab Minute 9 achten) hineinhören, wer einfach einen geilen Einzeltrack hören will, probiert sich an "Run Apocalypse run". 

 

Fazit: Wer kann, der kann: Arjen Lucassen katapultiert den Hörer ins All

 

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Review: Mass Effect Andromeda (PS4)

91dod92QhML. SL1500 Die Mass Effect-Trilogie ist passé (der letzte Teil erschien im März 2012), mit Andromeda hievt Bioware ein neues Kapitel der epischen Spielreihe in die Regale. Bereits im Vorfeld hatte es große Kritik gegeben, die Erwartungen waren riesengroß und vor allem alte Hasen unter den MA-Zockern können sich oftmals nicht mit dem neuen Spiel anfreunden. Die Probleme des Spiels sind dabei vor allem technischer Natur: Die Animationen sind ein wenig hölzern, die Lippensynchronität ist nicht gegeben, die deutsche Sprachausgabe ist nicht immer (aber oft) überzeugend (umstellen auf Englisch mit Untertiteln ist aber möglich). Dazu gibt es immer mal wieder (aber keineswegs so oft, wie viele Spieler in einschlägigen Foren vorgaukeln wollen) Lags auch im Solospiel. Bioware führt uns in die Andromeda-Galaxie fernab der Milchstraße. Dort suchen wir in einer feindseligen Galaxie nach einer neuen Heimat und kämpfen gegen eine tödliche Spezies, die alles daransetzt, uns auszuläöschen. 

Nimmt man die Nostalgiebrille ab und lässt sich auf MA Andromeda ein, erhält man ein bockstarkes Open World-Rollenspiel. Wer vorher - wie die RocknRoll Reporter - nicht viel mit der MA-Reihe zu tun hat, wird 90 Prozent der inhatlichen Kritiken nicht nachvollziehen können. 

Die PS4-Fassung ist nicht so verbuggt wie alle tun, die oben aufgeführten Probleme stören, zerstören aber das Erlebnis nicht.

Mass Effect Andromeda ist eine Mischung aus Skyrim und Star Trek: Das Besiedeln der Planeten, der Kampf gegen die zahlreichen Gegner macht genauso viel Spaß, wie die Detektivarbeiten ("Finden Sie den Saboteur") auf der riesigen Homebase, der Nexus, oder dem eigenen Schiff. Dialoge gibt es für viele Stunden, zwischenmenschliche Probleme müssen gelöst, Brücken zwischen verschiedenen Wesen geschlagen werden - kurzum: Das alles ist unglaublich umfangreich und ziemlich episch. 

Allein für das Folgen der Hauptstory muss man mehr als 50 Stunden einplanen, dazu gibt es so viele Nebenquest (und einen Multiplayerpart), dass man bis Weihnachten zu tun haben dürfte. Na klar, gibt es auch Ärgernisse: Die Teamkontrolle wurde beispielsweise auf die Positions- und Zielbefehle beschränkt, so dass es eigentlich egal ist, ob man seinen Mitstreitern im Kampf Befehle gibt.

Dafür entschädigen die vielen unterschiedlichen Welten - angefangen von einer staubigen Wüste bis hin zum ultratoxischen auseinandergebrochenen Planeten. Die Erkundung macht eine Menge Spaß. Grafisch ist MA Andromeda kein Toptitel, schlecht sehen vor allem die verschiedenen Landschaften jedoch nicht aus. Musik und Sound hingegen sind ziemlich stark.

Liest man sich die diversen Meinungen zu diesem Spiel durch, fällt auf, dass vor allem Fans der ersten drei Games bitter enttäuscht sind. Doch, wer dahin geht, wo noch niemand vor ihm war - nämlich in die Andromeda-Galaxie und versteht, dass Teil vier ein Neubeginn ist, wird begeistert sein.

 

Fazit: Tolles, episches Spiel mit einigen technischen Problemen

 

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