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Samstag Oktober 20, 2018
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96 items tagged "Live"

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Fotos: Gus G & Marty Friedman

Gus G

 

Eine Double-Headliner-Tour der gitarristischen Extraklasse sah das spärlich gefüllte Turock in Essen beim Gastspiel der Flitzefinger, Gus G., seines Zeichen Ozzy Osbourne-Gitarrist, und Marty Friedman, der - aus seiner Wahlheimat Japan angereist - den rund 120 Fans zeigte, wo auf den sechs Saiten der Hammer hängt. Wahnwitzige Sololäufe und gekonnte Melodieeinschübe (etwa Slades "My oh my") begeisterten die vornehmlich männlichen Besucher. Gus G. hatte hingegen seine Solo-CD im Gepäck und verzichtete weitestgehend auf rein instrumentale Songs. Den Abschluss seines Auftritts krönte Ozzy Osbourne-Klassiker "Crazy Train". Ein grandioser Abend für Gitarristen und Freunde enormer Virtuosität, der mehr Besucher verdient gehabt hätte. Immerhin kamen sie am Ende beider Shows noch in den Genuss Gus G. und Marty Friedman gemeinsam "zocken" zu sehen.

 

Fotos von:

 

GUS G.

 

MARTY FRIEDMAN

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Fotos: Magnum / Saga

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Zu einer grandiosen Double-Headliner-Tour haben sich in diesem Jahr die Recken von Magnum und Saga aufgerafft. Im leider eher spärlich besuchtem Dortmunder FZW gaben sich die feinen 80er Heroen ein umjubeltes Stelldichein. Zu den Fotos:

 

MAGNUM

 

SAGA

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Fotos: Crippled Black Phoenix / A liquid landscape

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Crippled Black Phoenix sind einfach die Könige (und Königinnen) des Postrocks. Mastermind Justin Greaves hat seine Band ins Essener Turock geschleppt und dort einen absolut mitreißenden Auftritt auf die Bretter gezimmert. Klangkaskaden, sphärische Melodien, bretternde Gitarren - bei Crippled Black Phoenix verkommt nichts davon zum Selbstzweck und so setzte die Gruppe, die mit ihrem aktuellen Album "White Light Generator" (REVIEW) unterwegs ist, ein dickes Ausrufezeichen und begeisterte das nicht gänzlich gefüllte Turock. Im Vorprogramm gab es stilgenehme Newcomer mit den Niederländern A Liquid Landscape, die mehr als nur Höflichkeitsapplaus ernteten. 

 

Zu den Fotos von:

 

Crippled Black Phoenix

 

A Liquid Landscape

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Fotos: John Mayall in Bochum

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Er ist der Vater des weißen Blues: John Mayall, geboren am 29. November 1933 in Macclesfield, ist der Mitbegründer des britischen Blues Anfang der 1960er Jahre. Ohne John Mayall wären vielleicht so bedeutende Bluesgitarristen wie Eric Clapton oder Jimi Page nie das geworden, was sie heute sind: Legenden! Mit seinem "Bluesbraker"-Projekt prägte er die eingeschworene britische Bluesszene und führte junge Sidemen wie eben Clapton, Page aber auch Rolling Stone Mick Taylor ein. Als Officer of the Order of the British Empire wurde sein Wirken im Jahr 2005 auch von der Queen gewürdigt. In der Bochumer Zeche präsentierte sich der 80-Jährige in guter Verfassung und zelebrierte klassischen Blues der Extraklasse. Ganz unprätentiös gab der Meister noch vor dem Konzert entspannt Autogramme in der Kneipe der Zeche.

 

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Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Fotos: Heaven's Basement / Glamour of the Kill

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Bochumer sind glückliche Menschen. Nicht generell, aber im Fall der grandiosen Briten von Heaven's Basement auf jeden Fall. Eine ganze Reihe Konzerte wurden abgesagt, da Sänger Aaron Buchanan sich mit erheblichen Stimmprobleme herumplagt (was man live auch in Bochum bei den härteren Songs bemerkte), doch in der Matrix wurde dennoch gerockt - schließlich war es das letzte Konzert der Tour. Ein solches bringt häufig etliche "Zwischenfälle" mit sich - etwa, dass Aaron Buchanan im Kiss-Make-Up bei Glamour of the Kill's Kiss-Coverversion Love Gun auf die Bühne steppte oder er immer wieder vom Sänger seiner Vorband zum Tequillatrinken angehalten wurde.

An der Performance beider Bands änderte das nicht viel - sie war schlichtweg großartig. 

 

Zu den Fotos von:

 

HEAVEN'S BASEMENT

 

GLAMOUR OF THE KILL

 

 

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Review: Brian May & Kerry Ellis - The Candlelight Concerts/Live At Montreux 2013

61qX0ecrKmL. SL1024 Kerry Ellis spielte einst im Queen-Musical We Will Rock You in der Londoner Originalbesetzung die Rolle der „Meat/Ozzy“ und ist auch ansonsten eine hochdekorierte Musical-Sängerin. Die vorliegende BluRay präsentiert einen fantastischen Abend an der Seite von Queen-Gitarrenlegende Brian May beim Montreux Jazz-Festival 2013.

"The Candlelight Concerts" wurden im Stravinski-Auditorium im Julia dargeboten. Kerry Ellis` sensationelle Stimme harmoniert mit dem grandiosen Spiel von Brian May wie einst Freddys Organ. Überwiegend betätigt May seine Akkustikgitarre, es hagelt Queen-Songs, Klassiker und Coverversionen (wie das wunderbare "Dust in the wind" von Kansas). Die BluRay transportiert das intime Konzerterlebnis hervorragend, Ton und Bild sind top und das Gesamtpaket stimmt auch, denn zum Lieferumfang gehört auch die CD „Acoustic By Candlelight”, die im Herbst 2012 auf dem englischen Abschnitt der Tournee aufgezeichnet wurde. Die Audio-CD ist zudem ein schönes Beispiel dafür, wie viel Spaß die beiden auf der Bühne haben. Das Bonusmaterial beinhaltet zudem eine Performance von „Nothing Really Has Changed” mit Virginia McKenna.

 

Fazit: Intimes Konzerterlebnis mit Gänsehautgarantie

 

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Fotos: Demon's Eye mit Michael Bormann

Demons Eye

Wenn man sich bei einer Band mit zwei Sängern nicht entscheiden kann, welcher denn der bessere ist, hat die Band alles richtig gemacht. So auch Demon's Eye in der Bochum Zeche. Die Gruppe ist seit 15 Jahren mit ihrer Deep Purple-Tribute Show unterwegs und erregte schon großes Aufsehen durch Auftritte mit den Deep Purple-Musikern Jon Lord und Ian Paice. Die Liste der prominenten Gastmusiker, die mit Demon's Eye auftreten, wurde nun um den ex-Jaded Heart-Sänger Michael Bormann erweitert. Michael Bormann teilte sich in Bochum mit dem regulären Sänger Dario Velasco das Mikro. Während Velasco einen gnadenlos guten Ian Gillan gibt, ist Bormann eher im Coverdale/Hughes-Line up von Deep Purple zuhause. In so einer Verfassung wie Demon's Eye in Bochum wird man Deep Purple wohl leider nie mehr sehen. 

 

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Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Fotos: The Bollock Brothers

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Never mind the... Sex Pistols, denn die sind dead and gone. The Bollock Brothers hingegen tummeln sich immer noch auf den Bühnen Europas. Im Dortmunder FZW gaben die britischen Elektro-Punker ein Gastspiel und füllten den Club des FZW bis an die Grenze. "Ausverkauft" hieß es sehr schnell, ein Umzug in die größere Halle wäre jedoch zu viel gewesen. So schwitzen und tanzten die rund 300 Fans zu Klängen von Songs wie "Count Dracula" oder "Harley Davidson" und nahmen der Band die rund einstündige verspätete Anfangszeit schnell nicht mehr übel. Auch das Kokettieren mit dem BVB von Celtic Glasgow-Fan und Sänger Jock McDonald kam naturgemäß in Dortmund bestens an.

 

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Fotos: Knorkator im FZW

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Deutschlands meiste Band der Welt, Knorkator, mischten am Sonntagabend das Dortmunder FZW ordentlich auf. Sänger Stumpen, Keyboarder Alf Ator und ihre Mannen zauberten mit ihrer anarchischen Show zwischen Epilepsie und Blödsinn auch in das noch so humorlosigste Zuschauergesicht ein fettes Grinsen. Ob Stumpen das Publikum zum Handstand aufforderte oder der mächtig tattowierte Frontmann die Fotografen kurzerhand auf die Bühne kraxeln ließ, bei einer Knorkator-Show muss man mit allem rechnen. 28 Songs wie "Böse", "Alter Mann", "Zoo" oder "Wir werden alle sterben" brachte Fans und Band ins Schwitzen. 

 

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Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Knorkator blödeln im FZW

knorkator 2014 fzw-2neuEntweder liebt oder hasst man Knorkator. Dazwischen ist kaum etwas möglich. Die Berliner, die sich selbst als Deutschlands meiste Band der Welt bezeichnen, sind seit 1998 der breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Da nahm sie nämlich Ärzte-Bassist Rod González unter seine Fittiche und produzierte mit der Band das Album "The Schlechtst Of Knorkator". Danach ging es bergauf. Zwei Jahren später schockierte das seltsame Quintett sogar die konservativen Fernsehzuschauer bei der deutschen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest. Zwar scheiterte die Gruppe, doch danach waren Knorkator in Deutschland als schräge Vögel bekannt und abgestempelt. 

Stumpen (Gero Ivers, Gesang), Alf Ator (Alexander Thomas, Keyboard/Gesang), Buzz Dee (Sebastian Baur/Gitarre), Rajko Gohlke (Bass) und Sebastian Meyer (Drums) muten sich und ihren Fans live eine Menge zu. So kommt es auf Konzerten durchaus vorr, dass  Alf Ator mit einer  Schaumstoffkeule auf das Publikum eindrischt oder dass Sänger Stumpen eine Kiste mit Toastbrotscheiben in die Luft wirft.

Allein Alf Ators "Instrumente" sind bereits sehenswert, bestehen sie doch zum Teil aus Haushaltsgegenständen, wie Klobürsten oder Klodeckeln. Die Fans werden auch gerne mit Obst beworfen. 

Das aktuelle Album "We want Mohr" wird im Rahmen einer Tour ordentlich zelebriert und da machen Knorkator auch im Dortmunder FZW Halt. Am Sonntag, 2. Februar, kann man die schrägen Hauptstädter ab 20 Uhr auf der Bühne erleben. Mehr Infos dazu gibt es HIER!

Review: Dream Theater - live at Luna Park

dtlunaDie erste Konzertreise mit einem neuen Bandmitglied kann eine Offenbarung sein. So sieht es offensichtlich bei den ProgRock-Göttern aus den USA, Dream Theater, aus. Mike Mangini ersetzte in einem Seifenoperreifen Drama Ur-Drummer Mike Portnoy und ist nun sogar schon seit zwei (sehr guten) CDs an Bord. "Live at Luna Park" dokumentiert an zwei Abenden in Argentinien die neue, frische Chemie der Bandmitglieder untereinander.

In 26 Songs, schön durchmischt bestehend aus alten Klassikern und neuen Songs, haben die Musiker Spaß, wie man es zum letzten Mal vor mehr als zehn Jahren mit Portnoy erlebt hat. Mike Mangini trommelt ohnehin überirdisch, so dass musikalisch kaum ein Unterschied zu Portnoy besteht. Noch besser: man muss nun seine schlimmen Backingvocals nicht mehr ertragen. Der akustische Teil des Konzerts mit "Silent Man" und "Beneath the Surface" ist zudem eine nette Abwechslung. 

Technisch ist das BluRay-Bild der Scheibe überragend, die Kamerawechsel erscheinen manchmal etwas hektisch, die Stimmung im Luna Park tröpfelt sensationell aus dem Player. Allein der Sound macht etwas Sorge, ist doch das Keyboard von Jordan Rudess etwas unterpräsentiert, wohingegen Petruccis Gitarre hübsch durch Gebälk brettert. Soundfetischisten wird das stören, zumal das Keyboard ein wirklich wichtiger Bestandteil der Progger aus New York sind. Auch der Bass dürfte etwas fetter sein, aber das ist noch im Rahmen.

Die Extras hingegen sind fett und prima ausgewählt: Behind the scene, Documentary oder das Cartoon Intro bilden einen tollen Mehrwert. Den würden auch mehr Multi-Angle-Momente erzeugen. Leider gibt es lediglich "Outcry" aus verschiedenen Kamerawinkeln zu sehen. Schade.

 

Alles in allem ist "Live at Luna Park" jedoch für Fans eine Pflichtanschaffung und, wer einmal sehen will, wie belebend ein neuer Mann an den Fellen sein kann, sollte hier ebenfalls zuschlagen.

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HIER geht es zu Live-Fotos von DREAM THEATER, die man sich am 18. Februar 2014 in Düsseldorf live anschauen kann.

Die Tracklist der BluRay:


01 Bridges In The Sky
02 6:00
03 The Dark Eternal Night
04 This Is The Life
05 The Root Of All Evil
06 Lost Not Forgotten
07 Drum Solo
08 A Fortune In Lies
09 The Silent Man
10 Beneath The Surface
11 Outcry
12 Piano Solo
13 Surrounded
14 On The Backs Of Angels
15 War Inside My Head
16 The Test That Stumped Them All
17 Guitar Solo
18 The Spirit Carries On
19 Breaking All Illusions
20 Metropolis Pt. 1
21 These Walls
22 Build Me Up, Break Me Down
23 Caught In A Web
24 Wait For Sleep
25 Far From Heaven
26 Pull Me Under

 

Fotos: Depeche Mode

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Mit über 100 Millionen verkaufter Tonträger zählt Depeche Mode zu den erfolgreichstenund gleichermaßen einflussreichsten Band auf dem Planeten. In Oberhausen machte die Gruppe Station für ein restlos ausverkauftes Zusatzkonzert der "Delta Machine"-Tour. 12.000 Fans ließen es nicht nehmen, Dave Gahan, Martin Gore, Andrew Fletcher und Drummer Christian Eigner hochleben zu lassen und hingen an jedem Wort aus dem Mund von Frontmann Dave Gahan. Witziges Detail am Rande: Die Band sorgte dafür, dass der Bereich hinter und auf der Bühne muckeligwarm war - für die Arena ein echtes Novum, befinden sich an dieser Stelle doch große Tore für die Bühnenaufbauten. Normalerweise zieht es gerade an dieser Stelle wie wahnsinnig. Schmusigpoppig versprühte die Band dann auch über die volle Spielzeit herzliche Wärme und lieferte Hit um Hit.Wir waren trotz unserer RocknRoll-Ausrichtung vor Ort. 

HIER gibt es die Bilder!

 

Für alle Fotos gilt: Copyright by Thorsten Seiffert. Jede Nutzung nur nach vorheriger Genehmigung!

Willie Nile in Dortmund

Willie-Nile-PressefotoCrowdfunding ist das große Ding, auch bei Musikern. Gerade erst haben "Protest the Hero" so ihre aktuelle CD finanziert (Review HIER), doch auch in anderen Musikrichtungen wird das Sammeln von Fanmoneten zur Fetigstellung eines Albums immer beliebter. Auch Singer-Songwriter Willie Nile hat sich an sein Publikum gewandt, um "American Ride" zu finanzieren. Die Fans beteiligten sich in Scharen und in nur vier Tagen hatte er die Kohle zusammen. Zum Glück!

Die zeitlosen Qualitäten von starken Melodien, trefflichen Texten und leidenschaftlicher Performance, die Nile Fans in aller Welt einbrachten, sind auf  "American Ride" unüberhörbar. Es zählt gewiss zu den stärksten und persönlichsten Alben des Musikers in seiner 35-jährigen Karriere. „Insgesamt ist es ziemlich rockig, aber hier und da biegen wir auch mal ab", beschreibt Nile das Album. „Es gibt Songs über Menschenrechte, Freiheit, Songs über Liebe und Hass, Songs über Verlust, über Gott oder die Abwesenheit von Gott und Songs über Solidarität. Es ist ein lebendiges, optimistisches Album geworden. Ich bin sehr glücklich damit."

Obwohl Niles Karriere auf dem Höhepunkt der Major-Label-Ära begann, war er nie glücklich mit seinem Status als Künstler eines großen Labels. In den vergangenen Jahren hat Nile die Freiheit und Autonomie seines Daseins als Indie-Künstler schätzen gelernt. Um American Ride umzusetzen, wandte er sich deshalb an seine Fans und gewann ihre Unterstützung für die Aufnahmen, Herstellung und Promotion des Albums mithilfe der bereits erwähnten Pledgemusic-
Kampagne. „Das Musikbusiness hart sich seit meinen Anfängen komplett verändert", sagt er. „Musiker können heutzutage unabhängig sein und ihre Musik nach ihren eigenen Vorstellungen umsetzen und ich genieße diese künstlerische Freiheit. Ich habe das große Glück, dass Freunde und Fans mich und meine Musik unterstützen, es ist großartig und sehr ermutigend, das zu erleben." 

Zu Willie Niles Fans zählen Bruce Springsteen, mit dem er bereits mehrfach auf der Bühne stand, und Pete Townshend, der ihn sich persönlich als Opening Act der Who-Tour 1982 wünschte.

Wer sich von den Live-Qualitäten des New Yorkers überzeugen will, kann dies am Donnerstag, 28. November, im Blue Notes Club in Dortmund tun. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Tickets kosten 20/25 Euro.

Review: Bryan Adams - The Bare Bones Tour (DVD)

byranadamsIrgendwann hat Bryan Adams den RocknRoll verraten. Zuckersüße Balladen füllen den Geldbeutel schließlich meistens besser als erdige Rockschinken mit Herz und Seele. Der Kanadier hat immer schon herzergreifende Melancholien im Portfolio gehabt ("Heaven", "The best was yet to com", "Straight from the heart"), doch irgendwann ab 1991 verlor er das rockende Gleichgewicht, die Balladen wurden immer beliebiger, austauschbarer und platter ("Please forgive me", "Have you ever really loved a woman" *Jaa, ich weiß, dass es Riesenhits waren ...).

Live hingegen gibt er immer noch alles und ist auch für Fans der ersten Stunde noch ein Hingucker und -hörer. Mit dem "Barebones"-Konzept - seine Songs nur mit Piano und Gitarre feilzubieten - zeigt er nun zudem, dass er es eben immer noch drauf hat. Die DVD "The Bare Bones Tour - live at Sydney Opera House" beweist dies eindrucksvoll. Ohne großes Brimborium steht der Typ auf der Bühne und rockt wie Hölle.

Die Bildqualität der DVD ist zwar mäßig, doch der Ton versöhnt. 25 Songs stehen auf dem Programm, wovon der ein oder andere ruhig in der Umkleidekabine hätte bleiben können. "Walk on by" langweilt extrem, "The only thing that looks good on me" ist in keiner Variation ein guter Song, sondern das, worunter sich frustrierte Hausfrauen eine Rocknummer vorstellen, doch unter dem Strich kann Adams vor allem mit den ollen Kamellen wie "In the heat of the night", "Somebody" oder "Cuts like a knife", aber auch mit dem bluesigen "The right place" punkten.

Ich persönlich hätte mir noch etwas mehr Überraschung in der Setlist gewünscht, "On a day like today" zum Beispiel hätte gut gepasst, doch die DVD ist insgesamt sehr gelungen. Warum jedoch zu Beginn ein tolles Intro darauf verweist, dass Bryan Adams schon immer einmal in dieser tollen Location spielen wollte, und es dann auf der DVD überhaupt kein Bonusmaterial, welches sich hier ja angeboten hätte, gibt, ist schleierhaft und sehr schade.

RocknRoll-Reporter-Fotos von Bryan Adams gibt es HIER!

 

 

"Gute Musik braucht keine Gimmicks" - Interview mit ZP Theart

Tank-143855 1ZP, mit deiner neuen Band "I AM I" hat du ein hervorragendes Debüt-Album auf den Markt geworfen, das mehr an alte Helloween als an deine Ex-Gruppe Dragonforce erinnert. Die Gitarren sind stark, aber nicht so artistisch und hyperschnell wie bei Dragonforce. Bist du gelangweilt gewesen von dem Nintendo-Metal-Ding? 

ZP Theart: "Das Gimmick wurde langweilig. Gute Musik verkauft sich von selbst, die braucht keine Gimmicks. Mir geht es jetzt darum, gute Songs zu schreiben, die nicht alle gleich klingen. Keiner in meiner Band versucht, besser dazustehen als jemand anderes. Wir sind ein Team. Wir arbeiten zusammen und teilen, was auch immer unseren Weg kreuzt."

Wann sehen wir "I AM I" in Deutschland?

Im Moment sprechen wir mit Promotern in Deutschland. Wir wollen so schnell wie möglich zu euch. 

Derzeit ersetzt du bei Tank für die Live-Shows Sänger Doogie White. Ist es schwierig, mit der eigenen Band voran zu kommen, wenn man so viel Zeit auf der Bühne verbringt und Songs anderer Leute singt?

"Um das klarzustellen: Ich ersetze ihn nicht, sondern springe nur ein. Die Jungs von Tank hatten einige Shows gebucht und Doogie war mit Michael Schenker unterwegs, also brauchten sie einen Sänger. Ich habe Cliff gesagt, ich mache es, wenn sie verstehen, dass I AM I oberste Priorität bei mir hat und wir unsere Terminkalender abgestimmt bekommen. Das hat geklappt.

Wie geht's also weiter mit "I AM I"?

"Ich will, dass alle Welt die Botschaft in den I AM I-Songs hört. Und, um das zu erreichen, müssen wir sie zu den Menschen bringen. Wir haben viele Tourpläne und wir garantieren, dass wir in naher Zukunft in einer Stadt in Jedermanns Nähe auftreten werden. Wir sind auch fast fertig mit dem Songwriting für den 'Event Horizon"-Nachfolger und werden bald ins Studio gehen, um diesen aufzunehmen. I AM I ist auf jeden Fall eine Band, die man live gesehen haben muss und wir wollen jedem die Gelegenheit dazu geben. Also, Augen auf! Wir kommen!

Ihr habt das Album "Event Horizon" am Anfang nur in einer USB-Stick-Fassung herausgebracht. Was war der Grund? Hat es sich so verkauft, wie ihr erwartet habt?

"Wir sind eine neue Band, die versucht, den schon gesättigten Markt zu infiltrieren. Deshalb brauchten wir etwas Besonderes, etwas, bei dem man die Augenbrauen hebt. Es hat sich besser gemacht, als wir es erwartet hatten. Ich wusste, dass ich meine vorigen Zahlen mit dem Start des Projekts nicht erreichen konnte, deshalb brauchten wir etwas Kontroverseres. Es ist jetzt nicht wirklich ein Skandal oder ein Sex-Tape, aber hat die Aufmerksamkeit der Menschen erregt. Sofort haben sich Stimmen erhoben, die über den USB-Stick diskutiert haben. Egal, ob sie dachten, dass es eine gute oder schlechte Idee war, hauptsache, sie diskutierten, nannten die Band, spammten Webseiten voll damit. Job erledigt. 

Und zum Abschluss unsere Standardfrage: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärst, wer wärst du und warum?

"Ich wäre auf jeden Fall Bart. Und es wird Zeit, sich Nelson einmal richtig anzunehmen."

 


 

ZP Theart mit Tank live: Klickt HIER

und 2009 mit Dragonforce: Fotos gibt es HIER!

Stone Sour -Gig veröffentlicht

Stone Sour live: Einen kompletten Gig der Band um Slipknot-Sänger Corey Taylor aus dem Club Nokia kann man sich hier bei uns anschauen.