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Mittwoch Mai 23, 2018
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55 items tagged "Kritik"

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Review: Der Marsianer (Hörbuch)

768 2751 161443 xlDas Buch "Der Marsianer" von Andy Weir hat seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 eine große Menge Staub aufgewirbelt. Die Geschichtes eines "Schiffbrüchigen" auf dem Mars ist in der Sci-Fi-Welt so gut angekommen, dass Regie-Großmeister Ridley Scott den Stoff (leider mit dem langweiligen Matt Damon in der Hauptrolle) verfilmt hat und nun in die Kinos hievt. Warum man ausgerechnet den Schauspieler auf das Cover der Hörbuchfassung packen musste... Marketing ist was ganz Schlimmes.
Die Story ist schnell erzählt: NASA-Astronaut Mark Watney ist eines von sechs Mitgliedern von Ares 3, der dritten bemannten Marsmission. Als sie am sechsten Tag auf der Oberfläche aufgrund eines heftigen Staubsturms gezwungen sind, die Mission abzubrechen, wird Watney während der Evakuierung von einer Antenne durchbohrt, die dabei den Computer seines Schutzanzuges zerstört, der seine Biodaten überträgt.

Daraufhin wird er von den Teammitgliedern für tot gehalten und sie verlassen den Mars ohne ihn. Er überlebt jedoch und seine Verletzungen erweisen sich als relativ gering, aber da durch den Sturm alle Kommunikationssysteme zerstört wurden, muss sich Watney, der der Botaniker und Ingenieur der Mission ist, ohne eine Möglichkeit der Kommunikation mit der Erde auf seine wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten verlassen, um zu überleben. Die lebenswichtigen Systeme wie der Oxygenator, der Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid produziert, der Atmosphäreregler, der für eine gesunde Luftzusammensetzung sorgt und der Wasseraufbereiter, der aus gebrauchtem wieder sauberes Wasser herstellt und somit einen Kreislauf erzeugt, sind noch vollkommen intakt. Über all seine Tätigkeiten führt er ein Logbuch, falls sein Leichnam von zukünftigen Archäologen entdeckt werden würde.

Wir haben es hier also mit einer Art Robins Crusoe im Weltall zu tun. So weit, so unspektakulär, doch Weir schafft es trotz (oder wegen?) langen Technik-Monologen eine gespannte Atmosphäre aufzubauen (also auch wie Daniel Defoe es tut). 

Das bei Random House erschienene Hörbuch wird gelesen von Richard Barenberg, der es nicht immer schafft, die Faszination des der Buchvorlage aufrecht zu erhalten,doch über weite Strecken dem "Ton" des Romans gerecht wird. Die Lockerheit Watneys transportiert Barenberg sehr gut, manchmal ist er mir aber einfach auch zu unaufgeregt. Die mehr als zwölf Stunden dauernde Hörbuchfassung ist ungekürzt und durchaus empfehlenswert.

 

Fazit: Gute Hörbuchfassung eines tollen Romans

 

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Review: Iron Maiden - The Book of Souls

Book of Souls Iron MaidenDoppel-CD, 92 Minuten? Feuchter Traum? Nein, die neue Maiden ist so lang und wurde bereits vor der Bekanntgabe der Krebserkrankung von Frontsirene Bruce Dickinson fertiggestellt. Nun, da er scheinbar genesen ist, darf der Rundling in die Shops gestellt werden. Zuvor gab es bereits eine große Ankündigung, dass die Band mit einem neuen Jumbo-Jet mit Kapitän Bruce am Knüppel die Welt bereisen und bespielen wird. Die Vorfreude auf "The Book of Souls" konnte deshalb nicht größer sein, doch können Maiden über mehr als eineinhalb Stunden glänzen? 

Der Opener "If eternity should fail" macht schon einmal einen exzellenten Eindruck, ist untypisch für das erste Stück einer Iron Maiden-Scheibe. Eher im Midtempo verwurzelt grooven sich die Jungfrauen mit einem großartig singenden Dickinson durch fast neun Minuten. Alle Trademarks der Band sind da, orientalische Harmonien versüßen den Mittelteil und der Refrain ist ein absoluter Ohrwurm, der spätestens nach dem zweiten Mal zündet. Jetzt hauen die Briten die Single "Speed of Light" raus und die folgt dem Maidenschen Album-Schema seit 2000, welches besagt, dass die Single schnell und einfach zu sein hat. Kein "Run to the Hills", aber auch weit entfernt von einem schlechten Song. Danach geht es kurz bergab: "The great unknown" wird auch nach fünfmaligen Hörens nicht zur Übernummer. 

Dafür hauen Harris und Co anschließend mit "The Red and the Black" eine starke Nummer in die Rillen, bei deren Wohohoho-Teil man die Massen in den ausverkauften Stadien der Welt mitsingen zu hören vermag. Hat man sich erst einmal an die konsequent durchgesetzte Strophen-Gesangslinie gewöhnt (hier singt Bruce quasi analog zum Gitarrenlick), hält der 13-Minüter von Gitarrenduellen bis geilem Refrain eine ganze Menge zum Entdecken bereit. 

"When the River Runs deep" startet mit einem Lick, das auch auf "Seventh Son" sich hätte entladen können, bevor der Song richtig Fahrt aufnimmt und sich so zu einem der schnellsten Tracks der CD entwickelt (nicht ohne eine Maiden-typische Halftime Bridge natürlich).

Der Titeltrack ist mit seinen zehn Minuten fast zu kurz, scheint "The Book of Souls" doch hell und schön in der Herbstsonne der Maiden-Karriere. Klar, das Intro ist direkt stark an "The Talisman" vom letzten Album "The Final Frontier" angelehnt, doch danach zeigen unsere Lieblings-Jungfrauen, was sie im hohen Alter songwriterisch noch so auf dem Kasten haben. Wieder hören wir orientalische Skalen über langsam groovenden Rhythmen, haben einen Hauch "Powerslave" im Ohr und sind beeindruckt von Dickinsons Interpretation. Im letzten Drittel gibt die Band Gas und schafft es auch hier, dass 10.30 Minuten einem nicht zu lang vorkommen.

CD zwei startet mit "Death or Glory" in Gedenken an Kriegsnummern wie "Aces High" furios, kann einen tollen Refrain vorweisen, das Rennen gegen Trooper und Co aber naturgemäß nicht gewinnen. "Shadows of the Valley" ist eine Füllernummer, schade.

Besser macht es "Tears of a clown". Starker Refrain, die Vibes des Midtempo-Rockers erinnern an Dickinson-Werke wie "River of no Return" oder "Coming Home", der Soloteil ist einer der besten und mitreißendsten des gesamten Albums. Mit "The Man of Sorrows" holen Iron Maiden noch einmal Luft in Form einer hübschen Ballade, bevor der Höhepunkt des Albums einem die Kinnlade aufstehen lässt.

"Empire of the Clouds" ist ein absolutes Epos, das jeden Cent der CD alleine Wert ist. Die (wahre) Geschichte um das Luftschiff R101, einem Monster von Zeppelin, in den die ganze Titanic gepasst hätte (!) und das 1930 in Flammen aufging, ist echtes Prog-Material, ohne dass man je vergessen kann, welche Band hier spielt. Der ungewöhnliche Klavierbeginn und das später einsetzende Orchester täuschen nicht darüber hinweg, dass alle Maiden-Trademarks in den 18 Minuten ausführlich zum Tragen kommen. Wir reden hier von einem Song, den weniger vertrackte Dream Theater (mit besserem Sänger) oder frühe Marillion (mit dickeren Eiern) zusammen geschrieben haben hätten können. Wir reden hier von einem absoluten Brillanten in Maidens Karriere, der so manch schwächeren Track auf "The Book of Souls" vergessen lässt. 

 

Fazit: Drei Songs weniger und die Höchstpunktzahl wäre vorstellbar gewesen

 

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Review: At dawn they sleep / Christian Krumm

at-dawn-they-sleep-roman-coverIrgendwie vermisse ich die Zeiten, in denen man als Metal-Hörer entsetzt angeschaut wurde. Metal ist Mainstream geworden, Motorhead und Iron Maiden Shirts verkaufen sich bei H&M wie geschnittenes Brot und kaum ein Dokumentarfilmer mehr, der nicht schon einmal irgendwas mit lauter Musik gedreht hat. Kurzum: Metal ist gesellschaftsfähig geworden. Christian Krumm hat davon ab aber immer gerne den Blick auf den Rand, die Szene, den Untergrund gerichtet. In "Kumpels in Kutten" (Kurz-Review HIER) etwa zeichnet er ein liebevolles Bild des Metals im Ruhrpott. Mit "At dawn they sleep" hat er sich an ein anderen literarisches Genre ausgesucht: den Roman.

Der Titel ist natürlich von Slayer geliehen. Was mich vor der Lektüre des Buches gewundert hat:Im Internet finden sich fast ausschließlich nichtssagende Promotexte zu "At dawn they sleep", in denen man nicht einmal Ansätze der Geschichte erfährt. Da fragt man sich natürlich gleich, wie sich so ein Roman verkaufen soll. Verdient hätte es Krumms (Roman-) Erstling nämlich durchaus.

Es geht um den Autor Alioscha, der vom Metal unbefleckt ist und einen Bericht über ein Metal-Konzert schreibt. Das ist quasi die Initialzündung, in die Szene reinzugleiten. Er trennt sich von seiner Freundin und findet eine Metalbraut (Maria), die ihm den Weg in die Szene ebnet und dort mehr oder weniger begleitet. Dort trifft er auf die Band "Dawn of Devastation", die er fortan schreibend begleitet.Er erlebt Höhen und Tiefen, Liebe und Streit innerhalb der Band ("Almost Famous" ick hör dir trapsen). Viel mehr verrate ich dann aber doch nicht an dieser Stelle. Es ist auch eine Menge los in "At dawn they sleep". Manchmal zu viel. Es gibt wahnsinnig viele Nebenplots und Charaktäre, die mal mehr, mal weniger schön ausgeleuchtet werden. Rein vom schriftstellerische Aspekt macht Krumm einen guten Job, schreibt flüssig aber nicht unterfordernd.

"At dawn they sleep" ist mitnichten ein Metalroman, eher ein Liebesroman, der zufällig im Metalgenre spielt, ein Roman über Beziehungswirrwarr, Freundschaften und Veränderungen, ein Roman, der es aber nicht schafft, die ganzen Klischees des Metal auszulassen, ob sie nun wahr sind oder nicht.

Letztlich trägt Christian Krumm in seinem Buch auch zur Schau, das Metal etwas ganz Besonderes ist, eine Musik, die über allen anderen zu ragen vermag, die Emotionen vermittelt, wie keine andere Musikrichtung. Hier möchte man den Autor in den Arm nehmen und brüderlich ins Ohr flüstern: Es wäre so schön, wenn das noch so wäre (man siehe meine Einleitung oben). Zum Roman gibt es übrigens einen Soundtrack, für den 22 Bands jeweils einen ihrer eigenen Songs zur Verfügung gestellt haben (etwa Darkness, Crossplane, The Very End, Gloryful oder Path Of Golconda). 

 

Fazit: Netter Pausenschmaus im Metalgewand

 

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Review: Frank Turner - The Road beneath my feet

ftbookTo the east, to the east, the road beneath my feet. To the west, to the west, I haven’t got there yet.

To the north, to the north, never to be caught. To the south, to the south, my time is running out

 

... heißt es im Frank Turner-Song "The road". Seine Zeit läuft aber hoffentlich noch lange nicht ab, hat er sich doch vom Post-Hardcore-Rabauken bei "Million Dead" zum mitreißenden Solo-Act an der Akustikgitarre (der sich zum Glück auf kein Genre festlegen mag - siehe HIER) entwickelt. Turners Lyrics gehören zu den besten. Nicht weil sie immer sehr tiefschürfend und hintergründig sind, sondern er die Gabe hat, seine Gefühle und Erlebnisse auf den Zuhörer zu projizieren. Nicht selten fängt einem der Gedanke, dass der Engländer mit der Klampfe doch genau das singt, was man selbst so oft und zu oft erlebt hat.

Nun schreibt er auch noch und macht im Vorwort seines Buches "The Road beneath my Feet" sofort klar, dass er - obwohl eine echte Leseratte - sich das nie hätte träumen lassen.

Und, wie Frank Turner so ist, macht er auch das hier anders als Genrekollegen. Diese Autobiographie beschreitet nicht den klassischen Weg, sondern nimmt den Leser mit auf Tour. Franks Tour. Anhand von zahllosen Konzerten lässt er tief blicken. In sein Leben nämlich, sein Songwriting, manchmal in seine Seele. Das Buch beginnt mit dem letzten "Million Dead"-Gig im The Joiners Arms in Southampton 2005 und endet (zumindest dieses Buch) im McEwan Ballroom in Calgary/Kanada 2012.

Dazwischen liegt die Reise eines sensiblen Musikers, die nach den durchaus bemerkenswerten Erfolgen im Post-Hardcorebereich, steinig aber doch zielstrebig zu einem der wichtigsten englischen Folkmusiker (wenngleich das Genre zu eng für Turner scheint) führt. 

Frank Turner legt erfreulich wenig wert auf die üblichen Sex & Drugs & Rock 'n' Roll-Lobhudeleien und gibt sich immer selbstkritisch, räumt schlimme Drogennächte ein, berichtet von grandiosen Partys und Erlebnissen in der ganzen Welt.

Was auf eigene Faust per Zug durch Europa von Clubgig zu Clubgig beginnt, kulminiert irgendwann in der Wembley-Arena. Spannend sind vor allem die Anfänge, die wirklich viel über Frank Turner verraten.

Alle wichtigen Songs spielen eine Rolle, schließlich plaudert Frank leicht und locker über den Schaffungsprozess, dem oft mit dem Lied eng verbundene Ort und seinen eigenen Seelenzustand. Das Buch ist auch auf englisch recht leicht zu lesen, wirkt aber dennoch nie platt.

Für Frank Turner-Fans, die nicht bereits wirklich jede Nuance aus seinem Gesamtwerk herausgepresst haben (von diesen Menschen gibt es mittlerweile erstaunlich viele), die wissen wollen, was es mit der "Nambucca-Show" aus "The Ballad of me and my friends" auf sich hat, die sich schon immer einmal gefragt haben, über wen "Dan's Song" handelt, für die ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Wer eine klassische Biographie erwartet, sollte die Finger von "The Road beneath my Feet" lassen. Im Song "The Road" heißt es weiter: 

 

To the heart, to the heart there's no time for you to waste
You wont find your precious answers now by staying in one place

 

... und genau darüber handelt dieses Buch. Kaufen!

 

 

Fazit: Mit Frank Turner auf Tour - spannend und locker zu lesen

 

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Mehr zu Frank Turner haben wir HIER (Shuffle with...) und HIER (Interview)! Fotos gibt es HIER!

Review: AC/DC - Rock or Bust

ac dc rock or bust 01 b6851bc917Das ist sie nun, die neue AC/DC-Scheibe, ein Werk, dem viele Kritiker eine Bedeutung wie "Back in Black" zukommen lassen möchten. Damals war das der Befreiungsschlag nach Bon Scotts Tod, AC/DC wurde keine große Zukunft mit dem neuen Sänger prognostiziert. Was dann geschah, ist Musikgeschichte. Nun also Malcolm Young, Angus' kongenialer Partner an der Gitarre. Eine schwere Demenzerkrankung lässt seine Beteiligung am Schlachtschiff aus Australien nicht mehr zu. Warum dann noch eine CD machen? Zumal auch Groovemachine Phil Rudd fehlt. Warum? Darum!

Weil Stevie Young, ein Jungspund mit seinen 58 Jahren, Malcolms Gitarrespiel derart verinnerlicht hat, dass es Spaß macht die Rhytmusgranaten auf "Rock or Bust" zu hören. Weil Angus und Sänger Brian Jones in Topform sind, weil das Songwriting endlich wieder auf höchstem Niveau ist. "Rock or Bust" schlägt den lahmen Vorgänger "Black Ice" um Längen, auch, weil AC/DC das machen, was sie am besten können: AC/DC sein! Ok, das machen sie immer, mal mehr und mal weniger gelungen, aber der Titeltrack zum Beispiel gehört auf eine AC/DC-Best of, wenn es die Band wirklich irgendwann nicht mehr gibt. Dazu kommen einige ziemliche Granaten, die uns wissen lassen: "Noch geben wir Airbourne nicht den Titel der neuen AC/DC ab!"

Es sind diese unwiderstehlichen Momente, die nur diese Australier abfeuern können, die "Rock or Bust" trotz der knapp 35 Minuten zu einem Dauerbrenner macht. Das immer wieder eingeschleuste Repeating-Riff von "Play Ball" etwa oder die grandiose Groove-Figur im Abschlusssong "Emission Control". Dazu haben Angus und Co endlich einmal wieder verstärkt Led Zeppelin gehört ("Rock the House", "Baptism by fire") und ihren Backkatalog nach den schärfsten Momente abgesucht, um einige neue Groovemonster frankensteinartig zu erschaffen. "Got some Rock & Roll Thunder" ist so eine Nummer, die nur AC/DC schreiben können. 

 

Eine neue ACDC-Scheibe zu hören, ist wie der Besuch bei einem ganz alten Bekannten. Man fühlt sich sofort wohl und auf die Frage, was es Neues gebe, erhält man keine weltbewegenderen Informationen. Am Ende fährt man betrunken und glücklich nach Hause, beseelt davon, dass das Universum ab und an im Gleichgewicht schaukelt.

 

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Pro&Contra: Knights of Badassdom

 

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Doc Rock gibt CONTRA!

 

Es hätte alles so schön werden können: mit der Horrorkomödie Knights of Badassdom hat Regisseur Joe Lynch einen wunderhübschen Ansatz zum Thema Live Action Roleplay (kurz LARP) in die Runde geworfen. Dass der Film nicht wirklich in den Kinos präsent war, sondern direkt auf Scheibe gebrannt wurde, muss nicht unbedingt ein schlechtes Vorzeichen sein, ist es aber meist. So auch hier: Was Joe Lynch aus einer wirklich tollen Idee und einer ebenso guten Darstellerriege (u.a. Game of Thrones-Star Peter Dinklage) macht, ist eine Schande. Die erste halbe Stunde des Films (der nur 89 Minuten lang ist) macht dabei durchaus Spaß, stellt es doch die etwas nerdigen Rollenspieler in den Mittelpunkt. Die sind aber nur der Rahmen für eine absolut langweilige Slasherorgie, die durch eine dünne Story und sehr sehr schlechte Special Effects einfach nur beschämend ist. Das Problem ist die "Idee", dass die Rollenspieler "echte" Magie entfachen und durch ein mysteriöses Buch (gähn) einen weiblichen Dämon heraufbeschwören. Eine nette Komödie rund um das Thema "LARP" hätte wirklich was gehabt, doch diese trashige Vermischung ist sinnlos, weil nicht unterhaltsam (und ich bin ein großer Fan von Trash-Streifen). Die kurze Verweildauer von Dinklage auf dem Bildschirm ist zudem echte Verschwendung. Auch werde ich den Gedanken nicht los, dass der Regisseur nicht verstanden hat, welches schauspielerische Potential hier vorhanden ist. Der Film ist unrealistisch und das ist natürlich gut so. Aber völlig hanebüchen ist dann doch, dass es vor Ort des LARP vor schönen Frauen nur so wimmelt. Da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken (lasst mir bitte meine Vorurteile!). 

 

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Guybrush Threepwood sagt PRO!  

 

Zugegeben, die Vorfreude auf die LARP/Horror-Kömodie Knights of Badassdom war groß und wurde durch den Umstand dass die Teaser für den Film schon jahrelang durchs Internet geistern weiter angefacht. Die Produktion für den Streifen ist 2010 angelaufen und zwischendurch wurde es so still um den Film von Regisseur Joe Lynch, dass eine Fertigstellung des Projektes eher unwahrscheinlich erschien.. Die Zutaten für den Film könnten aus einem Rezeptbuch für LARPs und klassische (Trash) Horrorfilme stammen: Ein unzerstörbares, magisches Buch (aus dem Internet!), eine Gruppe (Sozial-)Versager, fiese Rowdies, ein echt penetranter Spielleiter und ein wirklich fieser Dämon. Als kleines Bonbon für Fantasyfans konnte man auch Game of Thrones-Star Peter Dinklage in den Film einbinden, leider kommt seine Rolle in dem Splatter-Spektakel allerdings viel zu kurz. Die Story ist erschreckend einfach: Eine Gruppe trotteliger LARPer beschwört versehentlich einen Succubus und  muss mit dem Problem nun irgendwie fertig werden, bevor der Succubus sich fröhlich durch die komplette Gruppe metzelt. Mit diesem Hintergrundwissen darf man sich also auf eine wunderbar trashige Komödie mit leichten Abstrichen freuen. Peter Dinklage als Zwergenkrieger Hung wird relativ schnell verheizt, was ziemlich schade ist und so manchen Fan enttäuschen wird. Einigen der Special Effects hätte ein größeres Budget gut getan und auch der LARP-Aspekt kommt bis auf die obligatorische Endschlacht, welche in einem Splatterfest endet, eher zu kurz. Auch herrscht bei KoB also eine gewisse Orientierungslosigkeit, ob es sich nun um einen absichtlich trashigen Streifen handelt, oder ob der Joe Lynch eigentlich einen A-Movie im Sinn hatte, aber nur ein B-Movie zustande gebracht hat. Lässt man sich trotz der Abstriche auf den Film ein erwartet einen ein teilweise zum Schreien komisches Spektakel, was unter anderem auch Jimmi Simpson in der großartig gespielten Rolle des penetranten Spielleiters Ronny zu verdanken ist. Nichtsdestotrotz erwartet einen ein kurzweiliger, unterhaltsamer Film der zwar deutlich Potential verschenkt,  aber dennoch das einige Herzen von Horrortrashfans schneller schlagen lassen wird.

 

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Review: Peter Gabriel - Back to Front (BluRay)

814ba6qb6L. SL1500 Peter Gabriel ist für spektakuläre Live-Darbietungen bekannt. Umso aufgeregter wurden die Fans, als der Meister ankündigte, mit der originalen Tourband seines Meilensteines "So" in die Konzerthäuser zu kommen. Die RocknRoll-Reporter waren damals in Köln dabei, Fotos gibt es HIER! 

Nun liegt das Londoner Gastspiel dieser Tour auf BluRay und DVD vor. Der Schwerpunkt der Show liegt auch hier auf den Songs von „So”, doch es sind eine Reihe weiterer ebenfalls vertreten. Stücke wie „Sledgehammer”, „Solsbury Hill”, „Don’t Give Up”, „Shock The Monkey”, „Big Time”, „Digging In The Dirt”, „Mercy Street”, „No Self Control”, „In Your Eyes” oder „Biko” zeigen Peter Gabriel auf dem Zenit seines Schaffens.

Älter ist er geworden, seine Stimme hat jedoch nichts an Kraft verloren, sorgt mit jedem Ton dafür, dass der Zuschauer in den Bann dieses Mannes gezogen wird.

Dazu kommt seine sensationelle Band mit Cracks wie Manu Katché, David Sancious, Tony Levin oder David Rhodes, die durch die innovative Lichtshow stets perfekt beleuchtet werden. Dazu kommt Bonusmaterial, welches Einblicke in die Entstehung der Show gewährt. Bild und Ton sind dem Anlass angemessen vorzüglich und vermitteln einen perfekten Eindruck, wie mitreißend diese Tour war. Die Deluxe Edition von „Back To Front - Live In London“ kommt im großformatigen Mediabook (ca. 30 x 30 cm) und enthält neben der Konzert-DVD eine Bonus-DVD, auf der die Kono-Version von ""Back To Front"" enthalten ist. Die beiden Bonus-CDs enthalten das komplette Konzert als Audio-Version. Außerdem gibt es ein 60-seitiges Booklet. Das nennt man mal Vollbedienung.

 

Fazit: Beeindruckend und mitreißend

 

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Die Tracklist liest sich wie folgt:

01. Daddy Long Legs
02. Come Talk To Me
03. Shock The Monkey
04. Family Snapshot
05. Digging In The Dirt
06. Secret World
07. The Family And The Fishing Net
08. No Self Control
09. Solsbury Hill
10. Show Yourself
11. Red Rain
12. Sledgehammer
13. Don’t Give Up
14. That Voice Again
15. Mercy Street
16. Big Time
17. We Do What We’re Told (Milgram’s 37)
18. This Is The Picture (Excellent Birds)
19. In Your Eyes
20. The Tower That Ate People
21. Biko

Classics: Passion and Warfare / Steve Vai

SteveVaiPassionAndWarfare

 

vinyl-record-iconAls Steve Vai im Herbst 1990 sein Meisterwerk „Passion and Warfare“ in die Läden brachte, hob er das Gitarrenspiel dieser Zeit auf ein neues, bis heute unerreichtes Niveau. Zogen die Plattenfirmen damals angestachelt vom Mike Varneys Shredder-Erfolgsscheiben einen sogenannten Gitarrenhelden nach dem nächsten aus dem Hut, von denen jeder schneller als der vorige sein musste, verlieh Steve Vai nach harten Lehrjahren bei Frank Zappa als zweiter oder dritter Gitarrist sowie zwei grandiosen Band-Scheiben mit Ex-VanHalen-Sänger David Lee Roth (und Billy Sheehan und Gregg Bissonette) dem Genre eine neue Würde.

Vai konnte so schnell, so sensationell sein wie all die Marty Friedmanns (um einen der besseren Shredder zu nennen) oder Joey Tafollas (um einen der schlechteren Saitenzwirbler zu erwähnen), war aber nicht so eindimensional.

Der New Yorker zieht auf „Passion and Warfare“ alle Register seines Könnens, seien es schwere Rhythmusmonster ("Erotic Nightmares"), pathetische Hymnen („Liberty") oder schlichtweg das beste Gitarrenrock-Instrumental aller Zeiten ("For the love of God"), Vai hat alles drauf und scheut sich nicht, es zu zeigen. 

Als Konzeptalbum ist "Passion and Warfare" nicht konzipiert, es funktioniert aber fast so: Die Hymne zum Start, danach der schnelle Rocker, ein lasziver Groover mit "The Animal", später das Epos mit "The Riddle", dann die Übernummer "For the Love of God", der wilde Jugendtraum eines durchdrehenden Nachwuchsgitarristen in der Schule ("The Audience ist listening"), die Popnummer "I would love to", eine Mega-Ballade ("Blue Powder“), der Punker "Greasy Kids Stuff" und die Hendrix-Verbeugung „Sisters“, in der Steve Vai mehr aussagt als Eric Johnson in seiner gesamten Karriere. Dazwischen gibt es immer mal wieder Skurriles wie "Alien Water Kiss", "Ballerina 12/24" oder das Synthie-Experiment „Love Secrets“ zum Abschluss. 

Wahnwitzig schnelle Läufe, Arpeggios from Hell, Tapping- und Tremolo-Extasen sowie unglaublich schöne Melodien und aggressive Grooves - „Passion and Warfare“ hat alles. Dazu kommt, dass Vai - gewohnt von Mentor Zappa - sich nur mit den Besten umgibt. Stu Hamm am Bass ist etwa so eine Koryphäe. Sein Solo in „Blue Powder“ gehört zu den besten seiner Art. Komponiert von Vai in einer Art Zeppelins „Whole lotta love“-SoloPendant für den Tieftöner. 

Die Scheibe eignet sich als Lehrstück, wie man - trotz des Fehlens von Gesang - Musikalität, Melodien, Technik und Experimente in einem niemals nervtötenden köstlichen Eintopf servieren kann. 

„Passion and Warfen“ löste damals die bestverkaufteste Instrumental-Platte, Jeff Becks Guitar Shop, in Sachen Nachfrage ab.

Die Scheibe verkaufte sich so gut, dass David Coverdale gezwungen war, bei Vais Gastspiel mit Whitesnake einen überlangen Solospot (mit "For the Love of God") in seine Live-Shows einzubauen - für Hardcore-Fans der Band war das allerdings viel zu viel, während Vai-Jünger nur deshalb zu den Whitesnake-Shows pilgerten.

So gut wie auf „Passion and Warfare“ war Vai in Gänze nie mehr, wenngleich er mit der anschließenden Band-CD „Sex and Religion“ mit einem blutjungen und hyperaktiven Devin Townsend am Mikro den Nährboden für so manche Metalcore-Strömung legte, aber das ist eine andere Geschichte...

 

 

 

PS4-Review: Watchdogs

71YvEUo0JYL. SL1141 Da ist er ja nun endlich, der langersehnte GTA-Killer für die PS4: Watch Dogs war nicht mit geringem Hype erwartet worden und verschlägt nach ewiger Verzögerung den Spieler in ein von Hackern beherrschtes Chicago. Aber ist Watch Dogs wirklich besser als GTA V? Nein! Das Spiel ist grandios, mit enormem Umfang versehen und bietet einige richtig coole Spielideen, doch am Thron des Open-World-Gottes kratzt Ubisoft damit keineswegs.

Nicht falsch verstehen: Watch Dogs ist das beste bisherige Spiel der neuen Konsolengeneration, doch nicht alles ist hier Gold, was glänzt. Kurz zur Story: Wir sind Aiden Pearce, ein Hacker und Ex-Gangster, dessen kriminelle Vergangenheit zu einer blutigen Familientragödie führte. Nun ist man also auf der Jagd nach den Leuten, die der Familie Leid zugefügt haben, und hat die Möglichkeit, jeden in seinem Umfeld zu überwachen und zu hacken, indem Pearce alles manipuliert, was mit dem Netzwerk der Stadt verbunden ist. Ob Überwachungskameras, Handyhacks, Ampelkontrolle, Brücken- und S-Bahn-Manipulation - (fast) alles ist möglich.

Die Storyline ist mehr als üppig, 40 Stunden kann man alleine damit beschäftigt sein. Die offene Welt ist eher halboffen. So gibt es nur sehr wenige Gebäude, die man betreten kann, dies zum Beispiel war in GTA deutlich besser. Auch kann man sein erhacktes Geld nicht wirklich schön unter die Leute bringen. Autos klaut man oder bestellt sie an einen Standort, Häuser kaufen ist ebenfalls nicht möglich, die Freizeitaktivitäten sind sehr eingeschränkt. Mal einen trinken gehen oder einen digitalen Trip einwerfen - das war's schon und ist in der Regel nur ein kurzer und nicht so häufig wiederholbarer Spaß. Hier hat GTA ganz klar die Nase vorn. Die Steuerung von Watch Dogs ist am Anfang etwas störrisch, weil die Tastenbelegung nicht immer den eingebürgerten Regeln entspricht.

Mit X etwa duckt man sich und sucht Deckung. Gerannt wird mit R2. Nach einigen Stunden stellt das aber kein großes Problem mehr dar. Auch ist die Fahrphysik nichts, womit man von Seiten Ubisofts prahlen sollte. Wenn man den Vergleich mit GTA aber gar nicht anstellt, bekommt man mit Watch Dogs ein großartiges, lang fesselndes Spiel (in der Storyline). Hat man die Geschichte allerdings einmal durchgespielt, reizt das Game nicht mehr zum langen Aufenthalt in Chicago. Die Grafik ist gut, aber Next Gen sieht für mich noch etwas anders aus. Doch springt mal ins Wasser, hier reizt die Engine anscheinend alles aus. Die Wasserdarstellung ist absolut überragend.

 

Fazit: Bestes PS4-Game bisher, aber nicht der GTA-Killer

 

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Review: The Who - Quadrophenia live in London (BluRay)

71P9bC5n8JL. SL1024 Die Tour "Quadrophenia and More" kulminierte am 8. Juli 2013 in der Wembley Arena in London. Die Legenden von "The Who" spielten dort eines ihrer ambitioniertesten Werke von 1973 am Stück und die BluRay des Konzerterlebnisses liegt mir hier vor. Dass The Who live immer eine "Bank" sind, weiß der geneigte Musikfan ohnehin, dass die Band aber im hohen Alter eine solche Leistung wie hier abrufen kann, ist bewundernswert. Insofern haben wir es hier nicht mit dem Zeugnis einer alternden Gruppe zu tun, die ewiggestrig ihre Hits runterreißt, sondern vielmehr mit einer energetisch herausragenden Formation um einen gutklassig singenden Frontmann Roger Daltrey und einen fasziniert aufspielenden Gitarristen Pete Townsend.

Die gesamte "Quadrophenia" wurde auf der Tour gespielt, von der ersten bis zur letzten Note und mit allem, was dieses Klasse-Album ausmacht. Etwa dem grandiosen Solo der längst verstorbenen Basslegende John Entwistle oder der lustigen Gesangseinlage des noch länger unter der Erde liegenden Drummers Keith Moon. Beide wurde mittels moderner Technik bei den Songs "5:15" und "Bell Boy" quasi auf die Bühne katapultiert.

Nicht nur für die Fans ist das ein ergreifender Moment, auch die Reaktionen von Daltrey und Co beweisen, wie viel Spaß sie immer noch haben, "mit" ihren alten Weggefährten zu zocken. 

Zusätzlich zu Quadrophenia präsentiert die Band Klassiker wie “Pinball Wizard“, "Who Are You", “You Better You Bet”, “Baba O’Riley”, “Won’t Get Fooled Again” und “Tea & Theatre” von dem 2006 erschienenen Album Endless Wire. Die Bildqualität ist überragend, der Ton auch bestens und die Bühnenshow einfach nur umwerfend. Vor allem, die immer wieder eingespielten historischen Filmschnipsel, die teils geschichtliche Begebenheiten wie den zweiten Weltkrieg, teils die unglaublich jungen Mitglieder der Band präsentieren, verfeinern einen ganz feinen Auftritt. Das Ganze gibt es natürlich auch auf DVD und Audio-CD.

 

Fazit: Besser geht es nicht - ergreifender auch nicht

 

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Live-Fotos von The Who gibt es HIER!

 

 

Review: Möngöl Hörde - Möngöl Hörde

mongol-horde-album-cover-artworkDas hier ist für Euch, Ihr Pop-Radio hörenden Hausfrauen, die Ihr Euch unseren Frank Turner einverleiben wollt. Ihr, die "Worse things happen at sea" nicht kennt, sondern nur die vereinzelt poppigen Radio-Songs wie "Recovery" verehrt und den Typen einfach sooo süß findet. Ihr, die nicht verstehen werdet, dass aus Turner nie Schmalz Jovi oder Rockverräter Bryan Adams werden wird. Diese CD ist für Euch, ein Schlag in Euer Gesicht, der Beweis, dass nicht jeder Musiker von Balladen verdorben werden kann. Das Debüt von Möngöl Hörde mit Frank Turner als Shouter, Screamer, Rotzer und Frontgrunzer beweist, dass er seine Wurzeln (Million Dead) nicht vergessen hat, sie nicht verleugnen will, sie weiter ausschweifen lassen möchte. Der Beweis, dass Mainstream reich aber nicht glücklich machen kann. Diese CD ist aggressiv, sie ist verstörend und abgefahren. Irgendwo zwischen Rumpel-Punk, Hardcore und genialen Rage against the Machine- Hooklines angesiedelt, reißen Möngöl Hörde auf 13 Songs Wunden auf und streuen Salz hinein. "Weighed And Found Wanting", "My Judas", "How The Communists Ruined Christmas" oder "Make Way" - um nur die Glanzlichter einer gänzlich strahlenden Atombombe zu nennen - verströmen eine derart positiv-radikale Aggressivität, dass man sich kaum vorstellen mag, in welch Inferno ein Live-Auftritt dieser Band ausarten kann. Frank Turner (Gesang) aka Renrut, Ben Dawson (Schlagzeug) aka Awesome und Matt Nasir (Gitarre) aka Nadir zerstören auf ihrem Erstlingswerk alles, was den Anschein an Angepasstheit signalisiert. Danke! 

Die Band bleibt dabei betont minimalistisch, ein Konzept, welches auch ihre schmale Webseite untermauert: “Mongol Horde is more than a band. Mongol Horde is a movement. Mongol Horde is an invasion. That’s not actually true. Mongol Horde is a band. We don’t really want to talk about it. Listen to the music. Enjoy it, or don’t. Stop fucking asking questions.” Dem ist dann auch einfach nichts mehr hinzuzufügen (außer vielleicht, dass ich sehr hoffe, dass ich meine Eingangs-Hasspredigt nicht irgendwann bereuen muss. Frank, stay hard, true as steel!).

 

Fazit: Verstörend aggressiver Soundtrack zur Übernahme der Weltherrschaft

 

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Review: The Winery Dogs - Unleashed in Japan

81E1BC1VEaL. SL1418 Schaut man sich das Logo der Winery Dogs an, könnte man glauben, es handele sich um die Jack Wolfskin-Hausband. Dabei haben die Langhaardackel meist nur Unterhemden an. Kein Wunder, sind Richie Kotzen, Billy Sheehan und Mike Portnoy doch für schweißtreibende Liveauftritte bekannt. Da wären schicke Windbreaker nur Fehl am Platz und zudem soviel Rock 'n' Roll wie Klaus Meines Baskenmütze. Wie geil die Band live ist, will sie auf „Unleashed In Japan“ in Konservenform beweisen, das klappt leider nur bedingt. Zu wenig kommt rüber, die energetischen Liveperformances des Trios sind live und in Farbe ein echter Hammer, die CD klingt jedoch zu steril. Die spielerischen Qualitäten der drei lustigen Musikanten sind hingegen über jeden Zweifel erhaben. Richie singt wie Gott, Billy zupft einen flotten Darm (gern auch mal in atemberaubender Geschwindigkeit) und Mike ... Nun ja, er stört nicht groß. Sein Spiel ist perfekt, mitreißend jedoch nicht. Portnoy ist ein begnadeter Techniker, keine Frage. Groove ist aber nicht nur Technik. Für Fans ist die Live-CD trotzdem spannend, wenngleich sie im Bundle mit dem Debüt-Album kommt (die man dann im Zweifel schon hat). Mit "Stand" hat sich sogar der Poison-Schmachtfetzen ins Live-Programm der Wauzis geschlichen - und klingt mit Richie am Mikro eine Klasse besser. Zur musikalischen Qualität der eigenen Songs zitiere ich mal meine eigene Kritik des Albums:

 

Dies ist Richies "Thang" (in Anlehnung an den gleichnamigen Poison-Song), was den einzigen möglichen Kritikpunkt an der CD manifestieren lässt: Braucht Richie die anderen beiden eigentlich? Die Antwort ist ein klares Jein! Billy Sheehan ist unverkennbar, sein pumpender leicht angezerrter Bass mit wahnwitzig tanzenden Melodielinien, versehen im fetten Fundament seines Yamaha-Tieftöners, macht mächtig Spaß und sorgt für freudige musikalische Orgasmen beim Zuhörer. Wenn ein Gitarrist beim Gitarrensolo plötzlich das Interesse an Richie Kotzen verliert, dann kann das nur passieren, weil Billy Sheehan "unter" dem Solo die Show stiehlt. Portnoy hingegen spielt solide und überraschend unprätentiös. Positiver könnte man sagen "songdienlich", doch dafür braucht man den Drumwizard nicht. Über allem schwebt Kotzens wahnsinnige Stimme, seine grandiosen Blueslicks, die mit mächtigen Legato-Speedläufen getränkt sind, und ein Songwriting, welches sich sehr eng an Kotzens Solo-Schaffen orientiert. 

 

Fazit: Zu sterile Live-CD einer tollen Band.

 

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Live-Fotos von der Band gibt es HIER!

PS4-Review: Wolfenstein - the new Order

wolfenstein-the-new-order-ps4- Was wäre wenn? Diese Fragestellung ist Ausgangspunkt der Story des neuen Wolfenstein-Ablegers "The new Order". Angelehnt an ein Szenario etwa aus Robert Harris' Vaterland haben die Nazis den Krieg gewonnen, London besetzt.

 

Halt!! So wäre es, wenn Wolfenstein nicht wieder einmal in Deutschland aufs Lächerlichste verändert worden wäre. Aus Nazis wird "das Regime", naturgemäß verzichtet man wieder auf allerlei nationalsozialistische Symbole, was die Atmosphäre der ordentlichen Ballerbude komplett den Bach runter gehen lässt. Bei all der Aufregung um Hakenkreuze und Hitler-Nennungen darf gesplattert werden, was das Zeug hält.

An der Gewaltdarstellung wurde nichts verändert. Im nachfolgenden Video werden die Unterschiede der Version schön herausgearbeitet. Die deutsche Rechtsprechung ist natürlich die Keule, mit der hier geschwungen wird. Nationalsozialistische Symbole sind verboten, der Führergruß ebenfalls. Was ein Computerspiel, also ein interaktiver Film, von einem "richtigen" Film unterscheidet, bleibt aber weiter unklar.

 

 

 

Spielerisch macht Wolfenstein eine Menge richtig, ohne aber zu brillieren. Die Level sind schlauchartig, man kommt fast auf eine falsche Fährte, dennoch hat man einige Stunden vor allem durch die packende Hintergrundstory Spaß. Widerstandkämpfer und Hauptdarsteller B. J. Blazkowicz lag jahrelang im Koma und wacht 1960 auf. Die Welt ist von Nazis, oh tschuldigung, vom Regime beherrscht. Blondie muss dann den Widerstand von Grund auf neu aufbauen, um schließlich den Ober-Nazi, ähh, Ober-Regimist General Totenkopf zu besiegen. Die Grafik auf der PS4 ist super, aber es bleibt Luft nach oben, der Sound ist leider ebenfalls zensiert. Dialoge wurden verändert, das Wort Nazi fällt natürlich nicht einmal. Manchmal meinten es die Entwickler zu gut, wollten etwas Abwechslung in den recht stromlinienförmigen Shooter bringen. Das äußert sich dann durch öde "Missionen" im Versteck der Rebellen á la "Bringe den Lötkolben von A nach B" etc. Hübsch sind die Goodies, die ab und an zu finden sind. So gibt es zahlreiche Schallplatten zu entdecken (und danach abspielbar). Da gibt es beispielsweise die "Käfer", eine ehemals britische Band (Beatles), die nur noch auf deutsch singen darf. Sehr witzig und erschreckend zu gleich.

 

Fazit: Guter Shooter, der durch die deutsche Lokalisation komplett an Atmosphäre verliert und deshalb nur 3 von 6 statt 5 von 6 bekommt

 

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Review: Uriah Heep - The Outsider

cover 163271642014 rManche Bands sind einfach nicht kaputtzukriegen. Uriah Heep legen mit „The Outsider“ ihr 24. Studioalbum vor. Auch wenn die ganz großen Klassiker schon einige Zeit zurückliegen, ist die Band immer noch sehr aktiv und eben nicht nur als Revivaltruppe unterwegs. „The Outsider“ ist bereits der vierte Longplayer innerhalb der letzten sechs Jahre und der erste nach dem Tod des langjährigen Bassisten Trevor Bolder. Wohin der Hase läuft ist sofort klar. Ein sägender Hammondakkord leitet „Speed Of Sound“, den Eröffnungssong ein. Dieser gehört für mich zweifelsohne zu den besten Songs, die Heep je aufgenommen haben - eingängig, treibend und voller Spielfreude.

Der zweite Track tarnt sich als Ballade, doch nach dem circa einminütigen Piano/Gesang-Intro, wird aus „One Minute“ ein echter Rockstampfer. Den nehmen sie hoffentlich in ihr Liveprogramm auf. Bernie Shaw ist immer noch eine Bank. Der Mann hat einfache eine unglaubliche Stimme und bei Mick Box, dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied scheint das Motto zu lauten: Mit 66 Jahren fängt das Leben an. Sein Spiel ist unheimlich dynamisch und wirkt frisch. Hört man sein Solo bei „The Law“ würde man nicht vermuten, dass der Mann das Rentenalter schon locker erreicht hat. Aprospros „The Law“, hier kommen auch die ganz typischen Heep-Trademarks an das Tageslicht. Schöne und in epischer Breite werden hier die Aaaaaaahhhhsss zelebriert.
Bei „The Outsider“ wird die Geschwindigkeit richtig angezogen und die Doublebass läuft auf Hochtouren. Eine echte Hardrockperle ist auch „Looking At You“, ein Song, der es locker mit allen Hits aus den 70ern aufnehmen kann, Classicrock-Radiostationen aufgemerkt! Überhaupt gibt es bei den 11 Songs und einer Spielzeit von 51 Minuten nicht einen einzigen Ausfall. Das tolle Covermotiv stammt übrigens von dem polnischen Surrealisten Igor Morski, der oft und gerne als der neue Dali gehandelt wird.

Ein durchweg gelungenes und rundes Album, einer der besten Outputs von Uriah Heep überhaupt. Wer zeitlosen harten Rock liebt, darf hier mit gutem Gewissen zugreifen

 

Fazit: Rundum gelungen

 

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Review: Arch Enemy - War Eternal

archenemywareternalcdArch Enemy, die dritte Reinkarnation ist da und selten hat ein Sängerwechsel harmonischer und entspannter stattgefunden als der von Angela Gossow zu Alissa White-Gluz (Ex-The Agonist). Dazu löste bereits 2012 Gitarrist Nick Cordle Leadklampfer Michael Amotts jüngeren Bruder Christopher ab und nun kann auf "War Eternal" also das neue Line-up bestaunt werden. Mit Alissa kommt eine technisch hochbegabte Sängerin zu Arch Enemy, die bei The Agonist bewiesen hat, dass sie neben hasserfüllten Death Metal-Growls auch wunderschöne cleane Melodien trällern kann.

Das sorgte im Vorfeld bei den Die Hard-Arch Enemy-Fans für reichlich Sorgenfalten, doch die kann ich glatt bügeln: Alissa singt nicht ein einziges Mal clean. Alles beim Alten also? Mitnichten, denn "War Eternal" unterscheidet sich schon in einigen Punkten deutlich von den Werken mit der grandiosen Frontsau Angela Gossow. Michael Amotts ist zweifelsohne einer der genialsten modernen Gitarristen, hat zuckersüße Melodien genauso drauf wie kompromisslose Akkordwände und virtuose Soli. Während die CD mit "Never forgive never forget" nach einer Instrumental-Prelude in F-Moll und den Singles "War Eternal" und "As the pages burn" losballert als gäbe es keinen Morgen und sich gar nicht so sehr von den "alten" Arch Enemy unterscheidet, bemerkt man im anschließenden Verlauf der CD eine kleine aber feine Änderung im Grundton. Alissa grunzt technisch auf höchstem Niveau und genau das macht die Vocalpassagen eingängiger und weniger aggressiv als noch bei Angela, die keine große Technikerin ist, durch ihre rauhere Gangart aber echte Hassbrocken verspieh.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alissa White-Gluz macht es hervorragend und ist eine würdige Nachfolgerin von Angela, der Grundton wird durch sie aber eingängiger. Das kann man mögen oder nicht. Mir gefällt es, macht es Arch Enemy doch leichter zugänglich. Zwischen seinen brillanten Sololäufen verliert sich zudem Mastermind Michael Amott ab und an in etwas sehr cheesige Gefilde und packt zuviel Zucker auf seine Melodien (etwa im Mittelteil des ansonsten hervorragenden "Time is Black)". Mit "No more regrets" ist gar ein echter Ausfall unter den 13 Tracks.

Der Mitgröhlrefrain zerstört hier den guten Aufbau des Songs und ist am Rande der Peinlichkeit. Soviel aber zu den kritischen Tönen von "War Eternal". "You will know my Name" klingt wie eine Art Dream Theater mit Eiern, ein Track wie "On and on" ist schlichtweg fantastisch und wird im späteren Verlauf gar noch von "Avalanche" mit seinem hymnenhaften Charakter und fantastischem Soloteil getoppt. Am Ende steht ein mollschwangeres Instrumentalstück ("Not long for this world") und rundet nicht die beste, aber dennoch eine sehr sehr gute Arch Enemy-Scheibe ab. 

 

Fazit: Arch Enemy 3.0 - ein wenig, aber nicht alles anders und weiter bockstark

 

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Review: Super Duper Alice Cooper

41bsLycD-8LSind wir mal ehrlich: Super Duper Alice Cooper ist ein grauenhafter Titel für eine filmische Biographie des Shockrock-Großmeisters. Von diesem Fehlgriff aber einmal abgesehen hat Banger Films erneut ganze Arbeit geleistet. Nach Filmen wie „Iron Maiden: Flight 666” und „Rush: Beyond The Lighted Stage” erzählen Scott MacFadyen und Sam Dunn die spannende (und wohl bereits sehr bekannte) Geschichte, wie aus dem Pfarrerssohn Vincent Furnier der Meister Alice Cooper wurde.

Wer Banger Films kennt, weiß, dass er hier eine Vollbedienung erwarten kann. Filmerisch musste man sich vor allem für die Anfangsjahre etwas einfallen lassen, da fast alle Dokumente lediglich in Bild- und nicht in Filmform vorliegen. Gerade die Slideshow der Fotos von damals wurde auf geniale Art und Weise gelöst.

Durch Freistellungen und Montagen wirken die Dokumente nahezu dreidimensional, ein kluger Schachzug, um aus der Not, kein filmerisches Material zu haben, ein Tugend, nämlich die kunstvolle Umsetzung der Standbilder, zu machen. Der Werdegang Coopers samt ausgiebiger Drogensucht sollte allen Musikfans bekannt sein, dennoch wirken die 132 Minuten des Films nicht langatmig oder langweilig. 

Sämtliche Höhepunkte der Karriere werden beleuchtet und durch Beiträge einiger der größten Musikikonen wie Iggy Pop, Elton John, John Lydon, Bernie Taupin, Dee Snider und natürlich auch Alice selbst in Szene gesetzt. Das Bonusmaterial umfasst gelöschte Szene und Interviews mit Alice Cooper von „Metal Evolution."

 

Fazit: Banger Films und Alice Cooper - genial!

 

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Review: California Breed

imageDas Debut Album von CALIFORNIA BREED beweist schon nach wenigen Sekunden, dass Glenn Hughes eine absolute Ausnahmeerscheinung ist. Während andere Rockheroen der 70er entweder nur noch fade bis mittelprächtige Alben aufnehmen, sich im Glanze der Vergangenheiten sonnen oder es einfach nicht mehr können, scheint der mittlerweile fast 63 Jahre alte Hughes immer besser zu werden.

Nach fast zwei Jahrzehnten im quasi unproduktiven Drogennebel veröffentlicht der ehemalige Deep Purple Sänger und Bassist seit mitte der Neunziger ständig neue Alben – stets auf hohem bis sehr hohem Niveau.

Nachdem Joe Bonamassa auf das erfolgreiche Black Country Communion Bandprojekt keine Lust mehr hatte, entschied sich Hughes kurzerhand dafür eine neue Gruppe zu gründen. Wieder mit von der Partie ist Jason Bonham am Schlagzeug, sowie der erst 23-jährige Gitarrist Andrew Watt. Nur wenige Monate nach Gründung von California Breed liegt jetzt schon das erste Album vor.

Schon nach wenigen Sekunden ist klar, was hier angesagt ist: R-O-C-K!!!

Im Opener „The Way“ ballert es gewaltig. Anders, als man es von Hughes gewohnt ist, der manchmal dazu tendiert, schon fast zu perfekt produzierte Alben abzuliefern, rumpelt und dröhnt es so richtig schön rauh und scheppernd. Den Namen „The Voice Of Rock“ trägt er übrigens immer noch zu Recht. Meine Fresse, kann der schreien und mit welch einer Leidenschaft singen. Bonham hat einen Wumms und einen Drumsound, der dem seines Vaters sehr ähnlich ist. So laut kann man die Anlage gar nicht drehen, wie es dieser Song verlangt.

Die Intensenität wird auch beim zweiten Titel nicht weniger, ganz im Gegenteil. „Sweet Tea“ ist ein absoluter Hit. Dreckige, rotzige Riffs die gepaart mit den Vocals sich ins Hirn brennen. Wow!

Ein weiteres Großkaliber liegt mit „Midnight Oil“ vor, der Track ist heavy, funky und voller Soul. Glenn Hughes at his best.

Darüber hinaus gibt es auch immer wieder Referenzen an seine Zusammenarbeit mit Tony Iommi. „Days They Come“ und „Invinsible“ hätten so oder in ähnlicher Form auf deren „Fused“-Album gepasst.

Das absolute Highlight ist der Titel „All Falls Down“. Eine Powerballade so voller Gefühl und Energie, ein Ohrwurm sondergleichen, ein Lied für die Ewigkeit.

 

Fazit: Alte Helden müssen nicht zwangsläufig angestaubt klingen. Wer auch nur einen Funken Rock`n`Roll in sich trägt muss dieses Album lieben.

 

 

 

Review: Pre/Verse - Obstacles

preverse obstacles coverDrei Jahre hat es gedauert bis Pre/Verse ihr Debütalbum "Obstacles" in die Rillen tackern konnten. Die Band besteht aus dem Straftanz-Sänger Kai Schwenkler, Drummer Andreas Schmitz, Gitarrist Hilger Tintel, Keyboarderin Dae Joon und Bassistin Neila Fynn. Das schick durchgestylte Artwork der CD erstrahlt im hübschen Pink - zuckersüß ist die Band aber (zum Glück) nicht. Produziert wurde mit José Alvarez-Brill (u.a. Wolfsheim, Witt, Peter Heppner) sowie Krischan Jan-Eric Wesenberg (u.a. Rotersand) und mit diesen Referenzen wird der musikalische Rahmen schon recht gut abgesteckt.

Pre/Verse bewegen sich charmant im elektronischen Raum zwischen ganz alten Depeche Mode ("Bringing me Home") und der zarten Seite des sonst eher räudigen Gothik-Genre ("Rubbertears" etwa beginnt recht Manson-esk, kulminiert dann aber in einem Pop-Refrain mit Ohrwurmgefahr). Schwenklers variabler Gesang zwischen fast flüsternden Strophen und kraftvollen Refrains tönt genauso gut, wie die elegant gewählten Synthiesounds, die nie billig nach Kirmes klingen. Immer wieder gibt es hübsche Versatzstücke zu entdecken (etwa die orientalischen Skalen, die "No faith in my god" ein ganz besonderes Flair verleihen) und so ist "Obstacles" eine runde Sache geworden.

Was (mir) auffällt: "Truth hurts" ist ein toller Song, der durch den ans Ende der CD gestellten Bonustrack im Rotersand-Remix deutlich an Wirkung verliert als in der unremixten Version im vorderen Bereich der Scheibe. Nicht alle Songs zünden aufs erste Hören ("World of Lemons"), dennoch dürften Pre/Verse sich ihre eigene Nische schaffen können. Die CD ist erschienen bei nyx-records.

 

Fazit: Gelungenes Debüt in Pink

 

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Review: Toto 35th Anniversary Tour-Live in Poland

totoToto spielen und touren unermüdlich: Mit der BulRay zum 35-Jährigen hat sich die Band um Mastermind und Wunderklampfer Steve Lukather ein wunderschönes, scharfes und beeindruckendes Live-Denkmal gesetzt. In brillanter Bildqualität beweist die Band auf der CD live aus Polen, warum sie seit 35 Jahren die Menschen bewegt, riesige Fanmassen versammelt und auch Lieblinge der Kritiker ist. Technisch auf höchstem Niveau rocken, smoothen und poppen sich die Jungs durch ein umfangreiches Set, das alle Hits (etwa "Rosanna" oder "Africa") enthält, lassen aber nie die Leidenschaft in ihrem Bühnenacting vermissen. Kein Wunder, dass die Fans in der Halle komplett ausgerastet sind.

Gegründet wurde Toto 1976. Die beiden Gründungsmitglieder Jeff Porcaro und David Paich zockten dabei schon in einer High-School-Band und arbeiteten als Studiomucker in Los Angeles. Bei einem Engagement von Boz Scaggs entstand die Idee zur Gründung der Band, zu der Steve Lukather, Jeff Porcaros Bruder Steve, Bobby Kimball und David Hungate dazugeholt wurden. 

 

Neben dem tollen Konzert gibt es auf dieser BluRay einen interessanten 20-minütigen Blick hinter die Kulissen, indem sich Steve Lukather ein weniger sehr in den Vordergrund spielt. Dort wird auch immer wieder auf den leider früh verstorbenen Kult-Drummer Jeff Porcaro eingegangen. Ansonsten gibt es aber wirklich gar nix zu meckern. 

 

Tolles Live-Denkmal einer tollen Band

 

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Die Tracklist:


01. Intro
02. Medley: On The Run / Child’s Anthem / Goodbye Elenore
03. Goin’ Home
04. Hydra
05. St George And The Dragon
06. I’ll Be Over You
07. It’s A Feeling
08. Rosanna
09. Wings Of Time
10. Falling In Between
11. I Won’t Hold You Back
12. Pamela
13. 99
14. The Muse
15. White Sister
16. Better World
17. Africa
18. How Many Times
19. Stop Loving You
20. Hold The Line
21. Home Of The Brave

 

 

Review: The Clash - ”The Rise And The Fall Of The Clash”

 

clashThe Clash (1976 in London gegründet) sind zweifelsfrei eine, wenn nicht die wichtigste Punkband der Geschichte. Ohne The Clash gebe es auch kein Brit-Pop. Das muss man wissen, wenn man diese neue DVD in seinen Player schiebt. Besonders die Manic Street Preachers berufen sich auf die Band, aber auch alternative Bands wie Green Day, U2, The Cure oder auch R.E.M. haben sich den experimentellen Sound zu Eigen gemacht. Von Motörhead bis hin zu den Toten Hosen haben Bands die Songs der Band gecovert oder in ihren Konzerten gespielt. Bereits 1985 rief Joe Strummer die Mitglieder der Band zusammen und beschloss, die Band aufzulösen. 1991 erlebte ‚Should I Stay Or Should I Go‘ eine phänomenale Reminiszenz und eroberte die obersten Chartplätze durch die Werbekampagne für Levis. Viel zu früh verstarb 2002 bereits Joe Strummer, im Jahr 2003 wurden The Clash in die Hall of Fame aufgenommen. 

 

 

Der Film ”The Rise And The Fall Of The Clash” dokumentiert die Geschichte dieser großen Band, von den großen Erfolgen bis hin zur Selbstzerstörung.

Dabei begeistert die DVD vor allem mit vielen Aufnahmen, die selbst so mancher Fan bis heute nicht gesehen hat. Untertitel gibt es auch, zum Glück, denn das Clash-Britisch ist manchmal schon etwas haarig. Anhand von unveröffentlichten Aufnahmen und Interviews wird Weg der Band nachgezeichnet. Regisseur Danny Garcia hat 90 Minuten lang alles gegeben. Gründungsmitglied Mick Jones gibt selbst viele Antworten um die selbstzerstörerische Kraft von The Clash, aber auch Pearl Harbor, David Mingay und Ray Jordan kommen zu Wort. 

 

Fazit: Punkgeschichtsstunde für Fans und Musikbibliographen

 

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