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Samstag Oktober 20, 2018
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Review: X Drummer (IOS)

PictureDie Firma "Positive Grid" dreht seit einiger Zeit die Recordingwelt auf links. Die unglaublich authentisch klingenden (und auch dynamisch agierenden) Modeller-Apps wie "Bias" oder "Bias FX" haben in vielen (Home-) Studios die Platzhirsche in den Wald zurück gescheucht. Mit dem Bias Head hat die Firma sogar eine Art Kemper light mit unglaublicher Hardware auf den Markt geworfen. Nun nehmen sich die Amis die Schlagzeuger vor. Der "X Drummer" wurde kürzlich als IOS-App veröffentlich, ist gar nicht mal so günstig (19,99 Euro), verspricht aber Einiges. 

Die App ist mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet, die einen eingejammten Beitrag „anhört“, analysiert und anschließend einen passenden Drum-Track dazu bastelt. Das klappt in der Tat erstaunlich gut. "X Drummer" erkennt die BPM und liefert eine schöne Grundlage zum Jammen - oder zum Komponieren, denn das erstellte Pattern kann man per Midi exportieren. Doch auch ohne die Erkennungsoption macht die App Spaß - für einige Style (Metal, Rock, Jazz, Pop, Funk) gibt es bereits vorgefertigte Pattern, mit denen man arbeiten kann.

Die App (bisher ausschließlich für Ipad) ist zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig "buggy", doch man bekommt eine Ahnung, wohin der Weg gehen wird. Und das ist enorm vielversprechend, wenn man auf dem Flohmarkt der gescheiterten Eitelkeiten keinen Drummer für seine Projekte findet. Als Goodie kann man übrigens alle Schlagzeugsets komplett anpassen, sei es über optischen Unfug (verschiedene Hölzer) oder über verschiedenen Trommelgrößen (was wiederum sinnvoll ist). Wir warten mit angehaltenem Atem auf die Desktop-Version. Wer braucht schon Schlagzeuger...?

 

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung - noch ein wenig zu buggy

 

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Review: Assassin's Creed - Syndicate (PS4)

91irVBCxYaL. SL1500 Die Assassin's Creed-Reihe erfreut sich größter Beliebtheit in der Spielergemeinde. Nach dem mäßigen Vorgänger "Unity" hat Ubisoft mit Sydicate nun auch wieder zu alter Stärke gefunden. Grund dafür ist eine pulsierende Stadt und ein aufregendes Zeitalter. 

Syndicate spielt im London des Jahres 1868, die industrielle Revolution ist in vollem Gange und der Spieler muss dieses Mal mit zwei Assassinen die Stadt unter seine Kontrolle bringen, um den Machteinfluss der Templer zu beschneiden. Dank der Chancen, die diese neue Ära bietet, strömen die Menschen nach England, um dabei zu sein, wenn die industrielle Revolution die Welt verändert. Als Assassine Jacob Frye und dessen Zwillingsschwester Evie geht es durch ein akkurat nachgebildetes London. 

Grafisch ist AC Syndicate wirklich aufregend und bombastisch.Qualmende Kamine, umherstreunende Bettler, Details en masse - London ist das bisher gelungenste Szenario von Assassin's Creed. Stark: Auch in diesem Spiel tauchen immer wieder "reale" historische Persönlichkeiten (etwa Darwin oder Marx) auf und versorgen den Gamer mit Sidequests. Im Open World-Style kann man sich dieses Mal sogar Kutschen "leihen" und die gestohlenen Wagen für Verfolgungsjagden benutzen. Klingt super, ist es zu großen Teilen auch, dennoch gibt es auch bei Syndicate Kritikpunkte. Die Steuerung ist wie gehabt hakelig.

Dazu kommt, dass die Kamera nicht immer mitkommt, wenn man sich rasant von einem Dach zum nächsten bewegt. Spielt man auf Deutsch, hat man einen Mischmasch aus deutschen Dialogen und englischem Originalton der palavernden Bürger auf der Straße. Das ist unschön, aber erträglich. Weniger erträglich: Die KI ist strunzdumm. Bringen Sie einen Wachmann um, können Sie ihn meistens ruhig auf der Straße liegen lassen.

Seine Kumpel schlagen keinen Alarm. Gerade nach einer KI-Offenbarung wie in Metal Gear Solid V Phantom Pain ist dies schmerzhaft. Nach dem Bug-Desaster um Unity ist Syndicate aber der Schritt in die richtige Richtung, London ein wunderbarer Ort, um zu morden und durch die Gassen zu streifen. Hoffen wir auf einen Patch, der die gröbsten Macken beseitigt.

 

Fazit: Bestes Setting der Reihe, leider wieder nicht fehlerfrei 

 

 

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Review: Project Cars (Xbox)

81MM1Zp1W0L. SL1500 Was lange währt und so... Project Cars wurde immer und immer wieder verschoben, dabei sollte das Game doch der heilige Gral der Rennsimulationen auf der Konsole werden. Nun ist es dann aber endlich doch soweit und der Racer kommt aus der Garage. Aber ist der Hype, der im Vorfeld veranstaltet wurde, gerechtfertigt? Bei Driveclub war schließlich auch viel Lärm um fast nix. Konsolenpiloten lechzen schon seit langem nach einer echter Simulation. Games wie Driveclub oder Need for Speed waren aber eher Arcadeflitzer mit schöner Grafik. Project Cars ist da anders.

Ob Formel 1-Bolide oder alter Mercedes aus den 70ern - jedes Auto fährt sich komplett anders, manche besser, manche schlechter. Während man mit dem F1-Renner oftmals die erste Kurve nicht übersteht, fahren sich andere Autos gemütlicher. Dabei ist PC NICHT die beinharte Simulation geworden, sondern eher ein Mittelding aus Spaßbeetle und Simulationscorvette. Das aber ist eine sehr gute Mixtur und ein gelungener Mittelweg. Toll: Alle Strecken und Autos sind von Beginn an freigeschaltet, man muss nicht irgendwelche unsinnigen Rennen gewinnen, nur um die alte Nordschleife des Nürburgrings fahren zu dürfen. Grafisch ist das Game überragend. Am Liebsten würde man nur bei Regen fahren, so fantastisch sieht das aus jeder Perspektive aus. Leider sind dann viele Autos bockschwer zu handhaben. Die Einstellungsoptionen überfordern zu Beginn den Spieler etwas. Beißt man sich aber etwas in die leider sehr drögen Menüs, findet man schnell "seine" Einstellung.

Jede Kamera ist individuell anpassbar, die Fahrhilfen können ebenfalls ausführlich konfiguriert werden, dazu kommt endlich mal wieder sensibles Auto-Setup-Gefummel. Wenn man etwa die Traktionskontrolle hochschrauben muss, weil ein schlimmer Platzregen das Rennen beherrscht und dann deshalb gut zurecht kommt, ist das schon ein emotionaler Höhepunkt. Oder dem Untersteuern des Wagen mit der Veränderung des Bremsdrucks zuvor kommt...

Jetzt zum Wetter: Es gibt einmal ALLES: Nebel, starker Nebel, leichter Regen, starker Regen, Gewitter, Sturm, Sturm mit Regen - dazu kann man sich auch für jedes Rennen seine eigenen Konditionen basteln. So kann es im ersten Drittel regnen, dann abtrocknen und diesig werden. Der Sound ist fett, die Karriere stimmig, wenn auch etwas spröde. Nicht alles ist super: So fehlen Boxencrews (sollen per Patch kommen) und auch das Online-Matchmaking ist sperrig. Das Schadensmodell ist selbst auf "voll" immer noch recht gutmütig und die Wagen halten (zu) viel aus. Ansonsten würde ich mir eine Analyse nach einem Rennen wünschen. Wo habe ich die Bremsen zu sehr gequält, wo Kurven verpatzt? Das alles ist aber ein Jammern auf allerhöchstem Niveau, denn Project Cars ist der neue Champion unter den Rennspielen der neuen Generation.

 

Fazit: Project Cars springt direkt aufs Siegertreppchen

 

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Review: Peter Gabriel - Back to Front (BluRay)

814ba6qb6L. SL1500 Peter Gabriel ist für spektakuläre Live-Darbietungen bekannt. Umso aufgeregter wurden die Fans, als der Meister ankündigte, mit der originalen Tourband seines Meilensteines "So" in die Konzerthäuser zu kommen. Die RocknRoll-Reporter waren damals in Köln dabei, Fotos gibt es HIER! 

Nun liegt das Londoner Gastspiel dieser Tour auf BluRay und DVD vor. Der Schwerpunkt der Show liegt auch hier auf den Songs von „So”, doch es sind eine Reihe weiterer ebenfalls vertreten. Stücke wie „Sledgehammer”, „Solsbury Hill”, „Don’t Give Up”, „Shock The Monkey”, „Big Time”, „Digging In The Dirt”, „Mercy Street”, „No Self Control”, „In Your Eyes” oder „Biko” zeigen Peter Gabriel auf dem Zenit seines Schaffens.

Älter ist er geworden, seine Stimme hat jedoch nichts an Kraft verloren, sorgt mit jedem Ton dafür, dass der Zuschauer in den Bann dieses Mannes gezogen wird.

Dazu kommt seine sensationelle Band mit Cracks wie Manu Katché, David Sancious, Tony Levin oder David Rhodes, die durch die innovative Lichtshow stets perfekt beleuchtet werden. Dazu kommt Bonusmaterial, welches Einblicke in die Entstehung der Show gewährt. Bild und Ton sind dem Anlass angemessen vorzüglich und vermitteln einen perfekten Eindruck, wie mitreißend diese Tour war. Die Deluxe Edition von „Back To Front - Live In London“ kommt im großformatigen Mediabook (ca. 30 x 30 cm) und enthält neben der Konzert-DVD eine Bonus-DVD, auf der die Kono-Version von ""Back To Front"" enthalten ist. Die beiden Bonus-CDs enthalten das komplette Konzert als Audio-Version. Außerdem gibt es ein 60-seitiges Booklet. Das nennt man mal Vollbedienung.

 

Fazit: Beeindruckend und mitreißend

 

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Die Tracklist liest sich wie folgt:

01. Daddy Long Legs
02. Come Talk To Me
03. Shock The Monkey
04. Family Snapshot
05. Digging In The Dirt
06. Secret World
07. The Family And The Fishing Net
08. No Self Control
09. Solsbury Hill
10. Show Yourself
11. Red Rain
12. Sledgehammer
13. Don’t Give Up
14. That Voice Again
15. Mercy Street
16. Big Time
17. We Do What We’re Told (Milgram’s 37)
18. This Is The Picture (Excellent Birds)
19. In Your Eyes
20. The Tower That Ate People
21. Biko

Flugsimulatoren im Schnelltest

Flugsimulatoren haftet vielleicht das größte Nerd-Image der Computerspielgeschichte an. Ganze Cockpits werden da oft Zuhause aufgebaut, stundenlange Atlantikflüge simuliert. Dennoch ist das Angebot recht überschaulich. Wir schauen uns heute einmal drei Vertreter der fliegenden Zunft an.

Aerofly:

Aerofly

Das etwas andere Konzept des Aerofly hat seine Vorzüge. Hier wird weniger Wert auf eine exakt Cockpit-Bedienung gelegt, dafür ist die grafische Darstellung des einzigen Szenarios „Schweiz" unfassbar. Absolut fotorealistisch stellen sich vor allem die Alpen dar. Der erste Flug beeindruck durch die Einsteigerfreundlichkeit. Hier muss man nicht erst studiert haben, um den richtigen Knopf zum Losfliegen zu drücken. Das ist nix für Hardcore-Piloten, für einen schnellen, schönen Rundflug aber genial. Und es heißt vor allem nicht, dass der Pilot auf das exakte Flugverhalten verzichten muss. Die Flugphysik ist sehr realistisch, die Anzahl an auswählbaren „Vögeln" ausreichend (inklusive Segelflugzeug) und selbst auf mittleren Einstellungen sieht Aerofly genial aus und macht unglaublich viel Spaß. Auf verschiedene Tageszeiten sowie Wetterwechsel muss man derweil noch verzichten. Immerhin werden Winde simuliert und die Cockpitansicht lässt einem die G-Kräfte förmlich spüren. Aerofly ist der Spaßflieger unter den Simulatoren – ohne dabei aber zum Arcade-Flyer zu verkommen. Man darf gespannt auf eine Weiterentwicklung sein, denn hier steckt sicher das größte Potential aller Simulatoren. Genial: Hat man gerade mal keinen Flightstick angeschlossen, gibt es eine hübsche Maussteuerung.
Infos: http://www.aerofly.com/ - Mac/Windows – ab 25 Euro

X-Plane ...

... geht da einen ganz anderen Weg. Hier ist alles bis aufs letzte Quäntchen hyperrealistisch dargestellt – bis auf die Landschaft. Die Grafik macht nicht so viel Spaß wie bei Aerofly, dafür ist davon auszugehen, dass ein Computer-Pilot, der im Schlaf alle möglichen Flugzeuge mit X-Plane starten und landen kann, auch in der Realität weiß, welche Regler wann zu bedienen sind. Das ist für Gelegenheitsspieler natürlich auch die Crux an der Sache. Ohne vorheriges Studium des üppigen Handbuches geht gar nix.

x-plane-3

Auch die Einstellungswut zu Beginn, also vor dem ersten Abheben, ist schon an der Grenze des Zumutbaren. Die Simulation als solches ist sehr gelungen und fordernd. Heftige Flugmanöver lassen schnell ein Großflugzeug am Boden zerschellen und zu hohe Geschwindigkeiten zerstören die Klappen. X-Plane ist so echt, wie es am Rechner sein kann. Spitze: Seine Landemanöver lassen sich auch per Video festhalten. 

Dass man aber nur Standardgebäude und kaum modellierte Grafiken findet, diese aber per Kauf-Addon hinzufügen kann, ist unschön. Auch sind nicht alle Flugzeuge gleich gut gestaltet. Hier und da fehlt auf einmal ein 3D-Cockpit zum Beispiel. Eine Kaufempfehlung ist X-Plane für echte Simulanten und Fans des alten Microsoft Flugsimulators aber allemal. Für den schnellen Flug zwischendurch eignet sich das Spiel nicht. Wer sich reinfuchst, erhält aber den besten Flugsimulator, den es auf dem Markt gibt. Infos: x.plane.com – Mac/Windows - 63,99 Euro

FlightGear...

...gibt es kostenlos, weil es ein Open Source-Projekt ist. Im Simulationsanspruch ähnelt es eher X-Plane als Aerofly. Grafisch toppt es sogar X-Plane. Dafür ist der Nerdfaktor hier noch höher, denn bis man hier alles eingestellt hat und abheben kann, bedarf es langen Vorbereitungen. Das Installieren einzelner Komponenten, seien es neue Flugzeuge oder Landschaftsabschnitte, ist extrem nervig und nicht wirklich benutzerfreundlich. Ein geniales Feature gibt es aber auch hier:

FlightgearAuf Wunsch lädt FlightGear automatisch die Landschaften, über die man fliegen wird, im Hintergrund herunter. Ist man einmal in der Luft, gibt es eine beinharte Simulation, wechselnde Tages- und Nachtzeiten sowie echte Wetterdaten. Wer Lust und Zeit hat, sich durch die unzähligen Einstellungsmöglichkeiten zu wühlen, bekommt mit FlightGear eine gute Simulation ohne in die Geldbörse greifen zu müssen.
Infos: http://www.flightgear.org/ - Mac/Windows/Linux - kostenlos