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Samstag Oktober 20, 2018
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13 items tagged "review"

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Review: Black Label Society - Grimmest Hits

hi res vinyl cover mediumBlack Label Society - die Zehnte: Mit Grimmest Hits (cooler Name, noch cooleres Cover) hat die wilde Bikergang um Ozzy-Saitenhexer Zakk Wylde einen zwölf Tracks starken Rundling (oder „Downloadling“) ins Jahr 2018 geschmissen. Was hört man? In erster Linie einen deutlich homogeneren Stilmix als auf den letzten Veröffentlichungen. Erste Vorab-Songs haben mich dennoch enorm gelangweilt, der Genuss des ganzen Werks am Stück (im besten Fall mehrmals, denn das Ding „wächst“) macht dann aber doch deutlich größeren Spaß als gedacht. 

Es sind Songs wie „Illusions of Peace“ oder „Trampled down below", die mich immens anöden. Man kann es Stil nennen, aber aus solchem Material hat Zakk Walde in seiner Karriere massenweise Lieder fabriziert. Vollgas-Rhythmus-Geballer, knarziger Gesang, einer Achterbahnfahrt gleichendem Wah-Wah-Gitarrensolo - das sind die Zutaten für einen Song, der nach Black Label Society klingen soll. Für mich hat sich dieses Konzept nach zehn Studioalben überlebt.

Aber dann gibt es eben auch ganz starke Momente: Mit "Seasons of Falter“ hat sich Zakk das Timbre und Vibrato seines Übervaters Ozzy sicher nicht zufällig an vielen Stellen einverleibt und einen wunderbaren Midtempo-Track geschrieben, der ebenfalls sicher nicht zufällig dem Birmingham-Doom Tribut zollt. Zakk Wylde ist kein Toni Iommi, aber in seinen besten Momenten kommt er ihm dennoch sehr nahe. Wer’s nicht glaubt, hört „Disbelief“ oder „A love unreal". Mehr Black Sabbath geht kaum. 
Als bekennender Verehrer von Zakks „Pride & Glory“ aus dem Jahr 1994, der immer noch einzigartigen Mischung aus Country, Metal und Neil Young, packen mich auf „Grimmest Hits“ dann aber vor allem die Songs, auf denen er der bärtige Bikerkönig eben nicht rumknarrzt. „The Day that heaven had gone away“ ist eine wunderbar kitschfreie Ballade mit eben einem derart gefühlvollen Gitarrensolo, welches allen Hobby-Gitarristen unter die Nase reibt, dass man Ton eben nicht kaufen kann, sondern dieser aus den Fingern fließt. Eine weitere Ballade „The only words“ geht in die gleiche Richtung, ohne aber die Brillanz des oben genannten Titels zu erreichen. Und da aller guten Dinge drei sind beschließt die Black Label Society ein durchaus gelungenes Album mit ruhigen Klängen („Nothing left to say“). 
 
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Review: X Drummer (IOS)

PictureDie Firma "Positive Grid" dreht seit einiger Zeit die Recordingwelt auf links. Die unglaublich authentisch klingenden (und auch dynamisch agierenden) Modeller-Apps wie "Bias" oder "Bias FX" haben in vielen (Home-) Studios die Platzhirsche in den Wald zurück gescheucht. Mit dem Bias Head hat die Firma sogar eine Art Kemper light mit unglaublicher Hardware auf den Markt geworfen. Nun nehmen sich die Amis die Schlagzeuger vor. Der "X Drummer" wurde kürzlich als IOS-App veröffentlich, ist gar nicht mal so günstig (19,99 Euro), verspricht aber Einiges. 

Die App ist mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet, die einen eingejammten Beitrag „anhört“, analysiert und anschließend einen passenden Drum-Track dazu bastelt. Das klappt in der Tat erstaunlich gut. "X Drummer" erkennt die BPM und liefert eine schöne Grundlage zum Jammen - oder zum Komponieren, denn das erstellte Pattern kann man per Midi exportieren. Doch auch ohne die Erkennungsoption macht die App Spaß - für einige Style (Metal, Rock, Jazz, Pop, Funk) gibt es bereits vorgefertigte Pattern, mit denen man arbeiten kann.

Die App (bisher ausschließlich für Ipad) ist zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig "buggy", doch man bekommt eine Ahnung, wohin der Weg gehen wird. Und das ist enorm vielversprechend, wenn man auf dem Flohmarkt der gescheiterten Eitelkeiten keinen Drummer für seine Projekte findet. Als Goodie kann man übrigens alle Schlagzeugsets komplett anpassen, sei es über optischen Unfug (verschiedene Hölzer) oder über verschiedenen Trommelgrößen (was wiederum sinnvoll ist). Wir warten mit angehaltenem Atem auf die Desktop-Version. Wer braucht schon Schlagzeuger...?

 

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung - noch ein wenig zu buggy

 

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Review: Call of Duty - Infinite Warfare

cod34Die Call of Duty-Reihe ist so etwas wie der Arnold Schwarzenegger unter den Actionspielen: Wo COD draufsteht, knall es an allen Ecken und Enden, gibt es mehr Explosionen als Dialoge. "Infinite Warfare" macht da natürlich keine Ausnahme, das will es aber natürlich auch überhaupt nicht, die Spielreihe ist schließlich die umsatzstärkste auf dem Planeten.

Die Story von Infinite Warfare ist fix erzählt: Die Zukunft - unendliche... ach nein. Endliche Rohstoffe. Die natürlichen Ressourcen der Erde sind erschöpft und die Menschheit muss sich von anderen Planeten und Asteroiden leckere Rohstoffe zusammenklauen. Doch das wollen auch andere. Die Settlement Defence Front (SDF) unter Führung von Admiral Salen Kotch vom Mars und gespielt von Kit Harington aus Game of Thrones (Jon Snow) ist der große (und komplett uncharismatische) Gegenspieler. Der Bösewicht quasi. Es gilt ihn also zur Strecke zu bringen. Viel mehr muss man nicht wissen, um in die Haut von Nich Reyes zu schlüpfen. Als dieser führen wir nun unsere Streitkräfte erstmals auch ins All. Und da, wo es eigentlich keine Explosionen zu hören gibt, knallen wir so manches Raumschiff in die ewigen Jagdgründe. Dabei bietet Infinite Warfare eine hübsche Mischung aus Herumlaufen und Ballern sowie Herumfliegen und - Ihr habt es Euch gedacht - Ballern. Die Grafik ist atemberaubend, die Explosionen suchen ihresgleichen, der Sound ist top, die Steuerung präzise, die Gegner fordernd (was vor allem an der enormen Menge der Kollegen liegt). Ist Infinite Warfare also das beste Action-Spiel nach Jesu Geburt? Nein, es ist nicht einmal das beste Call of Duty-Spiel, denn im Singleplayer ist die Story doch arg dünn und setzt auf ziemlich großspurigen Patriotismusquatsch im besten Ami-Stil. Dazu ist es einfach zu linear. Dieses CoD trennt die Gelegenheitsspieler von den Profis. Während erstere im Singleplayer eine Weile Spaß haben können, sind viele Pro-Zocker genervt von der vielen Rumhüpferei und den schlechten Spawnpunkten im Multiplayer. Hübsch hingegen: Ein im 80er Stil gehaltenes Jahrmarkt-Zombie-Abenteuer gibt es zum Spiel obendrauf. Tipp: Installiert bitte unbedingt die englische Sprachversion. Die deutsche Synchro stinkt.

 

Fazit: CoD im Weltraum - alles ballert, alles explodiert - Profis sind genervt

 

 

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Review: No man's sky (PS4)

81-K71ShuEL. SL1500 Mit enormen Hype versehen ist in diesen Tagen endlich "No man's sky" gestartet. Was hatten wir fantastische Trailer vom Gameplay gesehen: Völlige Freiheit in einer unendlichen Galaxie, die sich stets selber generiert. Man plant seine Reise durch ein Universum von riesigen Ausmaßen. 18.446.744.073.709.551.616 (!!) mögliche prozedural (das heißt zufällig und vom Entwickler weitestgehend unabhängig) erschaffenen Planeten. Soweit die Fakten. In der Tat ist die Faszination, einen Planeten zu entdecken, den noch kein anderer Spieler entdeckt hat (durch die schiere Masse ist es auch sehr unwahrscheinlich zeitnah auf einem Planeten zu gelangen, den ein anderer Gamer schon besucht hat), enorm und das Spiel erinnert an ein aufgebohrtes Elite aus der Anfangszeit der Computerspiele - nur mit viel mehr Möglichkeiten. Man kann jeden entdeckten Planeten, jede Pflanze, jedes Lebewesen selbst benennen, wenn man es eigenhändig entdeckt hat. NMS ist ein Zeitfresser und man kann schwer damit aufhören, immer neue Planeten zu besuchen, neue generierte Lebewesen zu beobachten, füttern (sie bringen einen dann aus Dankbarkeit gerne zu seltenen Rohstoffen) oder umzulegen. Kurzum: NMS ist ein faszinierendes Spiel, das die Einsamkeit im Weltall eindrucksvoll projiziert, der Soundtrack ist sensationell und wer nicht ballern, sondern forschen und entdecken will, ist hier richtig. Dazu gilt es ständig, seinen Raumanzug aufzurüsten, sein Schiff zu tunen oder ein neues zu kaufen (oder ein Schiffswrack von einem Planeten herzurichten), den intergalaktischen Handel zu betreiben und und und....

 

Aber....

 

Das Spiel ist unglaublich verbuggt. Abstürze kommen nicht selten vor, die Grafik ist nett und zweckmäßig, aber nicht mit den Trailern zu vergleichen. Das Spielprinzip setzt auf ewige Wiederholungen. Man landet auf dem Planeten seiner Wahl (wenn man nicht zufällig von Piraten abgeschossen wird im All) und fängt an, diesen zu erforschen, Basen der Außerirdischen zu finden, Worte der fremden Sprachen zu erlernen, Rohstoffe abzutragen. Das ist sehr eintönig, man wird aber oft durch ungewöhnliche Planeten belohnt. Dennoch: Auf allen bisher angeflogenen Planeten sind beispielsweise die Gebäude gleich. Es scheint nur einen Architekten im ganzen Universum zu geben. 

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Das ist einfach schwach und dämlich. Genauso die Raumstationen: Alle sehen gleich aus, bis auf wenige Innenräume gibt es auch hier keine Unterschiede. 

Eine Story gibt es in der Tat auch: Die ist sehr esoterisch gehalten und man muss dem Pfad des Atlas in die Mitte der Galaxie folgen. Klingt komisch, ist auch so. Ohne Story würde das Spiel genauso, vielleicht besser, funktionieren, doch es entspricht ja leider dem Zeitgeist, dass eine belohnende Hauptgeschichte mitgeliefert werden muss. Für mich wäre es Belohnung genug, wenn sich die Planeten deutlich stärker unterscheiden würden. Ob ich jemals einen Planeten finde, auf dem es eine Zivilisation gibt? Ich bezweifle es stark, es wäre aber wünschenswert.

In Zukunft sollen viele Dinge per Patch nachgeliefert werden, insofern ist NMS noch zu retten. Derzeit ist ein süchtigmachendes Game mit viel zu vielen Schwächen - klingt divergent, trifft aber zu. Man möchte es doch einfach nur lieben können...

 

Fazit: Unausgereiftes Spiel mit enormen Potential. Es könnte am Ende an den (zu?) hohen Erwartungen scheitern

 

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Review: Dangerous Golf (PS4)

37418-coverDangerous Golf wollten wir spielen. Die Idee: Den Golfball durch coole Locations zu dreschen und dabei allerhand zu Bruch gehen lassen. Ein wenig Pain meets Burnout Crash vielleicht. Zugegeben, da haben wir uns hohe Ziele gesetzt und Dangerous Golf scheitert leider an dieser Vorstellung. Was bekommen wir? Vier Locations, in denen wir - physikalisch zu willkürlich - den Ball abschlagen und reichlich Schaden dabei anrichten. Das macht zu einem gewissen Grad Spaß, etwas mehr Golf wäre Gold gewesen, denn so weiß man nicht wirklich, wozu es Dangerous Golf sein muss. Es könnte auch Dangerous Football oder Ping Pong sein. Das ist sehr schade, denn die Lust zur Zerstörung ist da und die Animationen sind auch nett gemacht. Man muss sich natürlich vor Augen halten, dass es sich bei Three Fields Entertainment um ein gerade mal elfköpfiges Team handelt. Da gibt es natürlich andere, nämlich deutlich weniger Ressourcen, als bei den Big Playern. Immerhin: Die erste harsche Kritik hat das Team gekontert und die Ladezeiten mittels Patch von zuweilen 35 auf 5 bis 10 (!) Sekunden gedrosselt. Das ist schon einmal ein guter Anfang, weshalb ich dem Titel noch Chancen gebe. Etwas mehr Sport (gern mit Mega-Explosionen), weitere Locations und anspruchsvollere Puts, dann wird es noch etwas mit uns. Bis dahin: Ein liebevoll gemachter Zeitvertreib - aber eben nicht mehr. 

 

Fazit: (Noch?) unausgereift, aber mit Potential

 

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Review: Kiss rocks Vegas

PictureKiss rocks Vegas - das war für Mitglieder der deutschen Kiss Army das Ersatzprogramm für die ohne Begründung abgesagte Deutschlandtour. In einigen ausgewählten Kinos wurde das ziemlich einzigartige Livedokument der vier Puderquasten in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den angesagten Konzerten gezeigt. Was sieht man? Kiss spielen in der relativ kleinen Las Vegas-Location The Joint (immerhin 4000 Zuschauer) und müssen laut eigener Aussage (vor Beginn der Show bekamen die Fans im Kino mäßig aufschlussreiche Interviewhappen zu sehen) ihre riesige Stadionshow dafür abspecken. Statt überdimensionaler Metalspinne gibt es also viele viele Videoleinwände und ein beleuchtetes Drumkit (sehr geil!). Sehr beeindruckend und auf der großen Leinwand auch ziemlich geil. Mit großem Aufwand gefilmt, leider nicht in 3D, sieht man ein ziemlich starkes Kiss-Konzert mit einer sehr variablen Setlist (Tears are falling, Deuce, War machine, Psycho circus), die fast alle Epochen der Band abbildet. Thommy Thayer zu sehen, wie er 1:1 auf Ace Frehley macht, tut immer noch ziemlich weh, immerhin vergewaltigt er des Meisters Soli nicht. Die Band ist sehr tight, der Gesang von Paul im Gegensatz zu den letzten wirklichen Live-Konzerten hervorragend. Ein Schelm, der aufwändige Tonrestaurationen hier vermutet. Oder eben mehr Realist denn Schelm. Ansonsten gibt es einen wunderbaren Mittelteil bei Lick it up mit Won't get fooled Again-Insert während Paul und der Ace-Ersatzspieler mittels Plattform gen Hallendach gehoben werden, alle Showelemente, die man so liebt bei Kiss (Feuerspucken, Explosionen etc) und jede Menge Zungeschlabbern. Was für Fans halt ...

Leider war es im Kino (Apollo Gelsenkirchen) viel zu leise, um in echte Konzertstimmung zu kommen. Im Endeffekt ist Kiss rocks Vegas damit zu vergleichen, in einer riesigen Halle am Ende zu sitzen und die Show über die Videoleinwände zu verfolgen. Wirklich nah dabei ist man nie, dafür sind die Kamerafahrten zu gewöhnlich. Nur selten etwa gibt es Außergewöhnliches wie ein Blick vom Zuschauerraum auf die Bühne. 

 

Fazit: Guter Konzertfilm mit überflüssigen Interviews

 

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Review: Mortal Kombat XL (XBox One)

mortal kombat xl 1 rawEin Test von Mortal Kombat X? Ist das nicht eine olle Kamelle? Nein. Im April 2015 erschien mit "Mortal Kombat X" der zehnte Teil der Prügelserie. Doch "Mortal Kombat X" wurde erst im Herbst  in Deutschland auf den Markt geworfen. Mit Mortal Kombat XL kommt nun das, was man "Maximum Gore" nennen könnte. Erweitert wurde das Hauptspiel um alle bisher veröffentlichten DLCs, dazu kommen neue Charaktere wie den Xenomorph aus "Alien", Leatherface aus "Texas Chainsaw Massacre", Jason Voorhees aus "Freitag der 13.", den Predator sowie weitere mehr oder weniger bekannte Kämpfer wie Triborg, Bo’Rai Cho, Tanya, Tremor und Goro. Dazu gibt es einige Skin-Packs und neue Kampfarenen. So kommt man mit XL auf 33 statt 25 Kämpfer. Spielerisch hat sich natürlich nichts Wesentliches verändert. Es gibt einen Story-Modus mit vielen Kämpfen und fast noch mehr Zwischensequenzen, bei dem man in die verschiedenen Rollen schlüpft. Das Ganze ist natürlich nur ein dünner Mantel, um zu prügeln. Ein hollywoodreifes Drehbuch sollte man hier nicht erwarten. Wer mit dem Mortal Kombat-Univerum bisher nichts anfangen konnte, wird auch nach dem Storymode kein glühender Fanboy sein. 

Will man die Story gar nicht erst anpacken, kann man sich durch verschiedene "Türme" schlagen, wo ständig wechselnde Herausforderungen auf den Gamer warten. Daneben kann man natürlich auch einfach einen Charakter anwählen und gegen die KI oder einen Freund loslegen. Die Gewaltdarstellung bei den Special Moves ist hier schon gewaltig, weshalb USK18 durchaus angebracht ist. Der Witz dabei: Die Verstümmelungsdarstellungen sind derart übertrieben, dass das Spiel NICHT indiziert wurde. Klingt komisch, ist aber so.

Wer bisher Mortal Kombat X nicht besitzt, erhält die Gelegenheit, ein umfangreiches Spiel zu erwerben. Die DLCs gibt es für Mortal Kombat X-Besitzer natürlich auch einzeln. Grafisch bekommen wir hier auf jeden Fall Einiges geboten und auch die vielen Charaktere sind hervorragend umgesetzt und haben alle ihre eigenen, zum Teil spektakulären Special Moves.  

Spielerisch sind die Attacken durchaus vielfältig, manchmal hat man jedoch den Eindruck, dass das Knöpfedrücken ein wenig Latenz aufweist. Dennoch: Wer auf Prügelspiele steht, wird hier voll bedient.

 

Fazit: Ultrabrutale Prügelorgie mit großem Update

 

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Fotos: Ace Frehley / Rebelstar

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Nachdem gerade noch seine alten Weggefährten Paul Stanley und Gene Simmons mit ihren Aushilfsmusikern den Ruhrpott aufgesucht haben (Fotos HIER), wollte es sich Ur-Kiss-Gitarrist Ace Frehley nicht nehmen lassen, den ehemaligen Kollegen zu zeigen, was eine Harke ist. In der Zeche Bochum sorgte Gitarrenlegende Frehley für einen absolut stimmigen Abend, der vor allem Kiss-Fans der ersten Stunde begeistern konnte. Mit seiner frischen Band bewies Ace (nach einiger Verspätung durch die vor dem Konzert abgehaltenen Bezahl-Meet & Greets á 300 Dollar pro Fan), dass er immer noch ein Ass im Ärmel hat, wenn es um Spielfreude geht. Klar, sein Gesang ist seit jeher ein Schwachpunkt, aber eben auch der besondere Stil und Charme des Spaceman. Dazu gab es eine Setlist, die sich gewaschen hatte, alte Kiss-Klassiker gaben neuen Frehley-Songs die Klinke in die Hand. Ein rundum gelungener Abend, zudem auch die tolle Vorband Rebelstar aus den Niederlanden beitragen konnte.

Wir haben Fotos von:

 

ACE FREHLEY

 

REBELSTAR

 

Alle Fotos: (C) Thorsten Seiffert - NO use without written permission

Review: KGB

Kyle-Gass-Band-Cover-300x300Er ist der kongeniale Partner von Jack Black (JB) bei Tenacious D, doch Kyle Gass ist auch mit anderen Bands unterwegs. So formierte er einst die Gruppe Trainwreck, die sich allerdings schon bald wieder von der Bühne verabschiedete. Nun präsentiert der Gitarrist, Sänger und Schauspieler mit Mike Bray, John Konesky (der auch in Tenacious D involviert ist), Jason Keene und Tim Spier die Kyle Gass Band (KGB) und rockt munter drauf los. Das könnte ihn etwas aus dem Schatten des überragenden Jack Black treten lassen, denn Kyle ist eben nicht nur der kleine dicke Partner von JB. Die erste, selbstbetitelte, CD der Formation zerstreut schon mit dem recht knackig rockenden Opener "Manchild" alle Sorgen, diese Band könnte im rein stromlosen Musizierens ihr Dasein fristen, ist Kyle doch vornehmlich mit einer Westerngitarre anzutreffen.

Die spielt er natürlich auch bei KGB, doch ist sein akustisches Spiel "nur" die dritte Geige, stehen ihm mit Konesky und Bray dabei zwei hervorragende E-Gitarristen zur Seite. Auch die Leadvocals werden bei KGB geteilt, was zu einer schönen Vielfalt führt, denn gesangstechnisch ist alles erste Sahne bei KGB. Mike Bray ergänzt sich mit Kyle Gass ähnlich formidabel wie KG mit JB.  

Das Debütalbum springt munter zwischen rockigen Tracks "Our Job to rock", bluesigen Elementen bei "Dying Day" und nach Sommer klingenden Southern Rock-Tracks wie das ausgezeichnete "Getting the Band back together", das zwar hier und da an Tenacious D erinnert, auf ganzer Länge aber doch noch andere Kontrapunkte setzt (etwa das Lynard Skynard-Gedächtnis-Solo). Zum Abschluss gibt es mit "Gypsy Scroll" noch einen leichten und nicht übertriebenen Country-Hauch. Ausgezeichnete Scheibe.

 

Fazit: Vielleicht die perfekte Sommer-Scheibe

 

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Fifa vs. PES 2014: Der Kampf der Unperfekten

PES 2014 Cover

 Es ist in jedem Jahr der gleiche epische Kampf: EA Sports gegen Konami, Fifa gegen Pro Evolution Soccer (PES). Während Konami in diesem Jahr auf eine neue Engine setzt, betreibt EA vor allem Bestandspflege. Probleme am Ball haben beide Konkurrenten massig. PES etwa ruckelt hin und wieder, was nicht so schlimm ist, dass man das Game in die Ecke werfen will, aber dennoch nervt. Fifa besitzt weiterhin eine gruselige Gummiband-Ballphysik, die das Spiel niemals wie realen Fußball aussehen lässt. Allein von der Aufstellung macht Fifa alles richtig. Es herrscht der pure Gigantismus, mehr als 60 Stadion, unglaublich viele Lizenzen, Einstellungen, wie stark der Platz abgenutzt wird, wie straff die Tornetze gespannt sein sollen, wie hart der Schiri durchgreifen soll, das alles lässt PES-Spieler ungläubig und neidvoll auf die andere Spielfeldhälfte starren.

PES dagegen bietet jämmerlich wenige Lizenzen (dafür aber eine grandiose Community, die in zwei Monaten alle Spieler und Vereine eigenhändig nachgereicht hat), jämmerlich wenig Stadien, kaum Spaß machende Optionen, keine Wettereffekte. Besonders ärgerlich ist wieder, dass bereits sich einmal im Spiel befundene Optionen (Offline-Community-Cups / Freundschaftsspiele mit Hin- und Rückspiel / einstellbare Schiris) weg sind. Konami hört sicher nicht gut zu oder es ist ihnen schlichtweg egal, was die Fans wollen. Denn: Die Japaner wissen, dass man vieles (nicht alles!) verzeiht, wenn das Gameplay stimmt.

Und dies ist seit jeher die Domäne Konamis. Fifa spielt sich auch 2014 noch wie ein Arcade-Kicker, der selbst mit höchst manuell einstellbaren Handlungen, nicht wie realer Fußball wirkt. Starspieler sind immer noch zu schnell, der Ball plumpst wie doof umher. Bei PES sorgt die neue Engine dafür, dass das Spiel zäh ist, man muss sich jeden Meter am Ball erarbeiten, man plänkelt gefühlte Ewigkeiten im Mittelfeld rum.

Dazu wurde das Spieltempo weiter gesenkt. Jeder, der schon einmal richtigen Fußball gespielt hat, geht hier das Herz auf, denn näher ran gehts kaum noch. Probleme haben beide dennoch zu viele: Bei PES und Fifa verhalten sich die Abwehrspieler manchmal wie richtige Idioten - andererseits sehe ich das in der Bundesliga auch jede Woche. Bei PES scheint es einen Eingabeverzögerung zu geben, die darin resultiert, dass es sehr schwer ist, den Ball ohne ihn vorher anzunehmen, zu schießen. Das könnte aber auch Absicht sein, denn auf das richtige Timing kommt es real an, und hat man das bei PES wird der Ball direkt gespielt. In beiden Spielen fallen viel zu wenig Tore durch Kopfbälle, ein Balancingproblem der Engines.

Gruselig ist bei beiden Spielen die unterschiedliche Qualität der Spielergesichter. Stefan Kießling in PES ist nicht zu erkennen, obwohl Leverkusen eine von drei deutschen Mannschaften ist, die linzensiert sind. Auch bei Fifa gibt es dieses Phänomen, da ist es aber eher hinnehmbar, weil einfach eine riesige Masse an "echten" Spielern modelliert werden müsste. Fifas Stärke bleibt weiterhin die schnelle Zugänglichkeit, so dass vor allem Gelegenheitsspieler bei EA Sports weiter deutlich besser aufgehoben sind als beim Sperrungen Konami-Modell.

Noch ein Wort zu den  Optionen bei Fifa. Die Rasenabnutzung ist selbst auf der Einstellung "stark" kaum sichtbar, die Pfützenanimation scheint immer die gleiche zu sein und ist im Replay nicht vorhanden, sondern nur im Spiel zu sehen. Regen und Schnee wirkt sich nicht wirklich auf das Ballverhalten aus. All das sind Argumente, warum man als Fifa-Freund auf die PS4 warten sollte, die Demo auf der Gamescom sah grandios aus. 

All das sind aber auch Argumente, die PES und Konami nicht davon freisprechen, solche Optionen nicht in Erwägung zu ziehen. Irgendwann ist nämlich dann doch der letzte Kredit verspielt. Spielerisch ist PES Fifa weiter überlegen, aber sorgt derzeit ohne Patch noch für so viel Ärger, dass beide Spiele bei den RocknRoll-Reporter 4 von 6 Punkte bekommen.

Fifa14:

PES 2014:

Review: The Last of us

the-last-of-us-cover1Man nehme: Storyfetzen aus "I am Legend", "The Walking Dead" und "28 days later", packe einen mit sich selbst zweifelnden, zerbrechlichen Helden und ein toughes kleines Mädchen hinzu und bringe dies auf "Uncharted"-Niveau - schwupps hat man eines der besten Spiele des Jahres 2013 für die dahinsiechende Playstation3. "The Last of us" ist großes, nein, ganz ganz großes Konsolenkino. Das Spiel ist ein solcher Titel, für den sich X-Boxler die Gliedmaße abtrennen würden. "The Last of us" gibt es nur auf der PS3 und wurde von "Naughty Dog", den Uncharted-Machern, produziert. 

Die Story ist schnell erzählt: Schmuggler Joel schlägt sich zusammen mit der 14-jährigen Ellie durch ein Endzeit-Szenario. Ein Virus hat in rasender Geschwindigkeit Menschen befallen, indem Sporen über die Umgebung aus der Luft übertragen wurden. Die Befallenen werden zu Zombies. Punkt. Zwischen Joel und Ellie entwickelt sich nach harschem Beginn eine zarte Vater-Tochter-Beziehung. Mehr will ich hier nicht verraten, auch nicht, warum sie sich durch das Ödland schlagen müssen.

Was am Spiel vor allem begeistert, ist die düstere Atmosphäre, die einen sofort packt und in die eigentlich recht simple Handlung verwebt. Grafisch wurde bei der Präsentation von "The Last of us" ordentlich auf den Putz gehauen, im Spiel hat man dann zugunsten einer flüssigen Darstellung aber offensichtlich dann doch Abstriche gemacht. Die Bilddarstellung ist dennoch gut, lediglich einige verwaschene Texturen gibt es zu bemängeln. Wenn ich bei einem Spiel nicht bemerke, dass ich die Hintergrundmusik nicht ausgestellt habe, ist dies ein sehr gutes Zeichen für den Titel. So auch hier. Immer stimmig, nie aufdringlich erlebt man den höchst interaktiven Zombiestreifen. Eine wahre Wonne. Zum Ton gibt es noch zu sagen, dass "The Last of us" Vorbildcharakter besitzt, denn es lässt sich sowohl auf deutsch als auch auf englisch spielen. Die deutsche Synchronisation ist aber sehr gut gelungen.

Spielerisch gibt es keine großen Revolutionen, wenngleich es hier und da einige schöne Idee gibt (etwa, dass Messer nicht ewig halten und man mit herumliegenden Backsteinen und Flaschen um sich werfen kann, oder, dass man Gegenstände wie Medizinkoffer selbst aus umliegenden Teilen herstellen kann). Der Schwierigkeitsgrad ist selbst auf "einfach" recht fordernd und irgendwie hat man nie genug Munition. Dafür ist das Speichersystem 1a und der Autosave lässt einen nie viel wiederholen. 1370039825-runner-punch1

Die Steuerung ist unkompliziert, manchmal (meist kurz vor oder nach Zwischensequenzen) ist das Renntempo der Figuren etwas zäh, was aber wohl Absicht ist. Apropos Zwischensequenzen: Die befinden sich auf Augenhöhe mit der "Uncharted"-Serie und treiben die Story schön voran.

Nach rund 16 Stunden ist das Vergnügen leider vorbei, es bleibt ein ordentlicher, wenn auch nicht überragenden Multiplayer-Teil, und die Aussicht, dass nach dem Abspann eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen sein könnte. "The Last of us" ist vielleicht der letzte richtig große Titel für die Playstation3 und ein "Must have".

Dead Space 3

ps3 deadspace3eDer Weltraumkracher Dead Space geht in die dritte Runde. Und wie es bei dritten Teilen nun mal so ist, wird eine Menge Vorwissen verlangt, um die Story zu durchblicken. Dead Space 3 schickt Isaac Clarke und den gnadenlosen Soldaten John Carver auf eine Reise durch das All, um nach der Quelle des Nekromorph-Ausbruchs zu suchen. Fans des ersten Teil (und zum Teil auch von Part zwei) mochten vor allem den Gruselfaktor, der ein wenig an die Alien-Filme (vor allem bei Teil 1) erinnerte. Diese tolle Atmosphäre ist leider völlig verhunzt worden. Dead Space 3 spielt sich eher wie ein beliebiger (aber ziemlich guter) Co-Op-Schooter, gegruselt wird sich nur noch selten. Die tolle klaustrophobische Stimmung ist nicht wieder aufgenommen worden, vielmehr hat man den Eindruck, dass die dadurch erreichte Zielgruppe den Entwicklern zu klein wurde. Grafisch sieht Dead Space 3 auf der PS3 seinem Vorgänger sehr ähnlich (gut), die Möglichkeiten der Konsole sind mittlerweile nahezu ausgereizt. Kritikpunkte muss die KI einstecken, die zwischen strunzdoof und zu schnell und klug keine gute Balance findet. Das alles ist dennoch Jammern auf recht hohem Niveau, denn der Spielumfang ist auch ohne die angekündigten DLCs sehr hoch, Laune macht Dead Space 3 auch - wenn man nicht mit den Erwartungen an einen dunklen Alien-Schleichshooter herangeht. Die Story ist plausibel und dürfte auch in einem Hollywoodfilm eine gute Figur machen. Die Bevormundung des nicht manuellen Speicherns ist auch bei diesem Spiel eine Zumutung. Unterm Stich bleibt ein solides Spiel, das immer noch vielen Ego-Shootern einiges an Story, Grafik und Sound voraus hat.

Huntress

Huntress-SpellEater coverSeien wir ehrlich, Metalfans riechen gerne Verrat und suchen stets nach Mogelpackungen oder Castingbands. Huntress könnten so eine sein. Deren Sängerin Jill Janus sieht gut aus, zeigt gerne nackte Haut, war Playboy-Bunny-DJane, hatte ein Opernstipendium und gibt sich nun mit ihrer Kombo Huntress als Hexe und labt sich am Okkulten. Aber seien wir auch noch einmal ehrlich: Wenn man überzeugt werden würde, dass das alles "true" ist, das Jill immer schon eine Metalqueen war und dies ihre wahre Natur ist, wäre es doch auch der klitschnasse Traum eines Metaljüngers. Um das endgültig beurteilen zu können, fehlt uns noch die Zeit mit dieser Band. So stürzen wir uns erst einmal auf deren Debüt-Album und legen das Maßband nicht um Jill Janus' Oberweite, sondern erklimmen ihre musikalischen Hügel. Und oben angekommen fällt auf, dass die Band es schafft auf viele ihre Genrekollegen herabzublicken. Traditionellen Metal mit okkulten Texten, manchmal düsteren Stimmungen garniert die außerst tight aufspielende Formation mit der wirklich spannenden Gesangsleistung von Janus. Sie krächzt, jammert, flüstert, schreit, ja singt sogar, dass es die wahre Wonne ist. Die im Pressetext gern erwähnten vier Oktaven Stimmumfang kann man nicht heraushorchen, doch eines ist klar: This chick rocks! Ihr außergewöhnliches Organ wird durch eine glänzende "Backing Band", bestehend aus dem ehemaligen Skeletonwitch-Basser Eric Harris, Blake Meahl, Ian Alden und Drummer Carl Wierzbicky, veredelt. Songs wie "Eight of Sword", "Spell Eater", "The Dark" oder "Children" zünden sofort, manch andere brauchen etwas Zeit ("Night Rape"), einige verfehlen ihr Ziel ("Terror"), so dass der Hörer am Ende des Longplayers eines der aufregendsten Debüts einer Band im Jahr 2012 gehört hat. Wenn jetzt noch die Bild-Zeitung aufhören, würde über Jill Janus zu berichten (Zitate: "Es ist die heißeste Metal-Entdeckung des Jahres. Ex-Playmate und Playboy-DJane Jill Janus ..."), könnte man die Band wahrhaft "true" finden.

Tracklist:
Spell Eater
Senicide
Sleep And Death
Snow Witch
Eight Of Swords
Aradia
Night Rape
Children
Terror
The Tower

 

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