rrrlogo

 

Oldschool journalism with modern attitude - since 2005

Montag Oktober 23, 2017
Home

71 items tagged "Test"

Ergebnisse 1 - 20 von 71

Angezockt: The Evil Within 2 (PS4)

The Evil Within 2 ps4 frontcover-01 1496837647Fortsetzungen sind nicht nur in Hollywood Gang und Gebe, die Spielebranche übertrifft die Filmemacher in dieser Beziehung um ein Vielfaches. The Evil Within hat uns damals nicht recht begeistern können, trotzdem schauen wir uns den Nachfolger natürlich an. Und, die gute Kunde: der zweite Teil ist wesentlich besser als sein Vorgänger. Der Spieler ist natürlich wieder Detective Sebastian Castellanos. Und der hat alles verloren, auch seine geliebte Tochter Lily. Doch als Mobius (eine Organisation, die sich vor der Öffentlichkeit verbirgt und aus den Schatten heraus die Ereignisse manipuliert) ihm die Gelegenheit bietet, seine verloren geglaubte Tochter zu retten, muss er sich mit dieser mysteriösen Organisation, die sein altes Leben zerstört hat, zusammentun. Einmal mehr muss Sebastian in eine ihrer schrecklichen Schöpfungen hinabsteigen: In der verstörenden Welt der Kleinstadt Union ist sein Verstand seine mächtigste Waffe gegen die lauernden Schrecken – und Erlösung ist nur tief im Inneren des sogenannten STEM (eine Maschine, die den Verstand seiner Nutzer zu einer alternativen Welt verwebt) zu finden. So weit, so wenig begeisternd, weil durchaus konfus. Den ersten Teil zu kennen, kann helfen, letztlich ist aber das Spiel auch ohne diese Vorkenntnisse vernünftig spielbar. Was man wissen muss? Der Detective bekommt also eine zweite Chance, seine verloren geglaubte Tochter zu retten. In der Albtraumwelt muss er dafür gegen Zombies und andere seltsame Kreaturen antreten, die lauern nämlich hinter jeder Ecke dieser bizarren Welt. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei sehr variierend. Mal erledigt man große, schwere Gegner recht einfach, um eine Häuserecke weiter keine Chance im offenen Kampf gegen einen schlurfenden Zombie zu haben. Balance ist das Stichwort -  und die ist scheinbar nicht ideal in diesem Spiel. Grafisch ist so weit alles tutti, vor allem die Hauptperson ist sehr detailliert dargestellt. Andere Charaktere hingegen sehen oft ausgewaschen aus. Eine Anpassung an die PSPro wird es nicht geben, schade. Die Handlung mit der abgerissenen Kleinstadt erinnert an Silent Hill, aber das muss ja kein Nachteil sein. 

Die Steuerung ist wie schon im ersten Teil ein Problem, da durch die Kameraposition (leicht hinter der Schulter der Spielfiguren postiert) nicht immer eine gute Übersicht gegeben ist. Um in einem Raum etwas schnell zu erkennen, muss man sich so immer um die ganze eigene Achse drehen. Das geht besser und macht keinen Spaß.

Atmosphärisch ist das Spiel aber dann wieder richtig gelungen. Gruselsounds aus dem Controller, genügend Schreckmomente, immer wieder undurchsichtige Zwischenspiele, The Evil Within 2 könnte mit einer guten Steuerung ein Top-Spiel sein. So bleibt es wie auch schon Teil 1 ordentlicher Durchschnitt. Der Story-Trailer unten klärt Euch vielleicht etwas auf, was die Handlung angeht.

 

Fazit: Ordentlicher Grusel mit Steuerungsproblemen

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Review: Project Cars 2

project-cars-2 6003094Der Herbst meint es dieses Jahr gut mit Gamepad-Rennfahrern und so fährt in diesen Wochen neben den Konsolen-Boliden 'GT Sport' und 'Forza 7' auch 'Project Cars 2' von der Boxengasse auf die Rennstrecke. Nach dem Überraschungserfolg im letzten Jahr versprach Entwickler Slightly Mad Studios auf die Community zu hören und die Kritikpunkte konsequent anzugehen. Sehr schade ist allerdings, dass dies an vielen Stellen nicht wirklich gelungen ist und so der Eindruck einige tiefe Kratzer im Lack erhält. Insgesamt wirkt das Spiel etwas polierter im Vergleich zum Vorgänger. Das fällt beim Menu und dem immer noch etwas spröden Karrieremodus auf. Grafisch braucht sich das Spiel hinter den Branchenriesen nicht zu verstecken. Die abwechslungsreichen Kurse sahen auf der PS4 Pro gut aus und wirkten mit den dynamischen Wettereffekten sehr lebendig und real. Überhaupt gibt es immens viele Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten - von den Fahrhilfen über die Steuerung und vielem mehr. Und genau dort erleidet Project Cars leider einen kompletten Motorschaden. Es gelingt kaum, sowohl auf 'Werkseinstellungen' noch über individualisiertes Fahrverhalten unter Zuschaltung von Fahrhilfen ein halbwegs realistisches Fahrverhalten hinzubekommen. Die über 170 Fahrzeuge, die ab Start alle freigeschaltet sind (ein motivierendes Freischalten des Fuhrparks wie bei GT und Forza entfällt leider), steuern sich mit dem Gamepad so merkwürdig, dass es selten gelingt, unfallfrei eine Runde zu beenden. Manchmal bricht der Wagen auf einer Geraden ohne Grund einfach aus oder eine Kurve wird zu einer unkontrollierbaren Rutschpartie auf Seifenlauge. Der Anspruch, ein möglichst realistisches Fahrverhalten abzubilden, scheitert hier krachend. Dazu kommt, dass sich die KI-Gegner verhalten wie Verkehrsrowdies auf Koks und den Spieler desöfteren ungestraft von der Strecke schießen. Das sorgt für Frust hinter dem virtuellen Lenkrad. Damit nicht genug: Das Geschwindigkeitsgefühl ist auch eher dürftig, so dass eine Fahrt mit 300 km/h in einem Ferrari wie ein Sonntagsauflug im Opel Kadett auf einer bundesdeutschen Landstraße wirkt. Wie es besser geht zeigen derzeit Forza 7 und GT Sport, die beide ein zugängliches Fahrverhalten mit toller Optik kombinieren, so dass Project Cars 2 von diesen beiden derzeit nur die Rücklichter sieht.

 

Fazit: Totalschaden mit schöner Grafik

 

Picture

 

 

Review: Fifa 18 vs PES 2018

81jDVG9z4rL. SL1500 81cgeVPX1FL. SL1500 Battle Royal: Im Jahr 2017 haben wir es mit den wohl beiden besten Fußballspielen aller Zeiten auf der Konsole zu tun. Umso schwieriger fällt die Wahl: Fifa 18 oder PES 2018? In jedem Jahr schwören die Fanboy, dass PES die deutlich realistischere Ballphysik hat, während das gegnerische Lager über Konami nur lacht, weil die es trotz eines guten Fundaments nicht hin bekommen, kleine und dennoch schwerwiegende Ärgernisse hinweg zu programmieren. Und nein: Die Ballphysik ist bei beiden Games nicht realistisch, bei PES gibt es genauso Ping-Pong-Ballaktionen wie bei Fifa. Trotzdem hat PES im Handling leicht die Nase vorn, längst aber nicht mehr so weit wie noch vor einigen Jahre.

Schauen wir einmal unter die Haube der beiden Soccer-Boliden: Fifa 18 hat sich im Gegensatz zum Vorjahr scheinbar wenig verändert, denkt man. Zieht man aber erst einmal die virtuellen Fußballschuhe (sprich Gamepads) an, merkt man, dass an der Spielmechanik eine Menge gemacht wurde. Das Spiel ist deutlich langsamer geworden (aber immer noch zu schnell, weshalb wir die Einstellung "langsam" empfehlen). Dies hat Fifa mit PES gemein: Auch Konami setzt auf deutlich reduzierte Geschwindigkeit. Auch hier ist jedoch eine Stufe langsamer noch besser. In der PES-Fangemeinde herrscht fast Einigkeit, dass das neue Spiel weniger dynamisch und zu langsam ist, was ein guter Beweis dafür ist, dass all das Gerede um Realismus eben nur das ist: Unsinniges Gerede. So schnell wie beide Spiele aus der Kiste kommen, so wenig ist eine Realismusdebatte haltbar. Es sind Konsolenspiele. Wer Realismus will, sollte sich in einem Fußballverein anmelden.

Das Verteidigen ist schwieriger geworden bei Fifa von EA Sports, das Dribbeln aber auch. Klingt komisch, ist aber so. Insgesamt wurde zudem den Superstars die scharfe Klinge genommen, sprich: ein Sprint mit Ronaldo von Torlinie zu Torlinie ist kaum möglich - zum Glück. Grafisch ist Fifa einen Tacken schwächer als PES, auch, wenn die geölten Hochglanz-Gesichter bei Konamis Kick-Sproß nicht Jedermanns Sache sein dürfte. In Sachen Atmosphäre ist Fifa jedoch unschlagbar, das muss PES sich weiterhin schämen. Das Thema Lizenzen ist ein altbekanntes Problem für Konami, zumindest auf PC und PS4 aber dank Community-Option Files kein Hindernis mehr.

Dennoch: Fifa 18 hat das ganz dicke Ding, sogar die dritte Bundesliga. Dazu kommt bei EA Sports Hunters Journey, die Fortsetzung des Storymodus vom Vorjahr. Hier ärgert uns EA aber: War die Hunter-Story 2016 noch rein englisch, ist sie nun synchronisiert. Und das führt zu so schlimmen Spaß-Killern wie, wenn Alex Hunter (Engländer) in Rio Ferdinands (Engländer) TV-Sendung deutsch spricht, während Rio englisch palavert. Ich kann verstehen, dass die echten Stimmen von Ronaldo und Co (zahlreiche Gaststars sind Teil der Story) nicht synchronisiert werden sollten, dieser Bruch zwischen den Sprachen ist aber grausam. Ansonsten macht die Story wieder viel Spaß, ist etwas langatmig, und Hunter mutiert immer mehr zum Söldner (was aber spielerisch sinnvoll ist, denn vier Jahre im gleichen Club wäre einfach langweilig). 

Bei PES gibt es so Spielchen nicht, Konami legt wie immer das Hauptaugenmerk auf das Spiel - und verkackt an entscheidenden Stellen - zumindest für Single Player. Die KI foult wie schon im Vorjahr nahezu gar nicht. So viel zum Thema "das realistischste Fußballspiel". Ebenso unrealistisch: Obwohl man Verletzungen ein und ausstellen kann, verletzt sich in 99 Prozent aller Spiele niemals ein Kicker. So etwas regt mich zumindest ziemlich auf und sorgt dafür, dass ich das Spiel offline im Single-Modus nicht mehr anrühre.

Fifa 18 ist aus der Box nicht der bessere Kick, aber EA sorgt dank der Slider-Mechanik dafür, dass fast sämtliche Aspekte des Gameplays anpassbar sind (etwa Schussstärke oder Verletzungshäufigkeit). Wer hier sanft runter regelt, bekommt das beste Fußballspiel des Jahres 2017. Wer sich für die Slider-Einstellungen interessiert, sollte HIER einmal stöbern. Das macht glücklich. Verbessert wurde das Flanken bei Fifa (bei PES hat es immer schon besser funktioniert), so dass mittlerweile Flanken auch gefährlich werden. 

Doch auch PES hat schöne Dinge zu bieten (wenn man nicht im Single Player-Modus spielt): Der neue 3vs3-Modus ist Spitze und enorm motivierend (wenn man denn mal Online-Spieler findet, die nicht nur den Alleinikov machen). 

Was beide Spiele vereint: Die Kommentatoren (bei Fifa Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss, bei PES Hansi Küpper und Marco Hagemann) sind einfach grauenhaft. Ständig Wiederholungen, häufig nicht zum Spielgeschehen passende Sprüche, überhitztes Sprecher-Ego - dieser Schrott hat bei beiden Herstellern Tradition. 

Am Ende schlägt das per Slidereinstellungen getunte Fifa 18 PES 2018. Sollte sich Konami mal zu einem ähnlichen System entscheiden, wird es spannend. Beide Games gehören aber dennoch zur Krone der Fußball-Spiele, von Simulationen will ich hier bei beiden nicht reden.

 

Fazit: Getuntes Fifa 18 schlägt PES 2018

 

Beide Spiele erhalten :

Picture

Review: Madden NFL 18

81WBtB0voL. SL1500 Was EA Sports in den vergangenen Jahren mit der Madden-Reihe auf die Beine stellt, ist ein Top-Beispiel dafür, wie jährliche "Updates" einer Spieleserie auch aussehen können. Während sich man sich im Hause EA bei Fifa oder NHL nur sehr behutsam an Veränderungen und Verbesserungen herantraut, schraubt man seit 2014 beim Football immer weiter und weiter. Madden NFL 18 ist der aktuelle Spross des Hauses und alles andere als ein laut aufgestöhntes "WOW" wäre keine angemessene Reaktion auf diese Version.

Perfekt sind Spiele nie und so war auch Madden 17 im Vorjahr Klasse aber weiter verbesserungswürdig (wie es auch Madden 18 ist). Doch EA Sports weiß das und haut jedes Jahr richtig einen raus. 

Dank der Frostbite-Engine macht Madden NFL 18 grafisch einen große Hüpfer vorne. Nein, "ultra-fotorealistisch" ist das Spiel immer noch nicht, auch, wenn die Presseinfos uns das so verkaufen sollen, doch Madden 18 ist schon verdammt nah dran. Wichtig ist aber ohne, wie es sich spielt und hier gibt es einige signifikante Veränderungen. Ein Beispiel? Zum allerersten Mal darf man hinpassen, wo man will. Sprich: Man muss nicht mehr zwingend auf den frei stehenden Wide Receiver werfen.

Das erhöht die Handlungsfreiheit und steigert den Realitätsgrad, bringt aber auch mit sich, dass man ganz schön viel üben muss. Spielt man nämlich unpräzise ist ein Turnover unausweichlich. Und davon gibt es in Madden NFL 18 deutlich mehr als in den Vorjahren. 

Mit "Play Now Live" kann man die interessanteste Partie der Woche dank Live-Updates mit den aktuellen Aufstellungen, individuellen Kommentaren und den neuesten Statistiken von NFL.com nachzocken, eine schöne Idee. Insgesamt wurde vor allem an der Spielbalance gearbeitet, so dass einige zu gewinnversprechende Spielzüge harmloser gemacht wurde oder die Defensive von KI-gesteuerten Teams sich verbessert hat. schwankt nicht mehr so stark. 

Was gibt es noch Neues? Wie schon bei Fifa 17 hat EA Sports einen Storymodus namen "Longshot" integriert und dieser kann durchaus überzeugen. Zwar ist die Geschichte ein wenig oberflächlich, doch Spaß macht das zu kurze Spielchen dennoch. Der Spieler übernehmt ihr die Rolle des jungen Quarterbacks Devin Wade, der es nach einem Schicksalsschlag über eine Casting-Show in die NFL schaffen möchte. Etwa vier Stunden dauert das Spiel, ein Hollywood-Star (Mahershala Ali) spielt die Hauptrolle. Klasse!

 

Fazit: Das beste Football-Spiel aller Zeiten!

 

Picture

Review: Faith / Yasi Hofer

yasi-coverYasmin „Yasi“ Hofers Karriere ist eng verknüpft mit Gitarren-Großmeister Steve Vai. Der beeindruckte sie in jungen Jahren so sehr, dass sie die Violine in die Ecke warf und sich fortan daran tat, wie eine Besessene die E-Gitarren zu bändigen. Später konnte sie beim Flitzefingergott live auf der Bühne mitspielen, bevor er sie nun mit dem Track "Cosmic Stars" auf der aktuellen Compilation-CD seines Favoured Nations-Label ("She rocks Vol.1") verewigte.

Kein Wunder also, dass bei Yasi Hofers zweiter CD "Faith" die spielerischen Referenzen an Steve Vai fast immer durchscheinen. Wäre das alles, könnte man Yasis Werk schnell abtun, doch die Ulmerin schafft es, stilistische Sprünge zu machen, pendelt zwischen Instrumentalrock und bluesigen Gefilden munter hin und her. Beides klappt dabei hervorragend. Dies liegt natürlich an der technischen Brillanz der 24-Jährigen, die einen sahnig-tollen eigenen Gitarrenton pflegt, aber auch daran, dass ihr Gesang sich dahinter nicht verstecken muss.

Während Songs wie "Cosmic Stars" oder "Tender Storm" die Vai-Fangemeinde bestens bedienen dürfte, können auch Bluesrock-Freaks mit Tracks wie "Feeling Zany" (mit tollen Stevie Ray Vaugn-artigen Solo) oder dem schweren modernen Südstaatenblues von "Crossfire" etwas anfangen. Yasis Kernkompetenz bleiben aber weiter instrumentale Parforceritte durch die Welt der schnellen Noten. Vai und Satriani lassen schön grüßen. Nicht alle Songs zünden gleichermaßen. Der Titeltrack kriecht beispielsweise zu langsam aus seinem Schneckenhaus (explodiert dann am Ende aber immerhin), und insgesamt hat man den Eindruck, dass diese zweite CD noch nicht Yasis Meisterwerk sein wird, auch, wenn es wahrlich nicht viel zu meckern gibt. Da steckt noch mehr drin und man kann sich überaus auf mehr Musik von Yasi Hofer freuen.

 

Fazit: Starke zweite CD von Yasi - nicht nur für Fans von Steve Vai und Co

 

 Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

Lest unser Yasi-Interview zur neuen CD HIER!

Review: Hardwired...to self-destruct / Metallica

metallica-hardwired-to-self-destructEs gibt kaum eine Metalband, die in der Form der letzten 20 Jahre mehr polarisiert hat als Metallica. Während sich die Metalwelt nahezu einig ist, dass trotz der technischen Schwächen der Band die ersten drei Alben Göttergaben des Thrash sind, herrscht über fast alles, was danach kommt, große Uneinigkeit. Mit Alben wie St. Anger (Sound) und Lulu (Songs) wurden Metallica gar zur Lachnummer, bevor "Death Magnetic" zumindest einigermaßen zufriedenstellen konnte. Die Taktik von "Hardwired...to self destruct" war in Sachen Marketing genial: Einen Tag vor Veröffentlichung gab es alle Songs mit offiziellen Videos zu bestaunen und der Hype wurde immer größer. 

Und in der Tat haben Hetfield und Co dieses Mal deutlich mehr vorzuweisen, was ihrem Status entspricht: Die Scheibe ballert mit "Hardwired", "Atlas Rise" (hoffentlich rufen Iron Maiden nicht an und wollen die geliehenen Licks zurück), "Now that we're dead" und "Moth to the flame" absolut amtlich los. Erste Schwächen hingegen finden sich hier schon: Zu oft werden zugegeben gute Riffs bis zum Erbrechen wiederholt. Das zieht sich durch das ganze Album. Nach diesen Songs wird es lahm und Metallica verlieren sich im Midtempo. Wer die neue Testament kennt, weiß, wie Thrash zu klingen hat. Jedenfalls nicht so wie "Dream no more" oder dem absoluten Stinker "Confusion".

"ManUnkind" nimmt dann wieder mehr Fahrt aus, aber "Here comes Revenge", "Am I savage?" und der wirklich schlechte Motorhead-Tribut "Muder One" sind Stangenware, langweilig und austauschbar. Immerhin: Mit "Spit out the Bone" kommt ein Mega-Song, der dem Begriff Thrashmetal alle Ehre macht.

Das Problem bei Bands dieser Dimension ist immer wieder das fehlende Regulativ in Form eines mündigen Produzenten: der hätte nämlich einige der Songs vom Album geschmissen, die Wiederholungen innerhalb anderer Songs verkürzt und es wäre eine triumphale Rückkehr mit bockstarken Songs wie "Bone", "Atlas" oder "Moth" geworden. So dümpelt das Midtempo zu oft rum. Schade. 

 

Fazit: Ordentlich bis gut mit zu viel Midtempo-Gedümpel und ätzenden Schlagzeugsound

 

Picture

Review: Call of Duty - Infinite Warfare

cod34Die Call of Duty-Reihe ist so etwas wie der Arnold Schwarzenegger unter den Actionspielen: Wo COD draufsteht, knall es an allen Ecken und Enden, gibt es mehr Explosionen als Dialoge. "Infinite Warfare" macht da natürlich keine Ausnahme, das will es aber natürlich auch überhaupt nicht, die Spielreihe ist schließlich die umsatzstärkste auf dem Planeten.

Die Story von Infinite Warfare ist fix erzählt: Die Zukunft - unendliche... ach nein. Endliche Rohstoffe. Die natürlichen Ressourcen der Erde sind erschöpft und die Menschheit muss sich von anderen Planeten und Asteroiden leckere Rohstoffe zusammenklauen. Doch das wollen auch andere. Die Settlement Defence Front (SDF) unter Führung von Admiral Salen Kotch vom Mars und gespielt von Kit Harington aus Game of Thrones (Jon Snow) ist der große (und komplett uncharismatische) Gegenspieler. Der Bösewicht quasi. Es gilt ihn also zur Strecke zu bringen. Viel mehr muss man nicht wissen, um in die Haut von Nich Reyes zu schlüpfen. Als dieser führen wir nun unsere Streitkräfte erstmals auch ins All. Und da, wo es eigentlich keine Explosionen zu hören gibt, knallen wir so manches Raumschiff in die ewigen Jagdgründe. Dabei bietet Infinite Warfare eine hübsche Mischung aus Herumlaufen und Ballern sowie Herumfliegen und - Ihr habt es Euch gedacht - Ballern. Die Grafik ist atemberaubend, die Explosionen suchen ihresgleichen, der Sound ist top, die Steuerung präzise, die Gegner fordernd (was vor allem an der enormen Menge der Kollegen liegt). Ist Infinite Warfare also das beste Action-Spiel nach Jesu Geburt? Nein, es ist nicht einmal das beste Call of Duty-Spiel, denn im Singleplayer ist die Story doch arg dünn und setzt auf ziemlich großspurigen Patriotismusquatsch im besten Ami-Stil. Dazu ist es einfach zu linear. Dieses CoD trennt die Gelegenheitsspieler von den Profis. Während erstere im Singleplayer eine Weile Spaß haben können, sind viele Pro-Zocker genervt von der vielen Rumhüpferei und den schlechten Spawnpunkten im Multiplayer. Hübsch hingegen: Ein im 80er Stil gehaltenes Jahrmarkt-Zombie-Abenteuer gibt es zum Spiel obendrauf. Tipp: Installiert bitte unbedingt die englische Sprachversion. Die deutsche Synchro stinkt.

 

Fazit: CoD im Weltraum - alles ballert, alles explodiert - Profis sind genervt

 

 

Picture

Review: Dishonored 2 (PS4)

dish22012 war Dishonored, das Schleich und Attentatsspiel der französischen Softwareschmieder Arkane Studios ein echter Überraschungserfolg. Doch das ist vier Jahre her. Können die Franzosen mit dem Nachfolger nun an den Erstschlag anknüpfen? Dishonored 2 spielt 15 Jahren nach dem Vorgänger. Die einstige Thronerbin Emily Kaldwin wurde um ihr Privilieg, Kaiserin zu werden, betrogen und will nun Rache. Dabei hilft der junge Frau Ziehvater und Leibwächter Corvo Attano. Interessant: Man kann selber entscheiden, mit welchen Charakter man spielen möchte. Dabei spielen sich beide völlig unterschiedlich, was der Langzeitmotivation zugute kommt. Einen Koop-Modus gibt es hingegen nicht, würde dem Schleichspielprinzip aber auch entgegenwirken. 

Corvo spielt sich fast wie in Dishonored 1. Er kann die Wächter schleichend aber auch im furiosen Kampf bewältigen. Emily ist da eine ganz andere Nummer: Wer hier nicht schleicht und heimlich zu Werke geht, wird zwangsläufig häufig scheitern. Die Grafik wurde deutlich aufgebohrt, die Welt sieht wirklich sehr hübsch aus, wenngleich aktuelle Top-Titel wie Uncharted eindeutig die Nase vorn haben. Die Gegner agieren sehr indifferent. Mal strunzdumm, suchen sie in anderen Momente intelligent die ganze Gegend ab und machen es dem Spieler deutlich schwerer, sich zu verstecken, als noch im Vorgänger. Die Stadt Karnaca ist nun deutlich detaillierter und hat mehr zu bieten. 

Die Atmosphäre der Stadt ist sagenhaft, die Charaktere bleiben leider oft blass, genauso blass wie eher müde Story. Dennoch: Nach einigen ersten Stunden (in denen Dishonored 2 ein wenig zäh daher plätschert) wird das Spiel immer besser, das Leveldesign ausgeklügelter und übertrifft sogar das tolle Debütgame. Was nervt? Leider die Steuerung, die bewusst im 1st Person-Stil angesiedelt ist. Nicht immer ist die Bewegung am Gamepad so geschmeidig, dass man auch wirklich von einer Dachrinne zu nächsten hüpft, sondern wie ein Stein in die Gasse darunter plumpst. 

 

Fazit: Wie Dishonored 1 - nur noch besser. Problematisch bleibt die Steuerung.

 

Picture

 

 

Review: Mafia 3 (PS4)

81iz1c16feL. SL1500 Einmal auf links gedreht hat das Entwicklerstudio Hangar 13 die Mafia-Reihe mit Mafia 3. Waren wir in den ersten beiden Teilen noch überzeugte old-schoolige und vor allem italienische Mafiosi, ist nun alles ganz anders und wir trachten den europäischen Einwanderern nach dem Leben und übernehmen ihre Geschäfte. Wir, das ist der farbige Vietnam-Veteram Lincoln Clay, der in der fiktiven Stadt New Bordeaux (eindeutig New Orleans), Ende der 60er Jahre sich neben harten Geschäften auch mit einer ganzen Menge Rassismus beschäftigen muss. Nach Jahren des Kampfes in Vietnam kennt Lincoln Clay die Wahrheit: Familie ist nicht das, wo man hineingeboren wird, sondern das, wofür man stirbt. Wieder zu Hause in New Bordeaux will Lincoln seiner kriminellen Vergangenheit entfliehen. Doch als seine Ersatzfamilie, die schwarzen Gangster, von der italienischen Mafia verraten und ausgelöscht wird, gründet Lincoln auf der Asche der Vergangenheit eine neue Familie und schlägt eine Schneise der Rache und Vergeltung durch die Reihen der Verantwortlichen. 

Die Mafia-Reihe hatte immer schon etwas von GTA, nur mit dem spannenden Mafia-Setting. Das ändert sich auch mit Teil 3 nicht. Die Story wird famos erzählt, kann aber nicht von einigen Gameplay-Problemen ablenken.

Die Grafik ist eher unterdurchschnittlich und die KI leider strunzdumm. Ein Beispiel? Will man an einen Mafia-Boss muss man auf dessen Gelände stets eine wirklich große Anzahl an Beschützern ausschalten. Hat man einen angelockt (ein kurzer Pfiff reicht) und diesen um die Ecke gebracht, kommt irgendwann der nächste. Fast nie kommen zwei, drei, um zu sehen, was los ist. So kann man mit etwas Geduld und ohne große Ballerei ein Areal säubern, bevor man zum Boss schleicht. Schwach. Dennoch macht Mafia in vielen Momenten durchaus Spaß. Etwa dann, wenn es tief in die US-Amerikanische Geschichte geht, die Passanten über die üblichen Rassenprobleme der damaligen (und leider auch heutigen) Zeit reden, wenn das Radio 60er-Klassiker spielt, man mit den coolen Autos dieser Zeit durch die hübsch gestaltete Stadt braust. Die Auftragsarten wiederholen sich leider relativ schnell, GTA ist hier wesentlich abwechslungsreicher. Auch die Interaktion mit Passanten oder der Polizei ist mäßig. So kann man bequem mit einer Leiche auf dem Rücken durch die Straßen laufen ohne, dass jemand Alarm schlägt. Klaut man ein Auto hingegen, hängt sich sofort ein besorgter Bürger ans Telefon. Unterm Strich haben wir hier ein Spiel, dass durch seine Erzählstruktur (immer wieder werden die Zwischensequenzen mit Flashbacks aufgelocktert, in denen Agenten von heute erzählen, wie es damals in den 60ern gelaufen) überragt, dem aber die Spielmechanik den ein oder anderen Strich durch die Rechnung macht.

 

Fazit: Tolle Story, Gameplay so lala, Grafik auf PS3-Niveau (!)

 

Picture

 

 

Review: Colour of Noise- Colour of Noise

23474390416 afec2abb2b nDie halbe Stunde im Vorprogramm von Thunder im Herbst waren für Colour of Noise ein wichtiger Schritt in den Fokus der Rockfans. Die Classicrock-Band aus Brigthon fegte beeindruckend über die Bühne und machte so ihren knackigen Bluesrock mehr als schmackhaft. Das Debütalbum "Colour of Noise" wurde per Crowdfunding finanziert und ist mittlerweile erhältlich. Man hätte vielleicht noch etwas mehr Geld sammeln sollen, um sich ein vernünftiges Cover designen zu lassen. Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so ein gruseliges Artwork gesehen.

Dabei sind die Mitglieder  beileibe keine Unbekannten. Matt Mitchell singt bei Furyon und Bruce John Dickinson beispielsweise hat mit den legendären Little Angels schon eine hübsche Karriere hingelegt. Auf zehn Tracks beweisen die Briten, dass sie den 60er und 70er Bluesrock mit der Muttermilch aufgesogen haben. Immer wieder blitzen auch Led Zeppelin auf (etwa beim Motiv von "Can you hear me"), was ja nie eine schlechte Referenz sein kann.

Zwischen traditionellen Bluesklängen (zum Beispiel beim im Riffing an ZZ Top erinnernden "Medicine Man") wird es nur selten deutlich härter als es etwas bei Thunder zugeht, insofern war dieses Tourpackage die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ohrwürmer können hier und da ebenfalls der Band entfleuchen: "Drive it like you stole it" (tolles Gitarrensolo!) oder "You only call me" (mit leichter Aerosmith-Schlagseite) sind starke Songs, während nicht alle Werke des Albums derart zünden (eher lahm: "Can't take it with you").

Die Scheibe endet mit "Great day for Rock & Roll" und der Tag, an dem "Colour of Noise" entschieden gemeinsame Sache zu machen, könnte sich in der Tat als toller Tag für unsere Lieblingsmusik erweisen. 

 

Fazit: Gutes Debüt mit Luft nach oben

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

Review: Mirror's Edge Catalyst (PS4)

mirrors edge catalyst boxart ps4 1Ist es wirklich schon sieben (!) Jahre her, als EA Games mit "Mirror's Edge" ein wirklich richtig frisches Szenario auf den Markt warf? Parcourläuferin Faith hüpfte da in rasanter Ego-Perspektive Dächer, Zäune und Vorsprünge. Das war starl - kommerziell aber nicht erfolgreich.Trotzdem wagt man sich nun an einen zweiten Teil, der aber mit dem ersten in Sachen Storyline nichts zu tun hat, obwohl Faith wieder die Hauptperson ist. Klingt komisch, ist aber so. Gleich zum Start wird Hauptdarstellerin Faith aus dem Gefängnis entlassen. Warum sie einsaß?Man weiß es nicht, denn diese Info gibt es nur im kostenpflichtigen Comic Exordination. Das ist schon einmal ein fetter Minuspunkt. Faith schließt sich einer Runner-Gruppe um Noah an, die in der Stadt Glass Kurierläufe erledigt und der allmächtigen KrugerSec-Sicherheitsfirma in die Suppe spuckt. Während man vor sieben Jahren noch durch Schlauchlevel eilte, ist das Konzept dieses Mal eine Open World-Stadt, die man aber zumeist nur über die Dächer durchstreifen kann. Insgesamt ist hier Open World auch ein zu großes Wort, denn die Geschichte ist doch arg linear. 

Das war schon ein wenig viel Gemecker, denn (spiel-) technisch macht EA hier Einiges absolut richtig. Die Ego-Perspektive ist und bleibt beim Parcourslaufen atemberaubend, die Handlung ist packend, die Grafik etwas quietschbunt aber dennoch gelungen. Ob Wallruns oder Sprünge über enorme Abgründe - man ist wirklich mittendrin und zittert so vor mancher Aufgabe. Dass Faith immer mal wieder leicht aus dem Gleichgewicht kommt und die Kamera dies schön vermittelt, tut sein Übriges. Kein Spaß machen die Kämpfe gegen die Security-Heinis. Erst einmal sind die strunzdumm und außerdem ist das Kampfrepertoire mit einigen wenigen Moves viel zu gering. Online hingegen ist wieder alles gut: Die selbst erstellbaren Communityruns beispielsweise sind ein Riesenspaß. Achtung: Um seine Talente zu verpflegen muss man Punkte verteilen. Denkt man, dass die Kämpfe es eh nicht wert sind, hochgelevelt zu werden, könnte man am Ende dumm dastehen. Dann wird es nämlich richtig knackig und ohne Kampfkunst sieht es düster aus. Ob Mirror's Edge dieses Mal ein großer Verkaufsschlager wird? Ich kann es mir nicht vorstellen, Spaß macht es auf jeden Fall.

 

Fazit: Gelungene Fortsetzung mit einigen Mägeln

 

Picture

Review: Homefront - The Revolution (Xbox one)

homefrontDie Story von Homefront - The Revolution ist bombe: Die Amis haben in ihrer Shoppingsucht einfach alles von der nordkoreanischen Firma Apex gekauft: Toaster, Waffen, Handys, Flugzeugträger. Dann kollabiert die amerikanische Wirtschaft und die Koreaner schalten alle Geräte einfach ab - per Killswitch. Nun begann die Unterwerfung der USA. Klar, dass der Spieler zum Untergrund gehört und gegen die Invasoren kämpft. 

Homefrot setzt auf ein OpenWorld-Gameplay mit Ego-Shooter-Elemente.

Für gelungene Grafik soll die bekannte Cryengine sorgen. Das klappt immer mal wieder und manchmal überhaupt nicht. Homefront sieht recht ordentlich aus, es kommt jedoch immer mal wieder zu Lags und einem langsamen Bildaufbau. Das ist allerdings relativ undramatisch und würde nicht stören, wenn das Game ein Lustbrocken wäre. Aber mitnichten: Die ziemlich coole Hintergrundstory wird torpediert durch eine sehr sehr schwammige und ungeschickte Steuerung. Apropos nervig: Die KI ist grottig. 

Dennoch: Das Spiel hat eine gewisse Faszination, die vor allem durch die dichte Atmosphäre angerührt wird, und man erwischt sich immer wieder dabei, über die verpasste Chance zu jammern, denn Homefront - The Revolution hätte ein echter Knaller werden können.

Im Gegensatz zum Vorgänger ist bei The Revolution eher das Erkunden, Schleichen und Kombinieren Trumpf, was beide Spiele schon arg unterscheidet. 

Das Schleichen ist auch die beste Vorgehensweise, denn die direkte Konfrontationen mit den Soldaten Nordkoreas endet wegen ewiger Munitionsknappheit und schlechter Kugelresistenz des eigenen Charakters fast immer mit dem Tod. 

Homefront wäre kein richtiger Open World-Titel, wenn es abseits der Wege nicht eine Menge zu tun gäbe. So sucht man überall in Philadelphia nach Widerstandsposten und Sendemasten. Leider ähnel sich diese Aufgaben sehr. Die eigentliche Kampagne ist nach 14 Stunden spätestens beendet. Im Multiplayermodus gibt es ebenfalls Licht und Schatten und spiegelt das Game perfekt wieder: Absoluter Durchschnitt.

 

Fazit: Durchschnittlicher Open-World-Titel 

 

Picture

Review: Doom

91swNVWHAVL. SL1500 DOOOOOOOM. Ist zurück. Die Mutter aller Shooter erblickte 1993 das Licht der Welt und mal ganz ehrlich: Was gibt und gab es geileres als ein wenig stumpf vor sich hin zu metzeln? 23 (!) Jahre später ist genau dieses Spielprinzip antiquiert, moderne Shooter haben jede Menge Schnick-Schnack, man muss auf allerlei achten und oft sogar taktisch vorgehen. Und genau hier setzt Doom für die PS4 an: Das Game ist so schön Old-School, dass es spritzt (vor Blut). 

Die Forschungseinrichtung der Union Aerospace Corporation auf dem Mars wird von grauen erregenden, mächtigen Dämonen überwältigt und nur ein einzelner Mann kann das Dilemma lösen. Klar, ich bin es! Oder Ihr. 

Ducken? Nicht nötig. Rennen, schießen, splattern - und sammeln. Easter Eggs und so'n Kram. Kurzum: Doom ist 90er und das ist auch gut so. Ein wenig fehlt das Horrorflair der Uralt-Teile, dafür gibt es noch mehr Blut. Kein Wunder, denn ein gutes Doom ist per se ab 18. 

Während das Solospiel kompromisslos und begeisternd ist, stinkt ausgerechnet der Multiplayerteil - eigentlich eine Stärke der Originale - ein wenig ab. Immerhin kann man sogar auf der PS4 eigene Level erstellen, was ein echter Pluspunkt ist. Doom 2016 sieht saugeil aus, ist enorm schnell und macht eine Menge Spaß. Endlich einmal wieder ein Shooter, den man auch mal nur für 20 Minuten zwischendurch einlegen kann. So wie früher...

 

Fazit: Zurück in die 90er - Doom ist der Ego-König

 

Picture

Review: Uncharted 4

91QLC0IylAL. SL1500 Machen wir uns nichts vor, die Uncharted-Reihe hat viele ihrer konzeptionellen Elemente aus Klassikern wie Indiana Jones und Lara Croft geliehen. In den vergangene Jahren überzeugte die Reihe fast immer, auch, wenn die Storys manchmal etwas seicht gerieten. Doch machen wir uns auch nichts vor: Die Umsetzung konnte immer begeistern. Mit Uncharted 4: A Thief's End steht nun der letzte Teil der Saga exklusiv für die PS4 in den Regalen. Der ehemalige Schatzjäger Nathan Drake kehrt in die Welt der Diebe zurück.

Aus Gründen, die persönlicher sind als je zuvor, reist Drake um den Globus, um eine historische Verschwörung rund um einen sagenumwobenen Piratenschatz aufzudecken.Doch jeder Schatz hat seinen Preis: Dieses Abenteuer bringt Drake an seine körperlichen Grenzen, stellt seine Entschlossenheit auf die Probe und ihn selbst letztendlich vor die Entscheidung, wie viel er opfern würde, um diejenigen zu retten, die er liebt.

So weit, so der Klappentext. Was dann auf der Glotze abgezogen wird, ist allerallererste Sahne. Wer die Verfolgungsjagd durch Madagaskar erlebt hat, wird nichts anderes sagen können. Doch mehr wird hier nicht gespoilert.

Hollywood wäre stolz auf einen solchen Film. Hier stimmt einfach alles: Die Grafik ist ziemlich nahe an der Referenz für die PS4, der Sound ist opulent und nervt niemals. Die Steuerung fast immer sehr präzise, die Charaktere liebevoll gezeichnet. Das Spielerlebnis ist sehr linear, abseits der Wege a la Fallout ist hier nix. Das stört jedoch zu keiner Zeit, denn die rund 15 Stunden, die man für Uncharted 4 benötigt, sind mit die besten 15 Stunden, die man bisher an der PS4 verbringen durfte. Die Rätsel bewegen sich von kinderleicht bis ganz schön knackig, verzweifeln muss man jedoch nie, da nach einer Weile immer ein gut gemeinter Tipp für Hilfe sorgt. Zwischen der ganzen Rätselei wird immer mal wieder geballert, gilt es verschiedene Waffen auszuprobieren und Punkte zu sammeln, um in einem zweiten Spieldurchgang oder online Nathan in ein anderes Kostüm zu stecken. Ein Haar in der Suppe? Nur eins: Dass es der letzte Teil der Saga ist.

 

Fazit: Bombastischer Blockbustertitel

 

Picture

Review: Deponia Doomsday

Packshot Deponia DoomsdayNix kann Rufus richtig machen... noch nichtmals sterben! Und dann den ollen Trick aus der Mottenkiste holen „Hups, ich hab alles nur geträumt“, ging ja schon damals beim hübschen Bobby Ewing in Dallas so toll. Und wir haben den Salat und können wieder mit dem verschusselten Deponier gucken, wie wir die Welt retten...

Aber eigentlich sind wir ja doch froh, dass wir nach der vermeintlich abgeschlossenen Trilogie noch einen Nachfolger aufgedrückt bekommen. „Deponia Doomsday“ ist nunmehr das vierte „Müllplanet“ Adventure aus dem Hause Daedalic. Angestachelt von moppernden Fans, die wohl nicht ganz so zufriedem mit dem Ende der Trilogie waren, haben die Macher kurzerhand einen unerwarteten Nachfolger entwickelt, der die bösen Fehler ausmerzen soll. Mal sehen, ob das auch geschafft wurde.
Spieltechnisch geht’s natürlich nahtlos weiter wie bisher. Wer die Vorgänger aber nicht gespielt hat, kann anhand des Tutorials erstmal erproben, wie man sich durch die Müllberge bewegt. Wir sind alte Hasen und können sofort starten. Rufus erwacht aus einem bösen Traum, in dem er zuletzt als alter Mann die Sprengung seines Heimatplanetens selber auslösen wollte. Man weiß aber nicht, was ihn mehr trifft, die Tatsache, einen ganzen Planeten zu sprengen oder mit betagten Jahren einen Schnurrbart zu tragen. Wir wissen auch nicht was schlimmer ist... egal, nicht viele Gedanken machen und in der Gegenwart für Chaos sorgen.
Der Plan unseres egozentrischen Heldens ist wie gehabt: Eine Möglichkeit zu finden, um nach Elysium zu starten, der Planet, der quasi über allem schwebt und eine bessere Zukunft zu bringen scheint. (das ist auch leicht getan wenn die Zukunft des eigenen Planetens mit einem großen Knall enden wird...)

Rufus läuft also durch die düstere Gegend und versucht sein „Raumschiff“ startklar zu bekommen um mit seiner cholerischen Freundin Toni endlich abheben zu können. Bis es so weit ist, läuft natürlich allerhand schief. Was baut Toni auch ihre guten Kristallgläser mitten auf der Straße als Pyramide auf? Klar, dass Rufus da nicht einfach vorbeigehen kann. Gut, dass sein neuer Bekannter Mc Chronicle eine Zeitmaschine erfunden hat. Mit dieser kann Rufus nun versuchen, seine Taten ungeschehen zu machen und vieles besser zu machen. 
„Deponia Doomsday“ ist das bisher längste Spiel der Müllplanetsaga und kommt mit gut 20 Spielstunden daher. Diese werden auch nicht zu lang und man wird mit dem gewohnt bizarren Humor und gut zu lösenden Rätseln (wenn man ein wenig um die "Ecke" denken kann) belohnt. Für Deponianeulinge ist das Spiel auch etwas, den endgültigen Spielspaß erfährt man aber wohl besser, wenn man auch die Vorgänger gespielt hat. Schön, Rufus und die alten Bekannten wieder getroffen zu haben!

 

Fazit: Sehr gelungene Traumverarbeitung

 

Picture

Review: Fallout 4 - Automatron (DLC)

FO4 Add-On Pack v8-auto 1000

Fallout 4 ist ein Epos von einem Spiel. Unseren Kurztest dazu lest Ihr HIER! Mit den Erweiterungen Automatron, Wasteland Workshop und Far Harbor hat Bethesda nun den ersten Nachschlag im Visier. Automatron ist bereits im Handel und kostet 9,99 Euro. Der geheimnisvolle Mechanist hat eine Horde übler Roboter ins Commonwealth geschickt, darunter auch das hinterhältige Robohirn. Die Robis gilt es also nun zu jagen und deren Bauteile zu stibitzen, um eigene Roboter-Begleiter und Mods zu erschaffen. Wählen kann man aus Hunderten Mods, unterschiedlichen Körperteilen, Rüstungen, Fähigkeiten und Waffen wie beispielsweise der brandneuen Blitzwaffe. Mann kann sogar ihre Farben anpassen und ihre Stimmen auswählen.

Automatron ist kein erzählerisches Meisterstück, wirft einen aber sofort zurück ins Wasteland und damit in den Bann des Spiels. Erfahrene Spieler könnten das Add-on nach zwei bis drei Stunden schon durchgezockt haben, die knapp zehn Euro ist es aber dennoch wert. Alleine die kreativen Momente, in denen man sich seinen eigenen Begleiter baut, erweitern das Hauptspiel um eine starke Komponente. Probleme gibt es aber auch: So haben Spieler, die das Hauptspiel durchgezockt haben, in der Regel einen Charakter mit einem Level 40 oder drüber. Für die meisten Gegner in Automatron ist das zu hoch, die Kämpfe sind relativ leicht zu bewältigen. Lediglich der Bosskampf ist knackiger. Dennoch: Automatron macht riesigen Spaß und animiert dann auch wieder, eventuell noch fehlende Missionen des Hauptspiels anzugehen. Einmal wieder im Wasteland und die Sucht kehrt zurück.

Im Mai kommt dann "Far Harbour" und dieses DLC klingt jetzt schon sehr fett: In einem neuen Fall der Detektei Valentine begibt man sich auf die Suche nach einer jungen Frau und einer geheimen Synth-Kolonie. Man reist von der Küste Maines zur geheimnisvollen Insel Far Harbor, wo höhere Strahlungswerte eine noch sehr viel bedrohlichere Welt geschaffen haben. Der wachsende Konflikt zwischen Synths, den Kindern des Atoms und den Bewohnern der Stadt kommt hier zum Tragen. Far Harbor hat die größte Landmasse aller Add-on-Inhalte, die Bethesda je erstellt hat, und bietet neue Quests für die Fraktionen, Siedlungen, tödliche Kreaturen und Dungeons. Sabber...

 

Gutes Add-On - das Warten auf den großen DLC "Far Harbour" schmerzt da schon wieder

 

Picture

Review: Mortal Kombat XL (XBox One)

mortal kombat xl 1 rawEin Test von Mortal Kombat X? Ist das nicht eine olle Kamelle? Nein. Im April 2015 erschien mit "Mortal Kombat X" der zehnte Teil der Prügelserie. Doch "Mortal Kombat X" wurde erst im Herbst  in Deutschland auf den Markt geworfen. Mit Mortal Kombat XL kommt nun das, was man "Maximum Gore" nennen könnte. Erweitert wurde das Hauptspiel um alle bisher veröffentlichten DLCs, dazu kommen neue Charaktere wie den Xenomorph aus "Alien", Leatherface aus "Texas Chainsaw Massacre", Jason Voorhees aus "Freitag der 13.", den Predator sowie weitere mehr oder weniger bekannte Kämpfer wie Triborg, Bo’Rai Cho, Tanya, Tremor und Goro. Dazu gibt es einige Skin-Packs und neue Kampfarenen. So kommt man mit XL auf 33 statt 25 Kämpfer. Spielerisch hat sich natürlich nichts Wesentliches verändert. Es gibt einen Story-Modus mit vielen Kämpfen und fast noch mehr Zwischensequenzen, bei dem man in die verschiedenen Rollen schlüpft. Das Ganze ist natürlich nur ein dünner Mantel, um zu prügeln. Ein hollywoodreifes Drehbuch sollte man hier nicht erwarten. Wer mit dem Mortal Kombat-Univerum bisher nichts anfangen konnte, wird auch nach dem Storymode kein glühender Fanboy sein. 

Will man die Story gar nicht erst anpacken, kann man sich durch verschiedene "Türme" schlagen, wo ständig wechselnde Herausforderungen auf den Gamer warten. Daneben kann man natürlich auch einfach einen Charakter anwählen und gegen die KI oder einen Freund loslegen. Die Gewaltdarstellung bei den Special Moves ist hier schon gewaltig, weshalb USK18 durchaus angebracht ist. Der Witz dabei: Die Verstümmelungsdarstellungen sind derart übertrieben, dass das Spiel NICHT indiziert wurde. Klingt komisch, ist aber so.

Wer bisher Mortal Kombat X nicht besitzt, erhält die Gelegenheit, ein umfangreiches Spiel zu erwerben. Die DLCs gibt es für Mortal Kombat X-Besitzer natürlich auch einzeln. Grafisch bekommen wir hier auf jeden Fall Einiges geboten und auch die vielen Charaktere sind hervorragend umgesetzt und haben alle ihre eigenen, zum Teil spektakulären Special Moves.  

Spielerisch sind die Attacken durchaus vielfältig, manchmal hat man jedoch den Eindruck, dass das Knöpfedrücken ein wenig Latenz aufweist. Dennoch: Wer auf Prügelspiele steht, wird hier voll bedient.

 

Fazit: Ultrabrutale Prügelorgie mit großem Update

 

Picture

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Review: Unravel (Xbox one)

1031469 LB 231x326 en US  2015-06-08-12-38-28 34137b019ffbf482edfea4910a792707153fea75Yarny ist aus Wolle und zehn Zentimeter klein. Je weiter er läuft, desto mehr wickelt er sich ab. Das ist dumm, schließlich gilt es ausladende Landschaften zu erkunden. Zum Glück findet Yarni auf seinem Weg immer wieder Wollfäden, die er sich einverleiben kann, mit denen er seine Wege verlängern kann. "Unravel" ist ein Independentgame auf Downloadbasis, welches von EA Games vertrieben wird. Die schwedischen Entwickler von Coldwood haben ein Physik-Jump & Run erschaffen, dass in seinen besten Moment an "Little Big Planet" erinnert, in seinem dann aber doch häufig zu linearen Gameplay nicht an den Premiumtitel herankommt.

Dafür ist Yarny aber ein günstiger Geselle und schon für 20 Euro zu haben. Man bekommt eine zu vernachlässigende Hintergrundstory, wunderschön gestaltete Landschaften und einige knackige Jump & Run-Aktionen, bei denen Yarny gar nicht mal selten böse abstürzt oder in irgendwelchen Pfützen ertrinkt.

Die Niedlichkeit von Yarny ist dabei wirklich kaum zu toppen, die Aktionen jedoch, die man ausführen muss, um voran zu kommen (Seil werfen, Schwingen, Springen, Wollbrücken bauen), wiederholen sich recht schnell. Vor allem das Springen ist zu Beginn sehr tricky. Schnell hat man aber die Muster der Rätsel durchschaut. Auch sind die Save-Checkpunkte häufig schlecht gesetzt, so dass man viel zu weit zurück geworfen wird. 

Trotz dieser Kritikpunkte macht Unravel Spaß und versprüht eine wunderbare Atmosphäre, die einen dann doch immer wieder zum Gamepad greifen lässt.

 

Fazit: Wunderschöne Optik, tolle Hauptfigur, leider oft problematische Spielmechanik 

 

Picture

Review: Just Cause 3 (Xbox One)

Just Cause 3 cover artJust Cause 3 ist so eine Art Tropico meets GTA. Nach er sich jahrelang im Einsatz diverser Geheimdienste (Just Cause 2 von 2010) rumgetrieben hat, kehrt Rico Rodriguez auf seine Heimatzinsel zurück. Doch auf Medici herrscht der skrupellose Diktator Sebastiano Di Ravello. Rico - Nationalheld, der er ist - greift ein und hilft den Rebellen Di Ravello zu stürzen. Die Handlungsfreiheit in Just Caus 3 ähnelt stark der von GTA: Ob Rico Autos, Hubschrauber oder Boote klaut, Außenposten des Regimes vernichtet oder die Statuen des Diktator zu Fall bringt - wie Ihr vorgeht, ist eigentlich Eure Sache.

Natürlich gibt es zahlreiche Missionen, die dabei helfen, die Geschichte voranzutreiben. Die Nase vorn gegenüber GTA hat Just Cause 3 in Sachen Zerstörungswut. Nahezu alles kann dem Garaus gemacht werden und das macht Riesenspaß. Weniger Spaß macht die nicht immer direkt Steuerung (vor allem bei Fahrzeugen). Da saust man schon einmal aus Versehen mit seinem Vehikel den Hang herunter oder durch wunderbar aussehende Kornblumenfelder.

Weit über 100 Städte gilt es zurückzuerobern und der Einsatz für das Volks endet stets damit, dass man die Fahne der Rebellen hisst und ein Feuerwerk ausbricht.

Der Che in uns erwacht. Die Missionen sind nicht immer spannend: So nervt beispielsweise die Hatz über die Dächer, um in einer bestimmten Zeit alle Überwachungskameras auszuschalten. Die fehlende manuelle Speicherfunktion ist eine Katastrophe. Es gleicht oft einem Ratespiel, wann denn das Game einen Speicherstand angelegt hat. Angeblich soll dies immer Geschehen, wenn man aus dem Spiel ins Hauptmenü wechselt, doch zuverlässig funktioniert das nicht.Aufgelockert wird die Hollywoodreife Ballerei immer mal wieder durch Spezialeinsätze, etwa der Entführung eines Gasts der Regierung oder die Befreiung einer Geisel. Unterm Strich bleibt eine gandenlose Actionorgie mit kleiner Story und einer wunderschönen Inselwelt. 

 

Fazit: Riesenspaß für Zwischendurch, aber (erneut) kein GTA-Killer

 

Picture

Review: Roger Waters - The Wall

91kqIRIBXBL. SL1500 Schon wieder ein Mitschnitt von "The Wall"? Mittlerweile kann man sich eine kleine Sammlung aus Varianten des epochalen Pink Floyd-Werkes in den Schrank stellen. Dennoch ist diese BluRay ganz anders: Roger Waters "The Wall" ist viel mehr als ein reiner Konzertfilm. Die Scheibe kombiniert auf ziemlich raffinierte und unterhaltsame Art Konzertaufnahmen mit dokumentarischen Versatzstücken. Während natürlich auch die starke Show in exzellenter Ton- und Bildqualität auf die Mattscheibe flackert, gibt es eine Art "Rahmenhandlung", zumeist biographischer Natur.

Hier geht um Spurensuche, denn Waters verschlägt es darin etwa nach Italien und Frankreich, um eine kleine Zeitreise zu den Orten zu unternehmen, an denen seine Vorfahren den Weltkriegen zum Opfer fielen. Die Sorge, dass die genialen Songs von "The Wall" dieser Story nachstehen müssen, ist unbegründet.

Alle Tracks werden komplett ausgespielt, die Schnitte und Überbelndungen sind exzellent und stören nur selten das Live-Erlebnis.

Insgesamt ist "The Wall" ein herausragendes Film- und Musikerlebnis. Die Höchstpunktzahl wäre erreicht worden, wenn das Konzert auch noch einzeln, also am Stück ohne die Doku-Schnippsel, anwählbar gewesen wäre.

 

Fazit: Starker Doku-Live-Mashup 

 

Picture