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Samstag November 25, 2017
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Doro: "Ich mag Musik zum Anfassen"

Doro0880-BearbeitetMetal-Queen Doro Pesch stellt in diesen Tagen ihr erstes rein deutsches Album „Für Immer" vor. Das Album erscheint auf ihrem frisch gegründeten eigenen Label „Rare Diamonds". "Ich habe ja immer schon deutsche Songs auf meinen Alben gehabt, da lag die Idee nahe, einmal eine ganze CD mit diesen Songs und einigen Bonustracks zu veröffentlichen", sagt Doro im Gespräch mit dem Lokalkompass.

„Für Immer" enthält - neben Doros größten deutschen Hits - Neuerscheinungen wie die erste Single-Auskopplung „Helden" (Cover-Version von David Bowies "Heroes"), die am Freitag anlässlich der Plattenladen-Woche als 7-Inch Picture Vinyl erscheint. "Ich bin da immer noch vom alten Schlag, ich mag Musik, die man anfassen kann", sagt sie mit Verweis auf die Picture-Disc. In vielen Ländern gebe es ja kaum noch Plattenläden, alles sei nur noch per Download erhältlich. Ob sie sich an ihre erste gekaufte Picture-Disc erinnern können? "Das war wahrscheinlich eine unserer eigenen", lacht Doro und meint "You hurt my soul" von Warlock aus dem Jahr 1985. Nun kommt also "Helden" als Picture-Disc heraus, irgendwie schließt sich da ja ein Kreis.
Mit Lemmy wieder "In Tune"

Aber "Helden'"? Da war doch was? Genau. Zum Wacken Open Air in diesem Jahr wurde auch eine (englischsprachige) Version des selben Songs von Motörhead (posthum) veröffentlicht Zufall? "Ja, totaler Zufall", sagt die 53-Jährige. "Wir hatten unsere Version schon im Körbchen, da habe ich erst Lemmys Version gehört." Geärgert hat sich die jahrelange Weggefährtin Lemmys darüber natürlich nicht "Super, habe ich gedacht, dann ist man wenigstens wieder in Tune." "Heroes" sei einer ihrer absoluten AII-Times-Favorites, der Song klinge aber auch auf deutsch richtig gut (in der Tat gibt es auch eine deutsche Version von David Bowie selber) Doro hat auch einige Berührungspunkte mit der im Januar 2016 verstorbenen Legende. "David Bowie und ich sind uns in den 90er Jahren ziemlich regelmäßig im berühmten New Yorker SIR-Studio begegnet, da wir beide dort oft geprobt oder Songs aufgenommen haben. Der Song und das Video dazu ist allen meinen persönlichen Helden wie Bowie, Marc Bolan, Ronnie James Dio oder Lemmy Kilmister gewidmet, die leider alle viel zu früh in den Rock´n´Roll Himmel aufgestiegen sind.“ In Kürze startet eine neue Tour, unter anderem steht Doro mit ihrer Band beim Ruhrpott Metal Meeting der Oberhausener Turbinenhalle am 9. Dezember auf der Bühne. Auf der Tour wird es natürlich alle Hits we "All we are" geben, aber Doro will jeden Abend eine leicht veränderte Setlist bringen, die Fans über den Zugabenteil abstimmen lassen. "Wir werden gut vorbereitet sein und eine Menge Songs im Repertoire haben", sagt die Metal-Sängerin.
Zum Abschluss gibt sie noch einen Ausblick aufs kommende Jahr: "Da wird es eine Platte mit ganz neun Songs geben, die dann auch wieder bei meiner regulären Plattenfirma Nuclear Blast erscheinen wird. Ihr eigenes Label sei vornehmlich für spezielle Veröffentlichungen vorgesehen.

"Ich war sprachlos" - Interview mit Frank Turner

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Frank Turner ist ein umtriebiger Typ. Heute London, morgen Texas, dazwischen ein eigenes Festival in Camden. Eine Best of-CD kommt in Kürze raus, ein neuer Song ist bereits veröffentlicht. Trotzdem hat der 35-Jährige sich die Zeit genommen, mit dem ROCKNROLL REPORTER zu quatschen.

 

Frank, lass uns zuerst über Tattoos sprechen: Ich habe in letzter Zeit viele Frank Turner-Fan-Tattoos gesehen. Einige gut, einige wirklich schlecht. Wie fühlst du dich dabei, wenn jemand deine Worte auf der Haut trägt?

 

Frank Turner: Als das anfing, war ich ziemlich sprachlos und fand es etwas unbehaglich. Nach einer Weile überlegte ich es mir und dachte, dass ich selbst eine Menge Band- / Musik-Tinte trage, daher kann ich den Impuls sicher verstehen. Ich sehe mich nicht in der gleichen Liga wie die Leute, die ich auf meine Haut geritzt habe. Ich denke, es ist einfach ein wundervolles Kompliment.


Bereust du irgendwelche deiner Tätowierungen? Wenn ja, welche?


Nein. Ich denke, dass das das Bereuen von Tattoos Zeitverschwendung ist, es an der Idee vorbeigeht. Sie (Tattoos) markieren eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort im Leben.


Und welches Tattoo ist dein Favorit und warum?


Es ist schwer, nur das eine auszuwählen. Wenn ich mich für eines entscheiden müsste, wäre es wahrscheinlich die 13, die ich an meinem Finger habe. Das wurde am Freitag, 13. April 2012 von meinem guten Freund Matt Hunt gemacht, nachdem ich in der Wembley Arena gespielt hatte. Es ist eine traditionelle Tätowierung. Dazu hat es eine Kerbe in der Tinte von einer Mongol Horde-Bühnenverletzung, was eigentlich eigentlich ziemlich cool ist.


Das viertägige Lost Evenings-Festival in London war in diesem Jahr ein voller Erfolg und wird 2018 wieder aufgelegt. Kannst du uns etwas über die Idee erzählen, die hinter dem Festival steckt?


Ich wollte mein eigenes Festival haben, aber auch nichts kopieren - so etwas wie die "Beautiful Days" oder die Flogging Molly-Kreuzfahrt beispielsweise. Das Roundhouse in Camden ist ein wunderschöner, historischer Veranstaltungsort, und alles ist am Ende besser geworden, als man es erwarten konnte. Also machen wir es wieder! Offensichtlich wird auf eine Art dabei das gefeiert, was ich halt so tue, aber ich möchte auch, dass man es als einen Weg sieht, viele großartige Bands auf die Bühne zu bringen. Dazu gibt es viele Panels und Diskussionsbeiträge, was sehr wichtig ist.


Du veröffentlichst in Kürze eine Best of-CD mit überarbeiteten Songs und einem ganz neuen Track. Wann können wir eine "normale" neue CD erwarten?


Wenn sie fertig ist. Im Frühjahr hoffentlich. Ich bin nächste Woche wieder im Studio in Texas, um die Aufnahmen zu beenden.


Wirkt sich der Zustand der Welt mit Gestalten wie Trump auf deine Songtexte aus?


Der Zustand der Welt hat mich als Songwriter bei dem neuen Material definitiv in einer Art beeinflusst, wie es länger nicht der Fall gewesen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob es so direkt wirkt, als schriebe ich über bestimmte politische Ereignisse und Probleme, aber die Platte ist dieses Mal deutlich mehr nach außen gerichtet. Das ist eine hübsche Veränderung. Du wirst sehen, was ich meine, wenn sie herauskommt.

 

Zum Abschluss: Was war deine bisherige Lieblingsplatte in diesem Jahr?

 

"Normal" von Homeless Gospel Choir.

 

Frank, wir danken für das Gespräch.

 

 

Zur Person:

 

Frank Turner wurde  am 28. Dezember 1981 in Muharraq, Bahrain, geboren, ist in Winchester, England, aufgewachsen. 2001 stieß er als Sänger zur Punkband Million Dead, mit der er zwei Studioalben und mehrere Singles/EPs veröffentlichte. Seit dem Ende der Band im Jahr 2005 ist Turner solo als Singer-Songwriter unterwegs. Am 27. Juli 2012 trat er mit seiner Band bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 im Olympiastadion London vor 80.000 Zuschauern und einem weltweiten TV-Publikum auf. Ein Nebenprojekt von Frank Turner nennt sich "Möngöl Hörde" - eine Hardcore-Punk-Band bestehend aus Matt Nasir (Gitarre) und Ben Dawson (Schlagzeug). Seit dem Erscheinen des gleichnamigen Studioalbums 2014 tritt die Formation hin und wieder live auf.

 

"Wollten etwas zurückgeben" - Axel Julius im Gespräch

Axel-Julius SCANNERSeit 30 Jahren gibt es die Gelsenkirchener Power Metalband Scanner nun bereits. Grund genug für uns, Mastermind Axel Julius einmal auf den Zahn zu fühlen.

 

Axel, Scanner sind eine echte Metallegende aus Gelsenkirchen. Wie wird das 30-Jährige gefeiert?

 

"Wir haben dazu extra ein Best of-Album als Digipack mit Doppel-CD gemacht, „The Galactos Tape. Da wir unser Jubiläum mit unseren Fans feiern wollen, hatten wir sie über unsere Social Media-Seiten aufgefordert, uns bei unserem Album zu unterstützen. So konnten sie die Songauswahl direkt beeinflussen. Auf CD1 befinden sich nun eine Auswahl von 15 Titeln aus unseren sechs zurückliegenden Alben. Darüber hinaus haben wir die Fans aber auch eingeladen, bei den Shouter-Chören und Refrains zu zehn unserer Klassiker, die wir neu aufgenommen haben, mitzumachen. Daraus ist CD 2 entstanden. Dazu haben wir dann Chorsessions in bandeigenen Tonstudio in Gelsenkirchen gemacht, bei denen wir alle viel Spaß hatten. Da der Aufruf aber auch weltweit galt, haben auch viele Sänger aus anderen Ländern ihre Stimme zu unseren Tracks im eigenen Studio aufgenommen und uns per Soundfiles gesendet. Nun haben wir bei Songs wie „Across the Universe“ oder „Terrion“ einen internationalen CHOR, der den Refrain schmettert. Diese Aktion und ihr Ergebnis macht uns schon etwas stolz, aber in erster Linie auch sehr dankbar, für den großartigen Support, den wir dabei von den Fans erhalten haben. Wir wollen das nun mit „The Galactos Tapes“ auch gerne zurückgeben und hoffen es gefällt auch vielen anderen. Live werden wir im September zunächst in Spanien unterwegs sein, später auch in Deutschland."

Die Liste ehemaliger Mitglieder ist bei Scanner ziemlich üppig. Was war dein Lieblings-Line-Up?

 

Naja, in 30 Jahren kommen da halt so einige Besetzungswechsel zusammen. Überwiegend dann, wenn sich die Lebenssituation bei einem Bandmitglied geändert hatte und nicht mehr ins Lebenskonzept passte. Oder wegen Krankheit oder anderen musikalischen Vorstellungen. Echter Streit war hingegen ganz selten ein Grund. Von daher habe ich auch nicht wirklich ein Lieblings- Line-Up und und habe eigentlich mit allen Line-ups gute Zeiten erlebt und teile schöne Erinnerungen mit vielen Ehemaligen. Außerdem schätze ich natürlich auch unser aktuelles sehr und freue mich darüber, dass die Chemie passt und wir eine gute Zeit zusammen haben.

 

Scanner haben sich immer mit Sci-Fi-Themen beschäftigt. Man kann also annehmen, dass du auch "privat" ein Sci-Fi-Fan bist.

 

Ja, ich bin absoluter SF-Fan und es gibt nichts, „The Walking Dead“ mal ausgenommen, was ich mehr abfeire, als einen neuen SF-Film. Gerne gebe ich mir auch immer noch die frühen Folgen von „Raumschiff Enterprise“. Das ist einfach Kult hoch zehn, genauso wie Kubricks „Odyssee 2001“, oder Ridley Scotts „Alien“ Filme. Buchtechnisch bin ich dann aber eher mit der realen Wissenschaft oder Astronomie unterwegs. Wo dann ja wiederum die abgefahrenen SF- Ideen der Meister auf dem Prüfstand stehen. Einiges inspiriert mich dann immer wieder zu Themen, die wir dann mit Scanner aufgreifen und in unserem Metier umsetzen.

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"Ehrliche Musik": Richie Blackmore im Interview

PictureAm Donnerstag, 3. August, spielt der legendäre Gitarrenmagier Richie Blackmore (Ex-Deep Purple, Rainbow) mit seiner Mittelalterband "Blackmore's Night" im Burgtheater. Mit dabei natürlich auch seine Frau und Sängerin Candice Night. Wir baten beide zum Gespräch.

 

Richie Blackmore, Sie haben nach vielen Jahren wieder einige Rainbow-Shows gespielt, jetzt geht es wieder mit Blackmore's Night auf Tour – unter anderem nach Dinslaken. Wie würden Sie die Unterschiede zwischen diesen beiden Bands beschreiben?

 

Richie Blackmore (RB): “Eine Blackmore's Night-Show ist viel intimer und beinhaltet natürlich das Spielen vieler alter Instrumente, wie Mandolinen, Schalmeien und Drehleiern. Manchmal spielen wir vier Stunden und erfüllen Publikumswünsche. Das Ganze basiert mehr auf einer Party-Atmosphäre und einer akustischen Verbindung wie ein organisches Konzert. Im Gegensatz dazu spielen die Rainbow-Shows in größeren Hallen mit mehr Besuchern und ich spiele natürlich zehn Mal lauter als mit einer Akustikgitarre. Ich mag beides, Spaß mit der Stratocaster zu haben und auch die Instrumente im Renaissance-Stil zu spielen. Ich mag beide Stile, ganz gleich ob ich mit dem Fingern oder dem Plektrum bei den Rock'n' Roll-Shows spiele.”

 

Candice Night, Sie haben an den Rainbow-Konzerten als Backgroundsängerin mitgewirkt. Was waren da Ihre Eindrücke?
 
Candice Night (CN): “Die Shows waren brillant. Ich bin mit der Musik von Rainbow aufgewachsen und war immer schon ein großer Fan. Selber ein Teil der Songs auf der Bühne zu sein, war großartig. Das hat mich zurück ins Jahr 1995 katapultiert, als ich das zum ersten Mal gemacht habe (auf der “Battle rages on”-Tour – die Red.) - nur dieses Mal mit all den Songs, die ich als Teenager geliebt habe. Es ist darüber hinaus eine völlig andere Perspektive, wenn man im Backround singt. Ich konnte Spaß da hinten haben, ein Teil des Gesamtbildes sein, ohne den Druck zu verspüren, vorne zu agieren. Das war ein interessanter Wechsel.”

 

Mit Blackmore's Night wählen Sie die Auftrittsorte sehr sorgsam aus. Am 3. August spielen Sie im Burgtheater. Wie werden diese besonderen Orte bestimmt?

 

RB: “Mein Hobby ist das Übernachten in Burgen. Ich kenne viele sehr gut. Wir haben damit angefangen, bevor es Mode wurde. Heute spielen viele Leute in Burgen.”

 

Richie, Sie haben “Land of Hope and Glory” und “I Surrender” neulich mit Rainbow veröffentlich. Können wir uns auf weitere Rainbow-Songs freuen oder hat “Blackmore's Night” Priorität?

 

RB: “Blackmore's Night” hat in der Tat Priorität aber wir werden wahrscheinlich auch mit Rainbow noch einige Songs spielen und eine Menge Spaß haben. Die Musik von Blackmore's Night zu spielen ist eine größere Herausforderung, wohingegen es ja eine Menge Bands gibt, die im Stile Rainbows agieren.”

 

Richie, hören Sie heutzutage noch neue Musik oder interessiert Sie das gar nicht mehr?

 

RB: “Nein, ich muss zugeben, dass mein Hauptinteresse an der Musik puristischer Art ist und aus alter Musik der Renaissance oder dem Mittelalter besteht. Ich glaube, dass dieser Stil mit mehr Ehrlichkeit als im Rock einhergeht. Rockmusik wird häufig gemacht, um Geld zu verdienen, im Radio gespielt zu werden und in den Carts vertreten sein.”

 

Candice, Sie spielen viele mittelalterliche Instrumente. Wie kommt man auf die Idee, diese Fertigkeit zu erlangen? Ist es schwieriger, diese zu meistern als es bei “normalen” Instrumenten der Fall ist?

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CN: “Es hat alles mit einer Blechflöte begonnen, die wir vor vielen Jahren gekauft haben. Ich hab sie mir geschnappt und wusste inutitiv, wo die Noten waren. Da begannen wir alte Holzblasinstrumente aus der ganzen Welt zu sammeln. Ich habe damit dann die verschiedenen Fingersätze probiert bis ich die richtigen Noten für meine Songs gefunden habe. Ich bin Autodidaktin, bin also sicher, dass ein Lehrer sagen würde, dass ich alles falsch mache. Für mich ist es einfach toll, dass ich diese Sounds den Liedern hinzufügen kann. Wir nehmen hunderte Jahre alte Songs und peppen sie mit neuen Instrumenten, Arrangements und Texten auf. Diese historischen Instrumente zu spielen bewahrt den wahren Geist des Songs.”

 

Richie, es hat den Anschein, dass jeder eine finale Show von Deep Purple mit Ihnen sehen will. Was denken Sie darüber?

 

RB: “Ich denke, wenn sie interessiert wären und unsere Termine nicht kollidieren würden, wäre ich für eine einzige Show zu haben – der alten Zeiten wegen. Aber ich glaube nicht, dass Deep Purple daran interessiert sind. Sie haben ihre Nische und sind da nicht so für. Wir sind Freunde und ich mache meine Musik nun seit 20 Jahren, sie machen ihre seit 20 Jahren. Es ist wahrscheinlich nicht wahrscheinlich.

Einige Managements – und ich rede nicht von meinem eigenen – würden es nicht mögen, selbst, wenn wir nur an einer einzigen Show interessiert wären. Ihr Management würde es nicht erlauben, da bin ich sicher.”

Neue Energie: Jonathan Schang (District 97) im Interview

DSC 7085 E1 C2-1Jonathan Schang ist Drummer und Mastermind von District 97, dem aufgehenden Stern am Progrock-Himmel. Die Band rühmt sich ironisch selber damit, dass sie wohl die einzige Formation des Genres sind, die mit Leslie Hunt eine "American Idol"-Finalistin (ein ähnlich grauenhaftes Format wie "Deutschland sucht den Superstar") als Sängerin in ihren Reihen hat. Der RocknRoll-Reporter hat sich mit Jonathan Schang unterhalten.

 

Jonathan, an was arbeiten District 97 derzeit?

 

Am 30. Mai veröffentlichen wir die DVD "Live At De Boerderij". Die DVD ist nur über unseren neuen Abo-Service "Inside the Vault Club" (www.district97.net/insidethevaultclub) erhältlich. Alle Mitglieder des Clubs bekommen jeden Monat eine exklusive D97-CD und ein Video. Premium-Mitglieder bekommen hingegen eine exklusive DVD oder CD pro Jahr. Doch zurück zur Live-DVD. Die ist toll geworden und ich bin sehr gespannt, wie die Abonnenten darauf reagieren. Alle Einnahmen der Clubs gehen direkt an die Band und werden dafür verwendet, dass wir weiter touren und aufnehmen können. Es ist also wirklich ein guter Weg, uns zu unterstützen. Darüberhinaus schreiben und proben wir neue Musik für ein neues Album. Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr mit den Aufnahmen anfangen können.

 

Wie kam die Sache mit Leslie Hunt zustande? Es ist ja höchst ungewöhnlich, dass man eine American Idol-Teilnehmerin in einer Progband wiederfindet. 

 

Wir waren zusammen auf dem College und ich dachte immer schon, dass sie eine großartige Stimme hat. Nach ihren Erfahrungen im Fernsehen habe ich sie mal wieder kontaktiert und gefragt, ob sie eine Show für uns eröffnen wolle. Wir haben damals noch ausschließlich instrumental gearbeitet. Das war 2008. Sie sagte zu und liebte unser anschließendes Set. Hier wurde also der Grundstein dafür gelegt, dass sie später in dem Jahr zu uns stieß. Es passte perfekt, denn ich hatte schon begonnen Musik mit Vocalanteilen zu schreiben.

 

Es gibt einige Tracks mit dem kürzlich verstorbenen John Wetton (King Crimson, Asia). Wie kamt ihr zusammen? Vermisst du ihn?

 

Ja, wir alle vermissen John ziemlich. Wir haben im vergangenen Jahr eine Menge Zeit damit verbracht, seine Musik zu proben, da wir ihn wieder auf der 2017er Cruise To The Edge begleiten wollten. Leider kam es nicht mehr dazu. Wie wir ihn kennenlernten? Das begann mit einer Nachricht, die ich in seinem Forum gepostet hatte - einfach nur, um seine Fans auf uns aufmerksam zu machen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass John sich das alles durchliest. Aber nicht viel später schrieb er mir eine Email und fragte einfach so, ob ich ihm ein D97-Shirt schicken könnte. Von da an bauten wir eine freundschaftliche Konversation auf. Dann kam unser ehemaliger Bassist Patrick Mulcahy bei den Aufnahmen zu unserem zweiten Album "Trouble with Machines" auf die Idee, ihn einfach zu fragen, ob er den Bösewicht in meinem Song "The Perfect Young Man" singen würde. Wir haben nicht wirklich geglaubt, dass er das tun würde.

 

Und Ihr habt Euch geirrt. Er hat den Song eingesungen.

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Ja und er hat noch viel mehr getan! Ich habe eine Email mit der Betreffzeile "Eine hoffnungslose Anfrage" geschickt. Zu meiner Überraschung hat er sofort zugesagt. Und ist dann noch viel weiter gegangen, als wir es uns erträumt hatten, indem er sehr coole Backing-Vocals zu einigen anderen Songs des Albums beigesteuert hat. Von da an haben wir einige Live-Shows in Europa und den USA zusammen gespielt. Das ganze kulminierte darin, dass wir 2014 eine Live-Scheibe mit King Crimson-Material veröffentlicht haben ("One more Red Night").

 

Euer Album "The Vault" wurde weltweit gut besprochen. Ist der Druck da groß, wenn es an eine neue CD geht?

 

Ich bin sehr stolz auf "Vaults" und glücklich, dass die Scheibe so gut ankam. Seit der Veröffentlichung haben wir mit Andrew Lawrende und Tim Seisser einen neuen Keyboarder und Bassisten. Sie helfen uns, neue Leidenschaft und Energie zu entwickeln, deshalb mache ich mir keine großen Sorgen um das kommende Album. Wir haben schon einiges an neuem Material live gespielt und ich bin sehr aufgeregt, in welche Richtung das alles geht. Die Fans, die das neue Material bisher gehört haben, scheinen zuzustimmen. Hier kann ich wieder auf unseren Club verweisen. Da gibt es schon etwas zu hören.

 

In Deutschland wart Ihr bisher ja eher selten. Wir wollen Euch hier aber sehen. Gibt es da schon Pläne?

 

Nichts ist bisher geplant aber ich würde 2018 gerne zurück kommen, hoffentlich dann mit dem neuen Album. Ich bin sicher, es wird nicht zu lange dauern bis wir Euch alle wiedersehen.

 

Unsere Standardfrage zum Abschluss: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärst, wer wärst du und warum? 

 

Andrew ist ein großer Simpsons-Fan, deshalb habe ich ihn gefragt. Und er hat geantwortet: Wir wären definitiv Bart, weil wir die jungen Unruhestifter der Progszene sind. Außerdem ist er zehn Jahre alt und wir ebenfalls. 

 

 

Das Flattern in den Hosenbeinen: Jen Majura im Interview

PictureSeit 2002 fegt JEN MAJURA als Profimusikerin über die Bühnen. Die Bandbreite der Stuttgarterin ist atemberaubend: Ob als Backing-Sängerin bei Rage („Carved In Stone“), sexy Angus-Young-Klon bei der All-Female-AC/DC-Tributeband Black Thunder Ladies, Solokünstlerin (ihre zweite CD erscheint in diesem Jahr), Gast-Gitarristin bei Knorkator, Bassistin bei Equilibrium oder neuerdings Gitarristin bei Evanescence – Jen weiß, wie der Hase im Business läuft.

 

Jen, was hat dich als Kind an die sechs Saiten gebracht?

 

»Mit vier Jahren wollte ich von selber schon Keyboard und Klavier spielen und bekam dann Unterricht. Allerdings ist mir schnell klar geworden, dass ich keinen Bock darauf hatte, nach Noten Kinderlieder oder langweilige Etüden zu spielen. Mit acht wollte ich dann unbedingt E-Gitarre lernen – entgegengesetzt zum allgemeingültigen Grundsatz, dass man erst akustische Gitarre lernen soll. Mein Dad träumte immer davon, dass ich ihm irgendwann, wenn er mal 80 ist, Beethovens ´Mondscheinsonate´ auf dem Klavier vorspiele – nun bekommt er Metal und Rockmusik (lacht).
Mein erstes Ziel war es, ´God Gave Rock And Roll To You´ von Kiss zu zocken, allerdings ist das nicht unbedingt das leichteste Stück, um auf diesem Instrument zu beginnen. Ich habe also schnell meine Ansprüche ziemlich zurückgeschraubt und langsam begonnen. Ich lernte ziemlich rasch, dass man viel Zeit und Nerven investieren muss, um gut zu werden und seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden zu können. Für mich gilt seither eine Faustregel: Wer länger langsam spielt, spielt schneller schnell!«

 

Welche Musiker haben dich zuerst beeindruckt?

 

»Ich war damals ein kleines Mädel, ziemlich alleine auf weiter Flur mit meiner E-Gitarre. Während alle Klassenkameraden Backstreet Boys, DJ Bobo und so einen Kram hörten, galt meine Vorliebe Steve Vai & Co. Klar, dass damit keiner etwas anfangen konnte. Wie viele Kids damals fand ich Bon Jovi großartig, vor allem die alten Achtziger-Sachen wie „New Jersey“ und „Slippery When Wet“. Als ich die Platten dann alle spielen konnte, entdeckte ich Gitarristen wie Nuno Bettencourt von Extreme, der für mich durch sein groovig-perkussives, aber auch melodiöses und songdienliches Spiel nach wie vor einer der ganz Großen ist.«

 

Und was ist mit den Shreddern à la Malmsteen oder Jason Becker?

 

»Die fand ich zwar interessant, aber so richtig gekickt hat mich das nie. Ich habe mir lieber Alben von Scott Henderson, Allan Holdsworth oder Michael Landau gekauft, fand aber auch AC/DC, Metallica und Slayer cool. Heutzutage dürfte wohl Mattias IA Eklundh, der Gitarrist von Freak Kitchen, mein größter musikalischer Einfluss sein.«

 

Du hast dir nicht nur als Gitarristin einen Namen gemacht, sondern auch bei Equilibrium Bass gespielt. Welches Instrument spielst du lieber, und was ist für dich der Hauptunterschied in der Herangehensweise?

 

»Ich spiele definitiv lieber Gitarre, da ich vom Herzen her Gitarristin und nicht Bassistin bin. Wenn wir nicht von legendären Bass-Größen wie Billy Sheehan oder Stu Hamm sprechen, glaube ich, dass jeder Gitarrist in der Lage ist, ein wenig den Bass zu bedienen. Ähnlich dachte ich, als ich mich dazu entschloss, bei Equilibrium einzusteigen. In dem Jahr in der Band habe ich allerdings gemerkt, dass es schon ein gewaltiger Unterschied ist. Da geht es hauptsächlich um die Fingerkraft und die Hörgewohnheiten. Während ich als Gitarristin gerne einen „Von allem ein bisschen“-Mix auf dem Monitor habe, änderte sich das als Bassistin radikal. Bassisten sind primär dazu verpflichtet, die Basis der Groove-Sektion stark zu machen. Ich begann, Grooves anders zu fühlen, mich anders zu bewegen, anders zu hören. Nebenher unterrichte ich in meiner kleinen Musikschule in Brilon. Ich stelle da gerne bildliche Vergleiche an und sage den Schülern: Der Bass bildet zusammen mit den Drums den Tortenboden, während der Gitarrist eher die Schokoglasur ist.«

 

Und was ist dann der Sänger?

 

»Der Sänger? Das kleine Sahnehäubchen (lacht).«

 

Digital oder analog? Glaubst du, dass es einmal keine Unterschiede mehr geben wird in Sachen Modeling- vs. Röhrenamp?

 

»Ui, mein Lieblingsthema. Ich bekenne mich ganz klar zur Röhrenamp-Fraktion! Ich stelle mit Erstaunen fest, dass die Entwicklungen im Modeling-Bereich heutzutage immer besser, die Ergebnisse immer genauer werden. Vor allem ist es einfacher, das sehe ich ein. Wenn ich in einer kleinen Coverband spiele und mit einem Mini-Van durch die Welt gurke, ist es durchaus einfacher, einen Modeller mit verschiedenen gesampelten Ampsounds von anderen Ampherstellern mit sich rumzuschleppen. Aber: Ich steh auf guten alten Rock´n´Roll! Ich will meinen Amp und meine Boxen hinter mir auf der Bühne stehen haben. Ich will das Flattern in den Hosenbeinen spüren, wenn ich spiele – Bequemlichkeit hin oder her. Solange ich die Gelegenheit habe, mit meinen Engl-Amps und -Cabinets zu reisen und zu spielen, werde ich das tun.«

 

Hast du bestimmte Rituale, bevor es auf die Bühne geht?

 

»Ich weiß nicht, ob sich Warmspielen und Stretchen vor einer Show als Ritual bezeichnen lassen, aber das ist wichtig. Ich habe eine eiserne Faustregel: Egal ob 20 oder 20.000 Leute im Publikum, sich warmzumachen, ist einfach unverzichtbar – vor allem bei Festivals, wo es abends doch schon hin und wieder etwas frisch sein kann.
Auf der letzten Evanescence-Tour haben wir das praktisch alle zusammen gemacht. Zehn Minuten vor der Show wurde der Dressing-Room zu einem Stretch- und Dehnraum. Ergebnis: Kein einziges Mal hatte ich einen „Rockneck“ (steifer Nacken am Folgetag von zu viel Headbangen - Red). Als ich dann aber an einem Day-off in New York mit den Jungs zu einem Stryper-Konzert gegangen bin, hatte ich genau einen solchen am nächsten Tag – so viel Spaß hatte ich da. Wer macht sich schon warm, bevor er auf ein Konzert geht (lacht)?«

 

Als Ibanez-Endorserin bist du in einer Familie mit Giganten wie Steve Vai und Joe Satriani. Was gefällt dir am besten an den Ibanez-Gitarren?

 

»Meine erste E-Gitarre war ein pinkes, unspielbares Instrument der Firma Hohner. Schnell merkte ich, dass ich etwas anderes suche, und so kam es, dass meine erste selbst zusammengesparte Gitarre eine Ibanez S470 DX war. Ich mochte das Spielgefühl auf Anhieb, der Hals war nicht zu klumpig, der Korpus nicht zu schwer und zu sperrig, der Sound vielseitig, und außerdem sah und sieht sie selbst heute noch rattenscharf aus. Ich war mehrere Jahre bei Yamaha unter Vertrag, wollte aber einfach irgendwann „back to the roots“. Ich bin bei Ibanez mehr als happy, da mich die Gitarren ehrlich überzeugen. Vor allem meine wundervolle blaue BFP-77 JEM hat es mir schwer angetan.«

 

Als Musiker prasseln heutzutage viele Kommentare online auf einen ein. Das Trollverhalten ist auch hier stark ausgeprägt. Liest du so etwas, und lässt du dich davon beeindrucken?

 

»Hierzu gibt es ein Schlüsselerlebnis aus dem vergangenen Jahr. Ich hatte auf meiner offiziellen Facebook-Seite ein Statement-Video in Bezug auf Phil Anselmos „White Power“-Ausfall beim Dimebash gepostet. Dieses Video war für meine Freunde und Supporter gedacht – jedoch nicht für die gesamte Pantera-Fanwelt, die es dank eines Posts von Blabbermouth dann aber natürlich mitbekam. Es prasselten Hassmails und Beleidigungen der übelsten Art auf mich ein. Das ging bis hin zur Morddrohung, mich von der Bühne schießen zu wollen. Klar sagt der Verstand, dass man sich das nicht alles durchlesen sollte, dass man es nicht an sich heranlassen darf, aber es beschäftigt einen schon mehr, als man erwartet. Viele Kollegen lesen genau aus diesem Grund überhaupt keine Kommentare in den sozialen Medien mehr. Es können 50 Leute schreiben, wie großartig sie dich finden – schreibt nur einer, dass er dich scheiße findet, macht einen das doch fertig. Ich glaube nicht, dass man davor gewappnet sein oder lernen kann, vernünftig damit umzugehen, wenn von einem Tag auf den anderen auf einmal tausend Menschen Hasstiraden loslassen. Ich versuche täglich, mein Bestes zu geben, ein guter und ehrlicher Mensch zu sein, sodass solche Negativposts gar nicht erst zustande kommen.«

 

Wie sind eigentlich Evanescence auf dich aufmerksam geworden?

 

»Ich hatte auf dem Out & Loud Festival und dem Metalfest in Tschechien gespielt. Da waren auch Testament auf dem Billing, und ich habe mich an diesem Wochenende viel mit Alex Skolnick unterhalten. Er war dann auch derjenige, der meinen Namen weiterreichte, als er nach einer Empfehlung für den Gitarrenposten bei Evanescence gefragt wurde.«

 

Wie muss man sich die Arbeit mit der Band vorstellen? Regelmäßiges Proben ist ja wohl eher nicht angesagt, liegt doch ein kleinerer Ozean zwischen euch.

 

»„Fliegst du jetzt jede Woche einmal nach New York zum Proben?“ ist keine seltene Frage im vergangenen Jahr gewesen. Natürlich tue ich das nicht. Amy Lee ist genauso wie ich eine Perfektionistin bei ihrer Arbeit, daher liegt es uns einfach allen sehr am Herzen, dass wir als Band bestens vorbereitet auf die Bühne gehen. Vor dem allerersten Run damals haben wir vor der ersten Show eine Woche lang intensiv geprobt. Inzwischen sind die Probenblöcke auf etwa drei Tage verkürzt worden – Tage, an denen wir uns intensiv mit den Songs beschäftigen, Neues ausprobieren, versuchen, Routine in unser Spiel zu bekommen, damit das Zusammenspiel tighter wird. Zeitzonen und Ozeane sind in Zeiten des Internets ja zum Glück bei weitem nicht mehr so dramatisch wie früher, wir chatten und skypen hin und wieder – so, wie Freunde es halt machen.«

Deep Purple im Interview: Das Ende wird kommen

17310033 1536097169735320 8704386135555577978 oDas noble und distanzierte Ambiente des Düsseldorfer Hotels direkt an der Kö steht im krassen Gegensatz zur herzlichen und warmen Art, die hier zwei echte Legenden ausstrahlen: Roger Glover und Ian Paice, Bassist und Schlagzeuger der britischen Hardrock-Institution Deep Purple, sitzen zwischen dicken Teppichen und schnieken Gemälden und plaudern über ihr neues Album ("Infinite") und die möglicherweise letzte Tour mit dem Namen "The long Goodbye". Denn eines ist für beide klar: "Das Ende wird kommen."

"Das ist uns allen klar und es ist ein wirklich angsterfüllender Gedanke, wenn man darüber nachdenkt, wann und wo das allerletzte Konzert sein könnte", sagt Drummer und Gründungsmitglied Ian Paice, der als einziger Musiker auf jedem Album von Deep Purple zu hören ist. "Es ist, als würde man die Tür hinter einem 50 Jahre währenden Lebens schließen, um dann zu sagen, das kann niemals wieder passieren."
Deep Purple feiern im Laufe der Long Goodbye-Tour nämlich ihr 50-Jähriges. 1968 gründeten Paice, Rod Evans (bis 1969 dabei), Ritchie Blackmore (bis 1975 und von 1984–1993), Nick Simper (bis 1969) und Jon Lord (bis 2002) die Band.
"Ich bin nicht mutig genug", sagt Ian Paice und meint, nicht mutig genug, um ein verbindliches Ende der Hardrock-Veteranen zu benennen.
"Außerdem gibt uns das am Ende der Tour die Möglichkeit, einen langen Urlaub zu machen und uns dann zu fragen, ob wir noch mehr wollen." Wenn es dann nicht so sei, wäre es in Ordnung. Dann sei es vorbei. "Aber vielleicht sagen wir ja auch, dass wir einfach zwei, drei Wochen im Sommer in irgendwelchen schönen Städten auftreten wollen."
Man habe sich bewusst diese Möglichkeit offen gehalten. "Die Tür ist nicht geschlossen, wenn man noch den Fuß drin hat", ergänzt Roger Glover.
Auch muss "Infinite" nicht das letzte Album gewesen sein. "Platten aufzunehmen ist heutzutage nicht mehr so anstrengend", erzählt Ian Paice, "nicht mehr körperlich so fordernd. Eine Welttour aber ist es auf jeden Fall."
Mit dem exzellenten neuen Album hat die Band es zum ersten Mal zugelassen, dass ein Kamerateam einen intimen Einblick in die Arbeit im Studio bekam. Die Doku „From Here To inFinite“ begleitet die fünf legendären Musiker auf ihrer bewegenden Reise nach Nashville, um dort ihr Album in nur 28 Tagen aufzunehmen. Der Film hat am Donnerstagabend in Düsseldorf Premiere.


Betrunken in Düsseldorf


An Düsseldorf hat Ian Paice übrigens eher nebulöse Erinnerungen: "In den 70er habe ich mal die Altstadt besucht und es war ein sehr alkoholreicher Abend. Am Ende wusste ich nicht mehr, in welchem Hotel ich untergebracht war und irrte drei, vier Stunden durch die Stadt", lacht der 68-Jährige. Dann habe ihn jemand erkannt. "Er hat mir dann gesagt, wo ich wohne."

Zurück zur Doku. Warum braucht die Welt jetzt einen Einblick in die sehr späten Deep Purple?
"Wir haben das gemacht, weil es so viele Dokus gibt, die von den alten Zeiten handeln und es wirklich wenig gibt aus der Zeit seitdem Steve (Morse, Gitarrist seit 1994 - die red.) in der Band ist", weiß Paice zu berichten. Man habe das exzellente Filmteam quasi gar nicht bemerkt. Vom Songwritingprozess bis zu den Aufnahmen in Nashville begleitet die Doku die Formation mit intimen Einblicken. "Es ist so interessant für die Fans zu sehen, wie die Songs entstehen. Das ist es doch, wo man seine Lieblingsband immer mal bei zuschauen möchte. Wenn ich nicht im Fokus war, habe ich mich selbst wie ein Fan gefühlt", lacht der Schlagzeuger.


"Nashville ist der einzige Ort, der übrig ist"


Doch, warum überhaupt Nashville als Aufnahmeort? Steht das nicht eher für Blues und Country?
"Nashville ist der einzige Ort, der übrig ist", bekennt Paice. Los Angeles sei musikalisch erledigt, in New York laufe nicht mehr viel, London hat Abby Road und nur ein paar andere Studios.
"In Nashville ist einfach jeder. Nicht nur Country. Da gibt's Jazz, HipHop, klassische Musik, Folk, Rock. Sie haben die Infrastruktur. Große Studios, kleine Studios." Die besten Sessionmusiker der Welt leben in Nashville. In jedem Club gebe es Livemusik jeder Art. "Die Leute dort sind clever. Sie haben ihr Geschäft nicht abgegeben, sie haben alles selber unter Kontrolle. Ihnen gehören die Radiostationen, die Clubs, die Studios. Woanders wurde all das in andere Hände gegeben."
Natürlich wurde auch über das neue Album "Infinite" (Veröffentlichung am 7. April) geredet. "Das Schönste ist, dass Leute sagen, es würde wie die frühen Tage klingen", sagt Bassist Roger Glover. "Das war nicht unsere Absicht. Unsere Absicht war, so natürlich wie möglich an die Sache heranzugehen." Wenn man so viele Songs geschrieben habe, wolle man sich nicht selber kopieren. "Das ist schwer, sehr schwer", ergänzt Paice. "Wir haben aber für dieses Album Songs geschrieben, die klar nach Deep Purple klingen, aber anders sind als Sachen, die wir vorher gemacht haben", weiß Glover. Er selber mag die überraschenden Nummern auf dem Album am Liebsten, tut sich aber schwer, echte Favoriten zu benennen. Am Besten überzeugt man sich also selber von "Infinite" und verpasst keinesfalls die vielleicht letzte Tour der Rock-Urgesteine. Zu einem wird es zum Abschuss der Karriere der Band jedenfalls nicht kommen: Ein gemeinsames Konzert mit allen noch lebenden Deep Purple-Musikern aus allen Phasen der Gruppe. "Es wäre finanziell eine brillante Idee, künstlerisch und emotional würde es schrecklich sein", sagt Ian Paice. Es wäre ein Tiefpunkt", ergänzt Roger Glover.

 

Im Mai geht es los:
19.05.17 München, Olympiahalle
30.05.17 Hamburg, Barclaycard-Arena
06.06.17 Köln, Lanxess-Arena
07.06.17 Dortmund, Westfalenhalle 1
09.06.17 Leipzig, Arena Leipzig
10.06.17 Frankfurt, Festhalle Frankfurt
13.06.17 Berlin, Mercedes-Benz-Arena
14.06.17 Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

 

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All das gute Shrapnell-Zeugs: Nita Strauss im Interview

15304405 1276643959022511 4857590718265240338 oRNR-Reporter: Hi Nita, mit dem Song „Pandemonium“ hast du gerade einen Track zur She rocks Vol 1-Compilation von Steve Vais "Favored Nations"-Label beigesteuert. Der Song ist eine Art fulminante Zeitmaschine, die uns zu den Tagen der ersten Shred-Platten katapultiert. Wie hat dich der ganze Shrapnell-Kram beeinflusst? Du warst da ja gerade einmal auf der Welt.

 

NITA STRAUSS: Cool, dass du meinst, dass es den Hörer zu diesen Alben leiten könnte, weil die ein riesiger Einfluss für mich waren. Ich habe etwa im Jahr 2000 angefangen Gitarre zu spielen, aber mich zog es sofort zu den älteren Shred-Alben hin. Vai und Satriani natürlich auch, aber speziell Vinnie Moore, Tony MacAlpine, Cacophony, Frank Gambale - all das gute Shrapnell-Zeugs.


Auf dieser CD-Zusammenstellung ist auch Oranthi vertreten, deine Vorgängerin bei Alice Cooper an der Gitarre. Wie würdest den Unterschied bei einer Cooper-Show zwischen ihr und dir sehen. Oder ist das ein Job, der es dem Gitarristen kaum ermöglicht, Dinge anders zu machen? 

 

Ehrlich gesagt bin ich nicht sicher, was der Unterschied ist. Ich habe noch nie eine Show gesehen, bevor ich in die Band kam. Ich kann dir aber versichern, dass wir eine sehr organische Show spielen. Wir Bandmitglieder und Alice haben viel Spaß zusammen auf der Bühne und die Show verändert sich ständig und wächst immer weiter. Deshalb glaube ich auch, dass sich jeder Wechsel im Personal auf der Bühne bemerkbar macht. 

 

Du bist eine stolze Ibanez-Spielerin. Was ist bei dieser Firma anders als bei anderen, dass es oft lebenslange Bindungen gibt (Vai, Satriani, Gilbert)? 

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Es kommt einfach auf das Instrument an. Ibanez-Gitarren passen für mich perfekt in meine Hände. Sie lassen mich meine Geschichte so erzählen, wie ich möchte, dass sie gehört wird. Es mag andere Firmen geben, die mehr Werbung machen oder einen einfacheren Weg zu einer eigenen Signature-Serie ermöglichen, aber niemand wird jemals eine Ibanez-Gitarre bauen. Das ist für mich der wahre Unterschied.

 

Gibt es eine Chance, dass wir dich auf einem Alice Cooper-Studioalbum in der nahen Zukunft hören werden?

 

Es gibt immer eine Chance dafür. Es wäre wahrhaft eine Ehre.

 

Wenn du eine Traumband formieren könntest. Wer wäre dabei?

 

Da habe ich eine lustige Antwort, denn ich habe gerade eine Band zusammengestellt, die in den nächsten Monaten was herausbringen wird. Und das ist wirklich meine Traumband. Ich könnte mir keine besseren Musiker UND Freunde als die Mädels in meiner Band vorstellen. Ich freue mich drauf, sie der Welt zu zeigen. 

 

Du bist mit den "Iron Maidens" bekanntgeworden. Hast du jemals jemand von Iron Maiden getroffen?

  

Ja, schon oft. Meine Lieblingsgeschichte ist diese: Ich spielte mit Alice Cooper auf der Mötley Crue-Tour (Fotos gibt es HIER) in Tampa. Ich kam aus der Umkleide und höre plötzlich jemand laut schreien "There's my Iron Maiden!" Ich schaute verdutzt und es war Nicko McBrain, der mich anlachte und fragte, was ich denn hier tun würde. Er hatte keine Ahnung, dass bei Alice Cooper spiele. Das war ein lustiger und sehr cooler Moment. 


Unsere Standardfrage zum Abschluss: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärst, wer wärst du und warum? 

 

Haha! Tolle Frage. Vielleicht Mr. Burns. Der hat keine Geldprobleme und ein ziemlich interessantes Leben. 

 

 

"Was gut ist.. ist gut!" - Yasi Hofer im Interview

yasiGitarristin Yasmin „Yasi“ Hofer  (24)) ist unter einigen anderen Größen (Nita Strauss z.B) auf der neuen CD von Steve Vais Favoured Nations-Label "She rock's Vol.1) vertreten.Nachdem sie auf der Violine begonnen hatte, entschied sie mit zwölf Jahren, dass es von nun an die E-Gitarre sein sollte. Als ihr Gitarrenlehrer sie mit den Werken von Steve Vai bekannt machte, war es dann um sie endgültig geschehen. Wir schnappten uns die Ulmerin, um ihr einige Fragen zu stellen. 

 

 

RocknRoll-Reporter: Yasi, deine neue Platte heißt "Faith". An was glaubst du, in was vertraust du?

 

Ich glaube an den menschlichen Verstand und hoffe, dass wir unsere Menschlichkeit gegenüber anderen Lebewesen und der Umwelt nicht weiter verlieren. Ich bin aktive Tierrechtlerin und muss mich daher viel mit dem Leid der Tiere, der Ungerechtigkeit des Menschen gegenüber dem Tier, der absolut egoistischen und herzlosen Ausbeutung unserer Mitlebewesen in jeglicher Art auseinandersetzen. Um mit all dem fertig zu werden und motiviert zu bleiben, dafür zu kämpfen, dass Tiere mit Respekt behandelt werden, hilft mir die Hoffnung, dass wir das erkennen und die Zukunft für alle Lebewesen eine bessere und friedliche wird.  Wir müssen erkennen, dass sie ebenso empfinden wie wir und wir müssen mit ihnen leben - und nicht gegen sie.

 

Du bist auf der "She rocks Vol. 1"-Compilation von Steve Vais Label "Favoured Nations" mit einem 8-Minuten-Monster vertreten. Erzähl mir, wie es dazu kam, dass du den Song zu der CD beisteuern konntest.

 

Steve hat mich während der letzten Tour auf das Projekt angesprochen und gefragt, ob ich Lust hätte einen Song beizusteuern. Zu sowas sagt man natürlich nicht nein! Das Timing war auch ziemlich gut, da ich mitten in den Aufnahmen für mein zweites Album "Faith" war. Ich habe Steve dann drei bereits fertige Songs geschickt und ihm die Entscheidung überlassen, welcher Song am besten zum gesamten Album passt. Cosmic Stars hat’s ihm dann richtig angetan.

 

Stilistisch bist du nur wenig festgelegt und flitzt durch Fusion, Rock und manchmal etwas jazzigere Gefilde. Woher kommt die enorme Bandbreite?

 

Ich habe einfach die letzen zehn Jahre extrem viel geübt und mich mit allen möglichen Stilistiken, zumindest oberflächlich, auseinandergesetzt. Ich höre auch Musik aus allen Stilrichtungen, ganz nach dem Motto, was gut ist ist eben gut. Egal ob das Jazz, Pop, Blues oder Rock oder sonst was ist. Davon lasse ich mich dann gerne für Neues Inspirieren.

 

Du spielst Suhr-Gitarren und bringst ziemliche viele Farben in deren Portfolio. Wie kam es zu dem Deal, wo doch ansonsten gerne Ibanez oder andere Big Player die Endorsment-Szene beherrschen?

 

Suhr Gitarren sind extrem hochwertig und klingen unfassbar gut, fühlen sich gut an und sehen dazu noch verdammt schön aus. Ibanez hat natürlich auch angeklopft, aber ich wollte eben genau da nicht hin, wo ich eine von so vielen Künstlern bin. Ich mag es gern familiär und im kleineren Rahmen. Ich kann mir bei Suhr alles bauen lassen, was ich mir wünsche und weiß, dass es meine Wünsche und Vorstellungen übertrifft. wenn es fertig ist. Das hat schon was.

 

Analog oder Digital: Was bevorzugst du in Sachen Amptechnik und warum?

 

Analog und echt. Ich habe zwar auch ein AXE FX daheim im Studio stehen, aber gerade für live braucht es in meinen Augen einfach einen echten Röhren Amp. Soundtechnisch kommen Kemper und Co den Röhren-Amps gigantisch nahe, aber mir fehlt da einfach das Feeling eines Röhren-Amps mit 4x12er Box im Rücken.

 

Du kommst gerade von der Namm. Was für Eindrücke bleiben nach der Messe und was war dein Wow-Moment dort?

 

Namm war super, auch super stressig. Highlight war natürlich die "She Rocks Awards Show". Ich durfte bei zwei Songs mit auf der Bühne stehen und Soli beisteuern - unter anderem mit Lita Ford. Im Publikum saßen Leute wie Steve Vai, Jennifer Batten, Robben Ford, Esperanza Spalding und viele andere. Von all denen Standing Ovations zu bekommen war echt was besonderes.

 

Hast du irgendwelche Rituale bevor du auf die Bühne gehst?

 

Ich würde mir gerne ein paar Minuten vorher Zeit nehmen, um zu meditieren und den Kopf frei zubekommen. Aber hat bis jetzt noch kein einziges Mal geklappt, haha.

 

Zu guter Letzt unsere Trademark-Frage: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärst... wer wärst du und warum? 

 

Ich bin kein großer Simpsonsfan oder -kenner, aber von dem, was ich weiß, wäre ich wohl Lisa. Die setzt sich für die Umwelt ein und schaut ein bisschen nach links und rechts. Ich glaube die ist auch vegetarisch, oder?! :)

 

(Ist sie: Lisa als Vegetarierin (engl. Originaltitel: Lisa the Vegetarian) ist die fünfte Folge der siebten Staffel der Simpsons. Ihre Erstausstrahlung erfolgte am 15. Oktober 1995. In der Episode beschließt Lisa Simpson, Vegetarierin zu werden. Nachdem sie sich in einem Streichelzoo mit einem Lamm angefreundet hat, entwickelt sie bei der Vorstellung, Fleisch zu essen, ein schlechtes Gewissen gegenüber Tieren. - die Red.)

 

Wenn Ihr Yasi auf Tour live sehen wollt, checkt DIESE Dates aus!

Doc 'n' Roll - 02.12.16

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Hey, gestern öffneten sich Türchen. Weltweit wurden die Adventkalender "in Betrieb" genommen. Thomas Mann erwähnte in seinen "Buddenbrooks" bereits 1901 einen Abreißkalender, mit dem der kleine Hanno das Nahen der Weihnachtszeit auf einem von der Kinderfrau angefertigten Abreißkalender verfolgte. Zu viel Literatur? Wie wäre es dann mit einem Spongebob-Adventskalender? Im Einzelhandel ist das Sortiment jetzt noch üppig, selbst wir im Büro haben hier einen solchen Kalender (na gut, vom Playboy, aber immerhin). Besondere Freude machen selbst gebastelte. Wie wäre es mit 24 Streichholzschachteln, in denen kleine Süßigkeiten oder süße Botschaften stecken? Ich habe einmal 24 Ballons mit Gutscheinen ausgestattet und aufgeblasen im Wohnzimmer baumeln lassen. Tolle Idee, leider war der Raum bis Weihnachten kaum begehbar. Wir haben HIER auch einen Adventskalender im übrigen.

 

Kommen wir zur Musik: Das sehr lange Gespräch mit Metalqueen Doro ist mittlerweile online. HIER könnt Ihr nachlesen, wie Doro Lemmy kennengelernt hat. 

 

PictureDas Gastspiel von Steve Harris' Hobbyband "British Lion" (Foto) übrigens im Turock war musikalisch deutlich kraftvoller als das schlimme zahnlose Debüt vermuten hat lassen. Unschön war es aus Fotografensicht dennoch. Da musste im Vorfeld ein ellenlanger Vertrag ausgefüllt werden, der den Fotografen zahlreiche Rechte und Pflichten beschrieb. Da standen durchaus ungewöhnliche Dinge drin. Zum Beispiel durfte man die ganze Show fotografieren und die ersten drei Songs sogar mit Blitz. Also hätte man dürfen, wenn genau diese Vertragsinhalte nicht vor Ort vom Management beschnitten worden wären. Im ersten Song wurde der Kollege neben mir darauf hingewiesen, dass er auf keinen Fall blitzen dürfe. Auch das Vorzeigen des Vertrags half nicht. Und nach drei Songs wurden wir dann aufgefordert, gänzlich aufzuhören. Sprich: Der Vertrag ist vom Management gebrochen worden. Das sollte man sich mal als Fotograf erlauben...

 

In diesem Sinne: Rock on

 

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"Lemmy war der Coolste" - Doro im Interview

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Zur Veröffentlichung der Lemmy-Tribute-CD "Snaggletooth" hat der Eventkompass Metalqueen Doro zum Interview geladen und mit ihr sehr ausführlich über ihren guten Freund, ihre Band und den Ausgang der US-Wahl geplaudert.

 

RocknRoll-Reporter: Auf dem gerade erschienenen Lemmy-Tribute "Snaggletooth" bist du mit dem Duett "Love me forever" vertreten. Der Song ist ja bereits von 2003 (und die Motörhead Version von '91). Welche Erinnerungen hast du an den Aufnahmeprozess und wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Lemmy?

 

Doro: "Love me forever" war immer mein absoluter Lieblingssong. Ich habe irgendwann meine alte Plattensammlung durchgeforstet und die "Nö sleep at all" rausgeholt und da waren Fotos auf der Plattenhülle. Eins zeigte mich im Arm von Lemmy beim "Monsters of Rock" 1986 in Castle Donington. Da haben wir uns schon so super verstanden und als ich das Foto gesehen habe, habe ich gedacht, es wäre toll, mit dem mal etwas zusammen zu machen. Ich hatte vorher noch nie ein Duett gemacht. Da wir auf dem gleichen Label waren, habe ich dem Lemmy einfach einen Brief geschrieben. Here is a little girl from germany und, wenn du irgendwann mal Bock und Zeit hast, können wir ja mal was zusammen machen. Dann habe ich das auch vergessen und erst mal nichts gehört. Ein paar Monate später - ich machte gerade eine sehr harte Zeit durch, weil mein Papa gestorben war, bekam ich einen Anruf - von Lemmy!
Ein paar Wochen später bin ich schließlich nach L.A. geflogen und Lemmy hat mir "Alone again" vorgespielt. Das hat mich zu Tränen gerührt und wir haben den zusammen aufgenommen. Da wir noch Zeit hatten, versuchten wir uns noch an "Love me Forever", weil ich den immer so geliebt habe. Kiss-Schlagzeuger Eric Singer hat da getrommelt. Einspielen und abmischen hat rund drei Wochen gedauert. Wir haben in der Zeit Tag und Nacht gequatscht und ich hab Lemmy durch die Gegend gefahren. Er hat das so gern gemocht, Kassette oder CD zu hören und einfach nur durch die Nacht zu fahren. Da hat er mir alle möglichen Sachen vorgespielt - von alten Motörhead-Sachen zu anderen Künstlern, die er gern mochte. Skunk Anansie war damals etwa eine seiner Lieblingsbands. Wenn wir im Stau standen, ist er rausgegangen mit seinen weißen Cowboystiefeln und hat ein Zigarettchen geraucht, woraufhin viele Fans ihn erkannt haben, den Wagen einfach abgestellt haben, um sich Autogramme zu holen oder Fotos zu machen. Da ist der Stau dann ziemlich angewachsen.

 

Du bist lange Jahre gut mit Lemmy befreundet gewesen. Wie hat dich die Nachricht von seinem Tod erreicht?

 

Doro: Ich habe in New York einen Anruf bekommen von einer lieben Freundin, die sich immer um Lemmy gekümmert hat, dass es ihm ganz schlecht geht. Ich habe das ja schon oft miterlebt, es war aber meistens immer so, dass er mal ins Krankenhaus oder zum Arzt musste und ein paar Tage später ging es dann wieder und er hat sich berappelt. Da habe ich aber das erst mal gedacht, dass es dieses Mal zum Äußersten kommt und mir sind sofort die Tränen herausgeschossen. Einen Tag später habe ich dann noch einen Anruf und viele SMS bekommen, dass Lemmy von uns gegangen ist. Man hat ja immer gedacht, dass Lemmy unsterblich ist. Da bin ich aber total auseinander gefallen. Ich wollte ihm aber auf jeden Fall die letzte Ehre erweisen und bin nach L.A. zur Beerdigung geflogen. Alle waren da, Rob Halford, Gene Simmons, Metallica - es war total traurig.

 

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Was war das Verrückteste, was du mit Lemmy erlebt hast?

 

Doro: Das war auf jeden Fall der allererste Tag, an dem ich ihm begegnet bin, lange vor dem Duett. Es war in London und für mich ein ganz wichtiger Tag. Ich sollte mich dort vorstellen, ein paar Songs mit einer Band spielen. Journalisten, Agenten und Plattenfirmenleute waren da. Wir haben ein paar Songs eingeprobt und es lief ganz ok.

Ich kam mir aber ein wenig einsam vor, weil ich ja ohne meine Band da war. Dann bin ich ein wenig rumgeschlendert und an der nächsten Ecke in einen Pub gegangen. Das war das erste Mal, dass ich überhaupt in einem war. Da bin ich also rein und wen sehe ich: Lemmy an der Theke mit Zigarettchen und Whisky-Cola. Ich bin dann hin und habe gefragt, ob er Lemmy sei und er sagt: Ja, und du bist doch Doro von Warlock.

Daraufhin haben wir ein wenig gequatscht und obwohl ich eigentlich nie viel getrunken habe, hat er einen Whisky-Cola nach dem anderen bestellt. Dazu muss man sagen, dass Lemmy immer 80/90 Prozent Whisky in der Mischung hatte. Da haben wir uns aber total angefreundet und gekugelt vor Lachen. Ich hab ihn sofort in mein Herz geschlossen und auch er hat sich sofort total wohl gefühlt. Nach fünf, sechs Drinks hat er mich dann daran erinnert, dass ich ja eigentlich wegen etwas anderem in London war, dass es um alles ging: Plattenvertrag, Tour, Zukunft. Lemmy hat mir dann viel Glück gewünscht.

Dann bin ich reichlich angetüdelt zurück und da waren alle da und haben schon auf mich gewartet. Ich also auf die Bühne rauf, die Band fängt an zu spielen und mir fällt kein einziger Text mehr ein. Ich habe mich dann einfach aufs Drumpodest gesetzt, Kopf in die Hände und gewartet, bis die Band fertig war.
Die Leute standen da mit aufgerissen Mündern und Augen und haben mir gesagt, dass ich gerade meine Karriere ruiniert habe. Und ich habe nur gesagt: Aber ich bin beste Freundin mit Lemmy! Sie waren verdutzt, ich habe die Geschichte erzählt und alle haben gelacht und mir vergeben. Ich hab sogar den Plattendeal bekommen, ohne nur einen Ton zu singen. Lemmy war einfach schon damals für alle der Coolste. Wenn Lemmy etwas gesagt hat, hatte man nicht zu widersprechen.

 

Im April bist du im Frühstücksfernsehen zu Gast gewesen. Fällt es dir leicht früh aufzustehen und wie sieht eigentlich ein typischer Tag in deinem Leben aus?

 

Doro: Ich gehe schlafen, wann ich schlafen kann. Das kann auch um 9 Uhr morgens sein, wenn ich die ganze Nacht an Songs gesessen habe. Ich arbeite gerne nachts, 

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bin morgens nicht so gut dabei und quäle mich eher durch den Tag. Wenn ich natürlich morgens etwas vor habe, klappt das natürlich auch. Aber nachts hat man seine Ruhe, es hat eine andere Magie, alle schlafen, man kann sich spirituell mehr öffnen.

 

Die USA sind ja so etwas wie deine Wahlheimat, gerade erst habt Ihr drüben getourt. Was denkst du über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen? 

 

 Doro: Ich habe das schon fast kommen sehen. Wir waren ja viel vor Ort bei der Tour, in verschiedenen Städten. Kurz vor der Wahl war ich in Florida und habe schon gedacht, dass es knapp wird. Ich bin schon total geschockt und habe eigentlich gedacht, dass Clinton gewinnt. Aber beide waren ja nicht beliebt. Der Trump war eher so ein "Outlaw", ein "Outsider" und die Leute hatten die Nase voll von dem ganzen normalen Politiker-Geschwafel, wollten dem Establishment eins auswischen. Es geht vielen Leute in den USA nicht gut. Das erste Mal war ich 1986 drüben und die Grundstimmung war damals eine völlig andere. Man hatte da wirklich das Gefühl, es ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem man es mit viel Arbeit zu etwas bringen kann.
Die letzten Jahre ist es schon total schwer geworden und ich kann mir vorstellen, dass viele Leute gedacht haben, dass sie einen radikalen Wechsel wollen. Für Europa ist das sicher nicht so gut. Ich war in der Wahlnacht ja beim ZDF in Berlin und habe bis zwei Uhr noch gedacht, dass Clinton gewinnt. Dann aber holte Trump enorm auf. Ich kenne ihn aus seiner TV-Show und habe sogar einige Motivationsbücher, die Trump geschrieben hat. Der will halt immer gewinnen, aber ob er so gut mit Menschen kann und das Zusammenspiel mit anderen Nationen beherrscht? Die Weltlage ist ja doch ziemlich heikel gerade.

Deine Band ist seit Jahren so ziemlich unverändert, wie wichtig ist die Kontinuität?

 

Doro: Es ist total wichtig. Wenn einer nicht mehr möchte, dann verstehe ich das. Touren ist knochenhart. Es sieht einfach aus, aber es ist wirklich enorm anstrengend. Wenn da einer raus will, kann ich das akzeptieren, bin aber wirklich bemüht, alles zusammenzuhalten. Wir sind ein gutes Team, jeder hat seinen Platz und ist glücklich, das ist mir wichtig. Wir gehen bald wieder auf Tour. Vorher bin ich noch im Studio in Hamburg, um einige Songs zu schreiben, einen Lemmy-Tribute fertigzustellen. Der heißt "Living life to the fullest" und ist ihm gewidmet. Die Melodie ist mir auf dem Weg zur Beerdigung im Flieger eingefallen und der Song wird auf jeden Fall auf der nächsten Platte sein. Vielleicht nehme ich auch noch eine ganz außergewöhnliche Motörhead-Nummer auf. Im nächsten Jahr wird die CD dann wohl erscheinen.

Doc 'n' Roll - 13.05.16

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Oha, Freitag, der 13.! Schon wieder. Und welch ein Glück: Heute startet unser alle Lieblingsschnuckelfestival - das Rock Hard in Gelsenkirchen, der Stadt ohne Championsleague-Teilnehmer...

Wenn Ihr das hier lest, renne ich da schon ein wenig im Amphietheater rum und präpariere mich für den Einsatz vor, auf und hinter der Bühne. Wer mich sieht, darf gerne winken - Bier. 

 

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In dieser Woche ist etwas Verrücktes passiert: Ihr erinnert Euch an meine neue Liebe? District 97? Da habe ich doch beim Durchblättern der aktuellen "Eclipsed" (auf der Suche nach meinen dort veröffentlichten Shots) ein hübsches Live-Foto einer hübschen Frau erblickt. Es war Leslie Hunt von District 97. Von der Band hatte ich noch nie gehört und deshalb sofort mal Spotify angeschmissen. Was soll ich sagen? Hammer! "In Vaults", das aktuelle Album, ist ein echter Knaller, wenn man auf modernen Prog-Postrock steht. Ich stellte mich als aufs Surfbrett und steuerte die Webseite der Band an, speziell den Merch-Bereich. "Error 404" Platt. Alle Seiten platt von District 97. Also habe ich mal die Startseite ausprobiert und bumm: This page was hacked. Ich hab der Facebook.-Seite von District 97 dann eine Nachricht geschrieben, die prompt beantwortet wurde. Drummer Jonathan Schang dankte mir für den Hinweis und übergab die Angelegenheit seinem Webmaster. Im Laufe des Abends entwickelte sich darüber hinaus ein netter Plausch, der darin kulminierte, dass ich den Schlagwerker in Kürze interviewen werden. Die Seite läuft übrigens wieder, schaut ruhig mal rein: HIER!

 

Zum Schluss ist Zeit für ein Bekenntnis - ich gebe zu, ich habe ein Faible für Uhren. Ich könnte jeden Tag in der Woche eine andere tragen. Das Problem: Ich will einen Chronometer, der alles gleichzeitig kann: Nobel UND sportlich aussehen, wasserdicht bis 11.000 Meter (falls ich mal in den Mariannengraben tauchen muss), GPS (nicht, dass ich mich im Ruhrgebiet verirre), Pulsfrequenzanzeige, Smartwatch-Quatsch-Funktionen wie SMS-Benachrichtigungen und Musiksteuerung. Dazu soll sie leicht sein und der Akku ewig halten. Ja, im besten Fall sollte die Uhr die Zeit anhalten und zurückdrehen können. An der Selbstironie merkt Ihr, dass ich selber weiß, wie verrückt sich das alles anmutet, doch ich kann nicht anders. Ist das so ein Männerding?
Sind die Schuhe der Frau des Mannes Uhr? Keine Sorge, Sexismus kann mir hier niemand vorwerfen. Mein Schrank ist schließlich auch voller Sneakers. Und mit genau denen laufe ich jetzt mal schnell los. Der Schrittzähler in meiner Uhr will schließlich gefüttert werden.

 

 

 

Wir sehen uns...

 

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

Tee auf dem Mischpult: Bob Catley im Gespräch

Picture1972 gründeten Bob Catley (Gesang / Foto) und Tony Clarkin (Gitarre) Magnum. Seitdem haben die Engländer kaum eine schlechte Platte abgeliefert. Die RocknRoll Reporter baten den Sänger zum launigen Plausch. 

 

Bob, 44 Jahre gibt es Magnum schon. Was glaubst du ist das Besondere, das die Band am Leben hält?

Ich denke, dass es eine Kombination aus mehreren Dingen ist. Die Fans lieben die Texte, die Melodien, die Art und Weise, wie die Band das auf CD und die Bühne bringt. Es ist aber auch der Einfluss der Labels, bei denen wir über die ganzen Jahre waren. Es ist wirklich eine Kombination aus allem, ohne die Unterstützung der Labels und ohne Unterstützung der Fans könnten wir das alles gar nicht machen.

"Sacred Blood Devine Lies" ist euer neuester Streich und voller toller Hooklines und Melodien. Wie bewahrt Ihr Euch davor, bereits benutzte Ideen zu recyceln?

Ich saß mit Tony (Clarkin, Gitarre) oft im Studio und wir haben uns über Melodien und Texte unterhalten. Und er sagt dann "Stop mich, wenn wir sowas schon mal früher gemacht haben, Bob." Und wenn das passiert ist, habe ich gesagt "Weißt du, das könnte was sein, was wir schon mal geschrieben haben, oder?" Und er sagt, "Ja, da hast du recht." Das Letzte, was du tun willst, ist, dich zu wiederholen oder einen anderen Songwriter zu  bestehlen. Das machen wir also die ganze Zeit so, denn wir sind uns der Gefahr durchaus bewusst.

Wenn du den Aufnahmeprozess von heute mit dem der analogen Tage vergleichst: Was war besser?

Ich genieße das Aufnehmen heutzutage deutlich mehr als es früher der Fall war. Früher war es ein langer Weg, immer und immer wieder das Tape anschmeißen. Das ist heute mit den Computern und der neuen Technologie deutlich einfacher. Und es ist deshalb auch einfacher neue Ideen auszuprobieren, die früher einfach viel zu lang gedauert hätten. Ich liebe die Technologie im Studio und mit Sheena Sear haben wir eine tolle Tontechnikerin. Sheena, Tony und ich arbeiten super zusammen. Wir haben natürlich ein riesiges Mischpult, aber wir benutzen es kaum, höchstens, um den Tee drauf abzustellen. Nein, ich mache nur Spaß. Das Aufnehmen macht heutzutage viel mehr Spaß.

Ich finde Euch auf Spotify und anderen Streaming-Diensten. Was denkst du über diese radikale Wende in der Musik-Industrie?

Ich bin nicht wirklich ein Internettyp, ich habe kein Internethirn. Aber ich schätze es schon sehr, dass die Leute durch sowas wie Spotify mehr und schneller an Musik herankommen. Solange es legale Downloads sind, und mittlerweile ist das ja auf einem guten Weg nachdem das ganze Downloading illegal angefangen hat, finde ich es gut. Solange die Bands vernünftig entlohnt werden, ist alles gut. Ich finde Streaming - ja, ich weiß, was das ist - prima, denn dann können die Fans in eine Scheibe reinhören und sie dann kaufen, wenn sie ihnen gefällt.

Ihr tourt wieder durch ganz Europa. Gibt es Unterschiede im Fanverhalten in den verschiedenen Ländern?Picture
Wir sind glücklich darüber, dass, egal, wohin wir kommen, die Fans durchdrehen und uns wie Könige behandeln. Groß-Britannien, Deutschland, Spanien, Schweden - überall werden wir großartig aufgenommen. In Spanien sind sie etwas verrückter als woanders. Wir sind echt dankbar für die Unterstützung unserer Fans über all die Jahre.

Irgendwie schreibt heutzutage jeder eine Biographie. Hast du jemals daran gedacht? Da muss es Tonnen an tollen Geschichten geben.



Ja, jeder macht das scheinbar. Mark Stanway, unser Keyboarder, hat auch gerade eine Biographie in den Läden. Ich wurde über 
die Jahre immer mal gefragt, ob ein Ghostwriter mit mir die Story von Magnum erzählen soll, aber ich brauche Tonys Zustimmung dazu. Vielleicht setzen wir uns eines Tages mit jemandem, der uns hilft, zusammen. Aber wir haben auch ein wenig mehr zu erzählen, als das, was bisher geschehen ist. Da liegen noch eine Menge Erfahrungen und Leben vor uns, um an diesen Punkt zu gelangen. Ich wünsche Mark aber viel Glück mit seinem Buch.

 

 

Du bist ja auch bei Tobi Sammets Avantasia dabei. Wie fandest du die Idee, dass er für Deutschland zum Eurovision Song Contest will?

Als ich gehört habe, dass Avantasia das machen, war ich hin und weg. Es ist schade, dass wir nicht weiter als auf Platz drei kamen. Aber Platz drei ist gut. Es wäre fantastisch gewesen, Avantasia beim ESC zu sehen. Es war eine echt gute Idee. Warum nicht? Avantasia ist musikalisch derart breit gefächert, dass sie überall spielen können, egal, ob in einer Heavy Metal-Kirche, im Kinderprogramm oder eben beim ESC. Die Musik ist brillant und sehr variantenreich. Ich wünsch ihm Glück fürs nächste Mal, es wäre fantastisch für Tobi, Deutschland beim ESC zu vertreten.

 

Bob, wir danken für das Gespräch!

 

Live-Fotos von Magnum findet Ihr HIER!

 

Im Video hört Ihr einen Auszug aus Bobs Antworten.

 

Review: Danko Jones - Live at Wacken

dankoSeit 20 Jahren gibt Danko Jones mit seiner Band schon den Rockn 'n' Roll-Entertainer. Seine Live-Konzerte haben einen hohen Textanteil und bieten eine Menge Rock. Jetzt hat der Kanadier seinen Wacken-Auftritt von 2015 in Rillen pressen lassen - sowohl zum Sehen als auch zum Hören. "„Live At Wacken“ beinhaltet das 18 Tracks umfassenden 2015er Set und je nach Edition verschiedene Bonunsinhalte. Auf der DVD findet sich etwa sowohl das Konzert in seiner Rohfassung als auch mit einem interessanten Track-by-Track Kommentar.

Dazu gibt es ein Backstage-Interview und Jone's Spoken Words-Show von Wacken 2012 (HIER gibt es unser Interview vom W:O:A: 12). Am Sound gibt es nicht viel auszusetzen, die Bildqualität ist gut aber nicht überragend.

Wer auf Labertasche Danko steht, kommt an dem Mitschnitt (vor allem der Spoken Words-Performance) nicht vorbei.

Musikalisch haben Danko und seine beiden Mitstreiter John ‘JC’ Calabrese (bass guitar) und Rich Knox (drums) ohnehin alles im Griff und so bekommt der Hörer und Zuschauer die volle Breitseite Rock 'n' Roll.

 

Fazit: Für Fans ein guter Fang

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Die Tracklist:

 

1. The Rules
2. Play the Blues
3. Sugar Chocolate
4. The Twisting Knife
5. Forget My Name
6. Do You Wanna Rock
7. Had Enough
8. First Date
9. Watch You Slide
10. Full Of Regret
11. Code of the Road
12. Legs
13. Invisible
14. Sugar High
15. Cadillac
16. Lovercall
17. Gonna Be A Fight Tonight
18. Mountain

 

Freut sich aufs Catsuit: Scarlett Johansen im Interview

scralettDie Marvel Studios entfachen mit Marvel’s Avengers: Age of Ultron das nächste globale Lauffeuer im Marvel Cinematic Universe. Eine gute gemeinte Aktion löst Chaos aus, als Tony Stark (Robert Downey Jr.) unwissentlich die künstliche Computerintelligenz Ultron (James Spader) erschafft, die den „Weltfrieden“ mittels Massenvernichtung herstellen will. Nun müssen sich Iron Man, Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth) und The Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson), Hawkeye (Jeremy Renner) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) wiedervereinen, um Ultron zu besiegen und die Menschheit zu retten.

Zum anstehenden Release der Blu-ray, Digital HD und DVD Marvel’s Avengers: Age Of Ultron haben wir uns mit Scarlett Johansson unterhalten – im Film als ‚Black Widow‘ zu sehen – und sie ein bisschen über das Action-Abenteuer ausgefragt…

 

Wie würdest Du die Avengers zu Beginn von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron beschreiben? Und wie hat sich die Welt seit dem ersten Film verändert?


SCARLETT JOHANSSON: Zuerst ist alles wie immer, doch die Welt ist sich des restlichen Universums auf eine Weise bewusst, wie sie es in Teil 1 noch nicht war. Auch der Mann von der Straße kennt das Vokabular von Aliens und Weltraum-Reisen. Vor der Schlacht in New York hielten die Avengers den Ball flach und auch S.H.I.E.L.D. hielt sich äußerst bedeckt – jetzt aber werden sie anders wahrgenommen. Jeder beobachtet uns, deshalb sind wir jetzt in einer ganz anderen Situation.

 

Welche persönlichen Herausforderungen müssen die Avengers im Film meistern?


Jeder der Avengers hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Niemand von uns macht den Job freiwillig; der Job hat uns gewählt. Und der Widerwille, mit dem wir uns den Superhelden-Hut aufsetzen, gibt einige interessante Hintergrundstories her. Jeder hat seine eigene Geschichte und die lernen wir etwas näher kennen – das Publikum wird es lieben! Die Zuschauer nehmen viel mehr an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und der Zukunft der Charaktere teil, das ist ziemlich cool.

 

Wie zähmt Black Widow den Hulk? 

 

Wie zähmt Natasha das Biest? Eine gute Frage! Sie schafft es interessanterweise mit etwas Menschlichkeit. Eigentlich warnt der Instinkt mit jeder Faser des eigenen Körpers davor, den Hulk zu berühren. Er ist nicht unbedingt der Typ, zu dem man geht und ihn kräftig umarmt. Und doch benötigt gerade dieses entfesselte Wesen eine sanfte Umarmung am meisten. Er braucht jemanden, der ihn an seine Wurzeln erinnert und ihm zeigt, dass er nicht allein ist. Man muss bei ihm bleiben und ihn dazu bewegen, zu sich selbst zurückzukehren. Sie entwickelt eine Art Therapeuten-Beziehung zum Hulk und das spiegelt vielleicht ihre mütterlichen Instinkte wider.

 

Du warst während der Dreharbeiten schwanger. Wie hast du dich auf diese sportliche Rolle und die anspruchsvolle Motorrad-Szene vorbereitet? 

 

Ich glaube nicht, dass man schwanger Motorrad fahren sollte. Peinlicherweise musste ich auf einer Art Jahrmarkt-Konstruktion sitzen, die sich nicht vom Fleck bewegt und absolut uncool ausschaut! Aber natürlich hat das Stunt-Team einige sehr professionelle und atemberaubende Motocross-Szenen gedreht, dank derer Black Widow jetzt wie eine echt heiße Braut wirkt.

 

Wie gefällt Dir das Körperliche an dieser Rolle?


Glücklicherweise habe ich ein Team um mich, das mir bei Widows Kampfszenen und der krassen Motorrad-Action gerne hilft. Dazu braucht es viel Choreografie und Teamspirit. Jeder Film ist aufs Neue aufregend, denn ich kriege neue Gerätschaften und Aufgaben. Gott sei Dank hat [Regisseur] Joss [Whedon] einige coole Moves für mich geschrieben, die mich wirklich lässig erscheinen lassen. Großartig!

 

Fass doch bitte die Entwicklung von Black Widow im Film nochmal kurz zusammen!


Zu Beginn von Marvel’s Avengers: Age of Ultron hat man den Eindruck, die Truppe funktioniere automatisch und wie geschmiert. Bald aber ist das Intro rum und wir müssen uns echt reinknien. Gegen Ende von Marvel’s Avengers: Age of Ultron ist Widow etwas offener geworden und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Ich denke ihre Erwartungen wurden enttäuscht, als sie sich für die Sache einsetzte, aber keine persönliche Wiedergutmachung dafür bekam – eine auf die sie so sehr gewartet hatte! Dann aber erkennt sie, dass sie zu Höherem berufen ist. Und auch wenn sie davon nicht unbedingt begeistert ist, fügt sie sich heldenhaft in ihr Schicksal. Sie nimmt die Herausforderung an, auch wenn sie dafür Opfer bringen muss. Und an diesem interessanten Punkt verlassen wir sie, vor all den verschiedenen Möglichkeiten. Wird sie dem Druck widerstehen, der auf ihr lastet, oder bricht sie zusammen und geht unter? Wir werden es wohl abwarten müssen…

 

Was würdest Du von einem Black Widow Solo-Film halten, in dem all die offenen Fragen geklärt werden?

 

Ein Black Widow Film wäre cool. Logisch! Ich freue mich immer, wenn ich den Catsuit anziehen darf!

 

Auf der Blu-ray und 3D Blu-ray (ab 24. September im Handel) befinden sich zusätzliche und erweiterte Szenen, ein Gag Reel, diverse Making-of Featurettes und ein Audiokommentar. Die 3D Blu-ray erscheint darüber hinaus in der Erstauflage im attraktiven und limitierten Steelbook. Im Bonusmaterial der DVD enthalten ist das Featurette „Ein globales Abenteuer“.

 

 

Doc 'n' Roll - 10.04.15

DocnRoll-Banner

 

Tach Welt, die DocnRoll-Woche erstreckt sich ja bekanntlich von Freitag bis Freitag und dementsprechend habe ich heute unter anderem von einer Band zu berichten, die seit vergangenen Samstag in der RocknRoll-Reporter Hall of Shame an erster Stelle steht. Ich mache den ganzen Konzertfotoquatsch jetzt seit mehr als zehn Jahren und habe bislang nie die Erfahrung machen müssen, dass meine Bilder nicht veröffentlichenswert sind. Irgendetwas ist selbst bei den widrigsten Bedingungen immer rauszuholen, dafür haben sich meine Skills und die Kameratechnik einfach zu sehr evolutioniert in den letzten Jahren. Was die Band Jex Thoth (ich hätte es bei diesem Namen einfach wissen müssen) um Sängerin Jessica Toth (die Dame, von der ich leider nicht weiß, wie sie aussieht, fand es offenbar besonders originell, dass ihr Nachname an die ägyptischen Gottheit Thoth erinnert) da als zweite Vorband von dreien in der Turbinenhalle abriss, ist schwer begreiflich. Dichter Nebel, dazu als einige der wenigen Lichtquellen angezündete Zigaretten (ist da nicht Rauchverbot in der Halle? Könnte man eventuell klagen) und Kerzen sowie etwas rotes Licht, was durch den Nebel jedoch keine Erhellung brachte - die gute Jessica ist schon eine sehr spirituelle Person. Fotos (bis auf das unten) will ich von dem Scheiß nicht veröffentlichen, auf einigen - in schwarz-weiß umgewandelten - Bildern erkennt man sogar wenige Umrisse, doch sowas möchte ich mir und den Lesern nicht zumuten. 

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Nach den drei Songs im Graben habe ich mir das lauthalse Lamentieren der Ollen auf der Bühne von der Ferne weiter angesehen und muss sagen, dass ich als zahlender Fan mein Geld zurück verlangt hätte. Es war schlichtweg gar nichts zu sehen. Das ist nicht (Ok-) Kult, das ist einfach Mumpitz. Wie man es richtig macht, zeigten danach die überaus grandiosen Truckfighter und die gewohnt formidablen Blues Pills. Es gab Licht und gute Musik. Schaut Euch an, was an diesem Abend Spaß gemacht hat (HIER)!

Ansonsten habe ich diese Woche eine sehr aufregende Erfahrung gemacht: Ich wurde interviewt. ICH. Ich, der sonst selber Leute befragt.

Das Ganze war für ein spannendes Buchprojekt und sehr interessant, aber auch anstrengend. Schließlich habe ich fast zwei Stunden wie ein Wasserfall (wirres?) Zeugs geredet. Ich bin gespannt, was ich gesagt habe letztlich. Immerhin konnte ich meine Rede an die Rock-Nation von der vorigen Woche (HIER) noch etwas unterfüttern. Ich habe viel Resonanz auf das Pamphlet bekommen, manche fanden, dass es ein alter Hut war, manche freuten sich, dass das Dilemma einmal ausführlich aus- und angesprochen wurde. Was geht am Wochenende? Geht doch mal ins Turock: Da spielt heute Xandria. Oder Ihr traut Euch zur Australian Pink Floyd Show in die Arena Oberhausen, wenn es Euch nach feingeistiger Musik einer (zugegeben guten) Coverband lechzt. Aber, was Ihr auch immer macht: Geht raus und unterstützt die Clubs in der Region. 

 

 

In diesem Sinne: Rock on

  

 

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Classics: Interview mit Terry Pratchett

11110887 892212770798967 2922718209587185584 nMitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrtausends (autsch) hatte ich das Vergnügen für eine Zeitung ein kurzes Interview mit Terry Pratchett führen zu dürfen. Dies war lange in meinem Archiv verschollen, doch nun habe ich es wiedergefunden und will es Euch - so kurz nach dem traurigen Tod des Meisters - nicht vorenthalten.

 

Terry, mehr als einmal wurden einige Ihrer Discworld-Stories auf einer Bühne aufgeführt. Mögen Sie die Idee, dass man Ihre Phantasie visualisiert?

 

TP: Wenn das auf einer Bühne im Theater geschieht, gefällt es mir. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich festgestellt, dass die Scheibenwelt sehr gut für die Umsetzung auf einer Bühne geeignet ist.

 

Wird es denn einmal einen Scheibenwelt-Film a la Herr der Ringe oder ein Fernsehspiel geben? 

 

TP: Die Idee eines Filmes ist eigentlich fast immer im Gespräch, aber außer einigen Zeichentrickfilmen im englischen Fernsehen ist bisher nichts geschehen. Ich weigere mich aber auch, die Geschichten für eine Profi-Theatertruppe herzugeben, weil ich Hobby-Theatergruppen ermutigen will, sie zu spielen. (erst 2006 gab es mit "Hogfather" die erste Realverfilmung von Pratchett im englischen Fernsehen - die Red.)

 

Sie mögen anscheinend die Idee, verschiedene Genres miteinander zu vermischen, Ihre eigene Welt daraus zu bauen.

 

TP: Ja, das tue ich immer wieder. "Feet of Clay" zum Beispiel ist ein Fantasy-Krimi, und auch in den Wächtergeschichten vermischen sich immer wieder die Genres. Das macht Spaß. 

 

Und gibt der Scheibenwelt Tiefe. Eine Geschichte, die nicht auf der Scheibenwelt spielt, aber bei vielen Fans als eine der besten Stories gilt, ist die Zusammenarbeit mit Neil Gaiman in "Ein gutes Omen". War die Kollaboration problemlos oder gab es Schwierigkeiten?

 

TP: Es hat Spaß gemacht, weil wir es einfach getan habe, ohne groß drüber nachzudenken. Aber wir wussten, dass es ein zweites Mal nicht so lustig werden würde. Deshalb gibt es auch keine Fortsetzung der Zusammenarbeit. 

 

Zum Abschluss: Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

 

TP: Tja, ich beantworte den halben Tag Post, während ich danach so viel wie möglich zu schreiben versuche. Traurig aber wahr...

 


 

Sir Terence David John Pratchett28. April1948 in BeaconsfieldBuckinghamshire; † 12. März 2015 in Broad ChalkeWiltshire

 

"Es war noch nie so schwierig" - Mark Jansen (Epica) im Gespräch

marc2Die RocknRoll-Reporter hatten die Gelegenheit mit Epica-Mastermind Mark Jansen bezüglich der bevorstehenden Deutschland-Tour im Januar zu reden. Der sehr gesprächige Mark redete mit uns über die Komplexität der neuen Songs, die Rolling Stones und den frischen neuen Sound der Band.

 

Mark, das neue Album "The Quantum Enigma" klingt wie der Anfang einer neuen Epica-Ära. Der Sound ist gitarrenbasierter ohne das orchestrale Element zu verlieren und klingt sehr frisch. War das eine bewusste Entscheidung, Euren Sound zu verändern?

 

Die Recording-Sessions waren sehr entspannt. Wir haben die Wichtigkeit des gemeinsamen Arbeitens wieder entdeckt. Das Internet hat uns eine Menge Vorteile gebracht und es einfacher gemacht, sich gegenseitig Musikstücke zuzuschicken, aber man vermisst den persönlichen Kontakt dabei. Dieses Mal saßen wir zusammen, probten alle Songs als Band, arbeiteten an den Songs als Band und nahmen sie auf als Band. Dazu kam der neue Produzent Joost van den Broek, der hervorragende Arbeit geleistet hat und der Band einige neue Energie gebracht hat. Auch unser neuer Mischer Jacob Hansen hat einige frische Elemente in den Mix gebracht.

Die Gitarren klangen noch nie so heavy. Wir hatten überdies wenige Probleme, von etwas Zeitdruck am Ende abgesehen und einem zusätzlichen Aufnahmetag für die Streicher wegen der großen Menge an Arbeit. Aber jedes Problem konnte gelöst werden und am Ende können wir auf eine entspannte Aufnahmesession blicken. Die Veränderungen waren also bewusster Art, weil wir denken, dass dies Elemente sind, die wir verbessern konnten.

 

Ihr habt jetzt mit dem neuen Album bereits eine Menge Shows gespielt. Wie machen sich die neuen Songs in Sachen Fanreaktionen?

 

Es war noch nie so schwer zu entscheiden, welche Songs eines neuen Albums wir live spielen sollen. Normalerweise haben wir jetzt fünf Tracks im Programm, unsere Fans fragen aber dauernd nach weiteren Songs des Albums, was ein gutes Zeichen ist. Wenn wir mit ihnen reden, hören wir oft, dass sie das Album lieben und hoffen, dass wir weiter in diese Richtung gehen und derartige Musik schreiben. Mehr konnten wir uns wirklich nicht wünschen.

 

Ihr habt das Pinkpop-Festival am gleichen Tag gespielt, an dem dort auch die Rolling Stones aufgetreten sind. Hast du sie Backstage getroffen oder sind sie total isoliert?

 

Ich habe sie Backstage gesehen, aber man kommt nicht näher als fünf Meter an sie ran. Sie sind auch nicht allzu lange vor Showtime angereist und sofort nach dem Konzert in getrennten Limousinen wieder verschwunden. Pinkpop ist ein tolles Festival und es war sehr gut für uns, dass wir uns da blicken lassen konnten. Ich war echt glücklich, dass wir am gleichen Tag wie die Stones gespielt haben, weil ich die Band noch nie live gesehen hatte bis dahin. Nun hatte ich die Chance. Pink Floyd sind nun die einzige Band, die ich noch nie gesehen habe, es aber unbedingt wollen würde. 

 

Jetzt kommt Ihr nach Deutschland. Sind die Fans hier anders als woanders?

 

Nicht so wirklich. Klar, überall gibt es kulturelle Unterschiede, aber Metal-Fans haben eine Sache gemein: die Liebe für den Metal. Und das gleicht die Menschen an und lässt sie sich überall auf der Welt wie eine große Familie fühlen.

Der "deutsche" Fan existiert nicht, einige Menschen sind auf Konzerten extrovertierter, andere wieder viel introvertierter. Es hängt oft auch davon ab, ob man samstags oder montags spielt. Das ändert die Reaktion der Besucher und hat Einfluss auf die Show.

 

Einige Eurer Songs sind sehr komplex. Wie lange bereitet Ihr Euch für eine Tour vor? Probt Ihr gemeinsam?

 

Vor der CD-Vorstellung proben wir eine Menge, um das ganze Album so zu spielen, wie es gespielt werden sollte. Aber jetzt üben wir alle daheim und machen unser Ding. Wir leben auch alle eine ganze Ecke weg von einander, so dass es unmöglich ist, regelmäßig zusammen zu proben. Also bereiten wir uns alle gut vor und los geht's auf Tour. Wenn wir einen Song spielen wollen, den wir lange nicht gezockt haben, üben wir den während der Soundchecks. 

 

Und unsere letzte Frage: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärst, wer wärest du und warum?

 

Meine Freundin ist ein großer Simpsons-Fan und sie sagt, ich sei eine Kombination aus Mr. Burns (weil er reich ist) und dem Aussehen von Duffman.

 

Tourdates:

 

5-01-15 + Zeche + Bochum, Germany
16-01-15 + Markthalle + Hamburg, Germany
17-01-15 + C-Club + Berlin, Germany
19-01-15 + Hellraiser + Leipzig, Germany
20-01-15 + Meet Factory + Prague, Czech Republic
22-01-15 + Eter + Wroclaw, Poland
23-01-15 + Progresja + Warsaw, Poland
24-01-15 + Petofi Hall + Budapest, Hungary
26-01-15 + Arena + Vienna, Austria
27-01-15 + Theaterfabrik + Munich, Germany
29-01-15 + L'Olympia + Paris, France
30-01-15 + Salle des Fêtes de Thônex + Geneva, Switzerland
31-01-15 + Essigfabrik + Cologne, Germany
01-02-15 + Ancienne Belgique + Brussels, Belgium

 

 

Scott Ian im Interview

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Scott, du hast ja schon eine Menge gemacht. Wann kamst du auf die Idee der "Spoken Words"-Darbietungen? In Bochum wirst da eine solche ja am 18. Januar in der Zeche "abhalten".

 

Ich hatte die Idee selber gar nicht. Ich wurde gefragt, ob ich eine Show mit dem Namen "Rockstars say the funniest things" in London 2012 machen wolle. Ich war da sehr neugierig drauf und habe einfach Ja gesagt. Das Ganze hat dann soviel Spaß gemacht, dass es als Katalysator für weitere Shows hergehalten hat.

 

Und wie sind die Reaktionen auf diese Show? Hören die Leute nur zu oder gibt es Diskussionen? 

 

Die Leute lachen alle an den richtigen Stellen, die Resonanz ist also ziemlich gut. Ich interagiere eine Menge mit den Leuten. Das Publikum besteht übrigens meistens aus Menschen, die auch Anthrax-Fans sind.

 

Wie sieht es mit dem nächsten Anthrax-Album aus? Können wir vielleicht sogar auf ein S.O.D.-Album irgendwann hoffen?

 

Wir schreiben gerade an neuem Material für Anthrax, da wird es deshalb auch schon bald eine offizielle Ankündigung geben. Und S.O.D.? Da kannst du lange drauf warten, haha.

 

Apropos Neuveröffentlichungen: Weihnachten kommt "I'm the Man", die offizielle Anthrax-Biographie heraus. Ist es richtig, dass dort ein Comic-Strip involviert ist?

 

Ja, es gibt da die Geschichte, die erzählt, wie und wann ich Lemmy zum ersten Mal getroffen habe. Das wurde in Form einer Graphic Novel umgesetzt. Ich fand, dass dies mein Buch von den anderen unterscheiden würde.

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Einer meiner ersten Anthrax-Momente war, als Ihr Al Bundys Haus in der TV-Serie belagert habt. Was das so lustig, wie es aussah?

 

Das war eine eine tolle Erfahrung. We waren alle riesige Fans der Show. In deren Welt für eine ganze Woche zu sein, was einfach unglaublich. Viele Leute sprechen mich im anschließenden Frage und Antwort-Teil meiner Shows auf Eine schrecklich nette Familie an.

 

Man findet Anthrax bei Spotify und Konsorten. Ist das das notwendige Übel oder magst du die Art und Weise, deine Musik unter die Leute zu bringen?

 

Ich bevorzuge es, wenn die Leute CDs oder Vinylschallplatten kaufen.

 

Und was sagst du zu den Smartphone-Knipsern bei Euren Shows?

 

Ich finde, dass das lahm ist. Aber das ist nur meine Meinung. Wenn es die Leute glücklich macht ...

 

Zum Abschluss unsere Standardfrage: Wenn du ein Charakter der Simpsons wärest, wer wärst du und warum?

 

Duff Man! Ich liebe Bier.

 

Scott Ian spricht am 18. Januar in der Zeche Bochum. Tickets gibt es HIER!

Live-Fotos von Anthrax gibt es HIER!

"Gitarrensoli gestrichen" - Interview mit Francis Rossi

Er hat immer viel zu sagen: Im Interview mit Francis Rossi (65), Gründer, Gitarrist und Sänger der legendären britischen Boogie-Band Status Quo zum ersten Akustik-Album in der 52-jährigen Bandhistorie erhaltet Ihr interessante Einblicke. Aber lest selber...

 

Wann kam es euch zum ersten Mal in den Sinn, ein Akustik-Album aufzunehmen und vom wem stammt diese Idee?
Francis Rossi: Das war unser Manager Simon Porter. Als wir vor drei Jahren in Australien einen Werbespot für eine Supermarktkette drehten. Damals kamen dort bei unseren Song „Down Down“ erstmals Akustikgitarren und ein Kontrabass zum Einsatz. Rick gefiel die Idee, ich sagte „nein“ und am Ende machten wir es doch.Jetzt bin ich froh, denn dieses Projekt hat sehr viel Spaß gemacht.


Ihr habt in Eurer Karriere rund 400 Songs aufgenommen. Wie schwer fiel da der Auswahlprozess und welche Kriterien mussten die 22 Songs erfüllen, um schlussendlich auf dem Album zu landen?
F.R.: Wir haben unseren Produzenten, Mike Paxman, beauftragt, eine Liste mit möglichen Songs aufzustellen. Er schlug uns 60 Titel oder mehr vor. Wir haben uns dann jeden Tag ein paar Songs vorgenommen, und wenn wir keinen richtigen Vibe verspürten, die Finger davon gelassen und uns dem nächsten Song gewidmet.


Das Album enthält 22 Songs, dazu kommen drei weitere Bonus-Tracks. Kam diese Menge zustande, weil ihr Euch so schwer entscheiden konntet und es am Ende zu viel gutes Material gab?
F.R.: Das liegt daran, dass die Songs alle kürzer sind als gewohnt, weil die Gitarrensoli zumeist wegfallen. Außerdem wollten wir am Ende genug Songs haben, um unter Umständen einen 80-minütigen Akustik Live-Gig spielen zu können.

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Wie schwierig war es, Eure „elektrischen“ Rocksongs in akustische Rocksongs umzuwandeln - oder habt Ihr ihnen vielleicht sogar einen ganz anderen, neuen Anstrich verpasst?
F.R.: Das war ziemlich einfach, denn fast alle Songs wurden von uns auf Akustik-Gitarre oder Piano komponiert. Die Kunst lag darin, das richtige Arrangement und den richtigen Vibe zu finden. Und das hat wirklich sehr gut funktioniert.


Wie würdest Du den Sound und die Atmosphäre jemandem beschreiben, der AQUOSTIC bislang noch nicht gehört hat?
F.R.: Bei diesem Album kommen die Elemente durch, die durch die rockigen Riffs der E-Gitarren häufig überdeckt werden: die Melodien und die Texte.


Warum habt Ihr euch entschlossen, hauptsächlich Material aus den 70er und frühen 80er Jahrenzu verwenden?
F.R.: Zum einen liegt es daran, dass viele Favoriten aus den 70er stammen, zum anderen wollten wir chronologisch vorgehen. Denn ehrlich gesagt hoffe ich, dass das Album so erfolgreich wird, dass wir die Chance haben, AQUOSTIC Part II aufzunehmen. Das wünsche ich mir wirklich sehr - und dann widmen wir uns den neueren Stücken...


Was kannst Du Leuten erwidern, die sagen, dass ist ja nur ein weiteres Greatest Hits-Album?
F.R.: Was soll ich sagen? Es ist ein weiteres Greatest Hits-Album. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Songs erstmals in Akustikversionen zu hören sind, was möglicherweise auch etlichen Leuten gefällt, die bislang nichts mit der Musik von Status Quo anfangen konnten.


Was ist Dein Lieblingssong auf dem Album und warum?
F.R.: Ehrlich gesagt: mir gefallen sie alle, sonst wären sie nicht auf dem Album gelandet.


Hat es einer Deiner Favoriten nicht aufs Album geschafft, weil sich beim Auswahl-Prozess heraus stellte, dass er nur funktioniert, wenn ihr ihn mit euren Fender Telecasters spielt?
F.R.: „Roll Over Lay Down“ ist so ein Song. Er wurde auf der E-Gitarre komponiert und die Gitarren sind sehr verzerrt und hart. Je länger ich jedoch darüber nachdenke, glaube ich, dass es vielleicht doch einen Weg gibt, ihn in eine wunderbare akustische Version umzuwandeln. Wir werden sehen... 

 

Ihr habt das Album mit der aktuellen Bandbesetzung eingespielt, aber auch zusätzliche Musiker und ungewohnte Instrumente zum Einsatz gebracht. Warum?

F.R.: Wir haben zuerst gedacht, wir könnten die Streicher mit Synthesizern darstellen, aber die echten Geigen klingen einfach viel besser. Wir wollten keine kompletten Drums, deshalb benutzen wir Percussions. Und das Akkordeon passt wirklich super zu unseren Akustik Songs.


Status Quo touren im November/Dezember durch Deutschland. Wird dies eine Akustik-Tour oder integriert ihr einen Akustik-Block in eure Rockshow?
F.R.: Wir freuen uns sehr auf Deutschland. Wir werden dort im November mit unserer konventionellen Rock-Show auftreten. Zum einen war dies schon lange so angekündigt, zum anderen ist es ein großer Aufwand, das Akustik-Projekt auf die Live-Bühne zu bringen. Das wird also frühestens 2015 der Fall sein können...


Ihr habt den berühmten Rock-Kollegen und Fotografen Bryan Adams beauftragt, das Albumcover zu schießen. Wie kam´s und wie lief die Zusammenarbeit?
F.R.: Da steckte zunächst natürlich auch eine Werbestrategie dahinter, aber Bryan ist auch ein wirklich guter Fotograf, der seine Sache versteht. Zumal er ja selber auch genau weiß, wie es sich anfühlt, für ein Albumcover fotografiert zu werden und worauf es dabei ankommt.