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Sonntag August 19, 2018
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Review: Robert Pehrsson's Humbucker - Long Way To The Light

robsAls der Schwede Robert Pehrsson nach Gastspielen bei Bands wie Runemagick, Thunder Express, Death Breath, Dundertåget, Imperial State Electric, Slingblade und Dagger 2013 seine eigene Band ins Studio schleppte, um das Debüt von Robert Pehrsson's Humbucker einzuzimmern, erschuf er eine magische musikalische Zeitreise und eines der wärmsten und bestklingendsten Alben der letzten zehn Jahre. 

Besonders beeindruckte die luftige Produktion der CD, die eine wahre Wohltat in den Ohren war. Weit weg von überproduzierten Werken vieler anderer neuer Bands, wo es nur um fetter, härter, lauter zu gehen scheint, war Robert Pehrsson's Humbucker als echter Ohrgasmus zu bezeichnen. Das alles wäre natürlich nichts ohne großartige Songs und auch hier punktete der Gitarrist auf ganzer Linie.

Kein Wunder, dass er sich gut drei Jahre Zeit ließ, um ein Nachfolgewerk einzuspielen. Mit "Long way to the light" liegt das nun vor und es hat sich wenig geändert, was in diesem Fall ein Glücksfall ist. Erneut klingt die Scheibe so herrlich analog, mehr Old-School geht gar nicht. Musikalisch beschreitet Robert zum Glück ebenfalls kein Neuland. Zwischen Thin Lizzy-Twingitarren, Ace Frehley-Solo-Reminiszenzen (etwa in "Traveling through the dark") und klassischem Ami-Rock der späten 70er und frühen 80er Jahren bewegen sich Pehrsson's Humbucker gekonnt und geschmacksicher. 

Das Album beinhaltet acht brandneue Stücke sowie eine Neubearbeitung des bereits von der Single her bekannten und sehr dem Thin Lizzy-Geist atmenden “The Hollow Of A Rising Tone”. Ein würdiger und (nur wenig schwächerer) Nachfolger für eine der tollsten Debüt-CDs seit sehr langer Zeit. Die hatte in Sachen Songwriting noch einige Glanzlichter mehr zu bieten und ist dementsprechend leicht besser zu bewerten (6 von 6 HIER).

 

Fazit: Toll klingender Classic-Rock mit starken Songs

 

Picture

 

 

"(Fast) alles analog": Robert Pehrsson im Gespräch

Photo: Eneko Garcia Ureta

 

Robert Pehrsson's Humbucker (Photo: Eneko Garcia Ureta) liefern ein überzeugendes Erstlingswerk ab. Unser Review zur CD findet Ihr HIER! Wir erwischten Robert zwischen Tür und Angel und baten ihm zum kurzen Plausch.

Robert, dein Debüt-Abum ist eine der besten CDs in diesem Jahr. Die Kritiken müssen überwältigend gewesen sein. 

"Vielen Dank. Die Kritiken und Reaktionen bis jetzt waren in der Tat unglaublich, besonders in Deutschland".

 Warum hast du den Namen Humbucker als Bandnamen gewählt? Werden wir dich nie mit einer klassischen Stratocaster sehen? 

"Ich hatte viele Bandnamen auf der Liste, aber ich war mir bei keinem sicher. Dann hatte Nicke Andersson (The Hellacopters - die Red.) die Idee mit Robert Pehrsson's Humbucker, weil ich ja meistens die Gibson Les Paul spiele. Er hat mir dann gleich auch ein Logo gestaltet, also gab es keinen Grund mehr nach einem anderen Namen zu suchen. Ich finde den Namen großartig und mag die Andeutung auf die Gitarre. Alle meine Gitarren, außer meiner Telecaster, haben den Humbucker-Tonabnehmer. Das ganze Album wurde mit ein paar Les Pauls, einer Gibson SG und einer Flying V aufgenommen. Der Name passt also perfekt."

Viele sehen in Schweden das Rock/Metal Land Nummer Eins in der Welt. Wie kommt es, dass es in deinem Land so viele talentierte Musiker gibt? 

"Ich denke nicht, dass Schweden das Land Nummer Eins ist. Ich denke generell nicht über die Musik in solchen Dimensionen. Es gibt solche Sachen wie die Besten oder eine Nummer Eins nicht. Das liegt immer im Auge des Betrachters, in diesem Fall liegt es bei dem Zuhörer. Wir haben eine Menge wichtiger Bands, die aus Schweden kommen. Vielleicht haben diese den Kindern den Weg gezeigt und die Kids wollen jetzt das gleiche machen? Außerdem ist es in Schweden recht einfach eine Band zu gründen. Es gibt genug Plätze zum Proben. Manchmal kann man sogar Instrumente ausleihen. Als Anfänger kann man also recht schnell loslegen."

Andere Bands heutzutage versuchen nur noch härter und lauter zu klingen. Deine CD atmet und erinnert mich an die 70er. Habt ihr analoges Equipment für die Aufnahmen benutzt? 

"Danke. Wir haben die CD so aufgenommen, wie ich alle Alben zuvor auch aufgenommen habe. Ich mag es, wenn meine Scheiben so klingen, ich mag diesen Sound einfach. Zudem ist es die einzige Art, die ich kenne, um Platten aufzunehmen. Der einzige Unterschied zu damals ist, dass alles mit Pro Tools gemacht wird und nicht auf Band kommt. Abgesehen davon ist alles analog, alle Kompressoren, Preamps usw. Selbstverständlich haben wir den Mix auf einem echten Pult gemacht und nicht in Pro Tools. Was man hört, sind echte Verstärker und Drums.

Das Budget ist der Grund, warum wir nicht auf Band aufnehmen. Heutzutage ist es sehr schwer ein Budget zu bekommen, mit dem man es sich so etwas leisten kann. Ich wollte nicht, dass das Album komprimiert, hart und laut wird. Ich finde es nur ärgerlich und unerfreulich, wenn man sich solche Produktionen anhört. Irgendwie ist es auch ein bisschen schade, dass dies anscheinend zu einer Art Standard geworden ist."

  Zu guter Letzt unsere Trademark-Frage: wenn du eine Figur aus den Simpsons wärst, wer würdest du sein und warum? 

"Haha. Dann wäre ich wahrscheinlich ein Mix aus Bart und Lisa. Ich war ein wenig wie Bart als ich aufgewachsen bin. Dann bin ich aber ruhiger geworden. Vielleicht nicht so ruhig wie Lisa, aber sie spielt ein Instrument."

 

Review: Robert Pehrsson's Humbucker

Robert Pehrsson COVER-1024x1024Robert Pehrsson's Humbucker - ein Name, der schon eine Menge ausplaudert. Nämlich, dass der alte Schwede Robert keine Stratocasters mit Einspulern spielt, sondern doppelspurige Tonabnehmer (Humbucker eben) eingebaut in hübsche Gibsons. Soviel zur Technik, kommen wir zur Musik.

Pehrsson und seine Band, bestehend aus Ex-Hellacopters, Entombed und Enforcer-Zocker, liefern kurz vor der Zielgerade eine der wundervollsten Rock-Scheiben des Jahres ab. Irgendwo zwischen den 70er Thin Lizzy ("Haunt my mind"), den 80er Kiss ("Running for Shelter") und den jungen Hellacopters ("Keep me in your heart") beeindruckt Robert Pehrsson mit tollem Songwriting, Twin-Gitarrenlicks ohne Ende und hitverdächtigen aber nie käsigen Melodien.

Die Humbucker als Double-Headliner-Tour mit den Black Star Riders könnte man sich gut vorstellen. Die Band pflügt mit einer spielerischen Leichtigkeit durch die 9 Songs, von denen "Who else is on your mind" zwar heraussticht, Ausfälle aber absolut nicht zu entdecken sind. Besonders beeindruckt die luftige Produktion der CD, die eine wahre Wohltat in den Ohren ist. Weit weg von überproduzierten Werken vieler anderer neuer Bands, wo es nur um fetter, härter, lauter zu gehen scheint, ist Robert Pehrsson's Humbucker als echter Ohrgasmus zu bezeichnen.

6von6

 

 

 

 

 

Tracklist:

1.Haunt My Mind
2.Serious
3.Keep Me In Your Heart
4.Can't Change
5.Running For Shelter
6.Wasted Time
7.Mesmerizing Shadows
8.Who Else Is On Your Mind
9.Falling Into Darkness

Hier geht es zu Spotify: