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Samstag Oktober 20, 2018
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9 items tagged "Games"

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Review: Wolfenstein 2 - The new Colossus (PS4)

81rBOjbJ3yL. SL1500 Ne, was haben wir alle wie die Irren Castle Wolfenstein und später Wolfenstein 3D (HIER findet Ihr ein komplettes Playthrough)  gespielt. Als Jugendlicher war der Kick natürlich, dass man böse Nazis und am Ende den alten Adolf um die Ecke bringen konnte. Verrucht und verboten, toll. Das Reboot von Wolfenstein vor einigen Jahren (HIER) wurde dann natürlich megazensiert in Deutschland veröffentlicht. Während man in jedem Schrottfilm aus der Grabbelecke Hakenkreuze und Naziuniformen ohne Ende sehen darf, ist das in deutschen Computerspielen weiterhin verboten. Schwachsinn, spricht es doch der Branche ab, Kunst zu produzieren. So muss auch Wolfenstein II: The New Colossus ohne ein stimmiges Ambiente in Deutschland auskommen, die Nazis sind schlichtweg das Regime. Braucht ein Spiel Nazisymbole, um gut zu sein? Nein! Könnte die Atmosphäre besser sein, wenn die deutsche Fassung (die übrigens ansonsten nicht geschnitten ist, sprich: Blut, Blut, Blut  und noch mehr Blut ist kein Problem) wirklich authentisch wäre? Auf jeden Fall, weshalb ich hier per se einen Punkt abziehe (bei den UK/US-Fassungen diesen dann einfach drauf rechnen!). Zum Spiel: Wolfenstein 2 führt die Spieler in das vom Regime kontrollierte Amerika, um die mutigsten Anführer des zerschlagenen Widerstands zu vereinen und sich gemeinsam den Faschisten entgegenzustellen. Die Spieler müssen alle Register ziehen, um ikonische amerikanische Schauplätze wie die Kleinstadt Roswell in New Mexico, das unter Quarantäne stehende New Orleans und das durch eine nukleare Explosion verwüstete Manhattan den Amerikanern zurückzugeben. Wer das vorige Abenteuer gespielt hat, weiß Bescheid: In der Rolle von B.J. „Terror-Billy“ Blazkowicz müssen die Spieler eine zusammengewürfelte Gruppe von Widerstandskämpfern vereinen, um das Regime ein für alle Mal aus Amerika zu vertreiben. Grafisch ist Wolfenstein 2 bombastisch, spielerisch bockschwer (selbst auf den einfachen Leveln) und inszenatorisch eine echte Wucht. An Ideen mangelt es ebenfalls nicht. So ruckelt man im ersten Level im Rollstuhl sitzend durch das Level und meuchelt einen Nazi nach dem anderen. Der Humor kommt übrigens auch niemals zu kurz, trotz der ganzen Brutalität. Stark. Die Waffen sind wahnwitzig: Mit dem Laserkraftwerk, einer vielseitigen Hochleistungs-Laserwaffe, pulverisiert man die Gegner zu Asche, mit dem Dieselkraftwerk hingegen werden ganze Gegnergruppen ins Nirwana gejagt. Unterm Strich bleibt an grandioser Ego-Shooter, der kaum ein Auge trocken lässt. Schade, dass Computerspiele immer noch nicht als Kunstform akzeptiert werden.

 

Fazit: Toller Ego-Shooter, der in der deutschen Fassung unter atmosphärischen Störungen leidet. 

 

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81SGi-FO-zL. SL1500

Review: NHL 18 (PS4)

917t2S7NaYL. SX522 Same procedure than last year? EA Sports wird ja oft vorgeworfen mit jährlichen Update Kohle scheffeln zu wollen. Was bringt also NHL 18, was NHL 17 nicht auch schon in Petto hatte? Wir haben uns aufs Glatteis begeben. 

In der Tat gibt es in Sachen Spielfreundlichkeit keinerlei Rutschgefahr, denn NHL 18 spielt sich weitestgehend wie sein Vorgänger. Einige kleinere Änderungen wie ein neuer Offensiv-Stil, in dem man auch Kunstschüsse (etwa durch die Beine) ausführen kann oder eine verbesserte Sticksteuerung sind wirklich kleinste Details. Verschlimmbessert wurde der Poke-Check, der jetzt viel zu mächtig ist. NHL 17 war schon ein nahezu perfektes Sportspiel. Dass man nur mit neuen Kadern nicht durchkommt, wissen aber auch die EA Sports-Leute und so haben sie einen neuen Modus in das Game integriert, der wirklich alleine das Geld fürs "Update" wert ist: NHL Threes heißt das gute Stück und mehr Spaß als bei diesem megaschnellen, arcadigen 3 gegen 3 auf kleiner Eisfläche hat man lange nicht mehr bei einem Sportspiel gehabt. Megaschnell, kaum Unterbrechungen, dazu die Chance bei einer Tour durchs Land die (auf dem Eis spielbaren !) Maskottchen der anderen Teams abzugreifen - Threes ist der Megahammer. Dieser Modus ist der sichere Tod für alle Arcade-Hocheyspiele im Playstation Store, denn besser geht es nicht. Online oder offline, im Koop-Modus oder gegeneinander - alles ist möglich. Und da wir gerade einmal beim flotten Dreier sind: Auch in der harten Simulation ist ein solcher nun möglich.Dank der  NHL 3-gegen-3 Overtime ist es nun endlich machbar, in der EA SPORTS Hockey League  3-gegen-3-Spiele absolvieren, um auf dem Eis mehr Platz für spektakuläre Spielzüge zu haben. 

Dazu gibt es neue Arenen und ein neuer Expansion Draft, bei dem man sein eigenes 32. NHL-Team starten kann. Ösis freuen sich über eine neue Liga, ihre eigene nämlich. Mehr geht nicht und obwohl spielerisch kaum zu verbessern, ist NHL 18 jeden Cent wert.

 

Fazit: Das beste Sportspiel ist in diesem Jahr vor allem durch NHL Threes ein noch größer Kracher

 

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Review: NHL 17 (PS4)

91kZyaSiN3L. SL1500 EA Sports ist bekannt für eine Politik der kleinen Schritte: Auch NHL 17 macht da keine Ausnahme und verbessert das ohnehin schon ziemlich starke NHL 16 in nur wenigen Punkten. Viel ist nach der guten Auflage des letzten Jahres aber auch nicht zu machen gewesen (im Gegensatz zum Sprung vom grottigen 15 auf 16). Die Grafik wurde wieder verschönert und ist immer noch beeindruckend. Da spritzt das Eis, reflektieren die Visiere der Helme, hüpfen die Maskottchen der NHL-Clubs vor Freude oder Ärger - kurzum: NHL 17 ist sehr stimmungsvoll und sieht stark aus. Man möchte sich da gar nicht ausmalen, was die Frostbyte-Engine, die in diesem Jahr erstmal bei Fifa 17 eingesetzt wird, dem Spiel noch Gutes tun kann. 

Zum Gameplay: NHL 17 ist zugänglicher als es 16 war, ohne dabei aber zu einem einfachen Arcade-Sporttitel zu werden. Erfahrene Hockeyspieler werden sofort klar kommen und Neulinge nicht überfordert, was auch an der "selbstlernenden" KI liegt, die sich am Spielstil des Users ausrichtet. Das Spiel ist einen Hauch langsamer geworden, was dem Gameplay gut tut, auch, wenn es ein Stück Realismus entfernt. 

Zum ersten Mal kann man in NHL 17 auch die Eishockey-WM spielen - alle Teams sind dafür natürlich lizensiert. Es wurde Zeit, dass dieser Modus Einzug hält. Auch aktuelle Regeländerungen sind enthalten: So wird die Overtime wie neuerdings in der NHL mit 3 gegen 3 gespielt. 

Ob Fantasy Draft mit einem Team voller Stars in Draft Champions, den Franchise-Modus , HUT oder den Be a Pro-Modus - die Spieloptionen sind so üppig wie nie. Dabei kann man in diesem Jahr wirklich alles editieren, sich sogar eine Arena nach seinem Gusto gestalten. Es gibt einfach nichts zu meckern - außer vielleicht, dass die Ingame-Musik nicht zum Hockey-Sport passt. Pop und HipHop dürfen gerne beim Basketball bleiben - beim harten Sport muss harte Musik her. 

 

Fazit: Nahezu perfekte Eishockey-Simulation

 

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Review: Madden 17 (PS4)

919SbgYdjML. SL1500 Was EA Sports in den vergangenen Jahren mit der Madden-Reihe veranstaltet, ist ein Paradebeispiel dafür, wie jährliche "Updates" einer Spieleserie auch aussehen können. Während sich man sich im Hause EA bei Fifa oder NHL nur sehr behutsam an Veränderungen und Verbesserungen herantraut, schraubt man seit 2014 beim Football immer weiter und weiter. Nachdem 2013 mit Madden 25 das Next Gen-Debüt so richtig versaut wurde, steigerte sich das Franchise 2014 wieder.

Madden 16 habe ich letztes Jahr schon als das "beste Football-Game aller Zeiten" tituliert und was soll ich sagen: EA Sports hat mit Madden 17 das Ganze noch deutlich getoppt.

Nie spielte sich Madden realistischer. Es kommt längst nicht mehr jeder Pass an, es gibt viele Interceptions, die Grafik... oh die Grafik ist die Kirsche auf der Torte. Unglaublich realistisch sieht das Ganze mittlerweile aus. Besonders schön: War das Punkten per Lauf in Madden 16 noch sehr schwer, ist dies mittlerweile etwas vereinfacht worden. Die taktischen Optionen sind vielfältig wie immer, für Football-Anfänger artet das Ganze dann allerdings schnell in Konfusion aus. Dennoch gibt es viele Tutorials. die den Einstieg recht schnell verschaffen.

Einige "Neuheiten" gibt es auch: So sind die special Teams zurück. Die Fähigkeit, den Kicker auf Eis zu legen, bringt neue Herausforderungen für Field Goals mit sich,  waghalsige Aktionen, wie Trick Play und Blocked Kicks sind nur einen Klick entfernt. Spielmodi wie Ultimate Team und Draft Champions runden das beste Football-Spiel aller Zeiten ab. So jetzt habe ich es doch noch einmal gesagt!

 

Fazit: Grandios, grandioser - Madden 17

 

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811ZVCEhC7L. SL1500

Review: No man's sky (PS4)

81-K71ShuEL. SL1500 Mit enormen Hype versehen ist in diesen Tagen endlich "No man's sky" gestartet. Was hatten wir fantastische Trailer vom Gameplay gesehen: Völlige Freiheit in einer unendlichen Galaxie, die sich stets selber generiert. Man plant seine Reise durch ein Universum von riesigen Ausmaßen. 18.446.744.073.709.551.616 (!!) mögliche prozedural (das heißt zufällig und vom Entwickler weitestgehend unabhängig) erschaffenen Planeten. Soweit die Fakten. In der Tat ist die Faszination, einen Planeten zu entdecken, den noch kein anderer Spieler entdeckt hat (durch die schiere Masse ist es auch sehr unwahrscheinlich zeitnah auf einem Planeten zu gelangen, den ein anderer Gamer schon besucht hat), enorm und das Spiel erinnert an ein aufgebohrtes Elite aus der Anfangszeit der Computerspiele - nur mit viel mehr Möglichkeiten. Man kann jeden entdeckten Planeten, jede Pflanze, jedes Lebewesen selbst benennen, wenn man es eigenhändig entdeckt hat. NMS ist ein Zeitfresser und man kann schwer damit aufhören, immer neue Planeten zu besuchen, neue generierte Lebewesen zu beobachten, füttern (sie bringen einen dann aus Dankbarkeit gerne zu seltenen Rohstoffen) oder umzulegen. Kurzum: NMS ist ein faszinierendes Spiel, das die Einsamkeit im Weltall eindrucksvoll projiziert, der Soundtrack ist sensationell und wer nicht ballern, sondern forschen und entdecken will, ist hier richtig. Dazu gilt es ständig, seinen Raumanzug aufzurüsten, sein Schiff zu tunen oder ein neues zu kaufen (oder ein Schiffswrack von einem Planeten herzurichten), den intergalaktischen Handel zu betreiben und und und....

 

Aber....

 

Das Spiel ist unglaublich verbuggt. Abstürze kommen nicht selten vor, die Grafik ist nett und zweckmäßig, aber nicht mit den Trailern zu vergleichen. Das Spielprinzip setzt auf ewige Wiederholungen. Man landet auf dem Planeten seiner Wahl (wenn man nicht zufällig von Piraten abgeschossen wird im All) und fängt an, diesen zu erforschen, Basen der Außerirdischen zu finden, Worte der fremden Sprachen zu erlernen, Rohstoffe abzutragen. Das ist sehr eintönig, man wird aber oft durch ungewöhnliche Planeten belohnt. Dennoch: Auf allen bisher angeflogenen Planeten sind beispielsweise die Gebäude gleich. Es scheint nur einen Architekten im ganzen Universum zu geben. 

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Das ist einfach schwach und dämlich. Genauso die Raumstationen: Alle sehen gleich aus, bis auf wenige Innenräume gibt es auch hier keine Unterschiede. 

Eine Story gibt es in der Tat auch: Die ist sehr esoterisch gehalten und man muss dem Pfad des Atlas in die Mitte der Galaxie folgen. Klingt komisch, ist auch so. Ohne Story würde das Spiel genauso, vielleicht besser, funktionieren, doch es entspricht ja leider dem Zeitgeist, dass eine belohnende Hauptgeschichte mitgeliefert werden muss. Für mich wäre es Belohnung genug, wenn sich die Planeten deutlich stärker unterscheiden würden. Ob ich jemals einen Planeten finde, auf dem es eine Zivilisation gibt? Ich bezweifle es stark, es wäre aber wünschenswert.

In Zukunft sollen viele Dinge per Patch nachgeliefert werden, insofern ist NMS noch zu retten. Derzeit ist ein süchtigmachendes Game mit viel zu vielen Schwächen - klingt divergent, trifft aber zu. Man möchte es doch einfach nur lieben können...

 

Fazit: Unausgereiftes Spiel mit enormen Potential. Es könnte am Ende an den (zu?) hohen Erwartungen scheitern

 

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Review: Uncharted 4

91QLC0IylAL. SL1500 Machen wir uns nichts vor, die Uncharted-Reihe hat viele ihrer konzeptionellen Elemente aus Klassikern wie Indiana Jones und Lara Croft geliehen. In den vergangene Jahren überzeugte die Reihe fast immer, auch, wenn die Storys manchmal etwas seicht gerieten. Doch machen wir uns auch nichts vor: Die Umsetzung konnte immer begeistern. Mit Uncharted 4: A Thief's End steht nun der letzte Teil der Saga exklusiv für die PS4 in den Regalen. Der ehemalige Schatzjäger Nathan Drake kehrt in die Welt der Diebe zurück.

Aus Gründen, die persönlicher sind als je zuvor, reist Drake um den Globus, um eine historische Verschwörung rund um einen sagenumwobenen Piratenschatz aufzudecken.Doch jeder Schatz hat seinen Preis: Dieses Abenteuer bringt Drake an seine körperlichen Grenzen, stellt seine Entschlossenheit auf die Probe und ihn selbst letztendlich vor die Entscheidung, wie viel er opfern würde, um diejenigen zu retten, die er liebt.

So weit, so der Klappentext. Was dann auf der Glotze abgezogen wird, ist allerallererste Sahne. Wer die Verfolgungsjagd durch Madagaskar erlebt hat, wird nichts anderes sagen können. Doch mehr wird hier nicht gespoilert.

Hollywood wäre stolz auf einen solchen Film. Hier stimmt einfach alles: Die Grafik ist ziemlich nahe an der Referenz für die PS4, der Sound ist opulent und nervt niemals. Die Steuerung fast immer sehr präzise, die Charaktere liebevoll gezeichnet. Das Spielerlebnis ist sehr linear, abseits der Wege a la Fallout ist hier nix. Das stört jedoch zu keiner Zeit, denn die rund 15 Stunden, die man für Uncharted 4 benötigt, sind mit die besten 15 Stunden, die man bisher an der PS4 verbringen durfte. Die Rätsel bewegen sich von kinderleicht bis ganz schön knackig, verzweifeln muss man jedoch nie, da nach einer Weile immer ein gut gemeinter Tipp für Hilfe sorgt. Zwischen der ganzen Rätselei wird immer mal wieder geballert, gilt es verschiedene Waffen auszuprobieren und Punkte zu sammeln, um in einem zweiten Spieldurchgang oder online Nathan in ein anderes Kostüm zu stecken. Ein Haar in der Suppe? Nur eins: Dass es der letzte Teil der Saga ist.

 

Fazit: Bombastischer Blockbustertitel

 

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Review: Deponia Doomsday

Packshot Deponia DoomsdayNix kann Rufus richtig machen... noch nichtmals sterben! Und dann den ollen Trick aus der Mottenkiste holen „Hups, ich hab alles nur geträumt“, ging ja schon damals beim hübschen Bobby Ewing in Dallas so toll. Und wir haben den Salat und können wieder mit dem verschusselten Deponier gucken, wie wir die Welt retten...

Aber eigentlich sind wir ja doch froh, dass wir nach der vermeintlich abgeschlossenen Trilogie noch einen Nachfolger aufgedrückt bekommen. „Deponia Doomsday“ ist nunmehr das vierte „Müllplanet“ Adventure aus dem Hause Daedalic. Angestachelt von moppernden Fans, die wohl nicht ganz so zufriedem mit dem Ende der Trilogie waren, haben die Macher kurzerhand einen unerwarteten Nachfolger entwickelt, der die bösen Fehler ausmerzen soll. Mal sehen, ob das auch geschafft wurde.
Spieltechnisch geht’s natürlich nahtlos weiter wie bisher. Wer die Vorgänger aber nicht gespielt hat, kann anhand des Tutorials erstmal erproben, wie man sich durch die Müllberge bewegt. Wir sind alte Hasen und können sofort starten. Rufus erwacht aus einem bösen Traum, in dem er zuletzt als alter Mann die Sprengung seines Heimatplanetens selber auslösen wollte. Man weiß aber nicht, was ihn mehr trifft, die Tatsache, einen ganzen Planeten zu sprengen oder mit betagten Jahren einen Schnurrbart zu tragen. Wir wissen auch nicht was schlimmer ist... egal, nicht viele Gedanken machen und in der Gegenwart für Chaos sorgen.
Der Plan unseres egozentrischen Heldens ist wie gehabt: Eine Möglichkeit zu finden, um nach Elysium zu starten, der Planet, der quasi über allem schwebt und eine bessere Zukunft zu bringen scheint. (das ist auch leicht getan wenn die Zukunft des eigenen Planetens mit einem großen Knall enden wird...)

Rufus läuft also durch die düstere Gegend und versucht sein „Raumschiff“ startklar zu bekommen um mit seiner cholerischen Freundin Toni endlich abheben zu können. Bis es so weit ist, läuft natürlich allerhand schief. Was baut Toni auch ihre guten Kristallgläser mitten auf der Straße als Pyramide auf? Klar, dass Rufus da nicht einfach vorbeigehen kann. Gut, dass sein neuer Bekannter Mc Chronicle eine Zeitmaschine erfunden hat. Mit dieser kann Rufus nun versuchen, seine Taten ungeschehen zu machen und vieles besser zu machen. 
„Deponia Doomsday“ ist das bisher längste Spiel der Müllplanetsaga und kommt mit gut 20 Spielstunden daher. Diese werden auch nicht zu lang und man wird mit dem gewohnt bizarren Humor und gut zu lösenden Rätseln (wenn man ein wenig um die "Ecke" denken kann) belohnt. Für Deponianeulinge ist das Spiel auch etwas, den endgültigen Spielspaß erfährt man aber wohl besser, wenn man auch die Vorgänger gespielt hat. Schön, Rufus und die alten Bekannten wieder getroffen zu haben!

 

Fazit: Sehr gelungene Traumverarbeitung

 

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Review: Just Cause 3 (Xbox One)

Just Cause 3 cover artJust Cause 3 ist so eine Art Tropico meets GTA. Nach er sich jahrelang im Einsatz diverser Geheimdienste (Just Cause 2 von 2010) rumgetrieben hat, kehrt Rico Rodriguez auf seine Heimatzinsel zurück. Doch auf Medici herrscht der skrupellose Diktator Sebastiano Di Ravello. Rico - Nationalheld, der er ist - greift ein und hilft den Rebellen Di Ravello zu stürzen. Die Handlungsfreiheit in Just Caus 3 ähnelt stark der von GTA: Ob Rico Autos, Hubschrauber oder Boote klaut, Außenposten des Regimes vernichtet oder die Statuen des Diktator zu Fall bringt - wie Ihr vorgeht, ist eigentlich Eure Sache.

Natürlich gibt es zahlreiche Missionen, die dabei helfen, die Geschichte voranzutreiben. Die Nase vorn gegenüber GTA hat Just Cause 3 in Sachen Zerstörungswut. Nahezu alles kann dem Garaus gemacht werden und das macht Riesenspaß. Weniger Spaß macht die nicht immer direkt Steuerung (vor allem bei Fahrzeugen). Da saust man schon einmal aus Versehen mit seinem Vehikel den Hang herunter oder durch wunderbar aussehende Kornblumenfelder.

Weit über 100 Städte gilt es zurückzuerobern und der Einsatz für das Volks endet stets damit, dass man die Fahne der Rebellen hisst und ein Feuerwerk ausbricht.

Der Che in uns erwacht. Die Missionen sind nicht immer spannend: So nervt beispielsweise die Hatz über die Dächer, um in einer bestimmten Zeit alle Überwachungskameras auszuschalten. Die fehlende manuelle Speicherfunktion ist eine Katastrophe. Es gleicht oft einem Ratespiel, wann denn das Game einen Speicherstand angelegt hat. Angeblich soll dies immer Geschehen, wenn man aus dem Spiel ins Hauptmenü wechselt, doch zuverlässig funktioniert das nicht.Aufgelockert wird die Hollywoodreife Ballerei immer mal wieder durch Spezialeinsätze, etwa der Entführung eines Gasts der Regierung oder die Befreiung einer Geisel. Unterm Strich bleibt eine gandenlose Actionorgie mit kleiner Story und einer wunderschönen Inselwelt. 

 

Fazit: Riesenspaß für Zwischendurch, aber (erneut) kein GTA-Killer

 

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Lenhardts Spielejahr 1984

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Heinrich Lenhardt ist Spielefans vor allem durch seine jahrelange Arbeit als Spieletester bei verschiedenen Game-Magazinen ein Begriff. Heute arbeitet er von Vancouver aus als freier Journalist und Korrespondent für diverse Print- und Online-Medien. Seine persönliche Webseite findet man unter www.lenhardt.net.

In seinem nur als EBook erhältlichem Werk "Mein Spielejahr 1984" betrachtet der Fachmann 50 der besten Games des Jahres 1984. Warum 1984? Das hat nichts mit Orwell zu tun, doch ist 1984 ein Schlüsseljahr für die Compterspieleindustrie und nicht wenige der in diesen zwölf Monaten erschienenen Veröffentlichungen gelten bis heute als absolut legendär. Lenhardt weiß um diese Tatsache und lässt das Jahr mit Spielen wie "Summer Games", "Elite", "Impossible Mission" oder "Kings Quest" Revue passieren. Jeder der 50 Zockerleckerbissen hat ein eigenes Kapitel, wird kurz beschrieben und mit einigen historischen Fakten bedacht. Der Duktus des Buches ist dabei ein sehr persönlicher, nicht selten erfährt man eine Menge über den Autor. Dies macht das EBook sehr charmant und für Computer- (oder Konsolen-) Freaks hochinteressant. Im Idealfall hat man einige der Games selber gespielt, dann öffnet sich die Gamer-Schatzkiste vollends und aus ihr verströmt der leicht muffige, aber wunderbar nostalgische Duft der 80er Jahre. 

 

Fazit: Wunderbare Zeitreise in eine goldene Ära der Spieleindustrie

 

 

 

 

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