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Donnerstag November 23, 2017
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8 items tagged "Album"

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Review: The Madness / Art of Anarchy

art of anarchy the madness 01 6d25cd726eEs gibt so CDs, die regen einen dermaßen auf... "The Madness" von Art of Anarchy is so eine Scheibe. Die Band, die ihr (gutes) Debüt noch mit dem mittlerweile verstorbenen Scott Weiland in die Läden beamte, hat sich mit einem neuen, ebenfalls hochkarätigen und sehr guten Sänger an den Nachfolger gemacht. Creed-Röhre Scott Stapp (Foto unten) ergänzt nun das Team um die Votta-Brüder Jon und Vince sowie John Moyer und Ausnahmegitarrist Ron "Bumblefoot" Thal  (von 2006 bis 2014 bei Axls Version von Gun 'n' Roses am Start). Das Personal klingt nach einer runden Sache, das Ergebnis ist erschütternd belanglos.

Das musikalische Handwerk auf "The Madness" ist absolut top, erste Sahne auch Scotts Gesang und der Sound... ist ebenfalls ziemlich gut. Eine fette Produktion, der genau eine Sache fehlt: Songs! "The Madness" ist vielleicht die überflüssigste Materialverschwendung des Jahres 2017. Nichts, aber auch rein gar nichts bringt einen in die Versuchung diese CD mehrfach anzuhören. Langweiliger Amirock, der bei der Veröffentlichungsflut, die jede Woche über den geneigten Rockfan einbricht, keine Chance auf einen Recall hat. Erwartungsgemäß bedient der Wechsel am Mikro auch die Creed-Fans, die aber in Sachen Songwriting bereits spannendere Zeiten erlebt haben.

Nicht ganz unproblematisch: Während Weilands Vocals immer den Hauch des Wahnsinns verströmten, singt Stapp lieblicher (sehr gut natürlich, keine Frage) und somit verhalten sich die beiden wie Joker zu Batman. Batsy ist ein grundsolider netter Typ, wirklich aufregend ist aber sein Kontrahent. 

Innovativ ist hier wenig: Songs wie "1000 Degrees", die sehr an Creed erinnerende Ballade "No surrender" oder "A light of me" plätschern durch die Lautsprecher, sind perfekte Modern-Metal-Fahrstuhlmusik. Nur einmal schaffen es "Art of Anarchy" den Hörer aus der Stasis zu befreien. "Dancing with the devil" ist ein tolles Brett mit einer Hookline, die man sich gerne noch einmal anhört. Das war's dann aber schon. Mehr Durchschnitt habe ich lange nicht mehr gehört.

 

Fazit: Verschwendete Lebenszeit - Top-Musiker kochen belanglosen Einheitsbrei

 

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Die "The Madness"-Tracklist:

01. Echo Of A Scream
02. 1,000 Degrees
03. No Surrender
04. The Madness
05. Won't Let You Down
06. Changed Man
07. A Light In Me
08. Somber
09. Dancing With The Devil
10. Afterburn

 

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Review: Perzonal War - Inside The New Time Chaoz

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Bereits seit 20 Jahren ist die Trash-Metal-Band Perzonal War aus Troisdorf im deutschen Metal Untergrund am Werkeln. Aus diesem feierlichen Anlass hat die Band, um die Gründungsmitglieder Matthias Zimmer (Gitarre und Gesang) und Martin Buchwalter (Schlagzeug), mit „Inside The New Time Chaoz“ ein 20th-Anniversay Album vorgelegt. Die Scheibe, die insgesamt 11 Songs zählt, ist eine Mischung aus den ersten beiden Alben der Band. Fünf Lieder entstammen der ersten Platte „The Inside“. Die zweite Hälfte präsentiert sechs Tracks ihrer zweiten CD „Newtimechaoz“, das im Jahr 2000 erschien. Beide Alben sind schon lange ausverkauft, so entschloss sich das Quartett die beiden Scheiben im aktuellen Line-Up erneut aufleben zu lassen. Die alten Songs wurden neu aufgenommen, anders arrangiert und teils geändert. Das Wesen der Original-Stücke bleibt dabei erhalten. Fans der ersten Stunde wird es freuen, dass die ehemaligen Bandmitglieder Frank Buchwalter, Sascha Kerschens und Sven Krautkrämer ebenfalls mit von der Partie sind. Wie schon beim Original, weiß man beim ersten Song, woran man ist. „The Inside“ offenbart Trash-Metal vom Feinsten, gepaart mit melodischem Gesang. Weiter geht es mit D.O.P. Ähnlichkeiten zu Metallica können hier nicht geleugnet werden. Die Gitarrensoli des dritten Tracks, „Good & Evil“, bleiben besonders in Erinnerung, bevor es mit „Hornet“ weiter geht. Das Musikstück ballert anfangs ganz ordentlich, besticht aber auch mit langsameren Zügen. „Putrefaction Of Mind“ ist ein genialer Midtempo der ebenfalls mit schnelleren und ruhigen Passgen, vor allem aber mit einem tollen Refrain glänzt. Beim ersten Song des jüngeren Albums „Newtimebitch“ erinnert der Gesang abermals an Metallicas James Hetfield. Die wiederholenden Parallelen zu Metallica sind keineswegs schlecht, nerven aber an manchen Stellen etwas arg. Das Songwriting ist klassisch, doch nicht langweilig. Mit „Area Black“ folgt eine recht düstere Nummer, die jedoch die Vielfalt der Band hörbar macht. Spätestens bei „Mother Darkness“ ist die Stimmung aber wieder oben auf. 

 

 

Fazit: Gelungenes Revival der alten Songs

 

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Review: Colour of Noise- Colour of Noise

23474390416 afec2abb2b nDie halbe Stunde im Vorprogramm von Thunder im Herbst waren für Colour of Noise ein wichtiger Schritt in den Fokus der Rockfans. Die Classicrock-Band aus Brigthon fegte beeindruckend über die Bühne und machte so ihren knackigen Bluesrock mehr als schmackhaft. Das Debütalbum "Colour of Noise" wurde per Crowdfunding finanziert und ist mittlerweile erhältlich. Man hätte vielleicht noch etwas mehr Geld sammeln sollen, um sich ein vernünftiges Cover designen zu lassen. Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so ein gruseliges Artwork gesehen.

Dabei sind die Mitglieder  beileibe keine Unbekannten. Matt Mitchell singt bei Furyon und Bruce John Dickinson beispielsweise hat mit den legendären Little Angels schon eine hübsche Karriere hingelegt. Auf zehn Tracks beweisen die Briten, dass sie den 60er und 70er Bluesrock mit der Muttermilch aufgesogen haben. Immer wieder blitzen auch Led Zeppelin auf (etwa beim Motiv von "Can you hear me"), was ja nie eine schlechte Referenz sein kann.

Zwischen traditionellen Bluesklängen (zum Beispiel beim im Riffing an ZZ Top erinnernden "Medicine Man") wird es nur selten deutlich härter als es etwas bei Thunder zugeht, insofern war dieses Tourpackage die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ohrwürmer können hier und da ebenfalls der Band entfleuchen: "Drive it like you stole it" (tolles Gitarrensolo!) oder "You only call me" (mit leichter Aerosmith-Schlagseite) sind starke Songs, während nicht alle Werke des Albums derart zünden (eher lahm: "Can't take it with you").

Die Scheibe endet mit "Great day for Rock & Roll" und der Tag, an dem "Colour of Noise" entschieden gemeinsame Sache zu machen, könnte sich in der Tat als toller Tag für unsere Lieblingsmusik erweisen. 

 

Fazit: Gutes Debüt mit Luft nach oben

 

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Review: Bonfire - Glörious

11001875 621940481279822 4850248832906021369 nEin wenig hat es sich bei Bonfire seit Jahren angedeutet, dass die Gräben zwischen Claus Lessmann und Mastermind Hans Ziller immer größer wurden. Als Ziller aber im Herbst ankündigte, dass Lessmann nicht mehr der Sänger der Band ist, war es dennoch überraschend. Bonfire ohne Lessmann? Geht das? Das aktuelle Album soll dies beweisen.

Die Deutschtümelei Lessmanns konnte einem seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge sein, die Vertonung der deutschen Nationalhymne von Bonfire war da nicht einmal das i-Tüpfelchen, durch zumindest unglückliche Aussagen in Bezug auf das Judentum (Quelle) rückte er sich selbst an den rechten Rand. Insofern kann es auch ein Befreiungsschlag sein, wenn Ziller jetzt mit dem Ex-Accept-Schreihals David Reece das Werk "Glörious" (ja das hat wirklich diesen bescheuerten Pseudo-Evil-Ö-Pünktchen-Namen) aus der Taufe hebt.

Funktioniert Bonfire mit Reece? Die Band klingt immer noch nach Bonfire, auch, wenn man den Eindruck hat, dass die Ecken und Kanten geschärft werden konnten, der Schmalz (den es immer gab) hingegen ein wenig entschärft wurde. Reece singt wirklich formidabel und passt hervorragend zu Volldampfsongs wie "Nothin' at all", "Free Wind Desperado" (einer der besten Songs des Albums) oder "Supernatural Disguise". Die Ohrwurmrefrains in bester 80er Tradition gibt es natürlich auch wieder. "Shooting Star" ist so einer, "American Nights" ebenfalls.  Apropos 80er: Wieso man diese Keyboardsounds immer noch benutzen muss ("Glörious"), wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Der Titelsong ist ohnehin etwas zu seicht geraten. Ausfälle gibt es auch: "With a little help from my friends"? Muss das sein? Joe Cocker rotiert im Grab, ist die Version doch schlichtweg grauenhaft. "Fallin outta love" braucht auch kein Schwein. Dieser Song ist der leider immer noch nicht ausgestorbenen Gattung "Powerballad". Unterm Strich steht ein gutes Debüt für einen guten Sänger mit einigen Abzügen in der B-Note.

 

Fazit: Prima Lebenszeichen mit tollem Sänger - leider nicht makellos

 

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Bonfire auf Tour:

 

06.05. GER – Burglengenfeld / VAZ –Pfarrhaus
07.05 GER – Speyer / Halle 101
08.05. GER – Nürnberg / Cult
09.05. GER – Reutlingen / Eishalle
15.05. GER – Ingolstadt / Eventhalle
16.05. GER – Memmingen / Kaminwerk
04.07. Greece – Chania Rock Festival
18.07. CZ – Tarock Festival
31.07. GER – Günzburg Open Air
23.10. GER – Flensburg / ROXY
24.10. GER – Lübeck / Hafenschuppen 6
13.11. GER – Siegburg / KUBANA Club
14.11. GER – Geiselwind / Strohofer-Eventhall
21.11. GER – Löffingen-Unadingen / Bürgerhalle
12.12. GER – Bochum / Matrix

"Gitarrensoli gestrichen" - Interview mit Francis Rossi

Er hat immer viel zu sagen: Im Interview mit Francis Rossi (65), Gründer, Gitarrist und Sänger der legendären britischen Boogie-Band Status Quo zum ersten Akustik-Album in der 52-jährigen Bandhistorie erhaltet Ihr interessante Einblicke. Aber lest selber...

 

Wann kam es euch zum ersten Mal in den Sinn, ein Akustik-Album aufzunehmen und vom wem stammt diese Idee?
Francis Rossi: Das war unser Manager Simon Porter. Als wir vor drei Jahren in Australien einen Werbespot für eine Supermarktkette drehten. Damals kamen dort bei unseren Song „Down Down“ erstmals Akustikgitarren und ein Kontrabass zum Einsatz. Rick gefiel die Idee, ich sagte „nein“ und am Ende machten wir es doch.Jetzt bin ich froh, denn dieses Projekt hat sehr viel Spaß gemacht.


Ihr habt in Eurer Karriere rund 400 Songs aufgenommen. Wie schwer fiel da der Auswahlprozess und welche Kriterien mussten die 22 Songs erfüllen, um schlussendlich auf dem Album zu landen?
F.R.: Wir haben unseren Produzenten, Mike Paxman, beauftragt, eine Liste mit möglichen Songs aufzustellen. Er schlug uns 60 Titel oder mehr vor. Wir haben uns dann jeden Tag ein paar Songs vorgenommen, und wenn wir keinen richtigen Vibe verspürten, die Finger davon gelassen und uns dem nächsten Song gewidmet.


Das Album enthält 22 Songs, dazu kommen drei weitere Bonus-Tracks. Kam diese Menge zustande, weil ihr Euch so schwer entscheiden konntet und es am Ende zu viel gutes Material gab?
F.R.: Das liegt daran, dass die Songs alle kürzer sind als gewohnt, weil die Gitarrensoli zumeist wegfallen. Außerdem wollten wir am Ende genug Songs haben, um unter Umständen einen 80-minütigen Akustik Live-Gig spielen zu können.

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Wie schwierig war es, Eure „elektrischen“ Rocksongs in akustische Rocksongs umzuwandeln - oder habt Ihr ihnen vielleicht sogar einen ganz anderen, neuen Anstrich verpasst?
F.R.: Das war ziemlich einfach, denn fast alle Songs wurden von uns auf Akustik-Gitarre oder Piano komponiert. Die Kunst lag darin, das richtige Arrangement und den richtigen Vibe zu finden. Und das hat wirklich sehr gut funktioniert.


Wie würdest Du den Sound und die Atmosphäre jemandem beschreiben, der AQUOSTIC bislang noch nicht gehört hat?
F.R.: Bei diesem Album kommen die Elemente durch, die durch die rockigen Riffs der E-Gitarren häufig überdeckt werden: die Melodien und die Texte.


Warum habt Ihr euch entschlossen, hauptsächlich Material aus den 70er und frühen 80er Jahrenzu verwenden?
F.R.: Zum einen liegt es daran, dass viele Favoriten aus den 70er stammen, zum anderen wollten wir chronologisch vorgehen. Denn ehrlich gesagt hoffe ich, dass das Album so erfolgreich wird, dass wir die Chance haben, AQUOSTIC Part II aufzunehmen. Das wünsche ich mir wirklich sehr - und dann widmen wir uns den neueren Stücken...


Was kannst Du Leuten erwidern, die sagen, dass ist ja nur ein weiteres Greatest Hits-Album?
F.R.: Was soll ich sagen? Es ist ein weiteres Greatest Hits-Album. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Songs erstmals in Akustikversionen zu hören sind, was möglicherweise auch etlichen Leuten gefällt, die bislang nichts mit der Musik von Status Quo anfangen konnten.


Was ist Dein Lieblingssong auf dem Album und warum?
F.R.: Ehrlich gesagt: mir gefallen sie alle, sonst wären sie nicht auf dem Album gelandet.


Hat es einer Deiner Favoriten nicht aufs Album geschafft, weil sich beim Auswahl-Prozess heraus stellte, dass er nur funktioniert, wenn ihr ihn mit euren Fender Telecasters spielt?
F.R.: „Roll Over Lay Down“ ist so ein Song. Er wurde auf der E-Gitarre komponiert und die Gitarren sind sehr verzerrt und hart. Je länger ich jedoch darüber nachdenke, glaube ich, dass es vielleicht doch einen Weg gibt, ihn in eine wunderbare akustische Version umzuwandeln. Wir werden sehen... 

 

Ihr habt das Album mit der aktuellen Bandbesetzung eingespielt, aber auch zusätzliche Musiker und ungewohnte Instrumente zum Einsatz gebracht. Warum?

F.R.: Wir haben zuerst gedacht, wir könnten die Streicher mit Synthesizern darstellen, aber die echten Geigen klingen einfach viel besser. Wir wollten keine kompletten Drums, deshalb benutzen wir Percussions. Und das Akkordeon passt wirklich super zu unseren Akustik Songs.


Status Quo touren im November/Dezember durch Deutschland. Wird dies eine Akustik-Tour oder integriert ihr einen Akustik-Block in eure Rockshow?
F.R.: Wir freuen uns sehr auf Deutschland. Wir werden dort im November mit unserer konventionellen Rock-Show auftreten. Zum einen war dies schon lange so angekündigt, zum anderen ist es ein großer Aufwand, das Akustik-Projekt auf die Live-Bühne zu bringen. Das wird also frühestens 2015 der Fall sein können...


Ihr habt den berühmten Rock-Kollegen und Fotografen Bryan Adams beauftragt, das Albumcover zu schießen. Wie kam´s und wie lief die Zusammenarbeit?
F.R.: Da steckte zunächst natürlich auch eine Werbestrategie dahinter, aber Bryan ist auch ein wirklich guter Fotograf, der seine Sache versteht. Zumal er ja selber auch genau weiß, wie es sich anfühlt, für ein Albumcover fotografiert zu werden und worauf es dabei ankommt.

Review: Kamikaze Kings - Master or Slave

master or slaveSelbsternannte Ponrocker sind sie, die Kamikaze Kings aus Berlin. Eine Band, die in ebenso knappen wie fantasievollen wie an der Peinlichkeitsgrenze schlawienernden Outfits auf der Bühne ziemlich die Sau raus lässt (Fotos HIER). Die mit ihrem Debüt-Album vor zwei Jahren einen durchaus erfolgsversprechenden Start in der Metalszene hingelegt hat, und nun mit "Master or Slave" Rillenrundling Nummer zwei in die Ohrmuscheln transplantiert. Gleich vorweg: Die Scheibe ist überaus gelungen.

Auf dem Album finden sich so einige echte Gassenhauer, wobei der Gesangsstil von Fronthirsch Elmo weiterhin gewöhnungsbedürftig bleibt. Lemmy schimmert da stets durch, aber Lemmy ist Lemmy. Elmo kann aber auch clean singen, wie er auf der CD mehrfach beweist und das gar nicht schlecht.

Mehr Porn ist natürlich das schmutzige Timbre, auf das man sich aber recht schnell eingestellt hat. Es geht schmissig los mit "I rule the night" und schon beim ersten Song wird die Marschrichtung ausgegeben: Klassischer Metal mit allen Einflüssen, die ein Headbanger so gern erblickt. Gekonnt durchleben die Kamikaze Kings auf dem Album viele Epochen des Heavy Metals und verweben Versatzstücke von Bands wie Judas Priest, Metallica und gern auch AC/DC zu einem gelungenen Potpourri mit eisernem Nachgeschmack. 

Ich bin kein Freund davon, eine Band zu verteufeln, nur weil man ihre Einflüsse oder Songideen deutlich heraushört, vielmehr macht es bei den Kamikaze Kings enormen Spaß, die Versatzstücke eines Songs bestimmter Idole zuzuordnen, denn am Ende bleibt die Band eigenständig genug, um doch noch neue, kleine Fußnoten dem großen Buch des Heavy Metals hinzuzufügen.

Nein, nicht alle Nummer zünden ("Backdoor Philosophy" etwa), doch Tracks wie "Midnight Killer", das grandiose "Hungry like a wolf" oder der Knaller "Devil's Rodeo" (um nicht einmal alle Treffer zu nennen) sind richtig richtig stark und so stecken die Kamikaze Kings bereits etwas mehr als nur einen Fuß in die Tür der deutschen Metalelite.  

Vor allem in Sachen ohrwurmfreundlichen Hymnenrefrains hat die Gruppe enorm zugelegt, ohne aber die notwendige Härte vermissen zu lassen. Die Scheibe ist so gut, dass die Band ruhig demnächst ohne bekloppte Kostüme auf die Bühne gehen dürfte, wenn es nach mir geht. Die lenken nämlich nur von der Musik ab und das haben die Kamikaze Kings nicht (mehr) nötig.

 

Fazit: Bockstarker Zweitling mit hoher Hymnendichte

 

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Review: Uriah Heep - The Outsider

cover 163271642014 rManche Bands sind einfach nicht kaputtzukriegen. Uriah Heep legen mit „The Outsider“ ihr 24. Studioalbum vor. Auch wenn die ganz großen Klassiker schon einige Zeit zurückliegen, ist die Band immer noch sehr aktiv und eben nicht nur als Revivaltruppe unterwegs. „The Outsider“ ist bereits der vierte Longplayer innerhalb der letzten sechs Jahre und der erste nach dem Tod des langjährigen Bassisten Trevor Bolder. Wohin der Hase läuft ist sofort klar. Ein sägender Hammondakkord leitet „Speed Of Sound“, den Eröffnungssong ein. Dieser gehört für mich zweifelsohne zu den besten Songs, die Heep je aufgenommen haben - eingängig, treibend und voller Spielfreude.

Der zweite Track tarnt sich als Ballade, doch nach dem circa einminütigen Piano/Gesang-Intro, wird aus „One Minute“ ein echter Rockstampfer. Den nehmen sie hoffentlich in ihr Liveprogramm auf. Bernie Shaw ist immer noch eine Bank. Der Mann hat einfache eine unglaubliche Stimme und bei Mick Box, dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied scheint das Motto zu lauten: Mit 66 Jahren fängt das Leben an. Sein Spiel ist unheimlich dynamisch und wirkt frisch. Hört man sein Solo bei „The Law“ würde man nicht vermuten, dass der Mann das Rentenalter schon locker erreicht hat. Aprospros „The Law“, hier kommen auch die ganz typischen Heep-Trademarks an das Tageslicht. Schöne und in epischer Breite werden hier die Aaaaaaahhhhsss zelebriert.
Bei „The Outsider“ wird die Geschwindigkeit richtig angezogen und die Doublebass läuft auf Hochtouren. Eine echte Hardrockperle ist auch „Looking At You“, ein Song, der es locker mit allen Hits aus den 70ern aufnehmen kann, Classicrock-Radiostationen aufgemerkt! Überhaupt gibt es bei den 11 Songs und einer Spielzeit von 51 Minuten nicht einen einzigen Ausfall. Das tolle Covermotiv stammt übrigens von dem polnischen Surrealisten Igor Morski, der oft und gerne als der neue Dali gehandelt wird.

Ein durchweg gelungenes und rundes Album, einer der besten Outputs von Uriah Heep überhaupt. Wer zeitlosen harten Rock liebt, darf hier mit gutem Gewissen zugreifen

 

Fazit: Rundum gelungen

 

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Crippled Black Phoenix: Neues Album im März

Nach dem 2012 erschienenem Studioalbum „(Mankind) The Crafty Ape“, der EP „No Sadness Of Farewell“ (2012) und der Live-CD „Live Poznan“ (2013) markiert „White Light Generator“ pünktlich zum zehnten Geburtstag den Beginn eines neuen Kapitels in der faszinierenden Geschichte von CBP.

Neben den üblichen Verdächtigen Justin Greaves (Gitarre, Gesang), Mark Furnevall (Keyboard, Gesang), Christian Heilmann (Bass), Ben Wilsker (Schlagzeug), Karl Demata (Gitarre, Gesang) und Daisy Chapman (Keyboard, Gesang) hat sich das Line Up um den neuen Sänger und Gitarristen Daniel Änghede erweitert.
Auch Belinda Kordic (die bereits auf den letzten beiden Alben zu hören war und mit Justin Greaves in der Band Se Delan spielt) und Chrissie Caulfield (Violine), die die Band regelmäßig auf ihren Tourneen begleitet, sind als Gastsänger und –musiker wieder mit von der Partie.

Auf den neuen Songs spiegelt sich sowohl das vergangene, von Umbrüchen geprägte Jahr wieder, als auch das Markenzeichen der Band: progressive Schwere und Verrücktheit. “White Light Generator” ist in zwei Hälften unterteilt: auf der ersten (Black Light) ist die schwere Seite der Musik zu hören. Die zweite (White Light) enthält die einfacheren, dunkleren und melodischeren Songs.

„Ich wollte ein klanglich einfacheres Album machen“, so Bandgründer Justin Greaves. „Gute Songs, die sich mehr um das Gefühl drehen als um musikalisches Können. Ein Album, das auf dem natürlichen Analogsound aufgebaut ist. Wir haben zwar schon immer auf diese Art und Weise gearbeitet, doch dieses Mal haben wir uns noch weniger in die Produktion eingemischt. Ich denke, das Ergebnis ist sehr gut geworden. Wenn Ihr die älteren, weicheren und weniger sauberen Sounds mögt, wird Euch das gefallen.“

Wie die beiden letzten Alben wurde auch „White Light Generator“ im Chapel Studio im tiefsten Lincolnshire aufgenommen. Als Toningenieur und Produzent waren erneut Ewan Davies sowie Justin Greaves persönlich verantwortlich. „Dieses Album zeigt das tiefste Innere von CBP, ohne all die schrille Glockenpracht… nun ja, etwas weniger davon zumindest.“ schmunzelt Greaves.

Crippled Black Phoenix sind zu Recht Wegweiser des Alternative-Progressive-Genres und „White Light Generator“ ist ein weiterer wichtiger Beitrag der immer bedeutsameren britischen Band.

Einen ersten Einblick in das Album gibt es mit folgender Hörprobe…

Crippled Black Phoenix – A Brighter Tomorrow: https://soundcloud.com/mascotlabelgroup/crippled-black-phoenix-a-1/s-McWNZ


Crippled Black Phoenix Live:

06.05 GER, Hannover - Musikzentrum
07.05 GER, Essen - Turock
08.05 GER, Hamburg - Fabrik
09.05 GER, Berlin - Kesselhaus
14.05 GER, München - Backstage Werk
15.05 GER, Frankfurt - Batschkapp
16.05 GER, Köln - Kantine