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Montag September 24, 2018
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11 items tagged "21 Octayne"

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Fotos: Pretty Maids / 21 Octayne / Evil Cinderella

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Zum Jahresabschluss gaben sich die Dänen Pretty Maids in der Bochumer Matrix die Ehre. Im gut gefüllten Venue begeisterte die Band um Sänger Ronnie Atkins auf ganzer Linie. Im Vorprogramm machten 21 Octayne, mit neuer Bassistin, sowie Evil Cinderella alles richtig und heizten perfekt vor. Klar, dass die RocknRoll-Reporter dabei waren. 

Wir haben Bilder von:

PRETTY MAIDS

 

21 OCTAYNE

 

EVIL CINDERELLA

All pics: Kathrin Popanda - no use without prior written permission.

Doc 'n' Roll - 11.09.15

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Heyho, I am back on the track. 1500 Kilometer später musste ich Irland und Nordirland leider den Rücken zukehren und zurück anne Schüppe, wie wir im Ruhrpott gerne sagen. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil: es geht wieder mehr in Richtung gesunder Ernährung, statt gebratenem Speck, Bohnen, Würstchen und Pfannkuchen schon zum Frühstück. Die Iren sind schon wahre Fleischosaurier. Insgesamt war der einwöchige Trip wunderbar - das Wetter war meist top, die Leute spitze, der Roadtrip gelungen. Wen Fotos des Trips interessieren, dem sei ein Besuch meiner Fotoseite bei Facebook empfohlen. HIER! Man darf die gern auch liken :D In Irlands größeren Städten (Dublin, Belfast, Derry) bin ich auch auf die Suche nach coolen Motiven in Sachen Straßenfotografie gegangen, eine meiner neuen Leidenschaften. Ein paar sind ganz hübsch geworden (etwa das da unten aus Dublin), ich muss da aber noch viel üben. Ein paar mehr findet man HIER!

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Kommen wir zur Musik: Da kam ich in meinem Urlaub endlich dazu die neue 21 Octayne zu besprechen. Ein echtes Schätzen (LINK). So gut, dass ich Gitarrist Marco Wriedt sofort gezwungen habe, für uns durch seinen Ipod zu shufflen. Das Ergebnis ist sehr lesenswert und HIER zu finden.

Während der Chef durchs Land der Leprechaun tingelt, haben die Mitarbeiter den Laden hier am Laufen gehalten. Kat Rock hat sich zum Beispiel bei den Zombies rumgetrieben und einige gruselige Pics mit gebracht (bitte klicken Sie HIER).

So langsam komme ich auch selber wieder auf Betriebstemperatur. Für den Herbst stehen einige heiße Shows im Sektor an: Joe Satriani, Garbage, Nightwish, Wasp und viele viele mehr. Zeit die 1000 voll zu machen. 1000? Ja, denn ich habe Stand heute über 900 VERSCHIEDENE Bands bisher fotografiert. Dazu kommen enorm viele, die ich doppelt und dreifach. Dream Theater etwa gleich sechs Mal. Da bin ich dann schon weit über 1000.

Doch genug der Zahlenspiele, die verwirren uns alle nur. Überrascht hat mich in dieser Woche der Konzertveranstalter, der mir auf eine Akkreditierungsanfrage sofort mit "Nein, wir arbeiten nur mit festen Partnern, wende dich an die Band oder das Management" geantwortet hat. Das hat mich schon irritiert, denn sowas hab ich in zehn Jahren Business so noch nicht gehört. Man lernt nie aus...

 

Fürs Wochenende empfehle ich Euch einen Besuch beim Helvete Metalfest. Dort spielt der Underground und wahre Metal, während im hässlichen Rot-Weiß-Stadion in Essen der Graf (leider nicht Graf Zahl) mit Unheilig eine seiner gefühlt tausend Abschiedskonzerte gibt. Hau ab! Bitte (ich hab Euch gefehlt, gell?)!

 

 

In diesem Sinne: Rock on

 

 

 

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Review: 21 Octayne - 2.0

PictureEine alte Musikerweisheit besagt, dass man für die erste Scheibe ein Leben lang Zeit hat, während man die zweite in nur einem Jahr fabrizieren muss. Gemeint ist, dass man für ein Debüt seit Ewigkeiten Songs schreibt, während der Nachfolger dessen dann in Eile zusammengeschustert werden muss und dennoch hohe Qualität haben sollte. Auch 21 Octayne haben bis auf einen Song komplett neu komponiert um mit "2.0" der schon beträchtlichen Fangemeinde einen fetten Brocken hinzuwerfen. Das Follow-up zum Debüt (Review hier) übertrifft dieses sogar in einigen Punkten. Los geht es mit "Devil in Disguise", ein fetter Uptempo-Rocker im Stil von Slash mit Myles Kennedy, Breaks sind das Steckenpferd der Band und gleich bei der Startnummer wird dies überdeutlich. Klasse Nummer!

Mit "Take me back" zeigen 21Octayne den perfekten Spagat. Musiker werden es lieben und, wenn der Refrain so mitreißend ist, auch der nicht musizierende Partner begeistert. Während der Refrain ins Radio gehört, ist der Rest ruppiger. Eine Ballade fürs Radio darf auch nicht fehlen. "When you go" mixt Alter Bridge mit 80er Jahre AOR und im Gesamtkontext der CD eher ein Leichtgewicht. Der Tonartwechsel, der den letzten Refrain scheinbar erhöht, ist trotz der leichten Klammerbluesaffinität des Tracks aber ein Leckerbissen.

Weiter geht die wilde Fahrt mit "Love is just a heartbreak away". Der bockstarke „Wohoho“- Refrain und die immer wieder eingestreuten Halftime-Parts machen diese Nummer zu einer Art Vorbild für geschmackvolles Songwriting. Danach wird es wild. "Take me away" lotet die Extreme von 21 Octayne perfekt aus. Ein knallhartes Riffing im Intro, garniert mit großem Mittelteil plus Refrain im Alter Bridge-Stil (etwas sperrig und deshalb spannend) wird gekrönt durch ein wahnwitzges Iron Maiden meets Dream Theater-Spektakel plus äußerst aufregendem Gitarrensolo. Das ist definitiv ein Musikersong, hier gibt es soviel zu entdecken, ganz ganz stark. 

Bei „Lost“ schaltet die Band dann wieder einen Gang runter. Ein chilliger Beginn im Toto-Stil, der Rest ist Radiomusik. Nicht schlecht aber wenig spektakulär. "The Circle" ist der bassigste Song der Scheibe. Nach einem fetten Riff wahwaht sich Andrew Lauer durch die Strophe, bekommt später auch noch ein aufwendig inszenierte Bass-Bridge zum Solo hin. Hagen singt formidabel, Marco fidelt erstklassig. Super Song! "Date with myself"  ist der einzige Song, der nicht komplett neu geschrieben wurde, sondern noch ein Fragment der Debüt-CD ist. Zu tun haben wir es hier mit einem echten Bluespattern, dessen Grundgerüst zu einem starken, eingängigen Ohrwurm-Refrain führt, in dem auf einzigartige Weise das Bluesschema verworfen, dann wieder aufgenommen wird. Spannend. Toll, was Alex hier macht. Während alle gemächlich rumbluesen, spielt er einige aberwitzige Fills auf dem Schlagzeug.

Der spaßige Mittelteil lässt kurz den Blues vergessen bis Marco solotechnisch richtig einen abdrückt. Beim anschließenden "Fly with me" wiegt man sich zuerst in Sicherheit bis ein wahres Metal-Lick in auf dem Album noch nicht gehörter Härte über den Hörer hereinbricht. Der vielschichtige und variantenreiche Track überrascht mit ruhiger Strophe in treibendem Groove, einem echten FusionSoloteil und einem Metal-Refrain. Für den Schluss hat sich die Gruppe dann etwas ganz Besonderes aufgehoben: "Tale of a broken child" geht rund zehn Minutenund ist ein echtes Epos, irgendwo zwischen Genesis und Dream Theater. Einem wirklich genialen Intro (Vinylkratzen, Lowfi-Gesang, der auf etwas überraschender Weise in enorme Surroundweite übergeht) folgt eine Stairway to Heaven-Reminiszenz.

Die dann einsetzende Melodie kommt übrigens immer wieder in einigen Songs vor und bildet eine Klammer. Einem Soundgewitter folgen echte Soloparts aller Musiker der ganz alten Progrockschule. Das sehr ruhig beginnende Gitarrensolo steigert sich scheinbar ins Unermessliche, ist so mitreißend wie der alles überragende Gesang von Hagen Grohe. Nach rund zehn Minuten manifestiert sich ein Wort im Kopfhörer (bitte unbedingt benutzen): Ein Meisterwerk und der beste 21 Octayne-Song beider CDs. Bitte mehr davon. 

 

Fazit: Enorm aufregender und abwechslungsreicher Zweitling mit grandiosem Epos zum Abschluss

 

5von6

Listening-Session mit 21 Octayne

MarcoW

Listening-Sessions sind oftmals sehr heikel. Der Künstler will sein neues Baby vorstellen und naturgemäß kein negatives Feedback erfahren, während der Journalist eine CD zum ersten Mal überhaupt hört und freundlich aber bestimmt ein fundiertes Ersturteil raushauen möchte. Mit Marco Wriedt (Foto) von 21Octayne kann so eine Session schon mal im wilden Fachsimpeln um Gott und die Gitarrenwelt ausarten.
Der Gitarrist ermöglichte es den RocknRoll Reportern nämlich in diesen Tagen, mit als erstes Medium überhaupt, den Nachfolger der überaus erfolgreichen Debüt-Scheibe „Into the Open“ (REVIEW) zu Ohren zu bekommen. Die Spannung war also durchaus vorhanden, haben wir die erste CD doch mit einer Topbewertung ausgestattet. Kann die Nachfolgerille an „Into the Open“ anknüpfen? Und wie wird „2.0“ klingen? Zwei Durchläufe der rund 45 Minuten langen Scheibe später weicht die Spannung der Erleichterung und das Fachsimpeln kann beginnen.
Natürlich kann man auf dieser Grundlage noch keine zu 100 Prozent fundierte Wertung vornehmen, doch eines kann man: Die 21Octayne-Fans mit enormer Vorfreude ausstatten, denn da kommt etwas Großes auf uns zu. „Wir wollten nicht auf Nummer sicher gehen“, sagt Marco im Gespräch mit dem RocknRoll Reporter, „sondern die Extreme der ersten CD weiter ausloten.“ Was er damit meint? Der Spagat zwischen virtuoser Musikermusik und absoluten Ohrwurmrefrains im großen amerikanischen Stil soll zwar weiter Grundsportart bei der zu einem Trio geschrumpften Formation (Andrew Lauer hat kürzlich 21Octayne verlassen und wird erst einmal nur temporär ersetzt) sein, doch man könne sich noch weiter strecken und die Grenzen ausloten. Das macht „2.0“ zu einer deutlich anderen Platte als das Debüt, die jedoch noch sämtliche Trademarks der Gruppe aufweist. Doch es gibt signifikante Unterschiede: Der Sound der Platte ist so transparent, dass man jede Nuance des zumeist beeindruckenden Zusammenspiels der Musiker durch die Kopfhörer oder Boxen fliegen hört. Ein Grund dafür ist auch das veränderte Equipment bei Marco Wriedt. „Mit dem neuen Engl-Amp und den Music Man-Gitarren bin ich jetzt variabler, benutze viel öfter verschiedene Tonabnehmerkombinationen.“ Ein Fakt, der seinem ohnehin herausragenden Spiel enorm zugute kommt.

Die Bassarbeit von Andrew Lauer ist darüber hinaus extrem vielseitig und ein echtes Pfund, während Drummer Alex Landenburg die vielleicht beste Arbeit seiner Karriere abgeliefert hat. Was der auf den Songs abzieht, ohne jemals die Musikalität der Technik unterzuordnen, ist sensationell. Die Klammer für all diese Virtuosität an den Saiten und Fellen ist Hagen Grohe, der zwischen Steven Tyler und Rob Halford einfach alles drauf hat.

 

 

Doch kommen wir zu den einzelnen Songs:

 

2.0-Frontcover FINAL

 


Devil in Disguise
Mit einem fetten Uptempo-Rocker eröffnen 21Octayne das Album, erinnern dabei schnell an Slash mit Myles Kennedy, bevor im öffnenden Refrain der Rock ‚n‘ Roll Einzug hält. Breaks sind das Steckenpferd der Band und gleich bei der Startnummer wird dies überdeutlich. Klasse Nummer!

Take me back
Hagen dominiert diesen Song durch den großen Refrain. Hier zeigen 21Octayne den perfekten (oben beschriebenen) Spagat. Musiker werden es lieben und, wenn der Refrain so mitreißend ist, auch der nicht musizierende Partner begeistert. Während der Refrain ins Radio gehört, ist der Rest ruppiger. Sowas würde ICH gerne im Radio hören. Man wird ja mal träumen dürfen...

When you go
Ah, die Radionummer. Ganz eindeutig auf Airplay schielt die Ballade, die Alter Bridge mit 80er Jahre AOR vermengt. Mit knapp drei Minuten wurde auch das Radiozeitmaß eingehalten, der Tonartwechsel, der den letzten Refrain scheinbar erhöht, ist trotz der leichten Klammerbluesaffinität des Tracks ein Leckerbissen.

Love is just a heartbreak away
Zurück ins Midtempo-Land geht es bei diesem Track, der in seiner ruhigen Strophe Marcos Gitarre majestätisch schimmern lässt. Der bockstarke „Wohoho“- Refrain (Hagen hat scheinbar einfach alles drauf) und die immer wieder eingestreuten Halftime-Parts machen diese Nummer zu einer Art Vorbild für geschmackvolles Songwriting.

Take me away
Jetzt wird es wild und es zeigt sich, was Marco Wriedt mit dem „Ausloten der Extreme“ meint. „Take me away“ lässt den Hörer nach einem Durchlauf mit offenem Mund stehen, der Kopf schwirrt, denn was 21Octayne hier aufführen, ist schon aller aller erste Sahne: Ein knallhartes Riffing im Intro, garniert mit großem Mittelteil plus Refrain im Alter Bridge-Stil (etwas sperrig und deshalb spannend) wird gekrönt durch ein wahnwitzges Iron Maiden meets Dream Theater-Spektakel plus äußerst aufregendem Gitarrensolo. Das ist definitiv ein Musikersong, hier gibt es soviel zu entdecken, ganz ganz stark. Vielleicht der beste Song des Albums.

Lost
„Lost“ wäre meines Erachtens eine sehr gute Singleauskopplung, beginnt chillig, an Toto erinnernd, während dann der Refrain und die bluesige Gitarrenarbeit eine runde Sache bilden. Eine Schmusenummer, die sogar Jungs mögen werden.

The Circle
Das ist wohl der bassigste Song der Scheibe. Nach einem fetten Riff wahwaht sich Andrew Lauer durch die Strophe, bekommt später auch noch ein aufwendig inszenierte Bass-Bridge zum Solo hin. Wenn Gott unter der Dusche singt, würde er wie Hagen singen, denkt sich der Rezensent schnell, bevor die Nummer auch schon vorbei ist.

Date with myself
Jetzt wird es traditionell, ja richtig bluesig. „Date with myself“ ist der einzige Song, der nicht komplett neu geschrieben wurde, sondern noch ein Fragment der Debüt-CD ist. „Hagen hat den wieder ins Spiel gebracht und wir haben ein wenig dran rumgedoktert bis er auf die Platte passte“, sagt Marco. Zu tun haben wir es hier mit einem echten Bluespattern, dessen Grundgerüst zu einem starken, eingängigen Ohrwurm-Refrain führt, in dem auf einzigartige Weise das Bluesschema verworfen, dann wieder aufgenommen wird. Spannend. Toll, was Alex hier macht. Während alle gemächlich rumbluesen, spielt er einige aberwitzige Fills auf dem Schlagzeug. Der spaßige Mittelteil lässt kurz den Blues vergessen bis Marco solotechnisch richtig einen abdrückt. Abgefahren.

Fly with me
Hier zeigt die Band klare Kante: Nämlich, dass es keine Kante gibt. Nach einem unaufgeregten Intro wiegt man sich in Sicherheit bis ein wahres Metal-Lick in auf dem Album noch nicht gehörter Härte über den Hörer hereinbricht. Der vielschichtige und variantenreiche Track überrascht mit ruhiger Strophe in treibendem Groove, einem echten FusionSoloteil und einem Metal-Refrain.

Tale of a broken child
Kommen wir zum letzten Song von „2.0“. Rund zehn Minuten haben 21Octayne jetzt noch einmal, um mich zu überraschen und sie tun es tatsächlich. „Tale of a broken child“ ist ein echtes Epos, irgendwo zwischen Genesis (!) und Dream Theater. Einem wirklich genialen Intro (Vinylkratzen, Lowfi-Gesang, der auf etwas überraschender Weise in enorme Surroundweite übergeht) folgt eine Stairway to Heaven-Reminiszenz. Moment mal… Diese Melodie habe ich heute schon einmal gehört und in der Tat (klärt mich Marco später auf) ist die Melodie ein durchgängiges Element, welches in mehreren Songs auftaucht (unter anderem auch am Ende dieser CD - dann gepfiffen, aber keine Angst, Klaus Meine ist nicht in Sicht). Einem Soundgewitter folgen echte Soloparts aller Musiker, ganz alte Progrockschule. Das sehr ruhig beginnende Gitarrensolo steigert sich scheinbar ins Unermessliche, ist so mitreißend wie der alles überragende Gesang von Hagen Grohe. Nach rund zehn Minuten manifestiert sich ein Wort in meinem Kopf: Masterpiece.

Klar, eine Bewertung der ganzen Scheibe lasse ich hier weg, glaube jedoch, dass jeder 21 Octayne-Fan auf seine Kosten kommen wird, wenn am 25. September „2.0“ erscheint (in drei verschiedenen Varianten übrigens), obgleich der Zugang sperriger sein könnte. Doch darüber hinaus sollten neue Fans hinzukommen, denn eines ist sicher: So wie 21Octayne klingt in Deutschland keine andere Band auch nur annähernd.

 

 

21Octayne Pressefoto2015 03

Fotos: Uriah Heep / 21 Octayne / Voodoo Circle

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Außenseiter sind Uriah Heep eher nicht. Mit 40 Millionen verkauften Alben gehören die Engländer neben Deep Purple, Led Zeppelin oder Black Sabbath sogar zu den erfolgreichsten und beliebtesten Vertretern des Hardrocks. "Outsider" ist aber der Titel ihres 24. Studio-Albums - und der Tour, die Mick Box, Bernie Shaw & Co. durch 17 deutsche Städte führt. Neben dem neuen Material hörten die Fans auch in der Zeche Bochum viele Klassiker, wie "Lady in Black", "Easy Livin", "Sunrise" oder "July Morning". Als special guest waren Voodoo Circle dabei - und 21 Octayne, von denen die Rocknroll-Reporter nicht zum ersten Mal begeistert waren.

 

Hier die Bilder:

 

Uriah Heep

 

21 Octayne

 

Voodoo Circle

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

Doc 'n' Roll - 23.05.14

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Tadaaa, heute ist Freitag, wieder. Zumindest das ist eine Sache, die sich nie ändert. Geändert hat sich durch die ganze Facebookerei der Umgang miteinander. Aufreger am Mittwoch: Die Grailknights, eine mäßig bekannte, mäßig originelle Metalband, die live ganz gut rüberkommt, haben eine schlechte Rezension ihres neuen Albums scheinheilig auf Facebook verlinkt mit dem Hinweis "Grailknights danken XXX für die folgende Rezension". Dazu ein schöner Smiley, der ja bekanntlich auch bei Todesdrohungen angewandt wird, damit man anschließend sagen kann, es sei nur Spaß gewesen. Der Shitstorm soll hier also bewusst herbeigeführt werden. Das zeugt nicht von der Souveränität im Umgang mit Kritik. Davon ab: Einem Journalisten zu sagen, er dürfe über bestimmte Sachen nicht schreiben, wenn er kein "Fanboy" ist (wie in den Kommentaren von einem Supporter angemerkt), ist hanebüchen. Klar, der erste Teil der Kritik ist Grütze, regt er sich doch da über die vermeintliche Ballermannisierung der Musik auf, nur weil die Band sich um ein Superhelden-Image bemüht. Solche Images wurden freilich in der "guten alten Zeit" immer erfolgreich und zum Vergnügen vieler Fans (Kiss, King Diamond etc) entwickelt. Der Teil, in dem auf die musikalischen Mängel der Scheibe eingegangen wird, ist aber durchaus nachvollziehbar, wenn man nicht mit Haut und Haaren die Band verehrt. Dank Facebook dürfen nun im Bravo-Leserbriefstyle Kommentare wie "Die Grailknights sind klasse und PUNKT" abgesondert werden und der Rezensent übel angegriffen werden. Unschön und unsouverän. Darauf hingewiesen schreibt die Band: "Wir können keinen Mangel an Souveränität erkennen im Posten von schlechten Kritiken. Das wir uns über positive Kritiken mehr freuen bedarf ja keiner weiteren Erklärung ... warum also ein langes Statement - schreiben wir zu den positiven auch nicht. Das sind freie Pressestimmen." Bei den positiven Reviews schreiben sie übrigens durchaus längere Statements. Aber Schwamm drüber ...

 

Genug aufgeregt, kommen wir zu den ... ach ne: Ich reg mich mal eben über die deutsche Fassung von Wolfenstein - the new order (PS4) auf. Die explizite Darstellung von Gewalt stört niemanden, dafür wurden die Nazisymbole einmal mehr entfernt und somit die Atmosphäre in dem Spiel, in dem man GEGEN die Nazis kämpft, zerstört. Gamer sind einfach zu dumm, zu erkennen, dass hier nicht der Nationalsozialismus verherrlicht wird. Ist auch nicht so einfach, das zu erkennen, beim wunderbaren C-Movie-Charme des Games ... * Ironie off *

 

Ich war erst zweimal in einem Planet Hollywood, beim ersten Mal im Oberhausener CentrO, als der Terminator persönlich die Hütte eröffnet hat, und am Mittwoch beim Akkustik-Gig der "soon to become superstars" von 21 Octayne. Hübscher Laden, bisken viel Kulturimperialismus auf einmal, aber kein Grund zur Klage. Der Gig war dann auf einer Empore, weit weg von den Fans, die unten rumsaßen und -standen. Im Juni gibt's dann richtig auf die Glocke, mit Verzerrung und allen Schikanen, wenn die Band im Vorprogramm der Kultband Dan Reed Network an den Start geht (u.a. in der Matrix).

 

Kurzer Flashback: Marty Friedman und Gus G. höddelten im Essener Turock alle kaputt. Unfassbar, wieviele Noten man (zum Teil durchaus unsongdienlich) man pro Sekunden spielen kann. Irgendwie war das schon mitreißend, aber nach dem Konzert (jaaa, ich musste bis zum Schluss bleiben, um unten stehendes Bild zu bekommen!) waren alle wortwörtlich plattgespielt.

 

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Die Tipps zum Wochenende: Jaaa, ich weiß. Wir allen wollen das CL-Finale zwischen den beiden Madrider Mannschaften (Apropos früher war alles besser:

FRÜHER haben alle Sportkommentatoren grundsätzlich Madrilene für Einwohner Madrids gesagt, klang toll und superior, Madrider ist aber dennoch auch richtig) sehen, ABER: Um 19 Uhr wird erst mal gerollt und das schafft ihr locker bis zum Anpfiff.

Die Essener Rollerderby Rasselbande, RuhrPott Roller Girls, vernascht die kleinen Französinnen aus Metz.

 

Hier steht wo, wann, wie und warum! Sollte man mal gesehen haben.

 

Ach ja, Feiertag am Donnerstag: Mittwoch also mal zum Karneval in die Matrix! Aber guckt selber: HIER! Jetzt reicht's aber auch, genießt das Wochenende.

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: 21 Octayne (Acoustic @ Planet Hollywood)

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Kurz vor der Veröffentlichung ihres jetzt schon mehr als hochgelobten Debüt-Albums (Review HIER) gaben sich die Jungs von 21 Octayne im Duisburger Planet Hollywood die Ehre und rissen ein rund 45-minütes Akkustik-Konzert ab und die Fans nahezu von den Stühlen. Hagen Grohe (The Joe Perry Project), Marco Wriedt (Axxis), Andrew „The Bullet“ Lauer (Juno17/Paul Gilbert) und Alex Landenburg (Rhapsody) arrangierten einige ihrer Songs für ein Unplugged-Konzert um und bewiesen auch dabei, dass neben den grandiosen Fähigkeiten an ihren Instrumenten auch ihr Songwriting in jeder Umgebung - ob laut und verzerrt oder leise und akkustisch - funktioniert. Anschließend gab es Autogramme für die Fans und den ein oder anderen Plausch. Berühungsängste kennen 21 Octayne nicht. Am 4. Juni kann man die Band dann richtig rocken hören: In der Bochumer Matrix stehen sie als Vorband für Dan Reed Network auf den Brettern.

 

HIER geht es zu den Fotos des Abends!

 

HIER gibt es ein Track by Track zur CD von Marco Wriedt.

 

Alle Fotos: Thorsten Seiffert. No use without permission.

21 Octayne: Marco Wriedts Track by Track

21 Octayne haben mit "Into The Open" ein sensationelles Debüt in die Rillen getackert (Review HIER). Für den RocknRoll-Reporter hat sich Gitarrist Marco Wriedt (u.a. Axxis) die Zeit genommen, zu jedem Track der CD seinen "Senf" abzugeben. Let's go, Marco:

 

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She´s Killing Me

 

Das Anfangsriff stammt aus dem Jahr 2008 und war das erste Riff, das ich Alex damals zugeschickt hab als Idee. Das war die Phase als wir über eine mögliche eigene Band sprachen. Umgesetzt wurde “She´s killing me” erst im Jahr 2011. Es war uns direkt klar, dass der Song ein cooler Opener für das Album ist! Es zeigt auch sehr gut den amerikanischen Einfluss, den manche Songs von uns tragen. Ich liebe den Groove, den Alex und Andrew geschaffen haben und im Chorus geht dann die Sonne auf! Der Text von Hagen hat einen sehr coolen Twist! Als wir die Listening Session in Hollywood hatten, haben die Leute sofort gegrinst! Ihr werdet bald wissen, warum."

 

Dear Friend

 

“Dear Friend" zeigt unsere progressive, harte, dunkle/atmosphärische Seite. Ich finde die Dynamik hier sehr stark und auch den Text. Dieser Song brauchte fast ein Jahr bis er richtig fertig war. Ursprünglich waren es zwei Songs. Der ruhige Strophenteil und die beiden Riffs waren mal voneinander getrennt, aber hinterher fiel beim “Sichten” Hagen der Song wieder ein und wir haben dann an einem Tag alles zusammengefügt. Dieser Song wurde letztendlich die zweite Single bzw. das zweite Video von “Into The Open”.

 

Turn The World

 

“Turn The World” hatte ich zu 98 % musikalisch 2008 so gut wie fertig. Es gab damals nur keine Verwendung für den Song. 2010 hab ich den Song dann den anderen quasi bei einer Songwriting-Session vorgespielt und alle mochten ihn sofort. Dieser Song hat ganz klar dieses “US-West Coast”-Feeling. Quasi “AOR 2.0”. Normalerweise hätte jede Band noch ein Keyboard dazu gepackt, aber das habe ich dann mit der Gitarre gemacht. Dadurch klingt der Song etwas erdiger und mehr “In your face”. Von den Arrangements her, den Vocals und Ausdruck einer meiner Lieblingssongs auf dem Album!

 

Don´t Turn Away

 

Auch dieses Hauptriff hatte ich schon vorher. Der Rest wurde allerdings während einer Bandsession zum Leben gebracht. Ein sehr grooviger Song mit genialer Bass- und Schlagzeug-Arbeit von Andrew und Alex! Bei dem Song ging eigentlich alles sehr schnell und es war einer der ersten, den wir Ende 2010 fertiggestellt haben. Knallt live extrem gut!

 

My Teddy Bear

 

Bei “Teddy Bear” haben wir uns einfach mal ausgetobt. Was dabei rausgekommen ist, ist schon etwas unkonventionell! Eine Mischung aus Metal, Funk, Psychodelic und Fusion. Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob er auf´s Album sollte. Mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

 

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Into The Open

 

Für mich ist der Titeltrack extrem emotional. Der Text ist großartig! Hagen singt unfassbar und auf das Solo bin ich hier sehr stolz. Es zeigt mich so wie ich als Gitarrist bin und wo meine DNA als Musiker ist. Ja, für mich ein besonderer Song. Andrew spielte beim Aufwärmen das Anfangslick und ich habe dann “Stop” gerufen. Wir haben das Lick am Anfang dann etwas umgedreht, um es dem Gesang etwas besser anzupassen und der Rest kam dann sehr schnell! Es zeigt unsere epische Seite, die mit Blues Rock nichts zu tun hat.

 

Me, Myself & I

 

Im Sommer, beim Kaffeetrinken, kam das Hauptriff auf einmal und ich wusste sofort, dass Hagen so etwas gefallen würde. Er war dann auch direkt begeistert. Auch hier ging alles sehr schnell und Ich liebe das Bass Intro von Andrew. Großartig! Der Mittelpart ist bei einem Jam entstanden und hat auch etwas Fusionmäßiges. Toller Refrain auch!

 

The Heart (Save me)

 

Einer der ersten Songs aus dem Jahr 2010! 15 Minuten vor “erjammen” des Songs haben wir noch Käsekuchen gegessen. Als wir danach wieder in dem Raum gegangen sind, kam direkt dieser Song dabei raus. Wir haben ihn als Demo dann “Cheezecake” genannt! Klare Sache! Sehr groovy und melodisch, AOR´ig! Und natürlich die erste Single bzw. das erste Video (produziert von Dominik Louis) unserer Karriere, das letztes Jahr viele Wellen geschlagen hat.

 

Your Life

 

Einer meiner absoluten Lieblingssongs auf dem Album! Diese extreme Mischung von Stilen in nur einem Song halte ich für sehr interessant. Toller Text von Hagen, der mich immer sehr zum Nachdenken anregt! “Your Life” ist einer der wenigen Songs, die komplett beim Jammen entstanden sind. Sehr facettenreiches Drumming von Alex. Wenn ich diesen Song höre, höre ich immer besonders auf die Drums!

 

I will always be right there

 

Den Song haben Hagen und ich innerhalb von ein paar Stunden fertiggestellt. Wir hatten noch kurz überlegt, eine Rockballade mit Band draus zu machen, aber ich denke, so funktioniert er am besten! Diesen Song würde ich bald gerne im Radio hören.

 

Leave My Head

 

Der erste Song, den wir je zusammen geschrieben haben. Sehr grungy und alternative-like mit einer schönen Atmosphäre in der Strophe. Hagen bringt hier ganz große Gefühle rüber! Extrem wütend eingespielt von Allen! Passt sehr gut zum Song!

 

Come Alive

 

Ein fröhlicher Song mit abermals “West Coast”-Touch. Der Song geht gut nach vorne und hat viel Energie! Die Message: “Umarme das Leben und es wird dich umarmen!”

 

Bestellen kann man die CD unter anderem HIER!

 

 

 

 

Doc 'n' Roll - 25.04.14

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Die Woche - und für diese Kolumne startet sie freitags - hat mit einem spannenden Termin begonnen: Die Doro-Überraschungsparty in der Essener Freak Show (HIER dokumentiert) war eine rundum gelungene Sache, der Spontan-Gig mit Andy Brings bewies dann einmal mehr, dass die gute Dame der Prototyp des leidenschaftlichen Vollprofis mit Herz ist. Die ungeprobten Songs saßen, jeder Ton war an der richtigen Stelle und Doro riss eine Wahnsinsshow ab. Andy Brings (der übrigens einen formidablen Tribut-Song aufgenommen hat [HIER KAUFEN]) sagte bei der Rede vor der völlig verdutzten Metalqueen punktgenau: "Wenn mich Freunde fragen, ob die Doro nett ist, dann sage ich immer: Sie ist so nett wie du sie dir vorstellst, und noch 1000 x netter!". Und dem ist nix hinzuzufügen. 

Nächste Woche geht es dann zu den großen Jubiläumsshows in Düsseldorf. Ich bin gespannt, weiß aber, dass Doro wieder 120 Prozent Schweiß, Können und Leidenschaft auf die Bühne bringen wird. 

 

 

 

Toll, wenn man von den großen Plattenfirmen zitiert wird, doof, wenn sie nicht sagen, dass sie dich meinen. Vielleicht meinten AFM mich auch wirklich nicht, aber mein Fazit zur 21 Octayne-CD lautete: "The next big thing" und in der AFM-Presseerklärung steht genau: "... mit einer Band, die unter Szenekenner schon als „the next big thing“ gehandelt wird." Die Tatsache, dass Szenekenner nicht im Plural steht (wie üblich), bestätigt mein Ego. Auch mal schön. 

 

Ansonsten bin ich ganz aufgeregt, weil ich das einzig wahre Fohlen treffe, auch, wenn das mit Musik so rein gar nichts zu tun hat. Es geht in den Borussia-Park für eine Homestory mit Jünter. Plauschen und Fotografieren bei einer Kelle Heu. Lecker.

 

Apropos Schlachter: Bei den Golden Gods-Awards präsentieren Slayer mit IMPLODE einen neuen Song und ... er ist scheiße! Ohne Hannemann scheint jegliches kompositorisches Talent die Band verlassen zu haben. Bitte auflösen! Danke!

 

Montag geht es dann zu Creed-Heulboje Scott Stapp, der im Luxor in Köln spielt. 

 

Dann gab es noch weniger witzige Dinge: Dass ein Festival wie das Ruhrpott Rodeo keinerlei Akkreditierungen von Online-Journalisten annimmt, ist nicht wirklich Punk. Eher "serve the authorities" than "fuck the authorities". Punks are dead.

 

Ach ja, zu guter Letzt noch die Vollidiotengeschichte des Tour-Managers der US-Rocker von Three days grace, Shawn Hamm. Der schrieb öffentlich:

 

"If you're a concert photographer listen up! Its BS all these "photogrpahers" trying to sue bands these days....a photographer takes a photo of the band (they LET YOU take it, its a privlage) and YOU want to be paid if the post it on social networks leaving your watermark on it lol they can **** OFF. IF the band were to use it for financial gain (i.e. on a t-shirt, poster, cd etc) I can see paying a fee. BUT if all you are doing is posting their work they took of YOU on your social networks promoting HIS WORK to millions of people who have no clue who the **** he is then he can get lost."

 

Wir sollten also alle geehrt sein, dass wir diese Band fotografieren dürfen ... Wäre ich nicht ein so anständiger Kerl, würde ich die CDs der Band illegal downloaden und an alle meine Freunde verteilen. Sie sollten glücklich über solch kostenlose Promotion sein ...

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

Doc 'n' Roll - 18.04.14

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Eintreten zum aller ersten Doc 'n' Roll an einem Karfreitag. Die Stille des Tages ändert nichts an meiner geräuschvollen Ketzerei.

Ist Euch mal aufgefallen, dass jede Band, die etwas auf sich hält, mittlerweile sogenannte Lyric-Videos absondert? In dieser Woche erst von Rage und Edguy gesehen, verabscheue ich solche Machwerke gerade bei Gruppen, deren Plattenfirmen ein wenig Geld an ihnen verdienen.

Lyric-Videos sind, nun ja, meist Photo-Slideshows, bei denen der Text im Karaoke-Stil eingeblendet wird. Zumal bei einer Band wie Edguy es oft besser ist, wenn man nicht weiß, worüber Tobi Sammet singt. Das ist schwach, richtig schwach. Das ist so schwach, dass ich bei meiner eigenen Band die Idee vor zehn Jahren schon verworfen habe, weil mir das zu peinlich war. Video war mal eine Kunstform und selbst, wenn das Budget schwach ist, kann man etwas draus machen. Ein Beispiel ist die deutsche Band Layment, die nach einem ersten Lyric-Video ein lustiges, "richtiges" Video nachgeschoben haben. Schaut selber:

 

 

 

 

Ansonsten brachte die Woche ein fantastisches Broilers-Konzert in der Westfalenhalle. Lange habe ich nicht mehr so viele betrunkene Menschen auf einmal gesehen. Die Stimmung war (trotzdem?) sensationell und die Band, die an diesem Abend ihre erste goldene Schallplatte bekommen hat, in bester Spiellaune. Super war auch das Riverside-Konzert im Turock. Die Polen boten feinen Progrock, während ihre Vorgruppe Votum mit einer kruden Mischung aus Techno-Beats und Grunge (!) nervten, zumindest mich. 

 

Geflashed hat mich das Debüt-Album von 21 Octayne, welches AFM mir in den Promobriefkasten gelegt hat. Eine deutsche Band auf internationalem Spitzenniveau, das sieht und hört man gern. Hoffentlich schaffen sie den verdienten Durchbruch mit "Into the Open" (Kritik HIER).

 

Die kommenden Tage werden nun etwas ruhig, man kann den Spritpreisen entspannt beim leisen Klettern zuhören. Morgen bin ich auf einer ganz speziellen Veranstaltung, über die ich (noch) nichts verraten darf. Aber Ihr erfahrt es natürlich als Erste, wie immer ...

 

In diesem Sinne: Rock on

 

yoursdocrock

 

 

Review: 21 Octayne - Into the Open

21ocMit der Single "The Heart (Save me)" deuteten 21 Octayne bereits an, dass hier etwas ganz Großes auf uns zukommt. Nun liegt dem RocknRoll Reporter die bei AFM erscheinende Debüt-CD "Into the open" vor. Kann die Band, bestehend aus Hagen Grohe (The Joe Perry Project), Marco Wriedt (Axxis), Andrew “The Bullet” Lauer (Paul Gilbert) und Alex Landenburg (Rhapsody), auf 55 Minuten das exzellente Niveau der Single halten?

Mit "She's killing me" geht es perfekt los. Ein Schrei, ein Groove, ein Riff - 21 Octayne packen den Hörer direkt bei den Eiern und überzeugt mit Mr. Big'schen Unisono-Läufen, einer grandiosen Hookline und exzellenter Rhythmusarbeit. Dass Marco Wriedts Soli ohnehin über jeden Zweifel erhaben sind, ist klar wie Kloßbrühe, doch der Flitzefinger ist sich gleich im ersten Track nicht zu schade, einmal alles auszupacken. Der Clou: Musiker werden feuchte Höschen bei "She's killing me" bekommen und im Gleichklang mit ihren Freundinnen den Refrain singen. Überhaupt ist dies das Credo von 21 Octayne: Packende, musikalisch höchst anspruchsvolle Songs zu erschaffen, die dennoch im Radio laufen könnten - ohne im Schmalz zu versinken.

Wenn ein Ohrwurm sich verschleicht, dann nur, weil im nächsten Song ein weiterer wartet. "Dear Friend" hat wieder so einen und dieser Song zeigt im Wechselspiel seiner ruhigen und heftigen Passagen eine andere Facette von 21 Octayne. Alter Bridge könnte hier als Referenz genannt werden, ohne, dass man der Band die absolute Eigenständigkeit absprechen kann.

Bei "Turn the world" wird es poppiger. Die Halbballade kommt im Stil einer Band wie "Bad English" mit John Waite daher und begeistert unter anderem mit einem wunderschönen Twin-Gitarrensolo. "Don't turn away" featured schnell die Bassisten-Skills, danach kommt ein heißer Stilmix aus Led Zeppelin und Modern-Metal. Überhaupt ist die Variabilität eine große Stärke der Band. Der Titeltrack "Into the Open" ist ein episches Stück, während "Me myself and I" schlichtweg den stärksten Refrain hat, den ich bei einer deutschen Band seit Jahrzehnten gehört habe. Die Strophen bauen sich hingegen langsam auf, damit die Band im Refrain explodieren kann. Exzellent. So geht es über fast die gesamte Spielzeit der brillant klingenden CD munter weiter: "Your life", "My Teddy Bear", "Leave my head", "Come Alive" - Ausfälle sucht man vergebens. Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann vielleicht, dass die Ballade "I will always be right there"  zu beliebig rüber kommt und auf 4 Minuten etwas zu sehr plätschert. Ansonsten bieten 21 Octayne perfekte Rockmusik. Wenn die Welt gerecht ist, sehen wir die Band demnächst im Konzert der ganz Großen - auf der Headlinerposition.

 

Fazit: The next big thing? 21 Octayne

 

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